Montag, 29. März 2010

lyrich die spamwinnerin

liebes lieschen wie geht es dir
mir geht es gut
stelle dir vor was mir passiert ist
da erhalte ich jüngst eine mail
so merkwürdig fremdländisch geschrieben
zuerst wusste ich gar nicht
was da los war
aber lies mal selbst


»PREIS HAT GEWONNEN: Neun Hundert Tausend britisch PoundsSterlings - £ 900,000.00 Wir wünschen, Ihnen auf Ihrem Gewinn zu gratulieren.
Wir möchten auch Sie informieren, der in diesem Augenblick der U. K Nationales Lotterienprogramm momentan Ihre Akte und Anspruch Bearbeitet, für den Sie Gewinnend. Und will Sie, zu sein, informieren auch, dass Sie adviced werden, unsere Rechtsabteilung für Ihre Gewinner Certifcate zukontaktieren, Kontaktieren Sie Person: Frau Briget XXXX E-Mail: XXuklegaldept@sify.com
Glückwunsch Wieder!! Betrachtet John ZZZZZZ.«


lieschen ich bin reich
die not hat ein ende
und nie wieder muss ich
schlüpfer eintüten hahahaha
sofort habe ich geantwortet
dann bekam ich folgende mail


»Glückwunsch!!
Der Ausschuss von Vertrauen Dem U. K Nationale Lotto Programme haben unterrichtet, dass wir Sie mit einer geprüften Kopie von Ihrer Gewinnerbescheinigung überreichen. Zur Futher von Anweisung auf der Verarbeitung von Ihrem Gewinn werden Sie hiermit von diesem Büro geleitet, Den Treuhänderagenten zu kontaktieren.
Kontaktieren Sie Person: Herr John ZZZZZ
E-Mail:XXX johnsmith4000@sify.com
Ihres ist hiermit adviced mit unmittelbarer Wirkung, ihn zu kontaktieren, Sie auf dem nächsten Schritt zu führen, genommen zu werden.
Glückwünsche Einmal Wieder !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Betrachtet Frau Briget XXXX«


da habe ich doch sofort hingemailt
aber lieschen stelle dir vor
die mail kam zurück
darauf habe ich mich beschwert und bekam dann antwort
dieses fremdländische ist schon so eine sache
das dürfte so etwas wie eine entschuldigung sein


»Glückwunsch!!
Wir appologise das für inconvience, der Sie durch beim Erreichen Johns ZZZZZZ gegangen sind, können Sie jetzt ihn durch diese E-Mail erhalten:
XXXjohnsmith8100@sify.com mit Bequemlichkeit.
Wir am U. K Nationales Lotterienbüro ist erbärmlich für den Inconviences. Zur Futher von Anweisung auf der Verarbeitung von Ihrem Gewinn werden Sie hiermit von diesem Büro geleitet, Den Treuhänderagenten zu kontaktieren. Kontaktieren Sie Person: Herr John ZZZZZ E-Mail: ZZZjohnsmith81 00@sify.com Tel: 44-703-195-0815
Ihres ist hiermit advicedwith unmittelbare Wirkung, ihn zu kontaktieren, Sie auf dem nächsten Schritt zu begeben zu führen.
Glückwünsche noch einmal!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Betrachtet Frau Briget XXXX«


kann ich doch verstehen
unsere oma hatte auch blasenschwäche
da fühlt man sich wirklich erbärmlich
auf jeden fall gingen die mails so hin und her
und auf einmal bekam ich
folgendes schreiben


