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Sonntag, 13. Mai 2018

434 „Göttinnen – eingemauert und vergraben“

Teil  434 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein


Drei Göttinnen werden in den Stein gemeißelt. Die weibliche Dreifaltigkeit steht im Zentrum eines heidnischen Kults, der in einem Tempel zelebriert wird. Römische Truppen marschieren ein und übernehmen das uralte religiöse Zentrum. Sie bauen die Kultstätte um, erweitern sie und verehren die drei heidnischen Götter weiter. Die Römer werden schließlich von frühen Christen abgelöst. Aus den Steinen des römischen Tempels, dessen Vorgängerbau ursprünglich Heiden als Ort der Verehrung diente, errichten sie eine kleine christliche Kapelle. Das steinerne Bildnis der heidnischen Dreifaltigkeit bleibt erhalten. 

Foto 1: Die Helenakapelle von Vilvenich.

Als die christliche Kapelle baufällig wird, entsteht eine „neue“ Kapelle. Die steinerne weibliche Trinität genießt nach wie vor Respekt. Man wagt nicht, sie zu zerstören. Die Christen bauen sie in ihre Kapelle ein. Besser gesagt: Sie verstecken sie im Mauerwerk. In einem opulenten Kostümfilm könnte so ein weiter Bogen zwischen uraltem Heidentum und christlicher Gegenwart gespannt werden.

Die mysteriöse Kapelle hat es einst wirklich gegeben. Sie gehörte zur Gemeinde Inden im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen. Doch die „St.-Helena-Kapelle“ existiert nur noch auf Fotos. Das altehrwürde kleine Gotteshaus wurde im Jahre 2010 abgebrochen. Es musste dem „Braunkohlen-Tagebau Inden“ weichen.

Die „St. Helena-Kapelle“ wurde urkundlich erstmals schon 1318 erwähnt. Und sie hatte ein Geheimnis, das sehr zum Ärger der Geistlichkeit nicht in Vergessenheit geriet. In das Mauerwerk der Kapelle hatte man einen gallo-römischen Weihealtar eingemauert, und zwar so, dass man ihn nicht mehr erkennen konnte. Man hat ihn mit der Rückseite nach außen ins Mauerwerk eingesetzt. Eingeweihte freilich wussten genau, wo der heidnische Altar steckte.

Foto 2: Altar der Aufanischen Matronen
Diesen Eingeweihten war auch bereits 1995 bekannt, dass ein Abbruch der Kapelle bevorstand. Sie befürchteten, dass der „Matronenstein“ dabei zerstört werden und spurlos verschwinden würde. Sie versuchten auf „offiziellem“ Wege den alten „Heidenstein“ zu retten. Ihre Eingaben wurden offenbar nicht beachtet. Niemandem schien daran gelegen zu sein, das uralte sakrale Kunstwerk zu retten. In einer „Nacht und Nebelaktion“ brachen schließlich Unbekannte das uralte steinerne Bildnis der drei Matronen-Göttinnen aus der Kapellen-Mauer, deponierten es sorgsam auf Stroh und informierten das „Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege“. Der einst heilige Stein der drei Muttergöttinnen wanderte in ein Depot in Nideggen-Wollersheim.

Die steinerne „St.-Helena-Kapelle“ hatte einen Vorgängerbau, ein bescheidenes kleines Fachwerkgebäude. „Die ursprüngliche Kapelle blieb als nördliches Seitenschiff bestehen.“, schreibt die sachkundige Sophie Lange in ihrem wichtigen Büchlein „Wo Göttinnen des Land beschützen/ Matronen und ihre Kultplätze zwischen Eifel und Rhein“ (1).

Und die Erbauer der ursprünglichen Kapelle, so weiß Jakob Gerhards zu berichten (2), griffen auf noch älteres „Baumaterial“ zurück: „Außen wie innen enthält ihr Mauerwerk römische Votivsteine, die der Verehrung der göttlichen Mütter dienten.“ Und die Römer hatten bei ihrem Bau auf ein noch älteres Heiligtum zurück gegriffen. Sophie Lange (3): „In Lövenich erzählt die Volksüberlieferung, daß die ost-west-ausgerichtete Kirche ursprünglich eine Heidentempel war. Die ‚heidnische Cultusstätte‘ sei bei der Christianisierung in ein christliches Gotteshaus umgewandelt worden.“

Foto 3: Büste einer Matrone
Welche Gottheiten mögen ursprünglich verehrt worden sein? Wie lauteten ihre Namen? Im dritten Jahrhundert wurden sie zu einer römischen Göttin, mit einiger Wahrscheinlichkeit zur „Jungfrau Agnes“. Fakt ist: In der Region zwischen Eifel und Rhein wurden drei Matronen verehrt, Überbleibsel aus heidnischen Zeiten, als man weibliche Trinitäten anbetete, und die sind im christlichen Gewand bis heute als die „heiligen drei Bethen“ bekannt. Interessant ist, dass so ein „Matronenstein“ noch Ende des 20. Jahrhunderts aus einer Kapellenmauer herausgebrochen wurde.

