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Sonntag, 17. Januar 2021

574. »Durch Felsentore in andere Welten«

Teil 574 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
 

Wenn ich vor die Haustüre trete, sehe ich in einiger Entfernung den »Köterberg«. Hoch oben auf dem einstigen »Götterberg« ragen Beispiele heutiger »technischer Magie« in den Himmel. Für uns Heutige haben Funktürme und Sendeanlagen natürlich nichts mit Zauberei zu tun. Für Menschen, die vor wenigen Jahrhunderten lebten allerdings wäre heutige Technologie unbegreifbarer Zauber, vielleicht gar böses Teufelswerk. Für uns Heutige wiederum sind Berichte über Felsentore, die mit Magie geöffnet und geschlossen werden können, abergläubischer Unsinn. In die gleiche Kategorie ordnen wohl die meisten Zeitgenossen heute Blumen ein, die Felsentore öffnen. Aber sind mysteriös anmutende Beschreibungen in der Sagenwelt Hirngespinste, Ergebnisse einer uferlosen Fantasie? Oder steckt Wahrheit in den alten Sagen über den »kleinen Grenzverkehr« zwischen den Welten? Foto 1: Hoch oben auf dem

Foto 1: Hoch oben auf dem »Köterberg«...
Technische »Magie« heute. 

Es gehörte zu den Pflichten meines Großvaters Emil Langbein, im gesamten Dienstbereich in und um Michelau polizeiliche Präsenz zu zeigen. Auf langen Dienstgängen zu benachbarten Dörfern hörte sich Oberkommissar Langbein die kleinen und großen Sorgen der Landbevölkerung an. Wo er helfen konnte, tat er das gern. Die Menschen hatten Vertrauen zu ihm. Gern ließ er sich bei Dorffesten und Kirchweihen von den Älteren Sagen vortragen, die heute wahrscheinlich weitestgehend vergessen sind. Diese alten Überlieferungen interessierten mich sehr und so ließ ich mir einige mündlich tradierte Geschichten von meinem Großvater diktieren. Emsig notierte ich, was mein Großvater vorgetragen hat. Ein Beispiel: Beim Dörfchen Thelitz, südöstlich von Lichtenfels in einem Hügelland südlich des Mains gelegen erzählte ihm eine greise Bauersfrau eine Sage von der »Springwurz« (1): 

»Ein Bauer ärgerte sich über das laute und ausdauernde Hämmern eines Spechts unweit seiner Schlafkammer. Manchmal klopfte der Specht auch an Balken des einfachen Häuschens. Schließlich wurde es dem Bauern zu bunt. Er legte sich auf die Lauer und fand so heraus, in welchem Baumstamm der Specht seine Nisthöhle angelegt hatte. Als der Specht wieder einmal weggeflogen war, schleppte der Bauer eine hohe Leiter an den knorrigen Baum und kletterte mit Nägeln, Hammer und einem Brett bewaffnet empor. Er nagelte mit wuchtigen Schlägen das Brett vor den Eingang zur Behausung des Spechts. Zufrieden und nicht ohne Schadenfreude wartete der Bauer die Rückkehr des Spechts ab. Dieser freilich wusste sich zu helfen. Der Specht entfernte sich wieder und kehrte bald darauf mit einer Springwurzel zurück. Mit der Springwurzel im Schnabel flog der Specht seine Behausung an und wie von Zauberhand bewegt schnellte das vorgenagelte Brett in weitem Bogen zu Boden. ›Da ist Zauberei im Spiel!‹, dachte der Bauer nicht ohne Angst. Von nun an ließ er den Specht gewähren. Auf dem Sterbebett hörte der Bauer, dass er dem Specht die Springwurz hätte abluchsen können. Mit der magischen Pflanze hätte er Tore in eine andere Welt öffnen und unvorstellbare Schätze bergen können. Dazu aber war es zu spät.« 

Tatsächlich gilt in der Sagenwelt die »Springwurz« als magische Pflanze, die nur der Specht zu finden vermag. Die »Springwurz« kann, so heißt es, Verschlossenes wie ein Zauberschlüssel öffnen. Die Springwurz gilt seit Ewigkeiten als Zauberpflanze. Sie wurde schon von Eingeweihten im »Alten Indien« beschrieben, aber auch von Plinius im römischen Schrifttum und in hebräischen Werken über magische Wirkung von Pflanzen. König Salomo soll die Magie der Springwurz genutzt haben. Auf meinen Reisen habe ich immer wieder von der »Springwurz« gehört. Uneinigkeit herrschte dabei, ob es sich dabei um eine reale, existierende Pflanze handelt und wenn ja, um welche. 

