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Sonntag, 23. Oktober 2016

353 »Boten der Göttin«

Teil  353 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Die Ruinen von Mesaverde
Die Sonne stand hoch am wolkenlosen Himmel von Durango, Colorado. Eine knappe Autostunde von der indianischen Ruine von Mesaverde entfernt führten Nachkommen der Anasazi Tänze auf. Wir kamen ins Gespräch. Die »modernen Anasazi« zeigten Sympathien für uns Germans. Sie erkundigten sich nach unserer Heimat, nach dem Ort in Deutschland, wo wir zuhause waren. Von dem oberfränkischen Michelau hatten sie natürlich noch nie etwas gehört. Fast elektrisiert reagierten sie aber, als mein Vater beiläufig erwähnte, dass wir Michelauer früher den Spitznamen (phonetisch geschrieben) »Michlaarer Frassgrüädn«, zu Deutsch »Michelauer Fress-Kröten«, trugen. Dieser Beiname, heute weitestgehend in Vergessenheit geraten, ging wohl auf den sehr gesunden Appetit von uns Michelauern zurück, die wir rekordverdächtige Mengen an Nahrungsmitteln, etwa echte Thüringer Kartoffelklöße, verputzen konnten.

Unsere Gesprächspartner fanden das sehr amüsant, lachten herzhaft und laut, wurden dann aber wieder ernst. »Unsere Mütter und Großmütter erzählen, dass die Frau der Sonne eine Kröten-Göttin ist! Manche meinen, dass sie auf dem Mond lebt und gelegentlich den Mond frisst, manchmal ganz, manchmal nur ein Stück. Das würde erklären, warum der Mond manchmal rund und groß, manchmal nur eine kleine Sichel ist!« Kurios: In uralten Mythen der Chinesen kommt eine dreibeinige Kröte vor, die auf dem Mond lebt und die für die unterschiedlichen Mondphasen verantwortlich gemacht wird.

Foto 2: Ritualtanz mit geheimer Bedeutung

Im christlichen Europa hatten Kröten einen überaus schlechten Ruf. Sie wurden in Verbindung mit dem Teufel selbst und mit Hexenzauberei gebracht. Im nordfranzösischen Arras kam es anno 1459 zu einem Hexenprozess. Eine junge Frau hatte die intimen Avancen eines Möchtegernliebhabers zurückgewiesen, der sie dann der Hexerei bezichtigte. Unter schwerer Folter gestand sie, was man von ihr hören wollte. So gab die junge Frau, um weiteren Torturen zu entgehen, zu Kröten mit gestohlenen geweihten Oblaten gefüttert zu haben. Die Körper der so gemästeten Kröten habe sie zu einer Salbe verarbeitet, mit der sich Hexen einschmierten, um fliegen zu können. Unter der Folter bezichtigte die »Hexe« dann zwölf weitere Frauen. Alle fanden auf dem Scheiterhaufen den Tod.

Foto 3 Vor über 50 Jahren ...
Was im christlich verbrämten Aberglauben verteufelt wurde, ging häufig auf vorchristliche, sprich heidnische Vorstellungen zurück. In der Welt des Christentums war die Kröte eine am Boden kriechende, im Erdreich hausende Verbündete des Teufels. Bei den Kelten hingegen wurde die Kröte sehr positiv gesehen, nämlich als eingeweihte Weise und Lehrerin, als Überbringerin von uralten, wichtigen Wahrheiten um Leben und Tod. Sie allein konnte den Weg ins Erdreich, ins Reich der Toten, zur Erdgöttin weisen. Sie allein wusste, wie man zur Göttin kommen konnte.

