Donnerstag, 13. Januar 2011

Rita Hajak im Gespräch mit dem Krimi-Autor Michael Kibler!

Lieber Herr Kibler, herzlich willkommen bei »Ein-Buch-lesen«!

R.H. Sie schreiben Krimis aus Ihrer Region Darmstadt. Wie ist es dazu gekommen?

M.K. 2004 nahm ich Kontakt mit dem Societäts-Verlag in Frankfurt auf. Der Verlag bringt Regional-Literatur heraus, sowohl im Sachbuch als auch in der Belletristik. Ich hatte eine Idee für einen Darmstadtkrimi. Die musste dann noch mal ziemlich verändert werden – aber wir wurden uns schließlich einig, dass ich den Krimi „Madonnenkinder“ schreiben und dort veröffentlichen könnte. Das Buch ist im September 2005 erschienen und war der Grundstein für meine Serie um Margot Hesgart und Steffen Horndeich, die in Darmstadt ermitteln.

R.H. Sie veranstalten viele Lesungen, und außerdem Führungen durch Darmstadt zu den Orten des Geschehens. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Was möchten Sie damit erreichen?

M.K. Lesungen und Führungen machen mir einfach Spaß. Es ist schön, den direkten Draht zur Leserschaft zu haben. Besonders interessant für mich sind die „Fragerunden“ dabei. Natürlich gibt es Fragen, die immer wieder kommen, etwa „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ Manchmal jedoch gibt es Fragen, da muss ich selbst nachdenken, um zu antworten und bekomme manchmal einen ganz neuen Blick darauf, wie meine Bücher wahrgenommen werden.

R.H. Wie hoch schätzen Sie die Meinung Ihrer Leser?

M.K. Ich freue mich über jedes Lob - und natürlich über sachliche Kritik und Anregungen. Und, wie oben erwähnt, auch über Fragen zu meinen Büchern. Das zeigt mir, dass die Menschen sich dafür wirklich interessieren.


Fotos von Ralf Kopp, Darmstadt
 R.H. Sie arbeiten nebenbei als Texter und als Dozent im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Wie bringen Sie das zeitlich unter einen Hut?

M.K. Es ist leider nicht so, das Margot und Horndeich mich nicht allein ernähren können. Deshalb arbeite ich auch als Texter und Dozent. Das ist aber nicht nur lästige Pflichtübung, sondern hilft einem dabei, immer wieder neue Perspektiven zu bekommen. Wenn ich etwa eine Broschüre für eine physiotherapeutische Praxis erstelle, lerne ich dabei unglaublich viel Neues. Das dann vielleicht sogar in eines der Bücher einfließen kann. Zeitlich unter einen Hut zu bringen ist das nur mit einem Mindestmaß an Selbstdisziplin und auch an Flexibilität.

R.H. Wie lange benötigen Sie für die Recherche und das Schreiben eines Krimis?

M.K. Ich unterscheide dabei zwei Phasen: In der ersten Phase entwickle ich eine neue Geschichte, konstruiere sie, damit der Krimiplot stimmt, abwechslungsreich ist und nicht zu simpel. Damit einher gehen die Recherchen – etwas, was mir unheimlich viel Spaß macht. Diese Phase dauert nie unter einem halben Jahr, weil man gute Ideen nicht erzwingen kann. Wenn die Geschichte steht, kommt Phase 2: das eigentliche Schreiben des Buches. Das dauert mindestens vier Monate. Damit lässt sich die Frage kurz beantworten: Rund ein Jahr, eher etwas länger.

R.H. Welchen Rat würden Sie Jungautoren für ihren ersten Krimi mit auf den Weg geben?

M.K. Die Geschichte muss stimmig sein und sie muss fesseln. Das ist das A und O. Ist die Geschichte langweilig oder hat sie logische Fehler, dann kann sie sprachlich noch so toll sein – das will niemand lesen, so wie niemand einen langweiligen oder fehlerhaften Tatort sehen will. Sprachliche Finesse kann man lernen. Dabei hilft, das eigene Manuskript eine Weile – Wochen oder Monate – liegen zu lassen und dann nochmals laut (!) zu lesen. Das spült dann die sprachlichen Schwächen unweigerlich ans Tagelicht. Dann feilen., vielleicht noch eine andere Person gegenlesen lassen. Wenn die Geschichte gut ist, dann hat man danach auf keinen Fall einen schlechten Krimi. Ganz wichtig: Nicht zuviel beschreiben. Sondern den Charakter der Figuren durch ihre Handlung, ihre Gedanken und ihre Sprache darstellen. Beispiel: Er arbeitete seit 5 Jahren bei der Mordkommission. Besser: „Wie habe ich das in den vergangenen 5 Jahren eigentlich mit solchen Kollegen bei der Mordkommission ausgehalten“, fragte er sich nicht zum ersten Mal.

