… oder auch meinen, nur die Hälfte der Taten glauben zu
müssen …
Nun ist mir der Anwalt nie persönlich begegnet. Aber aus meiner Sicht der Dinge ist er nicht schlau wie ein Fuchs, er ist ein Fuchs. So ist es für mich einfach zu beschreiben, so verschmilzt sich das miteinander. Das brauchen Pädophile auch. Jetzt will ich dir das erklären, so wie ich es sehe. Wenn ein Kinderschänder vor einem Gericht steht, wo diese Täter auch hingehören, steht ihnen ein Anwalt/in, quasi als Verteidiger/in, sogar als Pflichtverteidiger/in, zu. »Wat mutt, dat mutt«. In meinem Fall, was vielleicht fast schon üblich ist, hat der Anwalt engagiert etwas gegen mich unternommen, weit vor einem drohenden Prozess für seine Mandanten. Wobei er eigentlich ganz am Anfang noch nicht gegen mich tätig wurde.
Erzählt habe ich dir das ja schon. Damals habe ich den Kinderschänder erwischt. Sozusagen wurde ich »Wissende«. Vor dem Haus, auf dem Parkplatz und doch durch Fahrzeuge versteckt, habe ich seinerzeit den Kinderschänder erwischt. Er war mit einem Jungen beschäftigt. Er hielt das Kind mit einem Arm fest an sich. Die andere Hand streichelte über den Kopf des Knaben. Seine Hüfte konnte ich ebenfalls sehen, die sich rhythmisch am Körper des Kindes bewegte. Er sprach auch zu ihm, ich konnte es hören, er sagte, dass beide jetzt »Geheimnisse« haben und er niemanden davon erzählen darf. Als der Kinderschänder mich dann doch sah, lies er den Jungen los, drehte sich förmlich weg von dem Kind und gab eine Art lachen von sich. Der Junge drehte sich ebenfalls und huschte flott Richtung Nachbarhaus, da, wo er damals wohnte. Genauso schnell verschwand der Kinderschänder, und das war fast schon rennend, zu dem Wohnhaus.
Kurz darauf konnte ich ihn im Innenhof erleben. Dort stand er. Rhythmisch, diesmal ohne Nähe eines Kindes, bearbeitete er sehr intensiv scheinbar das Teil, das sich üblicherweise vorne in seiner Hose befindet. Er sah widerlich aus und war wieder, wie eigentlich immer, betrunken. Er schwitzte, stöhnte und üblicherweise wird ein solches Verhalten als sich selbst befriedigen, onanieren, masturbieren bezeichnet. Dabei war er schon als alter Mann zu bezeichnen. Maximal 30 Sekunden benötigte er wohl zum Schluss seines Tuns. Doch ich schrie, auch noch, als er es geschafft und die Flucht ergriffen hat. Wobei es für ein solches Tun in der Öffentlichkeit ohne Absprache glatt als Exhibitionismus bezeichnet wird. Da war ich mir sicher und auch das nach wie vor.
Was mich zudem schockte, war der Bereich an dem Zaun, der sich im Innenhof befindet. Ein Bereich war von Abdrücken seiner Schuhe ausgefüllt. Da war ich mir sicher, dass er von dort aus den Knaben betrachten wollte und in ihm dabei viele Gefühle erweckt wurden.
Natürlich meinte ich, dass ich in diesem Moment eine richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es wurde das getan, was auch zu tun war und jetzt auch noch ist, wenn solche Dinge geschehen. So dachte ich. Selbstverständlich nahmen die Experten Kontakt zu den Eltern des Knaben auf. Behutsam dürfte auch er in der Angelegenheit befragt worden sein. Der hat sicher auch von den »Geheimnissen« berichtet. Wobei mit Sicherheit diesmal der Pädophile dazu bei dem Knaben noch keine weiteren Möglichkeiten gehabt hat. Bei ihm nicht, aber dafür bereits bei anderen Kindern. So, wie zu diesem Zeitpunkt ich noch kein Opfer war, aber dafür für den Kinderschänder, seine Schänderin und später sogar für einen Mörder und einem Anwalt in anderer Art und Weise zum Opfer werden sollte und was dann, irgendwann auch, geschah.
