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Freitag, 26. Februar 2010

Autor/in oder Schriftsteller/in?

Bestimmt hat fast jeder Schreiberling, sich schon einmal die Frage gestellt: Bin ich Autor oder Schriftsteller? Eine eindeutige Antwort darauf konnte ich nicht finden. Jeder Autor darf sich auch Schriftsteller nennen. Es gibt keinerlei Hinweise, die dagegen sprechen. Warum dann zwei Bezeichnungen, wenn es keinen Unterschied gibt? Eine gute Frage. Aber das liegt sicher im Ermessen der schreibenden Person. Jeder der ein „literarisches Werk“ geschrieben und veröffentlicht hat, egal welcher Art, kann sich Autor nennen. Bezeichnet er sich als Schriftsteller, ist das ihm selbst überlassen. Es sind keine festen Regeln bekannt. Dabei spiel es keine Rolle, ob Honorar bezogen wird oder nicht.

Im 17. Jahrhundert entstand, durch das Verfassen von Schriften, die Bezeichnung Schriftsteller. Die dann auch als Berufsbezeichnung galt. Kann man nun davon ausgehen, dass Autoren, die eine feste Einnahmequelle für ihre Arbeiten haben, die echten Schriftsteller sind? Oder etwa doch nicht? Die Autoren, die sich generell als Schriftsteller titulieren, sehen darin allerdings einen kleinen Unterschied. Sie grenzen sich gerne mit dem Argument ab, dass Autoren, die ein Honorar für ihre Arbeiten erhalten, sich zu Recht als Schriftsteller bezeichnen dürfen. Sie bemessen sich an einer gewissen „Schaffenshöhe“. Ob das nicht ein wenig überheblich klingt? Man sollte die Bescheidenheit eines Autors nicht unterschätzen. Es gibt viele Autoren, deren Bücher weit über den geistigen Horizont eines Möchtegern Schriftstellers hinausragen. Ein Unterschied sollte lediglich in der Qualität ersichtlich sein. Den jeder Schreiber ist so gut wie sein Werk, egal ob er nun die Bezeichnung Autor oder Schriftsteller trägt.

Auch einige meiner literarischen Arbeiten wurden bei Verlagen angenommen und honoriert. Daraufhin bestätigte eine mir bekannte Schriftstellerin, die seit 25 Jahren bei einem renommierten Verlag schreibt und honoriert wird, dass ich mich nun selbst auch als Schriftstellerin bezeichnen dürfte. Bisher konnte ich mich noch nicht dazu entschließen. Ich warte auf das nächste Honorar und werde mir dann überlegen, ob ich nun Autorin oder Schriftstellerin bin. Allerdings ist mir die Bezeichnung "Autorenhonorar" wohl bekannt. Von einem "Schriftstellerhonorar" habe ich noch nichts gehört.
Bei ein Buch lesen werden Sie, egal ob von Autoren/innen oder Schriftsteller/innen, geeignete spannende und qualitative Leselektüre finden.

Meine Bücher: Tränen der Verzweiflung - Mord und andere Tragödien
                       Die Gläserne Wand - Phantastische Geschichten

Freitag, 4. Dezember 2009

Ein Buch lesen - ein Buch schreiben


Eigentlich wollte ich über das Thema: „Ein Buch lesen“ schreiben. Da ich jedoch aus beruflichen Gründen wesentlich mehr im Internet lese als in Büchern - was ich schmerzlich bedaure - aber zur Zeit nicht ändern kann, muss ich mein Thema aus aktuellem Anlass umbenennen in „Ein Buch schreiben“.

Immer mehr Menschen, die gern selbst schreiben, stellen ihre Texte ins Internet. Sie basteln sich Blogs und Internetseiten und schreiben, was das Zeug hält. Beginnt man da zu stöbern, dann trifft man auf die verrücktesten Leute mit den tollsten Ideen. Es ist nicht jeder zum Schriftsteller geboren und nicht immer ist das, was man zu lesen bekommt ein Augenschmaus. Aber immer wieder trifft man auf Autoren und Autorinnen, von denen man gern mehr lesen würde. In einem richtigen Buch eben und nicht vor dem Bildschirm auf einem ungemütlichen Bürostuhl.

