Donnerstag, 13. Januar 2011

Helga König im Gespräch mit Susanne Gerlach und Anna Ort-Gottwald

Liebe Frau Ort-Gottwald, liebe Frau Gerlach, dieser Tage habe ich das Buch "Brigitte Diät" rezensiert und möchte Ihnen heute einige Fragen zum Buch stellen.

Helga König: Was motivierte Sie dazu, dieses Buch zu schreiben?


Susanne Gerlach: Seit es die BRIGITTE-Diät gibt (seit 1969) sind Bücher mit Diät-Rezepten erschienen. Dies ist eine Win-Win-Situation für Verlag und Leser: Die Verlage verdienen damit Geld, und die Leserinnen bekommen die hochwertigen Diätrezepte und -informationen in kompakter Form – und haben sie rund ums Jahr verfügbar. Die BRIGITTE-Diät ist ja im Ursprung eine Heft-Diät, erscheint (mit wenigen Ausnahmen) immer Anfang Januar, und das Heft ist nach 14 Tagen vom Markt verschwunden. Seit 5 Jahren kann man die Diäten allerdings auch im Internet downloaden.


Als BRIGITTE-Redakteurin bin ich seit 15 Jahren für das Thema Abnehmen und Diät zuständig. Dieses Buch ist bereits mein viertes BRIGITTE-Diät-Buch. Ich stehe voll und ganz hinter dieser Ernährungsform und den Inhalten und finde es wichtig, dass die BRIGITTE-Diät sich in der Schwemme an Diät-Ratgebern behauptet. Es erscheint nun mal auch viel Unsinniges, vieles kommt und geht wieder. Unsere Leserinnen wissen aber, dass sie mit der BRIGITTE-Diät etwas Seriöses geliefert bekommen, das Bestand hat und State of the Art ist. Und das wollen wir ihnen auch weiterhin bieten.

Anna Ort-Gottwald: Ich bin seit 1986 bei der Zeitschrift Brigitte u.a. für Rezeptentwicklung, Fotoproduktion und Foodstyling zuständig.

Die Brigitte-Diät-Rezepte entwickele ich seit 2003. Die von mir entwickelten Diätrezepte habe ich zusammen mit unserem Fotografen Thomas Neckermann in Fotos umgesetzt.

Die Diätrezepte sind genussvoll, schnell zu machen und deshalb für jeden und für jeden Tag geeignet, darum wollten wir gerne mal ein „Kochbuch mit Diätrezepten“ machen und nicht, wie sonst bei der Brigitte-Diät, ein Diät-Programm. Sozusagen: Freie Wahl dem Leser.

Die Kochschule ist das Ergebnis meiner jahrelangen Tätigkeit in der Brigitte-Versuchsküche und soll dem Leser neue Kochtechniken aufzeigen.

Helga König: Haben Sie mit vormaligen Brigitte-Diäten Eigenerfahrung gemacht?

Frau Gerlach: Ich bin normalgewichtig und mache daher keine Diät. BRIGITTE-Diät-Gerichte gehören dennoch zu meinem Rezeptrepertoire, weil ich auch nicht alles essen kann, ohne zuzunehmen, und weil sie mir sehr gut schmecken.

Frau Ort-Gottwald: die Rezepte werden von mir in der Versuchsküche vor jeder Veröffentlichung mehrmals ausprobiert. In den Wochen des „Vorkochens“ bleibt es nicht aus, dass ich ein paar Kilo abnehmen. Ein wunderbarer Nebeneffekt meiner Arbeit.

Helga König:  Haben Sie Gewichtsprobleme?

Frau Gerlach: Nein, weil ich auf meine Ernährung achte und Sport treibe und mich im Alltag möglichst viel bewege.

Frau Ort-Gottwald: Nein.

Helga König: Der Begriff Energiedichte tauchte früher nicht in Diät-Bücher auf. Wird auf dieses Moment zukünftig mehr Achtung zu kommen?

Frau Gerlach: Es wäre wünschenswert, denn die ED ist ein sehr praktikables Mittel, alles essen zu können, was man mag, und trotzdem das Gewicht im Griff zu behalten.

Frau Ort Gottwald: Gerade bei der nährstofflichen Bewertung von verpackten Lebensmitteln (Fertiggerichte, Molkereiprodukte usw...) ist die Energiedichte-Berechnung ein tolles Mittel, um diese Produkte schnell einordnen zu können.


Helga König: Wieso sind die deutschen Männer mittlerweile übergewichtiger als die deutschen Frauen? Gibt es hier Nachholbedarf in ernährungstechnischem Wissen?

Frau Gerlach: Sicher auch das. Männer sind offenbar nicht so eitel, was ihren Bauchumfang angeht. Ihr dicker Bauch wird allgemein immer noch eher akzeptiert als ein dicker Hintern bei einer Frau.


