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Sonntag, 27. Februar 2011

58 »Steht Cabreras Museum vor dem Aus?«

Teil 58 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 27.02.2011


Prof. Cabrera schließt sein
privates Museum auf
Foto: Walter-Jörg Langbein
So manches Mal habe ich Prof. Javier Cabrera Darquea (1924-2001) besucht. Und jedes Mal war es für mich fast ein magischer Moment, wenn er die Tür zu seinem geheimnisvollen Museum aufschloss. Wenn die Tür aufgedrückt wurde, erschloss sich mir eine fremdartige Welt. Ich betrat ein Museum, das in Teilen mehr einem Horrorkabinett glich. Es war wie in einem Indiane-Jones-Film: der Abenteurer betritt eine fantastisch anmutende Welt.

Auf viel zu engem Raum bewahrte Prof. Javier Cabrera Darquea Steine unterschiedlichster Größen auf. Regale quollen förmlich über von meist schwarzen Steinen in Faustgröße. Am Boden lagen solche in Medizinballgröße... und alle waren sie mit Gravuren versehen. Auf manchen Steinen war nur eine Ritzzeichnung zu sehen. Andere wiederum erzählten in Bilderfolgen faszinierende Geschichten. Es war immer wieder ein Erlebnis, von Prof. Cabrera durch eine faszinierende Welt geführt zu werden. Er tat dies immer voller Elan und mit Begeisterung.

Tausende Steine mit Zigtausenden von Gravuren müsse man, so beteuerte Prof. Cabrera Darquea immer wieder, wie ein Buch lesen. Ich frage mich besorgt: Werden die gravierten Steine bald verstummen... bevor man ihnen richtig zugehört hat? Laut Cabrera ruhen in einem unterirdischen Depot noch sehr viel mehr rätselhafte Objekte. Nur ein Bruchteil der Funde konnte, so Cabrera, in sein Museum geschafft werden. Gibt es dieses mysteriöse Depot wirklich? Wenn es nicht der Fantasie Cabreras entsprungen sein sollte.... wird es wahrscheinlich nie seine Schätze freigeben. Denn Prof. Cabrera nahm das Wissen, wo sich das ominöse Depot befinden soll, mit ins Grab.

Ein Mensch reitet Saurier
Foto: Walter-Jörg Langbein
Die Bibliothek der gravierten Steine erzähle, so der Museumsgründer, fantastisch anmutende Geschichten: Von uralten Epochen unseres Globus, als Menschen und Saurier gemeinsam unseren Planeten bevölkert haben sollen. Ja es soll den Menschen sogar gelungen sein, Saurier zu domestizieren und auf ihnen zu reiten. Eine uralte Kultur sei in graue Vorzeit untergegangen.

Prof. Cabrera Darquea trug seine Thesen über die fantastische Vergangenheit unserer Erde stets mit missionarischem Eifer vor. Sei Museum war sein Leben. Kritik an seinen oft kühn anmutenden Gedanken konnte den sonst sehr umgänglichen Mediziner gelegentlich aufbrausend werden lassen. Allerdings sah er sich immer wieder auch unfairer und unsachlicher Kritik ausgesetzt. Sein Museum wurde auch von Kritikern lächerlich gemacht, die nie auch nur einen Fuß in das mit Fundstücken überquellende Gebäude gesetzt haben. Viele Jahre wäre das möglich gewesen. Seit dem Tod Cabreras aber wurde das immer schwieriger!

Gleiches Motiv in Ton
Foto: Walter-Jörg Langbein
Auf anderen Steinen wurden medizinische Eingriffe dargestellt: keine einfachen Operationen, sondern Organtransplantationen wie Herzverpflanzungen. Gar manches Mal erklärte mir Prof. Cabrera Darquea, wie man die Vielzahl von Einzelbildern wie ein Buch lesen könne: von Sauriern, Menschen und moderner Medizin vor unermesslichen langen Zeiten. Erst als der Gelehrte Vertrauen zu mir gefasst hatte, durfte ich seine »Geheimkammer« betreten. Tausende Figürchen aus gebranntem Ton erzählten die gleichen Geschichten wie die gravierten Steine: von Menschen, die als Zeitgenossen der Saurier lebten... und von komplizierten Operationen in grauer Vorzeit. Kurzum: Prof. Javier Cabrera Darquea wollte die Besucher seines Museums ein Buch lesen lassen, das das Bild von unserer Vergangenheit auf den Kopf stellte.

