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Sonntag, 2. Oktober 2016

350 »Kosmische Besucher und ihre irdischen Spuren (II)«

Teil 350 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Uralte sumerische Rollsiegel ....

»Sie interessieren sich für die Spuren von kosmischen Besuchern, die vor Jahrtausenden auf der Erde waren?«, wollte ein junger Student von mir nach kurzem Gespräch am Strand von Mahabalipuram wissen. »Dann sind Sie in Indien richtig!« Zu meinem Erstaunen konnte ich erfahren, dass in Indien seriöse Sanskritforscher davon ausgehen, dass außerirdische vor Jahrtausenden nach Indien kamen: aus den Tiefen des Alls. »Sie wurden im Rig Veda verewigt!« Ähnliche Kontakte habe es im Bereich der Sumerer gegeben. »Alte Rollsiegel zeigen mysteriöse Bilder. Sie erscheinen in ganz anderem Licht, wenn man berücksichtigt, dass vor Jahrtausenden Astronautengötter zur Erde kamen!«

Ich wollte von meinem Gesprächspartner, einem emsigen Studenten des Sanskrit, wissen, wo ich denn in der Literatur Hinweise auf eine fantastische Vergangenheit finden könne. »Im Rig Veda, der vielleicht ältesten Textsammlung überhaupt!«, so lautete die Antwort.

Foto 2: ... zeigen Mysteriöses aus uralten Zeiten.


Wirklich verstanden haben die Rig-Veda-Übersetzer bisher nicht, was sie uns da auftischen. Der fantastisch-reale Hintergrund vieler Textpassagen freilich ist unverkennbar. Im 5. Liedkreis wendet sich der anonyme Verfasser in Hymnus 73 an die Asvin-Götter. Wir lesen in der Übersetzung von Geldner aus dem Jahr 1923 (11): »Das eine Rad des Wagens – zum Staunen erstaunlich – habt ihr zurückgehalten; (mit dem anderen) flieget ihr über die anderen … Geschlechter, mit Macht über die Räume hinweg.«

Bereits 1876 übersetzte Hermann Grassmann (12):

»Ihr habt des Wagens eines Rad
zur Pracht das prächt’ge hergelenkt;
Um andere Nachbarstämme fliegt
ihr durch die Luft mit Herrlichkeit.«

Foto 3: Hatte Moses Kontakt mit Außerirdischen?

Mich erinnern manche Passagen deutlich an biblische Texte, die sich im Alten Testament wiederholt auf das Flugvehikel des biblischen Gottes beziehen. Erinnern wir uns: Auf dem Berge Sinai kam der biblische Gott hernieder, um mit Moses zu sprechen. Der himmlische Gott händigte Moses die berühmten Tafeln mit den »zehn Geboten« aus. Seltsam, der allgegenwärtige Gott konnte nur unter Feuer- und Rauchentwicklung, unter Getöse und Beben aus dem Himmel zur Erde gelangen. Ein allmächtiger Gott, der immer überall ist, hat das nicht nötig. Der ist nicht auf ein Vehikel angewiesen. Ein Beispiel aus dem 2. Buch Mose (13): »Und die Herrlichkeit des HERRN ließ sich nieder auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage.«

Foto 4: Der mysteriöse Berg Sinai

Wie ist der Rig-Veda-Text zu verstehen? Wird nicht ein Wagen mit Rädern beschrieben, sondern geht es um »Fliegende Räder«? Oder – ich spekuliere – war der »Wagen« eine Weltraumstation, von dem sich radförmige Zubringerraumschiffe lösen und »durch die Luft mit Herrlichkeit« fliegen konnten?
So wie nach NASA-Ing. Josef Blumrich das »Hesekiel-Raumschiff« zwischen Erde und Mutterschiff pendelte?  Immer wieder werden die Asvin-Brüder in poetischen Worten als »Herrn des Himmels« tituliert, so zum Beispiel im 6 Liedkreis (14):

