Samstag, 25. Februar 2012

Karl May zum 170. Geburtstag

Eine Würdigung von Walter-Jörg Langbein

Unterschrift Karl Mays
Er wurde am 25. Februar 1842, spät abends gegen 22 Uhr geboren. Wohl weil seine Eltern befürchteten, der kleine Säugling würde womöglich schon bald sterben ... wurde das neugeborene Baby bei eisiger Kälte schon am nächsten Tag zur evangelisch-lutherischen Kirche St. Trinitatis in Ernstthal getragen und getauft. Wurden die Augen des kleinen Buben auf dem Weg zum Gotteshaus durch die »arktischen« Temperaturen so geschädigt, dass er bald darauf erblindete? Oder führten Mangelernährung und nicht ausreichende Hygiene zur Erblindung des kleinen Carl Friedrich May?

1842 und 1843 bestimmte Hungersnot das Leben der Menschen in Hohenstein-Ernstthal. Die Lebensbedingungen für die Weber waren schon in »guten Zeiten« ärmlich, 1842 und 1843 waren sie katastrophal. Infektionen und durch Vitaminmangel ausgelöste Krankheiten waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel!

Carl Friedrich May jedenfalls erblindete. Einen guten Arzt konnte sich die armen Webersleute nicht leisten. Der blinde Bub wächst bei seiner Großmutter väterlicherseits, bei Johanne Christine May, auf. Sie liest ihm Märchen vor. Legt die greise Frau so den Grundstein für Karl Mays überschwängliche Fantasie?

Das Karl-May-Haus einst und heute
Foto links: Karl-May-Gesellschaft
Foto rechts: Tkarcher
1846 legt Karl Mays Mutter Christiane Wilhelmine May die Hebammenprüfung ab. »Vorzüglich gut« steht in ihrem Zeugnis. Und Carl Friedrich May erhält endlich – nach Jahren der Blindheit – an der »Chirurgisch-Medizinischen Akademie« zu Dresden das Augenlicht zurück. Er muss das Sehen wieder mühsam lernen. Und der kleine Carl Friedrich May kehrt in die Obhut der Eltern zurück. Mays Vater, der Weber Heinrich August May, schätzt drakonische Strafen. Er verdrischt seine Kinder mit dem »birkenen Hans«, den er vor der Züchtigung vorsorglich im »Ofentopfe« einzuweichen pflegt. So wird er elastischer, die Bestrafung fällt noch schmerzhafter aus. Nicht weniger gefürchtet war bei Carl und seinen Geschwistern ein »dreifach geflochtener Strick«, der griffbereit am Webstuhl hängt.

So wurde Carl Friedrich May vor 170 Jahren in eine Welt des Elends und der bitteren Armut geboren. Er ist die ersten Lebensjahre blind, lernt Hunger, Märchen und Schläge kennen. In Hohenstein-Ernstthal verhungern immer wieder Menschen.

Am 27. April 1848 wird Carl Friedrich May eingeschult. An der »Ernstthaler Knabenschule« muss ein Lehrer bis zu 100 Buben in einer Klasse »betreuen«. Mays Vater beschließt, den Schulunterricht durch ein eigenes »Erziehungsprogramm« zu ergänzen. Er schafft so viele Bücher wie nur möglich heran, die er wahllos zusammensucht ... wissenschaftliche Werke über Chemie, die der kleine Carl Friedrich nicht versteht, geographische Beschreibungen, mathematische und statistische Sammlungen, die längst schon überholt sind ... historische Traktate und erbauliches Schrifttum.