Nach unserem heutigen Verständnis waren die Saurier nie und nimmer Zeitgenossen des Menschen. Diese Monsterwesen waren nach dem Konsens der Gelehrtenwelt viele Jahrmillionen ausgestorben, als der Mensch auftauchte. Und natürlich wurden erst vor wenigen Jahrzehnten Herzoperation ausgeführt, nicht in grauer Vorzeit. Und doch zeigte Prof. Cabrera Darquea just solche Motive in seinem Museum.

Herzoperation als Steingravur
Foto: Walter-Jörg Langbein
Die Reaktion der Gelehrtenwelt fiel weitestgehend unisono aus: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf... muss es sich bei den Museumsartefakten um Fälschungen handeln. Zu diesem Urteil kamen die Gelehrten in der Regel, ohne auch nur einen Stein oder Tonfigur auch nur in der Hand gehalten zu haben. Als dann Cabrera starb, verlor das Museum seinen wichtigsten Unterstützer. Und dann kam der 15. August 2007. Ein gewaltiges Erdbeben suchte Südamerika heim. Betroffen war hauptsächlich Peru. Aber auch Ecuador, Brasilien und Chile spürten die Ausläufer.

In Peru starben nach amtlicher Zählung »über 510 Menschen« Wie viele Tote insgesamt zu beklagen waren, ist nicht bekannt. Unter den Ärmsten der Ärmsten gab es so manches Opfer, das nie in die Statistik aufgenommen wurde. Allein im Städtchen Pisco wurden 80 Prozent der Häuser zerstört, 200 Tote wurden aus den Trümmern geborgen. Das Hypozentrum des Bebens – es erreichte eine Stärke zwischen 7,5 und 8 – lag vor Südamerika: wo sich die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte schiebt. So entstehen regelmäßig Erdbeben. Ein noch stärkeres Beben könnte sehr wohl eine gewaltige Flutwelle auslösen und ein ganzes Land, ja einen Kontinent verwüsten.

Herzoperation in Ton gebrannt
Foto: Walter-Jörg Langbein
Auch Ica wurde vom Erdbeben heimgesucht: Prof. Cabreras Museum wurde beschädigt. Gravierte Steine zerbrachen oder wurden zumindest beschädigt.

Wie überstanden die so leicht zerbrechlichen Tonfiguren die Katastrophe? Trotz intensiver Recherche konnte ich das nicht erfahren. Angeblich wurden die Tausenden von fantastischen Tonfiguren bereits vor dem Erdbeben in ein »Depot« gebracht. Angeblich blieben diese »unmöglichen« Objekte verschont. Sie sind aber nicht mehr im Museum zu bestaunen. Wo befinden sie sich? Ich habe erhebliche Bedenken... und befürchte, dass das mysteriöse Museum vor dem Aus steht.

Als Prof. Javier Cabrera Darquea noch lebte, führte er gern interessierte Menschen durch sein Museum. Er wollte so viele Mitmenschen mit seinem Enthusiasmus anstecken. Während der sympathische Mediziner vor Ort lebte, ist die neue Leiterin Eugenia Cabrera nach Lima gezogen. Die Tochter Cabreras steht theoretisch für Besichtigungen des Museums zur Verfügung. Sie muss aber jedes Mal erst aus Lima anreisen... ein höchst umständliches Unterfangen in Peru.

»Urmeli« in Stein graviert
Foto: Walter-Jörg Langbein
Theoretisch kann man einen Teil der Museumsstücke noch sehen (nur die gravierten Steine!), praktisch ist das aber recht schwierig geworden. De facto ist die Sammlung kaum noch für die Öffentlichkeit zugänglich. Ich befürchte, dass das einst berühmte Museum zusehends in Vergessenheit gerät. Und dann ist es nur noch ein Schritt, bis die gravierten Steine in der Versenkung verschwinden. Zur Erinnerung: Pater Crespis Sammlung wurde bereits zum Großteil abgetan. Ein Großteil der gravierten Metallplatten ist für immer verloren. Sie wurden zum Beispiel Teil – das ergab meine Recherche – beim Kirchenbau in Cuenca im Boden einbetoniert.

