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Sonntag, 13. Oktober 2013

195 »Der Hebel Gottes«

Teil 195 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Höllenfeuer auf dem Grund des Meeres
Foto: wiki commons NOAA National Science Foundation

Liegt die Gefahr, die die Erde bedroht ... auf dem Grund des Pazifik? Unterseeisch grummelt es gewaltig. Wir verdrängen gern die Gefahr. Wir wollen gar nicht wissen, dass auf dem Meeresgrund Zeitbomben ticken, die alles Leben auf der Erde auslöschen können. Nach uralten Überlieferungen waren es »Apokalypsen«, die die Gestalt von Planet Erde prägten ...

Es ist kurios, dass Heyerdahl mit seinem Versuch scheiterte, eine Statue aus dem Vulkangestein meißeln zu lassen. Das ist in der Öffentlichkeit nicht bekannt. Viele Zeitgenossen, die sich für die Osterinsel interessieren, glauben aber, dass Thor Heyerdahl experimentell bewiesen habe, wie leicht so ein Steinkoloss aus dem Fels geschlagen, transportiert und aufgerichtet werden könne.

Wir nehmen unbewusst die äußere Gestalt der Erde als unveränderlich und gleichbleibend wahr. Das liegt an der Kurzlebigkeit des Menschen. Lange galt in der wissenschaftlichen Welt die Lehre vom »Fixismus«: Es galt die These,  dass die Erdkruste fest mit dem Untergrund verbunden ist. Die Lehre vom »Mobilismus« indes geht von einer  horizontalen Bewegung der Erdkruste aus, Alfred Lothar Wegener (1880-1930) ging davon aus, dass unser Globus einst ganz anders aussah als heute. Seiner Überzeugung nach, die in der Welt der Wissenschaft zunächst fachübergreifend abgelehnt, heute aber allgemein anerkannt wird, gab es einst einen riesigen Urkontinent, der auseinanderbrach. Die einzelnen Teile schwammen wie Inseln auseinander, wie Kuchenbrocken auf einer zähflüssigen Suppe.

Anders formuliert: Der Urkontinent war ein ineinandergefügtes Puzzle. Die einzelnen Puzzleteile brachen auseinander und drifteten voneinander weg. Seltsamerweise wird in der Schulwissenschaft bis heute weitestgehend nur eine horizontale Verschiebung von Landmassen akzeptiert, eine vertikale (nach unten und oben) aber abgelehnt. Deshalb gibt es im heutigen Weltbild der Wissenschaft keinen Platz für ein Atlantis im Atlantik oder im Pazifik. Uralte Überlieferungen, etwa der Hopi-Indianer, bezeugen ein ganz anderes Erd-/Weltbild. Demnach kann an der einen Stelle eine Landmasse absinken, wodurch an anderer Stelle eine Landmasse emporgehoben wird. Demnach gab es auch Bewegungen von Landmassen nach oben und unten. 

Die Kontinente vor dem Auseinanderdriften nach Wegener
Foto: wiki commons


Nicht bekannt ist, dass geheime Dokumente Beweise für die Existenz eines »Atlantis der Südsee« enthalten. Als Thor Heyerdahl 1955 und 1956 auf der Osterinsel intensiv Ausgrabungen durchführte, kam er vorübergehend in den Besitz der mysteriösen Notizen. Er durfte sie aber nicht behalten, sondern musste sie wieder zurückgeben. Heyerdahl fertigte zum Glück Kopien an. Im Jahr 1963 durfte der französische Osterinselforscher Francis Mazière ebenfalls geheime Aufzeichnungen über die Geschichte der Osterinsel studieren. Auch er erhielt die Dokumente nur leihweise. Wo sind die Unterlagen geblieben, die von einer gewaltigen Katastrophe zu berichten wissen, die sich in der Südsee ereignet hat? Trotz intensiver Recherche gelang es mir bislang nicht, die Dokumente aufzuspüren. Wurden sie inzwischen vernichtet? Werden sie noch auf der Osterinsel versteckt, vielleicht in einer der Höhlen? Gelangten die Unterlagen in ein chilenisches Museum, wo sie irgendwo in den Archiven schlummern? Oder wurden sie von einem reichen Sammler erstanden, der sie nur für sich allein behalten möchte?
    
Die russischen Gelehrten Prof. Dr. Fjodor Petrowitsch Krendeljow und Dr. phil. Aleksandr Michailowitsch Kondratow zitierten erstmals 1980 explosives Material aus den geheimen Unterlagen, die Jahrzehnte zuvor Heyerdahl zur Verfügung gestanden hatten in  ihrem Buch »Die Geheimnisse der Osterinsel« (1). Eine Übersetzung ins Deutsche erschien 1987 in Moskau und Leipzig. Es wurde in diesen geheimen Überlieferungen der Osterinsel ganz eindeutig von einem Atlantis der Südsee gesprochen. Da heißt es zum Beispiel (2):
    
»Der Jüngling Tea Waka sagte: ›Unsere Erde war früher ein großes Land, ein sehr großes Land.‹ Kuukuu fragte ihn: ›Aber warum wurde das Land klein?’‹ Tea Waka antwortete: ›Uwoke senkte seinen Stab darauf. Er senkte seinen Stab auf die Gegend Ohio.‹«
    
Nach der mythischen Tradition der Südsee gab es einst ein großes Königreich in der Südsee. Uwoke, ein mächtiger Gott des Erdbebens berührte mit einem »Stab« das Land. Große Teile davon versanken. Übrig blieb, so wissen es die alten Überlieferungen, die Osterinsel. Weiter heißt es in Heyerdahls Kopien, zitiert bei Krendeljow und Kondratow (3):

