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Sonntag, 5. Juli 2015

285 »Jesus und das Fest der Essener«

Teil 285 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Das Heilige Abendmahl in der Marktkirche

Der Marktkirchen-Altar von Hannover, zwischen 1470 und 1485 vollendet, erzählt in einer Art sakralem »Comicstrip« einen Teil der Geschichte Jesu. Ausgelassen wird ein erheblicher Teil von Jesu »Biografie«, der sonst in christlichen Kirchen in unzähligen Gemälden, Fresken und Holzschnitzereien gern opulent präsentiert wird. Es fehlen die Darstellungen idyllischer Stallszenen von Bethlehem, es gibt keinen Hinweis auf die »Heiligen Drei Könige« oder den »Stern«, der die Männer aus dem Morgenland führte. Kein einziges Bild geht auf den Kindermord ein, den Herodes angeordnet haben soll, weil er befürchtete der Messias würde ihn vom Thron des Königs stoßen und sich selbst zum Regenten ausrufen lassen. So etwas hatten doch angeblich die Propheten geweissagt. Und die »Heiligen Drei Könige« waren doch von weither angereist, um den neuen Herrscher zu huldigen.Selbst ins winterliche Weserbergland sind die Heiligen Drei Könige gekommen, auf dem Altarbild von Hannover sucht man sie vergebens...

Foto 2: Keine Spur von den 3 Königen auf dem Altar

Es fehlt auch jegliche Darstellung der Wundertaten Jesu, die ja für die Gläubigen beweisen, dass Jesus der lang ersehnte Messias war. Kennzeichen des Messiastums waren doch Wunder. Wunder galten als das typische Merkmal des Messias schlechthin. Zu Jesu Zeiten gab es nicht wenige Zeitgenossen, die predigend durch die Lande zogen. Jeder konnte behaupten, der von den Propheten geweissagte Messias zu sein. Wer von den selbsternannten Kandidaten aber keine Wundertaten vorzuweisen hatte, wurde nicht ernst genommen.

Die Geschichte Jesu, die uns der Altaraufsatz der Marktkirche wie ein Buch lesen lässt, beginnt sehr spät in der Biografie Jesu: mit dem Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Meine Empfehlung: Besuchen Sie die Marktkirche von Hannover, besichtigen Sie das Gotteshaus, natürlich nicht während eines Gottesdienstes. Treten Sie vor den Altar, nehmen Sie sich Zeit und studieren Sie sorgsam die 21 geschnitzten Bilder des Altaraufsatzes, eines nach dem anderen. Dazu benötigen Sie wirklich viel Zeit, denn die meisterhaften Künstler haben unzählige Details verewigt, die man sonst leicht übersieht. Von einem der Plätze auf den Kirchenbänken aus können Sie sich nur einen groben Überblick verschaffen, selbst wenn Sie weit vorne sitzen.

Foto 3: Abendmahl von Kirchbrak
Das dritte Bild von links in der oberen Reihe zeigt die »Entlarvung des Judas durch Jesus«. Die Situation wird im »Neuen Testament« mehrfach beschrieben. Jesus hat eben verkündet, dass ihn einer der anwesenden Jünger »verraten« wird. Nach den Evangelisten Matthäus (1) und Markus (2) fragten alle Jünger, einer nach dem anderen: »Herr bin ich’s?« Sollten es wirklich jeder Jünger zumindest für möglich gehalten haben, dass er Jesus ans sprichwörtliche Messer liefern würde? Das spricht nicht wirklich für einen besonders innigen Glauben an die Rolle Jesu.

Jesus und seine Gefolgsleute fühlten sich dem alten religiösen Brauch des Pessachfestes  sehr verbunden. Nach Markus (3) erkundigten sich seine Jünger »am ersten Tage des Pessachfestes, da man das Osterlamm opferte: Wo willst du, dass wir hingehen und dir das Osterlamm bereiten, dass du es essest?«  Nach Markus feierten Jesus und seine Jünger am ersten Tag des Pessachfestes. Nach Johannes war er zu diesem Zeitpunkt längst tot. Die exakten Ausführungen des Johannes (4) lassen keinen Zweifel zu: Jesus wurde am Tag vor dem Pessachfestes gefangen genommen, vor den jüdischen Hohen Rat gebracht und befragt, schließlich von Pilatus zwei Mal verhört, verurteilt, blutig geschlagen und gegeißelt, gekreuzigt, vom Kreuz abgenommen und ins Grab gelegt.