Carl Friedrich muss lesen, lesen, lesen. Und er muss sinnlose Fakten auswendig lernen. Sein Vater zwingt ihn, ganze Folianten Wort für Wort abzuschreiben ... um ihm das Lernen zu erleichtern. Carl soll es einmal besser haben als sein Vater. Er soll einen Beruf ergreifen können, der zumindest ein solides Auskommen ohne Not ermöglicht. Es gibt für Carl einen Ausgleich: Sein Patenonkel, der weit gereiste Schmied Christian Weißpflog (1819-1894), erzählt. Als Wanderbursche, so heißt es, sei er weit in der Welt herumgekommen. Ist es der Patenonkel, der in Carl Friedrich May die Sehnsucht nach Abenteuern in fernen Ländern weckt? Regte der Patenonkel die Fantasie des kleinen Carl Friedrich May an ... die Karl May Jahrzehnte später in seinen Romanen Wirklichkeit werden ließ ... etwa als Kara Ben Nemsi, der in der arabischen Welt Abenteuer erlebte, begleitet von seinem treuen Gefährten Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah?

Karl May als
Kara Ben Nemsi
1899 schildert May seinen Patenonkel als »kleines schwächliches Männlein mit weißen Locken«, der Carl Friedrich und andere Kinder mit seinen wohl oft fantastischen Erzählungen begeistert. 1899 notierte May (1): »Alles, was er berichtete, lebte und wirkte fort in uns.«

Carl Friedrich May konstatiert 1899: »Was kein strenger Lehrer, kein strafender Vater bei uns erreichte, das erreichte er so spielend leicht durch die Erzählungen von seiner Wanderschaft. Er hat seine letzte Wanderung schon längst vollendet; ich aber erzähle an seiner Stelle weiter.« In Mays Autobiographie »Mein Leben und Streben«, die 1910 erscheint, wird man freilich vergeblich nach einem Hinweis auf den Patenonkel finden. Warum? Warum verschweigt May in seiner Autobiographie den Mann, der seinen Werdegang so entscheidend prägte?

Carl Friedrich May, so scheint es, wird es einmal besser haben als seine Eltern. Er wird nicht zu einem Hungerlohn als Weber schuften müssen ... sondern als Lehrer ein – wenn auch kärgliches – Gehalt beziehen dürfen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass Carl Friedrich May eine »höhere Schulausbildung« zuteil wird. Aber immer wieder sind es Lappalien, die May aus der Bahn werfen. 1859 ist May »Seminarist« in Waldenburg. May hat das Amt des »Lichtwochners« inne. Ihm obliegt es, den Weihnachtsbaum des Instituts mit frischen Kerzen zu versehen, sobald Wachslichter herabgebrannt sind. Carl Friedrich May »veruntreut« einige Wachskerzen, die er offenbar seinen Eltern schenken möchte. Der »kriminelle Akt« wird am 21. und 22. Dezember 1859 – nach einer Denunziation durch Mitschüler – von Seminardirektor Schütze höchstselbst untersucht. Konsequenz: Am 28. Januar 1860 wird der 17-jährige May vom Seminar ausgeschlossen.

Früheste bekannte
Aufnahme von Karl May,
1875 - Tamarin
Seminardirektor Schütze bedauert bald darauf seine übermäßig strenge Reaktion und unterstützt ein Gnadengesuch für May beim sächsischen Kultusministerium ... vergeblich, wie es scheint. Dann aber darf Carl Friedrich May seine Lehrerausbildung in Plauen fortsetzen. Er besteht die dreitägige Abschlussprüfung mit der Note »gut«. Wieder scheint es bergauf zu gehen. May erhält eine Anstellung als »Hilfslehrer« in Glauchau, doch er wurde von seinem Zimmervermieter Ernst Theodor Meinhold bei einer »unsittlichen Annäherung« ertappt. Grund: May gab damals der Ehefrau seines Zimmervermieters Klavierunterricht ... und küsste die Neunzehnjährige.

Fast möchte man an so etwas wie eine »Schicksalsmacht« glauben, die immer wieder verhindert, dass der aus ärmsten Verhältnissen stammende Sohn einer Familie von Webern eine bürgerliches Leben führen darf. Oder sind es Vorurteile von Vorgesetzten und Amtspersonen, die May immer wieder für Lappalien drakonisch bestrafen? Auch seine nächste – und letzte – Anstellung als Lehrer verliert May wegen eines Bagatelldelikts. Er unterrichtet Anfang November in Altchemnitz als Fabriklehrer bei Firma Solbrig. Man quartiert ihn bei Julius Hermann Scheunpflug ein, er muss »Logis, Stube und Schlafstube« mit dem Buchhalter teilen.

