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Sonntag, 27. März 2011

62 »Die Tänzer von Zurla oder....«

Kino für die Steinzeitmenschen«,
Teil 62 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Weihnachten 1979 erschien mein erstes Buch: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«. John Fisch, der Initiator und Herausgeber von »Magazin 2000«, brachte es heraus. Am »Heiligen Abend« traf das erste Exemplar druckfrisch aus Luxemburg bei mir ein. Das Coverfoto hatte ich mit einfachsten Mitteln selbst erstellt. Dieses Coverfoto erinnert mich an eine meiner ersten Reisen auf den Spuren der Geheimnisse unseres Planeten....
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Cover meines ersten Buches,
1979 erschienen
Die zermürbende Situation ist mir sehr lebhaft präsent. Es regnet in Strömen. Die Kleidung klebt mir am Körper. Ich stecke meine Kamera unters Hemd, um sie etwas zu schützen. Ich rutsche und stolpere weiter. Bis ich schließlich aufgebe und mich erschöpft und enttäuscht auf einen flachen Stein am Boden niederlasse. Sobald der Regen etwas nachlässt, will ich mich auf den Rückweg machen. Der Regenschauer hält aber unverändert an. Ich suche nach der Bleistiftzeichnung mit der Karte, vergeblich. Ich schimpfe vor mich hin. Die »Tänzer von Zurla« hatten mich ins Val Camonica gelockt.... und nun sollte ich sie nicht finden... wenn es denn Tänzer sind. Im Lauf der Jahre habe ich eine ganze Reihe von Bezeichnungen gelesen. In der Fachliteratur wird oft von »Tänzern« gesprochen, aber auch von »Priestern« mit ihren »rituellen Geräten«. Oder sind es doch »Jägern mit Pfeil und Bogen«? Oder wurden da »Musiker mit Instrumenten«, »Magier bei rituellen Beschwörungen« oder »Wesen im Weltraumanzug mit mathematischen Symbolen« in den Stein geritzt?
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Tänzer, Gott oder Astronaut
 So sehr ich mich auf die geheimnisvolle Gravur von Zurla gefreut habe, so enttäuscht bin ich jetzt. Ich will aufstehen, aus der unbequemen Hocke hochkommen und stütze mich mit dem rechten Arm ab. Der vom Regenwasser überschwemmte flache glatte Stein hat nun eine dunkelgraue, matt glänzende Farbe angenommen. Mein Blick fällt... auf einen der »Zurla Tänzer«. Die uralte Gravur ist etwa so groß wie eine Hand. Was stellt sie dar? Die Ähnlichkeit mit einem schwerelos im All schwebenden Astronauten ist verblüffend. Es bedarf keiner überhitzten Fantasie, um den etwas plump wirkenden Raumanzug auszumachen. Sogar der Helm ist zu erkennen. Was die einen vielleicht als »göttlichen Strahlenkranz« ausmachen.... interpretieren andere als gläserne Kuppel eines Raumfahrerhelmes. Dahinter zeichnet sich schemenhaft das Gesicht eines … Gottes oder Astronauten ab? Ich bemerke nicht, dass der Regenschauer nun sintflutartige Ausmaße annimmt... Ich fotografiere. Der zweite »Tänzer von Zurla« ist etwas schwächer zu erkennen. Ein Riss im Fels hat einen Teil der kleinen Ritzzeichnung beschädigt. Ich gehe in die Knie und zeichne mit Kreide Millimeter für Millimeter nach. Mit dem Fotografieren muss ich mich beeilen, den der massive Regen spült die sanft aufgetragene Kreide wieder weg. 
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Der Zweite im plumpen Anzug
 Wesen mit »Strahlenkranz« - oder »Helm« - sind so selten nicht im Val Camonica. So gibt es ein ein zweites Pärchen, fast identisch mit den »schwebenden Gestalten« von Zurla. Etwa einen halben Kilometer westlich von Capo di Ponte entdeckten Archäologen bei Zurla eine steinzeitliche Stele. Sie ist, ich habe es ausgemessen 80 Zentimeter breit und 1,30 Meter hoch. Während die Steinzeitkünstler über die Jahrtausende hinweg ihre Gravuren fast ausschließlich auf natürlichen Felsplatten am Boden verewigten... wurde hier so etwas wie ein aufrecht stehendes Denkmal geschaffen. Auf der Vorderseite stehen zwölf menschliche Gestalten in drei Reihen. Sie machen auf mich den Eindruck eines Komitees, das aus feierlichem Anlass zusammengetreten ist. Die zwölf Personen fassen sich an den Händen und begrüßen – oder verabschieden – eine dreizehnte Gestalt. Auf der Rückseite haben sich fünfzehn Personen versammelt, in ganz ähnlicher Positur. Auch sie haben sich in Reihen – es sind vier – aufgestellt. Auch sie, so wirkt es auf mich, sind zu Ehren dieser einen großen Gestalt angetreten. Und dieses eine Wesen trägt – wie die »Tänzer von Zurla« - einen helmartigen Strahlenkranz!