Die Darstellung des Evangeliums nach Markus scheint eindeutig falsch zu sein. Denn dann hätte der Prozess an einem der heiligsten Feiertage stattgefunden. Das ist undenkbar. Jüdische wie römische Autoritäten müssen daran interessiert gewesen sein, dass der Prozess und  die Hinrichtung Jesu vor dem Pessachfest stattfanden. Man musste mit etwa zwei Millionen Pilgern in Jerusalem rechnen. Römische wie jüdische Autoritäten haben sicher alles vermieden, was zu Aufruhr hätte führen können. Die Römer wussten, wie verhasst sie im Volk waren. Die Hinrichtung Jesu hätte leicht der Anlass zu einem Volksaufstand werden können, musste also aus Sicht der Besatzungstruppe vor dem Fest stattfinden. Die jüdischen Autoritäten waren an strenge Vorschriften gebunden. Im jüdischen Gesetzbuch heißt es (5): 

»Deshalb richtet  man nicht am Vorabend des Sabbats oder eines Feiertages.« Deshalb kann auch die Darstellung nach dem Evangelium des Johannes eigentlich nicht stimmen: Jesus muss früher verurteilt und hingerichtet worden sein. Aber wann? Gibt es eine Erklärung für die Widersprüche zwischen Markus, Johannes und den Vorschriften der Mischna (jüdische Sammlung der Gesetzesüberlieferung) ? Sie findet sich versteckt im »Neuen  Testament«.

Im Evangelium nach Markus (6) befiehlt Jesus seinen Jüngern: »Geht in die Stadt, dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt.« Dem sollen sie folgen. Der Mann werde sie zum Haus der Pessachfeier bringen. Wasserholen war aber zu Jesu Zeiten reine Frauensache. Es gab nur eine Ausnahme: Zur Gemeinschaft der Essener waren keine Frauen zugelassen. Bei den Essenern holten also Männer Wasser vom Brunnen. Jesus hatte immer wieder Frauen in seinem Gefolge. Wieso feierte er dann das letzte Pessachfest vor seiner Kreuzigung nur mit Männern? Zelebrierte Jesus das heilige Ritual also bei Essenern?

Foto 4: Hier wurden die Heiligen Texte der Essener gefunden.

Bei den Essenern gab es strenge Vorschriften über die Rangordnung der Mitglieder. In der Gemeinderegel von Qumran wird genau festgelegt, wer bei Tisch wo sitzen darf. Über eben diese Frage (7) gab es bei Jesu letztem Pessachfest Streit.

Feierten Jesus und seine Jünger also bei Essenern? Die Essener rechneten nicht wie die offiziellen Priester des Judentums nach dem Mondkalender, sondern nach dem Sonnenkalender. Die Essener feierten also früher, einen Tag vor den orthodoxen Juden. Richtete sich Jesus nach dem Kalender der Essener? Anscheinend! Dann erlebte Jesus den ersten Tag des Pessachfestes der Essener (Markus!) und starb vor dem Pessachfest der orthodoxen Juden (Johannes!). Die Bibelautoren begingen also einen entscheidenden Fehler! Sie verwechselten die Feier der Essener mit der der orthodoxen Juden!

Wenn Sie die 21 Bilder des Altars in der Marktkirche von Hannover nacheinander betrachten, läuft vor Ihrem Auge so etwas wie ein Film ab. Sie erleben die Darstellung einer kurzen Phase von Jesu Leben, beginnend mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Von diesem Moment bis zum Tod am Kreuz vergingen maximal nur wenige Tage, eher nur Stunden.  Auf den »Einzug in Jerusalem« folgt die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel. Gehen wir davon aus, dass sich Jesus wirklich bei seinen Landsleuten so unbeliebt gemacht hat. Vor dem Pessachfest müssen Hunderttausende Juden in der Heiligen Stadt gewesen sein. Jesu rabiates Auftreten im Tempel konnte sehr leicht zu einem Aufstand führen, mussten die Römer befürchten. Von diesem Moment an musste Jesus jederzeit mit seiner Verhaftung durch die Römer rechnen, zum Beispiel beim »letzten Abendmahl«. Die Römer konnten sich auf ein gut organisiertes System von Spitzeln verlassen. Wenn sie Jesus für einen potentiellen Aufrüher hielten, dann wussten sie gerade in den Tagen des Pessachfestes genau, wo sich Jesus mit seinen Jüngern aufhielt.