Ich bedauere diese allgemeine Tendenz sehr: Archäologische Objekte, die das herkömmliche Geschichtsbild zu erschüttern drohen... sollten nicht ungeprüft zu Fälschungen erklärt werden. Wirkliche Wissenschaft sollte den Mut haben, sich auch kritischen Fragen zu stellen. Könnte man doch die Fundstücke Cabreras wie ein Buch lesen. Das aber kann nicht geschehen, wenn alle umstrittenen Funde rasch zum wertlosen Plunder erklärt werden... Und das meist per Ferndiagnose.

Auf meinen Reisen zu den mysteriösesten Orten unseres Planeten habe ich immer wieder archäologische Objekte sehen dürfen, die es eigentlich nicht geben dürfte. Ich sehe es als meine Aufgabe an, diese Funde der verbotenen Archäologie so gut wie möglich zu dokumentieren.

Dank: Ich bedanke mich vielmals bei Eugenia Cabrera, die mir stets ausführlich auf meine Fragen zum Museum ihres Vaters antwortete.

Alle Fotos: Walter-Jörg Langbein

»Gold in geheimnisvollen Gräbern«,
Teil 59 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 06.03.2011

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Sonntag, 9. Mai 2010

17 »Bilder für die Götter?«

Teil 17 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Die Frage nach dem »Wann entstanden die Darstellungen von Nasca?« konnte bis heute nicht definitiv beantwortet werden.

Duncan Strong fand auf der Ebene einen Holzpfahl, der – teilweise verrottet – im Boden steckte. Er datierte ihn mit Hilfe der »C-14-Methode«. Demnach ist das Holz zwischen 445 und 605 n. Chr. geschlagen und in den Boden gerammt worden. Das sagt aber nicht viel aus: Woher will Mr. Strong denn wissen, dass der Pfahl aus jener Zeit stammt, als die Scharrbilder entstanden? Er könnte natürlich viel später in den Wüstenboden getrieben worden sein, lange Zeit nachdem die Scharrbilder entstanden.

Der Göttinger Anthropologe und Archäologe Lars Fehren-Schmitz untersuchte Zahn- und Knochenmaterial von 360 Toten, die im Bereich von Nasca bestattet worden sind. Die Trockenheit und das spezielle Milieu des Erdreichs boten ideale Bedingungen für eine natürliche Mumifizierung der Leichname. So war das DNA-Material vor allem in Zahnwurzeln noch erstaunlich gut erhalten. Lars Fehren-Schmitz, einer der führenden Experten der Welt in Sachen Analysen von Erbgut von uralten Skeletten und Mumien, stellte fest: Das Material ist rund zwei Jahrtausende alt. Aber waren es diese Toten, die einst die riesigen Scharrzeichnungen anlegten? Wir wissen es nicht.



Offensichtlich, das ergaben die wissenschaftlichen Analysen von Lars Fehren-Schmitz, war die staubtrockene »Nasca-Region« über einen Zeitraum von immerhin vier Jahrhunderten wegen besonders unwirtlicher, lebensfeindlicher klimatischer Verhältnisse (geprägt von extremer Trockenheit!) nicht besiedelt. Die Menschen zogen sich ins Hochland zurück, kamen nach vier Jahrhunderten wieder zurück.

Eine Datierung versucht hat auch der Computerexperte und Astronomiefachmann Gerald S. Hawkins. Auf dem Wüstenboden sammelte er zahllose Keramikscherben zusammen. Sie ließen sich zu einer Vasen und Töpfen zusammenfügen. Ihr Alter konnte bestimmt werden. Sie wurden um 400 n. Chr. geformt. Bedeutet das, dass die Scharrbilder auch etwa aus dieser Zeit stammen? Hawkins wies darauf hin, dass die Töpferwaren bildliche Darstellungen tragen, die solchen ähneln, die in riesigem Maßstab auf dem Wüstenboden zu sehen sind. Es könnte sein, dass Riesenfiguren und Tonwaren aus der gleichen Zeit stammen. Das muss aber nicht so sein. Vier verschiedene Varianten sind denkbar:

1.) Die Bilder auf den Keramiken sind Kopien der Riesenbilder auf dem Wüstenboden. Die Keramiken wären also jünger als die großen Scharrbilder. Dann müssen die Keramik-Künstler die Scharrzeichnungen irgendwie gesehen haben. Das war aber nur aus der Luft, nicht vom Boden aus möglich. Konnten die Nasca-Menschen also fliegen? Besaßen sie Flugapparate?

