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Sonntag, 24. März 2019

479 »Statuen, Sterne und Planeten«

Teil 479 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Im Westen der Osterinsel stehen sieben Moai auf der Plattform »ahu akivi«. Sie blicken gen Westen, wo einst das »Atlantis der Südsee« n einer Apokalypse versank. Die sieben Moai repräsentieren die sieben Seefahrer, die im Auftrag ihres Königs die Osterinsel suchten und fanden. »ahu akivi« ist somit eine der wichtigsten Stätten der Osterinsel. Und genau hier kam es zu einer sensationellen Entdeckung!

Foto 1: Sieben Moai auf der Plattform »ahu akivi« (Foto: Ingeborg Diekmann)

Mit magnetometrischen Verfahren kann man ein wenig Superman nacheifern. Man kann sich zwar nicht in die Lüfte erheben, wohl aber ein wenig mit »Röntgenblick« Unterirdisches entdecken, was sich unter der Erdoberfläche befindet. Das geht so: Man misst rund 30 Zentimeter über dem Boden Mit einem Magnetometer wird das Erdmagnetfeld gemessen. Ein unterirdischer Raum, zum Beispiel eine Grabkammer, beeinflusst das Erdmagnetfeld. Man  erkennt Abweichungen und kann so Rückschlüsse ziehen. Selbst zugeschüttete Hohlräume sind noch eindeutig zu erkennen, ohne dass man graben muss.

Dr. Jörg Fassbinder, Lehrbeauftragter für »Archäometrie und Allgemeine und Angewandte Geophysik« im »Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege«, nutzte auf der Osterinsel dieses Erfahren. Er nahm das Umfeld von »Ahu Akivi« unter die Lupe. Und siehe da: Mit seinem  Magnetfeldmessgerät, entdeckte er Sensationelles. Laut Zeitschrift »GEO« äußerte sich Dr. Jörg Fassbinder wie folgt (1):

»In einem Umkreis von 60 Metern gruppieren sich unterirdische Bauten um den Ahu – sind es Grabkammern? Oder die Reste einer gigantischen Arena, die einst auf die Statuen ausgerichtet war? Ich bin Geophysiker, kein Archäologe. Aber meine Bilder zeigen den Kollegen, wo sie graben müssen. Fest steht, ich werde im nächsten Jahr wiederkommen. und dann hoffentlich viele weitere Kultstätten durchleuchten können.«

Foto 2: Wo sind die »Grabkammern«? (Foto: Ingeborg Diekmann)

Vergeblich suchte ich nach Hinweisen auf Ausgrabungen, die klären würden, ob sich im Erdreich unweit des »Ahu Akivi« mit den in Stein verewigten »7 Kundschaftern« tatsächlich Grabkammern befinden. Oder wurden da Schätze verborgen, die  Fremde nicht finden sollten? Ich denke da weniger an Gold und Silber als an verschollene Holztafeln mit den bis heute nicht entzifferten Schriftzeichen. Wer hat diese Schrift entwickelt? Und wo?

In der Osterinselmythologie taucht immer so etwas wie ein Gründermythos auf. Die Urgeschichte der Osterinsel (2) »beginnt in einem großen Königreich, das vor langer Zeit im Pazifik blühte«. Nach der örtlichen Legende war da einst ein Land, »das Land, bekannt als Hiva, ein Land der Tempel, der weit reichenden Straßen, der hohen Steintore,  der zyklopischen Bauwerke,  der weit ausladenden Zeremonialplätze«. Dieses legendäre Land, in anderen Überlieferungen heißt es Groß Maori, wird im Mythos als ein »Land des Überflusses« beschrieben.

Foto 3: Sprechende Hölzer...
In jenem Reich, das in einer Apokalypse im Pazifik versank, wurde ein Schatz des Wissens gehütet, eine (3) »Bibliothek, bestehend aus 67 Tafeln, eingehüllt in aus Baumrinde gewonnenem Tuch. Aus welchem Material diese Tafeln bestanden, das erfahren wir nicht. Der sagenhaften Überlieferung nach entstand die Osterinselschrift nicht auf der Osterinsel selbst. Fast so bekannt wie die steinernen Statuen sind die »sprechenden Hölzer«. Heute sind noch  26 »Rongorongo-Holztafeln« (4) bekannt, bedeckt mit Schriftzeichen, die mit Haifischzähnen eingeritzt wurden.

Ich frage mich: Handelt es sich bei den »sprechenden Hölzern« um Teile der geheimnisvollen Bibliothek, die vom Atlantis der Südsee mitgebracht wurde? Ich glaube nicht! Die größte bekannte »Rongorongo-Schrifttafel«,  »Tahua« genannt, ist 90 Zentimeter lang und 11,5 Zentimeter breit. Es dürfte sich um ein Teil eines Ruderblattes eines amerikanischen oder europäischen Bootes handeln. Die Schrifttafel entstand also zu Zeiten, als der Pazifik bereits von Vertretern unserer »Zivilisation« befahren wurde und nicht aus der Urheimat der Osterinsulaner. Sehr viel kleiner ist die Schrifttafel »échancrée«. Sie ist 241 Millimeter lang, 121 Millimeter breit und 26 Millimeter dick. Das »sprechende Holz« befindet sich heute im »Musée de Papeete«, Tahiti. Das Material wurde genauestens untersucht und analysiert (5):»Das Holz stammt von der Steineibe - Podocarpus latifolia. Wie das Holz des in Südafrika heimischen Baumes auf die Osterinsel kam, ist nicht bekannt. Steven Fischer meint, es sei ein Teil einer Bootsplanke eines europäischen Schiffes gewesen.«

Eine ganz andere Form hat der »Santiagostab«, der heute im »Museo Nacional de Historia Natural«, Santiago de Chile, aufbewahrt wird. Auf der vorbildlichen Homepage »Osterinsel.de« wird er wie folgt beschrieben (6):

»Der Santiago-Stab ›i‹ ist eines der (aus religiöser Sicht der Rapa-Nui) am bedeutendsten Objekte mit Rongorongo-Schriftzeichen, vor allem aber das Objekt mit den meisten Schriftzeichen (2320). Der Stab hat eine Länge von 1,12 Meter und einen Durchmesser von durchschnittlich 6 cm. Es handelt sich auch um die schönste erhaltene Arbeit. Im Gegensatz zu allen anderen Tafeln sind die Zeichenfolgen auf diesem Stab in Gruppen zu je drei Zeichen (oder eine Vielzahl von Zeichen die durch drei geteilt werden können), mit senkrechten Strichen abgetrennt. Th(omas) Barthel schreibt: ›Der Stil ist vorzüglich und weist viele singuläre Konstruktionen auf.‹«

Ich halte die heute noch erhaltenen »sprechenden Hölzer« nicht für die Originale, die beim großen Exodus vom Atlantis der Südsee auf die Osterinsel gebracht wurden. Wie man mir vor Ort versicherte, hatte man die  67 Tafeln der geheimnisvollen Bibliothek zu ihrem Schutz für den Transport auf See in aus Baumrinde gewonnenes Tuch eingehüllt. Alle Tafeln sollen die gleiche Form gehabt haben. Die mysteriöse »Bibliothek« ist bis heute verschwunden. Meine Spekulation: Wurde sie in einer Höhle oder einer unterirdischen Kammer versteckt? Der Überlieferung nach hat sie ein geradezu enzyklopädisches Wissen zu bieten.