Jetzt komme ich von Glauben und zum Wissen. Was ich also gesehen habe, war mein Wissen. Das habe ich der Polizei übermittelt. Das habe ich als meine Pflicht gesehen. Die werden ihn dazu befragt haben. Was hat er dazu gesagt. Er hat dem Kind den Schuh zugebunden oder dem Jungen ist der Teddy runter gefallen, er hat ihn aufgehoben oder noch viel besser: Er war doch überhaupt nicht zuhause, sondern einkaufen oder musste gerade dann Taxi fahren oder sowas ähnliches. Nun ist ja nicht viel passiert. Im Innenhof war er wohl, aber er hat seine Hände in den Taschen seiner Hose gehabt. Das hat er so der Polizei erklärt. Weitere Zeugen gab es nicht, so ein Kind erfindet zumeist auch sehr viel. Meine Anzeige »verlief im Sande«. Jedenfalls für die Polizei.
Mit den Nachbarn, also zu den Eltern des Jungen, habe ich keinen Kontakt gehabt. Sie auch nicht zu mir. Sie haben es nicht einmal zu einem »Guten Tag und guten Weg« geschafft. Ob es jetzt passiert ist, war ihnen egal. Aber nicht ihr Sohn. Das ist mir wohl aufgefallen, als haben sie einen unsichtbaren Strich gezogen, den ihr Sohn nicht mehr übertreten durfte. Seine Oma wohnte im ersten Stock, sie konnte ihn beobachten, wenn er auf der Straße spielte. Was sie auch tat. Wenn diese Eltern mir nur 1% von meiner Aussage geglaubt haben, so reichte es ihnen aus, einen ganz besonderen Schutz für ihr Kind auszusprechen. Der Kinderschänder kam nicht mehr an den Jungen heran. Das machte ihn sehr wütend.
Auf der Straße wohnten weitere Eltern. Mit denen konnte ich sprechen. Die haben sich bei mir bedankt, fanden eine Anzeige von mir richtig und wichtig. Sie achteten auch auf ihre Kinder und erklärten denen auch, dass es keine »Geheimnisse« einer solchen Art geben würde. Dabei bräuchten sie mit sogar ganz weit von 50% Glauben sogar noch weiter als 1% Glauben entfernt zu sein. Wenn es um Kinder geht, sollte also klug reagiert werden, selbst wenn nur die Hälfte, sogar noch weniger geglaubt wird, wenn so etwas gehört wird. Es ist eigentlich sogar egal, ob es stimmt. Wer erkennen will, welche Hälfte richtig sei, muss über Wissen verfügen. So einfach wäre es, und auch nicht nur aus meiner Sicht.
Es hätte mir vorher klar sein müssen, dass ich deshalb regelrecht dem Terror und dem Stalking durch den Kinderschänder ausgesetzt werde. Pflanzen und Blumen wurden gegiftet oder beschädigt, ebenso auch Gegenstände. So gab es Sinn, zumindest im Innenhof Kameras zu installieren. Wobei sogar diese Beweise von Taten später niemanden interessierte.Ein weiteres Ereignis habe ich vorher etwas anders beschrieben. Zu dem Zeitpunkt habe ich darauf geachtet, um die Wohnung verlassen zu können. Dann, wenn ich sah, dass er weggefahren ist. Es war so, dass ich den Kinderschänder sah, als er zum Wochenende das Taxi in Ordnung brachte. So konnte ich sehen, dass er Kindersitze aus dem Taxi nahm und dann zum Haus trug. Dabei roch er an den Sitzen, er ließ sich Zeit, sie in das Haus zu tragen. Der Ausdruck seines Gesichtes war anders als sonst. Er wirkte verträumt, glücklich, der Duft, der auf den Sitzen nicht schwebte, sondern verbunden war mit den Sitzen. Für kurze Momente erfüllten die Sitze ihn mit Liebe zu diesem Duft der Kinder, die sie nutzen, die er selbst von A nach B brachte und dann ihren Duft zurückließen, ihn ihm überließen.
