Samstag, 1. Januar 2011

Samstagsrezension Helga König : Das Buch der Tugenden- Ulrich Wickert

Ulrich Wickert hat 1995 ein sehr gutes Buch veröfffentlicht, das mittlerweile auch als Taschenbuch im Handel erhältlich ist. Dieses Buch habe ich mehrfach verschenkt, weil es eine Fülle von Textauszügen von unzähligen Philosophen, Dichtern und Schriftstellern zum Thema Ethik beinhaltet.

Mit einer Rezension zu diesem Buch möchte ich das Jahr 2011 beginnen, weil ich meine, dass es notwendiger denn je ist, sich einen Überblick über ethisches Denken im Laufe der Jahrhunderte zu verschaffen, um dessen Wert zu erkennen und zu begreifen, weshalb man tugendhaft leben sollte. Seit einiger Zeit wird seitens Personen mit betont egomanen Strukturen zynisch und geradezu vorwurfsvoll von "Gutmenschen" gesprochen, wenn Mitmenschen sich öffentlich zu ethischem Verhalten bekennen und dies auch themasieren. Stets frage ich mich, wie viel Leid Personen erfahren haben müssen, wenn sie Dritten ethisches Wollen absprechen, sowie abfällig von "Gutmenschen" reden und wie renitent sie in ihrem Leid verhaftet bleiben möchten, wenn sie das Streben nach ethisch Positivem als Farce darstellen. Solchen Menschen wünsche ich immer mehr Licht, denn ich fühle, dass sie es brauchen.

Ulrich Wickert beginnt sein Buch mit einer, seine Textauswahl erläuternden Einleitung und macht unmissverständlich klar, dass Grundvoraussetzung für ethisches Handeln tugendhafte Verhaltensmuster sind. Platon nannte vier Kardinaltugenden - Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Besonnenheit- , für das Christentum fügten Papst Gregor der Große und Thomas von Aquin die theologischen Tugenden- Glaube, Hoffnung und Liebe- hinzu. Wickert unterstreicht, was im Grunde jeder wissen sollte: "Ohne Ethik kann keine demokratische Gesellschaft bestehen."....." Eine Ethik bildet sich durch die Erkenntnis einer Gesellschaft, dass sie sich auf gemeinsame Regeln verständigen muss, weshalb sie bestimmte Verhaltensweisen und Ziele als nützlich und gut, andere aber als schädlich und schlecht bezeichnet. Inhalte von Ethik und Moral sind Werte und Tugenden."( Zitat: Wickert, S. 31)

Primärer Wert einer jeden Ethik ist die Würde des Menschen. Das ist deshalb so, weil von ihrer Respektierung jede Entscheidung zwischen Gut und Böse ausgeht. Wickert betont, dass sich die Anzahl der ethischen Werte und Tugenden auf keiner Liste abschließend aufzählen lässt. Es ist stets vom Stand der Erkenntnis und dem Zustand einer Gesellschaft abhängig, ob sich neue Werte und Tugenden entwickeln und alte sich verändern oder in ihrer Bedeutung wandeln, (vgl.: S. 32). Für ein moralisches Wertgefüge in einer demokratischen Gesellschaft ist es notwendig, dass ethische Werte nicht autoritär festgelegt werden. Durch Werte werden ideele Ziele vorgegeben, seitens der Tugenden wird das ideale Handeln bestimmt, (vgl: S. 35).

Dem Buch sind zwei Zitate vorangestellt, die ich an dieser Stelle nicht grundlos wiedergeben möchte:

"Was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg auch keinem andern zu." (Die Goldene Regel)

"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich dem  Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne". (Der kategorische Imperativ von Immanuel Kant)

Menschen, die kein überbordenes Ego haben, dürften bei der praktischen Umsetzung dieser Sätze kein Problem haben.

Das Buch ist untergliedert  in:

1) Tugend und Sitten, Ethik und Moral
2) Wahrheit, Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit
3) Vernunft, Weisheit und Klugheit
4) Gerechtigkeit
5) Pflicht, Selbstverpflichtung und Verantwortung
6) Solidarität, Brüderlichkeit und Güte
7) Mut, Tapferkeit und Zivilcourage
8) Toleranz
9) Zuverlässigkeit und Treue
10) Demut und Bescheidenheit, Fleiß und Geduld

In  den Kapiteln kommen  Textauszüge von: Aristoteles, Platon, Seneca, Kant, Goethe, Schopenhauer, Nietzsche, Büchner, Camus, Spaemann, Schweitzer, Popper, Schiller, Goethe, Bloch, Kafka, Heisenberg, Pestalozzi, Marcuse, Montesquieu und vielen anderen mehr zur Sprache.

Albert Schweitzer schreibt: "Unter Humanität (Humanitas, Menschlichkeit) versteht man das wahrhaft gütige Verhalten des Menschen zum Nebenmenschen. In diesem Wort kommt zum Ausdruck, dass wir uns zu bemühen haben, gütig zu sein, nicht nur, weil ein ethisches Gebot es gebietet, sondern auch, weil solches Verhalten unserem Wesen entspricht.
Die Humanität nötigt uns, in kleinen und in großen Dingen auf unser Herz zu hören und seinen Eingebungen Folge zu leisten. Gerne möchten wir dabei stehenbleiben, nur das, was unserem vernünftigen Überlegen als gut und durchführbar vorkommt, zu tun. Aber unser Herz ist ein höherer Gebieter als unser Verstand. Es verlangt von uns zu tun, was den tiefsten Regungen unseres geistigen Wesens entspricht." (Zitat : S.127)

Ich  bin mir sicher, dass unser Herz uns Folgendes abverlangt: "Was du nicht willst, dass man dir tu`, das füg auch keinem andern zu." (Die Goldene Regel).

