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Sonntag, 22. Dezember 2013

205 »Noch mehr Saurier, Teil II«


Teil 205 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Aus der Cabrera-Collection:
Mensch reitet auf Saurier
Foto: Walter-Jörg Langbein
Saurier aus Ton tummelten sich nicht nur in Prof. Javier Cabreras Geheimsammlung, sondern auch im immer für die Öffentlichkeit zugänglichen Teil des Museums. Der Platz ist beengt, die Zahl der Exponate mehr als beeindruckend. Hunderte, ja Tausende von Steinbrocken unterschiedlichster Größe werden da gezeigt. Sie alle tragen Ritzzeichnungen.

Die Ritzzeichnungen bieten so etwas wie ein Panoptikum der Unmöglichkeiten, das man wie ein fantastisches Buch lesen kann. Da gibt es wieder diese seltsamen Operations-Szenarien. Da tauchen wieder diese monströsen Saurier auf. Wieder sieht man Saurier und Menschen. Manchmal sitzen Menschen auf dem Rücken von Sauriern, die ihnen als Reittiere dienen. Andere Ritzzeichnungen führen Menschen vor, die durch Teleskope in den Himmel starren. Andere wiederum  halten Lupen in den Händen... Sollte es vor Urzeiten eine Zivilisation der fortgeschrittenen Art gegeben haben, die spurlos verschwunden ist?

Wenn die Kunstwerke Jahrtausende alt sein sollten: Woher wussten die Menschen damals in Südamerika, wie Saurier ausgesehen haben? Vor Jahrtausenden gab es keine Begegnungen zwischen Sauriern und Menschen! Aber müssen deshalb die Cabrera-Objekte alle falsch sein?

Noch ein Saurier von Cabrera
Foto: Walter-Jörg Langbein
Noch mehr Saurier werden in der faszinierenden Sammlung zur Schau gestellt, die der Bremer Kaufmann Waldemar Julsrud zusammen getragen hat. Waldemar Julsrud wanderte bereits 1897 nach Mexiko aus. Von Beruf war er Kaufmann. In Mexiko angekommen, entwickelte Julsrud bald ein Faible für archäologische Ausgrabungen. Geld hatte er offenbar genug, um im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato ausgiebige Grabungen durchführen zu lassen. Im südlichen von Acambaro wurde intensiv im Erdreich nach Relikten aus alten Zeiten gesucht.

Die Ausbeute der archäologischen Suche war gewaltig... und der archäologischen Welt ein Ärgernis ersten Ranges! Weit mehr als 30 000 Keramiken  wurden der Erde entrissen. Julsrud verwandelte sein geräumiges Haus in ein Privatmuseum. Nach und nach eroberten die Artefakte Raum für Raum. Waldemar Julsrud sah sich schließlich genötigt, auch sein Schlafzimmer zu räumen. Dort zogen auch archäologische Objekte ein, während der Hauseigentümer im Badezimmer nächtigte.

Die riesige Sammlung zog bald immer mehr Neugierige an, die in immer größerer Zahl Julsrud Haus erkundeten. Staunend standen die Menschen in den Räumen, auf der Treppe.. überall drängten sich wahrlich kuriose Figuren, die vor ewigen Zeiten geschaffen worden sind. Davon war jedenfalls Waldemar Julsrud felsenfest überzeugt. Bei dem gewaltigen Andrang wurde schließlich auch die klassische Archäologie auf die Sammlung Julsrud aufmerksam. Zu einer wissenschaftlichen Untersuchung ließ sich damals offenbar kein Gelehrter hinreißen. Stand doch das eigene Weltbild zur Diskussion! Als dann Waldemar Julsrud im Jahre 1964 verstarb, atmete die Welt der konservativen Wissenschaft namens Archäologie auf. Denn mit Julsrud verstummte der lauteste Kämpfer für die mysteriöse Sammlung, der immer wieder lauthals forderte, man möge doch endlich seine Artefakte wissenschaftlich untersuchen.

Ein Monster
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
So wurde Waldemar Julsruds Haus geräumt. Aber immerhin... die gewaltige Sammlung wurde nicht etwa vernichtet, sondern in ein unscheinbares Lagerhaus geschafft und dort eingeschlossen. So geriet die Sammlung Julsrud zunächst einmal in Vergessenheit.

