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Sonntag, 19. Januar 2020

522. »Sieben Erden und ›unmögliches‹ Wissen«

Teil 522 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Kaum ein Student
interessierte sich für die
»Legenden der Juden«.
Bei Prof. Ernst Bammel (*1923; †1996) studierte ich emsig mehrere Semester Judaistik in der altehrwürdigen Universitätsstadt Erlangen. Mit einigen wenigen anderen Studenten übersetzten wir Texte von Qumran ins Deutsche. Auf dem »offiziellen« Lehrplan Fachbereich evangelische Theologie kamen die hochinteressanten Seminare Prof. Bammels gar nicht vor.

Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen brachte für uns Studenten »Scheine«, die bestätigten, dass uns Prof. Bammel in die Wissenschaft der Judaistik eingeführt hatte. Doch besagte »Scheine« waren für das Weiterkommen im Studium ohne jede Bedeutung. Deshalb wurden Prof. Bammels Veranstaltungen nur von einigen vereinzelten Studenten besucht. Da hat ein hochangesehener Professor der Theologie spannende Veranstaltungen über Jesu Welt angeboten, wie sie in den Qumran-Schriften und den »Legenden der Juden« beschrieben wird. Meiner Meinung nach waren die Seminare Professor Bammels unverzichtbar für jeden Suchenden, der Jesus und seine Welt besser verstehen wollte. Ich kann es bis heute nicht nachvollziehen: Kaum ein Student der evangelischen Theologie zeigte auch nur das leiseste Interesse.

 Prof. Bammel war es, der mich Ende der 1970er Jahre auf die »Legenden der Juden« aufmerksam machte. Von ihm erfuhr ich, dass es dort Hinweise auf fremde Planeten oder Erden gab. In meinen Notizen, die ich damals anfertigte, hielt ich fest: »Nach Louis Ginzberg gibt es sieben Welten oder Erden. Siehe ›Legends of the Jews‹!«

Ich suchte im siebenbändigen Werk »Legends of the Jews« von Ginzberg nach Informationen über Welten/ Erden im Weltall und wurde rasch fündig. Sieben »Erden« wurden aufgelistet: »erez«, »adamah«, »arka«, »harabah«, »yabbashah«, »tebel« und »heled«. Ginzberg vermerkt (2): »Unsere eigene Erde wird ›heled‹ genannt.« Ich suchte bei Ginzberg nach weiteren Welten/ Erden und würde wieder fündig. Es gab eine zweite Auflistung von wiederum sieben »Erden«. Sie ist nicht identisch mit der ersten Liste, mit der sie nur in Teilen übereinstimmt: »erez«, »adamah«, »arka«. »ge«, »neshiah« und »ziah«. Drei fremde »Erden« tauchen in beiden Listen auf. Der wohl gravierendste Unterschied: In Liste 1 heißt unser Heimatplanet »heled«, in Liste 2 aber »tebel«. Kurios: »tebel« ist in Liste 1 der Name einer fremden »Erde«. Fakt ist, dass es in den »Legends of the Jews« ganz klare Hinweise auf fremde »Erden« gibt.

Zwischen den »Erden« gibt es den »abyss«, lesen wir bei Louis Ginzberg (3). Ich darf daran erinnern, dass Louis Ginzberg (*1873; †1953) sein Lebenswerk in deutscher Sprache verfasste. Der deutsche Text wurde ins Englische übertragen. Bislang ist nur die englischsprachige Version erhältlich. Es ist an der Zeit, dass das deutschsprachige Original endlich publik gemacht wird. So können wir nur darüber spekulieren, was wohl im Original steht, wo wir in der Übersetzung »abyss« lesen. »Abyss« bedeutet, ich habe mehrere Wörterbücher konsultiert, »Abgrund«, »Schlund«, »Hölle« und »Unendlichkeit«. Die Vorstellung von »Erden«, die voneinander durch »Abgründe« getrennt sind, erscheint uns heute als zutreffendes Bild vom Kosmos. Das Bild von »Erden«, die sich in der Unendlichkeit förmlich verlieren, wird in den »Legenden der Juden« sehr anschaulich beschrieben.

Man kann nur darüber staunen, wie modern und korrekt die Vorstellung von fremden »Erden« in den »Legenden der Juden« in verständliche Worte gefasst wurde. In der Bibel suchte ich vergeblich nach vergleichbaren Hinweisen auf fremde »Erden« in den Abgründen des Alls. Fündig wurde ich bei meiner Suche allerdings auf unerwartete, korrekte Beschreibungen von der wahren Gestalt von Planet Erde.

Um die ursprüngliche Aussage eines Textes zu erkennen, bedarf es oftmals geradezu detektivischer Recherche: im hebräischen Original der Texte. Dort gibt es viel zu entdecken, was man in Übersetzungen vergeblich suchen wird. Ich will den Übersetzern keineswegs böswillige Falschübersetzungen unterstellen. Die Übersetzer ließen vermutlich erstaunliche Erkenntnisse über das wissenschaftlich korrekte Weltbild früher biblischer Autoren gar nicht bewusst verschwinden. Sie waren voreingenommen und lasen nur das aus den Texten heraus, was ihrer Meinung nach nur darin stehen konnte.

Beim Propheten Jesaja (4) heißt es lapidar: »Er (Gott Jahwe) thront über dem Kreis der Erde.« Der Bibelübersetzer stellte sich dabei die Erdscheibe vor, die zu Füßen Jahwes lag. Ist das aber auch die Aussage des Originaltextes? Dort heißt es wortwörtlich (5): »Der (Jahwe) thronend auf Chug der Erde.«

Was aber ist »Chug«? Der Begriff leitet sich vom Verb »chagag« ab. »Chagag« bedeutete zunächst sich kreisend drehen oder rotieren. Im weiteren Sinne wurde daraus die tanzende Bewegung, schließlich Feste begehen, zelebrieren. Der niederländische Bibelforscher Karel Claeys (*1914; †1986) kommt nach sorgsamer Überprüfung aller Varianten von »Chug« im Alten Testament zu folgender Erkenntnis (6): »Beim Überdenken der einzelnen Begriffe wird deutlich, dass sie alle eine Umspannung, ein Umfassen, ein Bedecken oder Bekleiden eines bestimmten dreidimensionalen Körpers, und zwar eines rundlichen Körpers, bezeichnen.« Nach Karel Claeys muss es sich dabei um die »Kugelschale« oder ganz einfach »die Kugel« gehandelt haben.

