Freitag, 14. April 2017

378 »Erich von Däniken zum 82.«

Teil  378 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Dänikens Erstling
Wikipedia, universelles Lexikon und weltweit anerkannter seriöser Quell der absoluten Wahrheit, schreibt: »Erich Anton Paul von Däniken (* 14. April 1935 in Zofingen) ist ein Schweizer Autor, der den pseudowissenschaftlichen Zweig der Prä-Astronautik einem breiten Lesepublikum bekannt machte. Seine Bücher wurden in 32 Sprachen übersetzt und haben bei einer Gesamtauflage von 63 Millionen verkauften Exemplaren teilweise Bestseller-Status erreicht. Zwei seiner Bücher wurden verfilmt, weitere Filme sind an Dänikens Ideen angelehnt. Seine stets aus archäologischen Funden und Befunden abgeleiteten Thesen werden durch von Däniken nicht wissenschaftlich bewiesen, sondern lediglich im Stil ›narrativer Sachbücher‹ präsentiert und daher auch als ›phantastische Wissenschaft‹ bezeichnet.«

Erich von Däniken hat sich nie als »Wissenschaftler« bezeichnet. Er beansprucht keinen Platz im Elfenbeinturm der Wissenschaften. Er ist in der glücklichen Lage alternative Lösungsmöglichkeiten zu sehen, wo Schulwissenschaftler dank ihrer mehr oder minder freiwillig getragenen Scheuklappen betriebsblind geworden sind.

Ohne Zweifel haben unzählige seriöse Wissenschaftler in den vergangenen Jahrhunderten unermessliche Wissensschätze angesammelt. Und immer wieder mussten als allgemein gültig angesehene Lehrmeinungen aufgegeben werden, und das gegen den Widerstand der etablierten Wissenschaftler. Denn wer Lehrmeinungen anzweifelt, sägt am Ast von Wissenschaftlern, die – und das ist nur zu menschlich – nicht gern zugeben, sich geirrt zu haben.

Besonders unbeliebt machen sich Laien, wenn sie der Gelehrtenwelt neue Denkanstöße liefern. Gern versucht man sie dann zu ignorieren. Selbst Wissenschaftlern geht das so.

Foto 2: Dänikens 2. Welterfolg
So ging die Forschung davon aus, dass es eiszeitliche Jäger waren, die vor 12.000 Jahren aus Asien Amerika »entdeckten«. Sie kamen, und das galt als gesichert, über eine Landbrücke zu Fuß. Seefahrt traute man den Altvorderen nicht zu, schon gar nicht transatlantische.  Es durfte, also konnte es nicht anders gewesen sein: Die vorgeschichtlichen »Entdecker« kamen aus Sibirien über die Behringstraße in das westliche Nordamerika! Von dort aus breiteten sie sich nach und nach gen Süden aus.

Wenn dem so gewesen wäre, dann müssten die ältesten Spuren frühester Siedler im Norden zu finden sein. Und je weiter man nach Süden kam und ausgrub, als desto jünger müssten sich die Spuren der »ersten Amerikaner« erweisen. Dem war aber nicht so. Im Süden waren die Funde sehr viel älter als im Norden. Somit war die Besiedlung über die Behringstraße vor 12.000 Jahren widerlegt. Sehr viel ältere Funde von präzise bearbeiteten Steinwerkzeugen wurden – kaum zu glauben – als »zufällig entstanden« deklariert, nur um die lieb gewordene Besiedlungsgeschichte aufrecht zu erhalten. Fakt ist aber: Bereits vor 30.000 Jahren wirkten und werkelten in der brasilianischen »Serra da Capivara« bereits Menschen. Woher kamen sie? Per Boot aus Nordafrika?

Foto 3: EvD unterwegs
Niède Guidon untersuchte als Erste Pedra Furada in der Serra da Capivara im brasilianischen Bundesstaat Piaui. Niède Guidon (* 12. März 1933, in Jaú, Brasilien) ist eine brasilianische Archäologin. Sie wagte es, eine echte »heilige Kuh« der Wissenschaften anzuzweifeln, ja vom altehrwürdigen Podest zu stoßen. Ihre Forschungen vor Ort erschütterten, nein widerlegten die »Clovis-Theorie«, wonach die Besiedlung Amerikas erst vor rund 12.000 Jahren über die Beringstraße erfolgt sein soll. Die energische Dame legte Beweise vor, etwa die Kohlereste einer Feuerstelle an der Felswand »Boqueirão da Pedra Furada« im Nationalpark »Serra da Capivara«. Fast 50 Jahre sollte es dauern, bis die »Clovis-Theorie« wohl als widerlegt angesehen werden muss. Am 19.2.2017 strahlte das ZDF eine faszinierende Dokumentation zum Thema aus (1).

