Sonntag, 19. April 2020

535. »Berufen, hoch zu fliegen« (Loreto)

Teil 535 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Die »Loreto Kapelle« von Birkenstein (Bayern).
Foto Walter-Jörg Langbein

»Berufen, hoch zu fliegen«, so lautet das Motto eines ganz besonderen Jubiläums. Anno 1920 erklärte Papst Benedikt XV (*1854; †1922) die »Madonna von Loreto« zur »Patronin der Luftfahrt«. Warum hat sich der »Heilige Vater« für die »Madonna von Loreto« als Schutzheilige für die Luftreisenden entschieden? Das liegt an einer alten Legende. Nach dieser frommen Überlieferung wurde die »Santa Casa« von Jesu Mutter Maria anno 1295 aus dem »Heiligen Land« von Engeln per »Luftfracht« nach Loreto geschafft. 2020 wurde zum »Jubiläumsjahr« ernannt.

Wer heute die Verkündigungsbasilika von Nazareth besucht, wird nur die Grotte finden, nicht mehr das »Haus« davor. Nun mag der Skeptiker fragen, ob es denn dort wirklich einst »Santa Casa« gegeben habe. Reinhard Habeck klärt auf (1): »Bereits in den 1960er-Jahren haben Ausgrabungen nachgewiesen, dass vor der Grotte tatsächlich ein gemauertes Haus existiert haben muss.« Das aber ist verschwunden, wenngleich nicht spurlos. Konnten doch die Ausgräber tatsächlich die genauen Maße der bescheidenen Bleibe eruieren. Und siehe da (2): »Die Fundamente des fehlenden Gebäudes stimmen mit den Abmessungen der Santa Casa in Loreto überein.« Damit nicht genug! Ich darf noch einmal das empfehlenswerte Werk Habecks zitieren (3): »Das Marienhaus von Loreto entspricht in bauwerklicher Hinsicht keinem bekannten Stil, der im Mittelalter in der Marken-Region üblich war, sondern wurde nach altem palästinensischen Muster errichtet. Das bestätigt sich durch die Bearbeitung vieler Steinoberflächen. Die Anwendung stimmt mit einer speziellen Technik überein, die bei den Nabatäern, einem Nachbarvolk der Hebräer, gebräuchlich war.«

Fakt ist: In Nazareth stand einst ein Häuschen vor einer Höhle, das von dort verschwunden und in Loreto, Italien, wieder aufgetaucht ist. Es scheint erwiesen zu sein, dass »Santa Casa« von Loreto jenes Häuschen ist, das aus Nazareth spurlos verschwunden ist.

Fakt ist, wie Historiker Michael Hesemann belegt, dass das Heilige Haus von Loreto wohl einst in Nazareth stand: Das »Heilige Haus« von Loreto (Italien), so schreibt der renommierte Historiker, Dokumentarfilmer und Fernsehjournalist Hesemann (4) »passt perfekt vor die Verkündigungsgrotte von Nazareth und würde den Zwischenraum zwischen den erhaltenen Mauern des judenchristlichen Heiligtums und der Felswand füllen.« Michael Hesemann schreibt weiter (5):

»Die Santa Casa von Loreto passte also auf das Fundament in Nazareth so perfekt wie ein Ei in einen Eierbecher. Seine drei Wände – die vierte Wand ist eindeutig eine Ergänzung – , Fenster und Türen erscheinen erst sinnvoll, wenn man sich das Heilige Haus als ›Vorbau‹ der Verkündigungsgrotte von Nazareth vorstellt. … Doch wenn es (das Heilige Haus), worauf alles hindeutet, tatsächlich aus Nazareth stammt, wie ist es nach Loreto gekommen, auf welchem Weg hat es die exakt 2232,5 Kilometer Luftlinie zurückgelegt?« Wie kam das »Heilige Haus« von Nazareth nach Loreto? Wurde es – wie die Legende kündet – von Engeln durch die Lüfte getragen? Das Motiv findet sich auf einer Briefmarke aus Kroatien, aus dem Jahr 1994. Sehr beeindruckend ist ein Wandgemälde in einer der Kapellen der Basilika von Loreto.

