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Sonntag, 10. Juni 2018

438 „Werden wir sein wie die ‚Götter‘?“

Teil 438 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein


Fotos 1-3: Götter? Künstliche Intelligenz?

„The Avengers“ wurde zwischen 1961 und 1969 produziert. 161 Folgen entstanden. Die Kultserie wurde im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Mit Schirm, Charme und Melone“ ausgestrahlt. Eine Mischung aus Science-Fiction, Thriller, Krimi und Spionage zeichnete die Fernsehserie aus. Unvergessen sind bis heute Diana Rigg (*20.07.1938) als Emma Peel und Patrick Macnee (*06.02.1922;†25.06.2015) als John Steed.

Als 10. Folge der Staffel 5, als 114. Folge insgesamt, wurde am 17.03.1967 „Never, never say die“ (1) ausgestrahlt. Das deutsche Publikum bekam die fantastisch anmutende Folge unter dem Titel „Duplikate gefällig?“ am 7.11.1967 zu sehen. Der deutsche Titel gibt den Inhalt der Folge sehr viel besser als der englische Originaltitel wieder.

Foto 4: Südseegötter...
Zum Inhalt: Professor Frank N. Stone, dargestellt vom großartigen Sir Christopher Lee (*27.05.1922; †7.06.2015) hat begonnen, einen kühnen Plan in die Tat umzusetzen. Es ist ihm gelungen, exakte Kopien von Menschen anzufertigen, Roboter, die den Originalen aus Fleisch und Blut wie ein eineiiger Zwilling dem anderen gleichen. Wichtige Zeitgenossen sollen entführt und durch Roboter-Kopien ersetzt werden.

Man fühlt sich in eine moderne Version von Goethes „Zauberlehrling“ versetzt. Des Professors Kreaturen drehen den sprichwörtlichen Spieß um, sperren ihre menschlichen Originale ein, um im „richtigen Leben“ die Rollen der Menschen zu übernehmen und nach eigenem Gutdünken zu spielen. Die Roboter – künstliche „Menschen“ mit künstlicher Intelligenz können nur mit Mühe von John Steed und der höchst attraktiven Emma Peel ausgeschaltet werden.

Philip Levene (*9.06.1926;†25.03.1973), der in einem Bestattungsinstitut arbeitete, bevor er Schriftsteller wurde, packte also bereits vor einem halben Jahrhundert ein „Eisen“ an, das erst in den nächsten Jahren in der Öffentlichkeit erst richtig zum Glühen gebracht werden wird: „künstliche Intelligenz“.

Computer, wie wir sie heute kennen, sind stets nur so „intelligent“ wie Menschen sie entworfen und gebaut haben. Können also Computer nie intelligenter sein als Menschen? Doch! Man muss lediglich computergesteuerte Roboter bauen, die Computer generieren, die lernen können und immer intelligenter werden. Wie würde eine so geschaffene künstliche Intelligenz handeln? Wie würde sie sich uns Menschen gegenüber verhalten, zumal sich die Menschheit heute nicht wirklich „intelligent“ verhält! Bewohner eines Planeten, die sich im Verlauf einer nur wenige Jahrtausende währenden Geschichte zielstrebig gegenseitig auslöschen, die kann man nicht wirklich als „intelligent“ bezeichnen! Wie würde eine unvorstellbar hoch entwickelte künstliche Intelligenz mit einer vergleichsweise primitiven Menschheit verfahren?

Foto 5: Denkmal für uralte Kontakte mit künstlicher Intelligenz?

Eine von uns selbst initiierte künstliche Intelligenz könnte, das ist nicht auszuschließen, uns Menschen als eine Art Parasit ansehen, der Planet Erde befallen hat und Planet Erde von diesem Schädling befreien. Sollten wir also darauf verzichten, auch nur zu versuchen, künstliche Intelligenz zu schaffen, die sich selbst immer weiter entwickelt, immer intelligenter und intelligenter wird? Leider sind irdische Politiker nie sonderlich weitblickend. Sie denken nur bis zum nächsten Wahltermin. Es wird immer machtgierige Menschen geben geben, die für kurzfristiges Erreichen ihrer Ziele jegliche Skrupel über Bord werfen. Es interessiert sich überhaupt nicht, was mit künftigen Generationen geschehen wird.