Ähnliches ist offenbar Prof. Cabreras Sammlung „Tonfiguren“ widerfahren. Trotz intensiver Recherche ist es mir nicht gelungen herauszufinden, wo denn die mysteriösen Kunstwerke aufbewahrt werden. In der Geheimkammer jedenfalls befinden sie sich nicht mehr. Sie wurden nach dem Tod Cabreras aus den „unpassenden Räumen“ entfernt und anderweitig eingelagert. Aber wo? Javier Cabrera hat Jahrzehnte lang die wissenschaftliche Welt aufgefordert, seine Artefakte zu prüfen. Vergeblich, wie es scheint.

Wie Cabreras Saurierfiguren waren auch die Keramiken aus Julsruds Sammlung für die wissenschaftliche Welt vergleichbar wie ein Sakrileg für die katholische Kirche. Der deutsche Schriftsteller Gustav Regler (1898-1963) besuchte anno 1949 zum ersten Mal Acambaro und bekam – wohl als erster Europäer – die fantastische Sammlung zu sehen. Er beschreibt seinen Besuch bei Julsrud so: „Durch alle elf Räume wälzte sich dieser Strom von Einfällen. Schwänzelte, ringelte und reckte sich, bäumte sich, drohte und gierte, schnaubte und lauerte und schlug zu.“

Das muss eine unbeschreibliche Atmosphäre ergeben haben... dieses Kabinett aus unmöglichen archäologischen Funden!

Ein Saurier steht
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump 
Gustav Regler war erschüttert und fasziniert. Zigtausende von Figuren aus uralten Zeiten stellten das herkömmliche Weltbild in frage, just wie Cabreras Sammlungen. Denn auch in Julsruds Kollektion wimmelt es von präzisen Darstellungen von... Sauriern. Und wie bei Cabrera befinden sich Menschen und Saurier vereint, wenn auch nicht immer friedlich.

Gustav Regler, voller Faszination ob des eigentlich Unmöglichen (2): „Ich sah Saurier Frauen erdrosseln, sah Frauen an ihrem Hals in den Riesenschlund klettern wie im Wettbewerb. Ich sah Saurier  klagend vor Opferpfählen sitzen, an denen Menschen mit Pfeilen getötet wurden. Es war wirklich eine Invasion. Die Tiere rückten von Zimmer zu Zimmer vor. Julsrud war machtlos. Man öffnet wuchtige Wäscheschränke und findet Dinosaurier. Man folgt engen Pfaden über die Fliesen durch ein Arsenal von gefüllten Kisten. 3 000 beschwänzte Tiere schauen im Esszimmer dem Frühstück von Herrn Julsrud zu. Aus dem Kamin grinst ein Götze.

Sollte es Julsruds Sauriern ebenso ergehen wie jenen von Cabrera? Würden sie totgeschwiegen und vergessen werden, irgendwann spurlos verschwinden? In den 1950er Jahren hörte Arthur Middleton Young (1905-1995) von der „verbotenen Sammlung“. Middleton, technisches Genie und Erfinder, Vater des Bell-Hubschraubers, wollte sich selbst ein Urteil erlauben. Er suchte Julsruds Privatmuseum auf. Und war fasziniert und erschüttert. Fasziniert war er von der gewaltigen Zahl von Exponaten. Erschüttert war er, weil das Interesse der Wissenschaft an den Funden so klein war.
  
Ein Saurier geht
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
Arthur Middleton Young (3): „Lachhaft, dass diese Figuren von vielen Experten als Fälschungen betitelt werden, nur weil unsere Altvorderen nichts von Dinosauriern gewusst haben sollen.“ Und weiter: „Wie viele Stücke mussten die Herren Archäologen schon als echt anerkennen, nachdem sie diese zuvor jahrelang verfemt hatten?“

Für die Skeptiker-Gilde steht fest: Die Julsrud-Artefakte sind wie die von Cabrera allesamt Fälschungen, weil sie nicht echt sein können... und daher falsch sein müssen. Sie sind mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Welt nicht vereinbar. Sie widersprechen dem wohl fundierten Wissensstand in Sachen Vergangenheit. Das aber darf nicht verwundern, da ja offenbar alles Widersprüchliche sofort zur Fälschung erklärt wird!