Foto 2: Autor Walter-Jörg Langbein
in Birkenstein.
Foto Heidi Stahl.

Der frommen Überlieferung nach trugen Engel Marias Haus von Nazareth durch die Lüfte nach Loreto in Italien. Und in Loreto ist das »Heilige Haus« tatsächlich zu sehen, in der Basilika vom Heiligen Haus in Loreto (»Santuario Basilica Pontificia della Santa Casa di Loreto«. Diese römisch-katholische Wallfahrtskirche in Loreto bei Ancona an der Adria lockt jährlich rund 4.000.000 Pilger in die Kleinstadt an der Adriaküste. Somit rangiert Loreto auf Rang 6 der größten Marienwallfahrtsstätten der Welt.

Die enorme Beliebtheit der »Santa Casa« in Loreto ließ weltweit fromme Bauherren aktiv waren und mehr oder minder originalgetreue Kopien der »Loreto Kapelle« errichten. So können Christen weltweit physisch nachempfinden, wie – der Legende nach – Gottesmutter Maria mit dem kleinen Jesusknaben lebte.

Mit wunderbaren Freunden aus Gerblinghausen besuchte ich die »Loreto Kapelle« von Birkenstein, idyllisch im Leitzachtal im oberbayerischen Landkreis Miesbach gelegen. Das Dörfchen ist ein Gemeindeteil von Fischbachau. Es hat sich seit über einem Jahrhundert kaum verändert. Auf alten Ansichtskarten, die vor 100 Jahren versandt wurden, sieht die doppelgeschossige sakrale Anlage so aus wie heute. Anno 1823, am 13. August, stattete der bayerische König Max Joseph I. Birkenstein einen Besuch ab. Schon damals wirkten die ehemalige Klause und die Wallfahrtskapelle eine Einheit. Aus der einstigen Klause wurde das Sockelgeschoss, die – als Obergeschoss – die kleine Kapelle trägt. Heute kommen Jahr für Jahr über 200.000 Menschen nach Birkenstein. An Sonntagen sind es oft über 1.000 Besucher. Und viele der Touristen und Pilger empfinden heute, so wie König Max Joseph I., der anno 1823 die »schöne Kapelle« (6) lobte.

Mich hat die bescheidene Schlichtheit der fast wie ein Modell wirkenden doppelgeschossigen Anlage sofort in ihren Bann gezogen. In einem betagten Führer lese ich (7): »Das Erdgeschoß zeigt außen in Nischen den heiligen Kreuzweg, die 13. Station, mit Pietà, ist als Gebetsraum ausgebildet, die 14. Station als Grabkapelle. Darüber steht das Obergeschoß, ›das lauretanische Haus‹ mit steilem Dach, auf dem westlich ein Kuppeldachreiter sitzt; innen Tonnengewölbe.«

Foto 3: Die Loreto-Madonna
von Birkenstein (um 1930).

Ob man an die fromme Legende vom Transport des »Heiligen Hauses« von Nazareth nach Loreto glaubt oder nicht, die »Madonna von Loreto« ist aus nicht nur aus katholischer die ideale »Patronin der Luftfahrt«. Auch das Motto des »lauretanischen Jubiläums« passt zur »Madonna von Loreto«: »Berufen, hoch zu fliegen«. »Sagenhafte Zeiten« moniert allerdings mit Recht (8): »Statt Floskeln wie ›Die Wirklichkeit ist das Rollfeld, von dem wir uns jeden Tag erheben können‹, hätte die Kirche eher biblische und außerbiblische Flugberichte wie die von Hesekiel, Abraham oder Henoch analysieren oder zumindest ins Gedächtnis der Kirchgänger rufen können. … Die Kirche ist noch immer nicht im 21. Jahrhundert angekommen.«