»Die Männer preis‘ ich, dieses Himmels Herrscher,
die Ritter ruf‘ ich, mit Gesängen rauschend,
Die bei des Morgens Licht der Erde Enden,
den weiten Raum im Flug umspannen wollen.« 
Vers 2: »Zum Opfer eilend mit den lichten Rossen
durchdrangen mit des Wagens Glanz die Luft sie;
Viel unermessne weite Räum‘ ermessend
geht ihr durch Wasser, trockne Lande, Triften.«

Im Vergleich dazu die Übersetzung von Geldner (15): »Ich preise die beiden ausgezeichneten Herren dieses Himmels, die Asvin rufe ich als Frühbeter mit Preisliedern, die sogleich bei Aufgang der Morgenröte die Grenzen der Erde, die weiten Räume zu umspannen suchen.«

Und weiter heißt es in Vers 2: »Zum Opfer kommend durch die reinen Lüfte ließen sie den Glanz ihres Wagens leuchten. Viele unermeßliche Räume durchmessend fahret ihr über Gewässer, Wüsten, Ebenen.«

Foto 5: Planet Erde - Ziel vorgeschichtlicher Astronauten?

Immer wieder taucht als wichtigstes Attribut der Asvin-Götter auf: Sie, die »Männer des Himmels«, sind schlicht und einfach die  »größten Meister«. Zahllose Textpassagen wiederholen diese Aussage,  nachzulesen zum Beispiel im 10. Liedkreis (16). In seiner poetischen, dem Original auch in Versmaß und Rhythmus entsprechenden Sprache lesen wir (17):

»Man nimmt es wahr, ihr schönen schliesst den Himmel auf,
und schirrt bei Festen eure Wagenrosse an,
die unbefleckten bei dem Fest;
Ihr steht auf hohem Wagensitz,
auf goldnem Wagen, herrliche;
Die Luft durchfahrt ihr auf der Bahn, die richtig führt,
den Luftraum wie auf grader Bahn.«

Hermann Grassmanns Übersetzung des Rig Veda wurde 1876 publiziert, Karl-Friedrich Geldner veröffentlichte seine Übertragung des Rig Veda ins Deutsche im Jahre 1923. Eine Neuübersetzung ist längst überfällig. Grassmann wie Geldner versuchten nicht nur den Inhalt der uralten Hymnen in deutscher Sprache zu vermitteln. Sie waren zudem bemüht, dem Original in Rhythmus und Silbenzahl weitestmöglich zu entsprechen. Wie mir ein Sanskritgelehrter versicherte, blieb dabei nicht selten der Inhalt auf der Strecke. Hätte die inhaltliche Aussage im Vordergrund gestanden, hätten in den Übersetzungen Rhythmus und Silbenzahl nicht mehr gestimmt. Und wenn die altehrwürdigen Texte Hinweise auf Astronautengötterbesuche enthalten, so können diese Hinweise zwangsläufig nicht überall zu erkennen sein. Warum? Weil man sich anno 1876 und anno 1923 einfach nicht vorstellen konnte, dass im Rig Veda Außerirdische beschrieben wurden, die in ihren Raumschiffen zur Erde kamen.

So wurden dann aus hypermodernen Raumgleitern Götterwagen. Und die mussten natürlich von Tieren gezogen werden. Also wurden womöglich aus Hinweisen auf den Antrieb der Flugvehikel – zum Beispiel – fliegende Pferde. So wie Dr. Hermann Burgard sumerische Hymnen neu ins Deutsche übersetzt hat, so müssen endlich die Texte des Rig Veda neu aus dem Original ins Deutsche und andere moderne Sprachen übertragen werden: von Experten, die prähistorische »Götterbesuche« nicht grundsätzlich ausschließen.

Foto 6: Grassmanns Rig-Veda


Heute wissen wir von den Möglichkeiten der Raumfahrt. Den Mond haben wir schon vor Jahrzehnten besucht. Der Mars wird als Ziel für irdische Astronauten ins Auge gefasst. Und selbst interstellare Raumfahrt mit Hilfe von gigantischen Generationen-Raumschiffen wird schon angedacht.