Land versinkt ... Land taucht wieder auf ...
 Foto: W-J. Langbein

    
»Es erhoben sich Wellen, und das Land ward klein. Der Stab Uwokes zerbrach am Berg Puku-puhipuhi. Von nun an wurde es Te-Pito-o-te-Henua, der Nabel der Erde genannt.«
 
In einer anderen Überlieferung, ebenfalls in den Aufzeichnungen Thor Heyerdahls vor dem Vergessen bewahrt, heißt es: »Kuukuu sagte zu ihm: ›Früher war diese Erde groß.‹ Der Freund Tea Waka sagte: ›Diese Gegend nennt sich Ko-te-To-monga-o-Tea-Waka.‹

Ariki Hotu Matua fragte: ›Warum versank das Land?‹ ›Uwoke machte das; er versenkte das Land‹ antwortete Tea Waka. ›Von nun an wurde das Land Te-Pito-o-te-Henua genannt.« Te-Pito-o-te-Henua bedeutet »Nabel der Welt«.
    
Heyerdahls Kopien der geheimen Überlieferungen belegen: Die Osterinsel war einst ein Teil des »Atlantis der Südsee«. Das uralte Reich ging in einer gewaltigen Naturkatastrophe unter. Die Osterinsel blieb als kleiner Rest des einstigen Landes (Kontinents?) bestehen. Ein Kontinent versank fast vollständig, nur einige Inseln blieben übrig, die noch heute aus dem Pazifik ragen.
     
»Rapa Nui«, so erfahren wir aus heutigen Reiseführern, sei der polynesische Name der Osterinsel. Aber was bedeutet der Name? Dr. Emil Reche verfasste eines der Standardwerke über die Südsee: »Polynesien«. Ausführlich geht der sprachwissenschaftlich geschulte Weltreisende auf die Osterinsel ein (4):

 »Der Name der Insel ›Rapa Nui‹«, so klärt er auf, »bedeutet ›Weite Fläche‹, was doch heute ganz gewiss nicht auf die kleine felsige Insel zutrifft. Unter diesem Namen ist aber die Insel allen Polynesiern bis nach der Hawaii-Gruppe und bis nach Neuseeland bekannt.« Dr. Emil Reche schlussfolgert, dass die Osterinsel also einmal tatsächlich groß gewesen sein muss. Oder genauer: Die kleine Osterinsel, so wie wir sie heute kennen, war einmal ein Teil eines großen Reichs im Pazifik.
    
Auf der Osterinsel selbst ist das Eiland unter dem melodisch klingenden Namen »Pito te henua« bekannt: »Nabel der Welt« oder – so lautet einen andere Übersetzung – »Ende des Landes«. Das heißt, dass die Osterinsel einst Teil einer wesentlich größeren Landmasse war. Das heutige »Rapa Nui« (die Osterinsel) war ein Teil der einst riesigen Insel, die Osterinsel war ein kleiner Teil eines großen Ganzen, sie lag einst am Rand.

Eine Frage gilt es zu beantworten: Entstand die Osterinsel als Resultat von unterseeischen Vulkanausbrüchen? Oder geschah die Katastrophe an Land? Ließen Vulkanausbrüche überirdisch Berge entstehen, die dann erst  bei einer Katastrophe weitestgehend im Meer versunken sind?
    
Einst unternahmen die Ureinwohner Neuseelands regelmäßige Reisen zur Osterinsel. Sie starteten von »Waiho« aus. Eine der Sandwich-Inseln heißt ebenfalls »Waiho«, was so viel wie »weggehen«, »verlassen« oder »aufgeben« bedeutet. Dr. Reche analysiert exakt sprachwissenschaftlich:

Kosmische Lehrmeister unterrichteten
die Hopi-Indianer über Erde und Kosmos. Foto: W-J.Langbein


»›Waiho‹ ist gleichbedeutend mit dem samoanischen ›vaiso‹, wobei ›va‹ = ›Zwischenraum‹ und ›iso‹ = ›seine Sache als verloren aufgeben‹ bedeutet. ›Vaiso‹ oder maorisch ›Waiho‹ ist also der als verloren aufgegebene Zwischenraum, wobei jedoch ›Zwischenraum‹ nicht anders verstanden werden kann als der vom Land eingenommene Zwischenraum. Waiho auf Neuseeland und das heutige ›Rapa-nui‹ sind also die Endpunkte dessen, was man inzwischen als verloren aufgegeben hat, dessen Wiederauftauchen aus den Meeresfluten man vielleicht noch lange erhofft hat, bis man es als verloren aufgegeben hat. Dieses Land reichte also von Neuseeland bis Pito te henua, dem ›Ende des Landes‹, also bis zur Osterinsel.«

Uralt ist das Wissen der Hopi-Indianer. White Bear Fredericks, damals angesehener Stammesältester, diktierte dem ehemaligen NASA-Ingenieur Josef Blumrich (1913-2002) den »Erdmythos der Hopi-Indianer«. Die umfangreichen Überlieferungen erschienen 1979 als Buch unter dem Titel »Kasskara und die sieben Welten« (5). Damit wurde White Bears  reicher Wissensschatz erstmals in gedruckter Form publiziert.

Nach den Hopi-Indianern gab es einst im Pazifik einen Kontinent namens »Kasskara«. Und der versank bei einer gewaltigen Katastrophe in den Fluten des Meeres. Überliefert ist eine Erklärung: Während weite Regionen im Pazifik absanken, wurden zum Ausgleich im Osten von Kasskara andere Regionen weit emporgehoben. Reine Fantasie? Ganz und gar nicht!