Kröten als Wächterinnen zu einer anderen Wirklichkeit? Kröten als Teil einer Hexensalbe, die man sich auf den Leib schmierte, um fliegen zu können? Was wie tumber Aberglaube anmutet, kann einen wahren Kern haben. Bestimmte Krötenarten wie die Colorado-Kröte sondern ein milchig weißes Sekret ab, das von seiner chemischen Struktur dem Rauschgift LSD gleicht. So gibt es in amerikanischen Drogenkreisen Spezialisten, die Kröten zur Produktion und Absonderung ihres Sekrets bringen und dann die wenig appetitliche Substanz von den Tieren lecken, um so Drogentausch der besonderen Art zu erleben. Drogenfahnder in den USA wissen, dass sich Süchtige Kröten als »Haustiere« halten, um so in den Genuss von Bufotenin und Dimethyltryptamin, die Wirkstoffe des Krötengifts zu kommen. Die beiden Substanzen gelten als illegale Drogen, die Haltung von Kröten als »Haustiere« freilich ist gestattet. Selten gelingt der Nachweis, dass die Besitzer ihre Tierchen zum Zwecke des Giftableckens halten. Waren »Hexen« in die Geheimnisse des Krötengifts eingeweiht? Genossen sie die spezielle Droge tatsächlich, um »zu fliegen«? Wussten sie, wie man eine Salbe aus Krötengift herstellen kann, die man sich auf die Haut streicht, um Rauschzustände der besonderen Art zu erleben?

Fotos 4-7: Domkröte 1
Der Konsum von Drogen gehörte im Schamanismus zum religiösen Ritual. Alexandra Rosenbohm verfasste zu diesem heute brisanten Thema ihre Doktorarbeit »Halluzinogene Drogen im Schamanismus«. Drogen waren für Schamanen die Schlüssel zu einer anderen Welt, zu einer anderen Wirklichkeit. Alexandra Rosenbohm schreibt (2): » Die Ekstase ist durch einen Wechsel von der Alltagswelt in die spirituelle Welt gekennzeichnet. Für den Kontakt mit der spirituellen Welt bedarf es physischer und psychischer Vorbereitungen. Diese und die zu schaffenden Rahmenbedingungen beziehen sich auf das Sammeln, die Zubereitung und die Einnahme der Droge, außerdem auf die dazugehörenden oder zu schaffenden Umstände, wie Anlass, Wahl des Einnahmeortes und des Zeitpunktes.«

Weiter schreibt Alexandra Rosenbohm: »Das gemeinsame Erleben religiöser und mythischer Themen im Rausch und deren Betonung und Prägung durch die schamanische Interpretation soll zur Stabilisierung des jeweiligen Weltbildes beitragen. Insofern tragen diese Erlebnisse auch zur kulturellen Identität bei. Dies gilt ebenso für die nicht-kollektiven Zeremonien, an denen neben dem Schamanen auch der zu behandelnde Patient oder andere Stammesmitglieder das Halluzinogen einnehmen.«

Sollten die steinernen Wesen an der Marien- und an der Adamspforte nicht vielleicht doch ursprünglich Kröten dargestellt haben?

Der Dom zu Bamberg wurde auf einer uralten Quelle gebaut, die wohl schon zu vorchristlichen Zeiten als heilig angesehen war. Quellheiligtümer standen in direkter Verbindung mit der Erdgöttin, die wiederum Teil der weiblichen Dreifaltigkeit war: Werden, Leben und Vergehen. Geburt, Leben, Tod. Schon vor Jahrtausenden standen weibliche Göttinnen-Triaden für diesen ewigen Kreislauf des Seins. Hans Biedermann schreibt in seinem Standardwerk »Knaurs Lexikon der Symbole« (3) ausführlich über die Kröte als Symbol. Da heißt es: »In Europa war die Kröte seit der Antike einerseits ein verachtetes Tier ›voll bösen Zaubers ›voll bösen Zaubers‹, andererseits aber auch ein Symbol der Gebärmutter, und Krötenplastiken wurden oft bei Frauenleiden als Votivgegenstand in Wallfahrtsorten dargebracht.«

Fotos 8-11: Domkröte 2
Im Internet-»Symbollexikon« lesen wir: »Die Kröte mit ihrer polaren Symbolik, einerseits als Tier der Erdmutter, das Fruchtbarkeit und Wachstum (Schwangerschaft) ermöglicht, anderseits als Hexentier, das mit Gift, Vergiften und Tod verbunden wird, ist wie alle Tiere, die in Zusammenhang mit der großen Mutter stehen, ein Orakeltier und gehört zum Archetyp des Mütterlich/ Weiblichen.«