2.) Die Keramiken sind älter als die Riesenkunstwerke. Die Scharrzeichnungen im Wüstenboden sind Vergrößerungen von den Miniaturen auf den Töpfereien. Dann müssen die Bildchen auf den Keramiken irgendwie mittels eines komplizierten Systems ins Gigantische vergrößert worden sein. Das war so einfach nicht. Man muss sich vor Augen halten: Was da in den Boden gescharrt wurde, konnten die Künstler zu keinem Zeitpunkt aus sehen. Das war ihnen nur von der Luft aus möglich.

3.) Die Bilder auf den Keramiken und die Riesenscharrzeichnungen sind unabhängig voneinander entstanden. Die Ähnlichkeiten der Motive sind Zufall.
Für die Datierung der Darstellungen auf der Ebene taugen sie dann nicht.

Erst vor wenigen Jahren wurde ein neuer Datierungsversuch unternommen – der bisher reellste. Der Archäologe Persis Clarkson und der Geomorphologe Ronald Dorn gingen von folgender Überlegung aus: Um die Riesenbilder sichtbar zu machen, musste ja die obere Schicht der Wüste entfernt werden. Steinchen wurden weggescharrt. Dabei muss es zwangsläufig dazu gekommen sein, dass sie dabei umgedreht wurden. Dabei kommen winzige Organismen, Kleinstlebewesen, die zuvor auf der Oberseite der Steine ihr karges Dasein fristen nach unten. Sie sterben ab.

Diese toten Kleinstlebewesen kann man mit der »C-14-Methode« datieren. Sie ist ja nur auf organische Substanzen anwendbar. Clarkson und Dorn: »Die Riesenbilder entstanden zwischen 190 und 600 n. Chr.« Mit anderen Worten: Die Scharrzeichnungen wurden Jahrhunderte lang im Wüstenboden verewigt.

Damit ist eine These bestätigt worden, die Erich von Däniken bereits seit Jahrzehnten vertritt. In Kurzfassung: Vor Jahrtausenden landete ein »Spaceshuttle« außerirdischer Besucher in der Wüste von Nasca. Dabei wurde eine Spur hinterlassen. Die Fremden nahmen Kontakt mit den Menschen auf, beschenkten sie und entschwanden wieder gen Himmel. Eine neue Spur entstand im Wüstensand. Die Menschen waren beeindruckt. Sie hielten die mächtigen Wesen, die sie besucht hatten, für Götter. Wesen, die aus dem Himmel herab zu Erde kamen und wieder im Himmel verschwanden, mussten das nicht Götter sein?

Die Menschen wollten die »Himmlischen« zurückrufen. Also hegten und pflegten sie die Spuren, die die »Götter« zurückgelassen hatten. Als das nicht half, fertigten sie weitere, neue Linien an. Mühsam ließen sie Riesenbilder im Boden entstehen. Die sollten von den »Göttern« gesehen werden. Die Mühe war vergeblich. Die Wesen kehrten nicht aus dem Himmel zurück.


Riesengroße Bilder wurden geschaffen – für die Götter? Sollten die Götter die gewaltigen Kunstwerke sehen, etwa die Abbildungen riesiger Vögel oder eines Affen? Zu erkennen sind sie tatsächlich nur aus der Luft. In Prof. Dr. Javier Cabrera Darqueas Museum findet sich ein gravierter Stein, der einige der Nasca-Darstellungen sehr gut wiedergibt. Eingeritzt wurden unter anderem zwei Vögel und der berühmte Riesenaffe von Nasca. Gerade dieser Stein ist sehr umstritten. Er veranschaulicht aber gut die Nasca-Kunst in Miniaturform. (Foto links) Sollten die himmlischen Götter die Riesenbilder wie ein Buch lesen?