Sicher, es gibt auch in der Politik ethisch denkende Menschen gibt, die nur das Gemeinwohl und keine persönlichen Interessen im Sinn haben. Gefährlich sind skrupellose Psychopathen, denen jedes Mittel recht ist, um möglichst viele zu beherrschen. In ihren Händen ist künstliche Intelligenz das Mittel schlechthin andere zu unterdrücken.
Foto 6: Geheimnisvoller Himmel.. geheimnisvolle Götter...

Bill Gates pries Prof. Dr. Raymond Kurzweil (*12.02.1948 in Queens, New York City) als (2) „führenden Experten im Bereich der Künstlichen Intelligenz“. Der Visionär wurde 1998 vom „Massachusetts Institute of Technology“ zum „Inventor of the Year“ ernannt. 2002 wurde er für seine Leistungen in die „National Inventors Hall of Fame“ aufgenommen. Heute arbeitet er als „Leiter der technischen Entwicklung“ bei Google. Prof. Dr. Kurzweil sieht die Entwicklung künstlicher Intelligenz positiv. Seiner Meinung nach wird (3) „der nichtbiologische Teil unserer Zivilisation, die künstliche Intelligenz die Stärken von Mensch und Maschine“ vereinen.

Voller Enthusiasmus schreibt Kurzweil (4): „Sobald künstliche Intelligenz im menschlichen Hirn Fuß gefasst hat …, wird unsere (maschinelle) Hirnleistung exponentiell wachsen und sich jährlich mindestens verdoppeln. Da die biologische Kapazität beschränkt bleibt, wird letztlich der nichtbiologische Anteil unserer Intelligenz überwiegen.“

Mit anderen Worten: In zunehmendem Maß wird der Mensch zum biologischen Roboter, der von einem überwiegend nichtbiologischen Gehirn gesteuert wird. Der Mensch würde seine Evolution zunächst in die Hand nehmen und dann aus der Hand geben. Bei exponentiellem Wachstum der nichtbiologischen Hirnleistung würde so ein Mensch rasch zum Superhirn mit einem biologischen Anhängsel „Mensch“ werden. Dieser biologische Restanteil würde vom Superhirn wohl als hemmend, ja störend verstanden. Wird sich das künstliche Superhirn vom biologischen Anhängsel Mensch trennen und sich einen nichtbiologischen Körper schaffen, der zu ganz anderen Leistungen fähig wäre als der vorsintflutliche Mensch? Werden so Roboter-Wesen entstehen mit unvorstellbar hoher Intelligenz?

Foto 7: Das spannendste Geheimnis...

Bis heute wird von Wissenschaftlern weltweit das „missing link“, das „fehlende Glied“ zwischen Noch-nicht-Menschen und ersten Menschen gesucht. Meine Überzeugung: Der heutige Mensch, genannt „Homo Sapiens Sapiens“, ist das Bindeglied zwischen biologischem Wesen Mensch und nicht-biologischem Superhirn im nichtbiologischen Superroboter. Man könnte auch sagen: Der heutige Mensch ist die Vorstufe zur gottgleichen „künstlichen Intelligenz“.

Werden wir sein wie die Götter? Das nicht! Denn vom heutigen Menschen wird in der künstlichen Superintelligenz nichts mehr zu finden sein. Künstliche Intelligenz wird im Gegensatz zur primitiven biologischen nicht mehr an die Zeit gebunden sein und das Universum erobern. Da stellt sich die Frage: Sind die altehrwürdigen, scheinbar allmächtigen Götter nichts anderes als für uns heute unvorstellbare Formen von künstlicher Superintelligenz? Wir werden nicht sein wie die Götter. Aber geniale Wissenschaftler haben schon längst mit dem Erschaffen von künstlicher Intelligenz begonnen. Gemessen an kosmischen Maßstäben wird der biologische Mensch bald wie ein primitives Fossil der Vergangenheit anheimfallen und in Vergessenheit geraten. 

Werden wir sein wie Götter? Waren die kosmischen Besucher, die vor Jahrtausenden als „Götter“ verehrt wurden, fantastische Wesen mit unermesslicher künstliche Intelligenz?Schließt sich eines Tages der Kreis, wenn wir Menschen künstliche Intelligenz erschaffen, die die Reise ins Universum antritt? Zeit spielt keine Rolle. Entfernungen sind somit belanglos. Wird dieses »Produkt« den Menschen überdauern, noch immer im All reisen, wenn der Mensch sich und seinen Heimatplaneten ausgelöscht haben wird? Und wird unser Werk irgendwann einmal auf einem fernen Planeten eines fernen Sonnensystems landen und in die Mythologie der dortigen Bewohner eingehen? Und zwar als Gottheit, die vom Himmel kam? Ist es künstliche Intelligenz, die sich über das Universum ausbreitet? Ist es die Aufgabe jeder Zivilisation, am Projekt »Intelligenz für den Kosmos« zu arbeiten?