Man kann also den eben zitierten Jesajavers auch so übersetzen: »Er (Jahwe) thront über der Kugel der Erde.« Erstaunliche Zusatzinformationen bietet Hiob (7):»Er (Jahwe) ... hängt die Erde über das Nichts.« Was Luther mit »Nichts« übersetzt, heißt im Hebräischen »belimah«. »Belimah« ist ein zusammengesetztes Wort, bestehend aus »beli« (ohne) und »mah« (etwas).  Wenn wir etwas näher beim Herbäischen bleiben wollen: »Er (Jahwe) hängt die Erde über das Nicht-Etwas.«

Was soll das »Nicht-Etwas«? Ich spekuliere etwas: In modernere Wissenschaftssprache übersetzt: Vakuum. Kombinieren wir Jesaja mit Hiob: Gott hängte die Erdkugel über das Nicht-Etwas. Wobei der Ausdruck für Kugel das Moment des Drehens enthält. Geht man also den Worten auf den Grund, erhält man diese Information: Die Erde wurde als eine sich drehende Kugel über oder im Vakuum gesehen.

Hinweise auf das Erdinnere dürfen im Alten Testament auch nicht fehlen. Nach Psalm 24 (8) gehört unser Planet Gott Jahwe, auch »was darinnen ist«. Was aber ist im Inneren der Erde? Aufschluss gibt wiederum ein Psalm, der in der heutigen Übersetzung eigentlich unverständlich ist. Im Psalm 136 heißt es (9) über Gott Jahwe: »Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. Der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat, und seine Güte währet ewiglich.« Wie ist »der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat« zu verstehen?

Wo »majim« im Hebräischen steht, da wird gewöhnlich Wasser übersetzt. Der Sprachkundler und Lexikograph König sieht dies weitaus differenzierter. So schreibt er in seinem Lexikon (10), »majim« sei als »leicht strömende und zerrinnende Masse«. zu verstehen Unter diesem Gesichtspunkt erhält der Psalmvers eine ganz andere Bedeutung: »Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. ... Der die Erde über der leicht strömenden und zerrinnenden Masse ausgebreitet hat.«

Interessant ist auch das Verb »ausbreiten«. Im Hebräischen wird »raqa« verwendet. Was bedeutet es? Die spezielle, konkrete Bedeutung wird klar, wenn wir uns verwandte Begriffe ansehen: »raq« heißt dünn sein, »raqqah« das Dünne. Ein Vergleich mit stammverwandten Wörtern aus dem Arabischen, Äthiopischen, Assyrischen und Syrischen, aber auch mit dem nachbiblischen Hebräischen legt eine ganz spezielle Bedeutung nahe, wie Karel Claeys ausführt (11) nämlich »das Ausbreiten einer dünnen Schicht«.

Eine Überprüfung von drei Vergleichsstellen im Alten Testament bestätigt diese Übersetzung. Bei Jesaja (12) wird von einem Künstler berichtet, der ein »Bild gießt«. Der Goldschmied überzieht es dann mit einer dünnen Schicht Goldes. Im 2. Buch Mose (13) geht es um die Herstellung von Goldplatten, die dünn gehämmert, also ausgedehnt wurden. Auch im vierten Buch Mose wird ein kunsthandwerklicher Vorgang beschrieben (14): Räucherpfannen wurden zu dünnen Blechen umgearbeitet. In allen Fällen beschreibt »raqa« eindeutig einen konkreten Vorgang, nämlich das Überziehen mit einer dünnen Schicht.

So gelangen wir zu einer wortgetreuen Übersetzung: »Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. … Der die Erde über der leicht strömenden und zerrinnenden Masse in einer dünnen Schicht ausgebreitet hat.«

Für den Menschen zu Beginn des dritten Jahrtausends gibt es keinen Zweifel an der Kugelgestalt der Erde. Auch über das Erdinnere weiß er Bescheid. Die Erde ist keineswegs ein kompakter, harter Ball. Vielmehr schwimmen die Erdteile, wie es in einem populären Lexikon heißt (15) »wie Eisschollen im Wasser auf dem schweren magmatischen Untergrund«. Mit anderen Worten: Die Erdteile, die Kontinente und Länder sind eine dünne Schicht Erde, die auf dem aus Magma bestehenden weicheren Erdinneren driftet. Auf dem weich-zähflüssigen Brei ruht eine verhältnismäßig dünne Kruste. Dieser durch modernste geologische Forschungen bestätigte Sachverhalt wird bereits im Psalm 136 äußerst prägnant und zutreffend beschrieben, wenn man den ursprünglichen Sinn des hebräischen Wortlauts sorgsam rekonstruiert: »Der (Gott Jahwe) die Erde über der leicht strömenden und zerrinnenden Masse in einer dünnen Schicht ausgebreitet hat.«

Das Alte Testament ist in hebräischer Sprache verfasst. Wer meint, es sei leicht, die richtige Übersetzung zu erstellen, irrt. Übersetzen ist häufig nicht von Interpretieren zu unterscheiden. Es gibt selten eine eindeutige Variante. Frühere Übersetzer irrten. Sie unterstellten den Verfassern das falsche Weltbild von der Erde als Scheibe. Etwas anderes durfte im »Alten Testament« nicht stehen. Also übertrugen sie die Texte entsprechend, wobei sie ihre Voreingenommenheit zu bestätigen suchten. Geht man aber unvoreingenommen an die hebräischen Aussagen, versucht man der ursprünglichen Bedeutung der Worte auf den Grund zu gehen, dann entdeckt man manchmal in uralten Versen ein unglaublich modernes Weltbild: Die Erde ist keine Scheibe, sondern eine Kugel im Vakuum des Alls. Und unter der harten Erdkruste, unter der dünnen harten Erdschicht gibt es Zähflüssiges. Darauf schwimmen die Erdteile wie Eisschollen auf dem Wasser.

Dieses Wissen scheint schon vor Jahrtausenden bekannt gewesen zu sein. Die »Legends of the Jews« enthalten konkrete Hinweise auf fremde Planeten. In Schriften des »Alten Testaments« finden sich Beschreibungen der Erde als sich im All drehendeKugel und auf das »Innenleben« der Erde. Woher stammt derlei eigentlich unmögliches Wissen?