Dänikens Theorie, die in so gut wie von keinem der »Däniken-Widerleger« auch nur annähernd richtig zusammengefasst wird, ist spekulativ. Nach dem Abschied der himmlischen Besucher mögen die Menschen über Jahrhunderte hinweg immer wieder versucht haben, die Fremden dazu zu bewegen, wieder zu kommen. Das würde die Tatsache erklären, dass die Riesenkunstwerke nach und nach, über einen Zeitraum von Jahrhunderten kreiert wurden – als Botschaft an die »Götter«: »Kehrt zurück!«

Ich erinnere mich an meinen ersten Flug über der Wüstenebene als sei es gestern gewesen... In einem Berghang wurde eine seltsame Gestalt verewigt. Stolze 32 Meter misst sie von den Füßen zum Kopf. Das menschenähnliche Wesen hat seltsam große runde Augen. Einen Arm hält es wie zum Gruß empor. »El astronauto! El astronauto!« ruft mein Pilot immer wieder und deutet mit fuchtelndem Arm auf die mysteriöse Gestalt. Ein junger Fernsehjournalist konzentriert sich mehr auf seine papierene Spucktüte, die er in zitternden Händen hält. Nach Beendigung des Flugs wird er käsebleich aus dem Flugzeug klettern und sich zu Boden sinken lassen.

Hatten vorgeschichtliche Besucher aus dem All ihre Hände im Spiel? Kamen vor Jahrtausenden Außerirdische in die Region von Nasca? Irgendwann müssen die kosmischen Besucher wieder im All verschwunden sein. Wollten die Menschen die mächtigen Himmelswesen kontaktieren? Wollten sie den vermeintlichen Göttern eine Nachricht zukommen lassen? Sind die Scharrzeichnungen so etwas wie eine Botschaft an die Besucher, die einst aus dem All zur Erde kamen?

Fakt ist: die riesigen »Landebahnen« sind tatsächlich aus dem All zu erkennen. Satellitenbilder der NASA, vom All aus aufgenommen, beweisen: Wenn die Linien Zeichen für himmlische Götter waren... dann konnten kosmische Besucher tatsächlich die Botschaft vom All aus sehen. Ich wiederhole: Waren die Scharrzeichnungen von Nasca also als Botschaften für die Götter gedacht?

Maria Reiche weist in ihrem Buch »Geheimnis der Wüste« (S. 82 und 83) auf »eine besondere Art von Figuren« hin. Die offenbar besonders alten und stark verwitterten Darstellungen von menschenähnlichen Wesen finden sich »auf Steilhängen«. Wer sollte diese Wesen sehen? Maria Reiche schreibt: »Vom Boden aus sind sie überhaupt nicht wahrzunehmen. Sie bestehen zum Teil aus hellen Flächen. Oft sind Augen und Mund durch Steinhaufen angedeutet.«

Kann diese – spekulative – Theorie neben der herkömmlichen wissenschaftlichen bestehen? Fakt ist: alle Erklärungen, auch die schulwissenschaftlichen, sind spekulativ. Die Frage nach der »wahren« Bedeutung von Nasca kann nicht beantwortet werden. Bislang konnten sich die Wissenschaftler, die sich mit den Geheimnissen von Nasca auseinandergesetzt haben, nicht auf die richtige, einzig gültige Erklärung einigen. Und solange es keine einheitliche »wissenschaftliche« Antwort gibt, ist auch die phantastische These mit Besuchern aus dem All berechtigt. Zudem ist keine der »seriösen« Erklärungen wirklich stichhaltig.

Copyright für alle Fotos: Walter-Jörg Langbein

»7 Erklärungen und ein unterirdisches Geheimnis«,
Teil 18 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16. Mai 2010

Samstag, 24. April 2010

15 »Fantastische Funde oder Fälschungen?«

Teil 15 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«,
von Walter-Jörg Langbein


Prof. Dr. Javier Cabrera Darquea (1924-2001) hat im Verlauf von Jahrzehnten eines der ungewöhnlichsten Museen unseres Planeten aufgebaut, die ich je gesehen habe. In Hülle und Fülle werden da Artefakte gezeigt, die – so sie echt sind – zu einem Umschreiben der Geschichte der Menschheit führen müssten. Wer Reisen unternimmt, um die Geheimnisse unseres Planeten zu erforschen, stößt immer wieder auf unliebsame, mysteriöse Artefakte.