»Merkt, dass die Lieferungsgebühr kann nicht bededucted von Ihrem Gewinn als Ihr Entwurf schon ist bearbeitet worden summiert, und ist zur Melodie von Ihrer siegreichen Summe von GBP 900 000,00 ausgegeben worden.
Merkt, Dass eine geprüfte Kopie von Ihrem Entwurf zu dieser Post befestigt ist. Bitte Notiz dass für uns, zu schicken Ihre ursprüngliche Kopie von Zahlungsentwurf, den Sie in Ihr Konto für Ihre siegreiche Summe bezahlen werden, zu reinigen und werde kreditiert zu Ihrem Konto es wird kosten Sie die Summe von GEBRAUCHTEM $650(Six Hundert und Fünfzig Dollar) uns schicken aus der ursprünglichen Kopie von Ihrem Zahlungsentwurf zu Ihrer gegebenen und gesetzmäßigen Adresse, und dem Zusammenbruch von der Gebühr ist zu ermöglichen als Folgt.
Notarization:$150
Insurance:$275
Courier:$225
Tragen Sie in Gemüt, das diese Gebühren bezahlt werden sollen, bevor das von Ihrem Entwurf absendet, als die Gebühr zur Kurierfirma bezahlt werden wird, dass die ursprüngliche Kopie von Zahlungsentwurf zu Ihrem bestimmten Adress liefern wird.
Dies ist die Informationen, bei der Verdrahtung der Gebühren zu benutzen, uns zu ermöglichen, schicken aus Ihrer ursprünglichen Kopie von Zahlungsentwurf und Dokumenten, die Sie unterzeichnen sollen, schickt die Gebühr durch Geldgramm Internationalen Trasfer mit diesem Namen. Name: William Usman Adresse: London England Schicken Sie die Gebühren sofort und wird zurück zu diesem Büro mit den Zahlungsinformationen durch E-Mail oder Telefon, uns zu ermöglichen, sendet die ursprüngliche Kopie des Entwurfs zu Ihrer gegebenen Adresse ab. Machen Sie diese Zahlung, innerhalb des nächsten 48hrs, weil der U. K Nationales Lotterienbüro nicht wollen würde, haftbar für irgendeine Verspätung gehalten zu werden.
Account Director Frau Jenifer YYYYY«


na lieschen da war ich mal ganz durcheinander
aber habe sofort mit wonni darüber gesprochen
Du kennst sie ja
sie sieht alles so pragmatisch
außerdem kann sie fremdländisch
und weil ich so durch den wind war
hat sie mir in fremdländisch eine antwort
vorbereitet die ich genau so auf den weg gebracht habe


»antwort:
sehr geehrter verarscherhauptzentrale,
ich will sagen ihnen das sie können geknickt ich nicht so blöd ihnen geld zahlen für hokuspokus.
okay sie nicht gewußt das farbe in echt nicht blond und ich nur getarnte idiot, aber nu bescheid.
wenn wollen schicken knete dann zack, zack ohne patte von mich ansonsten
adios nich adidas,
sportliches gegrüße, the winner«


das schätze ich so an wonni
sie findet immer die passenden worte zur rechten zeit
natürlich bekam ich antwort
was mich allerdings gewundert hat
die scheinen in england merkwürdige bürozeiten zu haben
aber vielleicht braucht die post auch länger
oder die arbeiten nur in spät oder nachtschicht
weil das billiger ist auch egal
die antwort kam


»Wir wird recieved, den Sie und abschicken, mögen, Sie zu informieren, dass es so fremd ist, dass Sie mit den Kurierenkosten für Schicken Sie Ihr siegreicher Entwurf nicht erscheinen können. Wie auch immer bin ich vom Ausschuss der Sachwalter angeordnet worden, von Ihnen wie viel Sie zu fragen, hätten sich leisten können?
Lassen Sie uns kennen dieses sofort.
Betrachtet Frau Jenifer YYYY«


lieschen jetzt hatte ich ein problem
wonni hatte sich nämlich wieder
auf die malediven verdrückt und konnte mir
überhaupt nicht helfen


aber ich bin ja nicht auf den kopf gefallen
und habe mir gedacht
schreibste den leuten mal so wie es ist
ohne zick und ohne zack
natürlich auf fremdländisch
was sehr schwierig für mich war


aber schau mal
was dabei herausgekommen ist


»seer veerte winnerzentrale
ich habe da ein problem
weil der stanislav koswowsky der wo ist mein nachbar
dem habe ich erzählt dass ich winner bin
in ihrer lotteriegesellschaft