Die Zyklopenstadt Tiahuanaco hatte einst einen Hafen.
Foto: Ingeborg Diekmann

Wiederholt besuchte ich die uralten Ruinen von Tiahuanaco,  die an der Grenze zwischen Bolivien und Peru liegt – in einer Höhe von gut 4.000 Metern. Hier oben entdeckten Wissenschaftler Hinweise auf ... maritimes Leben. Ausgrabungen förderten erstaunliche Fossilien zutage, die nicht in die Hochanden gehören, sondern ans Meer: etwa von Schellfisch und anderem Getier ...  aus dem Meer. Selbst die »fliegenden Fische«, deren Fossilien ausgegraben wurden, dürften wohl kaum in die Hochanden geflattert sein.

Tiahuanaco – in einer Höhe von 4.000 Metern – muss einst eine Hafenstadt mit massiven Hafenanlagen gewesen sein. Eine ganze Flotte hatte hier einst Platz! Wie kann eine Hafenstadt von einst in eine Höhe von 4.000 Metern über dem Meeresspiegel gelangt sein? Meine Vermutung: Unvorstellbare Kräfte müssen am Werk gewesen sein, als das »Atlantis der Südsee« versank ... und die einstige Hafenstadt Tiahuanaco emporgehoben wurde.

Eine Erklärung für das extreme Emporsteigen der einstigen Hafenstadt ins Hochgebirge findet sich in der Mythologie der Osterinsel. Verantwortlich ist nach der Überlieferung von Rapa Nui der Gott der Zerstörung (6):

»Früher war das Land Rapa Nui so groß und ausgedehnt wie das heutige Festland. Aber Uoke … hatte darüber eine große Macht. Er hob und senkte es, wann er Lust hatte. Zu diesen Erdbewegungen verwendete er einen Hebel. Wenn er Rapa Nui hob, reichte seine Oberfläche bis zum Festland Puku Puhipuhi. Eines Tages, als Uoke sich damit vergnügte, einen Teil Rapa Nuis zu senken, um das Festland  zu heben, brach der Hebel. Rapa Nui, das sich in diesem Augenblick unten befand, blieb klein, nur die Berge ragten aus dem Meer hervor, während das Festland groß blieb, da es sich oben befand. So entstand diese Insel (die Osterinsel, der Verfasser), und sie wurde zu dieser Zeit ›Te Pito Te Henua‹, das ist ›Der Nabel der Welt‹ genannt.«

Den Menschen waren vor Jahrhunderten, ja vor Jahrtausenden die naturwissenschaftlichen Hintergründe kosmischer Katastrophen unbekannt. Naturgewalten vermochten sie nicht wissenschaftlich zu erklären. Naturgesetze im wissenschaftlichen Sinn waren unbekannt. Erklärungen wurden gesucht und gefunden.  Schreckliche Geschehnisse wie Naturkatastrophen galten als das Wirken »göttlicher Mächte«.

In der Mythologie der Osterinsulaner wurde »der Stab Uwokes« oder »der Blitz Make Makes« für den Untergang des Kontinents in der Südsee verantwortlich gemacht. In der Volksüberlieferung wurde eine religiöse Ursache der Katastrophe gesucht und gefunden: Ein Gott schlägt das Atlantis der Südsee und es wird zum großen Teil versenkt. Betrachtet man diese Aussagen mit heutigem Wissensstand, dann wird wahrscheinlich, dass in der Südsee ein Vulkanausbruch unvorstellbaren Ausmaßes die Katastrophe ausgelöst haben dürfte. Platons Atlantis könnte einem gewaltigen Himmelskörper zum Opfer gefallen sein, der im Atlantik aufschlug.

Der Ring des Todes im Pazifik ...
Foto: wiki commons, United States Geological Survey


Fakt ist: Der gesamte Pazifikraum ist ein Hort extremer Gefahr. Ein Gürtel von unterseeischen Vulkanen kann jederzeit zu Kataklysmen ungeahnten Ausmaßes führen ... zur nächsten Apokalypse, die alles Leben auf Erden bedroht.

Was mag zum Verschwinden des »Atlantis der Südsee« geführt haben? Mag sein, dass ein Himmelskörper aus dem All wie eine Bombe im Meer einschlug. Vielleicht brach auch ein unterseeischer Vulkan aus. Wie auch immer: Gewaltige Magmamassen wurden in die Atmosphäre geschleudert. Die Konsequenzen für die Erde waren sehr drastisch: Es entstand so etwas wie ein riesiger Sonnenschirm aus Magma und sonstiger emporgeschossener Materie, sodass eine unnatürliche Dunkelheit ausbrach. Und eine Sintflut suchte die Erde heim. Sie verwüstete das Land, tötete Mensch und Tier.

Interessanterweise werden auch bei den Mayas exakt diese beiden Naturphänomene geschildert. Im Popol Vuh, der Bibel der Mayas, heißt es: »Darum verdunkelte sich das Antlitz der Erde, und es begann ein schwarzer Regen, Tagregen, Nachtregen.«

Der 21.12.2012 ist vergangen, ohne dass der Weltuntergang ausgebrochen ist. Eine weltweite Apokalypse ist aber jederzeit möglich. Sie wird eines Tages auch über unseren Planeten hereinbrechen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann ...

