Sonntag, 27. Mai 2012

123 »Tiahuanaco«

Das Geheimnis der Anden II,
Teil 123 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der Altiplano
Foto: Maurice Chédel
Astronauten umkreisen in ihrem Raumschiff einen fremden Planeten. Wo sollen sie landen? Aus der Umlaufbahn führen sie Messungen durch ... und finden einen idealen Landeplatz: auf einem hoch gelegenen Plateau. Hier fahren die Astronauten in ihrem Spaceshuttle hernieder ... und beginnen vorsichtig, die nähere Umgebung ihres Landeplatzes zu erkunden. Immer größere Kreise ziehen sie, immer weiter wagen sie es, sich von ihrem sicheren Vehikel zu entfernen. Und plötzlich stehen sie vor seltsamen Monolithen.

Die Astronauten untersuchen die seltsamen Artefakte. Sie sind glatt poliert, weisen aber auch seltsame, exakt gefräste Vertiefungen auf. Wie alt mögen die Steinsäulen sein? Wochen und Monate vergehen, die fremden Besucher aus dem All erlernen die Sprache der Eingeborenen. So erfahren sie, dass die Urheber der seltsamen Steinmonumente unbekannt sind. »Wir nennen die seltsame Stätte auf dem Hochplateau ›Platz der stehenden Steine‹!« erzählen die Einheimischen. Es sind friedliche Menschen, die in primitiven Hütten hausen. Mit vorsintflutlich wirkenden Gerätschaften bestellen sie das karge Land und trotzen ihm spärliche Ernten ab.

Das sollen
Steinzeitmenschen
angefertigt haben ...
Foto W-J.Langbein
So könnte ein Science-Fiction-Film beginnen. Als Kulisse könnte das Hochland von Tiwanaku in den Hochanden Boliviens dienen. Man findet es im nördlichen Südamerika, 4.000 Meter über dem Meeresspiegel, etwa 70 Kilometer westlich von La Paz gelegen. Der Reisende orientiert sich am besten so: Man folge der Hauptstraße von La Paz nach Desaguadero, einem verschlafenen Kleinstädtchen an der Grenze zu Peru.

Die mysteriösen Steinstelen gab und gibt es tatsächlich. Aber wer hat sie so präzise aus dem Fels geschlagen? Wer hat sie auf dem bolivianischen Altiplano aufgestellt? Wer wirkte in 4.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel? Waren es Baumeister der Aymara? Offen gesagt: Die Steinmetzarbeiten wurden meiner Überzeugung nach nicht vom steinzeitlichen Volk der Aymara geleistet. In der Sprache der Aymara heißt der mysteriöse Platz mit den Steinstelen »Kalasasaya«, verkürzt »Kalasaya«), zu Deutsch »Platz der stehenden Steine«. Diese Bezeichnung macht klar, dass die Aymara auf der mysteriösen Stätte kein beeindruckendes Bauwerk, sondern »nur« stehende Steine vorfanden. Die stehenden Steine waren die Überbleibsel eines monumentalen Bauwerks aus uralten Zeiten.

Stehende Steine um 1930
Foto: Archiv W-J. Langbein
Um 1930 waren die mysteriösen »stehenden Steine« noch zu sehen. Professor Hans Schindler-Bellamy (1901-1982), ein österreichischer Archäologe, hat sich intensivst mit dem Geheimnis der Anden auseinandergesetzt ... vor Ort, nicht am bequemen Schreibtisch in der Studierstube. Der Gelehrte stellte mir ein historisches Foto zur Verfügung, aufgenommen um 1930. Damals standen die mysteriösen Steine noch frei. Als Erich von Däniken anno 1966 vor Ort war, hatte sich offenbar seit 1930 nicht viel verändert. Erich von Däniken schreibt in seinem Werk »Götterdämmerung« (1): »Im Sommer 1966 schoss ich in Tiahuanaco einige entlarvende Bilder. Sie zeigen eine Monolithenreihe und einzeln stehende Monolithen ... Alle (Monolithen) zeigen rechtwinklige Aussparungen, die einst als Halterungen für irgendwelche Querblöcke dienten ... Nichts mehr da von Aussparungen, rechten Winkeln ... Die Zwischenräume wurden mit Steinen aufgefüllt.«