Dabei wird aber geflissentlich übersehen, dass drei wissenschaftliche Analysen die Echtheit von Julsrud-Figuren beweisen. Luc Bürgin weist in seinem „Lexikon der verbotenen Archäologie“ konkret auf diese drei Studien hin (4): „Eine C-14-Datierung von organischen Proben durch die Teledyne Isotopes Laboratories in Westwood (New Jersey) um 1968. Die Fachleute wiesen dem Material ein Alter von rund 6500 Jahren zu.  Thermoluminiszenz-Datierungen des Museum Apllied Science Center for Archaeology (MASCA) der University of Pennsylvania um 1972. Ergebnis: Die Proben stammten aus der Zeit um 2550 vor Christus. Altersuntersuchungen der Geochron Laboratories in Massachusetts vom 14. September 1995. Die Wissenschaftler bezifferten das Alter der untersuchten Materialprobe auf rund 4 000 Jahre.“

Diese wissenschaftlichen Untersuchungen beweisen die Echtheit von Julsrud-Funden, die so gar nicht in das ach so wissenschaftliche Bild der Vergangenheit passen! Mir scheint, dass da nach wie vor das Motto gilt: Abzulehnen ist, was nicht sein kann, weil es nicht sein darf!

  
Ein Saurier tanzt
Acambaro collection DEGUFO
Archiv: Sammlung Krump
Prof. Javier Cabrera jedenfalls wollte nie resignieren, wenn er auch oft verzweifelt war. Prof. Javier Cabrera versicherte mir bei einem unserer letzten Gespräche: „Mir geht es nicht um persönliche Ehre und Ruhm. Ich möchte nur dazu beitragen, dass  endlich archäologische Funde gründlich studiert werden, auch wenn sie nicht mit der aktuellen Lehrmeinung übereinstimmen. Gerade deshalb sollten diese Funde besonders gründlich untersucht werden! Jeder wirkliche Wissenschaftler sollte stets dazu bereit sein, seinen Wissensstand zu revidieren!“




Literaturempfehlung
Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg, 2009

Fußnoten
1 zitiert in Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg 2009, Seite 19
2 ebenda
3 ebenda, S.19 und 20
4 ebenda, S. 22


In der unvollendeten Grabkammer,
Teil 206 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 29.12.2013



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Sonntag, 15. Dezember 2013

204 »Noch mehr Saurier, Teil I«

Teil 204 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Mensch auf Saurier, Spinne (Siehe Kreis/ Pfeil)
Foto: Walter-Jörg Langbein

Eine dicke Spinne senkt sich an langem seidenen Faden von der Decke herab. Schwaches Licht erhellt den sich scheinbar in der Unendlichkeit verlierenden Gang. Rechts und links reicht ein schier unendlich langes Regal vom Boden bis zur Decke. Tausende und Abertausende von Tonfiguren sind in jeder Etage der Regale aneinander gereiht. Dicht an dicht, mehrere hintereinander.

Bei meinem ersten Besuch in der Geheimkammer von Prof. Javier Cabrera (1924-2001) in seinem Museum, Ica, Peru,  habe ich nur kurz Gelegenheit heimlich zu fotografieren. Hastig ist mein Fotoapparat ausgepackt, das Zusatzblitzlicht aufgeschraubt. Seltsam, der Blitz wird nicht ausgelöst. Nervös überprüfe ich die Kontakte, ziehe den Blitz aus der Halterung, schiebe ihn wieder hinein. Endlich klappt es. Ein seltsames Knistern... und schon wird ein Teil des unheimlich wirkenden Korridors in gespenstisches Licht getaucht.

Ich fühle mich in einen amerikanischen Horrorfilm versetzt, bei dem auch immer wieder Blitzlichter eine gruselige Szenerie kurz aus dem Dunkel auftauchen lassen. Die Fantasie spielt verrückt. Was habe ich wirklich gesehen, was habe ich mir nur eingebildet? Waren da nicht eben Saurier aus Ton zu erkennen? Saurier im Geheimarchiv eines Museums, womöglich Jahrtausende alt... ist das möglich?

