Es dürfte kaum jemanden geben, den diese Nachricht nicht berührt hätte. Ob jung oder alt: Loriot wird uns allen fehlen. Der Meister des feinsinnigen Humors hat den Zeichenstift für immer aus der Hand gelegt. Seine Sketche, Filme und Zeichnungen sind längst zum Allgemeingut geworden. Ohne ihn jemals zu denunzieren, hat Loriot dem deutschen Spießer einen liebevollen Spiegel vorgehalten und so manchen Deutschen humorvoll mit seiner eigenen Mentalität versöhnt. Ob Opa Hoppenstedts bizarre Hingabe zur Militärmusik, das köstliche Badewannengespräch zwischen Herrn Müller-Lüdenscheid und Herrn Dr. Klöbner (»Mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht!«) oder das von Frau Berta Paniplotzki übersandte Klavier: Loriot nahm des Deutschen skurrilste Eigenschaften unter eine satirische Lupe und sparte auch nicht mit Seitenhieben auf das ewige Thema Mann und Frau. Sketche, für die er in Evelyn Hamann eine kongeniale Partnerin fand.
Loriots zahlreiche Begabungen gaben ihm viele Ausdrucksmöglichkeiten: Schauspielerisches, literarisches und zeichnerisches Talent, gepaart mit hoher Musikalität, standen ihm virtuos zur Verfügung. Mit den großen Klassikern aus Literatur und Musik war er bestens vertraut, und so schöpfte er aus dem Vollen. Fügte Wagner, Goethe oder Schiller mit leichter Hand ein in seine unverwechselbare Galerie der Knollennasenmännchen und dirigierte auch schon mal die Berliner Philharmoniker auf eine nie zuvor gesehene Weise.
Vicco von Bülow ist gestorben. Doch Loriot wird ewig weiterleben …
Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!