Foto 5: Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

Auch bei der berühmten »Fußwaschung« (8) hätte jederzeit eine Spezialeinheit der Römer auftauchen können, um Jesus und seine engsten Vertrauten zu verhaften.

Wenn Sie die einzelnen Bilder des Altars studieren, können Sie sich strikt an die Texte der Evangelisten halten. Dann werden Sie mache Szene wiedererkennen. Aber sind die 21 Schnitzereien vom Altar wirklich nur Illustrationen zu einigen Texten aus den Evangelien? 

Fotos 6 und 7: Spazieren Sie in Gedanken durch das Bild..

Wie gesagt: Nehmen Sie sich Zeit und spazieren Sie in Gedanken durch die einzelnen Szenen. Haben Sie keine Angst vor eigenen Gedanken, die durchaus im Widerspruch zu den Evangelien stehen können. Bitte betrachten Sie sorgsam die Darstellung der Fußwaschung. Jesus wäscht einem der Jünger, vermutlich Petrus, die Füße.

Aber fällt Ihnen eine zweite Jesusgestalt auf? Der »zweite« Jesus gleicht dem ersten wie ein Zwilling dem anderen. Segnend hebt der zweite Jesus die Hand, so wie wir es aus schier endlos vielen sakralen Darstellungen kennen. Ein Beispiel von schier unendlich vielen: Der segnende Jesus vom Altarbild von Kirchbrak. Zwei Jesusse?? Was könnte das bedeuten? Gibt es versteckte Botschaften in sakralen Kunstwerken, die wir bis heute nicht wie ein Buch lesen können?


Fotos 8 und 9: Zwei »Jesusse« bei der Fußwaschung?


Fußnoten

Foto 10: Jesus segnet...
(1) Siehe Evangelium nach Matthäus Kapitel 26, Vers 22
(2) Siehe Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 19
(3) Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 12
(4) Siehe besonders:
Das Evangelium nach Johannes Kapitel 18, Vers 28
(5) Siehe »Traktat Sanhedrin«, Mischna 4,1
(6) Das Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 13
(7) Siehe: Das Evangelium nach Lukas Kapitel 22, Vers 24
(8) Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 1-20

Zu den Fotos:

Foto 1: Das Heilige Abendmahl in der Marktkirche. Detailaufnahme Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Keine Spur von den 3 Königen auf dem Altar. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Abendmahl von Kirchbrak. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Hier wurden die Heiligen Texte der Essener gefunden:
wiki commons (talk/ contribs)
Foto 5: Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße.
Detailaufnahme Walter-Jörg Langbein
Fotos 6 und 7:Spazieren Sie in Gedanken durch das Bild..
Detailaufnahmen Walter-Jörg Langbein
Fotos 8 und 9: Zwei »Jesusse« bei der Fußwaschung?
Detailaufnahmen Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Jesus segnet...Detailaufnahme Kirchbrak, Foto
Walter-Jörg Langbein


286 »Das Kreuz mit dem Prozess«
Teil 286 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 12.07.2015
 


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Sonntag, 26. April 2015

275 »Ein mysteriöses Kompendium in Stein«

Teil 275 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Das »lebende Kreuz« von Verden, Foto W-J.Langbein

Die geheimnisvolle »Gestalt« auf dem mysteriösen Sakralbau von Verden…. Sie wirkt wie ein lebendes Kreuz, wie eine lebende Pflanzenkreatur, wie ein Mischwesen aus uralten Zeiten. Albert Einstein äußerte sich wie folgt: »Der intuitive Verstand ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.« Ich halte es für wichtig, dass wir wieder das »heilige Geschenk des intuitiven Verstands« achten und als Werkzeug des Denkens einsetzen. Bemerkenswert ist ja, dass Einstein Intuition und Logik nicht als unvereinbare Gegensätze ansieht. Vielmehr ordnet er Intuition auch dem weiten Feld des Verstandes zu.

