Sonntag, 6. Juni 2010

21 »Das weiße Pferd von Uffington«

Teil 21 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
Von Walter-Jörg Langbein


Frühjahr 1969. Von London aus bin ich mit Zügen und Bussen in die Grafschaft Oxfordshire gereist. Je näher ich mich an »District Vale« heranarbeitete, desto schlechter wurde das Wetter. An einer Bushaltestelle griff mich ein mitfühlender Autofahrer auf, nahm mich ein Stück mit. Am Ziel angekommen, erkundigte er sich, ob ich denn wirklich aussteigen wolle. Denn inzwischen goss es in Strömen. Ich wollte mich durch ein nahendes Gewitter nicht aufhalten lassen. Zum »weißen Pferd von Uffington« sei es nun auch nicht mehr weit, vertröstete mich der Mann. Am besten würde ich jenem Feldweg folgen. Er würde an einer Hecke enden. Hinter der Hecke würde ich ein Wäldchen erkennen. Nun müsse ich nur noch auf dieses Wäldchen zuhalten... dann könne ich das »weiße Pferd« nicht verfehlen.

Ich bedankte mich und marschierte los. »Lass dich nicht vom Drachen erwischen!« rief mir der Fahrer hinterher. Dann hörte ich, wie er die Autotür zuschlug und davonfuhr. Was hatte er wohl gemeint?

Bei jedem Schritt schien es dunkler zu werden. Pechschwarze Wolken und eine offenbar ausbrechende neue Sintflut erschwerten mein Weiterkommen stark. Immer wieder rutschte ich aus, fiel in kalten Matsch. Endlich ertastete ich eine Hecke mehr als ich sie wirklich sah. Ich kroch hindurch, wobei ich mir einige schmerzhafte Kratzer zuzog. Dunkel zeichnete sich ein düsteres Wäldchen ab. Ich wähnte mich schon am Ziel. Schnurstracks lief ich auf das Wäldchen zu. Ich kletterte und kroch einen steilen Abhang hinauf, stieg über den einen oder den anderen Graben... und stand plötzlich vor dem Wäldchen. Vom »weißen Pferd von Uffington« entdeckte ich keine Spur. Hatte mich der freundliche Autofahrer in die Irre geführt? Hatte ich ihn falsch verstanden? Ich suchte und suchte.. und fand nichts. Schließlich gab ich resigniert auf und machte mich auf den Rückweg.

Per Anhalter wollte ich zurück nach London kommen... doch kein Autofahrer nahm mich mit. Ob das daran lag, dass ich lehmverschmiert am Straßenrand stehend... und das bei nach wie vor strömendem Regen und abendlicher Dunkelheit.. keinen unbedingt vertrauenserweckenden Eindruck machte? Schließlich erbarmte sich ein Bauer meiner. Ich erzählte ihm von meiner Pleite. Mein Bericht löste bei ihm wahre Heiterkeitsausbrüche aus. Als er endlich wieder klar sprechen konnte... verstand ich seine Reaktion. Die Gräben, über die ich in der zunehmenden Dunkelheit geklettert war... diese Gräben bildeten das legendäre »weiße Pferd von Uffington«. Ich muss mehrfach über die Riesenzeichnung gestiegen sein... ohne es zu bemerken!

Das »weiße Pferd von Uffington« hat riesige Ausmaße: Es ist fast 110 Meter lang und fast 40 Meter breit. Man kann es am ehesten mit den Scharrzeichnungen von Nasca vergleichen: In der Wüste Perus wurde die dunkle Erdschicht entfernt, so dass der hellere Untergrund zum Vorschein kam. Um das »weiße Pferd« in den Boden zu zeichnen, hat man Gräben von 50 bis 90 Zentimeter Tiefe gegraben... bis der weiße Kalk unter dem Erdreich zum Vorschein kam. Aus der Luft betrachtet sieht man das Bildnis eines »Pferdes«: weiß »gezeichnet« in grün-braune Wiese.