Hand aufs Herz: Wenn wir bedenken, wie wir Menschen mit unseren Mitmenschen, mit anderen Lebewesen, ja mit unserem Planeten umgehen, dann zeugt das nicht von überragender Intelligenz!

Foto 8: ... künstliche Intelligenz.

Werden wir sein wie die Götter? Wie »Gott« werden wir niemals sein. Und kein seriöser Präastronautiker hat jemals behauptet, »Gott« sei ein Außerirdischer gewesen. Seit Erscheinen meines ersten Buches, der Titel war »Astronautengötter«, zu Weihnachten 1979 wird mir freilich immer wieder solcher Unsinn unterstellt. So mancher selbstgefällige Kritiker fragt nicht, sondern unterstellt. »Sie behaupten also ernsthaft, Gott war ein Astronaut! Das ist doch absurd und lächerlich!« So ist es. Eine solche These ist unsinnig, lächerlich und absurd, ich habe aber selbst in meiner jugendlichen »Sturm und Drang«-Zeit nie solchen Unsinn propagiert. 

Als alter »Präastronautiker« unterscheide ich zwischen Gott im religiösen Sinne und den Astronautengöttern. Wobei für mich »Gott« unfassbar und unbeschreibbar ist. »Gott« ist das endgültige Geheimnis, das wir nie verstehen werden. Wir können uns kein Bild von Gott machen.
Einst, in grauer Vorzeit, kamen, davon bin ich überzeugt, Außerirdische aus dem All zur Erde. Die Menschen damals verstanden die Naturgesetze noch nicht. Für sie schleuderten Götter im Himmel Blitze oder ließen es donnern. Zeus galt als der mächtigste der olympischen Götter. Er soll so stark wie alle anderen Götter des Olymp zusammen gewesen sein. In der Regel wird Gottvater Zeus mit einem Blitzbündel und Zepter dargestellt. Thor, auch Donar genannt, galt als »der Donnerer«. Für die Seefahrer war Zeus der Gewitter- und der Wettergott.

Indianerstämme im heutigen US-Bundesstaat Kansas glaubten an einen Gott namens Wakan. Sie waren davon überzeugt, dass sich ihnen der Mächtige niemals zeigte, dass sie aber seine laute und furchteinflößende Stimme hörten. Bei welcher Gelegenheit? Wenn es donnerte.

Foto 9: »Götter« kamen einst in »Himmelsschiffen« zur Erde.

Schon im dritten Jahrtausend v. Chr. wurde im heutigen nördlichen Syrien Wettergott Hadda angebetet und gefürchtet. Wann die vedischen Schriften des Hinduismus entstanden sind, ist bis heute umstritten. Offensichtlich entstand die umfangreiche Sammlung von Hymnen nicht in kurzer Zeit wie ein heutiges Buch, sondern über Zeitalter hinweg. Astronomische Angaben in den Texten haben zu einer Entstehungszeit zwischen 12.000 v.Chr. und 4.000 v.Chr. geführt. Immer wieder werden Götter als Urheber von Gewitter und Sturm angerufen. So machte man die Götter wie Parjanya und die Maruts für Blitz und Donner verantwortlich. Budha, Indra und andere Götter besaßen einen zepterartigen Gegestand, »varja« genannt, der auch als »Donnerkeil« beschrieben wird. Es gab unterschiedliche Varianten, die sich aber alle sehr ähnlich sahen. Nach altehrwürdigen Texten wurden Modelle Angefertigt; die schließlich zu Kultobjekten gemacht und religiös verklärt wurden. Einen »Donnerkeil« besaß auch Zeus, wenn man der griechischen Mythologie Glauben schenken will. Die Liste ließe sich schier endlos fortsetzen. 