Foto 4: Easter Island von Metraux
Auf den Tafeln wurden die Ergebnisse von Ahnenforschung festgehalten, aber auch Erkenntnisse aus der Geschichtsforschung verewigt. Festgehalten wurde uraltes Wissen aus den Bereichen »Religion«, »Landwirtschaft«, »Botanik«, »Medizin« und »Astronomie«. Bedauernd stellt Thomas Barthel in seiner Habilitationsschrift »Grundlagen zur Entzifferung der Osterinselschrift« (7) fest (8): »Von den astronomischen Kenntnissen der alten Osterinselkultur haben sich nur Bruchstücke erhalten. Immerhin kann aus den Ortsnamen ›Ana-ui-hetuu‹ und ›Papa-ui-hetuu‹ auf die frühere Existenz von Observatorien geschlossen werden. Aufgabe einer bestimmten Priesterschule war es, die Insulaner vor dem verderblichen Einfluß gewisser Sterne zu schützen. Eine besondere Rolle spielten die Plejaden.«

Auch heute noch bietet der nächtliche Himmel über der Osterinsel einen märchenhaft schönen Anblick. Nirgendwo sonst auf der Welt konnte ich die Sterne so klar erkennen. In unseren Gefilden kann man in der Nähe von Großstädten nachts die Milchstraße fast nur noch erahnen. Auf der Osterinsel stört nachts kein Kunstlicht. In »Hanga Roa«, der Hauptstadt und einzigem Ort auf der Osterinsel, geht man sparsam mit Elektrizität um. Vor Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden waren die Voraussetzungen für die Beobachtung von Sternen ideal. Die Osterinsulaner beobachteten den Sternenhimmel sehr genau, so wie das schon ihre Vorfahren in der »alten Heimat« bereits taten. Alfred Métraux schreibt in seinem voluminösen Standardwerk »Ethnology of Easter Island« im Kapitel »Sonne und Sterne« (9):

»In der Nähe der Plattform Okahu, an der Westküste, gibt es eine kleine Höhle, die Anu-ui-hetnu (»Die-Höhle-wo man die Sterne sah«). Gemäß der Tradition war diese Stätte ein Observatorium, wo Priester die Sterne beobachteten und eine Schule, in der Kandidaten für das Priesteramt in die Wissenschaft von den Sternen eingewiesen wurden.«

Foto 5: Mystery of Easter Island
Besonders aufmerksam beobachtet wurden der Mars, der Gürtel des Orion und »Stern Pau«. Sergei Rjabchikov, »Sergei Rjabchikov«-Stiftung, Zentrum zur Erforschung »Alter Zivilisationen und Kulturen« in Krasnodar, Russland, hat sich intensiv mit der vorgeschichtlichen Astronomie bei den Osterinsulanern beschäftigt. Ihre Priester-Astronomen beobachteten ständig die Himmelskörper. Noch 1682 waren sie höchst aktiv, so Sergei Rjabchikov, und studierten den Halleyschen Kometen. Sehr aufmerksam wurden auch Sonne, Mond, Mars und Saturn. Sergei Rjabchikov vermutet, dass es einen Zusammenhang zwischen astronomischen Studien und dem bis heute nicht wirklich verstandenen »Vogelmann-Kult« gab.

Ein zweites Observatorium gab es irgendwo ganz im Osten der Osterinsel, »am äußersten Ende der östlichen Landzunge« wie Katherine Routledge (11) vor einem Jahrhundert zu berichten wusste. Vergeblich habe ich versucht, den mysteriösen Ort aufzusuchen. Mir scheint, dass die weitestgehend zerstörte Stätte immer noch mit einem Tabu belegt ist. Der Ort heißt auch heute noch »Ko Te Papa-ui-hetuu«, was so viel heißt wie »Der Fels zum Beobachten der Sterne«. Die alten weisen Männer versammelten sich hier, um Sternkonstellationen zu studieren. Von dem einstigen Heiligtum sind aber nur noch einige Felsbrocken erhalten. In einen der Felsblöcke hat man eine Spirale eingraviert. Noch interessanter soll ein weiterer Steinquader sein, in den  zehn Vertiefungen gemeißelt wurden. Vor einem Jahrhundert teilte man Katherine Routledge mit, dabei handele es sich um eine Sternenkarte.In den unendlichen Weiten des Pazifiks wirkt die Osterinsel wie ein einsamer Stern in den Tiefen des Kosmos.

Diese Abgeschiedenheit hat sicher dazu beigetragen, dass die Wissenschaftler der Osterinsel die Geheimnisse der Sonne, der Planeten und der Sterne zu ergründen suchten. Erkannten sie, dass sie auf ihrem Eiland genauso im Meer verloren waren wie ein einsamer Stern im All? Oder fürchteten sie sich vor den Naturgewalten, vor dem stürmischen Meer? Das wäre durchaus verständlich, war doch die Urheimat ihrer Vorväter in den Fluten des Pazifiks versunken? Glaubten oder hofften sie, dass ein Studium der Planeten und Sterne die Priester-Astronomen in die Lage versetzen würde, Naturkatastrophen wie Fluten vorauszusehen? Laut der Überlieferung waren astronomische Erkenntnisse auf den 67 Tafeln der alten Bibliothek des Atlantis der Südsee verewigt. Offenbar setzten die Osterinsulaner die wissenschaftlichen Studien ihrer Vorfahren fort.

Foto 6: Verfremdete Moai
Ob die geheimnisvolle »Bibliothek« jemals gefunden werden wird? Vielleicht in einer unterirdischen Kammer? Von der mysteriösen Entdeckung im Umfeld der sieben Moai auf der Plattform »ahu akivi« habe ich bis heute leider nichts mehr gehört. Dabei sollen inzwischen weitere unterirdische Unregelmäßigkeiten entdeckt worden sein. Wurde je nachgegraben?