Fußnoten
(1) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, Band 1 »From the Creation to Jacob«, Seite 10, 10. Zeile von oben bis Seite 11, 7. Zeile von oben. Übersetzung Walter-Jörg Langbein.
(2) Ebenda, Seite 113, 13. Zeile von unten - Seite 115, 12. Zeile von unten. Übersetzung Walter-Jörg Langbein.
(3) Ebenda, Seite 10, 11. Zeile von oben
(4) Der Prophet Jesaja Kapitel 40, Vers 22, zitiert aus »Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers«, Stuttgart 1972, S.790
(5) Vom Verfasser aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen.
(6) Claeys, Karel: Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft, Stein am Rhein 1987, S. 460
(7) Das Buch Hiob Kapitel 26, Vers 7, zitiert aus »Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers«, Stuttgart 1972, S.584
(8) Psalm 24, Vers 1
(9) Psalm 136, Verse 1 und 6, zitiert aus »Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der Übersetzung Martin Luthers«, Stuttgart 1972, S.706
(10) König, E.: »Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament«, Leipzig 1936
(11) Claeys, Karel: »Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft«, Stein am Rhein 1987, S. 630-639
(12) Der Prophet Jesaja Kapitel 40, Vers 19
(13) Das zweite Buch Mose Kapitel 39, Vers 3
(14) Das vierte Buch Mose Kapitel 17, Verse 3-4
(15) »Bertelsmann Lexikothek«, Band 5, Gütersloh 1983, S. 363

Zum Foto
Foto 1: Kaum ein Student unteressierte sich für die Legenden der Juden.
Foto: Jesus hinter der Marienkirche zu Bad Segeberg. Foto Walter-Jörg Langbein, Sommer 2019.



523. »Meister der Intelligenz und Wissenschaft«,
Teil 523 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26. Januar 2020

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Sonntag, 9. August 2015

290 »Die Wahrheit?«

 »Die Wahrheit«,
Teil 290 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Jesus wird verhaftet

Die Frage nach Wahrheit scheint eine einfache zu sein, wenn man nicht theologisch denkt. Vermelden die Evangelien die Wahrheit über Jesu Verhaftung, Prozess, Misshandlung und Hinrichtung Jesu die historische Wahrheit? Hans Conzelmann (1915-1989) verwundert den Laien mit einer befremdlich anmutenden Antwort (1): »Die Frage, ob die Auferstehung Christi ›ein historisches Ereignis‹ sei, ist theologisch abwegig.« Conzelmann, 1954 Extraordinarius an der Uni Zürich, 1956 ordentlicher Professor, von 1960 bis 1978 Inhaber des Lehrstuhls für »Neues Testament« an der Georg-August-Universität Göttingen, schreibt weiter (2): »Die Frage nach der Historizität der Auferstehung muß als irreführend aus der Theologie ausgeschieden werden. Wir haben andere Sorgen.«

Worüber aber macht sich der Theologe Sorgen in Sachen Glauben, wenn die Frage nach der historischen Wahrheit des für das Christentum bedeutsamsten Ereignisses »theologisch abwegig« ist?

Foto 2: Jesus wird vor Kaiphas gezerrt

Erstaunlich ist, wie rapide theologische »Erkenntnisse« über historische Hintergründe wachsen. So stellte Conzelmann 1983 im »Arbeitsbuch zum Neuen Testament« (3) noch lapidar fest: »Der historische Grundbestand der gesamten Passionstradition erweist sich also als relativ schmal: Viel mehr als die Tatsache der Verurteilung und der Kreuzigung läßt sich historisch nicht absichern.« 2004 erschien die 14. Auflage des gleichen Opus, von Andreas Lindemann fortgeführt. Jetzt heißt es: »Der historisch gesicherte Grundbestand der Passionstradition erweist sich als relativ schmal. Unbezweifelbar ist die Tatsache der Verurteilung Jesu, ferner seine Kreuzigung und sein Tod, überaus wahrscheinlich ist die Beisetzung des Verstorbenen durch einen Fremden.«

Weltweit wird in christlichen Predigten die Leidens- und Sterbegeschichte Jesu als historisch gepredigt. Mich hat auf meinen Reisen der naive Glaube an die Wahrheit der biblischen Schriften beeindruckt, im kleinen Kirchlein auf der einsamsten Insel der Welt, der Osterinsel, ebenso wie in der riesigen Basilika der »Jungfrau von Guadalupe« am Stadtrand von Mexico-City in »Villa da Guadalupe«.

Fotos 3 und 4: Jesus wird gedemütigt und gepeinigt

In der kleinen Kirche der Osterinsel erklärte mir der örtliche Geistliche voller Überzeugung: »Die Evangelien vermelden die Wahrheit über Jesu Leben, Wirken, Leiden und Sterben! Der Verlauf der Geschehnisse wird ja auch in außerbiblischen Quellen bestätigt!« Auf meine Frage hin, wo man denn in außerbiblischen Werken etwas über Jesus erfahren könne, wurde prompt und voller Überzeugung beantwortet: »Lesen Sie bei Tacitus nach! Da werden Sie fündig!« Bei Tacitus freilich erfahren wir nur, dass Nero die »Christianer« für den Brand Roms von 64 n.Chr. verantwortlich machte.

Foto 5: Jesus wird gegeißelt

Tacitus erklärt da lediglich, dass der Name »Christianer« auf Christus zurückgehe, der »unter der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war.« Als weitere Lektüreempfehlung legte mir der Geistliche den Historiker Sueton nahe. Von Sueton erfahren wir aber nur, dass Kaiser Claudius (10 v. Chr. bis 54 n. Chr.) »die Juden, die von Chrestus aufgehetzt, ständig Unruhe stifteten« aus Rom vertrieben hat. Es ist aber fraglich, ob mit »Chrestus« tatsächlich auch Jesus gemeint war. Chrestus könnte sehr wohl ein Jude gewesen sein, der in der ersten Hälfte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts in Rom agierte und seine Glaubensgenossen gegen die römischen Autoritäten aufhetzte.

Ob denn auch jüdische Historiker Jesus erwähnen, wollte ich von meinem Gesprächspartner wissen. Der Geistliche legte mir Flavius Josephus ans Herz. Flavius Jopsephus allerdings erwähnt  nur einen gewissen Jakobus, der anno 62 (6) mit einigen Gesinnungsgenossen hingerichtet wurde. Und dieser Jakobus sein »ein Bruder Jesu, des sogenannten Christus« gewesen.