Keine Frage: Die Kröte war wichtiges, positives Symbol in heidnischen Göttinnenkulten und wurde vom Christentum verteufelt. Die Kröte als das Symboltier der Göttin lässt sich nicht so einfach in den Orkus des Vergessens versenken. Dafür war sie schon viel zu lange geheiligtes Tier, was Hans Biedermann deutlich macht (3): »Nicht selten wurde die Kröte wegen ihres auffälligen Gestaltwandels auch mit dem Ideenkomplex von Auferstehung und Wiedergeburt in Verbindung gebracht, wie prähistorische Felsbilder … wahrscheinlich machen.«

Es ist an der Zeit, die heidnische Vergangenheit christlicher Symbole offenzulegen. Besuchen wir mit offenen Augen alte Gotteshäuser, dann werden wir immer wieder die heidnischen Wurzeln christlicher Symbolik erkennen, die sehr viel älter als das Christentum sind. Die Sonne stand hoch am wolkenlosen Himmel von Durango, Colorado. Wir wurden Zeugen von Tänzen, die Nachkommen der Anasazi aufführten. Wir kamen ins Gespräch, auch über die Bedeutung des Symboltiers Kröte. Ein würdiger alter Mann, der sich in der Nachkommenschaft der Anasazi sah, vertraute uns manches an: »Die Kröte steht für die Muttergöttin. Kröten sind Botinnen aus dem Reich der Muttergöttin. Wenn wir zuhören, weiht sie uns ein in Botschaften der Göttin. Wer auf diese Botschaften hört, wird Mutter Erde nicht weiter zerstören!«

Foto 12: Indianertänze
Fußnoten

1) Jobes, Gertrude und Jobes, James: »Outer Space: Myths Name Meanings Calendar/Myths, Name Meanings, Calendars from the Emergence of History To The Present Day«, New York und London 1964
2) Siehe hierzu: Rosenbohm, Alexandra: »Halluzinogene Drogen im Schamanismus. Mythos und Ritual im kulturellen Vergleich«, Reimer Dietrich Verlag, Berlin 1991
3) Biedermann, Hans: »Knaurs Lexikon der Symbole«, München 1989, Artikel »Kröten«, S. 255-256

Zu den Fotos
Foto 1: Die Ruinen von Mesaverde. Foto: Walter Langbein sen.
Foto 2: Ritualtanz mit geheimer Bedeutung. Foto: Walter Langbein sen.
Foto 3:  Vor über 50 Jahren ... Foto: Walter Langbein sen.
Fotos 4-7: Domkröte 1 an der Marienpforte. Foto 4, erstes Foto oben, Querformat, wiki commons Johannes Otto Först. Fotos 5-7: Walter-Jörg Langbein
Fotos 8-11: Domkröte 2 an der Adamspforte. Foto 8, ganz oben, Querformat, wiki commons Reinhard Kirchner, Fotos 7-11
Foto 12: Indianertänze. Foto Walter Langbein sen.

354 »Heinrich II., Napoleon, Adolf Hitler und die Lanze des Longinus«,
Teil  354 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 30.10.2016

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Sonntag, 19. Dezember 2010

48 »Mysteriöses Mesaverde«

Teil 48 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der mysteriöse Klippenpalast im Tafelberg
Foto: Walter Langbein sen., 1963
Die Hitze war unerträglich. Wie ein bösartiger Feuerball stand die Sonne am Himmel. »Gleich sind wir da...«. Ein Schild verkündete: »Entrance Mesaverde National Park.«. Doch erst nach gut zwanzig Kilometern wurden wir nach strapaziösen Stunden belohnt. Vor uns lag so etwas wie eine Geisterstadt, versteckt in einer gewaltigen Felsnische. Da waren Türme zu erkennen, runde und eckige ... im wohltuenden Schatten. Da gab es eigenartige Rundbauten, oben offen. Holzleitern lehnten an Mauern, Holzleitern ragten aus Öffnungen in steinigem Boden. Wo waren die Menschen, die die so einfachen und doch so schönen Behausungen bewohnten?

Ich nahm ein Fernglas zur Hand, wanderte mit den Augen von Fenster zu Fenster, von Turm zu Turm, von Leiter zu Leiter ... nirgendwo war auch nur eine Menschenseele zu entdecken ... in der mysteriösen Geisterstadt von Mesaverde, vor Ewigkeiten in diesem gewaltigen Felsspalt hineingebaut. Hielten alle Bewohner Siesta?

