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Sonntag, 29. Mai 2011

71 »Abstieg in die Unterwelt«

Teil 71 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Das Tor zur Pyramide
Foto W-J.Langbein
Chavin de Huantar muss einst eine wirklich imposante Anlage gewesen sein. Das gewaltige Portal wurde inzwischen wieder teilweise restauriert. Auf zwei wuchtigen Granitsäulen ruhte einst eine riesige Steinplatte von knapp neun Metern Länge. Rechts und links von den Säulen standen einst sauber geglättete Steinplatten. Ein Erdbeben hat wohl das imposante Ensemble zum Einsturz gebracht. Die Trümmer wurden von Archäologen wieder aufgerichtet.

Einst war hinter dem Toreingang eine Pyramide zu sehen. Sie hatte vermutlich eine Seitenlänge von siebzig Metern und eine Höhe von mindestens fünfzehn Metern. Von der Pyramide ist heute nichts mehr vorhanden. Ihre Überreste liegen unter einem natürlich wirkenden Erdhügel verborgen.

Welchem Zweck die Gebäude von Chavin einst dienten, niemand vermag das zu sagen. Falsch ist die willkürlich gewählte Bezeichnung »Castillo«, was so viel wie »Schloss« oder »Burg« bedeutet. Mag sein, dass die geheimnisvollen Bauten Jahrtausende überstanden. Zerstört wurde der stolze Komplex erst im 20. Jahrhundert ... ausnahmsweise nicht von plündernden Eroberern, sondern von den Naturgewalten.

1919 untersuchte der peruanische Archäologe Julio C. Tello gut erhaltene Bauten. Unzufrieden über seine spärlichen Erkenntnisse reiste er wieder ab. Als der Wissenschaftler 1934 nach Chavin de Huantar zurückkehrte ... waren sie zerstört. Ein meist harmlos dahinplätschernder Bach, so nahm er an, hatte sich kurzfristig zu einem Wassermassen führenden Strom entwickelt und verheerende Verwüstungen angerichtet.

Einer der Abwasserkanäle
Foto W-J.Langbein
Offenbar hatten die Erbauer von Chavin de Huantar von den Gefahren gewusst, die von den Wassermassen aus den Berggipfeln ausgehen können. Sie errichteten nicht nur Pyramiden und Tempel, sie legten auch ein komplexes Schutz-System an. Sie schotteten den Gebäudekomplex mit wuchtigen Steinmonolithen ab. Sie legten Kanäle an, die die sporadisch auftretenden Wassermassen um die Anlage herum führten. Und sie konstruierten ein komplexes Röhrensystem unter den Bauten, das gefährliche Wassermengen unterirdisch ableiten sollte. Es gab Kanäle, die im Falle einer Überflutung mit Gebirgswasser die Fluten sammelten und dann unterirdisch abführten.

Wann versagte dieses System ... und warum? Irgendwann wurde Chavin de Huantar aufgegeben. Die Abwasser-Tunnels wurden nicht mehr gewartet. Verschlammten sie? Wurde das sorgfältig konstruierte System wirkungslos? Allein schon die unterirdischen Abwasserröhren waren eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. 1965 wurden erste Galerien unter Chavin de Huantar entdeckt und freigelegt: keine »simple« Kanalisation, sondern ein weiträumiges System von begehbaren Gängen und merkwürdigen Kammern. Noch ist erst ein Bruchteil der Unterwelt erforscht ... von den zugänlichen Gängen und Räumen! Weite Bereiche müssen erst ausgegraben werden, bevor sie erforscht werden können! Wie groß sie sind ... das weiß niemand!

Bunkerartiger Eingang
Foto W-J.Langbein
Mich hat die Unterwelt von Chavin de Huantar mehr fasziniert als die im Schlamm begrabenen Gebäude. Und so suchte ich bei meinen Besuchen immer wieder nach Eingängen zu den mysteriösen Tunneln. Ich wurde mehrfach fündig ... abseits der rekonstruierten Mauern, fern des einst imposanten Tors. Ich bin in mehrere Eingänge geklettert.

Mehrfach musste ich schon nach einigen Metern wieder umkehren, weil wuchtige, von der Decke gestürzte Steinbrocken ein Weiterkommen unmöglich machten. Einmal war der Boden so verschlammt, von eisigem, seitlich hereinquellenden Wasser, dass ich auf eine weitere Erkundung verzichtete.