Wieder wird eine Lappalie May zum Verhängnis. Scheunpflug hatte May seine alte Taschenuhr leihweise für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Am Heiligen Abend des Jahres 1861 reiste May nach Schulschluss per Bahn direkt zu den Eltern ... und nimmt die geliehene Uhr mit. May wird verhaftet, kommt vor Gericht und wird zur Höchststrafe von sechs Wochen verurteilt. May erhält auf Lebenszeit Berufsverbot als Lehrer. May beginnt eine »Laufbahn als Krimineller«. Er fühlt sich von der Gesellschaft zu Unrecht als »Verbrecher« abgestempelt ... und will sich nun als »Verbrecher« an der Gesellschaft rächen. Er bringt es allerdings – aus heutiger Sicht – nur zu einem eher harmlosen Trickbetrüger. Hier ergaunert er sich als »Kupferstecher Hermes« (Hermes: Schutzgott der Diebe und Händler) einen Biberpelz, dort entwendet er einige Billiardkugeln.

Schloss Osterstein in Zwickau,
Zeichnung, um 1863-1865
Mays Taten erinnern mich eher an Friedrich Wilhelm Voigt, den legendären »Hauptmann von Köpenick«, als an Verbrechen. So forscht er als »Polizeileutnant von Wolframsdorf aus Leipzig« nach vermeintlichem Falschgeld ... und »beschlagnahmt« kleinere Beträge. Wiederholt schlagen Mays Versuche fehl, sich als Krimineller zu bereichern. Die Haftstrafen indes fallen immer drastischer aus. So verurteilt ihn das »Bezirksgericht Leipzig« wegen »mehrfachen Betrugs« zu vier Jahren und einem Monat Arbeitshaus. May muss sie als »Häftling Nr. 171« in »Schloss Osterstein« verbüßen.

In »Schloss Ostersein« arbeitet Carl Friedrich May in der Gefangenenbibliothek ... und entdeckt seine schriftstellerischen Fähigkeiten. In der Haft verfasst May literarische Entwürfe. In der Gefangenschaft träumt er sich eine Zukunft als Schriftsteller. Doch der Weg ist für Carl Friedrich May noch weit: von der Zuchtanstalt »Schloss Osterstein« über »Zuchthaus Waldheim« bis in die »Villa Shatterhand« als wohlhabender Bestsellerautor Dr. Karl May.

Am 25. Februar 1842, spät abends gegen 22 Uhr, wird Carl Friedrich May geboren ... in bitterer Armut. Sein Weg in eine bürgerliche Existenz scheitert. Der entbehrungsreiche Versuch, als Lehrer ein Leben ohne Not zu führen, scheitert. Carl Friedrich May wird wiederholt straffällig und als kriminelles Subjekt zu fast zehn Jahren Haft verurteilt. Der »Schaden«, den er als »Verbrecher« verursachte, dürfte keine 500 Euro betragen haben.

Lange hat es den Anschein, dass Carl Friedrich May sein Leben endgültig verpfuscht hat. Und doch gelingt es ihm, seinem elenden Leben zu entkommen: mit der Kraft seiner unbändigen Fantasie. Karl May wird zum verehrten und bewunderten Bestsellerautor, der in »Villa Shatterhand« ein Leben in Wohlstand genießen kann.