Die nächste Katastrophe kommt bestimmt. Foto: W-J.Langbein


Lesen Sie zu diesem Thema: Walter-Jörg Langbein 2012

Fußnoten
1  Krendeljow, Prof. Dr. Fjodor Petrowitsch und Kondratow, Dr. phil. Aleksandr
     Michailowitsch:  »Die Geheimnisse der Osterinsel«, Moskau und Leipzig 1987,  
     Seiten 108-110
2 ebenda, S. 109
3 ebenda
4 Reche, Dr.phil. Emil: »Polynesien«, Leipzig 1936, S.25-28
5 Blumrich, Josef F.: »Kasskara und sie sieben  Welten/ White Bear erzählt den
     Erdmythos der Hopi-Indianer« Düsseldorf, Wien 1979
6 Felbermayer, Fritz: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«,
     Nürnberg o. J., S. 28

»Der Gott der Zerstörung«
Teil 196 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 20.10.2013



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Sonntag, 26. August 2012

136 »Der Astronaut von Palenque«

Teil 136 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die Palenque-Briefmarke von
Paraguay
Foto: W-J.Langbein
Am 6. Dezember 1974 brachte Paraguay eine besonders schöne Briefmarke heraus, die ein fantastisches Thema gestaltet: Außerirdische besuchen in grauer Vorzeit Planet Erde. Konkret wird auf Erich von Dänikens These hingewiesen, die Möglichkeit vorgeschichtlicher Astronautenbesuche postuliert. Im Bild wird eine Verbindung zwischen moderner Raumfahrt und mexikanischer Kunst hergestellt ... zwischen Raumschiffen, wie wir sie kennen ... und der geheimnisvollen Reliefarbeit aus dem Tempel der Inschriften. Das Hauptmotiv der »Grabplatte von Palenque« erinnert in der Tat in verblüffender Weise an einen schwerelos schwebenden Astronauten in seiner Raumkapsel ...

Der dickliche kleine Mann redet sich in Rage: »Und nach diesem Däniken haben Außerirdische diesen Tempel gebaut ... und in der unterirdischen Gruft einen verunglückten Astronauten bestattet!« Der kleine Herr wischt sich den Schweiß von der Stirn und deutet theatralisch auf den »Tempel der Inschriften« von Palenque. »Nichts davon ist wahr!« Die kleine Reisegruppe lässt Laute des Unmuts und der Empörung vernehmen. Ein Teilnehmer ruft: »Unmöglich, dieser Däniken! Aber diese Österreicher glauben ja, sie könnten die ganze Welt an der Nase herumführen!« Applaus brandet auf.

Der mysteriöse Tempel der Inschriften
Foto: W-J.Langbein
Der rundliche Reiseführer – ein Magister der Theologie, wie ich später erfahre – trumpft auf: »Kein Stein dieses Tempels ist Werk von Außerirdischen! Und ein Außerirdischer wurde niemals in der Gruft bestattet! Däniken ist doch schon längst widerlegt!« Vorsichtig nähere ich mich der kleinen Gesellschaft: »Ich habe die Bücher des Schweizers Erich von Däniken alle gründlich gelesen. Nirgendwo hat er so einen Unsinn behauptet, wie Sie ihm unterstellen ... Oder sollte es einen Schriftsteller gleichen Namens aus Österreich geben, der solchen Quatsch von sich gibt? Der bekannte Erich von Däniken jedenfalls ist Schweizer, kein Österreicher!«
Eine sachbezogene Antwort erhalte ich nicht. »Sie gehören nicht zu unserer Reisegruppe ...« Danach folgt nur Schweigen.

Tatsächlich aber gibt es Hinweise auf Außerirdische in Palenque ... nur dass sie nicht als solche bezeichnet werden. Es ist das uralte Volk der Hopi-Indianer, das die Erinnerung an Besucher von außerhalb der Erde bis in unsere Tage am Leben erhält. Über dieses Thema habe ich mich mehrfach mit dem leider verstorbenen ehemaligen NASA-Mitarbeiter Josef Blumrich (1913-2002) unterhalten. Josef Blumrich, einst ein führender Mann bei der NASA, machte sich als Chronist der Hopi-Indianer verdient. Der Stammesälteste White Bear Fredericks (1905- 1996), vermutlich einer der letzten Eingeweihten seines Volkes, erzählte Blumrich die rätselhafte Geschichte der Hopi. Immer wieder begegnen uns Außerirdische, die den Hopi wohlvertraut waren.

Fünf Kachinas, fünf Boten
aus dem All.
Fotos: Archiv Langbein
Seit 1968 Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« erschien, fasziniert mich der »Tempel der Inschriften«. Laut Überlieferung der Hopi-Indianer gab es einst himmlische Lehrmeister, die in der Universität von Palenque die Menschen in den Wissenschaften unterrichteten. Waren diese »Himmlischen« höchst reale Astronauten, kosmische Besucher von fernen Welten? Erich von Däniken bejaht diese Frage.
Wurden seine Gedanken zur Grabplatte von Palenque wirklich längst widerlegt, wie so oft behauptet wird? Stellt das steinerne Relief auf dem monströs anmutenden Sarkophag in der Gruft von Palenque zwei Meter unter der Basis der »Pyramide der Inschriften« etwas ganz anderes als einen Astronauten dar?

Ein Kuriosum ist die aus einem einzigen Monolithen gefertigte Grabplatte (Maße 3,80 Meter mal 2,20 Meter) allemal: Über den Verwinkelten Abstieg durch den steinernen Leib ist das mysteriöse Kunstwerk sicher nicht an ihren Bestimmungsort gebracht werden. Die Platte ist einfach zu groß, der Gang ist zu schmal und zu niedrig. Man kann mit gewaltigem Aufwand die tonnenschwere Steinplatte drehen, wenden oder kippen wie man will ... sie passt nicht durch den steilen und verwinkelten Gang. Es gibt nur eine Lösung: Man muss die Pyramide (Gang inklusive) über die bereits bestehende Gruft (mit dem Sarkophag darin) gebaut haben!