Großen Eindruck machte auf mich, wie massive Steinbrocken von offensichtlich beachtlichem Gewicht zum Einsatz kamen: als Boden- und Deckenplatten in mannshohen, unterirdischen Gängen, aber auch in mysteriösem Kammern. In einigen Kammern hat man offensichtlich Bodensteine mit großer Gewalt zerschlagen, vielleicht weil man Schätze darunter vermutete? An solchen Stellen kann man erkennen, wie dick solche Bodenplatten oft sind. Der Stein wude von weit her antransportiert.

Tonnenschwere Decksteine
wirken bedrohlich ...
Foto W-J.Langbein
Den Erbauern war gewiss bekannt, dass die Region von Chavin de Huantar häufig von auch starken Erdbeben heimgesucht wurde. So versuchte man, so erdbebensicher wie nur möglich zu bauen. So soll auch manche Mauer erst vor wenigen Jahrzehnten eingestürzt sein, als Chavin de Huantar als »Steinbruch« missbraucht wurde. Steinquader wurden herausgebrochen und weggeschleppt, andere Steine rutschten nach ... Auch sollen manche Eingänge zugeschüttet worden sein, um bösen Geistern den Besuch in der Welt der Lebenden zumindest zu erschweren.

Welchem Zweck zum Teil sehr schmale und dabei sehr hohe Korridore dienten ... niemand vermag das zu sagen. Die Namen, mit denen einzelne unterirdische Tunnelkomplexe versehen wurden, sind willkürlich gewählt.

Da gibt es eine »Galerie der Fledermäuse«. Diese Bezeichnung passt mehr oder minder zu allen Galerien, hausen doch überall Fledermäuse. Ihre Hinterlassenschaften an Wänden und am Boden dürften manchen Besucher abschrecken. Eine weiterer unterirdischer Irrgarten wird als »Galerie des Verrückten« tituliert. Einleuchtender ist die Bezeichnung »Galerie der Treppen« für wieder einen anderen Teil der mysteriösen Unterwelt.

Eine der Kammern
Foto W-J.Langbein
Die »Galerie der Opfergaben« wurde besonders intensiv untersucht. Im Hauptgang wurden unzählige Tonscherben gefunden, die in mühsamer Geduldsarbeit wieder zu fast 700 Keramikgefäßen zusammengefügt werden konnten. Die Tonwaren sind vor vielen Jahrhunderten bewusst zerschlagen worden. Zerschlagen und zersplittert hat man auch Knochen, die mit Erdreich vermengt entdeckt wurden: von Alpakas, Andenhirschen, Beutelratten, Füchsen und Opposums. Gefunden wurden auch zerschlagene Vogelknochen ... und solche von Menschen.

Wurden Mensch und Tier irgendwo oben in der Welt der Lebenden geopfert und zerstückelt? In Sechín – ich darf daran erinnern – gibt es Steingravuren von zerteilten Menschen ... Wurden die so verstümmelten Körper in der »Galerie der Opfergaben« abgelegt? Warum befanden sich fast alle der Knochen im Hauptkorridor der Galerie und nicht in den neun schmalen Kämmerchen? Waren die beengten Räume als Behausungen für Götter oder Geister gedacht, die sich an den im Gang davor liegenden Gaben bedienen konnten? Oder projizieren wir nur unsere Fantasien in Räume und Funde, die wir nicht verstehen können? Suchen wir nur Bestätigung für unser Bild von der Vergangenheit des Menschen?
.
Eine niedrige Passage
Foto W-J.Langbein
Besonders makaber: Die Menschenknochen waren gekocht worden. Gab es rituellen Kannibalismus in Chavin de Huantar, vielleicht in einem Tempel im überirdischen Komplex? Oder fanden grausige Riten in der unterirdischen Welt statt? Oder bereitete man die Opfer als Mahl für Götter oder Geister vor? Wollte man jenen Wesen kein rohes Fleisch zumuten? Warum zerstückelte man die Opfergaben? Falls die göttlichen Wesen in der Vorstellung der Menschen in den in den unterirdischen Kammern hausten: sehr bequem hatten sie es nicht. Die Räume waren sehr schmal, etwa einen Meter, dafür bis zu 2 Meter hoch ... nach unserem heutigen Verständnis recht unpraktisch!