Villa Shatterhand in Radebeul
Foto: Walter-Jörg Langbein
Vor 170 Jahren wurde Karl May geboren. Der Weg aus der Armut zum erfolgreichsten Schriftsteller deutscher Sprache war ein sehr weiter. Für den armen Weberssohn war der Weg zum Starautoren in der Villa Shatterhand auch nicht weiter als bis zum Mond ... (2)





Fußnoten
1: »May gegen Mamroth«, Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1974
2: Empfehlenswert ist Karl Mays Autobiographie


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Sonntag, 19. Februar 2012

109 »Marae Titiroa«

Teil 109 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Moorea
Foto: Ian Sewell
Der moderne Mensch hat auch in der Südsee keine Zeit. Und so entscheidet er sich gern für das schnellste Verkehrsmittel, um die 17 Kilometer »lange« Strecke von Papeete nach Moorea zu überbrücken: Maximal zehn Minuten dauert der Flug. Allerdings muss man die Zeit addieren, die man schon vor dem Start auf seinen Flieger warten muss. Das Gepäck muss aufgegeben ... und nach der Landung wieder in Empfang genommen werden. So dauert die modernste Verbindung insgesamt länger als die »langsamste«. Zwei Alternativen gibt es: das schnelle Motorboot (ca. 30 Minuten Fahrtdauer) und ... die gemütliche Fähre.

Das schnelle Motorboot wird von Umweltschützern ungern gesehen. Wiederholt wurden Verbote ausgesprochen, durften die luxuriösen Flitzer nicht in See stechen. Ich meine: Ihr knatternder Lärm passt nicht in das Südseeidyll von Tahiti und Moorea. Ich habe mich für die »träge« Fähre entschieden, die eine Stunde benötigt ... und dafür eine Mini-Seereise bietet ... mit geradezu romantischem Südseeflair! Lachende Kinder sausen umher. Müde Einheimische sitzen auf prall gefüllten Säcken. Sie haben in Tahiti eingekauft. Da sind die Preise günstiger als auf Moorea. Die Fahrt vergeht mir viel zu schnell, wie im Flug ... und schon taucht Moorea auf.

Rucksacktouristen im Paradies
Foto: W-J.Langbein
Blauer Himmel spiegelt sich in blauem Meer. Dazwischen strahlt das kleine Eiland förmlich in sattem Grün ... meistens jedenfalls! Denn manchmal ist der Himmel auch bedeckt. Und je näher man dem Eiland kommt, desto düsterer wirken die imposanten Vulkanberge. Am Himmel zieht ein Jet seine Bahn und hinterlässt einen Kondensstreifen.

Dunkel und schroff ragen sie in den Himmel, scheinen eine gigantische Monstermauer zu bilden. Was mag den Besucher hinter der riesigen Bergkette erwarten ... die einst todbringende Lavamassen in den Himmel spien? Alles ist real, auch wenn manches wie eine für viel Geld geschaffene Filmkulisse wirkt. Die Sonne brennt stechend vom babyblauen Himmel ... bis plötzlich Wolken über der Insel aufziehen und das üppige Grün irgendwie gespenstisch aussehen lassen.

Mir kommt es so vor, als wäre die Insel von Kino-Monster »King Kong« mein Ziel.  Das Gebirge wächst wie eine Mauer aus hartem Basalt zum Himmel. Was mag mich dahinter erwarten? Städte gibt es im Südseeparadies Moorea mit seinen herrlichen weißen Stränden, »glasklaren« Lagunen und üppigster Vegetation keine. Allerdings erkenne ich auf den wogenden Wellen einen seltsamen bräunlichen Schaum und einiges an Zivilisationsmüll. Konservendosen schaukeln hier. Dort schwimmt ein Toilettendeckel. Zum Baden habe ich aber sowieso keine Zeit ... Mein ausgeklügelter Reiseplan sieht leider nur einen mehrstündigen Aufenthalt vor ... Dann muss ich mit der Fähre zurück nach Tahiti. Und so nehme ich mir am Fähr-Hafen ein Taxi ... und los geht’s.

Gut erhaltene Marae auf Moorea
Foto: W-J.Langbein
Vom Hafen aus folgen wir der Küstenstraße. Mangobäume gedeihen prächtig. Ein blechernes Schild kündigt das Dorf »Honu Iti« an. »Das bedeutet ›kleine Schildkröte‹« erklärt der Taxifahrer. Von Ferne winken einige strahlend fröhliche Frauen, schwere Lasten schleppend ... und dennoch bester Laune. Die Freundlichkeit der Menschen macht Moorea erst zum Paradies. Ob für sie der oft schwere Alltag manchmal unerträglich wird? Wenn ... dann zeigen sie es nicht.