R.H. Wodurch werden Sie inspiriert für neue Buchideen?

M.K. Man muss nur mit wachen Ohren und Augen durchs Leben gehen und Zeitung lesen. Leben und Zeitung sind voll von Geschichten. Die Kunst ist, die richtigen Geschichten herauszupicken und zu einer ganz neuen Geschichte zusammenzusetzen.

R.H. Wo schreiben Sie am liebsten?

M.K. Es gibt unterschiedliche Orte. Mal in meiner Lieblingskneipe, mal am heimischen Schreibtisch, mal im Zug – und immer wieder gern bei meinem Vater im Dachzimmer. Ich nenne diese Zeit in Klausur immer „Schreibasyl“.

R.H. Der Kriminalroman »Schattenwasser« ist Ihr vierter Darmstadtkrimi. Bestehen bereits Pläne für einen neuen Roman?

M.K. Nicht nur Pläne. Phase 1 ist abgeschlossen, die Geschichte steht – und jetzt bin ich dabei, daraus ein Buch zu machen.

R.H. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

M.K. Die körperliche (und geistige...) Verfassung, die es mir erlaubt, noch lange und viele weitere Geschichten zu Festplatte zu bringen.

Herr Kibler, ich bedanke mich auch im Namen von »Ein-Buch-lesen« für dieses interessante Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!
Rita Hajak



Der Autor Michael Kibler ist, obwohl in Heilbronn geboren, leidenschaftlicher Darmstädter. Sein Studium in Germanistik und den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie absolvierte er an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet M.K. als Texter und PR-Profi. Er schätzt die Nähe seiner Leserschaft und bietet ein reichhaltiges Programm an Lesungen, Stadtführungen und Schreib-Workshops.


Sein erster Krimi »Madonnenkinder« wurde ein unerwarteter Erfolg. Weitere Krimis, wie »Zarengold«, Rosengrab«, folgten.

»Schattenwasser« ist sein neuster Krimi!

  Termine zu Lesungen und Stadtführungen des Autors erfahren Sie hier




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Dienstag, 11. Januar 2011

Anka Kampka / Kerstin Orben: Was haben Nelson Mandela und Resilienz gemeinsam? Optimismus

Mandela personifiziert den Kampf. Trotz der fast drei Jahrzehnte in Gefangenschaft bekämpfte er mit außerordentlicher Kraft und Widerstandsfähigkeit das Apartheidregime.

Durch seine positive Einstellung zum Leben und seine Begeisterungsfähigkeit wurde er zum berühmtesten und beliebsteten Helden Südafrikas.

Optimismus eröffnet uns neue Denkwege, die es uns gestatten, das seelische Tief zu verlassen und Ordnung in unser Gedankenchaos zu bringen. Dabei sind Optimismus und Hoffnung eng miteinander verknüpft. Im Volksmund heißt es oft: “Die Hoffnung stirbt zum Schluss.“ Und tatsächlich meistern die Menschen unter uns am ehesten ihre Krise, die ihren Optimismus nicht aufgeben. Auch optimistische Menschen kennen trübe Tage, allerdings kennen sie Methoden, die ihnen helfen, aus dem Stimmungstief heraus zu kommen. Optimistische Menschen finden wir anziehend. Sie sind Mutmacher, Impulsgeber in unserer Gesellschaft. Wer möchte schon Menschen folgen, die einem erklären „Es bringt doch sowieso Nichts!“

Zusätzlich ist es erwiesen, dass Optimisten gesünder, erfolgreicher, und leistungsfähiger sind:
Sie spüren weniger Stress, geben seltener auf und ärgern sich weniger. Zudem sind sie fröhlicher, gelassener, großzügiger, liebevoller und glücklicher.
Zu guter Letzt leiden sie weniger unter altersbedingten körperlichen Beschwerden und leben länger.
Unter diesen Vorausetzungen lohnt es sich doch, ein Optimist zu werden!

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote:

Optimisten und Pessimisten haben eines gemeinsam: Früher oder später haben beide Recht. Die Zwischenzeit macht den Unterscheid aus: Wenn alles gut läuft, freuen sich die Optimisten, und die Pessimisten sind nicht unglücklich. Wenn die Dinge schlecht laufen, sind die Optimisten unzufrieden, die Pessimisten aber- statt sich zu freuen - dass sich ihre Befürchtungen bestätigen, sind noch unzufriedener. Fazit: Optimisten sind nicht immer froh, aber Pessimisten sind nie froh.


Kerstin E. Orben ist Trainerin und Business-Coach, dvct-zertifiziert
Anka Kampka, Buchautorin, Konflikt- und Mobbingberaterin

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