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Detail der Begrüßungsszene
Im Verlauf der letzten vierzig Jahre war ich wiederholt im Val Camonica. Viele Kilometer habe ich zum Teil in unwegsamem Gelände zurückgelegt und dabei immer wieder neue Steingravuren entdeckt. Viele waren schon so stark verwittert, dass kaum noch etwas zu erkennen war. Es überwiegen Alltagsszenen: Menschen bei der Jagd, Menschen im kriegerischen Kampf, Menschen in dörflich-ländlicher Umgebung vor Pfahlbauten. Verewigt wurden auch Tiere, vermutlich die Jagdbeute der Menschen der Steinzeit. Vereinzelt entdeckte ich seltsame Zeichnungen, die Fragen aufwerfen... die bis heute nicht beantwortet werden konnten. So fotografierte ich eine seltsam geometrische Darstellung. Jahre später zeigte ich einige meiner Fotos dem Archäologieprofessor Hans Schindler Bellamy. Der Gelehrte machte mich auf ein Detail aufmerksam, das mir beim Fotografieren gar nicht aufgefallen war... Was hat da ein Steinzeitkünstler in den Fels geritzt? Ich sah zwei merkwürdige, geometrisch wirkende Objekte. Sie passten so gar nicht in die Welt der Steinzeitmenschen vor Jahrtausenden. Über diesen kuriosen Gegenständen aber befindet sich – winzig klein – die Darstellung eines kurios anmutenden Tieres.
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Geometrische Formen mit einem
seltsamen Tier darüber
Prof. Hans Schindler-Bellamy kommentierte: »Das Tier sieht... wie ein Saurier aus!« So fantastisch der Gedanke auch anmutet, tatsächlich ist die Ähnlichkeit mit einem Tier der Urzeit auffallend. Der Körper wirkt massiv und gedrungen. Die kurzen Beinchen haben schwere Last zu tragen. Der winzige Kopf sitzt an einem langen dürren Hals... wie bei einem Saurier! Wie aber soll ein Steinzeitkünstler vor einigen Jahrtausenden dazu in der Lage gewesen sein, einen Saurier abzubilden? Die Antwort scheint einfach zu sein: Kein Steinzeitmensch kann je einen Saurier gesehen haben. Kein Steinzeitmensch kann also ein solches Urmonster in den Fels geritzt haben. Und doch existiert das rätselhafte Bild! Wenn wir doch nur die Botschaft der Bibliothek vom Val Camonica wie ein Buch lesen könnten! Vielleicht muss man gar nicht versuchen, die unzähligen Bilder zu lesen! Vielleicht muss man sie betrachten: wie einen Kinofilm! Dr. Frederick Baker und Dr. Christopher Chippindale (beide Universität Cambridge) ließen mit einer völlig neuartigen Interpretation der Bilder aus der Steinzeit in ganz ungewohntem Licht erscheinen! Nach Ansicht der Gelehrten fügten sich die unzähligen Einzelbilder im Hirn der steinzeitlichen Betrachter zu einem Film zusammen! Spielte in einem dieser »Filme« ein Saurier mit?
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Das kuriose Tier
Dr. Frederick Baker fasst die These vom »prähistorischen Kino« so zusammen: »Die Felszeichnungen sind unserer Meinung nach keineswegs bloße Bilder, sondern aktiver Teil einer audiovisuellen Performance.« Mag sein, dass die Steinzeitmenschen über mehr Fantasie verfügten als wir ach so intelligenten Kinder des dritten Jahrtausends nach Christus. Mag sein, dass sie im Geist die einzelnen Bilder zu einem »lebenden Film« zusammenfügen konnten, während wir heute nur unzählige Einzelbilder sehen.... Mit modernster Computertechnologie sollen demnächst die Steinzeitbilder wieder zum Laufen gebracht werden, wie ein Comicfilm.