Letzte Woche stieß ich auf eine Internetseite, die letztlich den Anstoß gab, hier einmal ein freundliches Wort an alle angehenden Autoren zu richten. Die Seite, von der ich spreche, hatte schier unendliche viele Unterseiten und es hat sicherlich Jahre g
edauert, um all die Texte und Fotos, die dort zu finden waren, zusammenzustellen und für das Internet aufzubereiten. Nachdem ich mir einige Seiten durchgelesen hatte, die sich mit Akribie einem bestimmten Thema widmeten, fand ich ganz unten auf einer Seite einen Aufruf:
„Ich suche Sponsoren, weil ich diese Arbeit gern in Buchform veröffentlichen möchte. Dazu benötige ich viele Tausend Euro, weil ich den Druck vorfinanzieren muss. Ich würde mich deshalb über eine kleine Spende, die mir hilft, mein Buch zu veröffentlichen, sehr freuen!“

Liebe Leser, dieser Satz trieb mir fast die Tränen in die Augen und er ließ mich nicht mehr los. Dass es so etwas immer wieder gibt! Da setzt sich jemand hin und erarbeitet in unzähligen Stunden, mit viel Herzblut und Leidenschaft, zu einem Thema ein unglaublich umfangreiches Werk. Und dann gerät er
auf seiner Suche nach einem passenden Verlag, an üble Geschäftemacher, die sich Verlage schimpfen aber nichts weiter sind, als gewissenlose Druckkostenzuschussverlage (DKZV). Das Wort Verlag mag ich dabei schon gar nicht in den Mund nehmen. Denn ein Verlag bezahlt normalerweise seine Autoren und trägt das Risiko der Veröffentlichung. Hier aber wollte der „Verlag“ Geld für die Veröffentlichung. Und zwar viel Geld! Möglichst soviel Geld, dass der komplette Druck, nebst Werbung für das Buch im Voraus vom Autor bezahlt würde und selbstverständlich nach Abzug aller Kosten, noch ein satter Gewinn für den Anbieter übrig bleiben sollte.

Und tatsächlich finden sich im Internet Hunderte solcher angeblichen Verlage, die mit der Sehnsucht oder der Eitelkeit der Autoren viel Geld verdienen. Tatsache ist, dass die Mehrheit der Autoren, die sich auf solch ein Geschäft eingelassen haben, dieses früher oder später bitter bereuten. Nicht selten zahlten sie zwischen 8.000 bis 15.000 Euro und hofften auf ihren großen Erfolg als Schriftsteller/-in. Der allerdings blieb in über 99 % aller Fälle aus. Tatsächlich gedruckt wurden letztlich nur wenige Exemplare für den Autor, die er selbstverständlich auch noch bezahlen musste. Die erhofften Buchverkäufe in vierstelliger Auflagenhöhe blieben natürlich auch aus. Denn Werbung für das Buch, in intensivster Form, so, dass es überhaupt aus der Masse, der fast 100.000 jährlichen Neuerscheinungen heraus auffallen könnte, wurde von einem solchen Verlag niemals getätigt. In den meisten Fällen beschränkt sich die angebliche Werbung auf die Präsentation des Covers auf der firmeneigenen Internetseite. Bis der unbedarfte Autor merkt, dass er falschen Versprechungen auf den Leim gegangen ist, vergehen nicht selten zwei bis drei Jahre. Dann allerdings möchte er natürlich so schnell wie möglich aus diesem Vertrag aussteigen. Das kann er sicherlich auch, allerdings hat der Verlag in solchen Fällen angeblich noch einige Hundert oder Tausend Bücher auf Lager, die der erfolgreiche Autor doch dann bitte zu einem günstigen Preis aufkaufen soll.

Diese kleine Horrorgeschichte ist ausnahmsweise einmal nicht erfunden, sondern die bittere Wahrheit. Ich habe mit dem anfangs erwähnten Autor Kontakt aufgenommen und ihm die Machenschaften derartiger Halsabschneider offengelegt.

