Samstag, 17. April 2010

Samstagsrezension Helga König: DVD -Wüstenblume

Während der jetzt zu Ende gehenden Woche wurde  auf der Plattform "Ein Buch lesen" über sexuellen Kindesmissbrauch geschrieben. Dieser findet leider überall in unser Welt statt. Meines Erachtens liegen die Ursachen für Missbrauch bei den Tätern  in einer generellen Respektlosigkeit  und im Macht- und Dominanzgebaren gegenüber ihren Mitmenschen. Kinder werden weltweit noch immer verprügelt und sie werden sexuell missbraucht. Die Täter sind Personen, zumeist Männer, die sich an der Schwäche der Kinder weiden, sind empathielose Psychopathen, die in erschreckender Weise im triebhaften Wollen ihres Egos verhaftet sind. 

Untersuchungen Prof. Bauers zeigen, dass sich die Empathiefähigkeit eines Menschen im Säuglingsalter entwickelt. Welche Möglichkeiten stehen zur Verfügung Erwachsene zum Mitgefühl zu bewegen? 

Der Film "Wüstenblume" thematisiert Missbrauch an kleinen Mädchen durch die Beschneidung.  In einer Szene des Films versucht ein Erwachsener Mann die 13 jährige Protagonisten Waris zu vergewaltigen, sie sexuell zu missbrauchen. Später spricht Waris davon, dass junge Mädchen, welche in ihrer Heimat zwangsverheiratet werden, die im Kleinkindalter zugenähte Scham seitens des Ehemannes mit einem Küchenmesser aufgeschnitten bekommen. Auch eine solche Handlung ist sexueller Missbrauch.   

Dieser Film von Sherry Hormann erzählt die Geschichte von Waris Dirie (Liya Kebede), die als Nomadin geboren wurde, ihre Kindheit in Somalia verbrachte und als 13 jährige von dort nach England flüchtete, weil sie zwangsverheiratet werden sollte. Nachdem Waris zunächst unter schwierigsten Bedingungen als Hausmädchen ihr Dasein fristet, trifft sie auf einen Starfotografen, avanciert zu einem Top-Model und nutzt diese Plattform, um weltweit gegen Beschneidungen kleiner Mädchen zu kämpfen. Näheres dazu finden Sie auf Wikipedea. Ich möchte das Leben der Protagonistin an dieser Stelle nicht nacherzählen, um dem Film nicht die Spannung zu nehmen. Die Filmstory beruht auf einer wahren Begebenheit.

Waris macht unmissverständlich klar, dass Beschneidungen kein religiös motivierter, muslimischer Brauch sind, d.h. dass sie keineswegs im Koran postuliert werden, sondern die Gründe für Beschneidungen kleiner Mädchen einzig darauf zurückzuführen sind, dass zugebretterte Männer ihren Wunsch damit umsetzen, garantiert Jungfrauen zu heiraten, denen sie letztlich auch im Eheleben keine sexuelle Lust gönnen wollen, wie ich vermutend hinzufügen möchte. Beschneidung ist etwas anderes als der mittelalterliche Keuschheitsgürtel. Das sollte jedem klar sein.

Waris- dies zeigt die Schlüsselszene im Film - wurden als Dreijähriger mittels einer alten Tonscherbe die kleinen und großen Schamlippen und die Klitoris entfernt. Ohne Betäubung. Die stark blutende Wunde wurde mit den spitzen Dornen eines Wüstenstrauches zusammengesteckt und entzündete sich. Das Kind erlitt Höllenqualen. Als die Wunde schließlich verheilte, blieb ein winziges Löchlein offen, etwa so breit wie ein Strohhalm. Beim Urinieren hatte Waries seither unendliche Schmerzen. Waris erklärt, dass zwei ihrer Schwestern an den Folgen von Beschneidungen verstorben sind. Sie berichtet weiter, dass die Männer in der Hochzeitsnacht mit einem Messer die geschundene Körperstelle auftrennen, um dann mit der schwer blutenden Frau beizuschlafen. Dies werte ich als weltweiten sexuellen Missbrauch an im Vorfeld bereits geschundenen Frauen.

Der Film hat zwei Handlungszeiten, die gekonnt miteinander verbunden werden. Die archaische Welt der Kindheit von Waris wird der Glamourwelt des Top-Models gegenübergestellt. Waries wird 1997 UN-Sonderbotschafterin, so eine Info im Nachspann des Films und bleibt es, wie man Wikipedea entnehmen kann bis 2003, um sich auf diese Weise weltweit gegen Beschneidungen einzusetzen. 130 Millionen beschnittene Frauen gibt es derzeit auf unserer Erde. Noch immer werden täglich über 6000 Frauen dergestalt sexuell misshandelt. Noch immer hat dieser Wahnsinn kein Ende gefunden.