Die umstrittene Grabplatte
von Palenque
Foto: Ingeborg Diekmann
Keine Frage: Der Sarkophag muss eine ganz besonders wichtige Bedeutung gehabt haben. Aber welche? Vor allem: Was zeigt das Relief auf der Grabplatte, das auf der Briefmarke von Paraguay verewigt wurde? Einen Astronauten als Pilot in einer Art Spaceshuttle vielleicht? Diese fantastisch anmutende Erklärung ist bis heute von der Schulwissenschaft nicht widerlegt worden. Im Verlauf meiner Reisen durch Zentralamerika suchte ich immer wieder Palenque auf. Und immer wieder gab es neue Erklärungen für die mysteriöse, in den Stein gemeißelte Darstellung.

Und das verwundert mich: Wieso trägt jeder einzelne Wissenschaftler in Sachen Grabplatte von Palenque seine ganz persönliche Interpretation als der Weisheit letzten Schluss vor? Wieso geben die Vertreter der angeblich so wissenschaftlichen Mayaforschung nicht zu, dass zehn Wissenschaftler zehn grundverschiedene Erklärungen haben? In den rund sechs Jahrzehnten seit der Entdeckung der Grabplatte wurden unzählige Erklärungen vorgetragen: und alle widersprechen einander!

So manches Mal stieg ich hinab in die unterirdische Gruft von Palenque, quälte mich durch saunaartige Hitze und extreme Luftfeuchtigkeit ... Manches Mal bin ich auf einer der glitschigen Steinstufen ausgerutscht, zum Glück aber nie gestürzt. Und bei jedem Besuch war wieder eine neue Erklärung der Grabplatte aktuell, die allen bisherigen zum Teil radikal widersprach. Bei jeder dieser ach so wissenschaftlichen Lösungen des Palenque-Problems fragte ich mich:

Detail von der Grabplatte
Foto: W-J.Langbein
Welche »Erklärung« erfordert mehr Fantasie: die »Astronautengötter-Theorie«? Oder die wissenschaftliche? Aber halt: die wissenschaftliche Antwort auf die Reliefdarstellung von Palenque gibt es ja gar nicht! Es herrscht ein geradezu babylonisches Durcheinander in Sachen Palenque. Wer sich die widersprüchlichen Aussagen der gelehrten Herrschaften vor Augen führt, die alle so tun als hätten sie die Wahrheit gepachtet... wird an der Wissenschaftlichkeit vieler »wissenschaftlicher« Forschungsergebnisse zweifeln! (2)

Auch wenn Schulwissenschaftler gern so tun: Wie ein Buch lesen kann man die Grabplatte von Palenque bis heute nicht. Wir sind auf Spekulationen angewiesen!

Fußnoten
1 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979
2 Siehe hierzu Langbein, Walter-Jörg: »2012«, München, 2. Auflage 2011




In Memoriam Neil Armstrong - 5.8.1930 - 25.8.2012

»Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.« Diese Worte sind legendär. Gesprochen hat sie Neil Armstrong, der er als erster Mensch den Mond betrat.

Armstrong war der Kommandant der Apollo-11-Mission. Am 21. Juli 1969 betrat er als erster Mensch den Erdtrabanten. Am 25. August 2012 ist Neil Armstrong im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzeingriffs verstorben.

Für US-Präsident Barack Obama war Neil Armstrong einer »der größten amerikanischen Helden, nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten«. Die Mondlandung 1969 beflügelte die Diskussion um die fantastischen Thesen Erich von Dänikens. Sein erstes Buch »Erinnerungen an die Zukunft« war wenige Monate zuvor erschienen ... mit dem »Astronauten von Palenque« auf der Titelseite.

Weltweit wurde damals diskutiert: Wenn wir Menschen heute Raumfahrt betreiben können ... warum soll dies nicht intelligenten Bewohnern fremder Planeten schon vor Jahrtausenden möglich gewesen sein? Gibt es Hinweise auf Besuche Außerirdischer in grauer Vorzeit auf Planet Erde?

Vor einigen Monaten zeigte sich Armstrong in einem offenen Brief an den Präsidenten Barack Obama sehr besorgt um die Zukunft der amerikanischen Raumfahrt. Mit anderen namhaften Unterzeichnern kritisierte Armstrong die Entscheidung, keine weiteren bemannten Flüge zum Mond durchführen zu lassen. Mit Neil Armstrong starb der erste Mensch, der den Mond betrat.

Ich bin davon überzeugt, dass es auch in Zukunft bemannte Missionen zum Mond geben wird. Wird der nächste »Mann im Mond« ein Chinese sein?

»Aufbruch in den Kosmos?«,
Teil 137 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 02.09.2012


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Sonntag, 11. Dezember 2011

99 »Engel aus dem All?«

Teil 99 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Die Universität, Gesamtansicht Foto W-J.Langbein
Ich lasse mich auf der höchsten Treppenstufe des Tempels der Inschriften nieder ... und blicke zur Universität der Kachinas. Sie liegt von mir aus gesehen rechts. Die Spanier nannten das verschachtelte Bauwerk »Palacio«, also »Palast«. Der Begriff ist willkürlich gewählt und ... falsch. Ein Palast war der Gebäudekomplex nur in der Fantasie der ahnungslosen Spanier. Gut ein Dutzend von Gebäuden unterschiedlicher Größe ist rund um einen stolzen Turm angeordnet. Er erinnert ein wenig an den Glockenturm einer Kirche, was er natürlich niemals war.

