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Sonntag, 16. September 2012

139 »Die Pyramide des Zauberers«

Teil 139 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der Uxmal-Komplex - Foto: HJPD
Der Name »Bundesstraße 261« erweckt einen falschen Eindruck. Bei meiner Planung hatte ich für die knapp achtzig Kilometer von Merida bis Uxmal eine knappe Stunde einkalkuliert. Eher mühsam holpert der kleine Minibus weiter. Der Fahrer reagiert mit einem Lachen auf meine Ungeduld.

»Sie hätten zu Zeiten der Mayas reisen sollen! Damals war das Straßennetz besser als heute!« Und in der Tat: Zu Zeiten der Mayas gab es Straßen zwischen allen Tempelstädten, Hunderte von Kilometern lang. Alle Straßen besaßen ein solides Fundament aus Fels, bedeckt von einer wetterfesten Schicht. Bis zu zehn Meter breit war so eine gepflasterte Mayastraße ... und dabei bestreitet die Wissenschaft, dass den Mayas das Rad bekannt war.

»Sie hätten zu Zeiten der Mayas hier reisen müssen ... « wiederholt der Busfahrer. Mit modernen Verkehrsmitteln auf modernen Straßen benötigen wir für die achtzig Kilometer von Merida nach Uxmal fast zwei Stunden. »Freuen Sie sich, dass es so schnell geht!« fordert mich der Busfahrer auf. »Vor ein paar Jahren habe ich für diese Strecke vier und mehr Stunden gebraucht!« Als sich meine Miene nicht aufhellt, fügt er hinzu: »Und wir hatten damals keine Klimaanlage!«

Die Anlage von Uxmal, Gemälde von
Frederick Catherwood 1843
(wiki commons)
Aber: Uxmal – von Frederick Catherwood romantisierend verklärt – war an ein erstaunliches Straßennetz angeschlossen ... Straßen, wie es sie zur gleichen Zeit in Europa nicht gegeben hat.

Während ich in meinen Unterlagen blättere, schleudert mir der Busfahrer schließlich ein »Beckenbauer! Beckenbauer!« entgegen, gefolgt von einem enthusiastischen »Bayern München!« Der Mann wurde mir sofort sympathisch. Die Mayas, erzählt er mir, hatten auch ein Ballspiel. Es war am ehesten mit unserem heutigen Basketball zu vergleichen, musste doch einen massiver und sehr schwerer Ball durch einen steinernen Ring am Spielfeldrand bugsiert werden. Der Ball – angeblich so schwer wie ein heutiger Medizinball – durfte auf keinen Fall den Boden berühren. Die Spieler durften ihn weder treten, noch werfen. Sie durften auf keinen Fall mit Fuß oder Hand an den Ball kommen, mussten ihn mit Ellenbogen, Hüfte oder Schulter in der Luft halten, bis zum steinernen Ring schaffen. Und dann mussten sie versuchen, den Ball durch den steinernen Ring zu schlagen.

Im »Dallas Museum of Art« zeigt eine Vase – etwa 1400 Jahre alt – einen Ballspieler in Schutzkluft, die an die Montur eines Rugby- oder Eishockey-Spielers erinnert. Der wesentliche Unterschied zu heutigen Sportarten: das Maya-Ballspiel war wesentlich härter.

Ein Ballspieler auf einer
kostbaren Vase
Foto: Madman
Die genauen Regeln kennen wir heute nicht mehr. Bekannt ist allerdings, dass es beim »Spiel« um Leben oder Tod ging. Eine Mannschaft wurde am Ende eines Spieles den Göttern geopfert. Musste die ganze Mannschaft sterben ... oder nur ihr Kapitän? Wurden die Verlierer gefesselt, aneinandergebunden und die steilen Treppen der höchsten Pyramiden hinab gestürzt ... oder wurde diese Ehre der Siegermannschaft zuteil?

Der Name des Spiels - »poktapok« - kling wie eine Lautmalerei, die das Ballspiel akustisch beschreibt. Hernándo Cortés schaffte 1492 zwölf Ballspieler nach Europa, wo sie am Hof Karl des V. Ihre Kunst demonstrierten ... angeblich unter vollem Einsatz. War die höfische Gesellschaft zunächst gelangweilt, als das Ballspiel der »Wilden« angekündigt wurde ... Dann waren die Adeligen gebannt ... und entsetzt. Knochen barsten, Nasen wurden eingeschlagen ... das Spiel ging weiter. Blut spritze, ein »Spieler« kam ums Leben und musste vom Platz getragen werden. Knie und Hüften wiesen bald schlimme Verletzungen auf ...