In der Tat, Nichtkatholiken können es kaum oder gar nicht nachvollziehen, dass Gläubigen, die im Jubiläumsjahr eine von vielen Flughafenkapellen irgendwo in der Welt aufsuchen, ein vollkommener Sündenerlass zuteilwird. Das empfindet nicht nur »Sagenhafte Zeiten« als unzeitgemäß: »Ablass wie im Mittelalter und kein Wort von biblischen Himmelsbesuchern.«

In der Tat: Studiert man die alten biblischen und außerbiblischen Legenden, dann trifft man immer wieder auf Texte, in denen Menschen Himmelsreisen antreten. Zum Thema »Berufen, hoch zu fliegen« passt ein kurzer Text, den ich in »Legends of the Jews« von Louis Ginzberg (*1873; †1953) gefunden habe. Ginzberg, der einer der führenden jüdischen Gelehrten in den USA war, hat ein beeindruckendes siebenbändiges Kompendium zusammengestellt. Zwei Männer, so erfahren wir, waren offenbar »berufen, hoch zu fliegen« (9):

»Als Hiram auf diese Weise über der Erde schwebte, da nahm er in seinem leeren Wahn, er wäre er dem Rest der Menschen überlegen, plötzlich den Propheten Hesekiel neben sich wahr. Erschrocken und erstaunt fragte Hiram den Propheten, wie er denn in jene Höhen aufgestiegen sei. Die Antwort war: ›Gott hat mich hierher gebracht, und er hat mich gebeten, dich zu fragen, warum du so stolz bist, der du von einer Frau geboren wurdest?‹ Der König von Tyrus antwortete trotzig: ›Ich bin nicht von einer Frau geboren, ich lebe für immer.‹ Seht, wie viele Könige ich überlebt habe! Einundzwanzig aus dem Hause David und ebenso viele aus dem Königreich der Zehn Stämme und nicht weniger als fünfzig Propheten und zehn Hohepriester habe ich begraben.‹«

Wer ist mit Hiram gemeint? Im 2. Buch Samuel wird von einem Hiram berichtet, der maßgeblich am Bau des Tempels in Jerusalem beteiligt war. Kapitel 5, Vers 11: »Und Hiram, der König von Tyrus, sandte Boten zu David mit Zedernholz, dazu Zimmerleute und Steinmetzen, dass sie David ein Haus bauten.« Hiram, zu Deutsch etwa »hochgeboren, vornehm« und Hesekiel werden allerdings in der theologischen Forschung nicht als Zeitgenossen angesehen: Hiram (*999 v.Chr.; †935 v.Chr.), ein phönizischer König, lebte etwa 500 Jahre vor Hesekiel (6. Jahrhundert v.Chr.). In der jüdischen Midrasch-Tradition sieht das freilich anders aus. Da wird von Hirams Tod berichtet. Hiram, so heißt es, habe sich gegen Gott empört. Der ließ Hiram durch Ezechiel warnen. Hiram zeigte sich ob dieser Warnung nicht beeindruckt. Jetzt wirkte Gott durch König Nebukadnezar und ließ ihn das Reich des Hiram zerstören. Nach der Midrasch-Tradition waren Hiram und Hesekiel Zeitgenossen.

Foto 4: Hesekiels Himmelsflug - die Herrlichkeit des Herrn.
Kupferstich Küsel Icones Biblicae (1679).
Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

Hesekiel war im Jahre 597 vor Christus mit vielen seiner Landsleute auf Befehl von König Nebukadnezar nach Babylon deportiert worden. Er lebte in Tel-Abib am Flusse Chebar in Chaldea. Er war verheiratet und gehörte zur Oberschicht der Bevölkerung. Dank des Bibeltextes können wir datieren: 593 oder 592 begann er als etwa Dreißigjähriger seine Aufzeichnungen zu notieren. Rund zwanzig Jahre führte er Buch über phantastische Geschehnisse. Detailfreudig beschrieb er seine wahrhaft kosmischen Kontakte mit Gott.