Fußnoten
(1) »GEO«,  Jahrgang 2007, Heft 9, Seite 18
(2) Joseph, Frank: »Lost Civilization of Lemuria/ The Rise and Fall of the World’s Oldest Culture«, Rochester 2006, Seite 60, Zeilen 1-8 von unten
(3) ebenda, Seite 61,  Zeile 8 von unten
(4) http://www.osterinsel.de/34-rongorongo-holztafeln.htm (Stand 1.Februar 2019)
(5) ebenda, »04. - D Tablette échancrée« (Stand 1.Februar 2019)
(6) ebenda, »09. - I Santiagostab« (Stand 1.Februar 2019)
(7)  Barthel, Thomas: »Grundlagen zur Entzifferung der Osterinselschrift«, Hamburg 1958
(8) ebenda, Seite 239, erster Absatz oben
(9) Métraux, Alfred: »Ethnology of Easter Island«, Honolulu, Hawaii, 1971, Seite 52, Zeilen 2-5 von unten
Foto 7: Moai - Moderne Kunst
(10) Routledge, Katherine: »The Mystery of  Easter Island«, 1919, Nachdruck
Kempton 1998, Seite 235, Zeilen 10 und 11 von oben. Im Original: »On the extremity of the eastern headland«.
(11) ebenda, Seite 235, letzter Absatz unten

Zu den Fotos
Foto 1: Sieben Moai auf der Plattform »ahu akivi«. Foto: Ingeborg Diekmann
Foto 2: Wo sind die »Grabkammern«? Foto: Ingeborg Diekmann
Foto 3: Sprechende Hölzer... Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Easter Island von Metraux. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Mystery of Easter Island von Katherine Routledge. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Verfremdete Moai. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Moai - Moderne Kunst. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

480 »Nabel des Lichts«,
Teil 480 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 31. März 2019


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Sonntag, 24. Februar 2019

475 »Vom Wasserheiligtum zur Mordhöhle«


Teil 475 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Auch »Der Standard« setzte sich ausführlich mit dem mysteriösen Wasserheiligtum auseinander. In der Rubrik »Wissen und Gesellschaft« vermeldete er am 26.11.2018 (1): »Anzeichen für eine Verknüpfung des Pragmatischen mit dem Spirituellen fanden deutsche Forscher auf der Osterinsel: Auf der von Ressourcenmangel gezeichneten Insel im Ostpazifik wurde offenbar der Wasserverschwendung durch Tabus vorgebeugt, berichtet das Deutsche Archäologische Institut.«

Weiter lesen wir: »In Ava Ranga Uka a Toroke Hau – einer an einem kleinen Wasserfall gelegenen Fundstätte aus dem 13. bis 17. Jahrhundert – machten die Forscher einige überraschende Funde. An den Wasserfall schließen sich die Überreste künstlicher Kanäle, mehrerer Wasserbecken und einer Prozessionsstraße an.«


Foto 1: Das ist kein Fake, sondern eine Fotomontage. Als solche habe ich das Bild, es wurde horizontal und vertikal gespiegelt, von Anfang an in »Zu den Fotos« bezeichnet. Siehe ganz unten. Foto 4 zeigt das Original. Foto 1 verstehe ich als symbolische Darstellung des Geheimnisvollen und Mysteriösen. Im »Kasten«  links oben: das Original.


Der Ausdruck »Wasserfall« ist etwas irreführend, dürfte er doch kaum höher als zwei oder drei Meter gewesen sein. Dessen ungeachtet: Das trinkbare Wasser, das das Heiligtum »Ava Ranga Uka a Toroke Hau« speiste, war für die Menschen der Osterinsel eine Kostbarkeit von unschätzbarem Wert. Trinkwasser war auf dem kleinen Eiland in der unendlichen Salzwasserwüste.

Zu meiner Schande muss ich gestehen: Bei meinem ersten Besuch auf der Osterinsel führte mich mein Pensionswirt auf den dritten und jüngsten erloschenen Vulkan des Eilands. Etwas mehr als 500 Meter ragt Maunga Terevaka in den Himmel. Er ist somit fast genauso hoch wie der lippische Köterberg vor meiner Haustür. Doch während an sonnigen Sommertagen manchmal tausend und mehr Motorräder auf den Köterberg hinauf und wieder retour sausen, bot Maunga Terevaka nur einsame Stille.

»Es gab mehrere zusätzliche kleinere Krater!«, erklärte mir mein Pensionswirt, ein fülliger Einwanderer aus Polynesien. »Besonders wichtig ist der Kratersee Rano Aroi, denn hier sammelt sich das Regenwasser!« Das Wasserreservoir bot den Insulanern schon vor tausend und mehr Jahren trinkbares Wasser. Unweit des Sees: eine heilige Kulthöhle. Mein »Guide« bedeutungsschwer: »Hier gab es einst eine heilige Stätte, die dem Wasser geweiht war. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Zum gesamten Komplex gehörte die Höhle ebenso wie ein großes Heiligtum.«


Foto 2: Wenn sie nur reden könnten ...

Begeistert fabulierte er von einem »Röhrensystem«, das auf verschlungenen Wegen Wasser vom Kratersee zu einem »Wassertempel« führte. In einer Vertiefung sammelte sich angeblich einst angeblich Regenwasser, das in das Wasserheiligtum geleitet worden sei. Nur spezielle Eingeweihte durften sich, so mein Informant, der sakralen Installation nähern. Je zweifelnder ich seiner Meinung nach schaute, desto größer und fantastischer wurde die Beschreibung des angeblichen »Wasserheiligtums«. So erfuhr ich von millimetergenau geschnittenen Steinquadern und Steinplatten, von einem rätselhaften hydraulischen System mit Pumpen. All das sei in grauer Vorzeit geschaffen worden. All das sei bewusst verborgen, sprich abgedeckt und zugeschüttet worden. Deshalb war natürlich vom angeblichen sakralen Wunderwerk nichts zu sehen. Eine genaue Ortsangabe konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Zu sehen war nichts Ungewöhnliches. Selbst Lavabrocken, die man auf der Osterinsel in unterschiedlichen Größen zu Millionen findet, waren grün überwuchert. Der Ausflug zum Maunga Terevaka Vulkan war in meinen Augen Zeitverschwendung. Als ich gar keine besonders große Lust zeigte, die für meinen Geschmack langweilige Landschaft im Bilde festzuhalten, ging es in den Schilderungen meines leicht ärgerlich werdenden Führers immer schauriger weiter. Menschenopfer, so schleuderte mir mein Führer entgegen, wurden in der Höhle dem Supergott Make Make dargebracht, wenn eine Trockenperiode das Trinkwasser mehr als knapp werden ließ. 

Foto 3: Riesenrätsel in Stein. Collage. Gespiegelt wie Foto 1!


