Posts mit dem Label Gilgamesch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gilgamesch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. Januar 2021

573. »Tunnel durch Raum und Zeit«

Teil 573 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
 

 

Foto 1: »Maria im Ährenkleid« 

Was wissen wir von der Wirklichkeit? Wie viel Wirklichkeit können wir erkennen? In Platons berühmtem »Höhlengleichnis« sehen die Menschen nicht die Wirklichkeit, sondern nur den Schatten eines Teils der Wirklichkeit. Was nahmen unsere Vorfahren und unsere Vorvorfahren als »Realität« wahr? Der moderne Mensch glaubt, dass der Jetztmensch von heute mehr von der Wirklichkeit weiß als alle Generationen vor ihm. Aber ist das wirklich so? 

Gewiss, das wissenschaftliche Weltbild unserer Tage ist sehr viel faktenreicher als vor Jahrhunderten. Aber wie war das vor Jahrtausenden? Wird uns Wissenschaft eines Tages verstehen lassen, was wir heute noch nicht begreifen können? Was wäre, wenn wir dann erkennen müssen, dass wissende Weise schon vor Jahrtausenden in bis heute verkannten oder missverstandenen Werken die Ergebnisse modernster Wissenschaft formulierten? Texte, die vor Jahrtausenden verfasst würden, dürfen aber kein wissenschaftliches Wissen bieten, das womöglich das unsere weit übertrifft! Das ließe sich mit unserer Eitelkeit nicht vereinbaren. Wir möchten uns als die Menschen wissen, die mehr von der Welt verstehen als alle Menschen vor uns. 

Unser Weltbild sieht ein kontinuierliches Wachstum an wissenschaftlichen Erkenntnissen vor. Im Verlauf der Jahrtausende nach und nach aufgebaut wurde ein Wissenschaftsschatz aufgebaut, der im Hier und im Jetzt kulminiert. Wenn uralte Texte scheinbar Fantastisches bieten, dann dürfen die nur Fantastereien sein. Dabei übersehen wir, dass unser aktuelles Wissen in Teilbereichen aus eigentlich unvorstellbaren Fantastereien zu bestehen scheint. Max Karl Ernst Ludwig Planck (*1858 in Kiel; † 1947), ein deutscher Physiker auf dem Gebiet der theoretischen Physik, gilt als der »Vater« der Quantenphysik. 
 
Um 1900 war die klassische Physik an ihre Grenzen gestoßen, als es um die Beschreibung des Lichts oder des Aufbaus der Materie ging. Die heutige Quantenphysik beschreibt Eigenschaften von kleinsten Bestandteilen der Materie, die bescheidenen Lichtern wie mir wie pure Magie vorkommen, ja vorkommen müssen. Mancher Zeitgenosse ist schon überfordert, wenn es um die Frage von außerirdischen Wesen auf fernen Planeten geht. Dabei diskutieren ernsthafte Wissenschaftler schon lange, ob es nur ein Universum gibt. Oder ist unser Universum nur eines von vielen? 
 
Wikipedia erklärt den Terminus »Parallelwelt(en)« so (1): »Der Begriff Parallelwelt, auch Paralleluniversum bezeichnet ein hypothetisches Universum außerhalb des bekannten. Die Gesamtheit aller Parallelwelten wird als Multiversum bezeichnet. Die Annahme von Parallelwelten (Mehrweltentheorie) wird in der Philosophie seit der Antike erörtert. Zu unterscheiden ist dabei zwischen der Diskussion über theoretisch mögliche Welten unter formalen Gesichtspunkten und den Hypothesen, in denen solchen Welten eine wirkliche Existenz zugeschrieben wird. Auch in der physikalischen Kosmologie wird die Möglichkeit der realen Existenz von Parallelwelten diskutiert. Einer breiteren Öffentlichkeit ist die Vorstellung vor allem aus der Science-Fiction bekannt.« Wikipedia schreibt weiter: »Die Viele-Welten-Interpretation ist eine Interpretation der Quantenmechanik, die 1957 von Hugh Everett erstmals vorgeschlagen wurde.« 
 