Fast sieht es so aus, als habe es in Südengland ein kurios anmutendes Hobby gegeben: das Erschaffen von riesengroßen Pferdebildern mitten in der Natur. Einige Beispiele für »weiße Pferde« seien genannt. Die Kunstwerke entstanden zwischen 1780 und 1937.

Oldbury (auch Cherhill): 1780
Pewsey: 1785
Marlbourough (auch Preshute): 1804 (renoviert 1873)
Alton Barnes: 1812
Broad Hinton (auch Hackpen): 1838
Devizes: 1845
Broad Town: 1863
Ham Hill (auch Inkpen): 1860
Pewsey: 1937


Das »weiße Pferd« von Cherhill, zum Beispiel, wurde 1780 von Dr. Christopher Alsop aus Calne in Auftrag gegeben. Die Ausmaße waren beachtlich: Länge 67 Meter, Breite 50 Meter. Dr. Alsop, im Volksmund »der verrückte Doktor« genannt, beaufsichtigte 1780 die Herstellung der großen »Scharrzeichnung« - aus der Distanz. Per Megaphon schrie er den Arbeitern Befehle zu, die auf seine Anweisungen hin die Torfschicht abtrugen... bis die darunter liegende Kreide zum Vorschein kam. In den Jahren 1935 und 2002 wurde das Werk restauriert.

Richtig ist, dass von Ende des 18. bis ins 20. Jahrhundert hinein im Süden Englands »weiße Pferde« geschaffen wurden. Unbestritten ist aber, dass das Riesenbildnis von Uffington sehr viel älter ist. Wann wurde es kreiert?
Francis Wise, renommierte Bibliothekar, veröffentlichte 1742 ein Werk über das weiße Pferd von Uffington. Es trug den etwas umständlich klingenden Titel »Further Observations upon the White Horse and other antiquities in Berkshire« (zu Deutsch etwa »Weitere Beobachtungen zum Weißen Pferd und anderen Altertümern in Berkshire«.

Nach Wise war König Alfred der Initiator: 871 n.Chr. besiegten König Alfred Truppen die Dänen bei Ashdown. Daran sollte bis in alle Ewigkeit das »weiße Pferd« erinnern.
John Aubrey und Thomas Baskville indes sahen bereits im 17. Jahrhundert einen Stammeshäuptling namens Hengist, Anführer der Sachsen, Angeln und Jüten, als geistigen Vater des »Riesendenkmals« an: Zusammen mit seinem Bruder Horsa soll Hengist bereits um 450 im Südosten Englands eingefallen sein. Mit großem Geschick und harter Brutalität sollen die Brüder als Anführer germanischer Stämme das Land erobert haben. Und beide haben angeblich schließlich Ende des vierten oder zu Beginn des fünften Jahrhunderts das Bildnis von Uffington in den Boden graben lassen. Angeblich hatte Hengist ein weißes Pferd in seiner Standarte geführt haben.
Nun gibt es ein Problem: Das »Pferd von Uffington« ist – wie andere Bilder von Pferden oder Riesen im Süden Englands – eine Art Scharrbild.

Es wurde aber nicht wie die Geogplyphen Südamerikas in knochentrockenen Wüstenboden gekratzt, sondern in weichen Boden gegraben. Gras und Humusschicht wurden entfernt. Es wurden Gräben ausgehoben – bis zur darunter liegenden Kalkschicht. Je älter so ein Kunstwerk ist, desto größer ist die Gefahr, dass es irgendwann einmal zuwächst. Wird es dann später rekonstruiert, so ist das alles andere als einfach. Werden wirklich die richtigen Stellen des Kalkfelsens vom Erdreich befreit? Wird wirklich so ein Bild wieder hergestellt... oder wird es verändert?