Hesekiel erlebte wahrhaft Erstaunliches. Er wurde auch als »Passagier« mit in die »Herrlichkeit des Herrn« aufgenommen und erlebte Flüge in himmlischen Gefilden (10): »Und der Geist hob mich empor, und ich hörte hinter mir ein Getöse wie von einem großen Erdbeben, als sich die Herrlichkeit des Herrn erhob von diesem Ort.« Als Hesekiel wieder festen Boden unter den Füßen hatte, da stand er offensichtlich unter Schock. Fast verschämt gibt er zu (11): »Und ich kam zurück zu den Weggefährten, die am Fluss Chebar wohnten, nach Tel-Abib und setzte mich zu denen, die dort wohnten, und blieb unter ihnen sieben Tage ganz verstört.«

Was hat Hesekiel erlebt? Im Jahr 1968 erschien Erich von Dänikens erstes Werk »Erinnerungen an die Zukunft«. Darin nahm er sich auch des biblischen Propheten Hesekiel an, behauptete, die Schilderungen des biblischen Priesters müsse doch wohl auf Begegnungen mit vorgeschichtlichen Astronauten zurückzuführen sein.

Unter dem Titel »Chariots of the Gods« erschien Dänikens Buch auch in den USA. So wurde Josef Blumrich auf Erich von Dänikens Interpretation aufmerksam. Josef Blumrich, 1913 in Österreich geboren, wanderte 1959 in die USA aus und wurde ein leitender Mitarbeiter der US-Raumfahrtbehörde NASA. Für seine Arbeit im Dienste der Raumfahrt wurde Josef Blumrich, der zur »Leiter der Abteilung für Projektkonstruktion« aufstieg, mit einer der höchsten Auszeichnungen geehrt, die nur höchst selten verliehen werden. Der sympathische Ingenieur starb 2002.

Foto 5: Rekonstruktion der »Herrlichkeit des Herrn«
nach Hesekiel/ Blumrich.
Foto/copyright Archiv Erich von Däniken.

Josef Blumrich, mit dem so manches interessante Gespräch führen durfte, war also der prädestinierte Mann, um die dänikensche Spekulation zu überprüfen. Zunächst fühlte sich der Wissenschaftler geradezu erhaben über die dänikensche Spekulation. Doch je länger er sich mit seinem Wissen als Raketenfachmann den biblischen Bericht des Hesekiel vornahm, desto stärker wurde die Überzeugung des NASA-Ingenieurs: Der biblische Prophet verfügte über geradezu unglaubliches Wissen, das nach Blumrich nur auf wirkliche Begegnungen mit außerirdischen Flugvehikeln zurückgeführt werden kann.

Demnach hat Hesekiel mehrfach ein außerirdisches Raumschiff gesehen und ist zu Flügen mit an Bord genommen worden. Hesekiels Text ist so präzise, dass sich Josef Blumrich in der Lage sah, das außerirdische Raumschiff detailliert zu rekonstruieren. Die Beschreibung der Räder der »Herrlichkeit des Herrn« animierten den NASA-Ingenieur sogar dazu, eine technische Ausarbeitung als Patent anzumelden. Es wurde angenommen (US Patent 3.789 947 vom 5. 2. 1974). Es ist durchaus möglich, dass das von Blumrich nach Angaben von Hesekiel erarbeitete Patent in der Raumfahrt von morgen eingesetzt wird, etwa bei Fahrzeugen, die die Oberfläche des Mars erkunden sollen. Die erstaunlichen Erkenntnisse über das unglaubliche Wissen fasste Josef Blumrich zu einem Buch zusammen (12): »Da tat sich der Himmel auf.«. Es erschien erstmals 1973 in deutscher Sprache.