Ist es »Salomons Siegel« aus der Familie der Spargelgewächse? Oder handelt es sich um eine Pfingstrosenart … oder um Johanniskraut? Ludwig Bechstein (*1801; †1860), ein deutscher Schriftsteller, Bibliothekar, Archivar und Apotheker, sammelte mit Begeisterung alte deutsche Sagen und Märchen. 1842 veröffentlichte er das Buch »Sagenschatz des Frankenlandes«. Seine wahrscheinlich wichtigste Publikation erschien erstmals 1845 in zwei Bänden: »Deutsches Märchenbuch«. War mir die »Springwurz« erstmals in der Sagenwelt meiner oberfränkischen Heimat begegnet, so verfolgte sie mich förmlich bis ins Weserbergland, wo ich seit vielen Jahren zuhause bin. Ludwig Bechstein hat die aufschlussreiche Sage vom Springwurz und dem Köterberg festgehalten (2): 

»Der Köterberg an der Landscheide des paderbornschen, corveyschen und lippeschen Gebietes mag wohl ehedem Götterberg geheißen haben. Viel erzählt von ihm die Sage; daß er innen voll Schätze sei, daß an seinem südlichen bewaldeten Fuße eine Harzburg gestanden habe, deren Reste noch zu sehen, und bei Zierenburg, zwei Stunden von ihr, eine Hünenburg. Öfters haben die Hünen, die auf diesen Burgen wohnten, mit Hämmern herüber- und hinübergeworfen. Einem Schäfer, der auf dem Köterberge seine Herde hütete, erschien eine reizende Jungfrau in königlicher Tracht, die trug in ihrer Hand die Springwurz, bot sie dem Schäfer dar und sagte: Folge mir! Da folgte ihr der Schäfer, und sie führte ihn durch eine Höhle in den Köterberg hinein, bis am Ende eines tiefen Ganges eine eiserne Türe das Weitergehen hemmte. ›Halte die Springwurz an das Schloß!‹ gebot die Jungfrau, und wie der Schäfer gehorchte, sprang die Pforte krachend auf. 

Nun wandelten sie weiter, tief, tief in den Bergesschoß hinein, wohl bis in des Berges Mitte. Da saßen an einem Tische zwei Jungfrauen und spannen, und unterm Tische lag der Teufel, aber angekettet. Ringsum standen in Körben Gold und Edelsteine. Nimm dir, aber vergiß das Beste nicht! sprach die Jungfrau zum Schäfer; da legte dieser die Springwurz auf den Tisch, füllte sich die Taschen und ging. Die Springwurz aber ließ er auf dem Tische liegen. Wie er durch das Tor trat, schlug die Türe mit Schallen hinter ihm zu und schlug ihn hart an die Ferse. Mit Mühe entkroch der Schäfer der Höhle und freute sich am Tageslichte des gewonnenen Schatzes. Als er diesen überzählte, gedachte er sich den Weg wohl zu merken, um nach Gelegenheit noch mehr zu holen, allein wie er sich umsah, konnte er nirgend den Ein- oder Ausgang entdecken, durch den er gekommen war. Er hatte das Beste, nämlich das beste Stück zur Wiederkehr, die Springwurz, vergessen.« 

Bei der Burgruine Nordeck war es eine »Ährenkönigin«, die aus der anderen Welt in unsere Welt trat. Der »Schäfer vom Köterberg« hatte eine mysteriöse Begegnung mit einer »reizenden Jungfrau in königlicher Tracht«. Beide benützten Blumen zum öffnen des Felsentores in die andere Welt: die »Ährenkönigin« drei Lilien, die »Jungfrau in königlicher Tracht« die Springwurz. In einer anderen Sage, von der ich einige leicht voneinander abweichende Variationen hörte, öffnen Schlüsselblumen den Felseingang. Ein ähnliches Geheimnis hat Wallersberg, 453 m über dem Meeresspiegel auf einer Hochebene am östlichen Rand des malerischen Kleinziegenfelder Tals, gelegen. Hier sind es Kornblumen, die es einem Knaben ermöglichen, in eine fremde Welt hinter einem Felsentor zu gelangen. Nicht zu vergessen: Auch in den oberfränkischen Staffelberg kann man durch ein mysteriöses Tor gelangen, das sich alle 100 Jahre auftut.


 Foto 2: Auch der Staffelberg hat Geheimnisse

Andreas Motschmann, profunder Kenner nicht nur der Sagenwelt des Frankenlandes, fasst in seinem Traktat über »Brauchtum in Deutschland« zusammen (3): 

»Viele der alten Volkssagen sind sogenannte Erlösungssagen. Die Gemeinsamkeit dieser Sagenart liegt darin, dass sich beispielsweise am Johannistag – nur einmal im Jahr also – der Berg, beziehungsweise der Felsen öffnet und der Eintritt in die ›Anderswelt‹ gelingt. Dabei können nur an diesem Tage die dorthin Verbannten und so Eingeschlossenen von ihrem Schicksal erlöst werden. Der Zutritt gelingt oft nur mit einem symbolischen Schlüssel. Dieser ist meist eine ›Wunderblume‹, zum Beispiel eine Schlüsselblume, Springwurzel oder blühendes Farnkraut. Als Belohnung winken große Schätze. Geblendet vom plötzlichen Reichtum vergessen die Eindringlinge, trotz der Warnung: ›Vergiss das Beste nicht‹, das Wichtigste, eben den ›Schlüssel‹ wieder mitzunehmen, und damit ist die Chance vertan, die Verbannten zu erlösen.« Es gibt einen wahren Schatz an Sagen, die sich aber alle auf eine einzige Aussage kondensieren lassen: 