Eugen Sänger spekulierte schon lange vor den ersten Flügen zum Mond von interstellarer Raumfahrt in grauer Vergangenheit. Der Raumfahrtpionier  nahm Dänikens Visionen vorweg. In seinem Werk »Raumfahrt« stellte er bereits 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (19): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Foto 7: Geldners Rig-Veda
Eugen Sänger ging aber noch einen Schritt weiter (20): »Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.«  Es ist endlich an der Zeit, dass Hinweise auf vorgeschichtliche Astronautenbesuche aus den Weiten des Alls etwa in den Texten des Rig Veda zumindest als möglich erachtet werden. Sollten sich Gottheiten wie Shiva, Parvati und Ganesha tatsächlich als Außerirdische erweisen?

Wie ich dargelegt habe wimmelt es in der Rig Veda von Hinweisen auf solche Besuche. Da werden immer wieder »Götter« beschrieben, die in ihren Himmelswagen aus dem All kamen und in ihren Vehikeln um die Erde sausten, und das gedankenschnell. Die Ashvin-Götter-Astronauten (21) kommen 376 Mal vor in der Rig Veda. 57 Hymnen wenden sich direkt an sie. Unüberschaubar scheint die Zahl der (22) »unsterblichen Bewohner des hohen Himmels« zu sein. Diese mächtigen Wesen, die in ihren Himmelsschiffen riesige Strecken zurücklegen, werden (23) »als Gönner für die Menschen gepriesen«. Sie scheinen, diesen Eindruck vermitteln die Hymnen des Rig Veda, geradezu allmächtig zu sein.

Je gründlicher ich in den Texten des Rig Veda las, je öfter ich in Mahabalipuram und anderen indischen Tempelstädten mit Einheimischen sprach, desto mehr irritierte mich eine klare Diskrepanz. Wieso konnten diese Allgötter in ihren fliegenden Vehikeln so ohne weiteres von Menschen herbeizitiert werden, um Opfergaben entgegenzunehmen? Überspitzt ausgedrückt: Wie konnten kleine Menschen die großen Götter an die Opfertische holen?

Spekulieren wir: Götter wie Indra kam immer wieder zur Erde, um Opfer entgegenzunehmen, zum Beispiel »Soma« (24). Was aber war Soma? Eine »gottgenehme Opferspeise« (25), ein berauschendes Getränk aus dem Saft einer Pflanze, vermischt mit saurer Milch? Verwirrender wird der Sachverhalt, wenn er erkennen, dass »Soma« auch eine Himmelsgottheit bezeichnet. Diesem Soma ist der gesamte 9. Liedkreis gewidmet. Der »Soma-Trank« wurde – so der Rig Veda (26) – im Himmel geboren, stammt also ursprünglich nicht von der Erde. Einer von vielen Beinamen von »Soma« (27) lautet – je nach Übersetzung »himmlischer Rahm«, »Milch des Himmels« oder »himmlischer Saft«. In einem Punkt sind sich alle Übersetzungen einig: »Soma« soll »für den unsterblichen hohen Wohnsitz fließen«. Und: Der »Somasaft« wurde von einem »Falken« aus dem Himmel zur Erde gebracht (28). Gott Soma selbst (29) »fand im Himmel den Göttertrank«.

Foto 8: Indische Götter - Astronauten?
Hier sollte ein technikkundiger Übersetzer neu ansetzen: Was wäre, wenn mit dem »hohen Wohnsitz« der Götter ein Raumschiff gemeint ist? Und wenn es sich bei »Soma« ursprünglich nicht um einen Opfertrunk, sondern um Treibstoff für das Raumschiff der Astronautengötter gehandelt hat? Vor rund 4300 Jahren entstanden die sumerischen Tempelhymnen. In Tempelhymnus 21, so fand Dr. Hermann Burgard heraus, wird vermeldet, dass Treibstoff von der Erde zum Raumschiff gebracht wird. Freilich wurden im Tempelhymnus statt uns geläufiger technischer Ausdrücke etwas blumig Umschreibungen genutzt (30): »Der sich schnell drehende Oben-Lärmende, das ›Licht‹, bringt ein Öl-Derivat nach oben zu dem aus Glanzmetall gefertigten ›Himmel‹. Das als Treibstoff gelagerte Öl-Derivat wird im ›Himmel‹ gelagert. Der Laderaum des ›Lichtes‹ wird gereinigt.«