Ein Matronenstein wurde in die „St.-Helena-Kapelle“ eingemauert. Ein weiterer Matronenstein wurde unter dem Bonner Münster vergraben, zusammen mit 50 weiteren Weihesteinen (4). 

Wie viele Darstellungen von uralten weiblichen Göttinnen-Triaden mögen in dicken Kirchenmauern eingemauert worden sein? Wie viele wurden wohl unter christlichen Sakralbauten vergraben? Es muss einst zigtausende von Altarsteinen mit den drei Muttergöttinnen gegeben haben. Es wurde erst ein Bruchteil wieder gefunden (5).

Eine typische Matrone stammt aus Marnheim (Ortsgemeinde im Donnersbergkreis, Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, Rheinland-Pfalz). Sie hat ein besonders typisches Merkmal, das die Matronen-Muttergottheiten ausmacht: einen unnatürlich großen Kopf. Und just so ein Haupt hat auch die steinerne Staue, die an der Rückseite des Münsters von Hameln angebracht ist. Die Statuette weist deutliche, starke Spuren der Verwitterung auf. Seit vielen Jahren versuche ich in Hameln Näheres über diese seltsame Figur herauszufinden, bislang vergeblich.

Kurz und bündig erklärt „wikipedia“ (6): „Matronen, Matronae (von lateinisch matrona ‚Familienmutter, vornehme Dame‘), Matres (auch Deae Matres) oder Matrae (von lateinisch mater ‚Mutter‘) sind nur in der Mehrzahl, überwiegend in Dreizahl auftretende Muttergottheiten der römischen, germanischen und keltischen Religion. Sie sind einzig durch Inschriften und bildliche Darstellungen bekannt. … Dargestellt werden sie in Form einer sitzenden Dreiergruppe auf Votivsteinen und Altären vor allem in den Nordwest- und Nordost-Provinzen des Römischen Reiches sowie in Gallien, Nordspanien und Norditalien.“

Foto 4: Die Matrone von Hameln
Es ist scheinbar ein Paradox: Einerseits wurde eine Vielzahl von Steinen mi Abbildungen der „Heiligen Matronen“ gefunden. Andererseits aber beschreibt kein einziger römischer Historiker aus der Glanzzeit der Matronen diese verehrten Frauen. Ein intensives Studium der Weihesteine mit Matronen-Darstellungen verdeutlicht, dass es in erster Linie einfache Soldaten, vereinzelt auch Offiziere niederen Rangs waren, die den Muttergöttinnen huldigten. Offensichtlich waren es die „einfachen Leute“, die vom Kult der drei Matronen besonders angesprochen wurden. Somit waren sie für das junge Christentum eine ernste Konkurrenz. Wurden deshalb schon recht früh Kultorte der „drei Matronen“ übernommen wurden? Wurden deshalb die Tempel der drei heiligen Frauen durch Kapellen und Kirchen ersetzt?

Wo mögen heute noch Matronen zu finden sein? Wie viele mögen an Kirchenmauern – wie in Hameln – angebracht worden sein? Wie viele mögen in der Öffentlichkeit unzugänglichen Krypten verstauben? Wie viele dieser altehrwürdigen Göttinnen hat man in Kirchenwänden eingemauert, wie viele unter Kapellen und Kirchen begraben?

Fußnoten
Foto 5: Muttergöttin von Hameln
1) Lange, Sophie: „Wo Göttinnen des Land beschützen/ Matronen und ihre Kultplätze zwischen Eifel
und Rhein“, 1. Auflage, Sonsbeck 1994, Seite 104
2) Gerhards, Jakob: Zur „Matronenverehrung im Kreis Düren“, erschienen in dem „Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte“, Band14, 1974, S.101–110.
3) Lange, Sophie: „Wo Göttinnen des Land beschützen/ Matronen und ihre Kultplätze zwischen Eifel und Rhein“, 1. Auflage, Sonsbeck 1994, Seite 104
4) Derungs, Kurt und Früh, Sigrid: „Der Kult der drei Heiligen Frauen/ Mythen, 
     Märchen und Orte der Heilkraft“, 3. Auflage, Grenchen 2014, S. 21
5) Siehe auch Philippson, Ernst Alfred: „Der germanische Mütter- und Matronenkult am Niederrhein“, erschienen in „Germanic Review“, Band19, 1944, S.81–142.
6) Wikipedia-Stichwort „Matronen“, Stand Ostern 2018