Die Gestalt in Stein.
Uralte Sakralbaten des christlichen Abendlandes bieten eine Fülle von Kunstwerken, die – so habe ich in unzähligen Kirchen von örtlichen Führern gehört – vor allem für die große Masse der Menschen gedacht waren, die vor Jahrhunderten eben nicht ein Buch lesen konnten! Viele religiöse Darstellungen, wie wir sie aus Kirchen kennen, bieten Geschichte, die jeder Christ sofort versteht. Das Jesuskind in der Krippe, umringt von Maria und Joseph, den »Heiligen Drei Königen« und Ochs‘ und Esel, bedarf keiner weiteren Erklärung. Auch wenn das fromme Idyll meist eher in einen Stall aus dem rustikalen Bayernland als ins »Heilige Land« verlegt wird… die Geschichte von der Geburt Jesus im Stall von Bethlehem erkennt wohl jeder Zeitgenosse, der jemals die Weihnachtsgeschichte vernommen hat.

Andere sakrale Darstellungen allerdings sind sehr mysteriös. Nicht immer passt die offizielle Erklärung, wie sie beispielsweise in Führern suggeriert wird, wirklich zu den religiösen Kunstwerken. Oft ist Spekulation gefragt, wenn man die Botschaft der religiösen Darstellungen verstehen will. Das trifft in besonderem Maße für die Basilika von Vézelay zu, die man mit zahllosen Halbreliefs über dem Haupteingang bis hin zu den Säulenkapitellen überreich ausgestattet hat. Als Kind empfand ich diese Kunstwerke nicht als märchenhaft oder gar erbaulich, sondern als oftmals geradezu furchteinflößend!

Vézelay... auf dem »Heiligen Hügel«

Schon die Basilika von Vézelay selbst empfand ich als bedrohlich auf einer Anhöhe über dem kleinen Dörfchen Vézelay thronend, wie eine riesige Verschachtelung von Monstermauern, die wohl Mumien und Mysterien bieten würden. Unheimlich war ein kurzer Besuch in der Krypta, beim schwachen Schein einzelner Glühbirnen, war unheimlich wie ein alter Stummfilm über das »Phantom der Oper«. Spinnen hatten wohl schon vor Ewigkeiten ihre Netze aufgegeben, in denen sich längst keine Insekten mehr verfingen. Von irgendwo her kamen Geräusche von tropfendem Wasser. Ob es noch weitere, bislang unentdeckte Räume gab, hinter dicken steinernen Mauern? Würde man dort die Gebeine verschmachteter Gefangener finden, die irgendwo lebendig eingemauert worden waren?

Die Basilika von Vézelay
Hier in der Krypta wurden einst angeblich die Gebeine der Maria Magdalena bestattet. Der Glaube an diese ganz besondere Reliquie machte Vézelay zum vielleicht wichtigsten Pilgerziel Europas! Der Legende nach erreichte Maria Magdalena nach Jesu Tod am Kreuz auf dem Seeweg über das Mittelmeer Saintes-Maries-de-la-Mer in der Provence. Dort habe sie, als Apostelin der Apostel, das Christentum gepredigt und sei schließlich in der Fremde, fern der Heimat, gestorben. Ein Mönch, so besagt es die Legende weiter, schaffte die Gebeine der Maria Magdalena, die nach den Schriften des Neuen Testaments übrigens keine Prostituierte war, nach Burgund. Vézelay galt allgemein als besonders gesegnet… durch die Gebeine der Heiligen Maria Magdalena.

Im späten 13. Jahrhundert aber, verlor Vézelay schlagartig seine Bedeutung, als die lange angebeteten Gebeine nicht mehr als echt angesehen wurden. Der gewaltige Pilgerstrom, der sonst unzählige Gläubige nach Vézelay geführt hatte, versiegte. Vézelay versank in der Bedeutungslosigkeit. Auch wenn die Reliquien der Maria Magdalena heute nicht mehr als echt gelten, so finden sich auch zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends immer wieder Pilger, die vom Mysterium Maria Magdalena angelockt den Weg nach Vézelay finden. Das Gotteshaus und der Hügel, auf dem die Basilika und die mächtigen Wehranlagen erbaut wurden, wurden 1979 zum »UNESCO-Weltkulturerbe« ernannt.