Fakt ist nun mal, dass seriöse Verlage Monat für Monat mit Manuskripten überschwemmt werden, von denen nur die allerwenigsten die Chance haben, vom Verlag ins Programm genommen zu werden. Und selbst diese wenigen Autoren, die das Glück oder Können hatten, vom Verlag angenommen worden zu sein, sind am Ende nicht die großen Newcomer. Aber sie sind dann wenigstens für die Arbeit, die sie geleistet haben - und Schreiben IST Arbeit - vom Verlag fair bezahlt worden und bekommen ihren Anteil vom Buchverkauf - wenn es sich denn verkauft. Wenn nicht, dann bleibt der Verlag auf den Kosten sitzen. Das ist der Grund, weshalb Verlage sehr wählerisch sind bei der Manuskriptauswahl. Und das ist weiter der Grund, weshalb Verlage gern Bücher veröffentlichen, die dem Mainstream entsprechen und von denen sie annehmen, dass sie dem grade vorherrschenden Leselieblingsthema entsprechen. Denn da sie das komplette Risiko tragen, muss man ihnen auch zugestehen, dass sie lediglich Bücher veröffentlichen, von denen sie erwarten, dass sie einen Gewinn abwerfen.

Es gibt aber dennoch die Möglichkeit für Autoren, sich den Traum vom eigenen Buch endlich zu erfüllen. Books on Demand ist ein günstiger und risikoloser Weg, seine gut gehüteten Manuskripte zu einem Buch verarbeiten zu lassen. Dabei sei gleich dazu gesagt: Auch auf diesem Weg zahlt ein Autor für die Veröffentlichung seines Buches. Der Unterschied zu den DKZV besteht aber in einem schlagenden Argument: Statt dass er Tausende von Euro berappen muss, kostet ihn der ganze Spaß zwischen 160,- und 650,- €. Diese Kosten fallen an für die Gestaltung des Buchblocks und des Covers, für den Druck und die Datenhaltungskosten. Wer auf seinem PC fit ist, Rechtschreibung und Grammatik sowie sein Textverarbeitungsprogramm beherrscht, außerdem mit seiner Gestaltungssoftware in der Lage ist, ein ansprechendes Buchcover zu gestalten, der kommt tatsächlich mit knappen 160,- € zum eigenen Buch, zur eigenen ISBN und was das Wichtigste ist: in den Buchhandel und damit zu seinen Lesern. Die meisten Anbieter von Books on Demand haben klar definierte Angebote. So ist in dem Preis auch keine weitere Werbung für ein Buch enthalten. Hier weiß aber der Autor von vornherein, dass er sich selbst um die Vermarktung kümmern muss, dass er die Presse anschreiben muss, dass er sich um Lesungen kümmern muss, dass er Flyer oder Postkarten drucken lassen und verteilen muss. Selbst wenn er all diese Werbemaßnahmen in einer seriösen Werbefirma in Auftrag gibt, kann er sicher sein, dass er nicht annähernd so hohe Kosten hat, wie bei einem Vertrag mit einem Druckkostenzuschussverlag. Selbst dann nicht, wenn er sich ein Lektorat oder Korrektorat leistet.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kleinen Artikel einige Autoren und Autorinnen davor bewahren kann, sich mit unseriösen DKZV einzulassen. Lassen Sie sich nicht blenden, von begeisterten Anschreiben, die Ihr Werk in höchstem Maße loben! Gerade dann ist äußerstes Misstrauen angesagt. Ich glaube nicht, dass jemals ein Manuskript von einem seriösen Verlag übernommen und unverändert gedruckt wurde. Selbst Bestsellerautoren müssen ihre Arbeiten oftmals umschreiben und ändern, bis sie haargenau in das Verlagsprogramm passen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Autoren in erster Linie Freude am Schreiben und in zweiter Linie, eine gesunde Portion Misstrauen und Wachsamkeit. Vor allem, wenn sie sich nach diesen guten Nachrichten, dass das Veröffentlichen von eigenen Werken, durchaus bezahlbar ist, an ihre Schreibtischschublade setzen und nachdenklich den Traum vom eigenen Buch noch einmal hervorholen.

Viel Erfolg
wünscht Ihnen
gcroth

Aktionsbündnis für faire Verlage

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