Foto 6: Verfasser Langbein
Zu den Fotos
Foto 1: Die Helenakapelle von Vilvenich. Foto wikimedia commons/ Karl Heinz Meurer
Foto 2: Altar der Aufanischen Matronen, gefunden unter dem Bonner Münster wikimedia commons Foto Hans Weingartz
Foto 3: Büste einer Matrone aus Marnheim (3. Jahrhundert). Foto: wikimedia commons/ Dontworry
Fotos 4 und 5: Die Matrone vom Hamelner Münster. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Verfasser Langbein vor dem Hamelner Münster. Foto: Japanischer Tourist (links!)


435 „Die heidnische Göttin am Münster?“
Teil  435 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 20.05.2018


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Sonntag, 23. November 2014

253 »Noch mehr Saurier«

»Ein Panoptikum des Schreckens – in der Kirche – Teil 2«
Teil 253 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Blick vom hohen Turm des Münsters auf das Münster.

Ein Buch lesen kann heute fast jeder. Gewiss, der Anteil der Analphabeten ist für unser Bildungssystem nicht gerade ein Kompliment. So stellte die Universität Hamburg 2011 fest, dass zwei Millionen Erwachsene in Deutschland »totale Analphabeten« waren, also rund vier Prozent der Bevölkerung. 1992 monierte das  »Institute of Literacy«, dass jeder vierte US-Bürger so gut wie nicht lesen und schreiben konnte. Vor rund einem halben Jahrtausend waren die Lesekundigen in Deutschland eine kleine Minderheit. Luthers Bibelübersetzung erreichte auch trotz des noch jungen Buchdrucks nur eine kleine Zahl von Menschen.

Vor 500 oder gar 700 Jahren war ein Buch nicht Symbol für allgemein zugängliches Wissen, sondern – ganz im Gegenteil – für verborgene Kenntnisse, die nur Wenigen zugänglich waren. Bildliche Darstellungen wie etwa in der evangelisch-reformierten Kirche zu Sonneborn aus dem 16. Jahrhundert sollten den leseunkundigen Menschen Geschichten »erzählen«, die sie als geschriebene Worte nicht lesen konnten.

Wenn in Kirchen und Domen, Kapellen und Kathedralen Gemälde, Reliefs und Statuetten Geschichten vermitteln sollten, wieso wurden dann im Münster zu Hameln erstaunliche Bildnisse als Kapitelle in rund zehn Meter Höhe angebracht, die man als Besucher kaum erkennen kann? Und welche Botschaften sollen uns diese eigenartigen Kunstwerke vermitteln, die der heutige Besucher kaum zur Kenntnis nimmt?

Foto 2: Das Geheimnis des Buchs. Foto Walter-Jörg Langbein

Ein wiederkehrendes Motiv im steinernen »Bilderbuch« der Kapitelle im Münster zu Hameln ist eine Person, die ein Buch in den Händen hält. Der Mensch liest aber nicht im Buch, sondern hält es imaginären Betrachtern geöffnet hin. Der Mensch – ob Mann oder Frau ist nicht genau zu erkennen – bietet uns Wissen an. Welches Wissen? Man darf vermuten, dass dieses Wissen in den Figürchen der Kapitelle zu finden ist.

In zwei miteinander kämpfenden Langhalswesen, verewigt im steinernen »Buch« der Kapitelle im Münster zu Hameln erkenne ich zwei Saurier, genannt »Brachiosaurus altithorax«. Sehr große Ähnlichkeit besteht auch mit Diplodocus-Sauriern.  Es ist mehr als geheimnisvoll, wie der Künstler, der die Reliefs der Kapitelle Brachiosaurus- oder Diplodocus-Saurier so naturgetreu darstellen konnte. Selbst wenn dem Künstler womöglich Saurierknochen bekannt waren, so konnte zur Entstehungszeit der Kapitelle (also im frühen dreizehnten Jahrhundert!) niemand wissen wie so ein »Drachen« vor 60 oder 70 Millionen Jahren ausgesehen hat. Rekonstruktionen von Saurier-Skeletten  wurden damals nicht vorgenommen. Ausgeschlossen ist, dass im frühen dreizehnten Jahrhundert irgendwo auf der Welt noch lebende Saurier existierten, die dem Künstler als Vorlage hätten können.