Ausschlaggebend für den Niedergang Vézelay war Mitte des zwölften Jahrhunderts die Entdeckung neuer Gebeine der Maria Magdalena in St. Maximin, in der Provence. Die angeblich wirklichen Reliquien befinden sich in einer Krypta unter der Basilika »Ste.-Marie-Madeleine de Saint-Maximin-la-Sainte-Baume«. Ich jedenfalls fand den mir riesenhaft erscheinenden Bau als unheimlich und schön zugleich. Er war in meinen Augen so etwas wie mittelalterliche Burg und lichtdurchflutete Kirche zugleich.

Ein wehrhafter Eingang zur Basilika

Ein örtlicher Führer wisperte meinem Vater damals zu, es gebe Geheimgänge von den unterirdischen Gewölben in der Unterwelt, die weit hinab in die einstige Stadt Vézelay führten. Von einer einst Tausenden Menschen Wohnraum schenkenden Stadt war so gut wie nichts mehr erhalten. Ein kleines Dörfchen schmiegte sich an die Anhöhe, auf der sich die Basilika im Lauf der Jahrhunderte breit gemacht hatte. Wo hörte der Sakralbau auf? Was waren steinerne Mauern des Gotteshauses, was Überbleibsel von einst stolzen Häusern reicher Bürger von Vézelay, die so nah wie möglich an der Basilika leben und sterben wollten? Was gehört zur Basilika, was zu den imposanten Schutzmauern?

Die massive Eingangstür des Hauptportals war verschlossen, eine kleine, unscheinbare seitlich versteckte Tür aber ließ sich knarzend öffnen. Noch aber befand man sich nicht im eigentlichen Gotteshaus, sondern in einem beeindruckenden Vorraum. Wie man zu wissen meint, versammelten sich hier wahrscheinlich die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Hier versammelten sich im Jahr 1190 die Gefolgsleute von König Philipp II August und von König Richard Löwenherz zum Aufbruch. In diesem Jahr ging’s zu dritten Kreuzzug ins »Heilige Land«!

Johannes der Täufer
Wie so oft sind es, zum Beispiel im Hauptschiff,  die Säulenkapitelle, die die Aufmerksamkeit der Besucher verdienen. In zwölf Metern Höhe wurden da Szenen aus dem Leben von Heiligen in den Stein gemeißelt, es wurden aber auch biblische Episoden in Stein verewigt. Leicht zu erkennen ist zum Beispiel Johannes der Täufer. Und es gibt Darstellungen, die nicht leicht zu interpretieren sind. Nach christlichem Verständnis war er der Verkünder von Jesu Bedeutung als Messias. Die steinerne Figur trägt das Lamm vor sich her, als Symbol für Jesus. Das Kreuz soll auf den Opfertod Jesus hinweisen.

Vieles aber bleibt rätselhaft. Der klösterliche Führer, der meinem Vater das »gotische Gotteshaus« erklärte, verwies verschämt auf »heidnische Einflüsse«.

Offenbar sollten im frühen 12. Jahrhundert auch heidnische Besucher der Basilika von Vézelay angesprochen werden. Ihnen vertraute Bilder sollten den neuen Glauben für sie schmackhafter machen. »Heidnisch ist zum Beispiel das steinerne Halbrelief auf einem der Säulenkapitelle, das Odysseus und die mythologische Sirene zeigt. Ein sehr ähnliches »Duo« sah ich, leider im Stadium der Auflösung befindlich, in der einstigen Kaiserkirche von Kloster-Schloss Corvey an der Weser.

Nicht minder mysteriös ist ein ganz und gar nicht christliches Fabelwesen mit Schwimmhäuten an den Füßen. Vor dem angsteinflößenden »Tier« flieht entsetzt eine Art Vogel. Dieses Monster hat drei Köpfe.  Ganz in der Nähe postiert wurde eine aus der griechischen Mythologie entliehene Sirene (Mischwesen aus Frau und Vogel), versehen mit einer Schlange am »Allerwertesten«.