Die einzelnen Gebäude gehen ineinander über, sind teilweise durch Gänge miteinander verbunden. Zum Teil sind unterirdische Gemächer erhalten. Alle Räume bieten Schutz vor der gnadenlosen Hitze. So manches Mal habe ich diese mysteriöse Welt erkundet. Und jedes Mal habe ich die angenehme Atmosphäre genossen, die fast wohl temperierten Gemächer aus Stein. Ob den Studierenden zu Zeiten der Mayas in ihrer Universität deshalb das Lernen leichter fiel?

Da und dort sind Mauern eingestürzt und notdürftig wieder restauriert worden. Da und dort hat man Steinhaufen aufgetürmt, die irgendwann einmal bei Restaurierungsarbeiten eingesetzt werden sollen. Die finanziellen Mittel sind aber knapp bemessen. Und das, obwohl Palenque die touristische Perle Mexikos sein dürfte!

Insgesamt befindet sich die einstige Universität von Palenque – oder Palátquapi, wie die Stadt bei den Hopi hieß – in einem erstaunlich guten Zustand. Welchem Zweck die einzelnen Räume dienten ... wir wissen es nicht. Und die von den Spaniern willkürlich gewählten Titulierungen sind reine Fantasiegebilde ohne Belang.

Im Inneren der Universität
Foto: W-J.Langbein
Alle Gebäude des großen Komplexes stehen auf einer künstlich angelegten Plattform, die immerhin etwa 100 mal 80 Meter misst. Der Sockel ist etwa zehn Meter hoch! Überragt werden die Bauten von einem vierstöckigen Turm von selten schöner Eleganz. Er ist in der Welt der Mayas ein Unikat. Meines Wissens nach gibt es keinen zweiten! In diesem Turm wurden, so überliefern es die Hopi, mehrere Kurse gleichzeitig unterrichtet.

Wie die Kachinas aussahen ... wir wissen es! Seit Jahrhunderten fertigen die Hopi kleine Püppchen an, die die unterschiedlichen Kachinas zeigen. Von Generation zu Generation wird weitergereicht, wie diese Püppchen anzufertigen sind. Es handelt sich dabei nicht um Spielzeug, sondern um Lehrmaterial. Auf keinen Fall darf vergessen werden, wie die Kachina-Lehrmeister ausgesehen haben. Haben diese mysteriösen Wesen doch versprochen, dereinst wieder zu kommen. Und damit sie dann auch erkannt werden, werden seit Jahrhunderten ihre Ebenbilder in Püppchenform angefertigt.

So soll erreicht werden, dass auch künftige Generation sofort wissen, mit wem sie es zu tun haben ... wenn dereinst einmal Kachinas wieder auftauchen. Mir scheint: So ein Besuch ist dringend erforderlich, wenn ich mir vergegenwärtige, wie es in unseren Tagen auf Planet Erde zugeht! Die Hopi-Überlieferung weiß über den Unterricht in Palenque (1):

»Im zweiten Stock wurden die Schüler über den Plan des Lebens belehrt. Sie erfuhren alles über die Natur, die uns umgibt ... Sie lernten auch die chemischen Stoffe kennen, auf denen unser Leben beruht. Der Körper ist aus den Elementen zusammengesetzt, die aus der Erde stammen. Wenn wir den Gesetzen nicht gehorchen und die Erde misshandeln, müssen wir deshalb nicht nur seelisch, sondern auch körperlich leiden.«

Auf einer meiner Reisen durch Nordamerika erwarb ich in Arizona zwei kleine Kachina-Püppchen. Ich fertigte eine Collage an ... und setzte diese beiden Lehrmeister in ein Bild der Universität von Palenque. Ich habe es von der oberen Plattform des Tempels der Inschriften aufgenommen. Wir blicken auf den »Universitäts-Komplex«. Das Gemäuer rechts im Bild gehört zum Tempel der Inschriften.

Wer ... oder was ... mögen diese Kachinas gewesen sein, die die Hopis und Mayas besuchten? Ein wirklich passendes Wort gibt es nicht. Am ehesten trifft die Bezeichnung »Engel« zu. Die Kachinas waren physische Wesen, keine Geister. Sie waren aber auch keine Götter. Nach Überlieferung der Hopi-Indianer gibt es bei den Kachinas eine klare Hierarchie (2): »Die Gottheiten stehen über den Kachinas, und über allen steht der Schöpfer. Nur die Kachinas stehen in Verbindung mit menschlichen Wesen, aber nicht die Gottheiten. Sie geben den Kachinas ihre Anweisungen.«

Offensichtlich erhielten die Kachinas Befehle von den Gottheiten. Die Gottheiten hielten sich im Himmel auf. Die Kachinas – und nur sie – pendelten zwischen den himmlischen und den irdischen Welten ... ganz so wie die Engel der Bibel!

Wer oder was waren aber diese Pendler zwischen Himmel und Erde? Sollten es gar ... Astronauten gewesen sein? Tatsächlich ähneln viele Kachinas Wesen aus dem All in plumpen Raumanzügen. In der Hopi-Tradition gibt es eine Zeremonie, in der an »die Alten, die vom Himmel kamen« erinnert wird. (3) Unter »Himmel« kann man sich natürlich ein überirdisches Elysium vorstellen, das von holden, lieblich singenden Engeln bevölkert wird. Andere mögen pausbäckige Posaune blasende Engel als himmlische Heerscharen bevorzugen. Biblische Belege für solche Vorstellungen von Engeln gibt es aber keine.