Fotos 3 und 4: Saurier im Vergleich...

Mehrere Tage hielt ich mich insgesamt im Münster zu Hameln auf und studierte ausgiebigst die  Säulenkapitelle, zunächst mit bloßem Auge, dann durch das 400-Millimeter-Teleobjektiv meiner Nikon D3300. Ich fühlte mich immer wieder in ein wahres Horrorkabinett versetzt, und das in einem der schönsten Gotteshäuser, die ich je besucht habe. Da tauchen plötzlich seltsame Ornamente auf, sorgsam in den Stein geritzt und skulpturiert. Bei näherem Betrachten »verwandeln« sie sich aber scheinbar (oder anscheinend?) in seltsames, geheimnisvolles Blattwerk. Gab es je solche Pflanzen? Konzentriert man sich aber auf einige dieser Pflanzen, so sind plötzlich deutlich Gesichtszüge fantastischer Monster auszumachen, mit Augen, Ohren, Stirn, weit aufgerissenen Mäulern.

Als Fabelwesen und reine Fantasiegebilde tut sie ab, wer nach dem Motto urteilt, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Sobald man aber auch das scheinbar Fantastische als möglich ansieht, entdeckt man tatsächlich ein Panoptikum des Schreckens in der Münster-Kirche zu Hameln, hoch oben an den Säulen-Kapitellen verewigt: Saurier und andere Monster! Und manchmal verwandeln sich zunächst scheinbar harmlose Bilder in furchteinflößende.

Ganz besonders raffiniert sind einige Darstellungen, die man nur von ganz bestimmten Punkten in der Kirche in ihrer Gesamtheit erkennen kann. Da sieht man in einem Fall zunächst ein niedliches »Kätzchen«. Der aufgerichtete Schwanz ist zu erkennen. Auch die kleinen Öhren meint man ganz klar ausmachen zu können. Tritt man aber einen Schritt zur Seite. Dann verwandelt sich das Bild vollkommen, wenn man es in seiner Ganzheit betrachtet.

Fotos 5 und 6: Links die »Katze«, rechts Tyrannosaurus Rex und Beutetier...

Da taucht plötzlich ein furchteinflößendes Monster auf. Es steht, aufgerichtet, auf seinen mächtigen Hinterbeinen. Der Leib passt zu den Hinterpranken, auf denen das Tier steht. Ganz und gar nicht scheinen die Ärmchen des Tieres im Einklang zum gesamten Körper zu stehen. Der Kopf des Tieres verschmilzt mit dem Kopf des »Kätzchens«. Wir erkennen jetzt allerdings nicht mehr, um was für ein Wesen oder Tier es sich bei dem »Kätzchen« handelt. Auf alle Fälle ist das kleinere Wesen das Opfer des großen, das dem kleinen offenbar in den Kopf beißt.

Versuchen wir unvoreingenommen zu sein. Stellen wir uns eine Filmszene vor. Ein großes Tier kämpft gegen ein kleineres, ja das große Tier ist dabei, das kleinere zu verschlingen. Das große Tier hat lange kräftige Hinterbeine, auf denen es aufgerichtet steht. Völlig unpassend zu diesen Hinterbeinen sind die kleinen, kurzen Ärmchen. Um was für ein Tier könnte es sich handeln? Wenn Sie sich je etwas näher mit Sauriern beschäftigt haben oder zumindest einen Teil aus der Filmreihe »Jurassic Park« kennen, werden Sie an einen besonders monströsen Saurier denken: an Tyrannosaurus Rex. Dessen Merkmale sind: Mächtige Hinterbeine mit kraftvollen Pranken, dazu im Verhältnis scheinbar unpassend kleine Ärmchen, halbaufrechter oder aufrechter Gang… Und genau diese Merkmale hat auch das Tier auf dem Säulenkapitell in der Münsterkirche zu Hameln aufzuweisen!

Foto 7: Tyrannosaurus Rex beißt zu... in der Kirche...

Betrachten Sie bitte noch einmal das Wesen aus dem »Panoptikum« der Hamelner Münster-Kirche.