Nach den »Legends of the Jews«, zusammengetragen von Louis Ginzberg, war im göttlichen Schöpfungsplan von Anfang an vorgesehen, was im Lauf der Geschichte geschehen würde. In Band I (13) geht es in »Kapitel I« (14) um »Die Erschaffung der Welt. Im Zentrum von »Kapitel II« (15) stehen Adam und Eva. Zum Schöpfungsplan gehört auch kuriose und wundersame Ereignisse (16): »Dem Meer wurde befohlen, sich vor Mose teilen, der Sonne und dem Mond wurde geheißen, vor Josua stehen bleiben. Den Raben wurde befohlen, Elia zu ernähren, dem Feuer, die drei Jugendlichen im Ofen zu schonen, dem Löwen, Daniel keinen Schaden zuzufügen und dem Fisch, Jona auszuspucken.« Und schon damals, so lesen wir in den »Legenden der Juden« weiter, wurde den Himmeln angeordnet, sich vor Hesekiel zu öffnen.

Demnach gehörte es bereits zum Schöpfungsplan, dass Hesekiel in himmlische Gefilde reisen würde, wo ihm, der Legende nach Hiram begegnen sollte. Beide aber waren offenbar »berufen, hoch zu fliegen«.

Fußnoten
(1) Habeck, Reinhard: »Überirdische Rätsel/ Entdeckungsreisen zu wundersamen Orten«, Wien 2016 S. 88, Zeilen 6 und 7 von unten
(2) Ebenda, Seite 88 unten, Kapitelüberschrift »Rätselhaftes in Nazareth«
(3) Ebenda, S. 89, Absatz unter dem Foto
(4) Hesemann, Michael: »Maria von Nazareth/ Geschichte, Archäologie, Legenden«, 3. Auflage, Trier 2015, S. 104 unten
(5) Ebenda, S. 108 oben
(6) Demmel, Fritz: »Birkenstein: Wallfahrtskapelle Maria Himmelfahrt«, Passau 2005, S. 9, rechte Spalte oben
(7) »Birkenstein«, Schnell und Steiner Kunstführer Nr. 85, München 1935, 7. Auflage 1984, Seite 2
(8) »Sagenhafte Zeiten«: »Loreto-Jubiläum/ Berufen, hoch zu fliegen«, »Sagenhafte Zeiten« 2/2020, Seite 6 links unten
(9) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, Band 4, »From Joshua to Esther«, Taschenbuchausgabe, Baltimore 1998, Seite 335, 12. Zeile von unten – S. 336, 2. Zeile von oben.
(10) Hesekiel Kapitel 3, Verse 12 und 13
(11) Hesekiel Kapitel 3, Vers 15
(12) Blumrich, Josef: »Da tat sich der Himmel auf. Die Begegnung des Propheten Ezechiel mit außerirdischer Intelligenz«, Düsseldorf 1973
(13) Ginzberg, Louis: »The Legends of the Jews«, Band
 I. »Bible Times and Characters from the Creation to Jacob«, Philadelphia, »The Jewish Publication Society of America«, Philadelphia 1909
(14) Ebenda, Seiten 3-46
(15) Ebenda, Seiten 49-102
(16) Ebenda, Seite 50, 3. Zeile von unten – Seite 51, 4. Zeile von oben

Zu den Fotos
Foto 1: Die »Loreto Kapelle« von Birkenstein (Bayern). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Autor Walter-Jörg Langbein in Birkenstein. Foto Heidi Stahl.
Foto 3: Die Loreto-Madonna von Birkenstein (um 1930). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Hesekiels Himmelsflug - die Herrlichkeit des Herrn. Kupferstich Küsel Icones Biblicae (1679). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Rekonstruktion der »Herrlichkeit des Herrn« nach Hesekiel/ Blumrich. Foto/copyright Archiv Erich von Däniken.

536. »Und ich sah, und siehe«,
Teil 536 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26. April 2020



Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 12. April 2020

534. »Erich von Däniken zum 85. Geburtstag«

Teil 534 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



ALLES GUTE, ZUM GEBURTSTAG, EVD!
Gesundheit und Schaffenskraft,
Geduld und weiterhin gute Ideen,
Freude am Forschen und
Schreiben!
Und besten Dank für so Vieles!
Uns allen: Gut, dass es
EVD gibt!
Glückwunsch Planet Erde zu
diesem großartigen Menschen!
 