Der Ring aus Stein von
Uxmal ... »Tor« beim
Ballspiel
Foto: W-J.Langbein
Wie viele Ballspielplätze es in Zentralamerika gegeben haben mag? Wir wissen es nicht mehr. Vor Ort hörte ich aus Expertenmund Schätzungen zwischen 1500 und 3000. Wer das Ballspiel erfunden hat? Auch darüber weiß man nichts Genaues. Die Mayas zelebrierten das blutige Spektakel, erfunden haben sie es sicher nicht. Archäologen förderten anno 1989 in El Manatí (im mexikanischen Bundesstaat Veracruz) zwölf Gummibälle zutage, die datiert werden konnten. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode wurde festgestellt, dass sie zwischen 1600 und 1200 v.Chr. angefertigt und benutzt worden sind.

Wann mag zum ersten Mal das Ballspiel zelebriert worden sein? Vor 3600 Jahren? Vor 4000 Jahren? Wir wissen es nicht. Die Olmeken, zu Deutsch »Gummileute« mögen die ersten Ballexperten gewesen sein. Die vieltausendfach ausgefochtenen blutigen Spiele dienten sicher nicht dem profanen Zeitvertreib. Man muss davon ausgehen, dass der ursprüngliche Hintergrund des brutalen Sports ein religiöser war. Sprachanalysen ergeben: Ballspielen hatte eine mystisch-religiöse Bedeutung ... Aber welche?

Ein katholischer Archäologe vertraute mir abends im Hotel bei einem Whisky an, dass seiner Überzeugung nach das Spiel mit der Gummikugel ursprünglich von mythologisch-religiöser Bedeutung war.

Die Pyramide des Zauberers, Uxmal
Foto: W-J.Langbein
»Es war ein kosmologisches Spiel. Es ging um den ewigen Ablauf von Werden, Vergehen und Werden!« So wie die Sonne am Tag scheinbar den Himmel überquert und nachts durch die Unterwelt wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehrt, um wieder über den Himmel zu reisen ... so muss auch die heilige Kugel immer in Bewegung bleiben. So wie der Ball niemals die Erde berühren darf, so darf auch nicht die Sonne auf die Erde stürzen.«

Vor Jahrtausenden war das Ballspiel ein rein sakrales Ereignis ... ein religiöser Akt, Menschenopfer inklusive. Beim religiösen Zeremoniell, zum Erhalt des ewigen Kreislaufs der Zeit und des Lebens, blieb es nicht. So wie im Lauf der Jahrhunderte, ja Jahrtausende immer neue Varianten des Spiels entstanden, so änderte sich auch seine Bedeutung. Es gab irgendwann keine einheitliche Spielplatzgröße mehr. Es gab nicht mehr »die« richtigen Regeln ... und es wurde aus den unterschiedlichsten Gründen »gespielt«.

Mysteriöse Bauten von Uxmal
Foto W-J.Langbein
Prof. Hans Schindler-Bellamy erklärte mir im Interview: »So blutrünstig uns das Ballspiel erscheint, so diente es manchmal friedvollen Zwecken. Zwei Stämme befanden sich im Kriegszustand. Man hätte bis zum bitteren Ende gegeneinander kämpfen können. Stattdessen vertraten zwei Mannschaften im Ballspiel ihren jeweiligen Stamm. Die Mannschaften rangen erbittert um den Sieg. Der Ausgang des Spiels entschied über Sieger und Verlierer im Krieg. So wurden Kriegshandlungen verkürzt, wurden Menschenleben gerettet!«

Nach und nach wurde das Spiel profaner. Es ging dann um ganz weltliche Wettspiele, bei denen Wohlhabende hohe Summen auf »ihre« Mannschaften setzten. Es ging um Sensationsgier: Kriegsgefangene durften ums Überleben kämpfen. So motiviert ging es dann wohl noch viel härter zur Sache ... zur Belustigung der Zuschauer. In Rom gab es »Brot und Spiele« zur Befriedigung der Massen ... in Zentralamerika gab es das degenerierte Ballspiel ...

Kopf in der Schlange
Foto: W-J.Langbein
Das Ballspiel der Mayas war immer hart und hatte mit spielerischem Sportsgeist nie etwas zu tun ... so wie die »Pyramide des Zauberers« wohl nie etwas mit Magie zu tun hatte. Wer schon einmal die extrem steile Treppe dieser Pyramide erklommen hat ... und ohne Sturz wieder nach unten geklettert ist, der kann sich ohne Probleme folgendes Szenario vorstellen: an ein Seil gebunden wurde die »Verlierer-« oder die »Gewinnermannschaft« hinabgestürzt. Wer das zunächst überlebte, erlag den dabei zugezogenen schlimmen Verletzungen und Brüchen ...