Foto 6: »Kreuzigt ihn!«
Schließlich zitierte der belesene Gottesmann noch eine weitere Stelle aus Flavius Josephus (7). Da geht es wiederum um Auseinandersetzungen zwischen Juden und Römern zu Zeiten des Pontius Pilatus. In diesem Zusammenhang wird Jesus in höchsten Tönen gepriesen und die Kreuzigung Jesu erwähnt (8): »Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine frühesten Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündet hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort.« Heute gilt allerdings dieser Passus als ein später eingefügter Text aus christlicher Feder, also als ein nicht von Flavius Josephus stammender Einschub (9).

Foto 7: Pilatus gibt nach
Ernst Bammel (1923-1996) wurde anno 1953 Privatdozent an der Universität Erlangen und 1984 Professor an der Universität Münster (»Wissenschaft des Judentums und neutestamentliche Theologie«). Der sympathische Gelehrte war auch im europäischen Ausland tätig. In den neunzenhundertsechziger und neunzehnhundertsiebziger Jahren hat er mehrere Gastprofessuren in Cambridge wahrgenommen. Sehr gern denke ich an mehrere Seminare, die ich bei Professor Bammel besuchte. Wir übersetzten damals Texte der »Qumran-Bibliothek« aus dem Hebräischen ins Deutsche. In kleiner Runde erörterten wir interessante Themen. Intensiv beschäftigten wir uns mit der Frage, ob Jesus in rabbinischen Texten erwähnt wird. Professor Bammel verwies auf einen in rabbinischer Literatur beschriebenen jüdischen Katzer namens »Jeschu«. Besonders konkret wurde der »Babylonische Talmud« (10):

»Am Vorabend des Pesahfestes hängte man Ješu. Vierzig Tage vorher hatte der Herold ausgerufen: Er wird zur Steinigung hinausgeführt, weil er Zauberei getrieben und Jisraél verführt und abtrünnig gemacht hat; wer etwas zu seiner Verteidigung zu sagen hat, der komme und sage es. Da aber nichts zu seiner Verteidigung vorgebracht wurde, so hängte man ihn am Vorabend des Pesahfestes.« Sollte damit wirklich Jesus gemeint sein? Das ist mehr als fraglich. Schließlich wurde Jesus weder gesteinigt, noch gehängt.

Was die »Wahrheit« über Jesu Leben, Wirken, Leiden und Sterben angeht, so ist unklar, ob die rabbinische Literatur überhaupt brauchbare Informationen bietet. Nach Professor Bammel wissen wir nicht, ob mit dem Ketzer Jeschu überhaupt der Jesus des Neuen Testaments gemeint ist. Wir sind bei unserer Wahrheitssuche auf die vier Evangelien angewiesen. Und bieten die uns »die Wahrheit«? So erweckt das Evangelium nach Markus (11) den Eindruck, als ob die Verhandlung gegen Jesus vor dem jüdischen Synedrium unmittelbar nach der Verhaftung in der Nacht stattfand. Das wäre rechtlich nicht möglich gewesen. Erweckt wird auch der Eindruck, als ob Jesu Behauptung »Sohn des Hochgelobten« zu sein nach jüdischer Rechtsprechung damals eine Gotteslästerung gewesen sei und somit als ein Kapitalverbrechen mit der Todesstrafe geahndet werden musste. Auch das ist falsch.

Foto 8: Jesus wird gedemütigt und vorgeführt

Seltsam mutet das Verhör Jesu durch Pilatus an (12). Es ist wohl kaum historische Wahrheit, dass Pilatus Jesus als »König der Juden« titulierte, so wie im Evangelium nach Markus behauptet wird (13): »Pilatus aber antwortete ihnen: Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden losgebe?... Pilatus aber fing wiederum an und sprach zu ihnen: Was wollt ihr denn, dass ich tue mit dem, den ihr den König der Juden nennt?« Diese Worte wurden dem Römer wohl von Anhängern des jungen Christentums in den Mund gelegt.

Wenn Jesus gekreuzigt wurde, dann können das keine noch so mächtigen Juden veranlasst haben, sondern nur Vertreter der römischen Staatsbehörde. Die Kreuzigung war römische, nicht jüdische Hinrichtungsart. Das Todesurteil Kreuzigung muss von der römischen Justiz verhängt und ausgeführt worden sein. Demütigung, Misshandlung und Hinrichtung am Kreuz können also sehr wohl der historischen Wirklichkeit entsprechen. Sollten die Römer als religiös motivierten Aufständischen gesehen haben? Das ist möglich. Fürchteten die Römer eine religiös verbrämte Rebellion der allerdings machtlosen Juden? Wollten sie eine potentielle Gefahr schon im Keim ersticken? Dann machte es aus römischer Sicht Sinn, wenn sie sich über den »Messias« lustig machten und ihn folterten und durch die Straßen Jerusalems zur Hinrichtungsstätte trieben. So sollte den Juden jede Hoffnung auf einen Messias genommen werden, der sie von den Römern befreien würde.

Foto 9: Tod am Kreuz
Außerbiblische Quellen bieten nichts Brauchbares über Jesu Leben und Tod. Die Evangelien weisen den Juden die Schuld am Tode Jesu zu, sprechen die Römer von der Verantwortung frei. So muss Pontius Pilatus dem hasserfüllten Begehren der Juden nachgeben. Warum wird die Tragödie um Jesu Tod so römerfreundlich und vermutlich historisch nicht korrekt dargestellt? Das »Arbeitsbuch zum Neuen Testament« (14) bietet eine plausible Antwort:»Besonders bei Lukas, zumal in dessen Apostelgeschichte, wird deutlich, daß die sich ausbreitende christliche Gemeinde auf eine Duldung durch die römischen Behörden angewiesen ist; dabei geht es offenbar nicht um die Furcht vor römischen Verfolgungen, sondern Lukas will zeigen, daß die christliche Gemeinde für Rom keine Gefährdung darstellt.«

Für mich war die Diskrepanz zwischen gepredigtem Glauben einerseits und »wissenschaftlicher Theologie« andererseits der ausschlaggebende Anlass, mein Studium der evangelischen Theologie abzubrechen.