Bereits 1874 hatte William Henry Jackson im Südwesten des US-Staates Colorado an einer wissenschaftlichen Expedition teilgenommen. Es galt, geologische Untersuchungen vorzunehmen. Jackson entdeckte im Mesaverde-Plateau seltsame, erstaunlich gut erhaltene Ruinen. Er fotografierte sie und veröffentlichte sie später in einigen lokalen Tageszeitungen. Rasch wurde die Entdeckung wieder vergessen.

Blick auf den Tafelberg
Foto: Herty Langbein, 1963
Der Mann mit Hut - mein Vater
Vierzehn Jahre später, im Dezember des Jahres 1888, stießen Richard Wetherill und Charlie Mason, zwei Farmer, auf die Ruinen. Die beiden Farmer waren auf der Suche nach entlaufenen Rindern. Die beiden Cowboys glaubten erst ihren Augen nicht trauen zu können. War dies eine Fatamorgana? Oder hatten sie so etwas wie einen steinernen Palast der Indianer ausfindig gemacht? Die gesuchten Rinder waren sofort vergessen. Richard Wetherill und Charlie Mason wollten unbedingt die Ruinen erkunden.

Beim Pflügen von Feldern hatten sie immer wieder schöne Keramiken, Steinäxte und Pfeilspitzen indianischen Ursprungs gefunden. Die beiden Farmer waren davon überzeugt, dass es irgendwo so etwas wie ein unentdecktes indianisches Zentrum gegeben haben musste. Hatten sie es nun entdeckt? Immer wieder hatten sie jetzt das mysteriöse Mauerwerk vor Augen ... und verloren es immer wieder aus dem Blick. Sie kämpften sich durch unwegsame Nebencanyons, überwanden dorniges Gestrüpp. Als sie schon aufgeben wollten, standen sie fast unmittelbar vor der Ruinenstadt.

Eben noch hatten sie es nicht abwarten können, das uralte Mauerwerk zu erkunden. Und jetzt wurden sie von einer eigenartigen Scheu befallen. »Es war, als würden wir geheiligten Boden entweihen.« notierten sie später. Richard Wetherill hielt fest: »Uns war so, als könnten wir die Bewohner noch sehen. Wir konnten sie bei der Arbeit beobachten, das Gebell ihrer Hunde und das Schreien der Truthähne hören.«

Besucher im mysteriösen Klippenpalast
Foto: Walter Langbein sen.
Die Frau mit Hut links im Bild - meine Mutter
So war es Richard Wetherill und Charlie Mason anno 1888 ergangen. Ganz ähnliche Empfindungen hatte ich im Jahr 1963. Damals lebten die Langbeins – meine Mutter Herty, mein Vater Walter, mein Bruder Volker und ich – ein Jahr lang in den USA in Michigan. Mein Vater unterrichtete an der »Lakeshore Highschool«, als Austauschlehrer für einen amerikanischen Kollegen. Wir unternahmen ausgedehnte Reisen durch die USA, besuchten alle Staaten. Als glühender Fan von Karl May wollte ich unbedingt historische Stätten der Indianer besuchen ... und so stand ich, als Neunjähriger, staunend vor den geheimnisvollen Ruinen von Mesaverde...

Im Südwesten des US-Staates Colorado erhebt sich das Plateau des Mesaverde, des »Tischbergs«. 600 Meter hoch ist der Tafelberg, rund 24 mal 32 Kilometer groß. In meinem Buch »Bevor die Sintflut kam« (1) schrieb ich: »Der schon aus der Ferne majestätisch anmutende Berg birgt ein Geheimnis. In seinem Inneren versteckt sich eine alte, ruinenhafte Geisterstadt. Sie schmiegt sich tief in eine 155 Meter lange und 30 Meter breite Felsnische ... Sie erinnert an einen modernen Apartmentkomplex. Rund 250 Räume sind zu einer verschachtelten Einheit zusammengefügt. An der Sonne gebrannte Lehmziegel wurden als Baumaterial benutzt. Wie Zellen einer gigantischen Bienenwabe fügen sich die Wohneinheiten ineinander. Viele bestehen nur aus einem einzigen Raum, nicht wenige sind unterkellert. Unterirdisch angelegte Räume dienten anscheinend rituell-religiösen Zwecken, haben nur eine einzige Öffnung. Sie diente als Ein- und Ausgang, ja als Fenster und Schornstein.«