Uxmal ... der mysteriöse Komplex hat noch so manches Geheimnis zu bieten ... einen Kopf in einem Schlangenmaul, Schildkröten aus Stein umkriechen einen uralten Tempel ... und Ruinen ... Ach, könnte man die Steine von Uxmal wie ein Buch lesen!

»Schildkröten, Schlangen und Ruinen«,
Teil 140 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23.09.2012

Sonntag, 29. Juli 2012

132 »Schienen in den Himmel«

Teil 132 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Unterwegs nach El Fuerte
Foto W-J.Langbein
Im Vergleich zu Puma-Punku (4.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegen) liegen die mysteriösen »Schienen in den Himmel« in nur »geringer« Höhe ... 1.950 Meter über Normal-Null. Meine Besuche der ungewöhnlichen archäologischen Stätte werde ich so schnell nicht vergessen ... Die erste Visite verlief besonders strapaziös: Von Santa Cruz fuhr ich mit dem Bus bis nach Bermejo. Hier übernachtete ich in »Hostal und Restaurant Oriental«. Meine Unterkunft war weniger »orientalisch« als einfach ... für die Übernachtung inklusive Frühstück bezahlte ich aber auch nur 4 US-Dollar.
Von Bermejo ging es weiter bis zur »Abzweigung Fuerte«.

Der Rest der Strecke konnte nicht mehr motorisiert zurückgelegt werden. Grund: Sintflutartige Regengüsse waren in den Tagen zuvor vom Himmel geprasselt und hatten die Straße unbefahrbar gemacht. Das ist eine Erfahrung, die der Reisende in den Anden häufig macht. Regenschauer führen zu Schlammlawinen ... Erdreich mit Steinbrocken rutscht ab ... und schon ist eine Straße unpassierbar. Geduldig wartet man auf das Eintreffen von Räumfahrzeugen ... oder macht kehrt und versucht sein Glück am nächsten Tag noch einmal. Von der »Abzweigung« aus, so versicherte mir der Busfahrer, sei es nur noch ein »Katzensprung« bis zu meinem Ziel.

Mein Ziel ... der Huckel von
El Fuerte - Foto Paco1966
Der Katzensprung bezog sich wohl auf ein gigantisches Riesentier. Zwei Stunden ging es immer steil bergauf. Dieser Fußmarsch war die Hölle und wurde durch die in Schwärmen auftretenden Moskitos nicht wirklich angenehmer.

Diese Strapazen mit erheblichen Blutspenden an die surrend-fiepsenden Moskitos wollte ich beim zweiten Besuch meinen Reisegefährten ersparen. So mietete ich für unsere kleine Reisegesellschaft einen Bus ... und wir fuhren gut gelaunt von Santa Cruz aus durch eine fruchtbare Ebene Richtung Samaipata. Die gut zweistündige Fahrt ließ uns eine idyllische Landschaft kennenlernen, geprägt von Feldern, auf denen Zuckerrohr, Mais, Orangen und Pampelmusen angebaut wurden. Zufrieden graste kraftstrotzendes Vieh links und rechts der Straße. Zufrieden genossen alle Reiseteilnehmer die Fahrt ... bis es zusehends »gebirgiger« wurde ...

Je höher die Berge der »Cordillera Oriental« wurden, desto wagemutiger nahm der Busfahrer die zum Teil recht engen Kurven der Serpentinen. Wer rechts aus dem Fenster blickte, der sah die scheinbar senkrecht ansteigende Felswand. Wer links aus dem Fenster sah, wurde nicht selten von Schaudern erfasst. Denn da ging es fast senkrecht hinab in die Tiefe ... Von einer Teerstraße konnte keine Rede sein. Es war eher eine Schotterfurt, die den Bus gelegentlich abrutschen und von links nach rechts schwenken ließ. Und da die Straße doch recht schmal war, kam es immer wieder zu erschreckenden Momenten.