»Sie sind aus Deutschland?« fragt mich der Taxifahrer. Als ich nicke, lacht er: »Wir leben hier im Paradies! Nicht im German Schlaraffenland ... Wir müssen arbeiten!« Dann und wann überholen wir schwitzende Rucksacktouristen, die sich die Vulkanberge hinauf quälen. Manche von ihnen recken die Faust gen Himmel und schreien etwas von »Scheiß Touristen« hinter meinem gemächlich fahrenden Taxi her ... so als seien sie selbst keine Touristen.

Wir nähern uns dem Opunohu-Tal. »Gleich sehen Sie die mysteriösen Maraes!« erfahre ich. Maraes sind Kultstätten der vorchristlichen Zeit. In der Regel waren es komplexe Anlagen, rechteckig angelegt, von einer steinernen Mauer umgeben. Im Inneren der Mauer gab es altarähnliche Steinplattformen. Auf Tahiti gab es einst pyramidenförmige »Plattformen«. Sie wurden im Rahmen der Christianisierung verwüstet und zerstört. Aber auch auf Moorea wirkten religiöse Eiferer.

Rituelle Plattform von Moorea
Foto: W-J.Langbein
So gab es an der Nordküste Mooreas im Dörfchen Papetoai einen beeindruckenden Kultplatz. Die christlichen Geistlichen der »London Missionary Society« zerstörten ihn und errichteten (1822-1827) darauf eine achteckige Kirche ... Gleichzeitig wurde alles in christlichen Augen »Unsittliche« verboten – wie die traditionellen Tänze. Paradiesische Lockerheit wurde zur sündhaften Lasterhaftigkeit erklärt. Sonntägliche Gottesdienstbesuche wurden zur Pflicht ... der Besuch von Maraes wurde verboten. Und weil diese Kultanlagen auf Tahiti trotzdem anziehend für die Menschen waren ... wurden sie planmäßig zerstört. Auf Moorea blieben einige erhalten ...

In donnernden Predigten wurden den Menschen grässliche Konsequenzen ihres traditionellen Lebenswandels vor Augen gehalten. Ihr natürlicher Umgang mit Sexualität wurde zur verdammenswerten Sündhaftigkeit, die direkt in die Hölle führte ... Mein Eindruck: Die Menschen von Tahiti wurden mit drastischen Schilderungen zu erwartender Höllenqualen ... aus dem Paradies vertrieben. Paradiesische Unschuld galt von nun an als teuflisches Laster.

Marae von Titiroa
Foto: W-J.Langbein
Das Opunohu Tal war wohl einst so etwas wie ein religiöses Zentrum. Religiös-sakrale Anlagen und steinerne Plattformen, aber auch Wohnhäuser standen dicht an dicht. 500 Bauten sind archäologisch nachweisbar. Einst lebte hier eine Gemeinschaft ... bis ihr hochentwickeltes Gesellschaftssystem von den Missionaren zerstört wurde. Die kulturellen Wurzeln wurden von Eiferern gekappt ... die Tendenz zum »tröstenden Alkohol« wuchs. Mir scheint: die Missionierung war für die Menschen von Moorea alles andere als segensreich. Das einst heilige Tal wurde nach und nach geräumt. Die Natur überwucherte rasch die einstmals heiligen Plätze. Manche wurden zerstört und »landwirtschaftlich genutzt«.

Gezielt wurde das uralte Erbe der Insel zerstört. Die alten Überlieferungen, einst ehrfurchtsvoll von Generation zu Generation weiter gereicht, wurden verboten. Die Menschen im Paradies der Südsee verloren ihre Wurzeln, ihre Identität.

Die Bücher von Walter-Jörg Langbein

»Geheimnisvolles Opunohu-Tal«,
Teil 110 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26.02.2012


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