In zahlreichen Museen kann man oft sehr anschaulich sehr viel über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit erfahren. Wertvolle Ausstellungsstücke illustrieren den Werdegang des Lebens vom primitiven Einzeller bis zum Computerexperten. Der Museumsbesucher kann so nachvollziehen, wie die Evolution gewirkt hat: als treibende Kraft bei der Entstehung der heutigen tierischen Lebewesen ebenso wie beim Aufstieg des Menschen vom primitiven »homo sapiens« zum Jetztmenschen.

Andächtig wird die Evolution als neuzeitliche Form einer wissenschaftlich anerkannten »Gottheit« verehrt. Vor Jahrhunderten war es Blasphemie, den biblischen Gott anzuzweifeln. Als Evangelium des modernen, aufgeklärten Menschen gilt heute als treibende Kraft nicht mehr Gottvater, der Schöpfer. Noch verpönter ist in wissenschaftlichen Kreisen, die große Göttin, die nach altem Glauben alles Leben hervorgebracht hat und – ewigen Zyklen der Wiederkehr folgend – immer wieder gebiert. Der patriarchalische Gott hat die Göttin verdrängt und wurde in wissenschaftlichen Kreisen durch die heilige Evolution ersetzt. Sie ist in vermeintlich aufgeklärten Kreisen der hehren Wissenschaft heute ebenso sakrosant wie der allmächtige Schöpfergott der Bibel vor Jahrhunderten.

Etwas hat sich allerdings geändert: Ketzer wurden vor Jahrhunderten gefoltert und verbrannt. Heute müssen sie um ihre Existenz bangen, so sie sich um einen Platz in der Welt des wissenschaftlichen Establishments bemühen. Tabus gibt es auch in atheistischen Kreisen der Wissenschaft.

In wissenschaftlichen Werken unserer Tage wird ebenso lautstark »die Wahrheit« verkündet wie einst in den religiösen Traktaten unterschiedlichster Couleur. Aber wie einst Theologen zum Beispiel nicht ins Konzept der Bibel passende Texte verbrannten oder nur verboten... so fristen auch Museumsartefakte eine ärmliches Dasein, die nicht zur allgemeinen Lehrmeinung passen. Sie verschwinden in muffigen Kellerräumen, wenn sie nicht gar – da angeblich wertlos – zerstört werden.

Als unanfechtbarer Kanon »der wissenschaftlichen Wahrheit« gilt: die Evolution führte zu einem allmählichen und kontinuierlichen Aufstieg. Der heutige Mensch hat den Zenit erklommen, alle menschlichen Vorgänger waren primitiver, alle früheren Kulturen waren primitiver. Es kann vor Jahrtausenden oder gar Jahrzehntausenden keine hochstehenden Kulturen gegeben haben, die in mancherlei Hinsicht der unseren überlegen war. Warum nicht? Weil es sie nach wissenschaftlichem Glauben nicht gegeben haben darf. Wer aber die Geschichte der Menschheit unvoreingenommen wie ein spannendes, informatives Buch lesen möchte... darf sein Denken nicht irgendwelchen Dogmen unterwerfen.

Objekte, die nicht ins allgemein gültige Geschichtsbild passen, werden nicht in den heiligen Hallen unserer Museen ausgestellt. Sie fristen ein jämmerliches Dasein in Archiven und Kellern, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Oder sie werden einfach ignoriert. Objekte, die in der schulwissenschaftlichen Lehrmeinung keinen Platz haben werden rasch als Fälschungen deklariert. Es müssen Fälschungen sein, weil sie nicht echt sein können. Und sie können nicht echt sein, weil sie nicht echt sein dürfen.

Cabreras gravierte Steine und Tonfiguren zeigen zum Beispiel ganz eindeutig vorzeitliche Saurier. Wie geht man mit solchen Objekten um? Wie stuft man sie ein? Man kann sie leichtfertig zu Fälschungen erklären, nach einem simplen Motto: Vor Jahrtausenden können Menschen in Südamerika nichts von Sauriern gewusst haben. Also können Artefakte, die Saurier zeigen, nicht Jahrtausende alt sein. Es gibt aber eine Alternative! Vielleicht ist unsere Vorstellung vom Wissensstand der Menschen, die vor Jahrtausenden in Südamerika lebten, falsch? Vielleicht müssen wir unsere Thesen über die graue Vergangenheit Südamerikas so ändern, dass auch unliebsame archäologische Funde Platz finden. Unsere Thesen über die Vergangenheit des Menschen dürfen keine unantastbaren Dogmen sein. Sie müssen ständig überprüft werden.