Der »Vorraum« wurde nachträglich angefügt. Die wuchtigen Kreuzgewölbe, die steinernen Rundbögen und die massiven, vertrauenerweckenden Pfeiler und beeindruckende Emporen lassen den »Vorraum« eher wie eine kleine Kirche vor der großen erscheinen. Eine steinerne Statue des legendären Vorläufers von Jesus gab dem »Vorraum« einen würdevollen Namen: »Kirche des Heiligen Johannes des Täufers«. Johannes trägt das Lamm mit dem Kreuz vor sich her, also das Symbol für den Messias, der nach christlichem Verständnis den Opfertod am Kreuz sterben wird.

Von den vielen Säulenkapitellen ist mir eines besonders im Gedächtnis geblieben: Da öffnet ein gefährlicher Drache seinen Schlund, aus dem so etwas wie ein gewaltiger Strahl schießt… gegen eine Frau. Kein Zweifel, der böse Drache trachtet der Frau nach dem Leben. Nach offizieller theologischer Sicht steht der Drache -  natürlich? –  für den Teufel, die Frau für »Mutter Kirche«. Der Teufel will die Gemeinschaft der Gläubigen vernichten.

Fratze, schreiend, mit Flammenhaar

Aufgefallen sind mir damals beim Besuch mit meinem Vater vor Ort immer wieder  menschliche (?) Gestalten mit sehr eigenartiger Haartracht. Das Haar fällt nicht etwa mähnenartig wallend zu den Schultern herab, es erinnert am ehesten an hoch auflodernde Flammen, die von den Köpfen gen Himmel schießen. Passend zu den schauerlichen Haaren sind oft die Fratzen, die die häufig schmerzhaft verrenkten Gestalten schneiden….

Kann man die unzähligen Reliefs auf den Säulenkapitellen wie ein Buch lesen? Wer die steinernen Rätsel zu entschlüsseln vermag, entdeckt ein ganzes Kompendium, das ohne einen geschriebenen Buchstaben auskommt! In unseren Breiten gibt es zahlreiche Darstellungen von Geschichten aus dem Neuen Testament, die wir auch ohne erklärenden Text sofort verstehen. Krippenszenen, zum Beispiel, sind uns bestens vertraut. Wir verstehen ihre Bedeutung sofort. Zahllose Darstellungen in Vézelay aber sind und bleiben rätselhaft. Hilft uns die intuitive Fantasie beim Verstehenwollen weiter? Was mag die mysteriöse Szene um die Mühle von Vézelay bedeuten? (Fotos weiter unten!)


Fotos

Die »Mühle« von Vézelay...
Das lebende Kreuz von Verden:
Foto Walter-Jörg Langbein

Die Gestalt in Stein:
Foto Walter-Jörg Langbein

Vézelay... auf dem »Heiligen Hügel«:
Foto wiki commons/ amarant

Die Basilika von Vézelay:
Foto wiki commons/ Jean-Pol Grandmont

Ein wehrhafter Eingang zur Basilika:
Foto wiko commons/ pymouss gross

Johannes der Täufer:
Foto wiki commons/ vassil

Fratze, schreiend, mit Flammenhaar:
Foto wiki commons/ vassil

Krippenszene... uns wohlvertraut.
Die »Mühle« von Vézelay...: Foto wiki commons/ vassil

Krippenszene... uns wohlvertraut: Foto
Walter-Jörg Langbein



276 »Adam, Eva und Dämonen«,
Teil 276 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       

erscheint am 03.05.2015

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Sonntag, 10. Januar 2010

Die »heiligen drei Könige« im Stall von Bethlehem, Versuch einer Datierung... und was wirklich in der Bibel steht

von Walter-Jörg Langbein

Niese im Weserbergland, 4. Januar 2010 (Foto): Die klirrende Kälte scheint den drei recht jugendlichen Königen arg zuzusetzen. Wacker kämpfen sie sich durch Schnee und Eis, dem beißenden Wind zum Trotz. Sie folgten, so verkünden sie von Haus zu Haus ziehend, dem Stern, um dem Messias zu huldigen.