Selbst wenn so ein Riesenbild über Jahrhunderte regelmäßig gepflegt wird, können sich Veränderungen ergeben. Solche Veränderungen können versehentlich erfolgen, wenn unsauber gearbeitet wird. Sie können aber auch ganz bewusst vorgenommen werden, etwa wenn ein heidnisches Bild christianisiert wurde. Prof. Hans Schindler-Bellamy, Archäologe aus Wien, im Interview mit dem Verfasser: »Die Darstellung eines heidnischen Fabelwesens galt als Teil uralter Volksfrömmigkeit. Epona, zum Beispiel, war in vorchristlichen Zeiten eine Fruchtbarkeitsgöttin. Sie wurde als attraktive Frauengestalt hoch zu Ross dargestellt!«

Es ist durchaus denkbar, dass das »weiße Pferd von Uffington« einst in vorchristlichen Zeiten im Rahmen eines Epona-Kults entstand... und dass in christlichen Zeiten eine Umgestaltung vorgenommen wurde. Alles, was an die Muttergottheit Epona erinnerte, wurde »wegrestauriert«.

Anne Ross, Autorin mehrerer Bücher über die Kelten, sieht das »Uffington-Pferd im Kontext eines vorchristlichen Kults. In ihrem Buch »Pagan Celtic Britain« (etwa: Heidnisch-keltisches England), 1967 erschienen, stellt sie die These auf, dass keinem militärischen Sieg eines Königs, sondern der Göttin Macha gehuldigt werde.
Macha entstammt der irischen Mythologie und war den Vertretern der jungen christlichen Kirche ein großes Ärgernis. Die Göttin Macha bildete mit Badb und Morrigan eine weibliche Trinität. Für die christlichen Missionare war das Blasphemie pur. Es durfte nur die christliche Trinität, bestehend aus Gottvater, Gottsohn und Heiligem Geist, geben.

Sollte also das »weiße Pferd von Uffington« auf ein sehr altes Original zurückgehen, das in vorchristlichen Zeiten geschaffen wurde? Bei meinen Recherchen in Bibliotheken stieß ich auf die Schriften des »Newsbury and District Fieldclub«. In »Transactions« (Band XI, No. 3, 1967) wurden die Ergebnisse gründlicher Untersuchungen des »Uffington Pferdes« publiziert. Demnach hatte das Original, also das ursprüngliche Riesenbild, ganz anderes Aussehen als das spätere, also jüngere »Pferd«. Wie das groß angelegte Kunstwerk einst wirklich aussah, lässt sich demnach nicht mehr rekonstruieren. Wahrscheinlich war es einst eine Art Fabelwesen mit mehreren Köpfen und mehr als vier Beinen.

Unweit des »Pferdes von Uffington« gibt es einen »sakralen Ort« mit christlicher Historie: auf einem Hügel, so heißt es, habe einst der »Heilige Georg« seine Heldentat vollbracht. Just hier sei es ihm gelungen, den legendären Drachen zu töten. Liegt es da nicht nahe, dass das »weiße Pferd« einst.... ein Drache war? Die Sachsen, so heißt es in der Überlieferung, hätten das »Pferd« als stilisierten Drachen gesehen! Wie könnte dieses Fabelwesen ausgesehen haben? Etwa so?

Religionsgeschichtlich betrachtet ist der Sieg des christlichen Heiligen über den Drachen weit mehr als ein frommes Märchen. Der besiegte Drache steht für die einstens mächtige Muttergottheit, die dem patriarchalischen Christentum weichen musste.

Heute stimmen die meisten Experten darin überein, dass das Urbild des »weißen Pferdes von Uffington« zwei oder drei Jahrtausende alt ist... also aus vorchristlichen Zeiten stammt. Es könnte also in etwa zur gleichen Zeit erschaffen worden sein, als die ältesten Zeichnungen in den Wüstenboden Perus gescharrt wurden: die riesenhaften Bilder von Menschen, menschenähnlichen Wesen, Tieren und geometrischen Figuren.