Es gibt neben unserer Welt eine andere, eine Parallelwelt. Schon die Philosophen der Antike dachten darüber nach, ob es eine oder mehrere Parallelwelten gibt. Was viele Zeitgenossen heute noch als Science-Fiction abtun, das wird von Quantenphysikern ernsthaft erörtert. Werner Heisenberg (*1901; †1976), einer der bedeutendsten Physiker überhaupt, erhielt 1932 Nobelpreis für die Begründung der Quantenmechanik. So verwundert es nicht, dass sich Heisenberg ausgiebig mit der Quantenphysik beschäftigte. Seine Umschreibung des Begriffs Quantenphysik lässt mich an die mysteriösen Hinweise in der Welt der Sagen über »Anderswelten« oder »Parallelwelten« denken (4): 

»Die Quantentheorie ist so ein wunderbares Beispiel dafür, daß man einen Sachverhalt in völliger Klarheit verstanden haben kann und gleichzeitig doch weiß, daß man nur in Bildern und Gleichnissen von ihm reden kann.« Die geheimnisvollen Sagen, in denen Menschen von der einen Welt durch ein Felsentor in eine andere Welt und wieder retour gelangen können, sind das Bilder und Gleichnisse? Ist die Basis dieser märchenhaft anmutenden Sagen ein uraltes, längst in Vergessenheit geratenes Wissen von der Existenz von Parallelwelten? 

Der geniale Wissenschaftler Werner Heisenberg war davon überzeugt, dass es nur dann eine Weiterentwicklung zum Beispiel in der Physik geben kann, wenn altvertraute Wege verlassen werden (5): »Wirkliches Neuland in einer Wissenschaft kann wohl nur gewonnen werden, wenn man an einer entscheidenden Stelle bereit ist, den Grund zu verlassen, auf dem die bisherige Wissenschaft ruht, und gewissermaßen ins Leere zu springen. … Wenn wirkliches Neuland betreten wird, kann es aber vorkommen, daß nicht nur neue Inhalte aufzunehmen sind, sondern daß sich die Struktur des Denkens ändern muß, wenn man das Neue verstehen will. Dazu sind offenbar viele nicht bereit oder nicht in der Lage.«  

Fußnoten
(1) Nach meinen handschriftlichen Notizen vom Frühjahr 1979 wiedergegeben.
(2) Bechstein, Ludwig: »Deutsches Sagenbuch«, Meersburg und Leipzig 1930, S. 205-206. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!)
(3) Motschmann, Andreas: »Brauchtum in Deutschland/ Sommersonnenwende in Deutschland/ Brauchtum, Wetterregeln und Volksagen um den Johannistag«. http://www.cca-bolivia.com/wp-content/uploads/2014/06/Sommersonnenwende-in-Deutschland.pdf (Stand 18.9.2020)
(4 ) Heisenberg, Werner: »Physik und Philosophie«, 7. Auflage, Stuttgart 2006, S. 17 (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!)
(5) Werner Heisenberg: »Der Teil und das Ganze«, Kapitel 6, »Aufbruch in das Neue Land«, 9. Auflage, München, Februar 2012, Seite 88. (Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!)
 

Zu den Fotos 

Foto 1: Hoch oben auf dem »Köterberg«... Technische »Magie« heute. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Auch der Staffelberg hat Geheimnisse. Foto Ansichtskarte (vor 1926). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
 

575. »Per Anhalter zu anderen Welten?«,
Teil 575 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24. Januar 2021  

 

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Sonntag, 10. Januar 2021

573. »Tunnel durch Raum und Zeit«

Teil 573 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
 

 

Foto 1: »Maria im Ährenkleid« 

Was wissen wir von der Wirklichkeit? Wie viel Wirklichkeit können wir erkennen? In Platons berühmtem »Höhlengleichnis« sehen die Menschen nicht die Wirklichkeit, sondern nur den Schatten eines Teils der Wirklichkeit. Was nahmen unsere Vorfahren und unsere Vorvorfahren als »Realität« wahr? Der moderne Mensch glaubt, dass der Jetztmensch von heute mehr von der Wirklichkeit weiß als alle Generationen vor ihm. Aber ist das wirklich so? 

Gewiss, das wissenschaftliche Weltbild unserer Tage ist sehr viel faktenreicher als vor Jahrhunderten. Aber wie war das vor Jahrtausenden? Wird uns Wissenschaft eines Tages verstehen lassen, was wir heute noch nicht begreifen können? Was wäre, wenn wir dann erkennen müssen, dass wissende Weise schon vor Jahrtausenden in bis heute verkannten oder missverstandenen Werken die Ergebnisse modernster Wissenschaft formulierten? Texte, die vor Jahrtausenden verfasst würden, dürfen aber kein wissenschaftliches Wissen bieten, das womöglich das unsere weit übertrifft! Das ließe sich mit unserer Eitelkeit nicht vereinbaren. Wir möchten uns als die Menschen wissen, die mehr von der Welt verstehen als alle Menschen vor uns. 