»Dann drohten die Menschen zu verdursten, die Felder zu vertrocknen, was eine Hungersnot auslösen würde!« Hinweise auf meine tägliche Nutzung der Dusche erzeugten in mir ein schlechtes Gewissen. So machte ich meinem Wirt die Freude und fotografierte zum Schein den grün bewachsenen, sanft ansteigenden Hang des Kraters. Zu meiner Verteidigung darf ich anführen, dass ich damals noch analog fotografierte. Die Negativ- und Dia-Filme gingen langsam zur Neige und neue konnte ich damals in keinem der Geschäfte von Hanga Roa, der einzigen Ansiedlung, kaufen. Und es gab noch so viel zu fotografieren, vor allem natürlich die mysteriösen Steingiganten, die so süffisant ob meiner mangelhaften Kenntnisse zu lächeln schienen.

Die genaue Stelle des Wasserheiligtums wurde mir nicht gezeigt. Ich erfuhr nur, dass sie sich jetzt irgendwo in der »Unterwelt« des »Maunga Terevaka«-Kraters befindet. Angeblich hat man die heilige Stätte schon vor Jahrhunderten zum Schutz vor Schändung mit massiven steinernen Deckplatten gesichert und dann auch noch zusätzlich mit Erdreich überschüttet. So war das einstige Heiligtum für Unkundige unauffindbar. Auch wo sich der angeblich überwachsene Höhleneingang in der Nähe des Wasserheiligtums befand, konnte ich meinem Informanten nicht entlocken. Wortkarg war er, was die Lokalisation von Heiligtum und Höhle angeht, weitschweifig äußerte er sich begeistert über die angeblich fantastischen Steinmetzarbeiten. So seien die Wände der zum Wasserheiligtum gehörenden Kanäle mit den gleichen glatt polierten Steinen eingefasst, die auch im Eingangsbereich der Opferhöhle eingesetzt wurden. Derlei präzise bearbeitete Steine würden besonders sakrale Orte kennzeichnen.

Foto 4: Blasiertheit in Stein?
Das Wasserheiligtum, so erfuhr ich immer wieder, war nur auserwählten Eingeweihten zugänglich. Das Wasser war angeblich Teil eines vergessenen Rituals und durfte nicht zum Durstlöschen missbraucht werden. Deshalb wurde es, als das Heiligtum noch Teil eines lebendes Kults war, bewusst geschützt und später ganz zum Verschwinden gebracht.

Heute weiß ich, dass die manchmal fantastisch anmutenden Schilderungen meines begeisterten Führers zumindest in  zwei Punkten der Realität entsprachen. Es gab dieses Wasserheiligtum, wie wir heute wissen. Und tatsächlich wurden seine (2),  »Wasserbecken und Kanäle mit monumentalen Terrassen« überbaut. Der Arbeitsaufwand war enorm, wie die Archäologen der »Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen des Deutschen Archäologischen Instituts« feststellen konnten (3): »Eine weitere Überraschung bildeten große Mengen von Stein- und Schottermaterial, die die ehemaligen Osterinsel-Bewohner einst bewegt haben, um ältere Anlagen wie Wasserbecken und Kanäle mit monumentalen Terrassen zu überbauen. Die Terrassen scheinen die früheren Installationen förmlich zu versiegeln und von einer weiteren Nutzung auszuschließen. Für die Forscher liegt daher die Vermutung nahe, dass damit der Zugang zum Wasser des Baches gesellschaftlich und religiös sanktioniert und durch Tabus reglementiert wurde.«

Und es gibt unweit des Wasserheiligtums eine uralte Höhle, deren Eingang mir freilich nicht gezeigt wurde. Ich fand ihn auch nicht, als ich mich am folgenden Tag allein auf die Suche machte. Als ich kürzlich von der Entdeckung des Wasserheiligtums erfuhr, durchforstete ich meine Fachliteratur in Sachen Osterinsel und wurde im opulenten Standardwerk »Ethnology of Easter Island« von Alfred Metraux fündig. Schon als Gymnasiast hatte ich ein Exemplar beim Bernice P. Bishop Museum«, Hawaii, bestellt und per Luftpost kommen lassen (4).

Foto 5: Kopfzerbrechen über...

Der aus der Schweiz stammende Ethnologe Alfred Metraux (*1902; †1963) berichtet Interessantes über den König der Osterinsel und erwähnt nebenbei die Ermordung eines Königssohnes. Demnach war der ariki-mau, »king of Easter Island« ein Nachkomme der Götter Tangaroa und Rongo. Lassen wir Alfred Metraux zu Wort kommen (5): »Der ariki-mau oder König der Osterinsel war ein göttlicher Chief, der über mana (übernatürliche Macht) verfügte und deshalb von tapus umgeben.«

Dann zitiert Metraux eine Legende, die den Besitz von übernatürlicher Macht als Unglück für die Bevölkerung beschreibt (6): »Der König Nga-ara schlief mit drei Frauen, die alle schwanger wurden und drei Söhne gebaren. Die ersten beiden Söhne hatten kein mana, aber der dritte Sohn, Rokoroko-he-tau, besaß es mysteriöser Weise. Das Volk brachte Blumenkränze und Fahnen (standards) für Rokoroko-he-tau, den sie als König ansahen. Haie und Seelöwen kamen zur Insel, jagten und fraßen die Menschen. … Nga-ara befürchtete, dass Haie und Seelöwen alle Menschen töten würden, deshalb stahl er Rokoroko-he-tau während der Nacht und versteckte ihn nahe beim Rano-aroi-(Krater) und tötete ihn später. Die Haie (und) Seelöwen verschwanden, um niemals wiederzukehren.«

Foto 6: ... die Geheimnisse der Osterinsel

Metraux erwähnt, dass der Mord in der Nähe des Rano-aroi-Kraters geschah, geht aber nicht auf den konkreten Ort des Geschehens ein. John Macmillan Brown (*1845; † 1935) hingegen berichtet in seinem Werk über das Geheimnis des Pazifik (7), 1924 erschienen, dass König Ngaara seinen zehnjährigen Sohn und Nachfolger einschläferte und dann in eine Höhle im Zentrum der Insel trug. Dort beließ er seinen Sohn für einige Zeit. Weiter heißt es: »Die Leute fragten ihn, was denn mit dem Jungen geschehen sei. Er antwortete nichts, ging dann aber in die Höhle und durchschnitt dem Schlafenden die Kehle. Die Ausführungen von Alfred Métraux und John Macmillan Brown legen nahe, dass der Königssohn tatsächlich in einer Höhle unweit des Wasserheiligtums ermordet wurde.


