Donnerstag, 8. Oktober 2009

China ist anders

Wer beruflich oder privat in China bzw. mit Chinesen zu tun hat, erkennt schnell: China ist anders! Viele Fallstricke lauern im Umgang mit Chinesen und oft erkennt ein Deutscher einen selbst begangenen Fauxpas nicht einmal.

Einige Beispiele:
  • Tischsitten in China folgen besonderen Regeln. Es ist nicht selten, dass auch bei Geschäftsessen Schmatzer und Rülpser zu hören sind. Auch das Säubern der Zähne, Gurgeln mit Tee und lautes Sprechen sind bei Tisch nicht ungewöhnlich. Auf solche - für Europäer eher ungewöhnliche Vorkommnisse - muss man sich einstellen und man sollte dabei keine Miene verziehen. Tunlichst unterlassen sollte man aber in China ungehöriges Verhalten, wie z.B. öffentliches Schnäuzen. Dies wird in China als abstoßend empfunden und so sollten Sie zum Naseputzen besser grundsätzlich hinausgehen.
  • In China gelten die Fuß- oder Schuhsohlen als der niederste Teil des Körpers. Zeigen Sie daher nie mit dem Fuß auf etwas und schieben Sie auch keine Gegenstände mit diesem vor sich her. Beachten Sie dieses Tabu stets, auch wenn Sie die Beine übereinanderschlagen.
  • Der chinesische Symbolglaube ist ungeheuer stark. Gerade hier lauern viele Fettnäpfchen für Europäer. Seien sie also vorsichtig mit weissen Kleidungsstücken (Trauerfarbe), geschenkten Uhren (sind in China ein Beerdigungsgeschenk) oder zu billigen Geschenken (Chinesen lieben Luxusgüter). Beachten Sie auch (chinesische) Unglückszahlen und Farbsymbolik.
  • Indirekte Kommunikation spielt in China eine grosse Rolle. Ein "Ja" bedeutet in China nicht unbedingt auch Zustimmung. Machen Sie sich daher mit der chinesischen Art der indirekten Kommunikation vertraut. Nur wer dies in Verbindung mit dem Harmoniestreben in China durchblickt, wird auch Chinesen richtig verstehen lernen.
  • Auch das chinesische Hierarchiedenken ist für viele Deutsche gewöhnungsbedürftig. Fehler bei der Beachtung von Hierarchien führen oft zu schweren Beeinträchtigungen in den Beziehungen zwischen Deutschen und Chinesen.
Mehr über die besonderen Aspekte der Etikette in China kann man in meinem China-Buch erfahren. Rezensionsexemplare stelle ich gerne zur Verfügung.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Romantic Suspense

Romantik, Liebe und Leidenschaft. Auf diese geballten Gefühle treffen Intrigen, Ängste, Unsicherheiten sowie Gefahren. Der Romantikthriller lebt von der wohltemperierten Mischung aus Liebe und Gefahr. Man nehme zwei Protagonisten und eine Situation, die sie zwingt, eine scheinbar unüberwindliche Situation gemeinsam zu meistern. Auf diesem Pfad, mit all seinen Gefahren in Extremsituationen, explodieren die Gefühle schon einmal schneller als in der langweiligen, alltäglichen Welt. Natürlich darf auch die Erotik in einem Romantic Suspense Roman nicht zu kurz kommen. Im Gegensatz zum reinen Thriller, bei dem vielleicht eine Liebesgeschichte eine Randhandlung spielt, lastet das Hauptgewicht beim Romantic Suspense auf dem Schwerpunkt Liebe. Genau dieses Ziel muss der Leser vor Augen haben. Allerdings sollte er möglichst lange darauf warten müssen. Immer wieder neuaufkommende Verwicklungen bringen die Helden davon ab, sich überhaupt erst einmal vertrauen zu können. Während im Thriller das Finale nicht immer positiv ausgehen muss, ist es im Romantikthriller Pflichtprogramm, alle Hindernisse, mögen sie noch so schwierig sein, aus dem Weg zu räumen. Der Leser erwartet ein Happy End und wird nach der Folter der Nerven, aus Angst um die Helden, mit eben diesem belohnt.

Ich bin viel zu interessiert an der Vielfältigkeit des Buchmarktes, um mich als Leserin nur einem einzigen Genre zu verschreiben. Trotzdem bedeutet ein Buch lesen für mich, mich in eine Welt fallen zu lassen. So tief, dass ich die Gefahren der Protagonisten in meinem kleinen Kopfkino nacherlebe, als würde ich selbst mittendrin stecken. Es versteht sich von selbst, dass ich dabei nichts als den Wunsch habe, die Helden endlich glücklich zu sehen. Dieses befriedigende Gefühl vermag mir kein anderes Genre als Romantic Suspense zu geben.
Sie sehen, der gravierendste Unterschied zwischen einem Thriller und einem Romantikthriller dürfte die Tatsache sein, dass der Thriller beide Geschlechter gleichermaßen anspricht – ein Romantikthriller bedient eindeutig das weibliche Geschlecht.

Faszinierende Charaktere, die keineswegs zu Beginn einer Geschichte als geschliffene Diamanten bezeichnet werden müssen, machen die Grundbausteine eines guten Romantikthrillers aus. Viel wichtiger ist, diese Charaktere erst in der Handlung wachsen zu lassen. Ein ruppiger Kerl, der sich gehen lässt, plötzlich aber weil die Situation ihn dazu zwingt, einen ganz anderen Kern präsentiert, ist viel wertvoller als der geborene charmante Schönling.
Eben diese sich wandelnden Charaktere waren es, die mich nie losgelassen haben. Bereits vor der ersten Idee zu einem Roman spukten Protagonisten durch meinen Kopf, die geformt werden wollten. Stimmige Background Storys, die nur der Autor selbst kennen muss, geheime Leidenschaften, Wünsche, Abneigungen des Protagonisten – dies alles sind Dinge, die einen Charakter so lebendig machen, als würde man ihn vor Augen haben – als würde man einem guten Freund gegenüberstehen. Als diese "Freunde" geschaffen waren, war es auch schon nicht mehr weit zur vollendeten Idee. Die Welt der Gefahren und Liebe für meine Helden war geboren und musste nur noch in liebevoller Kleinarbeit zu einem Romantic Suspense Roman heran wachsen. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

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