»Rekonstruierte« Mauer
Foto: Erich von Däniken
Erich von Däniken belegt fotografisch, wie die »Rekonstruktion« der Anlage von »Kalasasaya« verpfuscht wurde! (2) Studiert man Fotos der »stehenden Steine« (etwa von 1930 und 1966), so erkennt man staunend die unglaubliche Präzision der Steinbearbeitungen. Ein »primitives« Steinzeitvolk kann diese exakten Kanten nicht geschnitten, die präzisen Aussparungen, Vertiefungen und Erhöhungen nicht aus dem harten Stein gearbeitet haben.
Nun will ich der Zunft der südamerikanischen Archäologie keineswegs bewusste Täuschung oder gar absichtliche Verfälschung unterstellen. Die Rekonstrukteure der Mauer von »Kalasasaya« waren der festen Überzeugung, dass einst ein primitives Steinzeitvolk jenes Mauerwerk aufstockte. Also rekonstruierten sie, also produzierten sie ein Endergebnis, das zu einem »primitiven Steinzeitvolk« passt. Und die erstaunlich präzisen Schnitte und polierten Flächen ... verschwanden unter primitivem Mauerwerk. Und so sind jene Merkmale, die für eine fortgeschrittene Steinmetzkunst sprechen ... dank der »Rekonstruktion« verschwunden.

Prof. Hans Schindler-Bellamy versicherte mir im Gespräch: »Es wäre ehrlicher gewesen, die ›stehenden Steine‹ frei zu lassen! Es gab einst Mauerwerk zwischen den Stützsteinen. Aber das wurde nicht aus roh behauenen Steinblöcken gebildet, sondern aus millimetergenau, präzise und glatt geschliffenen Steinen. Diese Steine passten wie Nut und Feder in die Aussparungen.«

Statt aus millimetergenauer Maßarbeit besteht das Mauerwerk zwischen den Monolithen aus wahllos zusammengesetzten Steinen. Mehrere Arbeiter vor Ort versicherten mir: diese Steine wurden zusammengesucht und dann nach Bedarf angepasst. So entstand eine Mauer, wie sie nach Ansicht der Archäologen ausgesehen haben muss.« Da nur »primitive« Steinzeitmenschen als Verantwortliche in frage kommen dürfen ... musste die Mauer auch entsprechend dieser Vorstellung neu gebaut werden.

Verpfuschte Rekonstruktion
Foto: W-J.Langbein
Leider ist archäologische Arbeit nicht immer streng wissenschaftlich: und zwar dann nicht, wenn die Rekonstruktion uralter Bauten nach einem vielleicht falschen Bild von der Vergangenheit erfolgt! Vor Ort kommen dem kritischen Beobachter immer wieder Zweifel auf. In welchem Zustand wurden die Ruinen von Tiahuanaco von den Archäologen vorgefunden? Was wurde ergänzt, rekonstruiert? Was ist heute noch »Original«, was ist »Rekonstruktion«? Und kann man sich auf die Rekonstruktionen wirklich verlassen?
Im konkreten Fall hat man eine exakt zugeschnittene, u-förmige »Wasserrinne« wahllos in die Mauer eingesetzt. Wenn das gute Stück tatsächlich dort in der Mauer gesessen haben sollte ... wäre das Regenwasser von außen direkt »in die gute Stube« geleitet worden!

1930 und 1990, »Original« und
»Rekonstruktion« - Fotos: Archiv
W-J.Langbein (oben),
Foto W-J.Langbein (unten)
Damit kein Irrtum entsteht: Ich behaupte keineswegs, dass einst außerirdische Besucher aus dem All die Mauern von »Kalasasaya« bauten. Meiner Überzeugung nach können es aber keine Steinzeitmenschen gewesen sein, sondern Vertreter einer fortgeschrittenen Zivilisation, die über vorzügliche Werkzeuge aus Metall verfügten. Mit Steinzeitwerkzeugen waren die präzisen Bearbeitungen der »stehenden Steine« nicht zu bewerkstelligen!
Was wissen wir über die »stehenden Steine«? Sie markieren den Verlauf einer Mauer, von der wir nicht wissen, wie sie ausgesehen hat. Die vermutlich exakt bearbeiteten und glatt polierten Zwischenwände wurden im Verlauf der Jahrhunderte abtransportiert und verarbeitet. Wie groß war der Platz, den die mysteriöse Mauer einst umrahmte? Auch das weiß man nicht genau. Im Verlauf der Jahrzehnte habe ich unterschiedliche Größenangaben gelesen. Wikipedia vermeldet 129 mal 118 Meter. Edmund Kiss (3) gibt an 135 mal 118 Meter. Im Internet fand ich wieder andere Zahlen: 126,20 mal 117,50 Meter (4).