Unser Weltbild sieht ein kontinuierliches Wachstum an wissenschaftlichen Erkenntnissen vor. Im Verlauf der Jahrtausende nach und nach aufgebaut wurde ein Wissenschaftsschatz aufgebaut, der im Hier und im Jetzt kulminiert. Wenn uralte Texte scheinbar Fantastisches bieten, dann dürfen die nur Fantastereien sein. Dabei übersehen wir, dass unser aktuelles Wissen in Teilbereichen aus eigentlich unvorstellbaren Fantastereien zu bestehen scheint. Max Karl Ernst Ludwig Planck (*1858 in Kiel; † 1947), ein deutscher Physiker auf dem Gebiet der theoretischen Physik, gilt als der »Vater« der Quantenphysik. 
 
Um 1900 war die klassische Physik an ihre Grenzen gestoßen, als es um die Beschreibung des Lichts oder des Aufbaus der Materie ging. Die heutige Quantenphysik beschreibt Eigenschaften von kleinsten Bestandteilen der Materie, die bescheidenen Lichtern wie mir wie pure Magie vorkommen, ja vorkommen müssen. Mancher Zeitgenosse ist schon überfordert, wenn es um die Frage von außerirdischen Wesen auf fernen Planeten geht. Dabei diskutieren ernsthafte Wissenschaftler schon lange, ob es nur ein Universum gibt. Oder ist unser Universum nur eines von vielen? 
 
Wikipedia erklärt den Terminus »Parallelwelt(en)« so (1): »Der Begriff Parallelwelt, auch Paralleluniversum bezeichnet ein hypothetisches Universum außerhalb des bekannten. Die Gesamtheit aller Parallelwelten wird als Multiversum bezeichnet. Die Annahme von Parallelwelten (Mehrweltentheorie) wird in der Philosophie seit der Antike erörtert. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der Diskussion über theoretisch mögliche Welten unter formalen Gesichtspunkten und den Hypothesen, in denen solchen Welten eine wirkliche Existenz zugeschrieben wird. Auch in der physikalischen Kosmologie wird die Möglichkeit der realen Existenz von Parallelwelten diskutiert. Einer breiteren Öffentlichkeit ist die Vorstellung vor allem aus der Science-Fiction bekannt.« Wikipedia schreibt weiter: »Die Viele-Welten-Interpretation ist eine Interpretation der Quantenmechanik, die 1957 von Hugh Everett erstmals vorgeschlagen wurde.« 
 
Parallelwelten werden freilich nicht nur in Werken der Science-Fiction-Literatur beschrieben. Wissenschaftsjournalisten wie Tobias Hürter (* 1972) und sein Kollege Max Rauner (*1970) versuchen uns die Welt der Paralleluniversen verständlich zu machen (2). Kluge Menschen wie Rüdiger Vaas (*1966) sind seit vielen Jahren bemüht, komplexe Wissenschaftstheorien über Parallelwelten plausibel zu machen (3). In der US-amerikanischen Zeichentrickserie von Justin Roiland und Dan Harmon »Rick and Morty« geht es um Parallelwelten. Die Helden der Serie, der zynische geniale Wissenschaftler Rick und sein leicht dümmlicher Enkel Morty, erleben abenteuerliche Reisen in Paralleluniversen. Die Serie erlebte 2013 ihre Premiere bei dem Kabelsender »Adult Swim«, ein Jahr später folgte in Deutschland bereits die Ausstrahlung auf dem Sender »TNT Serie«. Im November 2019 ging Staffel 4 an den Start. Wir schmunzeln über unterhaltsame Aufbereitung des Themas »Parallelewelten« in Filmen wie »Yesterday«. Wir machen uns aber nicht bewusst, dass das legendäre »Gilgamesch-Epos«, das vor gut drei Jahrtausenden vor allem im babylonischen Raum entstand, auch im Sinne von Parallelwelten interpretiert werden kann. 
 
Gilgamesch besucht mit seinem Freund Enkidu fremdartige Orte: Parallelwelten, wo »Götter« unsterblich sein dürfen. Und denken wir an das Reich der »Ährenkönigin« hinter dem Felsentor unweit der »Burgruine Nordeck«. Handelt es sich bei dem »Felsentor« um so etwas wie einen »Tunnel durch Raum und Zeit«? Eine Überschreitung der Grenze zwischen zwei Welten soll sich der Sage nach bei der »Ruine Blankenhorn« über Eibensbach (Ortsteil von Güglingen im Zabergäu, Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg) zugetragen haben. Die Sage weiß zu berichten, dass die heidnische »Ährenkönigin« – im christlichen Volksglauben zur »Maria im Ährenkleid« verfremdet, von der einen in die andere Welt und wieder retour gelangen kann. Rueland Frueauf der Ältere (* um 1430/50; †1507 in Passau), ein deutscher beziehungsweise Salzburger Maler, leitete zunächst in Salzburg, dann in Passau eine beachtliche Künstlerwerkstatt. Von ihm stammt ein beeindruckendes religiöses Meisterwerk, das die »Ährenmadonna« in majestätischer Pracht zeigt. 
 