Was da in den Regalen steht, ist nur zu erahnen. Es sind Kreaturen, die eher aus Albträumen stammen, als aus der Wirklichkeit. Da gibt es monströse Urtiere, Hunderte in Ton gearbeitet. Wer soll diese Masse an Kunstwerken geschaffen haben? Da sind Saurier dargestellt, auf denen Menschen reiten.

Cabreras Geheimkammer - Foto: Walter-Jörg Langbein

Saurier auf denen Menschen reiten ... sind natürlich eine Unmöglichkeit. Mensch und Saurier waren niemals Zeitgenossen, darin sind sich alle seriösen Wissenschaftler einig. Also kann es sich bei eben solchen Darstellungen nur um Fälschungen handeln, keineswegs um alte Artefakte aus rätselhaften Zeiten! Und so posaunierte die Gilde der Skeptiker in die Welt hinaus, dass die Sammlung von Prof. Javier Cabrera von keinerlei Bedeutung sei. „Alles Fälschungen!“, verkündeten Experten und solche Zeitgenossen, die gern welche wären. Angeschaut hat sich keiner dieser Skeptiker die Artefakten-Sammlung Cabreras vor Ort. Wenn überhaupt, dann „studierte“ man Fotos, um zu einem vernichtenden Urteil zu kommen.

Wer sind nun diese Skeptiker? Skeptiker sind nicht, wie der Name vermuten ließe, Menschen, die die herkömmliche Lehrmeinung der Schulwissenschaften skeptisch betrachten. Als Skeptiker bezeichnen sich vielmehr besonders der Schulwissenschaft verpflichtete Erzkonservative, die keinerlei Zweifel an der aktuellen Lehrmeinung zulassen. Mir sind schon viele Skeptiker begegnet. Sie alle huldigten – fast wie religiöse Sektierer – der Schulwissenschaft. Zweifler am Bild von der Vergangenheit der Menschheit scheinen für diese Skeptiker so etwas wie Häretiker zu sein, die es mit Eifer und Arroganz zu bekämpfen gilt.

Vor Jahrhunderten landeten Ketzer der religiösen Art in Folterkammern und auf Scheiterhaufen. Skeptikern unserer Tage stehen nur noch weniger drastische Mittel zur Verfügung: Wer anderer Meinung ist als sie, wird lächerlich gemacht, angefeindet und als unglaubwürdig diffamiert. So ein Ketzer war Prof. Javier Cabrera für die Gilde der Skeptiker von Anfang an. Nikolai Grube, ein anerkannter Maya-Forscher, fordert: „Wir müssen auch bereit sein, unsere sicher geglaubten Erkenntnisse mal über Bord zu werfen. Eines Tages wird man vielleicht auch über das lachen, was wir glauben, über die Dinosaurier zu wissen.“ (1)

Unmengen von Tonfiguren. Foto Walter-Jörg Langbein

Dazu sind aber die „Skeptiker“ offenbar nicht bereit. Sie haben ein fest gefügtes Weltbild, wovon sie überzeugt sind. Nicht wenige „Skeptiker“ erinnern mich an verbissene Sektierer, die ihren Glauben als das Nonplusultra ansehen. Was nicht in das Schema ihres Glaubens passt, kann nicht echt sein. Das darf nicht echt sein!

Nikolai Grube hat Recht! Seriöse Wissenschaft wird nie den Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben. Jede wissenschaftliche Erkenntnis gilt nur so lange als richtig, bis sie widerlegt wird. Das gilt natürlich auch für unser Wissen über die Saurier. Bislang gilt, dass Saurier und Menschen keine Zeitgenossen waren. Als es die ersten intelligenten Menschen gab, waren die Saurier längst ausgestorben.

Ich lasse das Blitzlicht meines Fotoapparats noch einmal den langen Korridor im Privatmuseum von Prof. Cabrera. Einige Schwarzweißaufnahmen entstehen. Ich gehe einige Schritte in den Gang hinein. Ich lasse den Finger aus Licht meiner kleinen Taschenlampe über die Artefakte gleiten. Da sind Hunderte, Tausende Tonfiguren. Da erkenne ich kleine Gruppen. Kleine,  irgendwie Angst einflößende Wesen stehen um „Tische“ herum, auf denen Wesen liegen. Offenbar werden an den Liegenden medizinische Eingriffe vorgenommen. Wer operiert da wenn? Und wann wurden diese seltsamen Ensembles aus Ton angefertigt? Vor Jahrtausenden?