Fast 50 Jahre kämpfte eine studierte Wissenschaftlerin gegen die sprichwörtlichen »Windmühlen«. Vor fast 50 Jahren – anno 1968 – wagte es Erich von Däniken, sehr viel intensiver an Fundamenten wissenschaftlicher Weltbilder zu rütteln. Im Februar 1968 erschien Dänikens Erstling »Erinnerungen an die Zukunft«. In der Einleitung zu seinem Erstling schrieb der Schweizer Bestsellerautor anno 1968 (2): »Dieses Buch zu schreiben, ist eine Mutfrage – es zu lesen nicht minder. Gelehrte werden es, weil seine Thesen und Beweise nicht in das mühsam gekittete Mosaik bereits zementierter Schulweisheit passen, als Utopie auf den Index jener Bücher setzen, über die man besser nicht spricht.«

Erst wurde Däniken von der Welt der Wissenschaft ignoriert. Als »Erinnerungen an die Zukunft« und der Folgeband »Zurück zu den Sternen« weltweit von Millionen Leserinnen und Lesern förmlich verschlungen wurden, hätte man wohl in den Elfenbeintürmen der hehren Wissenschaft weiter geschwiegen. Es waren Däniken-Leserinnen und Leser, die die Gelehrten mit Dänikens Thesen konfrontierten. Seither wird Däniken diskutiert, auch in Kreisen der Wissenschaft.

»Erinnerungen an die Zukunft« klingt optimistisch aus (3): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia
vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Und an anderer Stelle schreibt Däniken (4): »Es gibt einen Zwang für die Menschheit, mit allen ihr gegebenen Möglichkeiten die Zukunft vorauszudenken und zu erforschen. Ohne dieses Studium der Zukunft hätten wir wahrscheinlich keine Chance unsere Vergangenheit zu enträtseln.« Ich glaube, man kann noch einen Schritt weiter gehen: Nur wenn wir die fantastische Vergangenheit der Menschheit erkunden, haben wir eine echte Chance, als Menschheit auch noch eine ferne Zukunft zu erleben. Denn das Leben auf Planet Erde ist begrenzt, weil das »Leben« unseres Mutterplaneten begrenzt ist. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Tiefen des Universums.

Erich von Däniken war es, der 1968 das Tor zur Zukunft weit aufgestoßen hat. Das ist das nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst des unermüdlichen Schweizers, der auch mit 82 noch forscht und reist, reist und forscht.

Wie ist er, der Jubilar? Carmen Rohrbach (5): »Beim persönlichen Kontakt erwies er sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Wohlwollend führte er uns in sein Heiligtum, das Archiv – einen Raum mit Schränken bis zur Decke, in denen, exakt geordnet und registriert, ein Schatz von Schriftstücken, Berichten, Notizen und Fotos lagert, der ungeklärte Rätsel und Seltsamkeiten auf unserer Erde beinhaltet. Großzügig gewährte er uns Einblick in Dokumente und Bildmaterial. Er erzählte begeistert von seinen Reisen in alle Teile der Welt, berichtete von neuen Entdeckungen und unschlagbaren Beweisen für seine Theorien.«

Foto 5: EvD beim Kartenstudium
Und weiter: »Statt aufgeblasen und eitel, wie ihn manche seiner Gegner beschreiben, fand ich einen offenherzigen und humorvollen Menschen, der passioniert und enthusiastisch für seine Ideen ficht. Ich war beeindruckt von seiner Leidenschaft, mit der er voneinander unabhängige Erscheinungen, Ereignisse und Kuriositäten sammelt, miteinander verbindet und alles in einer einzigen, für ihn gültigen Vorstellung enden läßt: die Existenz Außerirdischer und ihrer Landung auf unserem Planeten.«

Foto 6: Mit EvD auf Malta
Gewöhnlich gratuliert man Jubilaren zum Geburtstag. Das will ich auch von Herzen tun und Erich von Däniken für Jahrzehnte der Freundschaft danken. Auch wenn es in den Ohren mancher Zeitgenossen pathetisch klingen mag: Gratulieren muss man vor allem der Menschheit zu Erich von Däniken! Falls sie es kann, dann kann sie stolz auf diesen Vertreter der Gattung Mensch sein! Möge er noch lange leben und bei guter Gesundheit weiter forschen und schreiben!