Foto 1: Erich von Dänikens erster Weltbestseller
> amazon

Erich von Däniken ist ein »Sonntagskind«. Er wurde am 14. April 1935 geboren, Palmsonntag 1935. Am Dienstag, den 14. April 2020 feiert er nun seinen 85. Geburtstag. Feiert? Vermutlich wird er arbeiten. Das Corona-Virus veränderte einiges in Leben des E.v.D. Reisen nach Ägypten und in die USA mussten gestrichen werden. Vortragstermine wurden – gezwungener Maßen – abgesagt. Müßiggang bricht dennoch nicht aus bei E.v.D. Zu tun hat er immer sehr viel. Wenn es möglich wäre, mehrere E.v.Ds herzustellen, die würden alle nicht über Arbeitsmangel klagen können.

Erich von Däniken wird 85 und man kann nur staunen, was dieser Mann zu leisten vermag. E.v.D absolviert – und das weltweit – ein unglaubliches Arbeitspensum, und das in seinem Alter. Arbeitsleistung und sein Alter: das ist kein Gegensatz, das ist kein Widerspruch. Erich von Däniken ist nicht so gut drauf, obwohl er in seinem Alter so viel leistet, sondern weil er so viel leistet. Seine Arbeit, das ist sein Lebenselixier. Sein leidenschaftliches Suchen, Streben, Forschen, das alles gibt ihm Kraft.

Erich von Däniken ist ein Sonntagskind. Sein Forschen, seine Reisen, seine Bücher und seine Vorträge: das alles ist sein Lebenselixier. E.v.D. kann sich glücklich schätzen, dass er seit mehr als einem halben Jahrhundert genau das tun kann, was er tun möchte und tun muss. Wir können uns glücklich schätzen, weil E.v.D. uns die Augen öffnet und uns unsere fantastische Vergangenheit und unsere fantastische Zukunft erkennen lässt.

Erich von Däniken war schon als Schulknabe wegen seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit beliebt und geschätzt. Daran hat sich, das kann ich nur bestätigen, nichts geändert. Ich schrieb ihm anno 1968 und erhielt zu meinem eigenen Erstaunen Antworten. Ich lernte Erich von Däniken schließlich persönlich kennen. Vertrauen wurde aufgebaut. Ich darf stolz sagen: Wir wurden gute Freunde. Und diese Freundschaft hält nun schon Jahrzehnte.

Foto 2: Erich von Dänikens zweiter Weltbestseller
> amazon

Zu E.v.D. durfte ich immer mit meinen Sorgen kommen: als Gymnasiast, als Student der evangelischen Theologie und schließlich als »freier Journalist und Schriftsteller«. Gelegentlich durfte ich ihn zusammen mit E.v.D.s langjährigem Mitarbeiter Willi Dünnenberger auf Vortragstourneen begleiten, den Diaprojektor bedienen... E.v.D. konnte noch so sehr im Stress sein, und das war er oft, eigentlich immer, für meine Sorgen hatte er immer ein offenes Ohr.

Ich selbst durfte auf Weltkongressen der A.A.S. Vorträge halten, erstmals am 27. Juli 1978 in Chicago, Illinois. 1979 war das Jahr der Entscheidung für mich. Am 14. Juni 1979 berichtete ich in München über »Die Sache mit den Urtexten« – und beschloss, mein Theologiestudium abzubrechen. In München fand sich nach meinem Vortrag ein Verleger für mein erstes Buch (»Astronautengötter«) der leider allzu früh verstorbene John Fisch (*1942; †1984).

1979 lernte ich – durch meinen Vortrag bei der A.A.S. – meine Frau Barbara kennen und lieben, mit der ich seither, seit über vierzig Jahren, zusammen bin. Ich fürchte, ich habe die Nerven meiner Frau in den vergangenen Jahrzehnten mit meiner Schreiberei gar manches Mal arg strapaziert. Zu meiner Verwunderung aber sind wir heute noch ein Paar. So verdanke ich mein Lebensglück... dem großartigen E.v.D.!