In den vergangenen 30 Jahren unternahm ich viele spannende Reisen: zu den großen Rätseln unseres Planeten. Manche dieser Exkursionen führten mich nicht in ferne Länder... sondern in die geheimnisvolle Welt der Bibel. Immer wieder erlebte ich in fernen Ländern, dass die Wirklichkeit anders aussieht als in den Lehrbüchern. Auch in der Bibel finden sich Geheimnisse, die fast niemand kennt!
So fängt die Geschichte der Welt in der Bibel nicht mit dem berühmten Schöpfungsbericht an. Bevor Jahwe sein Werk beginnen konnte, musste er erst ein vermeintliches »Meeresmonster« besiegen. Im Buch Hiob (Kapitel 26, Vers 12) wird dieser Sachverhalt kurz angesprochen: »Durch seine Kraft hat er (Gott) das Meer erregt, und durch seine Einsicht hat er Rahab zerschmettert.« In der babylonischen Mythologie ist Rahab ein Meeresdrachen namens Tiamat. Tiamat aber war eine der ältesten Gottheiten überhaupt, nämlich die große Meeresgöttin. Als »Tehom« tritt die Meeresgöttin auch im »Alten Testament« auf, allerdings nur im hebräischen Original, nicht in den Übersetzungen der christlichen Interpreten. Die Übersetzer wussten mit der uralten Göttin nichts anzufangen. Sie ließen sie hinter Umschreibungen verschwinden.

»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.« So, oder so ähnlich, werden für gewöhnlich die ersten Sätze des »Alten Testaments« übersetzt. Korrekter ist die berühmte »Elberfelder Bibel«: »Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer und Finsternis war über der Tiefe.« Auch die Schlachter-Übersetzung bietet Finsternis, die über der Tiefe lag... wie auch schon die legendere lateinische Übersetzung fast zwei Jahrtausende früher von »abyssus«, also von »Abgrund« spricht.

Im hebräischen Original finden wir »Tehom«. Und das alttestamentarische »tehom« weist auf die babylonische Meeresgöttin Tiamat, Mutter aller Götter und Göttinnen, hin!

Das »weiße Pferd von Uffington«... war es einst das Symbol einer großen Göttin, die dem christlichen Glauben weichen musste? Im Verborgenen scheint sie aber weiter zu existieren. Bei meinem missglückten »Besuch« in Uffington anno 1969 suchte ich vergeblich nach dem Fabeltier... und kletterte in der Dunkelheit eines sintflutartigen Regens darüber hinweg.

»Lass dich nicht vom Drachen erwischen!« hat mir damals ein freundlicher Autofahrer nachgerufen. Heute, mehr als vier Jahrzehnte später, verstehe ich, was er gemeint haben mag. Ich bin damals dem Drachen von Uffington entkommen.... Ja ich habe ihn gar nicht bemerkt.

Abbildungen 2 und 3: veröffentlicht auf Wikipedia unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation

»Am Tor zur Südsee«,
Teil 22 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13.6.2010



Samstag, 5. Juni 2010

Samstagsrezension Helga König: Die Welt des Honigs- Simone Hoffmann

In jüngster Zeit habe ich einige Gartenbücher besprochen und möchte heute damit korrespondierend  Simone Hoffmanns „Die Welt des Honigs“ rezensieren. Das hochinformative Buch ist reich illustriert. Immer wieder  kann man Sentenzen bekannter Persönlichkeiten über die Bienen und ihren Honig lesen. Damit wird dokumentiert, dass Bienen und Honig seit alters her faszinierende Studienobjekte waren. Ich möchte  meiner Rezension deshalb einen Gedanken Siddhartha Gautamas vorwegschicken, den ich im  vorliegenden Buch entdeckt habe: “ Der seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammele deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.“

Zunächst wird man über die Geschichte des Honigs, dem ältesten Süßungsmittel der Welt unterrichtet. Bienen gibt es bereits seit über 50 Millionen Jahren. Als die Menschen sesshaft wurden, integrierten sie die Bienenvölker in ihre Siedlungen (vgl.: S. 14). Überall, wo sich die Bienen niederließen, war die Vegetation fruchtbar. So wurde Honig zum Symbol der Fruchtbarkeit. Bei den Germanen war der Honig so wertvoll, dass man einen Teil seiner Steuern als Honigzins begleichen konnte. Auf Festen durfte der Honigwein „Met“ nicht fehlen.  Das Wort Honig leitet sich aus dem „Indogermanischen“ ab, es bedeutet der „ Goldfarbene“.