Es stellt sich die Frage, ob primitives Mauerwerk zwischen den stehenden Steinen tatsächlich die präzisen Säulen zu einer geschlossenen Wand ergänzte. Oder waren die sauber geschnittenen Steine eher als Hilfsmittel zum Peilen gedacht? Die Gesamtanlage jedenfalls ist präzise nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet ... und wird als Sonnenobservatorium verstanden. Wieder kommen mir Zweifel: Ein Steinzeitvolk, das keine Schrift kannte, soll präzise astronomische Beobachtungen gemacht haben? Für uns ist es heute selbstverständlich, ein Buch zu lesen, wenn wir uns wissenschaftliche Daten vor Augen führen wollen. Wie aber soll ein Steinzeitvolk ohne Schrift astronomische Daten verewigt haben? Wie soll so ein Volk präzise Bauten errichtet haben, die als Observatorien dienten?

Präziseste Steinbearbeitungen der
Erbauer von Tiahuanaco
Foto: Willi Dünnenberger
In Eiseskälte, mit mehreren Pullovern übereinander als Wärmeschutz, erkundigte ich das wahre Tiahuanaco: zum Beispiel einen unterirdischen Tunnel, dessen Wände aus millimetergenau aufeinander abgestimmten Steinen bestanden. Im Vergleich dazu muten vermeintliche »Rekonstruktionen« aus unseren Tagen mehr als stümperhaft an!


Fußnoten
1 Däniken, Erich von: »Götterdämmerung«, Rottenburg 2009, S.77 und 78
2 Ich habe mir erlaubt, Erich von Dänikens vorzügliche Farbaufnahme im Kontrast leicht zu verstärken. So wird noch deutlicher, wie vermurkst die Rekonstruktion ausgefallen ist! Siehe: Däniken, Erich von: Däniken, Erich von: »Götterdämmerung«, Rottenburg 2009, S.80 und S.81!
3 Kiss, Edmund: »Das Sonnenthor von Tihuanaku«, Leipzig 1937, S. 42
4 Leider nicht mehr auffindbar.

»Von Toren aus Stein/ Das Geheimnis der Anden III«,
Teil 124 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 03.06.2012

Sonntag, 20. Mai 2012

122 »Die Ruinenstadt«

»Das Geheimnis der Anden I«,
Teil 122 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein«


La Paz, Bolivien - Foto: Paul Richter
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erhoben sich zum letzten Mal die Ureinwohner Nordperus. 40.000 Menschen wollten die Unterdrückung durch die katholischen Spanier nicht mehr hinnehmen. Ein charismatischer Rebell, angeblich ein direkter Nachkomme der Inka-Fürsten, einte ein Heer von Unzufriedenen und Verzweifelten.

Die Aussichten der Aufständischen waren so schlecht nicht. Die Spanier befürchteten wohl schon eine Niederlage ... und besannen sich einer blutigen List. Mit grausamer Gewalt verwüsteten sie jene Provinzen, die die Aufständischen mit Nahrungsmitteln versorgten. So war das Ende des Aufstands abzusehen.

Am 15. November 1781 wurde Julián Apaza, genannt Tupaq Katari, von den Spaniern gevierteilt. Seine Nachfolgerin, seine Witwe Bartolina Sisa, wurde 1782 von den Spaniern gehängt. Das gleiche Schicksal widerfuhr auch Gregoria Apaza, der Schwester von Julián Apaza. Der Tod am Galgen wurden als humanere Form der Hinrichtung angesehen. Und mit Frauen ging der christliche Spanier eben »milder« um.

Blick aufs Fußballstadion vom
Museum aus - Foto: W-J.Langbein
Der Sieg über die indigenen Aufständischen war für die Verlierer, die Nachkommen der einst stolzen Inkas, eine schmachvolle Niederlage. Für die Nachkommen der räuberischen Eroberer war der letzte Aufstand der Einheimischen im Keim erstickt ... und so »Frieden« geschaffen worden. Und so erhielt der heutige Regierungssitz Boliviens den Namen »Nuestra Señora de La Paz« (»Unsere Liebe Frau des Friedens«). Daraus wurde später ... La Paz.

La Paz wächst wie eine wild wuchernde Pflanze. Um den höchst gelegenen Regierungssitz der Welt (3200 bis 4100 Meter über dem Meere) hausen die Ärmsten der Armen in Elendsvierteln ...

Mitten in La Paz gibt es eines der interessantesten Museen unseres Planeten, das »Museo Semisubterraneo Tiwanaku«. Man findet es – allerdings sehr oft geschlossen – im Stadtteil »Miraflores« unweit des (angeblich höchst gelegenen) Fußballstadions »Hernando Siles«.