Sollte mit dem »Soma« im Rig Veda also Treibstoff gemeint sein? Spekulieren wird weiter: Die Astronautengötter produzierten den Treibstoff und legten auf der Erde an verschiedenen Orten Treibstofflager an. Diese Punkte flogen sie immer wieder an, um aufzutanken. Daraus wurde in der Überlieferung, als das Wissen um den wahren Ursprung des Soma in Vergessenheit geraten war, Religiöses. Die Himmlischen stiege nicht mehr hernieder, um Treibstoff für ihre Flugvehikel, sondern flüssige Opfergaben aufzunehmen. Ich frage mich, ob eine Neuübersetzung des Rig Veda deutlichere Hinweise auf die ursprüngliche Bedeutung des Soma liefern kann. Dr. Hermann Burgards »Encheduanna: Verschlüsselt – Verschollen – Verkannt« sollte Kennern anderer alter heiliger Texte Mut zu moderneren, zeitgemäßeren Übersetzungen machen!

Fußnoten
(11) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Band 1,Wiesbaden 2008, Fünfter bis achter Liedkreis, Seite 77 8 (5. Liedkreis, Hymnus 73,  Vers 3)
(12) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 1, Seite 218 (5. Liedkreis, Hymnus 73,  Vers 3)
(13) 2. Buch Mose Kapitel 24, Vers 16
(14) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 1, Seite 290 (6. Liedkreis, Hymnus 62, Vers 1)
(15) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Wiesbaden 2008, Band 1, Fünfter bis achter Liedkreis, S. 164 (6. Liedkreis, Hymnus 62, Vers 1)
(16) Zehnter Liedkreis, Hymne 143, Vers 3!
(17) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 2, Seite 142 (1. Liedkreis, Hymnus 139, Vers 4)
(18) Burgard, Dr. Hermann: »Encheduanna/ Geheime Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2012
Burgard, Dr. Hermann: » Encheduanna: Verschlüsselt – Verschollen – Verkannt.
     Tempelhymnen Nr. 20 - 42 mit neuen Geheimen Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2014
(19) Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124 und 125
(20) ebenda, S.124
(21) 1.3 (1. Liedkreis, Hymnus 3), 1.22 (1. Liedkreis, Hymnus 22), 1.34, 1.46-47, 1.112, 1.116-120, 1.157-158, 1.180-184, 2.20, 3.58, 4.43-45, 5.73-78, 6.62-63, 7.67-74, 8.5, 8.8-10, 8.22, 8.26, 8.35, 8.57, 8.73, 8.85-87, 10.24, 10.39-41, 10.143.
(22) 2. Liedkreis, Hymnus 2, Vers 9
(23) 10. Liedkreis, Hymnus 64, Vers 9 (verkürzt 10,65,4)
(24) 4. Liedkreis, Hymnus 22, Vers 1 (verkürzt 4, 22, 1)
(25) 4. Liedkreis, Hymnus 26, Vers 4 (verkürzt 4, 26, 4)
(26) 9. Liedkreis, Hymnus 61, Vers 10 (verkürzt 9, 61, 10)
(27) 9. Liedkreis, Hymnus 109, Vers 3 (verkürzt 9, 109, 3)
(28) 9. Liedkreis, Hymnus 86, Vers 24 (verkürzt 9, 86, 24)
(29) 6. Liedkreis, Hymnus 44, Vers 23 (verkürzt (6, 44, 23)
(30) Burgard, Dr. Hermann: » Encheduanna: Verschlüsselt - Verschollen - Verkannt.
     Tempelhymnen Nr. 20 - 42 mit neuen Geheimen Offenbarungen«, Groß-Gerau
     2014, Seite 50