Und dann sind da Saurier, Saurier.. und noch mehr Saurier. Damit nicht genug. Es wurden – vor Jahrtausenden? – nicht nur Saurier erschreckend realistisch modelliert! Da gibt es auch Darstellungen von Menschen und Sauriern in schöner Eintracht, als Zeitgenossen! Skandalös! Unmöglich? Wenn diese Tonfiguren echt sind, muss die eine oder die andere wissenschaftliche Lehre in Sachen Vergangenheit der Menschheit drastisch revidiert werden. Aber sind die Figuren echt?

Operationen am laufenden Band
Foto: Walter-Jörg Langbein
Ich packe meinen Fotoapparat wieder ein. Verlasse den mysteriösen Korridor. Im Licht meiner Taschenlampe sehe ich in einem Pappkarton einen Ton-Saurier, der sich aufbäumt. Direkt vor ihm steht ein Mensch mit seltsamem Kopfschmuck. Er hat so etwas wie einen „Stock“, mit dem er auf den Saurier zielt. Sollte da ein Mensch bei der Jagd auf Saurier in Ton modelliert worden sein? Wann? Vor Jahrtausenden?

Plötzlich ist Prof. Javier Cabrera wieder da, der mich kurz im Allerheiligsten seines Museums allein gelassen hat. „Sie haben nicht fotografiert?“, fragt er eindringlich. „Sie haben keine Fotos gemacht?“, fragt er weiter. Bevor ich auch nur antworten kann, lacht er: „Veröffentlichen Sie sie nicht!“ Ich nicke. Jahre später, bei einem weiteren Treffen, gibt mir Prof. Cabrera die Gelegenheit, zu fotografieren. Und ich darf Fotos – als erster Sachbuchautor überhaupt – in meinem Buch „Bevor die Sintflut kam“ veröffentlichen.

Ich frage Prof. Cabrera, ob ich mir einige wenige Proben aus seiner Sammlung mitnehmen darf, um sie wissenschaftlich datieren zu lassen. „Drei Stückchen!“ gestattet er mir. So gehe ich wieder zurück in den Korridor. Natürlich werde ich keine der unzähligen Figuren beschädigen.


Ich gehe noch einmal in den Gang, lasse den Kegel meiner Taschenlampe über unzählige Figuren und Figürchen gleiten. Dicht gedrängt stehe sie, Stück an Stück. Einige sind eindeutig als Saurier zu erkennen. Wer mag diese Kunstwerke geschaffen haben? Und wann? Andere wirken wie Monster aus albtraumhaften Horrorfilmen unserer Tage. Nicht definierbare Kreaturen aus uralten Zeiten... wer hat sie modelliert?

Saurier ... Monster ... Foto: Walter-Jörg Langbein

Natürlich werde ich von keiner intakten Figur etwas abbrechen. Aber es gibt eine Vielzahl von kleinen Bruchstücken. Drei davon wähle ich aus. Prof. Cabrera erlaubt mir, sie mit nach Deutschland zu nehmen.

„Was werden Sie mit den Proben machen?“, fragt mich Prof. Cabrera ernst. „Ich werde sie von drei verschiedenen Instituten untersuchen und ihr Alter bestimmen lassen!“, antworte ich. „Und dann?“ Ich stutze. Bis heute habe ich die Tonteile nicht datieren lassen. Warum nicht? Könnten doch die Datierungen die Echtheit von Cabreras Sammlung beweisen. Wirklich?

Diese drei kleinen Proben durfte ich mitnehmen
Foto: Walter-Jörg Langbein

Mir wurde versichert, dass die Proben datiert werden können. Es könne aber sein, dass die kleinen Proben beim Prozess der Altersbestimmung vollkommen zerstört werden. Und wenn das nicht der Fall sei, wollte mir niemand garantieren, dass ich die mysteriösen Mitbringsel aus Cabreras Museum zurück erhalte.