Leider weigert sich aber die Schulwissenschaft in der Regel, archäologische Funde, die nicht ins klassische Bild der Vergangenheit passen, zur Kenntnis zu nehmen.
Jahrtausende alte Saurierdarstellungen sind für Anhänger des schulwissenschaftlichen Kanons ein Gräuel. Und doch gibt es sie.

1897 wanderte der Bremer Kaufmann Waldemar Julsrud nach Mexiko aus. Wie Heinrich Schliemann (1822-1890) war er ein begeisterter Feldarchäologe aus Leidenschaft. Schliemann wurde von der Wissenschaft nicht ernst genommen. Er entdeckte Troja. Julsruds Funde dürften weitaus bedeutsamer sein für die Geschichte der Menschheit. Will man die wahre Geschichte der Menschheit wie ein Buch lesen, darf man auf Julsruds Seiten nicht verzichten.

In den Jahren 1944 bis 1952 gruben Einheimische in seinem Auftrag mehr als 33 000 kleinere Skulpturen aus. Darunter befinden sich unzählige – die genaue Zahl ist unbekannt – Saurierfiguren. Ohne dass auch nur eine einzige der phantastisch anmutenden Skulpturen wissenschaftlich untersucht wurden... erklärte man sie in Bausch und Bogen zu modernen Fälschungen. Sie konnten nicht echt sein, weil sie nicht echt sein durften.

Waldemar Julsrud funktionierte sein geräumiges Haus in ein bewohntes Museum um. Jeder freie Fleck wurde genutzt. Überall standen und lagen die bizarren Tonfiguren, auf Tischen und Schränken, in Regalen und Vitrinen. Julsruds Haus wurde zu einer bizarren Welt, die sich Menschen und monströs wirkende Wesen teilten. Tausende Figuren stellten eine Welt dar, die mehr an einen Mysteryfilm unserer Tage als an irdische Realität erinnerte. Immer mehr Neugierige besuchten die einzigartige Ausstellung. Vertreter der Wissenschaft indes hielten es nicht für erforderlich, die Artefakte näher in Augenschein zu nehmen. Sie konnten nur Fälschungen sein, weil sie Fälschungen sein mussten. Und sie mussten Fälschungen sein, weil sie nicht echt sein durften. Und um Fälschungen zu betrachten, war jedem Wissenschaftler auch ein noch so kurzer Weg zu weit... zumindest offiziell.

Anno 1964 wurde die mysteriöse Sammlung nach dem Tod von Waldemar Julsrud in ein Lagerhaus verbannt. Dort schlummerte sie, vorsorglich von der Öffentlichkeit weggeschlossen, bis Ende der 1990er Jahre Privatforscher auf die sensationellen Funde aufmerksam machten. Und siehe da... Es hatte doch wissenschaftliche Untersuchungen and Analysen der Funde gegeben. Warum aber wurden die Ergebnisse nicht publik gemacht. Warum wurden die Altersbestimmungen der »gefälschten Artefakte« nicht in die Welt hinaus posauniert? Lag es daran, dass die erhofften Resultate nicht geliefert wurden? Lag es daran, dass die Funde keine modernen Fälschungen sein können?

Fakt ist: Drei wissenschaftliche Institute aus Nordamerika (1) haben Julsrud-Objekte getestet. Unabhängig voneinander kamen alle drei zu Ergebnissen, die nur einen Schluss zulassen: Die datierten Artefakte sind keine Fälschungen! Untersuchung wurden durchgeführt:

· vom »Teledyne Isotopes Laboratories«, Westwood, New Jersey
· vom »Museum Applied Science Center for Archaeology« der »University of Pennsylvania« und
· von den »Geochron Laboratories«, Massachusetts.