Ich habe zahlreiche Messungen in der »Galerie der Opfergaben« vorgenommen. Der Hauptgang ist bis zu zwei Meter hoch, aber nie breiter als 90 cm! Die Länge beträgt etwa 25 Meter.

Immer wieder enden unterirdische Tunnel abrupt, weil Steinmassen eingebrochen sind. Andere scheinen als blinde Gänge angelegt worden zu sein. Dann heißt es ... umkehren! Immer wieder kommt man an Abzweigungen.. oder besonders niedrige Passagen, die man nur auf dem Bauch kriechend überwinden kann. Und immer wieder versperren Steinbrocken den Weg, warnen vor lebensgefährlicher Einsturzgefahr. Werden wir je Chavin de Huantar verstehen? Es gibt noch sehr viel zu tun für die Forschung!

Platzangst sollte ein Erforscher der Unterwelt von Chavin de Huantar jedenfalls nicht haben ... und auch keine allzugroßen hygienischen Ansprüche stellen!

WJL in der Unterwelt
Foto Ingeborg Diekmann
»Die Lanze zwischen Himmel und Hölle«,
Teil 72 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 05.06.2011



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Sonntag, 6. März 2011

59 »Gold in geheimnisvollen Gräbern«

Teil 59 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
Kostbare Maske von Sipán
Foto: Walter-Jörg Langbein
Es kommt mir so vor, als sei ich auf einem fernen Planeten, irgendwo in den Weiten des Universums unterwegs. Die Sonne brennt mächtig vom Himmel... auf knochentrockenen Wüstenboden. Bizarr anmutende Hügel erregen meine Aufmerksamkeit. Sie wirken uralt. Wind und Wetter haben deutliche Spuren hinterlassen. Tiefe Furchen an den Seiten lassen die Hügel wie fantastische Skulpturen fantasiebegabter Künstler. Am Horizont sehe ich eine kleine Gruppe von ärmlich gekleideten Männern. Mit Hacke und Schaufel rücken sie dem steinharten Boden zuleibe. Es sind Grabräuber. Noch vor wenigen Jahren wurde dieses Gewerbe nur nachts ausgeführt. Heute sind immer mehr Plünderer auch am Tage aktiv. Im Vergleich zu den goldgierigen Spaniern sind die einheimischen Raubgräber allerdings brave, harmlose Gesellen.

Im 16. Jahrhundert fielen die Spanier plündernd und mordend in Südamerika ein. Sie zerstörten das riesige Reich der Inkas, die einst über ein riesiges Areal herrschten. Ihr Reich umfasste eins die heutigen Gefilde Chile und Peru im Süden bis hinauf nach Ecuador und Kolumbien im Norden. Bis heute ist erst ein kleiner Teil der Spuren der Inkas wissenschaftlich erforscht worden. In den Wüstenregionen von Ecuador und Peru warten noch riesige Flächen darauf, von Wissenschaftlern untersucht zu werden. Die Grabräuberei ist in manchen Regionen oft eine der wichtigsten Einnahmequellen für die örtliche Bevölkerung. Und weil die interessanten Stätten sehr weitflächig sind, können sie nicht wirklich geschützt werden.

Wenn Tote reden könnten ...
Foto: Walter-Jörg Langbein
 Ordnungshüter verdienen in der Regel so wenig, dass sie selbst zu Hacke und Schaufel greifen, um der Erde verborgene Schätze aus den Zeiten der Inkas zu entreißen. Die Grabräuber sehen sich im Recht: Warum soll man es fremden Archäologen gestatten, die Schätze ihrer Vorfahren auszugraben? Haben sie als Nachkommen, ja als Erben der Inkas nicht viel eher Besitzanspruch?