Frau Ort- Gottwald: "Ältere" Männer sind nicht die "Gesundheitsminister" in der Familie, deshalb fällt es ihnen schwerer, sich für eine gesunde Ernährung zu begeistern. Das ändert sich aber meiner Meinung nach im Moment. Viele jüngere Männer legen heute sehr viel Wert auf ein gutes Erscheinungsbild, körperliche Fitness und gute Ernährung.

Helga König: Werden gestandene Männer mit der Brigitte-Diät auch satt?

Frau Gerlach: Ja, wenn sie die Mengen erhöhen. Im Buch gehen wir nicht explizit darauf ein. Wir wissen aber von Leserinnen, dass oft auch die Männer mitessen. Wegen des Prinzips der Energiedichte brauchen Männer gar nicht so große Mengen, um satt zu werden.



Frau Ott-Gottwald: Männer haben einen höheren Nährstoffbedarf als Frauen, deshalb passen die Brigitte-Diät-Rezepte natürlich nicht so ganz, da die Rezepte für Frauen berechnet sind.

Aber unsere Rezepte zeichnen sich durch große Portionen aus, da werden auch manche Männer satt. Ansonsten siehe bitte die Antwort von Susanne Gerlach.


Helga König: Wie sollen Frauen verfahren, die mittels der Diät abnehmen möchten, während die Familie normal weiter isst?

Frau Gerlach: Dieses Thema haben wir gerade in unserer jüngsten Diät in Heft 2/11 behandelt. Die Familie isst die Diätgerichte mit, bekommt aber noch ein bisschen was dazu (mehr Fleisch/fisch, ein Käsebrot, ein Dessert etc.).

Helga König: Wäre es sinnvoll, ein Begleitbuch zu verfassen, dass Rezepte für Beilagen für die Personen in der Familie bereithält, die kein Figurenproblem haben?

Frau Gerlach: Über Tipps, was die anderen noch zusätzlich essen könnten, könnte man für ein nächstes Buch mal nachdenken. Aber "Rezepte für Beilagen" wie Sie schreiben, halte ich für sehr aufwändig. Es soll ja gerade vermieden werden, dass eine Frau mit Familie mehrfach kocht. Und die Gerichte machen wirklich sehr satt (siehe Punkt 6).

Helga König: Mir hat Ihre Kochtechnik "Braten mit Mineralwasser" gefallen. Gelingt es auf diese Weise tätsächlich ein Steak zu bräunen

Frau Ort-Gottwald: Ja, das klappt wirklich gut.

Helga König: Müssen bei dieser Diät Nahrungsergänzungsstoffe, wie Multivitamintabletten eingenommen werden, um im Hinblick auf Vitamine, Mineralien und Spurenelemente nicht unterversorgt zu sein?

Frau Gerlach: Nein.

Frau Ort-Gottwald: Nein, auf keinen Fall.

Vielen Dank für die erhellenden Antworten. Ihnen eine schöne, erfolgreiche Zeit.

Ihre Helga König

Foto Susanne Gerlach: © Diana Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
Deutschland

Foto Anna Ort-Gottwald:© Thomas Neckermann

Raalandsweg 11
22559 Hamburg
Deutschland
Telefon: 040 37032451

Rita Hajak im Gespräch mit dem Krimi-Autor Michael Kibler!

Lieber Herr Kibler, herzlich willkommen bei »Ein-Buch-lesen«!

R.H. Sie schreiben Krimis aus Ihrer Region Darmstadt. Wie ist es dazu gekommen?

M.K. 2004 nahm ich Kontakt mit dem Societäts-Verlag in Frankfurt auf. Der Verlag bringt Regional-Literatur heraus, sowohl im Sachbuch als auch in der Belletristik. Ich hatte eine Idee für einen Darmstadtkrimi. Die musste dann noch mal ziemlich verändert werden – aber wir wurden uns schließlich einig, dass ich den Krimi „Madonnenkinder“ schreiben und dort veröffentlichen könnte. Das Buch ist im September 2005 erschienen und war der Grundstein für meine Serie um Margot Hesgart und Steffen Horndeich, die in Darmstadt ermitteln.

R.H. Sie veranstalten viele Lesungen, und außerdem Führungen durch Darmstadt zu den Orten des Geschehens. Das nimmt viel Zeit in Anspruch. Was möchten Sie damit erreichen?

M.K. Lesungen und Führungen machen mir einfach Spaß. Es ist schön, den direkten Draht zur Leserschaft zu haben. Besonders interessant für mich sind die „Fragerunden“ dabei. Natürlich gibt es Fragen, die immer wieder kommen, etwa „Wie kommen Sie auf Ihre Ideen?“ Manchmal jedoch gibt es Fragen, da muss ich selbst nachdenken, um zu antworten und bekomme manchmal einen ganz neuen Blick darauf, wie meine Bücher wahrgenommen werden.

R.H. Wie hoch schätzen Sie die Meinung Ihrer Leser?

M.K. Ich freue mich über jedes Lob - und natürlich über sachliche Kritik und Anregungen. Und, wie oben erwähnt, auch über Fragen zu meinen Büchern. Das zeigt mir, dass die Menschen sich dafür wirklich interessieren.