da hat der stanislav mir gesagt
dass ich wunderschöne blaue augen habe
er mich von ganzem herzen liebt und das schon lange


nun haben wir auf meinen gewinn tüchtig angestoßen
und der stanislav hat seine alte getreten in asch
und will mich ganz schnell heiraten aber nur wegen liebe


eine neue wohnung haben wir auch schon
weil in diesem loch können wir nicht mehr wohnen
wenn wir reich sind


weil der von oben der murath der wäscht sich immer füße
von seine alte in schüssel wo hat loch
und wasser läuft durch decke auf mein bett
und stanislav bekommt immer hintern nass
wenn er haben will sexualität mit mir
das ist nicht gut


bei wohnungsmietamt läuft schon beschwerde
aber die haben gesagt jetzt wo ich bin reiche frau
werde ich nicht mehr bekommen geld von amt


wir müssen euro in automaten werfen
damit hier angeht licht und stanislav
schon mit seiner alten wieder spricht
um euro zu pumpen für automaten
jetzt habe ich angst
wenn geld von gewinn nicht langsam kommt
der stanislav wieder liebe findet für seine alte
weil die hat wo großen spoiler und ich nicht


und telefongesellschaft hat schon lange kein vertrag mehr mit mir
aber stanislav hat leitung illegal gelegt zu wohnung von janosch
aber wenn janosch erfährt dann gibt es kasalla


jetzt habe ich überlegt folgendes
die lotteriegesellschaft schickt ganz zack scheck
über 850.000 pfund
mit 400.000 kilo bin ich auch zufrieden


und mit rest von kohle gesellschaft macht party
mit tänzerin wo tanzt nackt auf tisch
aber bitte schnell schicken scheck
weil stanislav sonst gehen zu alten zurück.


die winnerin«


also lieschen
geantwortet hat man mir nicht auf meine mail
aber was meinst Du
ob mich der stefan raab
in seine sendung einlädt


fühle dich umärmelt von deiner
lyrich

Sonntag, 28. März 2010

11 »Unterirdische Gänge und die Monstermauer von Cusco«

Teil 11 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Erinnern wir uns: »Bei Pacari-Tambo, östlich von Cusco gelegen, sollen einst vier Schwestern und vier Brüder aus einem unterirdischen Tunnel gestiegen sein. Einer der Brüder schleuderte vier Felsbrocken, so heißt es, in die vier Himmelsrichtungen. So sollen die Grenzen des Inkareiches festgelegt worden sein.« Diese uralte Überlieferung mutet wie ein Märchen von Ali Baba und seinen Schätzen an, fantastisch und unglaubwürdig. Indes: Einst existierte unter der heutigen Stadt von Cusco ein gigantisches unterirdisches Tunnelsystem, dessen Ausmaße wir uns nicht einmal vorstellen können. In diesen Gängen sollen noch märchenhafte Schätze schlummern.

Die Zugänge in diese Unterwelt, die sich in mehreren Etagen weit über die Grenzen der einstigen Metropole hinaus erstreckt haben soll, endeten in Gebäuden aus der Vor-Inkazeit. Die Inkas übernahmen diese Bauwerke, vielleicht auch die gigantischen Tunnelanlagen. Und die spanischen Eroberer errichteten Kirchen auf den uralten Mauern. Die Tunnels müssen ihnen bekannt gewesen sein. Verschiedentlich haben mir Priester in weihrauchgeschwängerter Kirchenatmosphäre gezeigt, wo sich hinter Altären noch Eingänge in die Unterwelt befinden sollen. Andere Geistliche leugneten die Existenz der unterirdischen Anlagen. Ein Priester meinte mit erhobenem Zeigefinger: »Natürlich gibt es diese Gänge im Felsgestein nicht. Außerdem ist es viel zu gefährlich, sie zu erkunden!« Ein anderer behauptete: »Vor Jahrhunderten hatten die Menschen Angst. Sie glaubten, Teufel könnten aus der Hölle an die Erdoberfläche kommen. Sie zerstörten deshalb die Zugänge zu den Tunnels. Viele dürften zudem sowieso im Lauf der Jahrhunderte eingestürzt sein!«