Andere Künstler schufen nicht minder beeindruckende Darstellungen der »Madonna im Ährenkleid«, zum Beispiel der »Meister des Halleiner Altars«. Um 1440 verewigte der die christliche Variante der »Ährenkönigin« auf einem kostbaren Flügelaltar. Das der Gotik zuzurechnende Bildnis befindet sich heute im »Salzburg Museum« in Salzburg. Ein drittes Beispiel soll genügen: Im »Castello Sforzesco«, das Schloss steht an der Piazza Castello im Nordwesten der Altstadt Mailands, hat eine »Madonna im Ährenkleid« aus der Zeit vor 1485 einen würdigen Platz gefunden. Die Marmorfigur stammt ursprünglich aus dem Mailänder Dom. Die »Madonna im Ährenkleid« erfreute sich vor allem in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen christlichen Kunst des deutschsprachigen Raumes großer Beliebtheit. Zahlreiche Gemälde zeigen ihr majestätisches Erscheinungsbild. 
 
Zahlreiche Skulpturen wurden in jener Zeit in Auftrag gegeben. Und immer wird die »Ährenmadonna« als jugendliche schöne Frau im ährengeschmückten Kleid gezeigt. Ich habe einige von ihnen gesehen und bewundert. Sie alle könnten die »Königin im Ährenkleid« der fränkischen Sagenwelt personifizieren, die zwischen zwei »Parallelwelten« pendelte. Die »Ährenkönigin« der Sagenwelt hat ohne Zweifel Vorbilder: Maria, die »Gottesmutter im Ährenkleid«, und heidnische Göttinnen. Rudolf Reiser (*1941), ein deutscher Historiker, Journalist und Bestsellerautor hat es auf den sprichwörtlichen Punkt gebracht (4): »Die heilige Maria übernimmt mehrere Attribute der antiken Göttinnen, so auch das Getreide. Von der ägyptischen Isis sagt man, sie habe den Gebrauch von Weizen und Gerste erfunden. Im Römerreich sprechen die Menschen von den ›Ähren der Ceres‹. Der Hauptstern der Jungfrau am nächtlichen Himmel ist die Spica, die Kornähre. So nimmt es nicht Wunder, daß man Maria mit Gewändern bekleidet, die mit Halmen bedeckt sind. Ährenmadonna von Soest, Maria zur Wiese (um 1473).« 
 
 Fotos 2+3: Mein Großvater Emil Langbein

 
Von meinem Großvater Emil Langbein hörte ich so manche Sage aus der fränkischen Heimat. Die Themenvielfalt dieser oft faszinierenden Erinnerungen an mysteriöse Zeiten ist enorm. Als Jugendlicher notierte ich die eine oder die andere Sage, die mir mein Großvater diktierte. Kurz zur Person: Mein Großvater Emil Langbein war mit Leib und Seele Polizeibeamter. Herbert Perzel schreibt in seinem Werk »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde« über meinen Großvater (5): »Unsere Ordnungshüter. … Sein Nachfolger wurde Hauptwachtmeister Emil Langbein, geboren am 1. Juni 1888 in Ebersdorf bei Ludwigstadt, der 1938 zum Kommissär befördert wurde. Er mußte die Station durch die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre führen. … Zwischendurch wechselte die Station ihren Leiter, nachdem der mittlerweile zum Oberkommissar der Landpolizei beförderte, verdienstvolle Amtsvorsteher Emil Langbein nach 17 Jahren Dienstzeit in Michelau am 1. Juni 1953 in den Ruhestand trat.« Und weiter (6): »Emil Langbein konnte seinen Ruhestand wahrlich genießen, verstarb er doch erst am 3. Mai 1983 im Alter von fast 95 Jahren.« (7) 
 
 Foto 4: Der Ochsenkopf im Winter
 
Auf dem Ochsenkopf, dem mit über 1.000 m zweithöchsten Berg des Fichtelgebirges, scheint es der Sage nach so einen Übergang zwischen zwei Parallelwelten gegeben zu haben. Am Johannistag soll dort oben eine »einzigartige Blume« blühen, die den Zugang in die andere, in eine Parallelwelt, öffnet. Ob es sich um eine Schlüsselblume handelt, oder gar um eine Lilie? Beide sollen den Sagen nach Tore in eine andere Welt auftun. Nur für sehr kurze Zeit kann man durch das sich öffnende Tor in die andere Welt eindringen und auch wieder in die eigene Welt zurückkehren. Wer zu lang verweilt, bleibt verschwunden. Den Ochsenkopf schätzte mein Großvater Emil Langbein sehr. So manches Mal wanderte er bis zum Gipfel des weithin sichtbaren Berges. Von heidnischen Ritzzeichnungen im Stein wusste er zu berichten, die auf Rituale in vorchristlicher Zeit hindeuten könnten. Auf einem womöglich einst »heiligen Stein« sei so etwas wie ein Stierkopf zu sehen gewesen, eingemeißelt vor vielen Jahren. Nach meinen Recherchen ist der Stein inzwischen so stark verwittert, dass man die Ritzzeichnung kaum noch erkennen kann.  