Fotos von Ralf Kopp, Darmstadt
 R.H. Sie arbeiten nebenbei als Texter und als Dozent im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Wie bringen Sie das zeitlich unter einen Hut?

M.K. Es ist leider nicht so, das Margot und Horndeich mich nicht allein ernähren können. Deshalb arbeite ich auch als Texter und Dozent. Das ist aber nicht nur lästige Pflichtübung, sondern hilft einem dabei, immer wieder neue Perspektiven zu bekommen. Wenn ich etwa eine Broschüre für eine physiotherapeutische Praxis erstelle, lerne ich dabei unglaublich viel Neues. Das dann vielleicht sogar in eines der Bücher einfließen kann. Zeitlich unter einen Hut zu bringen ist das nur mit einem Mindestmaß an Selbstdisziplin und auch an Flexibilität.

R.H. Wie lange benötigen Sie für die Recherche und das Schreiben eines Krimis?

M.K. Ich unterscheide dabei zwei Phasen: In der ersten Phase entwickle ich eine neue Geschichte, konstruiere sie, damit der Krimiplot stimmt, abwechslungsreich ist und nicht zu simpel. Damit einher gehen die Recherchen – etwas, was mir unheimlich viel Spaß macht. Diese Phase dauert nie unter einem halben Jahr, weil man gute Ideen nicht erzwingen kann. Wenn die Geschichte steht, kommt Phase 2: das eigentliche Schreiben des Buches. Das dauert mindestens vier Monate. Damit lässt sich die Frage kurz beantworten: Rund ein Jahr, eher etwas länger.

R.H. Welchen Rat würden Sie Jungautoren für ihren ersten Krimi mit auf den Weg geben?

M.K. Die Geschichte muss stimmig sein und sie muss fesseln. Das ist das A und O. Ist die Geschichte langweilig oder hat sie logische Fehler, dann kann sie sprachlich noch so toll sein – das will niemand lesen, so wie niemand einen langweiligen oder fehlerhaften Tatort sehen will. Sprachliche Finesse kann man lernen. Dabei hilft, das eigene Manuskript eine Weile – Wochen oder Monate – liegen zu lassen und dann nochmals laut (!) zu lesen. Das spült dann die sprachlichen Schwächen unweigerlich ans Tagelicht. Dann feilen., vielleicht noch eine andere Person gegenlesen lassen. Wenn die Geschichte gut ist, dann hat man danach auf keinen Fall einen schlechten Krimi. Ganz wichtig: Nicht zuviel beschreiben. Sondern den Charakter der Figuren durch ihre Handlung, ihre Gedanken und ihre Sprache darstellen. Beispiel: Er arbeitete seit 5 Jahren bei der Mordkommission. Besser: „Wie habe ich das in den vergangenen 5 Jahren eigentlich mit solchen Kollegen bei der Mordkommission ausgehalten“, fragte er sich nicht zum ersten Mal.

R.H. Wodurch werden Sie inspiriert für neue Buchideen?

M.K. Man muss nur mit wachen Ohren und Augen durchs Leben gehen und Zeitung lesen. Leben und Zeitung sind voll von Geschichten. Die Kunst ist, die richtigen Geschichten herauszupicken und zu einer ganz neuen Geschichte zusammenzusetzen.

R.H. Wo schreiben Sie am liebsten?

M.K. Es gibt unterschiedliche Orte. Mal in meiner Lieblingskneipe, mal am heimischen Schreibtisch, mal im Zug – und immer wieder gern bei meinem Vater im Dachzimmer. Ich nenne diese Zeit in Klausur immer „Schreibasyl“.

R.H. Der Kriminalroman »Schattenwasser« ist Ihr vierter Darmstadtkrimi. Bestehen bereits Pläne für einen neuen Roman?

M.K. Nicht nur Pläne. Phase 1 ist abgeschlossen, die Geschichte steht – und jetzt bin ich dabei, daraus ein Buch zu machen.

R.H. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

M.K. Die körperliche (und geistige...) Verfassung, die es mir erlaubt, noch lange und viele weitere Geschichten zu Festplatte zu bringen.

Herr Kibler, ich bedanke mich auch im Namen von »Ein-Buch-lesen« für dieses interessante Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!
Rita Hajak



Der Autor Michael Kibler ist, obwohl in Heilbronn geboren, leidenschaftlicher Darmstädter. Sein Studium in Germanistik und den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie absolvierte er an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet M.K. als Texter und PR-Profi. Er schätzt die Nähe seiner Leserschaft und bietet ein reichhaltiges Programm an Lesungen, Stadtführungen und Schreib-Workshops.


Sein erster Krimi »Madonnenkinder« wurde ein unerwarteter Erfolg. Weitere Krimis, wie »Zarengold«, Rosengrab«, folgten.

»Schattenwasser« ist sein neuster Krimi!

  Termine zu Lesungen und Stadtführungen des Autors erfahren Sie hier




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