Meine Recherchen vor Ort ergaben tatsächlich Fantastisches: Die heutigen Kirchen sollen nach wie vor über Zugänge in diese mysteriöse Unterwelt verfügen... Gotteshäuser christlichen Geprägtes als Hüter einer uralten heidnischen Vergangenheit. Teile der Labyrinthe wurden angeblich von der peruanischen Armee gesprengt. War es die Absicht der Militärs, die unterirdische Welt zu vernichten? Oder sollte vielmehr verhindert werden, dass moderne Abenteurer in die Unterwelt hinabsteigen? Was könnte in den Gängen unter Cusco zu finden sein?

1533 war der Herrscher der Inkas Atahualpa Gefangener der Spanier. Francisco Pizarro bat Inkaherrscher Atahualpa um ein Treffen in Cajamarca, wo der mächtige Regent die heißen Schwefelbäder genoss. Als Atahualpa auf einer goldenen Sänfte zum Marktplatz getragen wurde, war kein spanischer Soldat zu sehen. Die Komplizen Pizarros beobachteten aus ihren Verstecken das Geschehen. Der katholische Priester Vincente de Valverde näherte sich und forderte Atahualpa gebieterisch auf, den christlichen Glauben anzunehmen. Schließlich reichte der Geistliche dem Inka eine Bibel. Der hielt das »sprechende Buch« an sein Ohr, lauschte und warf es schließlich enttäuscht zu Boden. Diese »Schändung des christlichen Glaubens« war willkommener – erwarteter – Anlass, Atahulapa gefangen zu nehmen und seine Gefolgsleute niederzumetzeln. Bis zu 10 000 Inkas sollen in einem grausamen Gemetzel ermordet worden sein. Atuhalpa ließ man noch am Leben.

Atahualpa kannte die Gier der Spanier nach Gold und Silber. Also bot Atahualpa den Spaniern ein Lösegeld an: ein Raum von sechs Meter Länge und fünf Meter Breite würde übermannshoch mit Gold, ein zweiter Raum mit Silber gefüllt. Pizarro zögerte. Der zweite Raum sei doch kleiner, wandte er ein. Daraufhin erhöhte Atahualpa seine Offerte. Er würde als Lösegold zusätzlich zum Gold doppelt so viel Silber heranschaffen lassen, wie in den zweiten, kleineren Raum passte.

Boten wurden ins ganze Inkareich geschickt. Und bald schon trafen aus dem gesamten Inkareich Karawanen ein, beladen mit unvorstellbaren Schätzen aus Gold und Silber. Für die Inkas waren diese Metalle lediglich Material, um daraus kostbare Kunstschätze zu schaffen. Die »zivilisierten« Spanier indes hatten kein Interesse an den Zeugnissen einer fremden Kultur. Sie errichteten gewaltige Schmelzöfen und verwandelten fünf Wochen lang Tag und Nacht die Schätze der Inkas in Gold- und Silberbarren.

Vergeblich hatte Atahualpa darauf gehofft, die christlichen Eroberer würden zu ihrem Wort stehen. Die räuberischen Erpresser aus Europa dachten gar nicht daran. Ihnen war klar, dass ein aus der Gefangenschaft freigelassener Atahualpa seine Truppen neu sammeln und ordnen... und die Spanier besiegen konnte. Man wagte aber nicht, ihn sofort zu töten. So erklärten die Spanier ihren Gefangenen zum »freien Mann«. Freigelassen wurde er allerdings nicht, sondern blieb weiterhin Gefangener, jetzt allerdings als »Gast«. Gleichzeitig wurde ein abstruser Prozess vorbereitet, dessen Ausgang von Anfang an feststand: die Todesstrafe. Zu den »Verbrechen« des einst mächtigsten Mannes des Inkareiches gehörte es, nackt mit schönen Jungfrauen gebadet zu haben. Das Todesurteil wurde mit viel Brimborium verkündet.