Welche Rolle die Akustik für die Steinzeitmenschen spielte, soll noch erforscht werden. Es hat den Anschein, dass das Val Camonica dank seiner ganz besonderen Lage im Tal über eine ungewöhnlich gute Akustik verfügte, die von den »Filmmachern« vor Jahrtausenden genutzt wurde. Man darf im laufenden Jahr auf konkrete wissenschaftliche Ergebnisse hoffen!

Fotos 2-6: Copyright Walter-Jörg Langbein

»Die Externsteine... ein vorchristliches Observatorium?«
Teil 63 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 03.04.2011

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Sonntag, 31. Oktober 2010

41 »Die Schlange, die vom Himmel steigt«

Teil 41 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Vielleicht die schönste Pyramide der Welt...
Sie ist für mich eine der schönsten Pyramiden der Welt: »Castillo« nannten sie die Spanier, geweiht war sie dem Gott Kukulkan. Die heute sichtbare Pyramide wurde über eine ältere gebaut. Die »Urpyramide« steckt wie ein Kern in der »neuen«.

Der plündernde »Eroberer« Francisco de Montejo baute hier sein Lager auf... im Zentrum einer einst gewaltigen Metropole. Einst war die Mayastadt mindestens fünfundzwanzig Quadratkilometer groß. Sie ist heute weitestgehend vom Erdboden verschwunden. Weite Teile müssen noch rekonstruiert werden. Wo mögen sich noch Fundamente im Erdreich verborgen finden? Die Spanier haben gewaltig gewütet und unermesslich kostbare Kulturgüter verwüstet und zerstört.

»Heidnischer Glaube« war den Vertretern des christlichen Abendlandes ein Gräuel. Dabei dürften die meist des Lesens unkundigen Europäer, die gen Mittel- und Südamerika zogen wohl kaum wirklich fromm und gottesgläubig gewesen sein! Man muss es immer wieder wiederholen: Zeugnisse der uralten Kulturen Zentralamerikas wurden rücksichtslos vernichtet. Kultstätten wurden verwüstet, fortschrittliche Siedlungen abgefackelt, Menschen wurden gefoltert und ermordet.

Prof. Dr. Hans Georg Wunderlich (1928-1974) bringt es in seinem Standardwerk »Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende« (1): »Kolumbus, Cortés, Pizarro und wie sie alle hießen, sie waren nach heutigen Vorstellungen bestenfalls Abenteurer, in der Mehrzahl aber tatsächlich nichts anderes als brutale Erpresser und Killer. »Nach Prof. Wunderlich waren »die Konquisadoren durchweg goldgierige Massenmörder – und das waren sie wirklich«.

Der Kulturphilosoph Egon Friedell (1878-1938) kritisiert mit Recht die Arroganz der Spanier. In seinem geradezu legendären Werk »Kulturgeschichte der Neuzeit« (2) schreibt er: »Als Hernando Cortez im Jahre 1519 den Boden Mexikos betrat, fand er eine hochentwickelte, ja überentwickelte Kultur vor, die der europäischen weit überlegen war; als Weißer und Katholik, verblendet durch den doppelten Größenwahn seiner Religion und seiner Rasse, vermochte er sich jedoch nicht zu dem Gedanken erheben, dass Wesen von anderer Weltanschauung und Hautfarbe ihm auch nur ebenbürtig waren. Es ist tragisch und grotesk, mit welchem Dünkel diese Spanier, Angehörige der brutalsten, abergläubischen und ungebildetsten Nation ihres Weltteils, eine Kultur betrachteten, deren Grundlage sie nicht einmal ahnen konnten.«

Ein Kalender aus Stein
Die Kukulkan-Pyramide beeindruckt nicht durch monumentale Wuchtigkeit, sondern durch schlichte Eleganz und Leichtigkeit. Was mögen die Priesterarchitekten dem sakralen Bauwerk der Mayas
an Wissen anvertraut haben? Haben wir schon das im Stein verewigte Wissen schon vollständig entschlüsselt? Das wage ich zu bezweifeln. Fakt ist: Das Bauwerk des Kukulkan besteht aus neun Plattformen. Vier Treppen führen nach oben zum Kukulkan-Tempel. Insgesamt sind es 364 Stufen. Eine 365. Stufe gewährt Zutritt zum Tempel, Zwei Säulen säumen den Eingang. Gefiederte Schlangen sind zu erkennen.