Zwei Möglichkeiten gibt es. Die Datierung der Tonstückchen ergibt ein hohes Alter... oder nicht. Wenn die Altersbestimmung ergibt, dass die drei Stückchen nur wenige Jahre oder Jahrzehnte alt sind, wird das die Skeptiker entzücken. „Cabreras Artefakte sind Fälschungen!“, werden sie frohlocken, sich auf die eigene Schulter klopfen.. „Wir haben es ja gewusst!“ Wenn die Proben aus Cabreras Sammlung aber Jahrtausende alt sein sollten, wird das die ablehnende Haltung der Skeptiker nicht erschüttern. „Wer sagt denn, dass die Tonstückchen tatsächlich aus Cabreras Museum stammen?“, werden sie einwenden.

Eine der drei Proben
Foto: Walter-Jörg Langbein
Und deshalb wurden bis heute die Mitbringsel aus Prof. Cabreras Sammlung nicht analysiert. Es scheint Taktik der „Skeptiker“ zu sein, Fundstücke, die es nach  offizieller Lehrmeinung gar nicht existieren dürften, als plumpe Fälschungen abzutun. Das wird entsprechend laut verkündet, so dass sich kaum ein seriöser Wissenschaftler traut,  „anstößige" Fundstücke aus grauer Vorzeit näher zu untersuchen. Skeptiker müssen derlei Objekte nicht unter die Lupe nehmen. Weil sie ja falsch sind... weil sie falsch sein müssen!


Fußnote
1 zitiert in Bürgin, Luc: Lexikon der verbotenen Archäologie, Rottenburg 2009, Seite 65

»Noch mehr Saurier«, Teil II,
Teil 205 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                                                                                              
erscheint am 22.12.2013




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Sonntag, 30. Oktober 2011

93 »Bestätigung für Professor Cabrera!«

Teil 93 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Operateur bei der Arbeit
Foto: Reinhard Habeck
Die »Skeptiker« sind heute für die Welt der Wissenschaft, was einst die »Heilige Inquisition« für die Welt des Glaubens war. Wer vom wahren Glauben abwich, wurde von der Inquisition ausfindig gemacht. Wer auf seiner von der allgemeinen Lehrmeinung abweichenden Ansicht, unbeirrt der Inquisition trotzend, beharrte ... landete nicht selten im Folterkeller und auf dem Scheiterhaufen.

An die Stelle der Inquisition sind die Skeptiker getreten. Wer vom wahren Glauben der wirklichen Wissenschaftlichkeit abweicht, muss heute zum Glück nicht mehr mit Tortur und Tod rechnen ... nur noch mit Spott und Hohn. Skeptiker entscheiden, was echtes Artefakt und was plumpe Fälschung ist. Zur Kategorie »plumpe Fälschung« zählen die Keramiken aus der Sammlung des Arztes und Hobbyarchäologen Dr. Javier Cabrera Darquea (1924-2001).

Hinlänglich bekannt sind die von Dr. Javier Cabrera Darquea in seinem Privatmuseum gehorteten »Operationsszenen« in Ton. In hundertfachen Varianten wird letztlich immer wieder die gleiche Geschichte illustriert. Da liegt ein menschenähnliches Wesen auf einem »Operationstisch« und wird »behandelt«. »Arzt« wie »Patient« haben fremdartig wirkende Augen. Sie sitzen seltsam tief, oft in Nasenhöhe und darunter.

Operateure bei
der Arbeit
Foto: W-J.Langbein
Die »medizinischen Eingriffe«, die vorgenommen werden, passen so ganz und gar nicht in uralte Zeiten. Da werden Herzen transplantiert, Kaiserschnittoperationen ausgeführt, Köpfe geöffnet. Manchmal wird der Ablauf einer komplizierten Operation wie ein Comic in mehreren Keramikensembles dargestellt. Staunend ging ich wiederholt durch Cabreras Geheimkammer und versuchte mir einen Überblick über die zahllosen Artefakte zu verschaffen. Dr. Javier Cabrera Darquea beteuerte stets, dass die Tonfiguren echt seien. Für die Skeptiker sind sie alle plumpe Fälschungen, hergestellt in unermüdlichem Einsatz von einem einzigen Künstler seines Fachs.

Skeptiker trauen dem »Meisterfälscher« sehr viel zu: Neben der kaum zu überblickenden Masse an Keramiken erarbeitete er ein zweites Genre. Er ritzte ganz ähnliche Szenen von Operateuren bei der Arbeit in Stein. Auch hier gibt es, comicstripartig in Etappen dargestellt, komplizierte chirurgische Eingriffe bei Menschen. Auf faustgroßen Steinen findet sich in der Regel nur ein Bild, auf fußball- und medizinballgroßen haben entsprechend mehr Darstellungen Platz. Manche Brocken sind von beachtlicher Größe und erzählen in Bildern ganze Geschichten.