Huldvoll bot Pizarro dem Inkaherrscher an, ihn nur erwürgen und nicht verbrennen zu lassen... falls er sich taufen ließe. Atahualpa willigte ein, weil seiner religiösen Überzeugung nach eine Wiedergeburt nur möglich war, wenn sein Leichnam nicht den Flammen zum Opfer fallen würde. Und so wurde Atahualpa am 26. Juli 1533 (oder am 29. August 1533) mit der Garotte ermordet, nachdem Padre Vincente de Valverde den Todgeweihten auf den Namen Francisco de Atahualpa getauft hatte.

Auch nach der Ermordung Atahualpas trafen weiterhin Reichtümer ein. Eine einzige Karawane, bestehend aus 11 000 mit Gold und Silber beladenen Lamas, soll noch rechtzeitig von Atahualpas Frau umgeleitet worden sein. So entgingen den Spaniern schätzungsweise fünf Tonnen Gold. Gelagert wurden diese Kostbarkeiten angeblich im Tunnelsystem unter Cusco, in einem Labyrinth mit bezeichnendem Namen: »Ort, an dem man verloren geht«. Felipe de Pomares, so überliefert es ein Dokument aus dem 16. Jahrhundert, soll noch gewusst haben, wo das unterirdische Versteck war. Felipe de Pomares zeigte seiner Frau einen einzigen Raum tief unter Cusco: Da standen Statuen von Menschen in Lebensgröße – in purem Gold. Wuchtige goldene Tische waren mit kostbaren Pokalen und Edelsteinen förmlich überladen.

1814 war es Brigadier Matieo Garcia Pumakahua, ein Nachfahre der stolzen Inkas, der einem Vorgesetzten die Augen verband und ihn in die unterirdische Welt Cuscos führte. Der hochrangige Offizier bekam Goldbarren in Backsteingröße, herrlichen Goldschmuck und kunstvoll gearbeitete Tierfiguren aus Silber zu sehen. Angeblich war in der Schatzkammer – einer von unzähligen – das Schlagen der Glocken der Kathedrale von Cusco zu hören. Das geheime versteck muss sich also irgendwo in einer unterirdischen Kammer im Stadtbereich selbst befunden haben.

Mitte des 19. Jahrhunderts will der Abenteurer Bill McGovern in unterirdischen Kammern bei Cusco »Altäre« gesehen haben, die zu Ehren der Inkagötter errichtet worden waren. McGovern: »Nahe bei Sacsayhuaman gibt es geheimnisvolle Höhlen, die in das Innere der Erde reichen. Hier hat man Altäre zu Ehren der Götter der unterirdischen Gefilde aus dem Gestein geschlagen.«

Eingänge in die Unterwelt soll es einst viele gegeben haben... die aber allenfalls nur wenigen Eingeweihten bekannt waren. Sie führten angeblich einst kilometerweit von der Metropole Cusco unterirdisch bis nach Sacsayahuaman.

Nach meinen Recherchen vor Ort befindet sich noch heute direkt unter dem Hauptaltar der Kirche von Santo Domingo ein Abstieg in die unterirdischen Gänge. Man zeigte mir einen primitiven Holzverschlag, der die geheimnisvolle Tür verbirgt. Weitere Kirchen sollen auf Grundmauern von Inka-Bauten mit Zugängen zum Gangsystem errichtet worden sein: die Kirche von San Cristobal, die Kathedrale von Cuzco, die Kirche von Santa Catalina und die Kapelle von Santa Rosa. Diese sakralen Gebäude reihen sich wie Perlen auf einer schnurgeraden Kette aneinander. Sie weisen in nördliche Richtung: nach Sacsayhuaman!