Jede Treppenstufe steht für einen Tag. 365 Treppenstufen entsprechen exakt der Dauer eines Jahres von 365 Tagen. Die Mayas waren geradezu besessene Astronomen. Sie beobachteten die Planeten und Sterne. Über Jahrhunderte hinweg notierten sie die Ergebnisse ihrer präzisen Beobachtungen. Sie erkannten das Gesetz der ewigen Wiederkehr. Die Zeit, das wussten die Mayas – und das war die Grundaussage ihrer Philosophie – besteht aus sich ewig wiederholenden Zyklen: seit Anbeginn des Universums drehen sie sich wie die Räder eines genial entworfenen Mechanismus.

Die mystische Schlange
steigt vom Himmel herab
Die Mayas haben ohne Zweifel ihre Erkenntnisse in unzähligen Codices verewigt. Die aber wurden von den barbarischen Eroberern mit Enthusiasmus gesammelt und in gewaltigen Feuern verbrannt. Erhalten geblieben ist ein astronomisches Werk in Stein: die Pyramide des Kukulkan! Alle Jahre wieder bietet sie so etwas wie einen Film, eine »Lichtshow«.. mit der Präzision eines Uhrwerks: immer am 21. März und am 21. September kriecht Gott Kukulkan als Schlange aus Licht vom Himmel herab... und verschwindet wieder ins Himmelreich.

Damit dieses Phänomen Jahr für Jahr pünktlich zu den Sonnwendfeier an 21. März und am 21. September sichtbar werden konnte, waren umfangreichste Berechnungen und präzise Entwürfe erforderlich. Die Kukulkan-Pyramide musste millimetergenau platziert werden, sonst würde nicht seit Jahrhunderten Sonnenlicht und Schatten eine Schlange vom Himmel steigen und wieder entschwinden lassen...

Ich habe diesen »Film« mit einigen Tausend anderen Besuchern am 21. März gesehen. Schon am Morgen hatte ich mich eingefunden. Erst gut anderthalb Stunden vor dem Sonnenuntergang begann’s: die Sonne leuchtete die dem Westen zugeneigte Pyramidenfläche an. Wie unzählige Kegel von Taschenlampen projizieren die Sonnenstrahlen Licht auf die nördliche Pyramidenfront. Dreiecke aus Licht entstehen, wandern von der Spitze der Pyramide nach unten. Ein Schlangenkopf taucht aus dem Schatten auf...

Deutlich ist der Leib der zur Erde kriechende Schlange zu erkennen, von der Schwanzspitze bis zum geöffneten Maul. Die Schlange vollendet ihre Reise: aus dem All zur Erde. Dies geschieht alljährlich am 21. März. Und alljährlich am 21. September kehrt sie wieder in die unendlichen Weiten des Alls zurück!

Ein steinerner Schlangenkopf
Worte vermögen den Zauber nicht wirklich zutreffend zu beschreiben. Es ist ein Mysterium aus Stein, Licht und Schatten.. wir vor den Augen des Betrachters eine Schlange aus Licht entsteht, die sich mit ihrem mächtigen Kopf aus massivem Stein am Boden vereint.

Astronomische Kenntnisse waren Voraussetzung.. ebenso wie perfekte Baukunst! Und Astronomen der Extraklasse waren sie, die Mayas! Über viele Jahrhunderte beobachteten sie Sterne und Planeten. Sie verfügten in Chichen Itza über ein perfektes Observatorium!

In Chichen Itza gab es auch eine »Kirche« der Stern- und Planetenforscher. Das Kultgebäude heißt heute »Caracol«, zu Deutsch »Schneckenhaus« oder »Schneckenturm«. Wie es bei den Mayas hieß, das weiß heute niemand mehr zu sagen ... Deutlich ist der Zweck des Bauwerks zu erkennen: Es war ein Observatorium. Der Name ist leicht erklärt: Im Inneren führt eine Wendeltreppe bis zur höchsten Stufe. Schon aus einiger Distanz fällt die ungewöhnliche Kuppel des astronomisch-sakralen Denkmals auf.

Das Observatorium der Mayas
Auf drei Stufen erhebt sich das Gebäude an der idealen Stelle in der Stadt. Die Maya-Astronomen hatten den perfekten Blick auf die Venus, die sie studierten. Auch Sonnenbeobachtungen wurden mit wissenschaftlicher Akribie durchgeführt. Leider nagte der Zahn der Zeit über die Jahrhunderte am »Caracol«, der aber nichts von seiner majestätischen Aura eingebüßt hat. Leider lässt sich die Ruine nicht mehr exakt genug rekonstruieren. So kann so manches Maß von astronomischer Bedeutung nicht mehr erkannt werden. Und die Manuskripte der Astronomen, die es gegeben haben muss, wurden wohl von den Spaniern mit Eifer verbrannt. Oder ruhen sie noch irgendwo in geheimen Verstecken, die die Plünderer übersehen haben?