In der Kolonialzeit (16. Jahrhundert) schufteten Einheimische für den spanischen Vizekönig. Die Grabräuber, Huaqueros genannt, durchwühlten uralte Friedhöfe aus vorinkaischen Zeiten. Sie gruben tiefe Löcher und unterirdische Tunnel, in der Hoffnung auf reiche Ausbeute. In den Gängen siedelten sich bald giftige Skorpione an, deren Biss so manchem Grabfledderer das Leben kostete. Andere kamen elendiglich beim Einsturz der Stollen ums Leben. So wurden magische Rituale entwickelt, die die Grabräuber schützen sollten. So erschlug man einen Hund und beerdigte ihn als »Geschenk für die Götter« unweit der geplanten Grabungsarbeiten. Die Einheimischen trugen ein enormes Risiko, den Profit strich der spanische Vizekönig ein. Der ließ kostbarste Funde einstampfen und einschmelzen. In Barrenform wurden sie nach Europa geschafft...

Pyramiden von Sipán
Foto: Walter-Jörg Langbein
Von Juni 1987 bis Juli 1988 entdeckten Archäologen in Sipán, etwa 800 Kilometer nördlich von Lima gelegen, Goldschätze in geheimnisvollen Gräbern. Sie gehörten einst einem Herrscher der Moche, also aus Zeiten vor den Inkas. Die sensationellen Funde wurden mit den Schätzen des Pharaos Tutanchamun verglichen... unter einer fremdartig wirkenden Pyramide.

Denkt man an »Pyramiden«, so kommen einem jene aus Ägypten in den Sinn. Pyramiden wie die nach Cheops benannte scheinen für die Ewigkeit gebaut worden zu sein. Den Baumeistern von Sipán standen allerdings nicht Steinbrüche wie ihren ägyptischen Kollegen zur Verfügung. Sie mussten für ihre recht anspruchsvollen Bauprojekte »adobe« backen: getrockneten Lehmziegeln. Unvorstellbare Massen von »adobe« wurden von wahren Arbeiterheeren hergestellt, um riesige Pyramidenkomplexe zu errichten.

In Ägypten besagt ein uraltes Sprichwort: »Jeder fürchtet sich vor der Zeit. Die Zeit aber hat Angst vor den Pyramiden!« Anders als bei Ägyptens Pyramiden wie jener von Cheops hat der Zahn der Zeit sehr viel deutlicher an den einst monumentalen Bauwerken der Moche genagt. Die einstigen Kolosse sind manchmal gar nicht als künstliche Bauwerke zu erkennen. In einer Tiefe von mehr als fünf Metern fanden sich die Gräber des Fürsten von Sipan. Fünf Meter zum Teil betonharten Wüstenbodens schützen die Gräber und die kostbaren Beigaben aus Gold fast zwei Jahrtausende. Grabräuber haben sie übersehen. Sie hätten die Fürstengruft sicher noch entdeckt, wären ihnen die Archäologen nicht zuvorgekommen.

Rekonstruktion der Sipán-Anlage
Foto: Walter-Jörg Langbein

Pedro, einer der renommiertesten Grabräuber vor Ort, erklärte mir bei einem meiner Besuche: »Die uralten Gräber stehen unter dem Schutz der Götter. So mancher Kollege missachtet das. Man darf die Götter nicht verärgern. Man muss ihnen opfern, um sie gewogen zu machen!« Am häufigsten wird den Göttern Alkohol spendiert, der auf dem Wüstenboden vergossen wird, bevor mit dem Graben begonnen wird. »Pietätlose Menschen müssen mit dem Schlimmsten rechnen, wenn sie in der Wüste graben.... Archäologen wie meine Kollegen!« Für heutige Grabräuber sind Archäologen nur lästige Konkurrenz.

Archäologisch interessiert sind Grabräuber nicht. Sie sind auf kostbare Funde aus. Mumien werden zerschlagen, um ihnen Schmuck zu rauben. Totengebeine werden achtlos zur Seite geworfen. Gelegentlich entdeckt der aufmerksame Besucher im Wüstenstaub den einen oder den anderen Totenschädel....

Totenschädel in der Wüste
Foto: Walter-Jörg Langbein
Wie hieß der mächtige Mann, dessen Totenruhe weder von Grabräubern, noch von Archäologen gestört wurde? Wir wissen es nicht. Man bezeichnet ihn gewöhnlich als »Señor de Sipán«, also als »Herr von Sipán«. Gern tituliert man ihn auch als »Fürsten«. Walter Alva, damals Direktor des Brüning Museums von Lambayaque«, hat ihn fast zwei Jahrtausende nach seinem Tod dem Vergessen entrissen. Der namenlose Herrscher war nicht allein in seiner Gruft. Als Begleitung hatte man ihm einige seiner Konkubinen und noch einige Untergebene mit auf den Weg ins Jenseits gegeben. Es wird vermutet, dass diese Menschen geopfert wurden.