Geht man in  der Geschichte weiter zurück, erfährt man, dass im  alten Ägypten der Honig als Speise und Geschenk der Götter, zeitgleich aber auch als Herrschaftssymbol der Pharaonen, Zahlungsmittel und Medizin gegolten hat. Aufgrund von Wandzeichnungen  und Schriften weiß man, dass die Ägypter bereits 3200 v. Chr. über hochentwickelte Methoden der Bienenhaltung verfügten, (vgl.: 17).  Bei den Ägyptern entsprach im Jahre 3000 v. Chr. der Wert eines Topfes Honig dem Preis eines Esels.

Die Griechen glaubten, dass die Bienen die Boten der Götter seien. Hippokrates verordnete Honig gegen Fieber, Verletzungen und Geschwüre. Platon sagte man nach, dass er in seiner Kindheit von Bienen genährt worden sei. Die Bienen galten als Symbol des göttlichen Funkens, der großen Persönlichkeiten von den Göttern verliehen worden war und Aristoteles führte in seinen politischen Lehren die Staatenbildung der Bienen vergleichend an.

An einer Stelle der historischen Abhandlung habe ich gelesen, weshalb Bienen Sinnbild des Glaubens waren und wieso sie zeitgleich auch ein Symbol der Macht  darstellten. Dass Karl der Große ein Bienenfreund war, wusste ich bislang nicht und ebenso unbekannt war mir bislang, dass der Krönungsmantel Bonapartes Bienenmotive enthielt.

Simone Hoffmann berichtet im 2. Kapitel über die  Leistung der Bienen. Um 1 kg Honig zu erzeugen, fliegt ein Bienenvolk  10 bis 15 Millionen Blüten an und bestäubt sie dabei. Daran sollten Sie denken, wenn Sie Honig verspeisen und Ihre Blumen im Garten lachen sehen oder  ihren Kindern die ersten Kirschen liebevoll an die Ohren hängen. Für 1 kg Honig werden 10 000 Bienenarbeitstage benötigt. Dabei legen die Sammlerinnen eine Strecke von 250 000 Kilometer zurück, (vgl.: S. 34).

Interessant sind die Informationen, die man zum Bienenvolk erhält. Der schwedische Naturforscher  Carl von Linné gab der heimischen Honigbiene 1758 den Namen „Apis mellifera“(die Honigtragende). Alsbald erkannte er aber , dass Bienen in Wahrheit keinen Honig tragen, sondern den gesammelten Blütennektar in ihrer Honigblase zu Honig umwandeln. Die Mutter aller Bewohner des Bienenstaates ist die Königin. Sie erreicht ein Alter von bis zu 5 Jahren und legt bis zu 2000 Eier pro Saison. 90 % der Bienen sind Arbeiterinnen. In jeder Altersstufe verrichtet die Arbeiterin bestimmte Aufgaben, über die die  Autorin  den Leser nicht im Ungewissen lässt.

Sehr  spannend fand ich  Infos im Hinblick der Bienensprache. Der Tanz der Bienen  ist eine bemerkenswerte Kommunikationsform. Ich erinnerte mich beim Lesen im Biologieunterricht davon gehört zu haben.