Operationszene in Stein geritzt
Foto: W-J.Langbein
Ich bin davon überzeugt, das Cabrera in seinen beiden Sammlungen echte wie falsche Stücke zusammengetragen hat. Welche Artefakte nun alt und welche modern sind ... diese Frage wurde bis heute nicht beantwortet. Weil mit Nachdruck von Skeptikern in die Welt posauniert wurde, alles in Cabreras Museum sei wertloser Plunder ... wurde erst gar nicht der Versuch unternommen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Angesichts der wirklich kaum zu überblickenden Fülle von Artefakten in Cabreras Sammlungen kommen bei mir Zweifel auf: Wer sollte sich warum so eine gewaltige Arbeit gemacht haben? Cabrera zeigte lange Zeit seine Objekte nicht der Öffentlichkeit. Dann führte er schließlich doch interessierte Besucher durch seine überquellenden Räume ... und forderte zunächst nicht einmal Eintritt. Erst später musste man als Besucher einen kleinen Obolus entrichten.

Ich habe wiederholt Cabreras Sammlungen besucht ... und maße mir nicht an, entscheiden zu können, was echt und was gefälscht ist. Skeptiker indes scheinen dazu in der Lage zu sein, auch ohne sich die Mühe zu machen, vor Ort die umstrittenen Objekte in Augenschein zu nehmen.

Ein kleiner Teil von
Cabreras gravierten
Steinen
Foto: W-J.Langbein
Ich gebe ja zu: Komplizierte Operation vor Jahrtausenden ... das ist starker Tobak. Aber darf man gleich alles, was nicht in unser Bild von der Vergangenheit des Menschen passt ... ungeprüft als »plumpe Fälschung« abtun? Wird hier nicht vorschnell nach dem Motto verfahren »Es kann nicht sein, was nicht sein darf!«? Woran erkenne ich, ob zum Beispiel die mysteriösen Operationsszenen echt oder falsch ... alt oder neu sind? Ich habe den Eindruck, dass alles, was irgendwie mit Cabreras Sammlungen zusammenhängt ... per definitionem als »gefälscht« abgewertet wird. Wissenschaftlich ist das aber nicht!

Zaghafte Untersuchungen gab es bereits im Sommer des Jahres 1967. Damals analysierte die »Compania Minera Mauricio Hochschild« einige der gravierten Steinen aus der umfangreichen Sammlung von Prof. Cabrera. Der Geologe Dr. Erik Wolf analysierte angeblich Oxydationsschichten, die über den Ritzungen liegen. Die Einritzungen müssten demnach sehr alt sein ... und nicht das Werk moderner Fälscher. Weitere Untersuchungen wissenschaftlicher Art gab es nicht. Man muss nur als Skeptiker ein Artefakt als eindeutig gefälscht bezeichnen und diese Behauptung lautstark verkünden ... schon wagt es kaum jemand, sich mit dem Objekt auseinander zu setzen ...

Diese Keramik ... ist echt
Foto: Reinhard Habeck
Und nun muss ich eine kleine List eingestehen ... Dieses Artefakt hat zwar ganz eindeutig die klassischen Merkmale der Cabrera-Artefakte ... Aber es gehört nicht zu Cabreras Sammlung. Reinhard Habeck fotografierte es im staatlichen »Anthropologischen Museum« von Lima. Das Objekt, so Kollege Habeck, dokumentiert ein gebeugtes Wesen bei einer Operation.

Und das bestätigt für mich Professor Cabrera: Ein anerkanntes Museum zeigt ein mysteriöses Objekt mit einem Motiv, das in mehr oder minder identischer Form zigmal bei Cabrera zu finden war.

Mit großer Sorge beobachte ich die Entwicklung in Ica, Peru. Was wird aus Prof. Cabreras Sammlungen? Ich habe die Befürchtung, dass die Keramiken bereits verschwunden sind. Werden die gravierten Steine auch bald »entsorgt«?

»Flugzeuge aus Gold«,
Teil 94 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 06.11.2011


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