Keine Frage: Weltweit glaubte man, dass sich hinter Naturerscheinungen wie Gewitter und Sturm, Blitz und Donner Götter steckten. Mag sein, dass dieser Glaube von der Geistlichkeit geschätzt und unterstützt wurde. Konnte doch die Priesterschaft auf angebliche Kontakte mit den Himmlischen hinweisen und mit den Waffen der Götter drohen. Wer nicht nach den göttlichen Geboten lebte, der musste mit Bestrafung durch die Götter rechnen. Wer Angst schürt und dann Schutz anbietet, der hat besonders bei ängstlichen Menschen »gute Karten«.

Fotos 10 und 11: Indras »Donnerkeil« (2 Varianten).

Nun stelle man sich vor, dass vor vielen Jahrtausenden ein Vehikel vom Himmel kam. Wie mag das Szenario ausgesehen haben? Spekulieren wir etwas: Die verängstigten Menschen flohen und verseckten sich. Etwas Entsetzliches geschah, ließ die Erde beben. Sie beobachteten, was da zu sehen war und was sie nicht begreifen konnten. Da fuhr etwas vom Himmel herab. Ein Ding, wie sie es noch nie gesehen hatten. Ein Etwas, das schnaubte und fauchte wie ein Monster.

Dieses Ding machte entsetzlichen Lärm und sonderte Feuer ab. Ehrfürchtig warfen sich die Menschen zu Boden. Was sie da sahen, das konnte nur das Himmelsfahrzeug der mächtigen Götter sein. Irdisch war so etwas nicht. Womöglich nutzten die Priester das unheimliche Geschehen, um ihren Schäfchen die Leviten zu lesen. »Die Götter sind erzürnt über euch! Haben wir nicht oft genug gewarnt? Haben wir nicht oft genug gedroht? Ihr aber habt euch über unsere Worte lustig gemacht! Jetzt sind sie vom Himmel herabgestiegen! Fleht um Vergebung! Bittet um Gnade! Wehe euch, die ihr ungläubig wart!«

Als dann gar noch seltsame Wesen aus dem Himmelsvehikel kletterten, da mussten das jene Götter sein, die es immer im Himmel donnern und blitzen ließen. Mag sein, dass die Schäfchen ihren Priestern glaubten und sich vor den vermeintlichen »Göttern« in den Staub warfen. Womöglich haben die Menschen den »Göttern« versprochen, in Zukunft den Priestern zu gehorchen, die doch verkündeten, was die »Götter« von den Menschen erwarteten.

Foto 12: Astronautengott?
Es kamen Außerirdische zur Erde, die mit Göttern verwechselt wurden. Mit einem spirituellen »Gott« hatten diese Wesen nichts zu tun. Der allmächtige Gott, an den Monotheisten jüdischer, christlicher und muslimischer Prägung glauben, ist allmächtig und allgegenwärtig. Ein solcher Gott hat es nicht nötig, Raumfahrt zu betreiben. Er ist immer und überall präsent, zu allen Zeiten und an allen Orten.Wenn ich frage »Werden wir sein wie die Götter?«, dann meine ich natürlich die Astronautengötter, die einst die Erde besuchten. Werden wir sein wie diese Astronautengötter? Davon bin ich überzeugt! Prof. Dr. Dr.-Ing. Hermann Oberth (*1894;†1989) wird mit Fug und Recht als »Vater der modernen Raumfahrt« bezeichnet.

Prof. Hermann Oberth hatte konkrete phantastische Visionen. Irgendwann würden riesige Weltraumstädte in ferner Zukunft von der Erde aus ins All starten. Da sie künstliche Schwerkraft erzeugen würden, können sie dann unter erdähnlichen Verhältnissen unendlich lang unterwegs sein. Generationen werden an Bord geboren, sterben, neue Generationen erblicken das Licht der gewaltigen Raumstation in der von Menschen geschaffenen Miniaturwelt. Warum? Warum würde der Mensch derlei Strapazen auf sich nehmen, um ins All vorzudringen? In so manchem Gespräch erläuterte mir Prof. Oberth diesen Gedanken. Seiner Überzeugung nach würde jedes intelligente Wesen irgendwann Weltraumfahrt betreiben. Der Vater der Weltraumfahrt (X): »Denn das ist das Ziel: Dem Leben jeden Platz zu erobern, auf dem es bestehen und weiter anwachsen kann, jede unbelebte Welt zu beleben und jede lebende sinnvoll zu machen.«