Alle Jahre wieder ziehen um den 6. Januar »orientalisch« verkleidete Kinder durch katholische Regionen. Sie erzählen von den »heiligen drei Königen«, sammeln für wohltätige Zwecke und schreiben »CMB« über die Haustür, bevor sie weitergehen. Im Volksglauben stehen diese Initialen für Caspar, Melchior und Balthasar, die »Königsnamen«.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der alte Volksbrauch besonders populär. Das war der katholischen Kirche nicht besonders angenehm. Denn die angeblichen »Heiligen drei Könige« sind historisch nicht nachweisbar. Es hat sie vermutlich gar nicht gegeben. Doch der religiöse Volksbrauch war stark im Glauben verankert... auch in Zeiten, da immer mehr Menschen den Kirchen den Rücken kehrten. Wacker wurde weiterhin »CMB« an Haustüren gekritzelt. Weiter wurden diese drei Buchstaben mit den Königsnamen »Caspar«, »Melchior« und »Balthasar« identifiziert.

Davon distanziert sich die katholische Kirche allerdings und interpretierte um: »CMB« sollte nun für »Christus Mansionem Benedicat«, »Christus segne dieses Haus« stehen. Indes: Sehr einleuchtend ist diese »Erklärung« nicht wirklich: Ein »mansionis« war nämlich kein Wohnhaus. Es war eine Art »Hotel zur Post« zu Zeiten der Postkutsche. Da gab es einen Stall für die Pferde, Übernachtungsmöglichkeiten und oft auch Essen für zahlende Kunden. In richtigem Latein müssten also die »heiligen drei Könige« schreiben »C(hristus) d(omum) b(enedicat)«.

Im »Obermain Tagblatt« der Wochendausgabe vom 2. und 3. Januar 2010 wird auf der Seite »Kirchliche Nachrichten« auf den besonderen Schmuck in der »Johanneskirche« hingewiesen. Als Bildunterschrift zu einem großen Foto lesen wir da: »Anbetung der drei Weisen. Michelau. Auch in diesem Jahr ist die evangelische Johanneskirche der Dekanatsgemeinde Michelau zur Weihnachtszeit wieder sehr festlich geschmückt. So wird der hohe Kanzelaltar von zwei mächtigen und reich mit verschiedenartigen Sternen verzierten Christbäumen flankiert. Unter dem linken Baum ist eine große Krippe aufgebaut, die die Huldigung des Jesuskindes durch die Hirten und die drei Könige zeigt. Das Matthäus-Evangelium berichtet...«

Dem aufmerksamen Leser fällt ein Widerspruch auf: Wurde das Jesuskind in der Krippe nun von drei Königen oder von drei Weisen besucht und beschenkt? Die meisten Menschen, die das christliche Glaubensgut noch nicht völlig vergessen haben, meinen genau zu wissen, was die Bibel über die Geschehnisse im Stall zu Bethlehem berichtet....

Es ist finstere Nacht. Die drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar reiten auf ihren Kamelen. Sie folgen einem großen, hellen Kometen, der ihnen den Weg nach Bethlehem zeigt. Er soll ihnen zeigen, wo der neue König Judäas auf die Welt kommen würde, um ihn zu beschenken und anzubeten.

Diese Szene gehört zu den beliebtesten Bildern christlichen Glaubens. Doch in der Bibel kommen die im Volksglauben so beliebten Herrscher gar nicht vor. Nur bei Matthäus (1) gibt es einen Hinweis: »Siehe da kamen Magier aus dem Osten nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Osten und sind gekommen, ihn anzubeten.«Die geographischen Angaben sind knapp und können so nicht stimmen. Die Magier kamen aus dem Osten, von Jerusalem aus betrachtet. Der Stern muss ihnen also von ihrer Heimat aus gesehen im Westen erschienen sein, nicht im Osten. Im Osten Jerusalems lag Persien, das Mutterland der Astrologie. Menschen, die »einem Stern folgen« waren offensichtlich Sterndeuter. Im Griechischen werden sie als »magoi« bezeichnet. Der Ausdruck leitet sich vom persischen »magusch« ab. Ein »magosch« war ein Mitglied der Priesterklasse. Astrologie war eines seiner wichtigsten Betätigungsfelder.