Das Zentrum von El Fuerte
Foto W-J.Langbein
Je höher sich unser Bus empor quälte, desto häufiger wurden die Augenblicke des Schreckens ... Das eine oder das andere Mal ragte schon ein Rad des Busses über den Abgrund hinaus! Der Fahrer pfiff dabei unbeeindruckt muntere Weisen und ergötzte sich an uns, den ängstlichen Gringos. Immer wieder baten Mitreisende den Busfahrer, doch anzuhalten. Sie wollten, so erklärten sie, sich lieber zu Fuß bis zu den »Schienen in den Himmel« aufmachen ... als mit dem Bus in den Abgrund zu stürzen. Immer wieder stoppte der Busfahrer sein Vehikel, immer wieder stiegen weitere Reisende aus.

Die Busbesatzung wurde immer kleiner, der Busfahrer aber wich nicht von seinem Arbeitsplatz. In Erinnerung an die Moskitoschwärme, die mich bei meinem ersten Besuch begleitet hatten, blieb ich im Bus ... und erreichte dann auch das Ziel. Bis auf einen – und den Busfahrer natürlich – waren alle übrigen Reisegefährten ausgestiegen ...

Die letzten 500 Meter habe ich erstaunlich schnell zurückgelegt. Es waren besonders stechwütige Moskitos, die meinen Schritt erheblich beschleunigten. Endlich stand ich vor »El Fuerte« ... vor der »Festung«. Die spanischen Eroberer haben der mysteriösen Anlage diesen Namen verliehen. Eine Festung war El Fuerte allerdings nie. Im Internet-Lexikon ist hoffnungsvoll Stimmendes zu lesen:

Die mysteriösen Schienen von El Fuerte
Foto: Erich von Däniken
»Der Zweck der Anlage war lange Zeit unbekannt.« Wenn der Zweck »lange Zeit unbekannt war« ... wissen wir dann heute, welchem Zweck El Fuerte diente? Wir lesen weiter bei Wikipedia (1): »Auch wenn die Bedeutung der Darstellungen im Einzelnen nach wie vor nicht vollständig geklärt ist, besteht heute Einigkeit, dass es sich um eine Zeremonialstätte der Inka handelt.« So wird das nicht vorhandene Wissen der Archäologie trefflich zusammengefasst. Sobald Archäologen auf eine Kultstätte stoßen, deren Sinn sie nicht erkennen ... wird rasch ein Etikett aufgeklebt: »Zeremonialstätte«.

Sollte El Fuerte ein heiliger Platz gewesen sein, an dem »Zeremonien« gefeiert wurden ... dann müssen wir zugeben, nicht den Hauch einer Ahnung zu haben, wie diese Zeremonien ausgesehen haben mögen. Zudem ist El Fuerte einzigartig im Reich der Inkas. Vielleicht waren es die Inkas, die El Fuerte »bauten«. Vielleicht nutzen die Inkas tatsächlich die Stätte für »Zeremonien«. Vielleicht waren es aber auch nicht die Inkas, die den gewachsenen Sandstein von El Fuerte modellierten. Vielleicht hat er auch nichts mit »Zeremonien« zu tun. Kurzum: Wir haben keine Ahnung!

Da stehe ich also im Zentrum einer mysteriösen Stätte, im Urwald Boliviens, knapp 2.000 Meter über dem Meeresspiegel. Wie groß die »Stätte« einst war ... wir wissen es nicht. Verschiedentlich ist von »vierzig Hektar« die Rede. Vor Ort nannte man weit größere Zahlen. Ausgegraben wurde aber erst ein winziger Bruchteil. Und dieses kleine Teilstückchen ist leicht zu überschauen. Es ist ein Sandsteinrücken, etwa 200 Meter lang und 40 Meter breit.

Rätselhaftes El Fuerte
Foto W-J.Langbein
Gelegentlich wird dieser steinerne Huckel als eine »Pyramide« bezeichnet, was völliger Unsinn ist! Eine Pyramide ist ein künstlich geschaffenes Denkmal. Das steinerne Zentrum von El Fuerte besteht aus gewachsenem Stein ... Allerdings wurde fast jeder Quadratzentimeter bearbeitet und behauen.

Im Zentrum des pyramidenförmigen »Huckels« verlaufen zwei »Schienen«, genauer gesagt zwei Rillen. Beide sind fast vierzig Zentimeter breit und – meiner Messung nach – fast dreißig Meter lang. Ich stehe am Fuße des Huckels und schaue nach oben. Neben den Rillen – sie sehen wie Schienen in den Himmel aus – hat man auf beiden Seiten Zickzacklinien in den Sandstein gemeißelt.