Wie ist er, der E.v.D., den man nun als Jubilar bezeichnen darf? Carmen Rohrbach (1): »Beim persönlichen Kontakt erwies er sich als liebenswürdig und entgegenkommend. Wohlwollend führte er uns in sein Heiligtum, das Archiv – einen Raum mit Schränken bis zur Decke, in denen, exakt geordnet und registriert, ein Schatz von Schriftstücken, Berichten, Notizen und Fotos lagert, der ungeklärte Rätsel und Seltsamkeiten auf unserer Erde beinhaltet. Großzügig gewährte er uns Einblick in Dokumente und Bildmaterial. Er erzählte begeistert von seinen Reisen in alle Teile der Welt, berichtete von neuen Entdeckungen und unschlagbaren Beweisen für seine Theorien.«

Foto 3: Erich von Däniken unterwegs

Weiter schreibt Carmen Rohrbach: »Statt aufgeblasen und eitel, wie ihn manche seiner Gegner beschreiben, fand ich einen offenherzigen und humorvollen Menschen, der passioniert und enthusiastisch für seine Ideen ficht. Ich war beeindruckt von seiner Leidenschaft, mit der er voneinander unabhängige Erscheinungen, Ereignisse und Kuriositäten sammelt, miteinander verbindet und alles in einer einzigen, für ihn gültigen Vorstellung enden läßt: die Existenz Außerirdischer und ihrer Landung auf unserem Planeten.«

Ja, beeindruckend ist er, der E.v.D. Er hat einen unbeschreiblichen Reichtum an Energie in sich, er ist auf fantastische Weise charismatisch und er ist immer er selbst geblieben.

In seinem Werk »Raumfahrt« stellt der Raumfahrtpionier Prof. Eugen Sänger (*1905; †1964) schon 1958 Überlegungen über Besucher von anderen Sternen auf der Erde in der Vergangenheit an. Er schreibt (2): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Entstand also der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden also schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert?

Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (3):

Foto 4: Mit E.v.D. vor einem »Tempel« (Malta)

»Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte vor einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«.

Schließlich listet Prof. Sänger einige Indizien für Besuche der »Astronautengötter« auf, die Jahre später sozusagen zum Kanon der »Prä-Astronautik« gehören sollten (4):

Foto 5: »Neue Erkenntnisse«
> amazon

»Tatsächlich berichtet nicht nur die Bibel vom Propheten Elias, er sei auf einem von Flammenrossen gezogenen Donnerwagen gen Himmel gefahren, nach mexikanischen Mythen erhielt die Maya den Besuch eines Gottes aus dem Weltraum, die Begründer der peruanischen Inkadynastie kamen vom Himmel...« Weiter schreibt Prof. Sänger: »Die bei Ninive gefundene Tontafel Assurbanipals mit der Kunde von dem Himmelsflug des sumerischen Königs Etam um 3200 v. Chr. bis in solche Höhen, dass ihm die Länder und Meere der Erde nicht größer erscheinen als ein Laib Brot, mag auch hierher gehören, ebenso wie die aus der Zeit um 155 v. Chr. stammende bekannte griechische Sage von Ikarus und Dädalos und die entsprechende germanische Sage von Wieland dem Schmied.«

Schließlich blickt Raumfahrtpionier Sänger in die Zukunft: Die »Erinnerung an die Fähigkeiten außerirdischer Wesen« habe im Menschen den Wunsch verstärkt, »selbst Raumfahrt zu treiben«. Es ist bemerkenswert, dass ein Pionier der Raumfahrt wie Prof. Eugen Sänger den durchaus möglichen Hintergrund von Mayamythologie erkennt: dass Götter der Mayas womöglich tatsächlich außerirdische Astronauten waren, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen.