In Nebengräbern wurden neben weiteren hochgestellten Persönlichkeiten auch des Fürsten persönlicher Priester und der Chef seiner Truppen bestattet. So sollte der einst mächtige Tote auch im Jenseits optimal versorgt sein: geistlich und militärisch. Für die immense Bedeutung des »zentralen« Toten spricht die Kostbarkeit der Grabbeigaben. An Gold wurde wahrlich nicht gespart!

Leider gibt es keinerlei schriftliche Hinterlassenschaften aus der Zeit des Fürsten von Sipán. So sind wir auf die Interpretation von Cheramiken angewiesen, die als Grabbeigaben in reichem Maße gefunden wurden. Wirklich verstehen werden wir die uralten Mythen wohl nie, die vor rund zwei Jahrtausenden erzählt worden sein mögen. Da wird der zentralen Person (ist es der Fürst von Sipán?) von einem raubvogelähnlichen Wesen ein Becher gereicht. Das monströse Wesen hat offenbar eben diesen Becher von einer Frau ausgehändigt bekommen. Das könnte der Hinweis auf zumindest sehr große Bedeutung der Priesterin in den Mysterien von Sipán sein.

Der Fürst von Sipán mit Begleitung
Foto: Walter-Jörg Langbein
Bei einem meiner Besuche in Sipán gelang es mir sogar, über eine morsche Leiter aus Holz in eine der tiefen Gräber zu steigen. Die Genehmigung hat mir ein eher inoffiziell aussehender »Wächter« gegen die Entrichtung eines »kleinen Obulus« gestattet. Die Gebühr für ein Foto war derartig horrend hoch, dass ich darauf verzichten musste.

Auf einem Krug sah ich eine erschreckende Darstellung eines Menschenopfers. Ein monsterartiges raubtierartiges Wesen und eine Frau fügten zwei Gefangenen Schnittwunden am Hals zu. Das herausquellende Blut fingen sie mit Schalen auf.

Wie viele solcher Keramikobjekte mögen noch in Perus Wüstenboden schlummern? Vor allem: Wie viele mögen schon von Grabräubern gefunden und an reiche Privatsammler verkauft worden sein? Man mag das Treiben dieser Plünderer scharf kritisieren. Allerdings gilt zu bedenken, dass es reiche Amerikaner und Europäer und Mitglieder anderer zivilisierter Länder sind, die mit ihrer Nachfrage nach kostbaren Objekten die Grabräuberei finanzieren. Gäbe es keine Nachfrage, gäbe es keine Grabräuber!

Die Tonkrüge von Sipán
Foto: Walter-Jörg Langbein
Aus der Vogelperspektive sieht es so aus, als sei das Areal von Sipán massiv bombardiert worden. Riesig scheint das Gebiet zu sein, das mit unzähligen Bomben bedacht wurde. Tiefe Trichter verunstalten das Gesicht der Erde wie Bombentrichter. Die Löcher sind teilweise bis zu zehn Metern tief.... von Grabräubern in den Wüstenboden gerissen und hinterlassen.
Die Welt von Sipán muss eine reiche gewesen sein.... Es muss Gold in Hülle und Fülle gegeben haben. Über die Geschichte der Pyramidenbauer wissen wir aber nur sehr wenig. Und was in wissenschaftlichen Büchern steht.... ist sehr häufig nur nüchtern formulierte Spekulation. Und jene, die die Geheimnisse der uralten Kultur kannten... sie schweigen. Schriftliche Aufzeichnungen haben sie keine hinterlassen.... Werden wir je erfahren, wie das Leben am »Fürstenhof« von Sipán aussah? Werden wir je erfahren, an welche Götter oder Göttinnen die Menschen glaubten?

Gold von Sipán
Foto: Walter-Jörg Langbein
Eines scheint sicher zu sein: Frauen müssen damals eine sehr wichtige Rolle gespielt haben..... auch in der Religion!

»Der geheimnisvolle Tote von Túcume«,
Teil 60 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13.03.2011

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