Fasst man die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen zusammen, dann müssen die geheimnisvollen Skulpturen über einen langen Zeitraum hinweg geschaffen worden sein, nämlich zwischen 4500 vor Chr. (C14 Datierung von 1968) und 2500 v.Chr. (Thermolumineszenz Datierungen von 1973 und 1995). Doch wurde Julsrud rehabilitiert, nachdem die Fälscher-These eigentlich als widerlegt angesehen werden müsste?

Fakt ist: In Julsrud Sammlung gibt es Miniskulpturen, die Saurier darstellen. Wissenschaftliche Analysen sprechen den Artefakten Julsruds ein sehr hohes Alter zu. Ein winziger Bruchteil der Artefakte ist immerhin öffentlich ausgestellt im »Museum Waldemar Julsrud«, das am 28. Februar 2002 in Acámbaro eröffnet wurde. Jahrzehnte nach Waldemar Julsruds Tod hatte sich der Wunsch des unermüdlichen Forschers endlich erfüllt.

Fakt ist: Auch in Prof. Dr. Javier Cabrera Darqueas Museum gibt es Saurierdarstellungen. Auch diese Objekte werden gern in Bausch und Bogen verdammt und als Fälschungen diskreditiert. Dabei gibt es wissenschaftliche Studien, die dafür sprechen, dass es auch sehr alte »Cabrera-Objekte« gibt.

Fakt ist: Bereits im Sommer 1967 führte die »Compania Minera Mauricio Hochschild« eine Untersuchung von gravierten Steinen durch. Prof. Dr. Javier Cabrera Darquea zeigte mir die entsprechenden Dokumente in seinem Museum. Die Resultate sind sensationell, werden aber bis heute weitestgehend totgeschwiegen. Der Geologe Dr. Erik Wolf analysierte die Oxydationsschichten, die sich auf den Einritzungen gebildet hatten. Weitere Proben wurden von Professor Dr. Josef Frenchen vom »Institut für Mineralogie und Petrographie an der Universität Bonn« datiert. Im Frühjahr 1969 lag dann das eindeutige Ergebnis vor. Demnach müssen die Einritzungen vor mindestens 12 000 Jahren vorgenommen worden sein. Ein weit höheres Alter könne nicht ausgeschlossen werden.

Im Jahre 2002 führten Maria del Carmen Olazar Benguira und Felix Arenas Marsical Ausgrabungen in der Wüste zwischen Nasca und Ica durch. Tagelang haben sie unter schwierigen Bedingungen gegraben. 200 Meter unterhalb des Gipfels des Cerro Norte fündig: gravierte Steine, vergleichbar mit den Artefakten aus Cabreras Museum! Im Museum von Prof. Dr. Javier Cabrera Darquea verblüffen Darstellungen von komplizierten medizinischen Eingriffen: in Steine graviert und plastisch als Tonfiguren.

Einer der 2002 ausgegrabenen Steine zeigt – wie die Artefakte im Cabrera-Museum – ebenfalls eine medizinische Szene: Eine Person, die auf einem Tisch liegt, wird operiert. Der Chirurg setzt offenbar gerade das Messer an. Einige der Steine –Luc Bürgin weist in seinem vorzüglichen Nachschlagewerk ausdrücklich darauf hin (2) – waren »mit Ablagerungen verklebt«. Bürgin: »Und die Karbonablagerungen auf den mitgebrachten Boden- und Gesteinsproben waren gemäß Thermoluminiszenz-Datierung ›mehr als 61 196 Jahre‹ respektive ›mehr als 99 240 Jahre‹ alt - ›bei einem Abweichungsfaktor von 5000 bis 8000 Jahren.‹«

Bürgin schließt seine Ausführungen über die »Ica-Steine« so: »Die unendliche Geschichte der Ica-Steine ist damit um ein weiteres Kapitel reicher. Wie sie wohl weitergeht?«


Zitierte Literatur

(1) Bürgin, Luc: »Lexikon der verbotenen Archäologie: Mysteriöse Funde von A bis Z«, Rottenburg 2009, S. 22

(2) Bürgin, Luc: »Lexikon der verbotenen Archäologie: Mysteriöse Funde von A bis Z«, Rottenburg 2009, S. 102

»Geheimnisvolles Nasca«,
Teil 16 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 2. Mai 2010




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