Fußnoten 

(1) »Parallelwelt«, wikipedia-Artikel. https://de.wikipedia.org/wiki/Parallelwelt Stand 16.09.2020
(2) Hürter, Tobias und Rauner, Max: »Die verrückte Welt der Paralleluniversen«, München und Zürich 2011
(3) Vaas, Rüdiger: »Tunnel durch Raum und Zeit«, 6., erweiterte Auflage, Stuttgart 2013
(4) Reiser, Rudolf: »Götter und Kaiser«, München 1995, Seite 33 unten, Bildkommentar (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!)
Brief Heidi Stahl an Walter-Jörg Langbein vom 13. September 2020
(5) Gemeinde Michelau i.Obfr. (Herausgeber): »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde«, »Schriften des Deutschen Korbmuseums Michelau Nr. 3«, Michelau 1994, Seite 132, rechte Spalte unten und Seite 133, linke Spalte oben
(6) Ebenda, Seite 133, linke Spalte unten
(7) Siehe auch Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 2, 2. überarbeitete und aktualisierte Fassung, Alsdorf September 2019, Kapitel 19, »Der Steinerne Riese von Thelitz«, Seite 131-139
(8) Siehe auch Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 9, Alsdorf Januar 2020, Kapitel 27, »Vom Ochsenkopf zur unverwüstlichen Maria«, Seite 196-203 

Zu den Fotos 

Foto 1: »Maria im Ährenkleid«, vermutlich von Rueland Frueauf d. Ä. um 1500
Fotos 2 + 3: Mein Großvater Emil Langbein, links in Polizeiuniform, rechts in Zivil. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 4: Der Ochsenkopf im Winter um 1950. Der Ochsenkopf im Winter um 1950


574. »Durch Felsentore in andere Welten«,
Teil 574 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17. Januar 2021


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Sonntag, 3. Juni 2018

437 „Der steinerne Riese von Thelitz“

Teil 437 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein



Weltweit zeigen Museen nur einen Bruchteil ihrer „Schätze“. Bei der Materialfülle fehlt einfach der Platz, um alle Objekte ständig in Vitrinen zur Schau zu stellen. Es muss also immer eine Auswahl getroffen werden. Gezeigt wird in der Regel nur, was mit der gängigen Lehrmeinung im Einklang steht. Funde, die belegen könnten, dass es lange vor unserer Zivilisation bereits andere Zivilisationen gegeben haben muss (1), fristen in der Regel ein armseliges Dasein in staubigen Depots.

Michael Cremo (2), aber auch Reinhard Habeck (3), beweisen in ihren Sachbüchern, dass es tatsächlich in den Depots, aber auch (seltener) in den Vitrinen der Museen wirklich „mysteriöse Schätze“ gibt, „Funde versunkener Welten“, die so ganz und gar nicht ins Weltbild der klassischen Schulwissenschaften passen und daher gern verdrängt und verschwiegen werden.

In den vermeintlich hoch wissenschaftlichen Publikationen der Professoren werden sie, wenn überhaupt, nur selten erwähnt.

Foto 1: Emil Langbein
Manches archäologische Artefakt findet erst gar nicht den Weg in ein Museum. So ein Objekt ist der mysteriöse steinerne Riese von Thelitz, der bis heute verschollen ist. Zeuge für den ungewöhnlichen Fund ist mein Großvater väterlicherseits Emil Langbein. Vorab einige Informationen zu Emil Langbein aus neutraler Quelle. Herbert Perzel schreibt in seinem Werk „800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde“ (4):

„Unsere Ordnungshüter. … Sein Nachfolger wurde Hauptwachtmeister Emil Langbein, geboren am 1. Juni 1888 in Ebersdorf bei Ludwigstadt, der 1938 zum Kommissär befördert wurde. Er mußte die Station durch die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre führen. … Zwischendurch wechselte die Station ihren Leiter, nachdem der mittlerweile zum Oberkommissar der Landpolizei beförderte, verdienstvolle Amtsvorsteher Emil Langbein nach 17 Jahren Dienstzeit in Michelau am 1. Juni 1953 in den Ruhestand trat.“

Und weiter (5): „Emil Langbein konnte seinen Ruhestand wahrlich genießen, verstarb er doch erst am 3. Mai 1983 im Alter von fast 95 Jahren.“

Emil Langbein versah zuletzt seinen Polizeidienst in Michelau in Oberfranken am Main. Michelau liegt im oberfränkischen Landkreis Lichtenfels im nördlichen Bayern. Das mysteriöse Objekt wurde in Thelitz entdeckt. Thelitz gehört wie das Dorf Michelau (Einwohnerzahl 6474) zum Landkreis Lichtenfels. Thelitz wurde 1978 dem beschaulichen kleinen Städtchen Hochstadt (Einwohnerzahl 1645) einverleibt. 1987 wurden in Thelitz 47 Einwohner in 11 „Wohngebäuden mit 11 Wohnungen“ gezählt. Die Einwohnerzahl dürfte seither weiter gesunken sein.

Foto 2: Emil Langbein in Uniform
Nachfolgend nun das Protokoll meines Gesprächs mit Emil Langbein, das ich im Frühjahr 1977 führte.