Der Film wird hoffentlich einen Beitrag dazu leisten, dass sich viele Zuschauer dieses weltweiten Unrechts bewusst werden und gegen diese Mißhandlungen von kleinen Mädchen und erwachsenen Frauen nachhaltig protestieren.

Meine Hochachtung gilt Waris Dirie, die ihren Bekanntheitsgrad, den sie als Top-Model erwarb, für ein humanistisches Projekt einsetzte. Eine beeindruckende Persönlichkeit.
Ein wichtiger Film.







Mittwoch, 14. April 2010

"Klimawechsel"

Wer kennt sie (noch) nicht, die Lebensphase einer Frau, die unweigerlich kommt, das eigene und manchmal auch das Leben des Partners auf den Kopf stellt und nach der nichts mehr ist, wie es einmal war?
Manche Frauen merken nichts davon, andere verstehen die Welt nicht mehr und kommen aus der Achterbahnfahrt der Gefühle und Befindlichkeiten kaum raus.
Männer erleben die Wechseljahre angeblich auch, aber anders, nur wie?

Die ZDF-Serie „Klimawechsel“ ist derzeit in aller Munde, von höchst amüsant , witzig und frech bis unter die Gürtellinie, gelobt und beschimpft. Mache sich jeder ein eigenes Bild.

Die Wechseljahre einer Frau, noch immer ein Tabuthema, wird in der Serie von Doris Dörrie von Frauen für Frauen satirisch und provokativ in Szene gesetzt. Schamlos, mit klaren Worten und viel Witz flimmert das, was Frau sonst meist nur mit der besten Freundin bespricht, durch deutsche Wohnzimmer.

Vier Lehrerinnen an einer normalen Schule, deren Aufgabe es ist, pubertierende Schülerinnen und Schüler durch diese schwierige Zeit zu bringen, kämpfen mit sich und ihren hormonellen Katastrophen.
Maria Happel als Deutschlehrerin Angelika geht in die Breite wie ein Pfannkuchen und schwitzt sich die Seele aus dem Leib. Ulrike Kriener, die sonst eher emotionslose Komissarin Luca, fühlt sich nicht mehr begehrenswert, hat panische Angst vor dem Älterwerden und stürzt sich in eine Affaire mit einem Yoga-Lehrer, der der Lebensgefährte der überlasteten Kunstlehrerin Desiree, glänzend gespielt von Andrea Sawaztki, ist. Sie, als Mutter, Lehrerin und verhuschte Künstlerin ist in ihrer Dreifachrolle völlig überfordert.
Die von Heulattacken gebeutelte Biolehrerin Cornelia (Juliane Köhler) hat Angst vor ihren Schülern und steht keine Unterrichtsstunde ohne Tränen durch. Bei Panikattacken atmet sie verzweifelt in ihre geöffnete Schultasche.
Alle vier stürzen sich in die unterschiedlichen Unternehmungen gegen den Hormonwandel.
Putzsucht, Hormon-Yoga, geklaute Anti-Age-Cremes, Diäten und Squash gegen die Pfunde verfehlen letztendlich ihre Wirkung.

Deutschlehrerin Angelika sucht mit Hilfe ihres moslemischen Kollegen Heil im Sufismus und überlegt, dem Islam beizutreten, Angelika färbt sich die ergrauenden Schamhaare und läßt sich von der Frauenärztin Dr. Evelyn Bach (gespielt von Maren Kroymann) zur Vaginalstraffung und Botoxspritzen überreden, mit fatalen Folgen.
Kunstlehrerin Desiree bemüht sich erfolglos, ihre aus Haushaltsgegenständen liebevoll erstellten Kunstobjekte mit einem häufig schreienden Baby im Schlepptau in Kunstgalerien unterzubringen und die Biologielehrerin Cornelia kommt nicht gegen die Verführungskünste ihres Schülers aus der zwölften Klasse an und befindet sich im permanenten Liebesrausch, bis sie erfährt, dass sie schwanger ist.

Ihr langjähriger neurotischer Therapeut (genial gespielt von August Zirner) , von ihr stets mit Schokolade beschenkt, muss ihr tränenreiches Klagen nicht mehr ertragen und verbündet sich statt dessen mit der zynischen Gynäkologin Dr. Bach.

Für mich ist diese Serie ein filmischer Leckerbissen, der kein Tabu scheut und mit viel Witz meine Lachmuskeln und auch die meines Gatten schon mehrfach arg strapaziert hat
Die nächste Folge kommt am Donnerstag um 21 Uhr im ZDF.
Ich freue mich schon darauf.

Gaby Bessen

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