Parallelwelten werden freilich nicht nur in Werken der Science-Fiction-Literatur beschrieben. Wissenschaftsjournalisten wie Tobias Hürter (* 1972) und sein Kollege Max Rauner (*1970) versuchen uns die Welt der Paralleluniversen verständlich zu machen (2). Kluge Menschen wie Rüdiger Vaas (*1966) sind seit vielen Jahren bemüht, komplexe Wissenschaftstheorien über Parallelwelten plausibel zu machen (3). In der US-amerikanischen Zeichentrickserie von Justin Roiland und Dan Harmon »Rick and Morty« geht es um Parallelwelten. Die Helden der Serie, der zynische geniale Wissenschaftler Rick und sein leicht dümmlicher Enkel Morty, erleben abenteuerliche Reisen in Paralleluniversen. Die Serie erlebte 2013 ihre Premiere bei dem Kabelsender »Adult Swim«, ein Jahr später folgte in Deutschland bereits die Ausstrahlung auf dem Sender »TNT Serie«. Im November 2019 ging Staffel 4 an den Start. Wir schmunzeln über unterhaltsame Aufbereitung des Themas »Parallelewelten« in Filmen wie »Yesterday«. Wir machen uns aber nicht bewusst, dass das legendäre »Gilgamesch-Epos«, das vor gut drei Jahrtausenden vor allem im babylonischen Raum entstand, auch im Sinne von Parallelwelten interpretiert werden kann. 
 
Gilgamesch besucht mit seinem Freund Enkidu fremdartige Orte: Parallelwelten, wo »Götter« unsterblich sein dürfen. Und denken wir an das Reich der »Ährenkönigin« hinter dem Felsentor unweit der »Burgruine Nordeck«. Handelt es sich bei dem »Felsentor« um so etwas wie einen »Tunnel durch Raum und Zeit«? Eine Überschreitung der Grenze zwischen zwei Welten soll sich der Sage nach bei der »Ruine Blankenhorn« über Eibensbach (Ortsteil von Güglingen im Zabergäu, Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg) zugetragen haben. Die Sage weiß zu berichten, dass die heidnische »Ährenkönigin« – im christlichen Volksglauben zur »Maria im Ährenkleid« verfremdet, von der einen in die andere Welt und wieder retour gelangen kann. Rueland Frueauf der Ältere (* um 1430/50; †1507 in Passau), ein deutscher beziehungsweise Salzburger Maler, leitete zunächst in Salzburg, dann in Passau eine beachtliche Künstlerwerkstatt. Von ihm stammt ein beeindruckendes religiöses Meisterwerk, das die »Ährenmadonna« in majestätischer Pracht zeigt. 
 
Andere Künstler schufen nicht minder beeindruckende Darstellungen der »Madonna im Ährenkleid«, zum Beispiel der »Meister des Halleiner Altars«. Um 1440 verewigte der die christliche Variante der »Ährenkönigin« auf einem kostbaren Flügelaltar. Das der Gotik zuzurechnende Bildnis befindet sich heute im »Salzburg Museum« in Salzburg. Ein drittes Beispiel soll genügen: Im »Castello Sforzesco«, das Schloss steht an der Piazza Castello im Nordwesten der Altstadt Mailands, hat eine »Madonna im Ährenkleid« aus der Zeit vor 1485 einen würdigen Platz gefunden. Die Marmorfigur stammt ursprünglich aus dem Mailänder Dom. Die »Madonna im Ährenkleid« erfreute sich vor allem in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen christlichen Kunst des deutschsprachigen Raumes großer Beliebtheit. Zahlreiche Gemälde zeigen ihr majestätisches Erscheinungsbild. 
 