Foto 9: Götter oder doch Astronauten?
Zu den Fotos
Foto 1: Uralte sumerische Rollsiegel ....  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: ... zeigen Mysteriöses aus auralten Zeiten. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Hatte Moses Kontakt mit Außerirdischen?
Foto 4: Der mysteriöse Berg Sinai. wiki commons/ Góra Synaj
Foto 5: Planet Erde - Ziel vorgeschichtlicher Astronauten? Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Grassmanns Rig-Veda. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Geldners Rig-Veda. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Indische Götter - Astronauten? Foto Walter-Jörg Langbein 
Foto 9: Götter oder doch Astronauten? Foto Walter-Jörg Langbein



351 »Apocalypse Wow!«,
Teil 351 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 09.10.2016

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Sonntag, 25. September 2016

349 »Kosmische Besucher und ihre irdischen Spuren (I)«,

Teil 349 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Rekonstruktion eines Himmelsschiffs

»Sie interessieren sich für die Spuren von kosmischen Besuchern, die vor Jahrtausenden auf der Erde waren?«, wollte ein junger Student von mir nach kurzem Gespräch am Strand von Mahabalipuram wissen. »Dann sind Sie in Indien richtig!« Er gehöre zur Forschungsgemeinschaft »Global Hinduism« und durchforste mit seinen Kollegen Jahrtausende alte Schriften auf Beschreibungen von Himmelsschiffen und sonstigen Flugvehikeln. Mein Gesprächspartner: »Wenn such Sanskrit-Experten in Indien über die uralten Texte unterhalten, die hier vor Jahrtausenden entstanden, reden sie ganz offen über UFOs in den heiligen Texten des Hinduismus. In Europa ist das anders. Da gelten solche Gedanken als ketzerisch und unwissenschaftlich.«

Fotos 2-4: Das »Feuerross«
Die Sachlage ist unklar, wirklich verlässliche Dokumente fehlen. Wir sind auf legendenhafte Überlieferungen angewiesen. Wir stellen Vermutungen an, wir wissen nichts wirklich genau. Man geht davon aus, dass König Narasimhavarman I. um das Jahr 630 nach Christus »seine« Hafenstadt gegründet hat. Weil der Regent – so heißt es –  ein kraftstrotzender Kämpfer war, erhielt er den Beinamen »großer Ringer«, in der Landessprache »Mamalla«.  Deshalb erhielt »seine« Metropole den Namen »Mamallapuram«, zu Deutsch »Stadt des Mamalla«, sagen die einen. Falsch, wenden andere ein. Wie soll denn aus Mamallapuram Mahabalipuram geworden sein? Die schöne Geschichte von der Namensgebung »Mamallapuram« sei frei erfunden. Die Stadt habe vielmehr von Anfang an »Mahabalipuram«, nämlich »Stadt des Mahabali«, geheißen. »Mahabali« oder auch nur »Bali« soll ein mächtiger Dämon gewesen sein, der einst alle drei Reiche – Unterwelt, Menschenwelt und Oberwelt – regierte. Erst Gott Vishnu (1) konnte ihn besiegen. Reicht also die Geschichte der Stadt am Meer viel weiter zurück in die Vergangenheit Indiens?

Ich habe mit strenggläubigen Juden diskutiert, für die war Vishnu ein fremder Gott, dem auf keinen Fall Verehrung zuteilwerden darf. Ich habe mit strenggläubigen Moslems diskutiert, die verachteten Vishnu als Götzen. Derlei Statuen und Statuetten müssten unbedingt zerschlagen werden. Und ich habe mit strenggläubigen Christen diskutiert, die wiederum jeglichen Glauben an Vishnu als »teuflischen Aberglauben« verdammten. Wie würden diese drei großen Religionsgemeinschaften darauf reagieren, wenn Vishnu sich als außerirdischer Besucher aus einem fernen Sonnensystem »outen« würde? Gibt es Hinweise in den alten Überlieferungen auf Besucher aus dem All, die als Götter in den Rig Veda eingegangen sind?