Das »halbunterirdische Museum Tiwanaku« ist einzigartig. Es besteht weder aus einem altehrwürdigen noch aus einem modernen Gebäude. Es ist ein seltsam anmutender Platz, von einer steinernen Mauer umgeben, fast vollkommen im Boden versenkt. Nach oben ist der mysteriöse Platz mit Blick auf das Stadion »Hernando Siles«.

Ein Koloss im Museum
Foto: W-J.Langbein
Mehrere Male war ich in La Paz. Einmal kam ich wegen einer »Militärparade« nicht zum Museum. Unter lautem Getöse marschierten Heerscharen martialischer Truppen, angeführt von schrecklich anmutender Marschmusik (nach dem Vorbild der berühmten »Blechbüchsenarmee« der Augsburger Puppenkiste?), durch die Straßen. Fremde waren alles andere als willkommen. Touristen, besonders solche mit Fotoapparaten, wurden argwöhnisch beäugt. Nachdem man mich wiederholt gewarnt hatte, dass eine reale Gefahr bestand ... nämlich als vermeintlicher »ausländischer Spion im Dienste Perus« vorübergehend die örtliche Gastfreundschaft einer Haftanstalt genießen zu dürfen, blieb ich lieber im Hotel.

Bei einem zweiten Besuch gelangte ich nur bis auf einige Hundert Meter an das Ziel meiner Wünsche heran: Baugerüste machten ein Weiterkommen unmöglich. Wild drein blickende Sicherheitsmänner sollten das Museum vor eventuellen Sabotageakten »feindlich gesinnter Agitatoren« bewahren. Wieder ließ mich die in Aussicht gestellte Inhaftierung auf eine Annäherung ans Museum verzichten.

Erst mein dritter Versuch war von Erfolg gekrönt ... Ich kam bis an die Umrandung des Museums heran. Dominiert wird es von einem riesigen Koloss aus Stein, der mitten im »Museo Semisubterraneo Tiwanaku« steht ... stoisch drein blickend, roboterhaft eckig, an ein technisches Artefakt erinnernd ... im kuriosen Museum, mitten in der pulsierenden Millionenmetropole La Paz.

Köpfe an der Wand
Foto W-J.Langbein
Von einer Wand starren ähnlich roboterhafte Fratzen ... kantig geformte Schädel, exotisch fremdartig. Diese Mauer mit den bedrohlich wirkenden Köpfen könnte sehr wohl als Kulisse für einen Science-Fiction-Film mit ausgeprägten Horrormomenten dienen. Die Köpfe könnten den Part von Jagdtrophäen übernehmen, die räuberische Predatoren von ihren Raubzügen durch das Universum mit nach Hause gebracht haben.

»Woher kommen diese Kopf-Skulpturen?« frage ich einen mexikanischen Archäologen, der recht gut Deutsch spricht. Er hat in Berlin studiert.

Er deutet in den Himmel: »Hoch oben, wo die höchsten Berge den Himmel berühren, gab es einst eine riesige Stadt. Sie war einst eine Hafenstadt. Aber eine gewaltige Naturkatastrophe zerstörte sie ... vor vielen Jahrtausenden! Aus den Ruinen dieser Stadt stammen die Steinköpfe!« Könnte man diese uralten Kunstwerke doch wie ein Buch lesen!

Der Archäologe wird immer redseliger. Er spricht aufgeregt, aber auch ängstlich. Immer wieder schielt er zu seinen Kollegen. »Schauen Sie sich doch diese seltsamen Gegenstände aus der Ruinenstadt an!« meint er. »Wir versehen sie mit Etiketten, geben den Dingen Namen ... und haben doch oft keine Ahnung, zu welchem Zweck sie einst geschaffen wurden!« Er verweist auf steinerne Objekte, die wie moderne Skulpturen im Freilichtmuseum stehen. »Angeblich waren das Regenrinnen ... « Der Archäologe muss lachen. »Davon haben wir in der Ruinenstadt Hunderte gefunden. Und dabei ist nur ein Prozent der mysteriösen Stätte ausgegraben worden. Wirklich erforscht ist noch weniger!«

Seltsame Skulpturen aus
uralten Zeiten
Foto: W-J.Langbein
Ängstlich blickt der Archäologe um sich. Seine Kollegen sitzen im Schatten einer Plane und essen. »Sie sind doch Deutscher?« fragt mich der Archäologe. Als ich nicke, erzählt er mir eine faszinierende Geschichte. Demnach entdeckte kein Geringerer als Heinrich Schliemann anno 1873 in den Ruinen Trojas bei Hissarlik eine Bronzevase mit der Inschrift »Vom König Chronos von Atlantis«. Und in der Vase fand er Keramikstücke, Metallobjekte und geschnitzte Knochen. 1883 sah Schliemann im Louvre Fundstücke aus den Anden Boliviens.