Fußnoten

(1) Conzelmann, Hans: »Grundriß der Theologie des Neuen Testaments«, Tübingen, 6. Auflage 1979, S. 227, Orthographie wurde unverändert übernommen
(2) ebenda, S. 228, Orthographie wurde unverändert übernommen
(3) Conzelmann, Hans: »Arbeitsbuch zum Neuen Testament«, Tübingen, 7. Verbesserte und ergänzte Auflage, S. 390, Orthographie wurde unverändert übernommen, Orthographie unverändert übernommen
(4) Conzelmann, Hans: »Arbeitsbuch zum Neuen Testament«, Tübingen, 14., durchgesehen Auflage, S. 505, Orthographie wurde unverändert übernommen
(5) Tacitus: »Annalen«, XV 44,2 und folgende
(6) Flavius Josephus, »Jüdische Altertümer«, XX 200
(7) Flavius Josephus, »Jüdische Altertümer«, XVIII.
(8) Theißen, Gerd und Merz, Annette: »Der historische Jesus/ Ein Lehrbuch«, 3 Auflage, Göttingen 2001, S. 75
(9) Siehe hierzu auch… Theißen, Gerd: Der historische Jesus/ Ein Lehrbuch, 3. Auflage, Göttingen 2001
(10) »bSanh43« zitiert nach Theißen/Merz, Der historische Jesus. Ein Lehrbuch. Göttingen, 3. Auflage 2001, S. 83.
(11) Evangelium nach Markus Kapitel 14, Verse 53, 55-64
(12) Evangelium nach Markus Kapitel 15, Verse 1-20
(13) Evangelium nach Markus Kapitel 15, Verse 9 und 12
(14) Conzelmann, Hans: »Arbeitsbuch zum Neuen Testament«, Tübingen, 14., durchgesehen Auflage, S. 508, Orthographie wurde unverändert übernommen

Alle Fotos: Altar Bad Segeberg - Walter-Jörg Langbein

291 »Mariae Himmelfahrt - Teil 1«,
Teil 291 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 16.08.2015

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Sonntag, 5. Juli 2015

285 »Jesus und das Fest der Essener«

Teil 285 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Das Heilige Abendmahl in der Marktkirche

Der Marktkirchen-Altar von Hannover, zwischen 1470 und 1485 vollendet, erzählt in einer Art sakralem »Comicstrip« einen Teil der Geschichte Jesu. Ausgelassen wird ein erheblicher Teil von Jesu »Biografie«, der sonst in christlichen Kirchen in unzähligen Gemälden, Fresken und Holzschnitzereien gern opulent präsentiert wird. Es fehlen die Darstellungen idyllischer Stallszenen von Bethlehem, es gibt keinen Hinweis auf die »Heiligen Drei Könige« oder den »Stern«, der die Männer aus dem Morgenland führte. Kein einziges Bild geht auf den Kindermord ein, den Herodes angeordnet haben soll, weil er befürchtete der Messias würde ihn vom Thron des Königs stoßen und sich selbst zum Regenten ausrufen lassen. So etwas hatten doch angeblich die Propheten geweissagt. Und die »Heiligen Drei Könige« waren doch von weither angereist, um den neuen Herrscher zu huldigen.Selbst ins winterliche Weserbergland sind die Heiligen Drei Könige gekommen, auf dem Altarbild von Hannover sucht man sie vergebens...

Foto 2: Keine Spur von den 3 Königen auf dem Altar

Es fehlt auch jegliche Darstellung der Wundertaten Jesu, die ja für die Gläubigen beweisen, dass Jesus der lang ersehnte Messias war. Kennzeichen des Messiastums waren doch Wunder. Wunder galten als das typische Merkmal des Messias schlechthin. Zu Jesu Zeiten gab es nicht wenige Zeitgenossen, die predigend durch die Lande zogen. Jeder konnte behaupten, der von den Propheten geweissagte Messias zu sein. Wer von den selbsternannten Kandidaten aber keine Wundertaten vorzuweisen hatte, wurde nicht ernst genommen.

Die Geschichte Jesu, die uns der Altaraufsatz der Marktkirche wie ein Buch lesen lässt, beginnt sehr spät in der Biografie Jesu: mit dem Einzug Jesu auf einem Esel in Jerusalem. Meine Empfehlung: Besuchen Sie die Marktkirche von Hannover, besichtigen Sie das Gotteshaus, natürlich nicht während eines Gottesdienstes. Treten Sie vor den Altar, nehmen Sie sich Zeit und studieren Sie sorgsam die 21 geschnitzten Bilder des Altaraufsatzes, eines nach dem anderen. Dazu benötigen Sie wirklich viel Zeit, denn die meisterhaften Künstler haben unzählige Details verewigt, die man sonst leicht übersieht. Von einem der Plätze auf den Kirchenbänken aus können Sie sich nur einen groben Überblick verschaffen, selbst wenn Sie weit vorne sitzen.

Foto 3: Abendmahl von Kirchbrak
Das dritte Bild von links in der oberen Reihe zeigt die »Entlarvung des Judas durch Jesus«. Die Situation wird im »Neuen Testament« mehrfach beschrieben. Jesus hat eben verkündet, dass ihn einer der anwesenden Jünger »verraten« wird. Nach den Evangelisten Matthäus (1) und Markus (2) fragten alle Jünger, einer nach dem anderen: »Herr bin ich’s?« Sollten es wirklich jeder Jünger zumindest für möglich gehalten haben, dass er Jesus ans sprichwörtliche Messer liefern würde? Das spricht nicht wirklich für einen besonders innigen Glauben an die Rolle Jesu.

Jesus und seine Gefolgsleute fühlten sich dem alten religiösen Brauch des Pessachfestes  sehr verbunden. Nach Markus (3) erkundigten sich seine Jünger »am ersten Tage des Pessachfestes, da man das Osterlamm opferte: Wo willst du, dass wir hingehen und dir das Osterlamm bereiten, dass du es essest?«  Nach Markus feierten Jesus und seine Jünger am ersten Tag des Pessachfestes. Nach Johannes war er zu diesem Zeitpunkt längst tot. Die exakten Ausführungen des Johannes (4) lassen keinen Zweifel zu: Jesus wurde am Tag vor dem Pessachfestes gefangen genommen, vor den jüdischen Hohen Rat gebracht und befragt, schließlich von Pilatus zwei Mal verhört, verurteilt, blutig geschlagen und gegeißelt, gekreuzigt, vom Kreuz abgenommen und ins Grab gelegt.