Sacsayhuaman! Der Name steht für ein kolossales Bauwerk, das zu den Weltwundern unserer Erde gezählt werden darf: Im Norden von Cusco gibt es ein gewaltiges Bauwerk, das wirklich die Bezeichnung »Monstermauer« verdient: 545 Meter lang erstreckt sie sich in Zickzacklinien, in drei Stufen übereinander wie eine mythologische Schlange. Oftmals ist dieser kunstvoll aufgetürmte Superwall über zwanzig Meter hoch! Steinriesen aus Andesit, bis zu 400 Tonnen pro Stück, wurden scheinbar mühelos in- und aufeinandergefügt.

Einen dieser Steinriesen habe ich vermessen. Er hat ein Volumen von 180 Kubikmetern (seine Maße 9m x 5m x 4 m). Wie alle seiner »Kollegen« wurde er zwanzig Kilometer transportiert: vom Steinbruch zur geheimnisvollen Mauer. Wie soll das geschehen sein? Angeblich kannten die Inkas weder Rad noch Rolle. Wie hat man die Kolosse vom Steinbruch an die Baustelle befördert? Wie wurden sie zur Mauer aufgetürmt? Wie hat man sie aufeinander gestapelt?

»Aha, da waren also die Außerirdischen am Werk!« werfen Skeptiker ironisch grinsend ein. »Warum sollten Außerirdische so eine Monstermauer bauen?« Diese Argumentation klingt vernünftig. Allerdings wird da »widerlegt«, was niemals behauptet wurde: der gewaltige Monsterwall von Cusco wurde nicht von Außerirdischen errichtet. Aber: die Menschen, die da eine wahre Meisterleistung vollbracht haben, müssen über uns unbekannte Methoden und Werkzeuge verfügt haben. Wie entstand das Wunderwerk von Sacsayhuaman?

»Wir wissen es nicht!« erklärte mir Prof. Hans Schindler-Bellamy, Wien. »Die Anlage dürfte eher 10 000 Als 1 000 Jahre alt sein! Sie wurde – zu welchem Zweck auch immer – lange vor der Inkazeit errichtet!«

Als »Verteidigungsbollwerk« macht die Monstermauer keinen Sinn. Warum sollte man so eine zyklopenhafte Anlage bauen? Warum hat man Zigtausende von Tonnen Stein in Riesenbrocken über weite Strecken – wie auch immer – transportiert... und dann noch millimetergenau verbaut? Einen solchen Aufwand hätten die Inkas nicht getrieben, um Feinde abzuhalten.

Oberhalb der Monstermauer haben Archäologen eine kreisrunde Anlage entdeckt. Sie hatte offenbar astronomische Bedeutung. Hier wurden Sterne und Planeten angepeilt und beobachtet. Wie wurden die Ergebnisse der astronomischen Studien festgehalten, in welcher Schrift? Eine Schrift muss es gegeben haben, auch für die Planung der gewaltigen Anlage von Sacsayhuaman.

Staunend steht man vor den Steinkolossen. Man gewinnt den Eindruck, als hätten Riesen die monströsen Steine wie kleine Bauklötzchen spielerisch zusammengefügt. Die Kolosse müssen zunächst millimetergenau zu komplexen, mehreckigen und vielflächigen Steinriesen zurechtgehauen worden sein. Erst dann können sie exakt auf – und nebeneinander gesetzt worden sein... millimetergenau und ohne Bindemittel. Mit unglaublicher Präzision hat man da gearbeitet.

Kleine, handliche Steine kann man auch mit primitiven Werkzeugen immer wieder bearbeiten: so lange, bis sie sich wie ein dreidimensionales Puzzle zusammensetzen lassen. Man kann immer wieder die Steine aneinander- oder aufeinanderhalten, man kann immer wieder probieren und ändern – bis sie exakt passen. Mit tonnenschweren Steinkolossen ist das nicht möglich. Wer auch immer die Monstermauer gebaut hat, muss über Transportmöglichkeiten, Werkzeuge und Arbeitsmethoden verfügt haben, die die Inkas nicht hatten.

»Das Geheimnis der Engel von Chinchero«
Teil 12 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 04.04.2010


Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)