Dr. Paul Schliemann, Enkel Heinrich Schliemanns, zitierte in seinem Bericht im »New York American« vom 20. Oktober 1912 Heinrich Schliemann so: »Unter ihnen (den Funden aus den Hochanden Boliviens) entdeckte ich Töpfereien von genau dem gleichen Material und denselben Formen und Gegenstände aus versteinerten Knochen, die Linie für Linie denjenigen glichen, die ich in der Bronzevase aus den Schätzen des Priamos (Troja!) gefunden hatte! Diese Ähnlichkeit kann kein Zufall sein! Form und Ausschmückung waren dafür zu einfach. Es liegt außerhalb der Möglichkeiten des Zufalls, dass zwei Künstler in so weit auseinander liegenden Ländern ...«

»Es gab eine Verbindung zwischen den Hochanden Boliviens und Troja?« frage ich ungläubig. Der Archäologe nickt energisch. »Schauen Sie sich doch diese seltsamen Artefakte an, die wir hier ausstellen ... Sie passen nicht zu einem Steinzeitvolk. Und doch behaupten wir, dass es ein Steinzeitvolk war, das diese Gegenstände schuf!« Er wird wütend: »Steinzeitvolk, dass ich nicht lache!« schnaubt er verächtlich.

Seltsame Museumsartefakte
Foto: W-J.Langbein
Ich will nach weiteren Einzelheiten fragen, da wird der Archäologe von seinem Chef, einem grimmig drein blickenden älteren Herrn, herbeizitiert. Abrupt endet unser interessantes Gespräch. Achselzuckend trottet mein Informant zu seinem Vorgesetzten, wird offensichtlich lautstark ausgeschimpft. Inzwischen habe ich die kuriose Geschichte von vorgeschichtlichen Kontakten zwischen Bolivien und Troja nachrecherchiert ... und tatsächlich Bestätigungen gefunden. Dr. Paul Schliemann, Enkel Heinrich Schliemanns, bekundete, dass sein Großvater von dieser »unmöglichen Verbindung« überzeugt war (1). In meinem Buch »2012 - Endzeit und Neuanfang« gehe ich ausführlicher auf meine Recherchen zu diesem spannenden Thema ein.

Noch heute spüre ich die wütenden Blicke der Archäologen. Gestenreich versuchen sie, mich zum Verschwinden zu bewegen. Ich will auch schon gehen ... da fällt mein Blick auf ein kurioses Objekt, das da im Museum zwischen zahlreichen anderen undefinierbaren Gegenständen aufgestellt wurde.

Es ist so etwas wie ein Würfel aus Stein, der auf einem steinernen »Fuß« steht. Auf mich wirkt das archäologische Objekt deplatziert. Mich erinnert das »Ding« an etwas Modernes, Technisches, Computermäßiges. Sollten die Menschen in den Hochanden Perus Kontakt mit fortschrittlicher, moderner Technik gehabt haben ... und das vor vielen Jahrhunderten? Wenn ja ... sollte es vor vielen Jahrhunderten (Jahrtausenden?) Kontakte mit Außerirdischen gegeben haben?

Ein kurioser Würfel ...
wie die Kopie eines
technischen Objekts ...
Foto: W-J.Langbein
Ein Schildchen verrät, dass alle Objekte, die im Freilichtmuseum zu sehen sind, aus der Ruinenstadt Tiahuanaco stammen. Diese Ruinenstadt musste ich besuchen ... also machte ich mich in die Hochanden Boliviens auf ... in 4000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel erkundete ich einen der rätselhaftesten Orte unseres Planeten ... Tiahuanaco!

Tiahuanaco liegt auf dem lebensfeindlichen Altiplano Boliviens ... in einer Höhe von 4.000 Metern, etwa 70 Kilometer westlich von La Paz. Im Jahr 2.000 wurden die Ruinen zum »Weltkulturerbe« ernannt. Tiahuanaco ist und bleibt rätselhaft. Seltsam mutet schon der Name an. »Tiahuanaco« soll zu Deutsch »Setz' dich, kleines Lama!« bedeuten.

Auf nach Tiahuanaco!

Fußnote

1 Langbein, Walter-Jörg: »2012: Endzeit und Neuanfang - Die Botschaft der Mayas«, siehe Teil 1, Strafe der Götter, S.30-42!

»Tiahuanaco/ Das Geheimnis der Anden II«,
Teil 123 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 27.05.2012



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