Foto 7: Gefallener Riese


Fußnoten
(1) https://derstandard.at/2000091932733/Osterinsel-Wasserverschwendung-durch-Tabus-verhindert (Stand 12.01.2019)
(2) ebenda
(3) ebenda
(4) Métraux, Alfred: »Ethnology of Easter Island«, Reprint der Originalausgabe von 1940, »Bernice P. Bishop Museum Bulletin 160«, Honolulu, Hawaii 1971
(5) ebenda, Seite 130, Zeilen 12 und 13 von oben, Zwischenüberschrift als Zeile mitgezählt, Übersetzung aus dem Englischen durch den Verfasser
(6) ebenda, Seite 130, Zeilen 17-25 von oben, Zwischenüberschrift als Zeile mitgezählt, Übersetzung aus dem Englischen durch den Verfasser
(7) Brown, John Macmillan: »The Riddle of the Paific«, Honolulu, Hawaii,
     Nachdruck 1996
(8) ebenda, Seite 108, Zeilen 18-21 von oben

Zu den Fotos
Foto 8: Insel des Schweigens (Buchcover)
Foto 1: Vieles ist rätselhafter als es auf den ersten Blick scheint. Foto, Fotocollage Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Wenn sie nur reden könnten... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Riesenrätsel in Stein. Foto, Fotocollage Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Blasiertheit in Stein? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Kopfzerbrechen über...  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: ... die Geheimnisse der Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Gefallener Riese. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Insel des Schweigens, Buchcover, Foto Verlag

476»Insel des Schweigens«,
Teil 476 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 3. März 2019


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Sonntag, 3. Januar 2016

311 »Das Ghetto«


Foto 1
Teil 311 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

  
Foto 2
»Rapa Nui«, die Osterinsel, erscheint heute jedem Besucher als ein Idyll, fern der Hektik des nervenauftreibenden Alltags unserer »Zivilisation«. Nirgendwo auf der Welt habe ich mich so wohl gefühlt wie auf Isla la Pascua. Nirgendwo sonst auf der Welt ist der nächtliche Sternenhimmel so klar wie über dem kleinen Vulkaninselchen Rapa Nui. Nirgendwo sonst ist die Stille so greifbar wie im Reich der Riesenstatuen. Und wie an so vielen Orten unserer Welt spürt man nicht das Leid, das den Menschen zugefügt wurde. Man erahnt nicht die schmerzhaften Qualen, die hier viel zu lange erduldet wurden.

Was ich aber lange verdrängt habe: Eine Chronik der neueren Geschichte der Osterinsel ist von Gewalt geprägt. Die Brutalität ging nie von den sogenannten »Wilden«, sondern stets von der sogenannten »zivilisierten Welt« aus. Immer wieder erweisen sich Europäer und Amerikaner als die wahren Barbaren.

Foto 3: Tyrann Dutroux-Bornier
1868. Jean Baptiste Dutroux-Bornier (1), französischer Ex-Artillerie-Offizier, in Peru zum Tode verurteilt, »kauft« nach und nach den Ureinwohnern ihre Landrechte ab. 1869 heiratet Dutroux-Bornier (1834-1876) Koreto, eine Rapa-Nui-Frau, und ernennt sich selbst zum König der Osterinsel. Zunächst hat er durchaus Sympathien in der Bevölkerung, vor allem weil er verspricht, dass auf der Osterinsel wieder der alte „Rapa Nui«-Glaube ausgeübt werden darf. Dutroux-Bornier herrscht brutal als Despot. 

247 »Rapa Nui« werden mit Gewalt nach Tahiti »umgesiedelt«, wo sie auf Plantagen schuften müssen. Immer wieder fliehen Osterinsulaner von ihrer Heimatinsel: aus Angst vor dem Terror der Sklavenjäger.

Die beiden Missionare Theodore Escolan und Hippolyte Roussel stellen sich auf die Seite der Einheimischen. Das Leid der Menschen wächst. Schließlich beschließen die beiden Missionare, die Osterinsel per Schiff zu verlassen. Ziel: die Gambier-Islands. Dutroux-Bornier verhindert, den Exodus. Er bedrängt den Kapitän, 175 der Flüchtlinge wieder zurück auf die Insel zu schicken.

Dutroux-Bornier macht die kleine Stadt Hanga Roa zum Ghetto. Auf engstem Raum leben die Osterinsulaner hinter Stacheldrahtzaun. Sie dürfen das Ghetto nicht verlassen. Zuwiderhandelnde werden auf brutalste Weise bestraft. Unklar ist, wie viele Menschen ermordet werden. Eingesperrt im Ghetto, abgeschnitten von ihren Feldern, fristen die Menschen ein erbärmliches Dasein. Die Osterinsel ist zu einer riesigen Schaffarm geworden, die Einheimischen hausen im Ghetto.

Foto 4
Dutroux-Borniers Macht basiert auf Gewehren, einer Kanone und einer brutalen Bande von Handlangern, die ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen. Sie brennen die armseligen Hütten von aufbegehrenden Insulanern nieder. 1876 endet die Gewaltherrschaft des Jean Baptiste Dutroux-Bornier. Der Diktator kommt ums Leben. Ob er von einigen Einheimischen nach einem Streit erschlagen wurde, oder ob er einen Unfall mit tödlichem Ausgang hatte, ist nicht geklärt. (2)

Mit dem Tod des verhassten Tyrannen endet freilich nicht das Leid der Osterinsulaner. Das Ghetto wird fortgeführt…

Am 2. Januar 1888 erwirbt die chilenische Regierung die Schaffarm von einem Nachfolger des unseligen Dutroux-Bornier.  Am 9. September 1888 nimmt Policarpo Toro (1851-1921) die Osterinsel für Chile in Besitz. Der »feierliche Akt«  ist das Resultat von zähen Verhandlungen. Recht »überzeugend« war allerdings, was Policarpo Toro – chilenischer Marineoffizier –  in der Hinterhand hatte: das Kriegsschiff Angamos. Bis heute ist dieser Vertrag bei den Osterinsulanern sehr umstritten. Viele Osterinsulaner, wie Vertragsunterzeichner Häuptling Atamu Teneka, hofften damals, dass Chile sie nun vor Angriffen schützen würde.

Chile allerdings hatte nur strategische Interessen an dem einsamen Eiland. Die Insel soll ein weit vorgelagerter Außenposten Chiles in den Weiten des Pazifiks sein. Die dort lebenden Menschen interessieren niemanden. Der Versuch, Isla la Pascua zu kolonisieren, scheitert. 1895 schließlich verpachtet Chile die Osterinsel an Enrique Merlet… zur Nutzung als Schafsfarm. Enrique Merlet duldet keinen Widerspruch. Ariki Riroroko, der letzte König der Osterinsel, wird auf Befehl des brutalen Farmers ermordet. Langsam, sehr langsam, formiert sich im Untergrund Widerstand. 1914 schließlich leitet die »Priesterin« Maria Angata Pakomio einen Aufstand gegen die Schaffarmer.