Fußnoten
1) »Sensationsfund in Brasilien/ Die ersten Amerikaner«, ZDF, »TerraX«, 19.02.2017
2) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 11
3) ebenda Seite 221
4) ebenda, Seite 220
5) Rohrbach, Carmen: »Botschaften im Sand«, München 1992, Seite 32
(Rechtschreibung wurde nicht an die Rechtschreibreform angepasst.)

Zu den Fotos
Foto 1: Dänikens Erstling. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Dänikens zweiter Welterfolg. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs im Mittelmeer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: EvD und Tochter Cornelia. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: EvD beim Kartenstudium. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Mit EvD auf Malta. Foto Ilse Pollo
Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt. Foto Ilse Pollo


Foto 7: Mit EvD in einer unterirdischen Stadt
379 »Kelten, Maria und die Heidenkirche«,
Teil  379 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,

erscheint am 23. April 2017 




Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 9. April 2017

377 »Der Teufel im Stall von Bethlehem?«


Teil  377 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Mohammed und  Gabriel

Kürzlich war ich im Weserbergland im Bus unterwegs. Ich ließ die Landschaft an mir vorüberziehen, da und dort lag noch Schnee (1). Kinder rutschten auf Schlitten von abschüssigen Gärten. Mürrische Männer hackten Eis von Gehwegen, Frauen streuten Salz. Ein junger Mann setzte sich neben mich und begann Allah zu preisen. Dass ich seinen Redeschwall unbeeindruckt über mich ergehen ließ, schien ihn zu ärgern. »Du kennst doch den Erzengel Gabriel!«, fuhr er mich etwas unwirsch an.

»Nicht persönlich…«, wandte ich ein. »Scherze nur über solche Dinge! Das Lachen wird dir schon noch vergehen!«, gab der orientalisch anmutende Missionar grob zu bedenken. Er zupfte versonnen und selbstgefällig an seinem krausen Bart. »Wenn du dich nicht zu Allah bekennst, wirst du in der Hölle schmoren! Teufel werden dich in siedendes Öl werfen und mit Mistgabeln quälen!«

Foto 2: Die zur Rechten Jesu

Ich reagierte wohl anders als erwartet: »Ich bin müde, wollte eigentlich etwas schlafen…« Damit hatte ich ihm ein Stichwort frei Haus geliefert. »Du bildest dir wohl ein, einst zur Rechten von deinem Jesus zu sitzen? Du wirst schreien vor Schmerz, wenn du in der Hölle landest!« Schließlich begann der junge Mann mit missionarischem Eifer über Allah, Tag und Nacht und die Gnade des Schlafens zu schwadronieren. Er steckte er mir ein Zettelchen zu. Darauf stand zu lesen:

»Wer von euch einen schönen Traum hatte, soll wissen, er ist von Allah. Er soll dafür danken und ihn sofort anderen weitererzählen. Wenn ihr einen bösen Traum habt, ist er vom Teufel und man muss vor ihm fliehen und bei Gott Zuflucht suchen. Man soll ihn auch nicht weitererzählen, dann wird der Traum keinen Schaden zufügen können.« Eine Quelle war auch angegeben (2).

Fotos 3-6: Teufel und Engel.
»Überall ist er, der Teufel und seine Gesandten!«, gab mir der in meinen Augen reichlich aufdringliche Mann noch auf den Weg als ich ausstieg. »Auf Reklametafeln, im Freibad…« Ich stand noch einen Moment an meiner Bushaltestelle, der Bus entfernte sich. Mir kam das Tympanon im Westturm des Freiburger Münsters in den Sinn. Entstanden ist es wohl im späten 13. oder im frühen 14. Jahrhundert, also um das Jahr 1200. Es spiegelt den damaligen Volksglauben wieder, wonach es in der Welt nur so von bösen und guten Mächten wimmelt, die sich alle um den Menschen bemühen. Beide »Parteien« trachten nach der Seele von uns Menschen. Die einen wollen sie in die Hölle zerren, die anderen gen Himmel führen. Vertreter des Guten sind natürlich die Engel, die des Bösen die Teufel. Beide – Engel wie Teufel – tauchen im Figurengetümmel des Tympanons immer wieder auf. Erzengel Gabriel tritt an der Seelenwaage in der Erscheinung. Mit einfachen Mitteln ermittelt er, wer als Sünder bestraft, wer als guter Mensch belohnt wird. Er muss nicht in ein Buch des Lebens blicken, in welchem gute und böse Taten jedes einzelnen Menschen penibel dokumentiert sind.