Zahlreiche Skulpturen wurden in jener Zeit in Auftrag gegeben. Und immer wird die »Ährenmadonna« als jugendliche schöne Frau im ährengeschmückten Kleid gezeigt. Ich habe einige von ihnen gesehen und bewundert. Sie alle könnten die »Königin im Ährenkleid« der fränkischen Sagenwelt personifizieren, die zwischen zwei »Parallelwelten« pendelte. Die »Ährenkönigin« der Sagenwelt hat ohne Zweifel Vorbilder: Maria, die »Gottesmutter im Ährenkleid«, und heidnische Göttinnen. Rudolf Reiser (*1941), ein deutscher Historiker, Journalist und Bestsellerautor hat es auf den sprichwörtlichen Punkt gebracht (4): »Die heilige Maria übernimmt mehrere Attribute der antiken Göttinnen, so auch das Getreide. Von der ägyptischen Isis sagt man, sie habe den Gebrauch von Weizen und Gerste erfunden. Im Römerreich sprechen die Menschen von den ›Ähren der Ceres‹. Der Hauptstern der Jungfrau am nächtlichen Himmel ist die Spica, die Kornähre. So nimmt es nicht Wunder, daß man Maria mit Gewändern bekleidet, die mit Halmen bedeckt sind. Ährenmadonna von Soest, Maria zur Wiese (um 1473).« 
 
 Fotos 2+3: Mein Großvater Emil Langbein

 
Von meinem Großvater Emil Langbein hörte ich so manche Sage aus der fränkischen Heimat. Die Themenvielfalt dieser oft faszinierenden Erinnerungen an mysteriöse Zeiten ist enorm. Als Jugendlicher notierte ich die eine oder die andere Sage, die mir mein Großvater diktierte. Kurz zur Person: Mein Großvater Emil Langbein war mit Leib und Seele Polizeibeamter. Herbert Perzel schreibt in seinem Werk »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde« über meinen Großvater (5): »Unsere Ordnungshüter. … Sein Nachfolger wurde Hauptwachtmeister Emil Langbein, geboren am 1. Juni 1888 in Ebersdorf bei Ludwigstadt, der 1938 zum Kommissär befördert wurde. Er mußte die Station durch die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre führen. … Zwischendurch wechselte die Station ihren Leiter, nachdem der mittlerweile zum Oberkommissar der Landpolizei beförderte, verdienstvolle Amtsvorsteher Emil Langbein nach 17 Jahren Dienstzeit in Michelau am 1. Juni 1953 in den Ruhestand trat.« Und weiter (6): »Emil Langbein konnte seinen Ruhestand wahrlich genießen, verstarb er doch erst am 3. Mai 1983 im Alter von fast 95 Jahren.« (7) 
 
 Foto 4: Der Ochsenkopf im Winter
 
Auf dem Ochsenkopf, dem mit über 1.000 m zweithöchsten Berg des Fichtelgebirges, scheint es der Sage nach so einen Übergang zwischen zwei Parallelwelten gegeben zu haben. Am Johannistag soll dort oben eine »einzigartige Blume« blühen, die den Zugang in die andere, in eine Parallelwelt, öffnet. Ob es sich um eine Schlüsselblume handelt, oder gar um eine Lilie? Beide sollen den Sagen nach Tore in eine andere Welt auftun. Nur für sehr kurze Zeit kann man durch das sich öffnende Tor in die andere Welt eindringen und auch wieder in die eigene Welt zurückkehren. Wer zu lang verweilt, bleibt verschwunden. Den Ochsenkopf schätzte mein Großvater Emil Langbein sehr. So manches Mal wanderte er bis zum Gipfel des weithin sichtbaren Berges. Von heidnischen Ritzzeichnungen im Stein wusste er zu berichten, die auf Rituale in vorchristlicher Zeit hindeuten könnten. Auf einem womöglich einst »heiligen Stein« sei so etwas wie ein Stierkopf zu sehen gewesen, eingemeißelt vor vielen Jahren. Nach meinen Recherchen ist der Stein inzwischen so stark verwittert, dass man die Ritzzeichnung kaum noch erkennen kann.  