Foto 5: Tempel von Mahabalipuram
Wie es zu verstehen, wenn der Rig Veda über Vishnu aussagt, er habe (2) »die Erde ausgeschritten, um Wohnräume zu schaffen«? Der Rig Veda preist Vishnu als (3) »mächtigen Behüter, der … die irdischen Räume … weit abgeschritten hat zu weiterer Bewegung, zum Leben.«

Vishnu wohnt im Himmel und andere Götter folgen ihm (4). Vishnu untergeordnet sind, darauf verweist der Rig Veda ausdrücklich, die göttlichen Asvin-Zwillinge Dasra und Nasatya. Auf diese himmlischen Gesellen trifft man im Rig Veda immer wieder. 

Ihnen wurde große Verehrung zuteil. Sie wurden in poetischen Hymnen gepriesen und geradezu unterwürfig angefleht. Die Asvin-Götter, so erfahren wir aus dem Rig Veda, sind vom Himmel geboren und sausen als »himmlische Vögel« (5) herbei, um den Menschen zu helfen. Allerdings waren die Asvin-Brüder wohl keine gefiederten Vögel im herkömmlichen Sinn, keine Flattermänner, die sich mit der Kraft ihrer Muskeln in die Lüfte erhoben.

Wenn die »Indianer« Nordamerikas ehrfürchtig vom  »Feuerross« (Fotos 2-4) sprachen, meinten sie ja auch kein herkömmliches Reittier, sondern eine Lokomotive, also eine Maschine. Besonders eindrucksvoll war für mich das qualmende, schnaubende »Feuerross«, das bei den Karl-May-Festspielen 2016 leibhaftig in Erscheinung trat. Das Monster aus Eisen gehörte zu den »Hauptakteuren« von Karl Mays »Der Schatz im Silbersee«. Doch zurück nach Indien: Die Asvin-Brüder nutzen einen Wagen (6) und der »umfährt in einem Tage Himmel und Erde«. Die englische Übersetzung, so wurde mir in Mahabalipuram gesagt, kommt dem Originaltext deutlich näher. Da heißt es nämlich (7): 

»Your car ... goes round the earth and heaven in one brief moment«.
Zu Deutsch: »Euer Wagen … geht um Himmel und Erde in einem kurzen Moment.«

Im Stichwortregister der meiner Meinung nach besten Übersetzung der Rig Veda ins Deutsche,  heißt es klipp und klar: Die Asvin »fliegen in einem Tage um den Himmel«. Immer wieder wird im Rig Veda darauf hingewiesen, dass die Asvin-Götter in ihrem Wagen fliegen – um die ganze Welt (8): »Denn ihr, die Meister, flieget mit den eiligen (?) vollständig um die ganze Welt.« In der englischen Übersetzung (9) werden die Asvin-Brüder als »Wunder-Wirker« oder »Wunder Bewirker« gepriesen.

Herrmann Grassmann übersetzt, dem Original auch in Reim und Rhythmus so nah wie möglich kommend (10):
»Denn, hehre, ihr umfliegt das All
mit raschen Rossen rings herum,
Gebet erregend, honigfarbene Glanzesherrn.«

Fotos 6 und 7: Tempel oder Mythologie in Stein?