Welchem Zweck dienten die beiden Rillen? Waren sie als »Kanäle« gedacht, in denen einst flüssiges Metall floss, im Rahmen eines technischen Programms? Wurde ein heute nicht mehr bekanntes Verfahren zur Reinigung von Metallen angewandt? Ein immer wieder wiederholtes technisches Verfahren könnte aus Sicht technisch vollkommen Unbedarfter wie ein seltsames sakrales Ritual verstanden worden sein, das dazu diente – beispielsweise – reines Gold zu gewinnen.

Rätselhafte Steinbearbeitungen
Fotos W-J.Langbein
Ich marschierte auf Strumpfsocken den »Schienen« folgend ... nach oben. Mir flößt »El Fuerte« Respekt ein – wie eine christliche Kirche, ein indischer Tempel oder ein Steinkreis auf der Osterinsel. Hoch oben, am höchsten Punkt des Huckels, wurden Rondelle in den Fels gemeißelt. Eines befindet sich am Ende der »Schienen« in den Himmel. Sollte hier tatsächlich etwas »in den Himmel« geflogen sein? UFOs waren es sicher nicht ... aber vielleicht sehr viel primitivere »Flugobjekte«?

Erich von Däniken schlägt eine kühn anmutende Lösung vor (2): »Bei einer solchen Betrachtungsweise hätten die Erbauer am unteren Ende der Rillen einen Drachen oder eine Art Segelflugzeug befestigt, das auf Schienen in den Rillen lief. Oben, am Rondell, wäre ein Gummiband aufgewickelt gewesen, das hinunterlief und an dem Flugapparat befestigt war. Auch vorinkaischen Völkern dürfte es nicht schwer gefallen sein, eine Ausklinkvorrichtung zu konstruieren.«

Kurz und bündig: Am unteren Ende der beiden »Schienen« wartet ein Segelflugzeug auf seinen Start. Es ist an einem starken Gummiband befestigt, das von starken Männern mittels einer Vorrichtung im Rondell so straff wie möglich angespannt wurde. Sobald das Band maximal gespannt war, wurde ein »Ausklinkmechanismus« betätigt – und der Segelflieger sauste empor und wurde schließlich in den Himmel katapultiert. In den beiden Rillen könnten – auch das ist Spekulation – die Kufen des Segelflugzeugs entlang geglitten sein ... bis zum Start des Vehikels.

Miniatur-Modell
El Fuerte - Foto:
W-J.Langbein
Zugegeben: Diese technische Version, von Erich von Däniken vorgeschlagen, passt so ganz und gar nicht zu unseren Vorstellungen von den Inkas und den Vorfahren der Inkas. Aber vielleicht sind ja unsere Vorstellungen falsch? Auch wenn wir von der »Segelflug-Erklärung« ausgehen, bleibt noch vieles rätselhaft in El Fuerte. Da wurden nischenartige Vertiefungen in den Stein gemeißelt. Da wurden kleine Becken in den Stein geschlagen, in denen sich Wasser sammelt. Da wurden offenbar im Stein Röhren gebohrt, die die Becken miteinander verbinden ... El Fuerte bei Samai Pata in Bolivien ist und bleibt geheimnisvoll. Könnten wir doch die Steinbearbeitungen von El Fuerte wie ein Buch lesen ...

Bei einem meiner Besuche erwarb ich vor Ort ein kleines Miniaturmodell von El Fuerte. Es hat in meinem Arbeitszimmer einen Ehrenplatz gefunden ... Mich überzeugt die Wischiwaschi-Erklärung von der »Zeremonialanlage« El Fuerte nicht. Sie passt überall und nirgendwo auf geheimnisvolle Stätten unseres Planeten. Sie macht bequem, weil Hinterfragen überflüssig ...

Ein kleines Gedankenspiel ... In einigen Jahrtausenden ist von unserer Zivilisation kaum etwas übrig geblieben. Archäologen finden Überbleibsel eines Fußballstadions im süddeutschen Raum. Vereinzelte Stoff-Fetzen tragen Inschriften. Rasch haben die Archäologen eine Erklärung zur Hand: Das war eine Kultstätte, für Zeremonien der Glaubensgemeinschaft »FC Bayern«. Manchmal kamen auf fernen Gestaden Besucher, die an den sakralen Handlungen teilnahmen ... zum Beispiel Anhänger der »St.Pauli-Religion« ...

Fußnoten
1 Stand 14.10.2011
2 Däniken, Erich von: »Raumfahrt im Altertum. Auf den Spuren der Allmächtigen«, München 1993, S



»Ein Motor aus Stein?«,
Teil 133 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 05.08.2012



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