Trotzdem muss man auch heute über die Präzision der Baumeister der Mayas staunen. Der Grundriss des Caracol hat ein Seitenverhältnis von 5 zu 8. Auf den ersten Blick erscheint das nicht weiter ungewöhnlich zu sein. Doch entspricht diese Relation exakt dem Verhältnis der Umlaufzeiten von Erde und Venus, 365 zu 584. Wie viele astronomische Daten mögen wohl einst in das Maya-Observatorium eingeflossen sein? Fest steht:

Durch kleine Fensterchen und Luken wurden wichtige Sterne angepeilt. Planeten wurden beobachtet. Ergebnisse wurden notiert. Die Mayas wollten dem Geheimnis des Universums auf die Spur kommen. Sie wollten eruieren, nach welchem Plan sich Sterne und Planeten bewegen.

Die Mayas verfügten über enormes astronomisches Wissen. Sie versuchten Gesetzmäßigkeiten im Zusammenspiel der kosmischen Körper zu erkennen. Hinter den Planeten und Sternen vermuteten sie einen intelligenten Plan.

Tausende bestaunen das Wunder von Chichen Itza
Zurück zur Pyramide von Kukulkan und der Schlange aus Licht ... Das Phänomen lockt auch heute noch Tausende von Maya-Nachkommen, aber auch Touristen, an. Die Schlange, geformt aus Licht und Schatten, wandert von der obersten Tempelplattform nach unten. Sie ringelt sich die steilen Pyramidenstufen hinab....und kehrt auch wieder nach oben zurück.

Wer sich einen guten Platz ergattern möchte, sollte schon frühmorgens bei der Kukulkan-Pyramide erscheinen. Denn bald schon setzt der Massenansturm ein. Das weitläufige Areal wird förmlich von Menschen überflutet ... sehr zum Ärger der katholischen Kirche! Wird doch auf diese Weise – unwissentlich oder nicht – ein uralter Kult der Mayas ... die Anbetung der Schlange, die vom Himmel kommt ... fortgeführt ... Es empfiehlt sich, sich möglichst nah bei den Ruinen eine Unterkunft zu suchen. Auf diese Weise kann man schon frühmorgens die Ruinenanlage betreten, ohne störende Besuchermassen Pyramide, Observatorium, Tempel und Opferbrunnen auf sich wirken lassen.

Im »Buch der Jaguar-Priester« heißt es: »Sie (die Götter, Ergänzung des Verfassers) stiegen von der Straße der Sterne hernieder. Sie sprachen die magische Sprache der Sterne des Himmels. Ihr Zeichen ist unsere Gewissheit, dass sie vom Himmel kamen. Und wenn sie wieder herniedersteigen, dann werden sie neu ordnen, was sie einst schufen.«

Nach Jahrzehnten des Forschens bin ich davon überzeugt: Die Mayas sahen den Ablauf der Geschichte des Universums als ewige Wiederkehr von Zeit-Zyklen. Sie rechneten in astronomischen Zahlen. Sie überblickten wahre Zeitmeere, die sich kein Mensch vorstellen kann. Sie maßen Zeitenläufe nach Milliarden von Jahren. Für die Mayas folgten einander Weltuntergang und Neuanfang immer wieder aufs Neue! Kulturen wurden geboren, Kulturen blühten zu höchstem Niveau, um wieder zu versinken. Doch jedem Ende wohnte bei den Mayas ein Neuanfang inne ...

Leben wir am Vorabend des Jahres 2012 im Angesicht des nächsten Weltuntergangs? Endet im Jahr 2012 wieder ein Zyklus der Mayas? Steigen dann wieder Götter vom Himmel... Astronautengötter? Naht die nächste Apokalypse? (Zu diesem Thema habe ich mich ausführlich in meinem Buch »2012 - Endzeit und Neuanfang« geäußert!)

Astronautengott aus dem All?
Fußnoten(1) Wunderlich, Hans Georg: »Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende«, Reinbek bei Hamburg 1977, S. 184

(2) Zitiert von Wunderlich, Hans Georg: : »Die Steinzeit ist noch nicht zu Ende«, Reinbek bei Hamburg 1977, S.186

»Das Geheimnis der fliegenden Männer«,
Teil 42 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 07.11.2010






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