Die Darstellung des Evangeliums nach Markus scheint eindeutig falsch zu sein. Denn dann hätte der Prozess an einem der heiligsten Feiertage stattgefunden. Das ist undenkbar. Jüdische wie römische Autoritäten müssen daran interessiert gewesen sein, dass der Prozess und  die Hinrichtung Jesu vor dem Pessachfest stattfanden. Man musste mit etwa zwei Millionen Pilgern in Jerusalem rechnen. Römische wie jüdische Autoritäten haben sicher alles vermieden, was zu Aufruhr hätte führen können. Die Römer wussten, wie verhasst sie im Volk waren. Die Hinrichtung Jesu hätte leicht der Anlass zu einem Volksaufstand werden können, musste also aus Sicht der Besatzungstruppe vor dem Fest stattfinden. Die jüdischen Autoritäten waren an strenge Vorschriften gebunden. Im jüdischen Gesetzbuch heißt es (5): 

»Deshalb richtet  man nicht am Vorabend des Sabbats oder eines Feiertages.« Deshalb kann auch die Darstellung nach dem Evangelium des Johannes eigentlich nicht stimmen: Jesus muss früher verurteilt und hingerichtet worden sein. Aber wann? Gibt es eine Erklärung für die Widersprüche zwischen Markus, Johannes und den Vorschriften der Mischna (jüdische Sammlung der Gesetzesüberlieferung) ? Sie findet sich versteckt im »Neuen  Testament«.

Im Evangelium nach Markus (6) befiehlt Jesus seinen Jüngern: »Geht in die Stadt, dort wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt.« Dem sollen sie folgen. Der Mann werde sie zum Haus der Pessachfeier bringen. Wasserholen war aber zu Jesu Zeiten reine Frauensache. Es gab nur eine Ausnahme: Zur Gemeinschaft der Essener waren keine Frauen zugelassen. Bei den Essenern holten also Männer Wasser vom Brunnen. Jesus hatte immer wieder Frauen in seinem Gefolge. Wieso feierte er dann das letzte Pessachfest vor seiner Kreuzigung nur mit Männern? Zelebrierte Jesus das heilige Ritual also bei Essenern?

Foto 4: Hier wurden die Heiligen Texte der Essener gefunden.

Bei den Essenern gab es strenge Vorschriften über die Rangordnung der Mitglieder. In der Gemeinderegel von Qumran wird genau festgelegt, wer bei Tisch wo sitzen darf. Über eben diese Frage (7) gab es bei Jesu letztem Pessachfest Streit.

Feierten Jesus und seine Jünger also bei Essenern? Die Essener rechneten nicht wie die offiziellen Priester des Judentums nach dem Mondkalender, sondern nach dem Sonnenkalender. Die Essener feierten also früher, einen Tag vor den orthodoxen Juden. Richtete sich Jesus nach dem Kalender der Essener? Anscheinend! Dann erlebte Jesus den ersten Tag des Pessachfestes der Essener (Markus!) und starb vor dem Pessachfest der orthodoxen Juden (Johannes!). Die Bibelautoren begingen also einen entscheidenden Fehler! Sie verwechselten die Feier der Essener mit der der orthodoxen Juden!

Wenn Sie die 21 Bilder des Altars in der Marktkirche von Hannover nacheinander betrachten, läuft vor Ihrem Auge so etwas wie ein Film ab. Sie erleben die Darstellung einer kurzen Phase von Jesu Leben, beginnend mit dem Einzug Jesu in Jerusalem. Von diesem Moment bis zum Tod am Kreuz vergingen maximal nur wenige Tage, eher nur Stunden.  Auf den »Einzug in Jerusalem« folgt die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel. Gehen wir davon aus, dass sich Jesus wirklich bei seinen Landsleuten so unbeliebt gemacht hat. Vor dem Pessachfest müssen Hunderttausende Juden in der Heiligen Stadt gewesen sein. Jesu rabiates Auftreten im Tempel konnte sehr leicht zu einem Aufstand führen, mussten die Römer befürchten. Von diesem Moment an musste Jesus jederzeit mit seiner Verhaftung durch die Römer rechnen, zum Beispiel beim »letzten Abendmahl«. Die Römer konnten sich auf ein gut organisiertes System von Spitzeln verlassen. Wenn sie Jesus für einen potentiellen Aufrüher hielten, dann wussten sie gerade in den Tagen des Pessachfestes genau, wo sich Jesus mit seinen Jüngern aufhielt.

Foto 5: Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße

Auch bei der berühmten »Fußwaschung« (8) hätte jederzeit eine Spezialeinheit der Römer auftauchen können, um Jesus und seine engsten Vertrauten zu verhaften.

Wenn Sie die einzelnen Bilder des Altars studieren, können Sie sich strikt an die Texte der Evangelisten halten. Dann werden Sie mache Szene wiedererkennen. Aber sind die 21 Schnitzereien vom Altar wirklich nur Illustrationen zu einigen Texten aus den Evangelien? 

Fotos 6 und 7: Spazieren Sie in Gedanken durch das Bild..

Wie gesagt: Nehmen Sie sich Zeit und spazieren Sie in Gedanken durch die einzelnen Szenen. Haben Sie keine Angst vor eigenen Gedanken, die durchaus im Widerspruch zu den Evangelien stehen können. Bitte betrachten Sie sorgsam die Darstellung der Fußwaschung. Jesus wäscht einem der Jünger, vermutlich Petrus, die Füße.

Aber fällt Ihnen eine zweite Jesusgestalt auf? Der »zweite« Jesus gleicht dem ersten wie ein Zwilling dem anderen. Segnend hebt der zweite Jesus die Hand, so wie wir es aus schier endlos vielen sakralen Darstellungen kennen. Ein Beispiel von schier unendlich vielen: Der segnende Jesus vom Altarbild von Kirchbrak. Zwei Jesusse?? Was könnte das bedeuten? Gibt es versteckte Botschaften in sakralen Kunstwerken, die wir bis heute nicht wie ein Buch lesen können?


Fotos 8 und 9: Zwei »Jesusse« bei der Fußwaschung?