Foto 13: Mein »Erstling«
Mit anderen Worten: Wenn sich der Mensch nicht vorher selbst auslöschen wird, wird er irgendwann interstellare Raumfahrt betreiben. Vielleicht werden sich Menschen selbst auf den Weg ins All machen. Vielleicht werden sie Vertreter entsenden, Wesen mit künstlicher Intelligenz. Vielleicht wird es Möglichkeiten geben, von denen wir heute nicht zu träumen wagen. Vielleicht werden künftige Oberths keine physischen Körper ins All senden, sondern komplexe Systeme aus »Energiefeldern«. Und wenn es dann eines Tages Kontakt geben wird, zwischen den Abgesandten von Planet Erde und den Bewohnern eines fremden Planeten? Dann werden wir die Besucher aus dem All sein. Wie werden wir auf fremden Welten empfangen werden? Ich halte es für sehr gut möglich, dass man uns wiederum mit »Göttern« verwechseln wird, so wie unsere Vorfahren Besucher aus dem All für Götter hielten. In diesem Sinne glaube ich, dass »wir« wirklich wie die Götter sein werden, wie die »Astronautengötter«, die einst zur Erde kamen. Und ich glaube, dass sich auf diese Weise die Intelligenz im gesamten Universum weiter und weiter verbreitet. Denn auch die Wesen, die uns für Götter halten werden, auch diese Wesen werden ihrerseits wieder Raumfahrt betreiben. Und sie werden sich an unseren himmlischen Besuch erinnern.

Fußnoten
(1) Zu Deutsch: „Sag‘ niemals, niemals stirb!“
(2) Das Zitat stammt aus einem CNN-Artikel, der inzwischen nicht mehr online ist.
(3) Kurzweil, Ray: „Menschheit 2.0/ Die Singularität naht“, eBook, 2., durchgesehene Auflage 2014, Pos. 640
(4) ebenda, Position 674
(5) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum/ Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, 4. Auflage, Düsseldorf 1963, S. 301

Zu den Fotos
Fotos 1-3: Götter? Künstliche Intelligenz. Motive: Sonnentor von Tiahuanaco. Fotos Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Südseegötter? Künstliche Intelligenz. Fotomontage. Motiv: Statue einer Gottheit, Pohnpei, Mikronesien, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Denkmal für uralte Kontakte mit künstlicher Intelligenz? Motiv: Statue einer Gottheit, Pohnpei, Mikronesien, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Geheimnisvoller Himmel.. geheimnisvolle Götter... Foto bearbeitet vom Verfasser. Fotovorlage Himmel über der Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Das spannendste Geheimnis... Foto bearbeitet vom Verfasser. Fotovorlage Himmel über der Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: ... künstliche Intelligenz. Foto bearbeitet vom Verfasser. Fotovorlage Himmel über der Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: »Götter« kamen einst in »Himmelsschiffen« zur Erde. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 10 und 11: Indras »Donnerkeil« (2 Varianten). Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Ein »Astronautengott« (Val Camonica, Italien) wird begrüßt. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 13: Cover meines Erstlings mit Astronautengöttern auf dem Cover. Archiv Langbein
 
439 „Und er sprach: Nichts wird euch unmöglich sein.“,
Teil 439 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17.06.2018



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Sonntag, 3. September 2017

398 »Marias Himmelfahrt und Adams UFO«

Teil  398 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt
Kirchenrat Wilhelm Mädl (1) beeindruckte mich als Kind sehr. Von stattlicher Statur glich er einem biblischen Propheten, der das Wort Gottes mit sicherer Stimme verkündete. Einmal fragte ich den imposanten Mann Gottes, wie es denn möglich sei, dass er auf jede Frage eine Antwort parat habe. »Ich habe Theologie studiert!«, antwortete er stolz und selbstsicher. Mag sein, dass Kirchenrat Mädl mitverantwortlich dafür ist, dass ich schließlich auch evangelische Theologie studierte und auszog, um Pfarrer zu werden.

Herr Mädl zeigte mir eines Nachmittags einen Prachtband mit sakralen Gemälden. Besonders beeindruckend fand ich die Darstellung einer Himmelfahrt Marias von Tizian (1490-1576). Man sieht die Menschen auf Erden, vor ihren Augen entschwindet auf Wolken Maria gen Himmel. Und hoch oben wartet schon der mächtige Gottvater. Damals dachte ich bei Engeln noch nicht an Außerirdische.