Foto 5
Meine Gesprächspartnerin, die mich um Anonymität gebeten hat, bewundert die mutige Frau, die letztlich keine Chancen hatte. In mehreren Gesprächen mit Einheimischen konnte ich feststellen, dass die »Priesterin« heute wieder zusehends an Popularität gewinnt. »Sie war eine warmherzige Königin!«, meinen die einen. »Sie hatte es faustdick hinter den Ohren!« die anderen. 

Unklar bleibt, ob sich Maria Angata Pakomio wirklich als »Prophetin« sah. Oder kreierte sie so etwas wie einen religiösen Kult, um ihrem Volk einen Aufstand als sehr aussichtsreich erscheinen zu lassen?

Auch im Jahre 1914 war die Osterinsel kein selbständiges Land, sondern nur ein Fleck im schier endlosen Meer. Und dieses Fleckchen gehörte Chile. Chile wiederum hatte das Land verpachtet. Herrscher war Gouverneur und Verwalter Henry Parcival Edmonds.

Am 30. Juni, der Termin wurde mir in verschiedenen Gesprächen genannt, erscheint Maria Angata Pakomio, begleitet von zwei Männern, bei der »Inselobrigkeit« (3).  Sie erklärt, dass von nun an Enrique Merlet nichts mehr auf dem Eiland zu vermelden habe.

Die selbsternannte Prophetin erklärt in einfachen Worten die Osterinsel wieder zum Besitz der Osterinsulaner. Auch die Schafe und Rinder seien nicht mehr Besitz der weißen Fremden, sondern der »Kanaken«, wie damals mehr oder minder alle Südseebewohner von den zivilisierten Europäern genannt wurden. Gott selbst habe ihr diese neue Wahrheit kundgetan. Im Traum habe ihr Gott enthüllt: »Mr. Merlet ist nicht mehr! Die Insel gehört den Kanaken. Wir werden uns morgen Vieh holen und ein großes Fest feiern!« (4)

Foto 6: Die »Prophetin«

Die Prophezeiungen der Maria Angata Pakomio muten fantastisch an. Ob sie alle richtig überliefert wurden. Angeblich glaubten die Anhänger der »Prophetin«, die Apokalypse sei über die gesamte Welt hereingebrochen. Die Welt sei untergegangen, überdauert habe das Ende nur Rapa Nui. Nun könnten die Rapa Nui ohne Angst ihre Heimat wieder in Besitz nehmen. Gewiss, da gab es noch bewaffnete Fremde. Aber die Kugeln ihrer Gewehre seien wirkungslos. Sie würden die „Rapa Nui« nicht verletzen, geschweige denn töten.

Die Welt aber war nicht untergegangen. Und die Waffen der weißen Unterdrücker waren nach wie vor sehr wirkungsvoll. Sie töten nach wie vor. So werden die Anführer des Aufstands in Ketten gelegt. Die »Prophetin« Maria Angata Pakomio allerdings bleibt unangetastet. Man hat wohl Angst vor ihrer Autorität. In Chile befürchtet man wohl einen blutigen Aufstand, sollte man die Seherin festnehmen. Sie stirbt ein halbes Jahr nach der Rebellion der Osterinsulaner. Die Welt steht 1914 tatsächlich am Abgrund einer Apokalypse. Ein Weltkrieg tobt, wie es nie zuvor einen gegeben hat.

Foto 7

Die Welt endete nicht, anno 1914. Es wurde aber, symbolisch ausgedrückt, die letzte Tür zu einem der großen Geheimnisse der Osterinsel zugeschlagen. In jenem denkwürdigen Jahr begegnete die englische Forscherin Katherine Routledge nicht nur der Prophetin Maria Angata Pakomio, sondern auch dem letzten Eingeweihten der Osterinsel, der die Botschaft der »sprechenden Hölzer« vernahm.

Tomenika war der letzte Mensch, der die rätselhaften Schriftzeichen der alten Osterinselkultur zu lesen verstand. Der Greis vegetierte in einer Heilanstalt für Leprakranke dahin. Er weigerte sich aber standhaft, sein geheimes Wissen preiszugeben. Katherine Routledge notierte in ihrem Tagebuch (5): 

»Ich machte noch einen erfolglosen Versuch, verabschiedete mich und ging. Ein ungewöhnlich stiller Tag neigte sich dem Ende zu, alles an diesem abgeschiedenen Ort war vollkommen ruhig. Vorn erstreckte sich wie Glas das Meer und die Sonne neigte sich wie ein Feuerball dem Horizont zu. In der Nähe jedoch lag der langsam sterbende Greis, dessen müdes Hirn die letzten Reste einstmals hochgeschätzten Wissens bewahrte. Zwei Wochen später war er gestorben.«

Foto 8: Alfred Métraux
Erst 1964 gibt es wieder einen Versuch einer Revolution. Alfonso Rapu wird von den Rapa Nui zum Bürgermeister gewählt. Und endlich – nach Jahrzehnten – zeigen die immer wieder vorgebrachten Proteste gegen die menschenunwürdige Behandlung der Osterinsulaner Wirkung! Schon 1935 hat der große Osterinselexperte, der Belgier Alfred Métraux (1902-1963), die Weltöffentlichkeit auf den Skandal Osterinsel aufmerksam gemacht, freilich ohne erkennbaren Erfolg. 1963 erhebt Francis Mazière seine Stimme gegen das Elend der Menschen von Rapa Nui:

»Es herrscht auf der Insel ein derartiges Elend, dass man vom Übergangsstadium in unsere Zivilisation nicht sprechen kann. Die von den Chilenen vernachlässigte oder von den dorthin geschickten Elementen verhängnisvoll beeinflusste Insel ist nicht einfach dem Niedergang preisgegeben, sie ist schlechthin inmitten eines ausweglosen Elends verrottet.«

1966 wird – nach rund einem Jahrhundert – das unsägliche Ghetto der Osterinsel aufgelöst. Die Rapa Nui dürfen sich wieder frei auf der eigenen Insel bewegen. Und heute? Heute ist das »Paradies Osterinsel« vollkommen abhängig von Chile. Eine Selbständigkeit scheint sich nicht mehr verwirklichen zu lassen.