Zwei Kachinas vor der Universität
Fotos W-J.Langbein
Über die Kachinas der Hopi aber heißt es ausdrücklich (4): »Die Kachinas … kommen zu uns aus dem Weltraum. Sie kommen nicht aus unserem eigenen Planetensystem, sondern von anderen, weit entfernten Planeten. Unsere Astronauten würden Generationen, um dorthin zu gelangen. Der Hopi-Name für diese Planeten ist Tóonáotakha; das bedeutet, dass sie eng zusammengehören, nicht im körperlichen, sondern im geistigen Sinne ... Deshalb können wir, glaube ich, das Wort mit ›Bund der Planeten‹ übersetzen. Und da wir wissen, dass es zwölf dieser Planeten gibt, können wir sie auch ›Bund der zwölf Planeten‹ nennen.«

Und weiter lesen wir: »Die Kachinas können sich sehr schnell fortbewegen. Während ich diesen Satz spreche, legen sie weite Strecken zurück, sie brauchen nur Sekunden.« Tatsächlich: Die Kachina-Puppen sehen Astronauten im Schutzanzug sehr ähnlich. Irgendwann verschwanden die himmlischen Lehrmeister wieder in den Tiefen des Alls, nicht ohne ihre Rückkehr auf unseren Planeten zu versprechen. Die Kachina-Puppen sollten die Nachkommen der Hopi-Indianer auf diese Wiederkehr der Wesen aus dem All vorbereiten. Mag sein, dass die heutigen Hopi die Landung von Außerirdischen auf Planet Erde mit Gleichmut hinnehmen. Schließlich hatten ihre Vorfahren ja schon vor Ewigkeiten kosmischen Besuch.

Aber wie werden beispielsweise wir Europäer, Amerikaner, Russen, Chinesen, Afrikaner... auf so ein Ereignis reagieren? Mit Entsetzen ob einer möglichen Bedrohung aus dem All? Mit dem Versucht, die Fremden militärisch zu unterwerfen? Mit opportunistischer Anbiederung?

Fußnoten
1 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979, S. 48
2 ebenda, S. 28
3 ebenda, S. 44
4 ebenda, S. 27
5 ebenda, S. 27


Literaturempfehlung
Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979

»Wir sind eine Insel!«
Teil 100 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 18.12.2011

Sonntag, 4. Dezember 2011

98 »Engel bei den Mayas?«

Teil 98 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Abstieg in die Unterwelt
Foto W-J.Langbein
Vom »Hotel Mision Palenque« sind es nur wenige Schritte zum »archäologischen Park«. Es ist ein Hotel der Spitzenklasse und bietet Luxus pur ... vor allem aber die Möglichkeit, sehr früh morgens oder noch abends die Urwaldruinen von Palenque zu erleben.

Weil in den Nachrichten von »terroristischer Gefahr« gewarnt wurde ... sind Touristen ausgeblieben. Gerüchte kursieren, dass Gewalttäter aus Peru nach Mexiko geflogen seien. Die kurzfristig aufwabernden Gerüchte würden sich rasch als natürlich vollkommen frei erfunden erweisen ... Aber zunächst profitiere ich davon. Denn ich bin am frühen Abend ganz allein, als ich über die verwinkelte und glitschige Treppe in die »Unterwelt« von Palenque klettere. Die schmalen Stufen im Tempel der Inschriften sind ebenso triefend nass wie die Wände, von denen Wasser fließt.
Der Weg in die Tiefe ist weit anstrengender als die Klettertour in die Unterwelt von Dendera. Aber Dendera und der Tempel der Inschriften ähneln sich strukturell! In Dendera bergen unterirdische Räume Abbildungen mysteriöser »Wunderlampen«, in Palenque fasziniert uns Besucher aus aller Welt ein Sarkophagdeckel mit einem »Astronauten«.

Das mysteriöse Relief von
Palenque - Foto: W-J.Langbein
Heute aber bin ich allein. So kann ich mir Zeit nehmen, um das geheimnisvolle Relief zu bestaunen. Sonst quälen sich – so der Tempel der Inschriften überhaupt noch geöffnet ist – tagtäglich Tausende ungeduldiger Touristen wie eine vielleibige Schlange die schmale Treppe hinab, während sich ein gleich starker Strom von Menschen schwitzend und vor Anstrengung keuchend wieder nach oben kämpft. Jeder möchte so lang wie möglich in der Gruft verharren, aber niemand gönnt seinem Vordermann auch nur einen noch so kurzen Augenblick der Ruhe. Kaum steht man selbst vor der Tür in die eigentliche Gruft, schon wird man wieder von hinten angestoßen, zur Rückkehr nach oben gedrängt. Und die Drängler, die einen eben vorwärts schoben ... werden kurz darauf selbst zur Eile genötigt.

Ich bin davon überzeugt, dass der Abstieg in die unterirdische Kammer von Palenque bald nur noch wenigen auserwählten Besuchern gestattet sein wird. Die Treppe ist auch nicht für Massenansturm gebaut. Die gewaltigen Schweißmengen der Besucherheere fügen dem uralten Gemäuer erheblichen Schaden zu. Eine technisch perfekte 3D-Filmdokumentation kann den Besuch in der Unterwelt von Palenque ersetzen und das uralte Gemäuer vor dem Verfall bewahren. Und so gern ich so manches Mal diesen Weg unter die Pyramide gemeistert habe, so unterstütze ich auch den Schutz der altehrwürdigen Anlage vor dem Massentourismus.

Keinem christlichen Gotteshaus würde man eine so massive Belastung durch so viele Menschen zumuten. In keinem christlichen Dom dürften so viele Menschen in eine uralte Krypta tief in der Erde hinabsteigen wie in Palenque.