Fußnoten

Foto 10: Jesus segnet...
(1) Siehe Evangelium nach Matthäus Kapitel 26, Vers 22
(2) Siehe Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 19
(3) Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 12
(4) Siehe besonders:
Das Evangelium nach Johannes Kapitel 18, Vers 28
(5) Siehe »Traktat Sanhedrin«, Mischna 4,1
(6) Das Evangelium nach Markus Kapitel 14, Vers 13
(7) Siehe: Das Evangelium nach Lukas Kapitel 22, Vers 24
(8) Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 1-20

Zu den Fotos:

Foto 1: Das Heilige Abendmahl in der Marktkirche. Detailaufnahme Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Keine Spur von den 3 Königen auf dem Altar. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Abendmahl von Kirchbrak. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Hier wurden die Heiligen Texte der Essener gefunden:
wiki commons (talk/ contribs)
Foto 5: Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße.
Detailaufnahme Walter-Jörg Langbein
Fotos 6 und 7:Spazieren Sie in Gedanken durch das Bild..
Detailaufnahmen Walter-Jörg Langbein
Fotos 8 und 9: Zwei »Jesusse« bei der Fußwaschung?
Detailaufnahmen Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Jesus segnet...Detailaufnahme Kirchbrak, Foto
Walter-Jörg Langbein


286 »Das Kreuz mit dem Prozess«
Teil 286 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 12.07.2015
 


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Sonntag, 18. August 2013

187 »Angst«

Teil 187 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Eingang in die »Unterwelt«
Foto: W-J.Langbein
Angst beschlich mich, ich gebe es zu, als ich meinem Guide bei Nacht in den engen Schacht zu seiner Familienhöhle folgte. In einer Tiefe von etwa zweieinhalb bis drei Metern befand sich ein Loch. Es war noch knapper bemessen als der Eingang des Schachts. Nach dem Abstieg in die Dunkelheit, wobei ich mich an den vorstehenden Felsbrocken festklammerte, kroch ich auf allen Vieren durch das Loch in die Höhle. Ich kam mir vor wie ein Schäferhund, der sich durch den winzigen Eingang der Hundehütte für einen Zwergpudel zwängt.

Wenn mir mein Guide – vielleicht gar im Rahmen einer Opferung für seine Götter – das Lebenslicht ausblasen würde ... Einen kräftiger Hieb mit einem Stein auf meinen Kopf in der totalen Finsternis der Höhle konnte ich kaum abwehren.

Angst spürte ich schon, als ich bei vollständiger Dunkelheit den senkrechten Schacht hinab kletterte. Es gab keine Leiter oder Stufen, nur die unregelmäßig vorstehenden Natursteine der Wände. Meine Angst steigerte sich zu einer ausgewachsenen Klaustrophobie, als ich kriechend durch das »Hundeloch« in die mysteriöse Höhle vordrang.

»Angst haben auch junge Menschen von Rapa Nui vor diesen Höhlen ... vor den Totengeistern, die in ihnen ein Leben in ewiger Finsternis verbringen!«, erfahre ich. Und deshalb befinden sich in den meisten Familienhöhlen steinerne Wächter. »Und die sollen verhindern, dass böse Geister entkommen und den Menschen schaden?«, frage ich. Mein Guide wiegelt ab. »Es gibt auch böse Geister in manchen Höhlen. In einigen spuken die Geister von Menschen, die ermordet und aufgegessen wurden. Sie könnten sich rächen wollen ... Wächter sollen verhindern, dass die geplagten Wesen in die Welt der Lebenden vordringen!«

Skelettöser Geist und
steinerner Riese
Fotos: Archiv Langbein
und Foto Langbein
Die Wächter mussten aber auch verhindern, dass unerwünschte Eindringlinge die sakrale Stätte entweihten. »Jeder Mensch verfügt über einen Aku Aku. Wenn er stirbt, verwest sein Leib, der Aku Aku aber bleibt erhalten. Manche Magier können ihren Aku Aku wie einen körperlosen Boten aussenden, zum Beispiel in eine Höhle. Das Einsteigen eines Aku Aku muss verhindert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Aku Aku eines Lebenden oder eines Toten handelt!«

Unerwünscht seien aber natürlich auch Eindringlinge aus Fleisch und Blut, die die alten Statuen stehlen und an reiche Amerikaner und Japaner verkaufen wollen! Solche Diebe müssen mit härtester Bestrafung rechnen. Schon mancher starb schon beim Betreten einer Familienhöhle!« Als Familienoberhaupt dürfe er aber Besucher mitbringen ... in die Unterwelt.

»Welche Aufgaben haben Aku Akus?«, fragte ich, während ich das kleine Heer von steinernen und hölzernen Figuren und Figürchen betrachtete, in dessen Mitte ich ungemütlich auf hartem Steinboden saß. »Wenn ein Mensch stirbt, dann passt sein Aku Aku darauf auf, dass seine letzten Wünsche auch wirklich befolgt werden.« Besonders oft, so erfuhr ich, würden Erbschaftsangelegenheiten durch Aku Akus wieder in Ordnung gebracht.

»Einst starb ein armer Mann. Er hatte drei Söhne und eine Tochter. Sein bescheidener Besitz sollte unter allen vier Kindern gleichmäßig verteilt werden. Die Söhne versprachen dem sterbenden Vater, genau nach seinem Wunsch zu verfahren. Als der alte Mann aber gestorben war, schlugen die drei Söhne ihre Schwester und sperrten sie in eine Höhle. ›Vielleicht findet sich ja jemand, der sie heiraten möchte ...‹ meinten sie. ›Wir lassen sie erst wieder aus dem Gefängnis, wenn sie auf ihren Teil des Erbes verzichtet!‹ In der dritten Nacht erschien der Aku Aku des Toten in der Höhle. Er tröstete seine Tochter und befreite sie. Seine drei Söhne ließ er krank werden. Die Männer erkannten schließlich ihr Unrecht und ließen ihrer Schwester ihr Erbteil zu kommen ... und mehr. Sofort waren sie wieder gesund.«

Make-Make-Maske in Holz
Foto: W-J.Langbein
Aku Akus können aber auch belohnen, erzählte mir mein Guide: »Es herrschte Krieg zwischen zwei Stämmen. Der eine Stamm hatte eine junge Frau aus dem anderen Stamm gefangen genommen. Sie sollte erschlagen, im Erdofen gebacken und verzehrt werden. Der Sohn eines Fischers aber hatte Mitleid mit der Gefangenen und ließ sie nachts entkommen. Er hoffte auf überirdischen Beistand. Würde ihm Make Make helfen?«

Während mein Guide erzählte, ließ er den Kegel seiner Taschenlampe über die Höhlenwände schleichen. Immer wieder tauchte das Gesicht Make Makes auf: in die steinernen Höhlenwände geritzt, in steinerne Idole geritzt, in hölzerne Figürchen geschnitzt ... die gleiche Fratze, die auch in der Kirche der Osterinsel zu finden ist.

Mein Guide erzählte weiter: »Darüber waren die Männer seines Stammes empört. Sie beratschlagten, wie der Fischer für sein Verhalten bestraft werden könne. Einige wollten ihn erschlagen und anstelle der Entflohenen verspeisen. Andere wollten ihn in einer Höhle verhungern lassen. Schließlich schickte man ihn mit einem morschen Boot hinaus aufs Meer. Nur wenn er mit reicher Beute zurückkehren würde, sollte er begnadigt werden.