Ausführlich erfährt man in der Folge wie Honig entsteht und lernt den feinen Unterschied der Honigsorten kennen. „Blütenhonige“  und „Honigtauhonige“ werden zur Sprache gebracht. Man  erfährt, was sich hinter dem Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“ verbirgt und liest von regionalem Honig. Regionalen Honig sollte man  klugerweise zu sich nehmen. Honig beinhaltet keimhemmende Stoffe und Blütenpollen, die das Immunsystem aktivieren. Hoffmann schreibt, dass in einem Löffel  naturbelassenen Honig sich 20 000 bis 100 000 Pollen befinden.  Sofern der Honig aus der Region kommt, in der man lebt, enthält er genau die Polleninformation , die man benötigt - sprich, die Pollen die man täglich einatmet. Im Gespräch  mit meiner lieben, Münsterländer Freundin Tuna von Blumenstein  bat sie mich den Imker aus der Region, in der sie lebt, zu nennen:  http://www.imker-gsv.de/.  Ich selbst  habe bislang Biohonig aus aller Welt gegessen  und bin mir nicht sicher, ob Honig aus dem Rhein-Main-Gebiet meiner Gesundheit zweckdienlich ist.

Die Autorin stellt viele Honigsorten aus aller Welt vor. Bemerkenswert finde ich hier den Bashkirhonig, den die Bienen aus dem Nektar von über 37 wild wachsenden Heilkräutern produzieren und der eine extrem hohe antioxitative Wirkung  haben soll. Auch der kräuterig herbe Manuhonig aus Neuseeland  weist eine hohe antibiotische Wirkung  aus. Kaffeetrinker werden vom Aroma des Kaffeeblütenhonigs begeistert sein. Auf frischen Brötchen ist dieser streichzarte, cremige Honig   die ideale Begleitung zum Frühstückskaffee.

Man lernt  die Imkerei von Marianne Kehres: http://www.sommerbluete.de/ die Ökologischen Imkerei Christiane Brauns http://www.honigschaetze.de/  und auch den Familienbetrieb Breitsamer http://www.breitsamer.de/  näher kennen, bevor man mit den Geheimnissen des Geschmacks vertraut gemacht wird. Wie schmeckt Löwenzahn- wie der Lindenblüten- und wie der Sonnenblumenhonig? Um nur einige Sorten zu nennen.  Die Autorin verrät es dem Leser, referiert alsdann übers Honigverkosten und stellt Breitsamer „Regionale Spezialitäten" vor.  Vielleicht sollte man nach Südbaden ziehen. Dort sammeln die Bienen den Nektar für einen dickflüssigen Honig mit vollmundig, kräftigem Aroma, das an Hagebutten und Pfirsiche erinnert.

Man erfährt nicht zuletzt auch wie man Honig aufbewahrt und womit man ihn kombinieren kann. Er passt nicht nur zu Milch und Brot, sondern durchaus ebenfalls zu Meeresfrüchten  und Fleisch.

Gefallen hat mir die Erklärung der Redewendungen rund um den Honig, aber auch die abgelichteten Briefmarken, die Bienen zeigen.

Nicht unerwähnt bleiben die  Heilungsmöglichkeiten durch Bienenprodukte, wie etwa Blütenpollen, Geleé Royale- die Speise der Königin-, mittels welcher sogar Impotenz behandelt werden kann und  der Keimkiller Propolis.

Im letzten Kapitel   werden einige bemerkenswerte Honigrezepte von Spitzenköchen vorgestellt. Sehr  gefällt mir das Dessert „ Geeister Lindenhonig-Apfel mit rosa Pfeffer“ und die „Gegrillten Garnelen mit Rettich in Sommerblütenhonig- Marinade.
Ich erlaube mir zum Abschluss meiner Rezension die Zutaten für den „Honig-Fitness-Cocktail“, eine Kreation von Holger Stromberg,  zu nennen. Wie man das Getränk zubereitet erfahren Sie auf Seite 147 des vorliegenden Buches:

2 Tl Orangenblütenhonig                                         
4 cl Aloe-Vera-Saft
1 cl Limettensaft
7 cl Maracujanektar
5 Blatt frische Minze
Eiswürfel
Orangenspirale und Minzblätter.
Man kann diesen Cocktail übrigens mit etwas Prosecco  verfeinern.
Ein Buch, das ich gerne empfehle.


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