Von meinem Wissen informierte ich meine Nachbarn von oben, die Schwierigkeiten hatten, mir das zu glauben. Bis zu dem Moment. Als einer von Beiden das auch sah. Der stand kurz darauf vor meiner Tür, war richtig aufgeregt, schilderte mir genau das Ereignis und meinte, dass er mir meine Schilderung glauben kann, denn nun hätte er ihn auch gesehen und würde nun auch zu den »Wissenden« gehören.
Der Kinderschänder fiel in der vergangenen Zeit sehr auf.
Die tägliche Menge Alkohol sorgte dafür. Sein Verhalten wurde aggressiv, wenn
er die Menge reduzieren musste. Dann, wenn er Taxi fahren wollte. Das brachte
ihm richtige Probleme ein und das machte ihn ständig wütend. Wobei hätte ich es
merken müssen, dass dieser Anwalt der Eheleute sehr intensiv für diese Fahrbescheinigungen tätig war. So meinte er in einem vorherigen Brief an mich, dass
die Wortwahl von mir primitiv, vulgär und insgesamt unkultiviert sei. Irgendwie
passte das auch zu der Mail, die die Geliebte des Mörders kurz vorher an den
Kriminalbeamten schrieb. Auch
unterstellte er mir, dass aufgrund meiner ständigen Anrufe bei der Polizei die
Beamten ausgelastet und nur noch eingeschränkt in der Lage wären, ihre Arbeiten
nachzugehen. Insofern wäre es nicht ausgeschlossen, dass Polizeibeamte eines
Tages in Erwägung ziehen könnten, mich einer amtsärztlichen Untersuchung
zuzuführen. Vermutlich dürfte das auch gelten, falls ich den Kinderschänder
oder seine Schänderin bei »Geheimnissen« mit Kindern erwischen würde. Es galt
also wegzuschauen, wenn man nicht deshalb in einer Psychiatrie landen möchte.
So kann es gehen, mit dem Glauben und dem Wissen. Man übernimmt die volle
Verantwortung für das Ergebnis …«
Info: Aufarbeitungskommission
Der 6. Kriminalroman, der in »Ich-Form« entsteht, der als Münsterland-Kriminalroman auf wahren Begebenheiten basiert.
2. Leseprobe: Das missbrauchte Kind
3. Leseprobe: Der Pädophile, das Elefantengedächtnis und das missbrauchte Kind
4. Leseprobe: Der Kinderschänder, seine Frau und deren Anwalt
5. Leseprobe: Al Capone, der Kinderschänder und deren Anwälte
6. Leseprobe: Die Macht der Kinderschänder
7. Leseprobe: Ein Auto, ein Unfallbetrug, der Kinderschänder und sein Anwalt
8. Leseprobe: Der Anwalt, sein Kinderschänder und die Kirche
9. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und der Mörder
10. Leseprobe: Die Art der Gewalt des Kinderschänders
12. Leseprobe: Die Anwälte von Mörder und Kinderschänder …
13. Leseprobe: Der Kinderschänder und sein Anwalt …
14. Leseprobe: Die Geliebte des Mörders und der Anwalt
15. Leseprobe: Die Ratten und der Kinderschänder
16. Leseprobe: Der Anwalt und sein Kinderschänder …
17. Leseprobe: Der Anwalt und das missbrauchte Kind
18. Leseprobe: Der Anwalt und der Strafprozess ...
19. Leseprobe: Der Anwalt und das Gericht …
22. Leseprobe: Der Kinderschänder, sein Anwalt und der Strafbefehl …
23.Leseprobe: Der Anwalt, sein Kinderschänder und die Erstarrung …
24. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und die Flucht …
25. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und die Kosten …
26. Leseprobe: Der Anwalt,der Kinderschänder und die Schäden …
27. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder, das Gas und die Kosten …
28.Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und der Gasverlust ...
29. Leseprobe: Der Anwalt, der Kinderschänder und seineFrau ...
»Der Mörder und der Kinderschänder«
»Der hässliche Zwilling« 2011
»Mord in Genf« 2012
»Blauregenmord« 2013




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