Der Erzengel kann – so sieht es der unbekannte Künstler –  per Waage feststellen, welche Seele in den Himmel darf und welche ab ins Höllenfeuer muss. Der böse Teufel vom Tympanon wird – so zeigt es das sakrale Kunstwerk – bei einem plumpen Versuch zu tricksen ertappt. Er zerrt mit Gewalt an der Waagschale, in der eine Menschenseele hockt. Der Teufel möchte sich die Seele – salopp gesagt – unter den Nagel reißen.

Foto 7: Erzengel Gabriel an der Seelenwaage mit Teufeln. Foto Walter-Jörg Langbein

Immer wieder habe ich die zahlreichen Figürchen und Figuren im Eingangsbereich des Freiburger Münsters betrachtet. Je länger ich versucht habe, die Aussagen der Darstellungen zu verstehen, desto klarer wurde mir: Eigentlich müsste man nicht Tage, sondern Wochen einplanen für einen Besuch des Freiburger Münsters, um sich auch nur einen Überblick zu verschaffen. Unklar ist, was die einzelnen Statuen und Statuetten aussagen sollen, vor allem auch, warum sie so angeordnet sind, wie wir sie vorfinden. Telefonisch befragt erklärte mir ein Mitarbeiter der katholischen Kirche von Münster:

»Vieles kennen, erkennen wir natürlich! Aber nicht alles! Wir wissen nicht bei allen Figuren, wer da dargestellt werden soll. Wir wissen schon gar nicht, ob die Anordnung der Figuren etwas aussagen soll. Wir wissen nicht, wie die Figuren ursprünglich angeordnet waren und ob sie aus welchen Gründen auch immer umgestellt wurden, auch nicht warum sie womöglich ursprünglich in ganz anderer Konstellation aufgestellt wurden!«

Foto 8: Der geheimnisvolle Lichtbringer.

Ich frage mich: Wussten die Menschen um das Jahr 1200 so viel mehr als wir heute über biblische Geschichten und Heiligenlegenden? Verstanden die, die nicht lesen konnten, ohne geschriebene Worte, was ihnen da vor Augen geführt wurde? Standen womöglich Mönche bereit, um zu erklären, was da zu sehen war? Ein Bild, heißt es, sagt mehr als tausend Worte. Aber es besteht die Gefahr, dass man Bilder völlig falsch interpretiert, wenn es keine erklärenden Worte dazu gibt. Wer – zum Beispiel – ist die mysteriöse Gestalt am Kopfende von Marias Bett im Stall von Bethlehem? Sie hält einen Kerzenständer mit mächtiger Kerze, während »Gottesmutter« Maria das erwachsen wirkende »Jesusbaby« herzt.

Foto 9: Figuren links vom Eingang.

Kunsthistoriker Guido Linke kommentiert in seinem detailreichen Werk »Freiburger Münster« (3): »Maria liegt im großzügig drapierten Kindbett. … Am Fußende sitzt der mit dem Judenhut angetane Joseph … Von den anbetenden Engeln hebt sich eine Gestalt am Kopfende des Bettes ab, die einen Kerzenleuchter trägt und durch eine Krone ausgezeichnet ist. Sie ist vielleicht als Personifizierung der das Licht der Welt anbetenden Kirche zu verstehen.«

Ist die Gestalt mit dem Kerzenständer ein Engel? Mir scheint ja! Das Haupt der Gestalt schmückt eine Krone. Ein Engel mit Krone? Wer soll das sein? Mir kommt die »Offenbarung des Johannes«, auch »Apokalypse des Johannes« genannt, in den Sinn. Da heißt es (4): »Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen.«