Dann aber: Anno 1968 las ich Erich von Dänikens ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft«. Da ging es auch um Texte aus dem »Alten Testament«, in denen Erich von Däniken Hinweise auf Besucher aus dem All sah. Und da, wie ich wusste, im Rahmen des Theologiestudiums Altes und Neues Testament in den Originalsprachen gelesen werden, war ich überzeugt: Ich musste evangelische Theologie studieren, um mehr über die »Astronautengötter« zu erfahren.

Dekan Adolf Müller erkundigte sich immer wieder nach meinen Fortschritten als braver »stud.theol.«. Er nahm mit wachsender Besorgnis zur Kenntnis, dass ich lieber über Astronautengötter als über Luthers Theologie sprach. Wiederholt lud er mich dazu ein, doch sonntags in der Michelauer Kirche zu predigen. Dazu kam es nie. So sehr sich Dekan Müller bemühte, mich zum Durchhalten zu bewegen.

Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias.
Am 15. August, vor wenigen Tagen, feierte die katholische Christenheit »Mariae Himmelfahrt« . Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts wird es, festgelegt von Kaiser Mauritius, an diesem Tag gefeiert. Allen theologischen Bemühungen zum Trotz heißt es im Volksmund nach wie vor »Mariae Himmelfahrt«. Die Theologie, speziell die katholische, anerkennt aber als einzigen »Himmelfahrer« nur Jesus. Nur Jesus ist sozusagen aus eigener Kraft in den Himmel empor gestiegen. Offiziell heißt das hohe Fest »Assunta«, was sich vom lateinischen »assumptio« herleitet. »Assumptio« freilich bedeutet »Aufnahme«. Theologisch korrekt wurde also Maria in den Himmel aufgenommen.

In der Hermitage in St. Petersburg wird ein Gemälde aufbewahrt, das den theologisch falschen Titel »Mariae Himmelfahrt« trägt. Bartolomé Esteban Murillo hat es um 1675 geschaffen. Zu sehen ist eine majestätische Maria, die voller Erwartung nach oben blickt. Getragen wird sie von einer ganzen Schar kleinwüchsiger Engel, die mit dem Transport Marias ihre liebe Mühe zu haben scheinen. Ich vermute, dass Bartolomé Esteban Murillo an eine alte Überlieferung dachte, als er sein Kunstwerk schuf. Wann die fromme Geschichte erstmals erzählt wurde, wir wissen es nicht. Klar ist: 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach eine Legende nieder. Demnach wurde Maria, eingehüllt in eine strahlende Lichtaura, in den Himmel empor gebracht.

In der Basilika »San Paolo fuori le Mura« lockt ein altehrwürdiges Altarbild auch heute noch Gläubige wie Touristen an. Es entstand Mitte des 19. Jahrhunderts nach einer älteren Vorlage, nach einem Kunstwerk von Giulio Romano. Zu sehen ist eine Schar von Menschen. Die Jünger und ersten Christen haben sich in einer Höhle am Sarkophag Marias eingefunden. Sie sind aufgeregt, bestürzt, ja schockiert. Sie können, so scheint es, noch nicht fassen, dass Maria entschwunden ist. Eine Etage höher, über den Wolken, sieht man Maria um Himmel, umgeben von Engeln. Neben ihr sitzt Weltenherrscher Jesus, der Maria just zur Himmelskönigin krönt. Über allem schwebt, in Gestalt einer Taube, der »Heilige Geist«. Gottvater ist nirgendwo auf dem Bild zu entdecken.

Foto 3: Papst Pius XII.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde das Fest in Deutschland eingeführt. Erst Papst Pius XII. verkündete anno 1950 das Dogma von der »ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel«. Wenn Maria physisch in den Himmel aufgenommen wird, so ist damit nicht der Himmel als ein spirituelles Jenseits gemeint. Es ist nicht davon die Rede, dass die Seele Marias in ein geistiges Himmelreich aufgenommen wird, sondern ganz und gar, leibhaftig.