Wir stellen uns einen Kometen vor, der sich vor den Sternkundigen bewegte und ihnen den Weg zeigte. Das kann nicht sein, denn Kometen galten stets als Vorboten für Unglücke wie Krieg und Tod, nicht als himmlisches Zeichen für die nahende Geburt eines irdischen Herrschers. Unsere Unterstellung ist falsch: Die Bibel verwendet eine orientalische Redensart, die besagt, dass sich die Männer »in Richtung nach dem Stern« begaben. Aber nach welchem Stern? Diese Frage kann die Astrologie beantworten! Wir müssen bedenken, dass in der Astrologie Planeten fälschlich als Sterne bezeichnet wurden. Welche Planeten galten zu Jesu Zeiten als günstige Vorzeichen? Jupiter wurde immer als Künder von Günstigem verstanden. Saturn deutet auf gute und edle Menschen hin. Mars steht für Stärke, Merkur für Frömmigkeit und Venus für die Liebe zu Mensch und Gott. Welcher dieser Planeten mag nun Astrologen aus Persien ins Land der Bibel gelockt haben? Astrologen lesen Prophezeiungen aus Planetenkonstellationen, nicht aus einzelnen Planeten.

Am 17. April 6 v.Chr. gab es eine erstaunliche Kombination, wie sie nur höchst selten auftritt! Die fünf Planeten Jupiter, Saturn, Mars, Merkur und Venus traten gemeinsam auf: im Sternbild Widder. Dazu gesellte sich die schmale Sichel des zunehmenden Mondes. Widder war das Sternzeichen Judäas. Die Glücksplaneten im Widder zusammen mit dem Mond ließen sich einfach interpretieren. In Judäa würde ein König geboren werden, ein guter, edler, starker, frommer, von Gott und den Menschen geliebter Regent!

Erwarteten die Magoi für den 17. April 6 v.Chr. die Geburt von Judäas neuem König? Die seltene Konstellation mag tatsächlich Astrologen aus Persien angelockt haben. Wurde Jesus wirklich 6 v. Chr. Geboren? Nach Matthäus (3) und Lukas (4) herrschte Herodes, als Jesus zur Welt kam. Da Herodes 4 v. Chr. starb, könnte Jesus 7 v. Chr. geboren worden sein. Andererseits aber soll es gleichzeitig eine Volkszählung gegeben haben. Lukas sagt konkret: als Qurinius Statthalter in Syrien war (5). Nach Herodot fand diese Zählung aber 6 n.Chr. statt. Beide Aussagen widersprechen sich eklatant.

Eindeutig falsch ist eine Information, die wir bei Matthäus finden. Herodes ließ demnach (6) »alle Hohepriester« zusammenkommen, um von ihnen zu erfahren, wo denn der neue König das Licht der Welt erblicken würde. Es gab aber stets nur jeweils einen Hohepriester und niemals mehrere.

Wir glauben zu wissen, dass die Könige Caspar, Melchior und Balthasar dem Jesuskind huldigten. Fakt ist: in der Bibel steht nichts dergleichen. Die Bibel spricht nicht von »Königen«, sondern von »Weisen« und meint damit Astrologen. Die Bibel nennt keine Zahl und auch keine Namen. Die Zahl drei kam weit mehr als 1 000 Jahre nach Jesu Geburt in die Geschichte: Es sollte die Anbetung Jesu durch die Vertreter der gesamten Welt veranschaulich werden. Da man von drei Erdteilen – Europa, Afrika und Asien – ausging, mussten drei Könige an die Krippe Jesu treten. Da man wusste, dass in Afrika Menschen schwarzer Hautfarbe lebten, musste einer der drei Könige schwarz sein: Caspar wurde zum Repräsentanten Afrikas.

Die drei »Königs-Namen« wurden willkürlich gewählt. In der Bibel stehen sie nicht. Und willkürlich legte man im Mittelalter fest, dass Balthasar ein Greis war, der Weihrauch schenkte. Melchior, der Überbringer von Gold, wurde als Mann mittleren Alters gesehen und Caspar (mit Myrrhe als Geschenk) als Jüngling. So wurden namenlose Astrologen unbestimmter Zahl zu den drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar, zu den Repräsentanten der drei damals bekannten Erdteile und der drei Lebensalter.

Fußnoten

1) Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 2, Verse 1 und 2, Übersetzung aus dem Griechischen durch den Verfasser.
2) Siehe hierzu Lamsa, George M.: »Die Evangelien in aramäischer Sicht«, Gossau 1963, S. 61- 63
3) Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 2, Vers 1
4) Das Evangelium nach Lukas Kapitel 3. Vers 1
5) Das Evangelium nach Lukas Kapitel 2, Vers 2
6) Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 2, Vers 4

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