Mit ein wenig Fantasie erkennen Sie zusätzlich zu den schmächtigen Vorderbeinen (Ärmchen) und den kräftigen Hinterbeinen den langen Schwanz des »Tyrannosaurus Rex« in Stein. Oder nicht? Wenn Sie voreingenommen sind, wenn Sie davon ausgehen, dass kein Mensch vor 700 Jahren wissen konnte, wie ein Tyrannosaurus ausgesehen hat, ist der Sachverhalt klar. Dann kann es auf der Darstellung auf einem Säulenkapitell in der Klosterkirche zu Hameln keine Darstellung eines Sauriers gegeben haben. Und dann sehen Sie natürlich kein solches Tier, das nach Schulwissenschaft vor 60 oder 70 Millionen Jahren ausgestorben ist. Wenn aber diese Grundannahme falsch ist? Wenn es eine Zeit gegeben haben sollte, in der es Menschen und Saurier als Zeitgenossen gegeben hat?

Foto 8: »Mysteries«
Der Schweizer Journalist und Buchautor Luc Bürgin gibt das Fachmagazin »mysteries« heraus. In der September/ Oktober-Ausgabe 2014 erschien ein Artikel (1), von Luc Bürgin selbst verfasst. Wie so oft publiziert Bürgin eine Vielzahl von Informationen, die der bisher gültigen Lehre der Schulwissenschaftler radikal widersprechen. In der Schulwissenschaft gibt es keinen Platz für Menschen und Dinosaurier als Zeitgenossen. Auf fünf durchweg mit Farbfotos illustrierten Seiten prasseln Informationen auf Leserinnen und Leser herab, die die immer noch als allgemeingültig angesehene Lehrmeinung als falsch erkennen lassen können.

Bürgin schreibt (2): »Verzweifelt attackieren kleinwüchsige Afrikaner monströse Riesenkreaturen, die verdächtig an Dinosaurier erinnern. Dies nicht in irgendwelchen Fantasyfilmen – sondern auf altrömischen Mosaiken! Ähnlich paradoxe historische Darstellungen finden sich in Thailand, Kambodscha, England und nun auch in Peru, wie soeben bekannt wurde. Existieren Menschen und Riesenechsen in grauer Vorzeit doch gemeinsam?«

Besonders faszinierend finde ich die Entdeckung einer »Dinosauriermalerei«, die der Kanadier Vance Nelson mit seinem Team kürzlich in Nordperu, am Rand des Amazonas-Regenwalds filmen konnte. Da sieht man die stilisierte, korrekte Wiedergabe eines Dinosauriers, der von neun winzigen Jägern oder Kriegern umstellt ist. Die im Verhältnis zum Saurier winzig wirkenden Menschen sind mit Speeren bewaffnet und wollen offensichtlich den Saurier erlegen. Der Forscher bestätigte »mysteries«, dass man nicht nur die unmögliche Darstellung gefilmt und fotografiert habe. Es wurden auch »Pigmente der Felszeichnungen« von einem wissenschaftlichen Institut datiert. Eindeutiges Ergebnis: Die Darstellung des Sauriers mit den neun bewaffneten Jägern ist drei Jahrtausende alt.

Foto 9: Kämpfende Monster, ein Buch bietet Geheimnisvolles....

Kehren wir noch einmal in die Münster-Kirche zu Hameln zurück. Direkt neben der beschriebenen und im Bild vorgestellten Darstellung des »Tyrannosaurus« im Kampf mit seinem Beutetier (Pfeil) befindet sich ein menschliches Wesen, das uns Betrachtern ein geöffnetes Buch entgegenstreckt (zwei Pfeile). Man kann diese Kombination wie folgt interpretieren: Der Du diese Bildnisse betrachtest, ich offenbare Dir ein Geheimnis. Das Geheimnis von furchteinflößenden Monstern, die gegeneinander kämpften.

Das Geheimnis von Sauriern, die vor rund 700 Jahren von unbekannten Künstlern in den Stein gemeißelt wurden, der noch heute im Münster zu Hameln besichtigt werden kann?

Zu den Fotos: Alles Fotos - falls nicht anders angegeben - Walter-Jörg Langbein

Fotos 1, 2, 3, 5, 6, 7 und 9 - Walter-Jörg Langbein

Fotos 3 und 4: 
Foto 3 - Walter-Jörg Langbein
Foto 4 -  wiki-commons - Dmitry Bogdanov

Fußnoten

1) »mysteries«, Erscheinungsort Basel, Ausgabe September/ Oktober 2014, S. 56-60: »Lebten Dinos und Menschen zusammen?«, Verfasser lb., Luc Bürgin
2) ebenda, S. 56
3) ebenda, S.60

»Ein Menschenfresser und Maria...
Ein Panoptikum des Schreckens – in der Kirche – Teil 3«
Teil 254 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 30.11.2014


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