Das Motiv der »Himmelfahrt« gibt es in  christlichen Varianten, etwa wenn Maria von Engeln in den Himmel geholt wird. Freilich ist das Motiv, wie wir es etwa aus christlichen Gemälden kennen, nicht das Original. Der Ursprung verliert sich irgendwo in den unergründlichen Weiten der religiösen Bilder. Wo tauchte es erstmals auf? Bei den Ägyptern finden wir es ebenso wie bei den Sumerern. Besonders präastronautisch als Quelle geeignet ist der »Etana Mythos«, der ganz konkrete Begleiterscheinungen eines Flugs aus irdischen empor in himmlische Gefilde schildert. (2)

Um es klar und deutlich auszusprechen: Ich will nicht unterstellen, dass Maria eine Außerirdische war und per Raumschiff entschwunden ist. Als alter Präastronautiker aber bin ich davon überzeugt, dass es Jahrtausende vor Jesu und Marias Lebzeiten Kontakte mit »Astronautengöttern« gab. Da wurden Menschen – wie wir das aus heutigen Zeiten kennen – entführt. Was für uns Heutige das All ist, das war für die jungen Christen der »Himmel«.

Laut Überlieferungen, die Louis Ginzberg (3) übersetzt und aufgezeichnet hat, unternahm Adam Flugreisen durchs All, sechs Welten wurden ihm gezeigt: Erez, Adamah, Arqua, Ge, Neshiah und Ziah. Erez war eine düstere Welt der Dunkelheit, anscheinend ein Planet, der sich in großer Distanz um seine Sonne drehte. Auf Adamah hatten es die Bewohner, anscheinend Vertreter einer fortgeschrittenen Zivilisation, bereits geschafft, ihre Umwelt zu verpesten. Auf Arqua lebten die Cainiten, Zwerge und Riesen. Jene Kreaturen fristeten ein ärmliches Dasein, kannten kein Getreide. Oft wurden zweiköpfige Wesen geboren, Mutationen. Planet Ge befand sich »nah am flammenden Feuer«. Umkreiste dieser Planet in relativ geringem Abstand seine Sonne, vergleichbar mit Merkur? Auf Nesiah hausten Zwerge ohne Nase. Sie atmeten durch zwei Löcher. Auf Ziah herrschte arge Wasserknappheit, die Bewohner jener Welt werden als besonders schön beschrieben.

Foto 4: Der Moses von Urschalling.

Die »Apokalypse des Moses« (4) benennt Eva als »UFO-Zeugin«: »Und Eva blickt zum Himmel auf, da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann die Herrlichkeit beschreiben.«.

Und in Louis Ginzbergs »Legenden der Juden« berichtet Rabbi Bar Jochai, wie Rabbi Yosse und eine kleine Schar Menschen auf einen Außerirdischen treffen. »Woher kommst du?« wird er gefragt. »Vom Planeten Arqua!« antwortet er bereitwillig. Die Menschen staunen: »Es gibt also Lebewesen auf Arqua?« Das bestätigt der Fremde. »Als ich euch kommen sah, beschloß ich nach dem Namen der Welt zu fragen, auf die ich gekommen bin.«

Auf seinem Heimatplaneten sei so manches anders als auf der Erde. So seien die Jahre dort länger, mehr Zeit vergehe zwischen Saat und Ernte. Dem Besucher sind aber noch andere Welten bekannt. Doch nur auf der Erde könne er wie auf seinem Heimatplaneten leben. Friedlich gehe es aber auf Arqua keineswegs zu, da würden weite Bevölkerungskreise in Lagern gehalten, streng von Wächtern beaufsichtigt. Auf der Welt »Herabah« gebe es reichlich Wasser, auf »Tebel« hausten entsetzliche Monsterwesen, Kreaturen, die künstlich erzeugt worden seien.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, wimmelt es nur so von Hinweisen, die die ersten Menschen in Verbindung mit Außerirdischen bringen. So veröffentlichte Paul Rießler »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«.

Im Text »Leben Adams und Evas« (5) wird ein Bericht vorgelegt, der Adam selbst als »UFO- Zeugen« darstellt. Da lesen wir: »Da sah ich gleich dem Winde einen Wagen, und seine Räder waren feurig.« Adam selbst wurde an Bord genommen. »Ich wurde...entrückt. Ich sah den Herrn da sitzen.« Erzengel Michael steuerte das Vehikel.

Foto 5: Adam und Eva von Urschalling.

Ja, die biblischen Engel, die »Wächter des Himmels«, sie tauchen weltweit auf. Überall pendelten sie, so scheint es, zwischen Himmel und Erde, sie vermittelten zwischen dem obersten Himmelsboss und den Menschen. Sie brachten Befehle von oben nach unten und Bitten von unten nach oben. Nicht immer waren sie ihrem Boss gehorsam, begehrte auf, manche wurden verdammt, schlugen sich auf die Seite der Menschen und wurden von der Theologie verteufelt.