Man rechnete wohl damit, dass sein Boot untergehen und der Fischer von Haien gefressen werden würde. Doch nach kurzer Zeit kam er wieder zurück. In seinem Boot lagen mehr Fische, als selbst der Tüchtigste in einem ganzen Jahr fangen würde. Die Erklärung: Der Aku Aku des verstorbenen Großvaters des geretteten Mädchens war erschienen und hatte dem Fischer geholfen.«

Angst war offenbar ein häufiger Gast auf der Osterinsel. Angst und Schrecken verbreiteten Vertreter der »zivilisierten Welt«, die immer wieder das Eiland in den Weiten des Pazifiks überfielen, um Menschen für ihre Sklavenmärkte zu fangen.

Angst herrschte, wenn sich verschiedene Stämme der Osterinsel bekriegten. »Dabei ging es immer vorwiegend um Macht und um Einfluss. Wer darf auf besonders fruchtbaren Arealen der Insel Ackerbau betreiben? Wer muss sich mit kargem Land begnügen, wo der Wind jede Krume ins Meer fegt?«

Eine umgestoßene Statue
Foto: W-J.Langbein
Anlässe zum Krieg gab es immer wieder. Hunger ließ immer wieder Gewalt ausbrechen. Die Nahrungsmittel auf der Osterinsel waren schon immer begrenzt. Süßwasser war häufig nur knapp bemessen. Da bekämpften sich die einzelnen Gruppen auf dem Eiland immer wieder. »Die Sieger stürzten die Statuen der Besiegten um und demonstrierten so ihre Macht. Sie zeigten, dass sie auch vor den Geistern der Feinde keine Angst hatten. Und immer wieder kam es zu Kannibalismus, schlachteten und aßen die Sieger die Besiegten! Mancher verzweifelte! Warum hilft uns Make Make nicht! Warum steht uns der Vogelmann nicht bei?«

Ob es verlässliche Aufzeichnungen über die Geschichte des Eilands gebe, wollte ich wissen. Mein Guide lachte nur. »Sie müssen bedenken, dass die Geschichte von Rapa Nui sehr weit zurückreicht ...« Ich nickte bestätigend: »Ja, viele Jahrhunderte!« Mein Guide lachte wieder. »Jahrhunderte? Jahrtausende!« rief er stolz aus. Seine laute Stimme erzeugte ein unheimliches Echo in der Höhle. »Aber die Wissenschaft streitet ab, dass die Kultur der Osterinsel schon so alt ist!« Mein Guide winkte ab. »Die meisten Wissenschaftler haben doch keine Ahnung!«

Zur Ehrenrettung der Wissenschaft muss ich sagen, dass es Experten gibt, die nicht von einer jungen Osterinselkultur ausgehen. Einer der »Außenseiter« ist Frank Joseph. Im Frühjahr 1996 publizierte der Archäologieexperte Frank Joseph einen Fachartikel, der eigentlich in der Welt der Experten wie eine Bombe hätte einschlagen müssen. Verdeutlichte er doch in dem seriösen Magazin »Ancient American« (Ausgabe 12/ S. 9), dass die geheimnisvolle Kultur der Osterinsel nicht nur wenige Jahrhunderte alt ist, wie das noch heute in den gängigen Publikationen steht, sondern bereits vor Jahrtausenden bestand. So neu ist die von Frank Joseph anno 1996 publik gemachte Erkenntnis keineswegs.

Schon vor rund einem Jahrhundert, als Weltreisen noch richtige Abenteuer waren, stand der Österreicher Ernst von Hesse-Wartegg (1851-1913) staunend vor den gewaltigen Kolossen der Osterinsel. Wer mochte wohl einst diese Riesen geschaffen haben? Und wann? Von Hesse-Wartegg kam sich neben den Kolossalstatuen geradezu winzig klein vor.

Der Autor neben einem
Osterinselkoloss
Foto: Archiv Langbein
Demütig blickte er in ihre Gesichter. Wenn sie nur reden, ihre Geschichte erzählen könnten ... Was bildete sich der Mensch am Wendepunkt vom 19. zum 20. Jahrhundert auf seine technischen Errungenschaften alles ein! Dabei musste es doch schon in grauer Vorzeit in der Südsee eine geheimnisvolle Kultur gegeben haben, die in mancher Hinsicht der unseren ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen war. In seinem zweibändigen Werk »Die Wunder der Welt«, vermutlich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden, hielt der Forschungsreisende fest, dass die Osterinselfiguren »wohl zu den ältesten Skulpturen der Menschheit« gehören.

Gehört der Vogelmann zu den ältesten mythologischen Gestalten der Osterinsel? Das ist umstritten. Festzustehen scheint: Als die Stammeshäuptlinge ihre Macht verloren, gerieten alte Kulte in Vergessenheit. Der Vogelmannkult verschwand.


Literatur

Métraux, Alfred: Ethnology of Easter Island, Honolulu, Hawaii, 1971
Orliac, Catherine und Michel: Mysteries of Easterisland, London 1995
Petersen, Richard: The Lost Cities of Cibola, Phoenix 1985
(Island of Mystery, chapter 10, pages 219 fff.)
Richter-Ushanas, Egbert: Die Schrifttafeln der Osterinsel in der Lesung
Metoros und Ure Vaeikos, Bremen 2000
Rosasco, Jose Luis und Lira, Juan Pablo: Easter Island The Endless Enigma,
Santiago 1991
Routledge, Katherine: The Mystery of Easter Island, 1919, Nachdruck
Kempton 1998
TerraX, Lippert, Helga: TerraX / Vom Geheimbund der
Assassinnen zum Brennpunkt Qumran, München 2003
(Odyssee zur Osterinsel/ Die Floßfahrt der Inka-Fürsten, S. 212 ff)
Krendeljow/ Kondratow: Die Geheimnisse der Osterinsel, 2. Auflage, Moskau
und Leipzig 1990
Winkel, Karl zum: Köpfe, Schlangen, Pyramiden in Lateinamerika/ Alte
Kulturen von Mexiko bis zur Osterinsel, Heidelberg 2001

Der Vogelmensch, in das Holz
einer Heiligenfigur geschnitzt - Foto: W-J.Langbein

»Massenmord auf der Osterinsel«,
Teil 188 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25.08.2013

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