Wir sollten 2011 auf unser Herz hören und der Goldenen Regel Folge leisten.

Empfehlenswert.
Ihnen allen ein gutes Neues Jahr wünscht Helga König :-))


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Freitag, 31. Dezember 2010

Sylvia B.: »Lyrichs fröhlicher Silvesterknaller«

liebes lieschen
wie geht es Dir
mir geht es
naja ich weiß es selbst nicht so genau
wie es mir so geht
denn
folgendes ist geschehen

Du weißt ja liebes lieschen
dass helma und schweinebauer
ihre hofanlage umgebaut haben
das habe ich ja schon in meinen
»briefe an lieschen«
entsprechend beschrieben

nun haben mich die beiden unter dem motto
»heute lassen wir es richtig knallen«
zu einer silvesterparty eingeladen

jetzt ist es ja so
dass eine frau in meinem alter
etwas länger benötigt
um so auszusehen
als wäre sie nicht
in meinem alter

wie dem auch sei
ich habe den tag genutzt
um mich auf dieses ereignis
gebührend vorzubereiten

die schalen der mandarinen
trockneten auf meinem kleinen ofen
und verströmten dabei einen lieblichen duft
Du weißt ja
dass ich eine freundin von
ambiente und interröhr bin
so legte ich noch ordentlich holz nach
bevor ich mich in mein bad begeben habe

eine bekannte hatte mir
eine hochwirksame antifaltenmaske empfohlen
hochmoortorf mit algen und rohkakao
auf lebertranbasis aus grönland
sieht nicht gerade appetitlich aus
aber erstens will ich das zeug nicht essen
und zweiten mich auch nicht damit unterhalten

auf jeden fall habe ich meine haare hochgesteckt
das sah aus als hätte ich eine palme auf dem kopf
die maske aufgetragen
und ohne noch einen weiteren blick
in den spiegel zu werfen
mich meiner badewanne zugewandt
um gleich in das warme wasser einzutauchen

der duft ätherischer öle ließ mich den alltag vergessen
dazu hatte ich ja noch für
meditative musikuntermalung gesorgt
eine neue CD
ukulele zusammen mit
dominierendem schlagzeug und harfenbegleitung
sorgte für die entsprechende stimmung

ich packte also noch meine gurkenscheiben
die ich mir vorher zurecht gelegt hatte
auf meine augenpartie
und genoss umgehend
die verschmelzung von geist und seele
zu einer wundervollen einheit

so weit so gut und schön
was dann geschah
ereignete sich im bruchteil von sekunden
jetzt will ich versuchen
dieses kompakte ereignis in logisch
nachvollziehbarer reihenfolge wiederzugeben

mein hochsensibler high tech im signal doppelt verstärkter
rauchmelder
schlug alarm
im gleichen moment
setzten meine reflexe ein und durch eine
ruckartige bewegung meines vorher entspannten körpers
wurde ein badewannentsunami ausgelöst
in dessen folge diese komische antifaltenmaske
mit den gurken eine unheilvolle allianz einging
und mich kurzfristig erblinden ließ

zu allem übel hatte sich vorher
mein mimmilein auf dem rand der wanne
breit gemacht
verlor durch dieses plötzliche ereignis das gleichgewicht
und stürzte in die badewanne
wo sie sich umgehend
an meinem bauch festkrallte

irgendwie befreite ich mich
schlug ein badetuch um meinen geschundenen körper
und konnte auch wieder für sicht sorgen
die aber gleich wieder getrübt wurde
als ich die badtür öffnete

dichte rauchschwaden vernebelten die sicht
so konnte ich auch nicht meinem tiger ausweichen
der panisch auf mich zurannte
und sich umgehend in meinem bein festbiss
ich schaffte es irgendwie abermals
mich zu befreien und an meinem ofen angelangt
konnte ich feststellen
dass die mandarinenschalen
wohl irgendwie feuer gefangen hatten
also kein großes desaster
nur der rauch war natürlich nicht schön
ich habe alle fenster aufgerissen

das problem war dieser rauchmelder
der ließ sich nicht abstellen
und schrie auch noch
als ich die batterien herausriss
ist halt high tech
so lief ich ins bad und ersäufte ihn in der wanne

in dem moment klingelte es an der haustür
ich hatte noch nicht richtig geöffnet
als mich ein schwall eiskalten wassers traf
mein nachbar
ein hobbypyromane
hatte die ganze angelegenheit völlig falsch eingeschätzt
und meinte löschen zu müssen

bei meinem anblick packte ihn allerdings
das nackte entsetzen
und er ergriff die flucht
lieschen ich verstehe die männer nicht

es hat eine weile gedauert
bis der rauch verzogen war
natürlich kühlten meine räume entsprechend aus
die hochwirksame antifaltenmaske musste ich
mit einem kleinen meißel vom gesicht abklopfen
da ich die wirkzeit durch diese ereignisse überschritten hatte

die party habe ich abgesagt

liebes lieschen
Dir wünsche ich einen guten rutsch ins neue jahr

fühle Dich umärmelt von Deiner

Lyrich


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (42) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Der Tote im Zwillbrocker Venn (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Der hässliche Zwilling (11) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)