Vergleicht man verschiedene Übersetzungen des Rig Veda miteinander, erkennt man, wie geradezu verzweifelt die Wissenschaftler bemüht sind zu verstehen, was sie aus einer altehrwürdigen Sprache ins Deutsche oder Englische übertragen. Heutige Übersetzer haben ein Problem: Selbst wenn sie erkennen würden, dass altehrwürdige Texte modernste Raumfahrttechnologie beschreiben, müssten sie einem überholten Weltbild treu bleiben. Müssten? Müssen? Außenseiter haben es im Wissenschaftsbetrieb schwer. Das fängt schon im Studium an. Der Student gibt bei einer Prüfung zum Besten, was der Professor von ihm erwartet. Da der Student bestehen möchte, wird er den Professor bestätigen und ihm nicht widersprechen. Steigt er zum Assistenten des Professors auf, wird er wiederum die »Erkenntnisse« des Professors nicht anzweifeln, sondern untermauern.

Konkret: »Ketzerische« Interpretationen altindischer Texte im Sinne von »Astronautengötter-Besuchen in grauer Vorzeit« können sich nur sehr schwer durchsetzen. Ja derlei Themen sind derartig tabuisiert, dass in der Welt der Wissenschaft kaum jemand über derlei Fragen auch nur diskutieren mag. Vor Jahrtausenden darf es nun einmal keine Außerirdischen gegeben haben, deren gigantische Mutterschiffe zur Erde kamen und die in Zubringerschiffen zwischen All und Erde pendelten. Dann müssen eben Außerirdische »Götter« bleiben. Dann müssen Raumschiffe, die an einem Tag die Erde umkreisen Vehikel sein, die von Pferden gezogen werden.

Foto 8: Steinerne Erinnerungen - an was?

Übersetzer des 19. Jahrhunderts hatten einen fragwürdigen »Vorteil«. Weltraumfahrt kannten sie nicht, also gerieten sie erst gar nicht in den Konflikt heutiger Übersetzer: Astronautengötter oder Götter, Weltraumschiffe oder Götterkarren? Man kann nur erkennen und identifizieren, was man kennt oder zumindest für möglich hält. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist aber Raumfahrttechnologie längst schon Realität geworden. Wir können also entsprechende Hinweise – zum Beispiel – altindischer Literatur wie dem Rig Veda erkennen. Wir können, wir könnten, wir sollten …


Fußnoten

(1) Andere Schreibweisen: Visnu oder Wischnu.
(2) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Wiesbaden 2008, Band 2, Namenindex S. 39
(3) ebenda, Band 1, S. 213. 1, 155, 4 (1. Liedkreis, Hymnus 155, Vers 4)
(4) ebenda, Band 2,  S. 315. 8, 15, 9 (8. Liedkreis, Hymnus 15, Vers 9)
Ebenda, Band 1, S. 214. 1, 156, 4 (1. Liedkreis, Hymnus 156, Vers 4)
(5) Ebenda, Band 1, S. 474. 4, 43, 3 (4. Liedkreis, Hymnus 43, Vers 3)
(6) ebenda, Band 1, S. 406. (3, 58, 8)
(7) »Rig Veda by Ralph T.H. Griffith, Translator«, eBook, Verlag: Leeway Infotech, 30. Januar 2016
(8) Michel, Peter (Hrsg.) »Der Rig-Veda/ Das Heilige Wissen Indiens in der Übersetzung von Karl-Friedrich Geldner«, nach der Ausgabe Göttingen und Leipzig 1923, Wiesbaden 2008, Band 1, Seite 336. 8, 26, 6 (8. Liedkreis, Hymnus 26, Vers 6)
(9) »Rig Veda by Ralph T.H. Griffith, Translator«, eBook, Verlag: Leeway Infotech, 30. Januar 2016
(10) »Rig Veda. Übersetzt und mit kritischen und erläuternden Anmerkungen versehen von Hermann Grassmann«, Leipzig 1876, Band 1, Seite 438

Zu den Fotos
Foto 1: Rekonstruktion eines Himmelsschiffs. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Fotos 2-4: Das »Feuerross« der Indianer Nordamerikas. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Tempel von Mahabalipuram. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 6 und 7: Tempel oder Mythologie in Stein? Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Steinerne Erinnerungen - an was? Foto Walter-Jörg Langbein

350 »Kosmische Besucher und ihre irdischen Spuren (II)«,
Teil 350 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 02.10.2016


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