Die Ruinenstadt bietet Rätsel über Rätsel. Wann wurde sie von ihren Bewohnern, den Anasazi, verlassen, und warum? Wir wissen es nicht wirklich. Spuren von kriegerischen Auseinandersetzungen gibt es keine. Raffte eine Epidemie die Bewohner dahin? Auch dafür ließen sich keine archäologischen Belege finden. Schuld an unserem geringen Kenntnisstand trägt vor allem der schwedische »Archäologe« Baron Gustav Nordenskjold. Der Mann tauchte anno 1891 vor Ort auf und plünderte die Ruinen planmäßig aus. Fünf Jahre lang trieb er sein Unwesen. Erst 1906, viel zu spät, wurde ihm Einhalt geboten. Bis dahin hatte er gut erhaltene Funde zentnerweise außer Landes geschafft. Im gleichen Jahr wurde ein »Gesetz zum Schutz von Altertümern« erlassen und der »Mesaverde Nationalpark« ins Leben gerufen. 26.000 Hektar ist er groß. Über 5.000 Ruinen aus indianischen Zeiten gehören zum Park. Sein Zentrum aber ist ohne Zweifel der mysteriöse »Klippenpalast«.

Die Mauern von Mesaverde geben Rätsel auf
Foto: Walter Langbein sen.
Knabe im Vordergrund: der Verfasser
Wann wurde er in den Berg gebaut? Vor 800 Jahren? Oder vor 1000? Schon im 6. Jahrhundert wurde der Tafelberg von Anasazi besiedelt. Wann bauten sie die Behausungen in den Tafelberg? Geschah dies erst im 12. Jahrhundert, wie heute angenommen wird? Wurden sie damals von Feinden bedrängt, so dass sie Schutz im Berg suchten? Oder bot das Versteck Schutz vor Wetterunbilden?

Wann kletterten die ersten Menschen, lange vor den Anasazi, in den gewaltigen Spalt von Mesaverde? Nach meinen Recherchen gibt es Hinweise auf Bewohner aus der Zeit um Christi Geburt. Waren sie die ersten?

Seit mehr als dreißig Jahren bereise ich die Welt, stets auf den Spuren der großen Geheimnisse unseres Planeten. Eine meiner aufregendsten Reisen in die Vergangenheit durfte ich als achtjähriger Knabe erleben. Aus der glutheißen Hitze der Wüste kommend kroch ich in die Behausungen der Anasazi. Und plötzlich war ich von angenehmer Kühle umgeben. Mitten im Tafelberg haben die Menschen so etwas wie ein wohlklimatisiertes Paradies gefunden. Feinde dürften ihr Versteck über viele Jahrhunderte hinweg übersehen haben. Wer oder was hat die Klippenbewohner besiegt?

Die Anasazi konnten nur auf höchst gefährlichen, ja halsbrecherischen Wegen ihre Behausungen im Berg erreichen. Sie mussten senkrechte Felswände emporklettern, in die sie Löcher geschlagen hatten, um mit Händen und Füßen besser Halt zu finden. Heute haben es Touristen sehr viel einfacher. Für uns Besucher wurde ein bequemer Zugang geschaffen. Nachdem die indianische Kultur von den amerikanischen Siedlern verachtet, nachdem die amerikanischen Ureinwohner bekämpft und fast ausgerottet wurden, wird heute versucht, das indianische Erbe zu erhalten. Gruppenweise werden Besucher heute durch den Klippenpalast geführt, um Schaden durch Massenandrang möglichst zu verhindern.

Die Nachkommen der einstigen Ureinwohner aber führen auch heute noch ein meist trauriges Dasein. Die »Entdeckung« Amerikas erwies sich für die Bewohner weniger als »schwarzer« dann als blutroter Tag......

Fußnote
(1) Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam - Von Götterbergen und Geisterstädten, von Zyklopenmauern, Monstern und Sauriern«, München 1996 (Originalausgabe), S. 123 f.




»Die Gruft von Palenque«,
Teil 49 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26.12.2010

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