Innenhof der Universität
Foto: W-J.Langbein
Wer sich mit der Welt der Mayas beschäftigt, kann nur staunen. Die Mayas verfügten über einen Kalender, der genauer war als der unsere. Sie rechneten mit wahrlich gigantischen Zeiteinheiten ... vom Tag bis zu Jahrmilliarden! Die Mayas waren kein »primitives« Urwaldvolk, sondern Zahlenakrobaten und Meister der Astronomie! Ihr Kalender basiert auf ins Unendliche wachsenden Einheiten (1):

1 »Kin« = 1 Tag
1 »Uinal« = 20 »Kin« = 20 Tage
1 »Tun« = 18 »Uinal« = 360 Tage
1 »Katun« = vierst20 »Tun« = 7200 Tage
1 »Baktun« = 20 »Katun« = 144.000 Tage (oder 394,5 Jahre)
1 »Pictun« = 20 »Baktun« = 2.880.000 Tage (oder 7.885,2 Jahre)
1 »Calabtun« = 20 »Pictun« = 57.600.000 Tage (oder 157.704 Jahre)
1 »Kinchiltun« = 20 »Calabtun« = 1.152.000.000 Tage
(oder 3.154.072 Jahre)
1 »Alautun« = 20 »Kinchiltun« = 23.040.000.000 Tage
(oder 63.081.431.Jahre)
1 »Hablatun« = 20 »Alautun« = 460.000.000.000 Tage
(oder 1.261.628.620 Jahre)

Nach alten Überlieferungen der Hopi-Indianer Arizonas, hatten Hopi wie Mayas himmlische Lehrmeister. Diese Wissenden pendelten einst zwischen Himmel und Erde, so wie die Engel der verbotenen biblischen Apokryphen (zum Beispiel: Buch Henoch). Sie unterrichteten die Menschen in den himmlischen Lehrfächern. Eine Universität der Lehrmeister gab es, so berichten es Hopi-Überlieferungen, in Palenque, Mexiko.

Blick auf die Universität
Foto: W-J.Langbein
Die Hopi nannten diese Lehrmeister Kachinas. Das Wissen, das sie in Palenque vermittelten, war sehr komplex. Im untersten Stock wurde die Geschichte des eigenen Volkes gelehrt, im ersten Stockwerk standen die unterschiedlichsten Disziplinen der Naturkunde auf dem Lehrplan. Im höchsten Stock ging es um komplizierte mathematische Berechnungen und um den Fachbereich Astronomie. Nur wer sich ein umfangreiches und solides Grundwissen angeeignet hatte, war zum Studium für Fortgeschrittene in dieser höchsten Etage zugelassen. Nur wer wusste, wie sich die Welt der Pflanzen, Tiere und Menschen zusammensetzt, war für das höhere, geheimere Wissen reif. Erst dann durften die eigentlichen Geheimnisse des Lebens studiert werden.

Ob es Prüfungen gab, denen sich die Studenten unterziehen mussten? Wurden sie von den Kachinas kontrolliert? Am Rande mehrerer Kongresse habe ich intensiv mit dem NASA-Ingenieur Josef Blumrich gesprochen, der mit Hilfe des Hopi White Bear Fredericks das Buch »Kasskara und die sieben Welten« schrieb. Wie kein zweiter Wissenschaftler hat sich Josef Blumrich (1913-2002) mit den uralten Überlieferungen der Hopi auseinander gesetzt ... und ihre Geschichte geschrieben. White Bear Fredericks (1905- 1996) war wohl einer der letzten Eingeweihten, die die rätselhafte Geschichte der Hopi kannten. Josef Blumrich zeichnete sie auf. (2)

Von zentraler Bedeutung sind die Kachinas in dieser Geschichte. Wer aber waren diese Kachinas? NASA-Ingenieur Josef Blumrich, dem ich diese Frage wiederholt stellte, antwortete mir: »Wenn Sie alles nur geistig-spirituell sehen wollen, können Sie die Kachinas als ›Engel‹ verklären. Kachinas waren aber reale Wesen, die vom Himmel herab zur Erde kamen und wieder im Himmel entschwanden!« antwortete mir der Wissenschaftler. »Engel oder Astronauten?« bohrte ich nach. Josef Blumrich lachte: »Vielleicht waren es Astronauten, die von Christen gern als Engel gesehen würden?«

So sahen die Kachinas aus
Foto: W-J.Langbein
Aus der Krypta von Palenque kommend ... bin ich die Haupttreppe empor gestiegen: zum Tempel hoch oben auf der Pyramide. Es wird Abend, die Brüllaffen beginnen ihre lautstarken Diskussionen. Friedvolle Stille breitet sich aus, die Hitze des Nachmittags weicht. Ich erinnere mich an eine der zentralen Lehrsätze der Kachina-Theologie (3):

»Der göttliche Schöpfer hat uns gesagt: Wenn ihr meine Kinder sein wollt, dürft ihr euer Wissen nicht benutzen, um zu unterwerfen, zu zerstören, zu töten oder bösen Gebrauch von irgend etwas machen, was ich euch gegeben habe. Wenn ihr dieses Gesetz nicht befolgt, seid ihr nicht meine Kinder.«

Die Geschichte des Abendlands, ja der Welt wäre wohl sehr viel friedlicher verlaufen, wenn sich Christentum und Islam etwas mehr an diese Lebensmaxime gehalten hätten! Die Kachinas sollen über gewaltige Kräfte verfügt haben, dabei aber stets friedlich geblieben sein. Sie missionierten nicht in negativem Sinne, sie lehrten Wissen und Philosophie ... und keine wie auch immer geartete Religion!

Fußnoten
1 Siehe hierzu auch Langbein, Walter-Jörg: »2012/ Endzeit und Neuanfang/ Die Botschaft der Mayas«, München 2009
2 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979
3 Blumrich, Josef: »Kasskara und die sieben Welten«, Wien und Düsseldorf 1979, S.22

»Engel aus dem All?«,
Teil 99 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 11.12.2011

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