Frage (WJL): „Wie wurdest Du auf den mysteriösen Fund von Thelitz aufmerksam?“
Emil Langbein (EM): „Im Jahr 1932 wurden bei Thelitz Erdlöcher ausgehoben, um massive Betonsockel für Strommaste zu gießen. In einer Tiefe von etwa zwei Meter stießen Arbeiter in einer dieser Gruben auf einen steinernen Riesen. Sie wussten nicht so recht, was sie mit dem Koloss anfangen sollten, also meldeten sie den Fund der zuständigen Polizei, in Michelau.“

WJL: „Daraufhin wurdest Du aktiv?“
EL: „Richtig. Zusammen mit einem Oberwachtmeister machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Die Entfernung betrug knapp sechs Kilometer. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Nachricht vom „versteinerten Riesen“ bereits herumgesprochen. Viele Menschen strömten aus den umliegenden Dörfern nach Thelitz.“

WJL: „Was hast Du vor Ort in Thelitz unternommen?“
EL: „Ich fand, wie gesagt, eine offene Grube von etwa zwei Meter Tiefe vor. Zahllose Neugierige umsäumten das Loch. Es bestand die Gefahr, dass jemand in die Grube stürzte. Ich ließ eine behelfsmäßige Absperrung um das Loch errichten, um die Neugierigen ein Stück auf Abstand zur Grube zu halten.“

WJL: „Gab es tatsächlich einen versteinerten Menschen in der Grube?“
EL: Ich sah eine Figur in Menschengestalt am Boden der Grube. Sie war etwa 2,40 Meter groß. Einzelne Körperpartien waren sehr naturgetreu ausgeprägt, sogar die Fingernägel fehlten nicht. Merkwürdigerweise wies die Gestalt jedoch keine Geschlechtsmerkmale auf, auch fehlte jeder Haarwuchs. Der Gedanke an eine Statue zerschlug sich schnell, denn man fand weder einen Sockel noch eine Haltevorrichtung.“

WJL: „Was geschah dann?“
EL: „Ein Amateurarchäologe aus der Umgebung von Thelitz erklärte den Fund kurzerhand für archäologisch wertlos. Die Folge: Man beließ den steinernen Riesen im Erdloch und errichtete über ihm einen Betonklotz als Basis für den Elektrizitätsmast.“

Foto 3: Von links nacht rechts... Herty Langbein (meine Mutter), Emil Langbein, Tante Friedel Bär, ich (im grauen Pullover), rechts außen Onkel Rudi Bär, vorn mein Bruder Volker, ganz hinten (weitestgehend verdeckt), mein Großvater (mütterlicherseits) Heinrich Gagel.

WJL: „Warum hat man den Riesen nicht aus der Grube gehoben?“
EL: „Wie gesagt: Der Hobbyarchäologe hielt das für sinnlos. Außerdem drängte die Arbeit. Termine mussten eingehalten werden.“

WJL: „Der steinerne Riese von Thelitz blieb also im Loch?“
EL: „Genau! Ob die Figur zerschlagen wurde, oder ob man sie ganz ließ, weiß ich allerdings nicht. Zu diesem Zeitpunkt war ich wieder auf Dienstgang unterwegs.“

Foto 4: Die mysteriöse Figur...
Das Gespräch führte ich mit meinem Großvater Emil im Frühjahr 1977. Im gleichen Jahr interessierte sich ein Mitarbeiter der Redaktion des „Perry Rhodan-Report“ für den Fall und recherchierte vor Ort. Im „Perry Rhodan-Report“ Nr. 21 (6) erschien ein kurzer Bericht über den mysteriösen Fund. Im Verlauf der folgenden Jahre unterhielt ich mich noch so manches Mal über den mysteriösen Fund von Thelitz. Bis zu seinem Tod erinnerte sich mein Großvater noch sehr genau. Er bedauerte es sehr, dass „Der steinerne Riese von Thelitz“ nicht aus der Grube geholt wurde. „Man hätte ein Gestell über der Grube errichten, einen Flaschenzug anbringen müssen. Das hätte die Arbeiten aber verzögert, was die Bauleitung ablehnte.“

Der kurze Bericht im „Perry Rhodan-Report“ endet mit den Worten (7): „Man muß sich fragen, mit wie vielen Relikten aus der Vergangenheit, die wertvolle Hinweise geben könnten, ähnlich verfahren wurde.“ Das muss man sich wirklich fragen!

Wie viele Statuen, wie viele rätselhafte Figuren mögen noch vergraben darauf warten, entdeckt zu werden? Auf der Osterinsel ruhen mit Sicherheit noch viele der berühmten Kolosse im Erdreich. Und so manche Figur aus uralten Zeiten verrottet vor unseren Augen, etwa jene mysteriöse Gestalt am Münster zu Hameln. Bereits anno 1838 (oder 1848) wurde außerhalb von Holzgerlingen, Landkreis Böblingen, angeblich in der Flur »Schützenbühl« eine Steinstatue gefunden. Sie wurde aus einem Sandsteinblock heraus gemeißelt. Das Material ist grobkörnig und von gelblich-grauer Farbe.Nach einer mir vorliegenden Beschreibung ist die Figur 2,30 Meter groß, 30 Zentimeter breit und 20 Zentimeter dick. Die Oberarme liegen seitlich am Körper an, der rechte Arm ist angewinkelt. Die Hand greift waagrecht über den Körper zur Seite hin. Arme und Hände sind gut ausgearbeitet, der Rest des Körpers wirkt eher wie eine Säule mit Gürtel.