Foto 9


Fußnoten
1) Die Schreibweise des Namens Dutroux-Bornier variiert, gebräuchlich ist auch Dutrou-Bornier
2) Siehe… Routledge, Katherine: »The Mystery of Easter Island«, 1919 erschienen, Nachdruck Kempton, Illinois, USA, 1998, S. 208
3) Gemeint ist der »Manager« der Schafsfarm, wobei die »Schafsfarm« fast identisch ist mit der Insel
4)Siehe hierzu… Routledge, Katherine: »The Mystery of Easter Island«, 1919 erschienen, Nachdruck Kempton, Illinois, USA, 1998, S. 142
5) ebenda, S. 253


Zu den Fotos

Foto 1: privat/ Archiv Langbein 
Foto 2: Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Tyrann Dutroux-Bornier, etwa 1876 wikimedia commons public domain
Fotos 4 und 5: Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Die »Prophetin« Maria Angata Pakomio, wiki commons/ unbekannter Fotograf, 1914 
(Identität der hockenden Person nicht  absolut gesichert! Vermutlich: Maria Angata Pakomio)
Foto 7: Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Alfred Metraux, 1932, wikimedia commons/ Charles Mallison
Foto 9: Walter-Jörg Langbein

312 »Woher, wohin?«
Teil 312 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 10.01.2016
 

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Sonntag, 18. August 2013

187 »Angst«

Teil 187 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Eingang in die »Unterwelt«
Foto: W-J.Langbein
Angst beschlich mich, ich gebe es zu, als ich meinem Guide bei Nacht in den engen Schacht zu seiner Familienhöhle folgte. In einer Tiefe von etwa zweieinhalb bis drei Metern befand sich ein Loch. Es war noch knapper bemessen als der Eingang des Schachts. Nach dem Abstieg in die Dunkelheit, wobei ich mich an den vorstehenden Felsbrocken festklammerte, kroch ich auf allen Vieren durch das Loch in die Höhle. Ich kam mir vor wie ein Schäferhund, der sich durch den winzigen Eingang der Hundehütte für einen Zwergpudel zwängt.

Wenn mir mein Guide – vielleicht gar im Rahmen einer Opferung für seine Götter – das Lebenslicht ausblasen würde ... Einen kräftiger Hieb mit einem Stein auf meinen Kopf in der totalen Finsternis der Höhle konnte ich kaum abwehren.

Angst spürte ich schon, als ich bei vollständiger Dunkelheit den senkrechten Schacht hinab kletterte. Es gab keine Leiter oder Stufen, nur die unregelmäßig vorstehenden Natursteine der Wände. Meine Angst steigerte sich zu einer ausgewachsenen Klaustrophobie, als ich kriechend durch das »Hundeloch« in die mysteriöse Höhle vordrang.

»Angst haben auch junge Menschen von Rapa Nui vor diesen Höhlen ... vor den Totengeistern, die in ihnen ein Leben in ewiger Finsternis verbringen!«, erfahre ich. Und deshalb befinden sich in den meisten Familienhöhlen steinerne Wächter. »Und die sollen verhindern, dass böse Geister entkommen und den Menschen schaden?«, frage ich. Mein Guide wiegelt ab. »Es gibt auch böse Geister in manchen Höhlen. In einigen spuken die Geister von Menschen, die ermordet und aufgegessen wurden. Sie könnten sich rächen wollen ... Wächter sollen verhindern, dass die geplagten Wesen in die Welt der Lebenden vordringen!«

Skelettöser Geist und
steinerner Riese
Fotos: Archiv Langbein
und Foto Langbein
Die Wächter mussten aber auch verhindern, dass unerwünschte Eindringlinge die sakrale Stätte entweihten. »Jeder Mensch verfügt über einen Aku Aku. Wenn er stirbt, verwest sein Leib, der Aku Aku aber bleibt erhalten. Manche Magier können ihren Aku Aku wie einen körperlosen Boten aussenden, zum Beispiel in eine Höhle. Das Einsteigen eines Aku Aku muss verhindert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Aku Aku eines Lebenden oder eines Toten handelt!«

Unerwünscht seien aber natürlich auch Eindringlinge aus Fleisch und Blut, die die alten Statuen stehlen und an reiche Amerikaner und Japaner verkaufen wollen! Solche Diebe müssen mit härtester Bestrafung rechnen. Schon mancher starb schon beim Betreten einer Familienhöhle!« Als Familienoberhaupt dürfe er aber Besucher mitbringen ... in die Unterwelt.

»Welche Aufgaben haben Aku Akus?«, fragte ich, während ich das kleine Heer von steinernen und hölzernen Figuren und Figürchen betrachtete, in dessen Mitte ich ungemütlich auf hartem Steinboden saß. »Wenn ein Mensch stirbt, dann passt sein Aku Aku darauf auf, dass seine letzten Wünsche auch wirklich befolgt werden.« Besonders oft, so erfuhr ich, würden Erbschaftsangelegenheiten durch Aku Akus wieder in Ordnung gebracht.

»Einst starb ein armer Mann. Er hatte drei Söhne und eine Tochter. Sein bescheidener Besitz sollte unter allen vier Kindern gleichmäßig verteilt werden. Die Söhne versprachen dem sterbenden Vater, genau nach seinem Wunsch zu verfahren. Als der alte Mann aber gestorben war, schlugen die drei Söhne ihre Schwester und sperrten sie in eine Höhle. ›Vielleicht findet sich ja jemand, der sie heiraten möchte ...‹ meinten sie. ›Wir lassen sie erst wieder aus dem Gefängnis, wenn sie auf ihren Teil des Erbes verzichtet!‹ In der dritten Nacht erschien der Aku Aku des Toten in der Höhle. Er tröstete seine Tochter und befreite sie. Seine drei Söhne ließ er krank werden. Die Männer erkannten schließlich ihr Unrecht und ließen ihrer Schwester ihr Erbteil zu kommen ... und mehr. Sofort waren sie wieder gesund.«

Make-Make-Maske in Holz
Foto: W-J.Langbein
Aku Akus können aber auch belohnen, erzählte mir mein Guide: »Es herrschte Krieg zwischen zwei Stämmen. Der eine Stamm hatte eine junge Frau aus dem anderen Stamm gefangen genommen. Sie sollte erschlagen, im Erdofen gebacken und verzehrt werden. Der Sohn eines Fischers aber hatte Mitleid mit der Gefangenen und ließ sie nachts entkommen. Er hoffte auf überirdischen Beistand. Würde ihm Make Make helfen?«

Während mein Guide erzählte, ließ er den Kegel seiner Taschenlampe über die Höhlenwände schleichen. Immer wieder tauchte das Gesicht Make Makes auf: in die steinernen Höhlenwände geritzt, in steinerne Idole geritzt, in hölzerne Figürchen geschnitzt ... die gleiche Fratze, die auch in der Kirche der Osterinsel zu finden ist.