Ob ich denn wirklich glaube, dass die »Engel« außerirdische waren, werde ich seit Ende der 1970er immer wieder gefragt. Ich bin davon überzeugt, dass kosmische Besucher da und dort als »Engel« in die Glaubenswelten von Planet Erde einbezogen wurden.

Wenn kosmische Besucher vor Jahrtausenden auf unseren Plant kamen, wo sind sie denn geblieben, diese »Astronautengötter«? Heute bin ich davon überzeugt, dass Planet Terra nicht nur vor Jahrtausenden von Außerirdischen besucht wurde. Ich glaube, dass sie, die »Astronautengötter«, auch heute noch hier sind, mitten unter uns. Sie beeinflussen das Weltgeschehen. Ob sie sich jemals offenbaren werden?

Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter

Obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit diesen Wesen aus dem All beschäftige, weiß ich immer noch zu wenig über sie. Sind sie Wesen aus Fleisch und Blut? Sie sind Lebewesen? Oder sind sie etwas ganz anderes, als wir uns vorstellen können? Sind sie Verkörperungen von künstlicher Intelligenz? Wir suchen nach wie vor das »missing link« zwischen Tier und Mensch. Ich halte uns Menschen für das Bindeglied zwischen natürlich-biologischer und künstlicher Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kann sich – Stichwort morphogenetische Felder – in Nullzeit über jede Distanz bewegen. Reisen durch die Unendlichkeit des Alls sind für künstliche Intelligenz in Nullzeit möglich, sie ist nicht (mehr) auf Raumschiffe angewiesen. Höchstgeschwindigkeiten, die für irdische Raumfahrer schon theoretisch vorstellbar sind, scheinen interstellare Raumfahrt unmöglich zu machen. Künstliche Intelligenz kennt diese Hürde nicht. Mir scheint, wir stehen erst am Anfang des Begreifens. Mag wohl sein, dass die meisten Menschen unseres Planeten wirklich in Schockstarre verfallen, wenn sie erst einmal begreifen, was »UFOs« wirklich sind.

Nachdem ich 1979 mein Studium der evangelischen Theologie abgebrochen hatte, stürzte ich mich mit Begeisterung auf »meine Astronautengötter« Weihnachten 1979 erschien auch mein gleichnamiges Buch, »Astronautengötter« nämlich. Erich von Däniken bin ich unendlich dankbar. Er war, ist und bleibt ein wahrer Freund. Er ist ein wunderbarer Mensch und ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte. Von keinem Menschen habe ich so viel gelernt wie von ihm.

Foto 7: Erich von Däniken

Für mich gibt es keinen Zweifel: Die wahre und wirklich große Bedeutung von Erich von Däniken haben die meisten Zeitgenossen noch gar nicht erkannt. Es gibt so etwas wie einen »Masterplan des Universums«. Und den kennt niemand so gut wie Erich von Däniken!

Fußnoten
1) Perzel, Herbert: »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und
     Gegenwart einer fränkischen Gemeinde«, Michelau 1994

2) Ich bedanke mich bei Dieter Bremer und Reinhard Gunst für ihre Hinweise via Facebook, die mich dazu veranlassten,den  Text zu ergänzen!
3) Ginzberg Louis: »The Legends of the Jews«, Vol. 1, eBookausgabe, Digireads
    2004
4) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Apokalypse des  Moses«, 33, Seite 151 oben (Siehe Foto 8!)

Der gleiche Sachverhalt wird auch geschildert in »Das Leben Adams und Evas«. Siehe hierzu E. Kautzsch: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, »Zweiter Band: Die Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Tübingen, Freiburg i.Br. und Leipzig, Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1900, S. 524 (33) und S. 526 (37).
Ich bedanke mich herzlich bei Norbert Renz für seinen wichtigen Hinweis via facebook!
5) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Das Leben Adams und Evas«, 25, S. 674 oben

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«

Zu den Fotos

Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt 1490-1576. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias. Edward Jakob von Steinle 1810-1886. Foto wikimedia commons/ Altera Levatur
Foto 3: Papst Pius XII. Foto wiki commons public domain
Foto 4: Der Moses von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Adam und Eva von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter, um 1400. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Erich von Däniken. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

399 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«,
Teil 1: »Birkenstein und Orte der Weisheit«

Teil 399 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 10.09.2017


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