Die »Kleidung« scheint der Riese nicht zu tragen. Es ist möglich, dass ursprünglich Kleidungsstücke aufgemalt waren. Die Farben sind aber im Verlauf der vergangenen 2.500 Jahre verschwunden. Mysteriös mutet an: Die Figur ist doppelgesichtig, blickt also nach vorn und zurück. Laut »Landeskundlichen Informationssystem Baden-Württemberg (8)« trägt die »doppelgesichtige, überlebensgroße Stele aus Holzgerlingen eine sogenannte Blattkrone, die an die berühmte Statue des ›Fürsten‹ vom Glauberg in Hessen erinnert.«

Die »Blattkrone« musste ergänzt werden. Eines der an Hasenohren erinnernden Zacken musste von Experten ergänzt werden. Offenbar war es schon bei Auffinden der Figur im 19. Jahrhundert abgebrochen. Im Gegensatz zum »Fürsten« von Glauberg handelt es sich bei der Statue von Holzgerlingen nicht um einen heroisierenden Ahnen, (9) »sondern eher eine nicht genauer identifizierbare keltische Gottheit«. Stand sie einst im Freien? Oder wurde sie in einem überdachten Tempel verehrt? Wurde sie vielleicht zu Zeremonien herumgetragen? Wir wissen es nicht.

Ich konnte keine näheren Angaben über den exakten Ort in Erfahrung bringen, wo und unter welchen Umständen man die Statue gefunden hat. Musste sie ausgegraben werden? Gab es im direkten Umfeld der Figur weitere Gegenstände, die uns weitere Informationen über die Figur von Holzgerlingen geben könnten? Auch dazu habe ich keine Hinweise finden können.

Meiner Meinung nach könnte es sich bei dem steinernen Riesen von Thelitz auch um eine keltische Kultfigur gehandelt haben. Die Haltung der Arme stimmt wohl bei beiden Figuren überein. Beide Figuren scheinen unbekleidet zu sein, Geschlechtsmerkmale sind aber keine zu erkennen. Schließlich darf ich daran erinnern: Der Fundort des steinernen Riesen von Thelitz liegt im Einzugsbereich der alten Keltenfestung auf dem Staffelberg. Ist der steinerne Riese von Thelitz also ein Kelte, vielleicht gar ein keltischer Gott?

Foto 5: ... am Hamelner Münster ...
Fußnoten
1) Cremo, Michael A.: „Forbidden Archeology”, San Diego 1993
Cremo, Michael A.: „Verbotene Archäologie/ Sensationelle Funde verändern die Welt“, Essen 1994
2) Cremo, Michael A.: „Verbotene Archäologie. Die verborgene Geschichte der menschlichen Rasse“, 5. Auflage, Rottenburg, Januar 2017
Hinweis: Es gibt ältere Ausgaben dieses Buches in deutscher Übersetzung. Aber nur diese deutsche, bei Kopp erschienene Version gibt den kompletten Inhalt des Originals wieder.
3) Habeck, Reinhard: „Mysteriöse Museumsschätze/Rätselhafte Funde versunkener Welten“, Wien 2017
Hinweis: Reinhard Habeck hat eine Buchreihe verfasst über Dinge, die es nicht geben dürfte. „Dinge, die es nicht geben dürfte“, „Bilder, die es nicht geben dürfte“, „Kräfte, die es nicht geben dürfte“, „Wesen die es nicht geben dürfte“. Diese profunden Werke sind alle sehr zu empfehlen.
4) Gemeinde Michelau i.Obfr. (Herausgeber): „800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde“, „Schriften des Deutschen Korbmuseums Michelau Nr. 3“, Michelau 1994, Seite 132, rechte Spalte unten und Seite 133, linke Spalte oben
5) ebenda, Seite 133, linke Spalte unten
6) „Perry Rhodan-Report“ Nr. 21, Seite XIV, erschienen in „Perry Rhodan“ Nr. 832, „Station der MVs“, München/ Rastatt August 1977
7) ebenda, die Rechtschreibung wurde nicht gemäß der Rechtschreibreform korrigiert, sondern belassen.
(8) https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/DOKUMENT/lmw_museumsobjekte/98/Stele+aus+HolzgerlingenKapitel (Stand 20.06.2018)
(9) Ebenda

Foto 6: Sie ist und bleibt ein Rätsel

Zu den Fotos:
Foto 1: Mein Großvater Emil Langbein bei einem Familienausflug. Foto Walter Langbein sen.
Foto 2: Emil Langbein in Polizeiuniform. Foto: Archiv Langbein
Foto 3: Familienausflug mit Emil Langbein. Foto Walter Langbein sen.
Foto 4: Die mysteriöse Figur am Hamelner Münster … Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: … rottet vor sich hin. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Sie ist und bleibt ein Rätsel. Foto Walter-Jörg Langbein

438 „Werden wir sein wie die ‚Götter‘?“,
Teil 438 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 10.06.2018




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