Die »Elberfelder Bibel« (5) vermeldet einen scheinbar abweichenden Sachverhalt: »Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: Und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte.« Krone oder Diadem? Eine Fußnote klärt auf: »Das Diadem, ein Stirnreif, war im Altertum das Zeichen der Königswürde.« »Hoffnung für alle« (6) erkennt »Kronen« auf den Häuptern des Drachen, ebenso die »Schlachter-Bibel« (7). Die »Neue Evangelische Übersetzung« (8) greift wiederum zum Terminus »Diadem« und erklärt in einer Fußnote: »Ein Diadem ist keine Krone sondern ein schmales Band aus Seide, Leinen oder Edelmetall, das oft mit Perlen oder Edelsteinen besetzt ist. Es symbolisiert königliche Würde und Macht.«

Foto 10: Figuren rechts vom Eingang.
Mir kommt beim Anblick des gekrönten Engels mit der Lichterkerze der Lichtbringer in den Sinn! Ich darf in Erinnerung rufen: Jesus will Satan wie einen Blitz vom Himmel stürzend gesehen haben (9): »Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz.«  Vom »Neuen« zum »Alten Testament« Bei Jesaja heißt es über den Sturz des Königs von Babylon (10): »Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern!« Jesaja bezeichnete den Herrscher von Babylon als gefallenen »Morgenstern«. Und den kannte man in der römischen Mythologie als Luzifer. Der König von Babylon trug als Zeichen seiner Würde ein Diadem oder eine Krone. Wenn wir im Stall von Bethlehem einen »Engel« sehen, der Licht bringt, kann das als Anspielung auf Luzifer gesehen werden, auf den teuflischen Lichtbringer? Wie der verteufelte König von Babylon alias Luzifer hat auch der Lichtbringer im Stall von Bethlehem eine Krone auf dem Haupt. Was aber hat Luzifer im Stall von Bethlehem zu suchen?

Jahrzehnte bereiste ich die Welt, besuchte mysteriöse Orte. Ich berichtete über erstaunliche Phänomene von Ägypten bis Vanuatu. In den vergangenen Jahren widmete ich Stätten viel Aufmerksamkeit, die ich Jahrzehnte lang leider vernachlässigt habe: Es geht mir um sakrale Bauten – von der kleinen Kapelle bis zur mächtigen Kathedrale. Ausführlich schildere ich, was es – zum Beispiel – im Münster zu Freiburg zu sehen gibt. Warum? Ich will keineswegs meine Meinung als die wahre propagieren. Ich möchte lediglich darauf aufmerksam machen, was mich immer wieder zum staunenden Nachdenken bringt.

Nach Vanuatu in der Südsee werden mir nur die wenigsten Leserinnen oder Leser folgen können. Doch jede Leserin, jeder Leser hat – wo auch immer in unserer Heimat – Kapellen oder Kathedralen vor der sprichwörtlichen Haustüre, die zu besuchen mehr als lohnenswert sind.


Fußnoten
1) Diesen Beitrag habe ich am 20. Januar 2017 geschrieben.
2) Sahih Al-Buchari, Band 9, Buch 87, Nr. 114
3) Linke, Guido: »Freiburger Münster/ Gotische Skulpturen der Turmvorhalle«,
     Freiburg, 1. Auflage 2011, Seite 28, linke Spalte und rechte Spalte oben
4) »Offenbarung des Johannes«, Kapitel 12 Vers 3. Lutherbibel 2017
5) »Revidierte Elberfelder Bibel«, (Rev. 26) © 1985/1991/2008 SCM R.Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten
6) Ausgabe 2002
7) Genfer Bibelgesellschaft, Ausgabe 2000
8) © 2016 Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 16 01)
9) »Das Evangelium nach Lukas« Kapitel 10, Vers 18
10) »Prophet Jesaja« Kapitel 14, Vers 12


Fotos 11 und 12: Die 12 Apostel.

Zu den Fotos
Foto 1: Mohammed und  Gabriel (etwa 1307). Foto wikimedia public domain/  Mladifilozof
Foto 2: Die zur Rechten Jesu ... Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 3-6: Teufel und Engel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Erzengel Gabriel an der Seelenwaage mit Teufeln. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Der geheimnisvolle Lichtbringer. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Figuren links vom Eingang. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Figuren rechts vom Eingang. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 11 und 12: Collage aus zwei Fotos. Die 12 Apostel. Fotos Walter-Jörg Langbein

378 »Erich von Däniken zum 82.«
Teil  378 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 16.04.2017



Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)