Mein Guide erzählte weiter: »Darüber waren die Männer seines Stammes empört. Sie beratschlagten, wie der Fischer für sein Verhalten bestraft werden könne. Einige wollten ihn erschlagen und anstelle der Entflohenen verspeisen. Andere wollten ihn in einer Höhle verhungern lassen. Schließlich schickte man ihn mit einem morschen Boot hinaus aufs Meer. Nur wenn er mit reicher Beute zurückkehren würde, sollte er begnadigt werden.

Man rechnete wohl damit, dass sein Boot untergehen und der Fischer von Haien gefressen werden würde. Doch nach kurzer Zeit kam er wieder zurück. In seinem Boot lagen mehr Fische, als selbst der Tüchtigste in einem ganzen Jahr fangen würde. Die Erklärung: Der Aku Aku des verstorbenen Großvaters des geretteten Mädchens war erschienen und hatte dem Fischer geholfen.«

Angst war offenbar ein häufiger Gast auf der Osterinsel. Angst und Schrecken verbreiteten Vertreter der »zivilisierten Welt«, die immer wieder das Eiland in den Weiten des Pazifiks überfielen, um Menschen für ihre Sklavenmärkte zu fangen.

Angst herrschte, wenn sich verschiedene Stämme der Osterinsel bekriegten. »Dabei ging es immer vorwiegend um Macht und um Einfluss. Wer darf auf besonders fruchtbaren Arealen der Insel Ackerbau betreiben? Wer muss sich mit kargem Land begnügen, wo der Wind jede Krume ins Meer fegt?«

Eine umgestoßene Statue
Foto: W-J.Langbein
Anlässe zum Krieg gab es immer wieder. Hunger ließ immer wieder Gewalt ausbrechen. Die Nahrungsmittel auf der Osterinsel waren schon immer begrenzt. Süßwasser war häufig nur knapp bemessen. Da bekämpften sich die einzelnen Gruppen auf dem Eiland immer wieder. »Die Sieger stürzten die Statuen der Besiegten um und demonstrierten so ihre Macht. Sie zeigten, dass sie auch vor den Geistern der Feinde keine Angst hatten. Und immer wieder kam es zu Kannibalismus, schlachteten und aßen die Sieger die Besiegten! Mancher verzweifelte! Warum hilft uns Make Make nicht! Warum steht uns der Vogelmann nicht bei?«

Ob es verlässliche Aufzeichnungen über die Geschichte des Eilands gebe, wollte ich wissen. Mein Guide lachte nur. »Sie müssen bedenken, dass die Geschichte von Rapa Nui sehr weit zurückreicht ...« Ich nickte bestätigend: »Ja, viele Jahrhunderte!« Mein Guide lachte wieder. »Jahrhunderte? Jahrtausende!« rief er stolz aus. Seine laute Stimme erzeugte ein unheimliches Echo in der Höhle. »Aber die Wissenschaft streitet ab, dass die Kultur der Osterinsel schon so alt ist!« Mein Guide winkte ab. »Die meisten Wissenschaftler haben doch keine Ahnung!«

Zur Ehrenrettung der Wissenschaft muss ich sagen, dass es Experten gibt, die nicht von einer jungen Osterinselkultur ausgehen. Einer der »Außenseiter« ist Frank Joseph. Im Frühjahr 1996 publizierte der Archäologieexperte Frank Joseph einen Fachartikel, der eigentlich in der Welt der Experten wie eine Bombe hätte einschlagen müssen. Verdeutlichte er doch in dem seriösen Magazin »Ancient American« (Ausgabe 12/ S. 9), dass die geheimnisvolle Kultur der Osterinsel nicht nur wenige Jahrhunderte alt ist, wie das noch heute in den gängigen Publikationen steht, sondern bereits vor Jahrtausenden bestand. So neu ist die von Frank Joseph anno 1996 publik gemachte Erkenntnis keineswegs.

Schon vor rund einem Jahrhundert, als Weltreisen noch richtige Abenteuer waren, stand der Österreicher Ernst von Hesse-Wartegg (1851-1913) staunend vor den gewaltigen Kolossen der Osterinsel. Wer mochte wohl einst diese Riesen geschaffen haben? Und wann? Von Hesse-Wartegg kam sich neben den Kolossalstatuen geradezu winzig klein vor.

Der Autor neben einem
Osterinselkoloss
Foto: Archiv Langbein
Demütig blickte er in ihre Gesichter. Wenn sie nur reden, ihre Geschichte erzählen könnten ... Was bildete sich der Mensch am Wendepunkt vom 19. zum 20. Jahrhundert auf seine technischen Errungenschaften alles ein! Dabei musste es doch schon in grauer Vorzeit in der Südsee eine geheimnisvolle Kultur gegeben haben, die in mancher Hinsicht der unseren ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen war. In seinem zweibändigen Werk »Die Wunder der Welt«, vermutlich kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entstanden, hielt der Forschungsreisende fest, dass die Osterinselfiguren »wohl zu den ältesten Skulpturen der Menschheit« gehören.

Gehört der Vogelmann zu den ältesten mythologischen Gestalten der Osterinsel? Das ist umstritten. Festzustehen scheint: Als die Stammeshäuptlinge ihre Macht verloren, gerieten alte Kulte in Vergessenheit. Der Vogelmannkult verschwand.


Literatur

Métraux, Alfred: Ethnology of Easter Island, Honolulu, Hawaii, 1971
Orliac, Catherine und Michel: Mysteries of Easterisland, London 1995
Petersen, Richard: The Lost Cities of Cibola, Phoenix 1985
(Island of Mystery, chapter 10, pages 219 fff.)
Richter-Ushanas, Egbert: Die Schrifttafeln der Osterinsel in der Lesung
Metoros und Ure Vaeikos, Bremen 2000
Rosasco, Jose Luis und Lira, Juan Pablo: Easter Island The Endless Enigma,
Santiago 1991
Routledge, Katherine: The Mystery of Easter Island, 1919, Nachdruck
Kempton 1998
TerraX, Lippert, Helga: TerraX / Vom Geheimbund der
Assassinnen zum Brennpunkt Qumran, München 2003
(Odyssee zur Osterinsel/ Die Floßfahrt der Inka-Fürsten, S. 212 ff)
Krendeljow/ Kondratow: Die Geheimnisse der Osterinsel, 2. Auflage, Moskau
und Leipzig 1990
Winkel, Karl zum: Köpfe, Schlangen, Pyramiden in Lateinamerika/ Alte
Kulturen von Mexiko bis zur Osterinsel, Heidelberg 2001

Der Vogelmensch, in das Holz
einer Heiligenfigur geschnitzt - Foto: W-J.Langbein

»Massenmord auf der Osterinsel«,
Teil 188 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25.08.2013

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