Erich von Däniken hat vor über fünfzig Jahren eine Tür aufgestoßen. Er hat ein Tor geöffnet: in den Kosmos! E.v.D. macht Mut zu kühnen Gedanken. Und er zeigt allen Menschen, die wissbegierig sind, eine tief im Menschsein verwurzelte Sehnsucht: nach den Weiten des Universums.

Foto 6: E.v.D. hat sehr viel zu sagen!
> amazon

Wird das ehrgeizige Projekt jemals verwirklicht werden? Warum sollten sich Menschen in einem Raumschiff, das einer riesigen künstlichen Welt gleicht, auf eine Reise mit ungewissem Ziel machen? Warum sollten sich Menschen auf ein Abenteuer einlassen, dessen Ausgang sie selbst nie erfahren werden? Warum sollten Wissenschaftler ein Projekt ins Leben rufen, dessen Ausgang sie selbst nie erleben können? Schließlich würde es auf Jahrtausende angelegt sein, auf viele Generationen! Warum sollten Unsummen für ein riesiges Raumschiff ausgegeben werden, das wohl nie zur Erde zurückkehren wird?

Politiker haben häufig den »Weitblick« eines Maulwurfs. Werden sie enorme Summen in ein Projekt investieren, das Jahrtausende in die Zukunft weist?

Wissenschaftliche Forschung dient stets der Suche nach Antworten auf brennende Fragen. Gleichgültig, ob ein Raumschiff nach vielen Jahrtausenden zur Erde zurückkehrt, oder ob es für immer in den Tiefen des Alls entschwindet: die Konstrukteure und Erbauer werden nie erfahren, was Nachfahren der Startmannschaft in ferner Zukunft erleben werden.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Hermann Oberth (*1894; †1989) antwortete auf solche Einwände gegen interplanetare und interstellare Raumfahrt so (5): »Aber wozu das alles? Wer das faustische Streben nicht kennt, dem kann man auf diese Frage nicht antworten, und wer es kennt, der weiß die Antwort selbst. Ihm ist es selbstverständlich, alles Erforschbare zu erforschen, alles Unentdeckte zu entdecken, mit den Bewohnern anderer Welten in Verbindung zu treten.«

Foto 7: Brandaktuell - der neue Däniken!
> amazon

Erich von Däniken schrieb schon in seinem ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft« (6): »Der Mensch hat eine grandiose Zukunft vor sich, die seine grandiose Vergangenheit noch überbieten wird. Wir brauchen Weltraumforschung und Zukunftsforschung und den Mut, unmöglich erscheinende Projekte anzupacken. Zum Beispiel das Projekt einer konzentrierten Vergangenheitsforschung, das uns kostbare Erinnerungen an die Zukunft bringen kann. Erinnerungen, die dann bewiesen sein werden und ohne den Appell, an sie glauben zu sollen, die Menschheitsgeschichte erhellen. Zum Segen künftiger Generationen.«

Fußnoten
(1) Rohrbach, Carmen: »Botschaften im Sand«, München 1992, Seite 32 (Rechtschreibung wurde nicht an die Rechtschreibreform angepasst.)
(2) Sänger, Eugen: »Raumfahrt – technische Überwindung des Krieges«, Hamburg 1958, S.124+125
(3) Ebenda, Seite 124
(4) Ebenda, Seite 125
(5) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum – Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, Düsseldorf 1954
(6) Däniken, Erich von: »Erinnerungen an die Zukunft – Ungelöste Rätsel der Vergangenheit«, Düsseldorf und Wien, 1968, Seite 221

Zu den Fotos
Foto 1: Erich von Dänikens erster Weltbestseller.
Foto 2: Erich von Dänikens zweiter Weltbestseller.
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Mit E.v.D. vor einem »Tempel« (Malta). Foto Ille Pollo
Foto 5: »Neue Erkenntnisse«
Foto 6: E.v.D. hat sehr viel zu sagen!
Foto 7: Brandaktuell - der neue Däniken!

535. »Berufen, hoch zu fliegen«,
Teil 535 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19. April 2020



Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (43) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Der Tote im Zwillbrocker Venn (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Der hässliche Zwilling (11) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)