Fußnoten 

(1) »Parallelwelt«, wikipedia-Artikel. https://de.wikipedia.org/wiki/Parallelwelt Stand 16.09.2020
(2) Hürter, Tobias und Rauner, Max: »Die verrückte Welt der Paralleluniversen«, München und Zürich 2011
(3) Vaas, Rüdiger: »Tunnel durch Raum und Zeit«, 6., erweiterte Auflage, Stuttgart 2013
(4) Reiser, Rudolf: »Götter und Kaiser«, München 1995, Seite 33 unten, Bildkommentar (Rechtschreibung wurde unverändert übernommen!)
Brief Heidi Stahl an Walter-Jörg Langbein vom 13. September 2020
(5) Gemeinde Michelau i.Obfr. (Herausgeber): »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und Gegenwart einer fränkischen Gemeinde«, »Schriften des Deutschen Korbmuseums Michelau Nr. 3«, Michelau 1994, Seite 132, rechte Spalte unten und Seite 133, linke Spalte oben
(6) Ebenda, Seite 133, linke Spalte unten
(7) Siehe auch Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 2, 2. überarbeitete und aktualisierte Fassung, Alsdorf September 2019, Kapitel 19, »Der Steinerne Riese von Thelitz«, Seite 131-139
(8) Siehe auch Langbein, Walter-Jörg: »Monstermauern, Mumien und Mysterien«, Band 9, Alsdorf Januar 2020, Kapitel 27, »Vom Ochsenkopf zur unverwüstlichen Maria«, Seite 196-203 

Zu den Fotos 

Foto 1: »Maria im Ährenkleid«, vermutlich von Rueland Frueauf d. Ä. um 1500
Fotos 2 + 3: Mein Großvater Emil Langbein, links in Polizeiuniform, rechts in Zivil. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 4: Der Ochsenkopf im Winter um 1950. Der Ochsenkopf im Winter um 1950


574. »Durch Felsentore in andere Welten«,
Teil 574 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17. Januar 2021


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 24. Mai 2020

540. Hesekiel, Gilgamesch und Pfeile Gottes

Teil 540 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Der Hesekiel
von Schwarzrheindorf
Hoch über mir steht das fliegende Rad. Es gehört zum »Hesekiel-Zyklus« in einem der schönsten Gotteshäuser Europas. Es ist erstaunlich, wie ausführlich in einzelnen Bildern in der unteren Kirche von »St. Maria und Clemens« auf den biblischen Hesekiel eingegangen wird. Warum geschah dies nur hier und in keiner anderen Kirche? Für wen waren diese Darstellungen gedacht? Die »Untere Kirche« wurde vom »gewöhnlichen Volk« besucht, dem die »Obere Kirche« verschlossen blieb. Dort versammelten sich Adelige und Klerus zur Andacht.

Eine Flut von Gemälden an den Wänden ließ vor etwa neun Jahrhunderten das vermeintlich ungebildete Volk staunen. Verstanden die Menschen, was da in Bildern dargestellt wurde? Lesen konnten sie in der Regel nicht. Erkannten sie die Bedeutung der Wandgemälde? Da wird in einem Gemälde dem Hesekiel eine Schriftrolle zum Verzehr gereicht. Dort erkennt man Hesekiel in einem anderen Gemälde, wie er sich mit einem Schwert den Bart abschneidet. Ein weiteres Gemälde zeigt Hesekiel, der mit einer Hacke ein Loch in eine Steinmauer geschlagen hat. Entsetzt blickt der Prophet durch das Loch. Auf der anderen Seite wird offenbar Götzendienst betrieben, und das – was für ein Sakrileg – offenbar im Tempel zu Jerusalem.

Der »Hesekiel-Zyklus« ist wirklich einzigartig in der sakralen Kunst christlicher Gotteshäuser. Szenen aus dem »Neuen Testament« sind eindeutig zu erkennen: Jesus ärgert sich über die Händler im Tempel und Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel. Andere Darstellungen sind vermutlich allegorisch gemeint. Da kämpfen die »Tugenden« gegen die »Laster«. Manche Darstellungen sind wirklich brutal. Da werden die »Sünder« brutal massakriert. Sie werden förmlich zerhackt. Immer wieder begegnen uns Szenen aus dem »Neuen Testament«. Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld. Dem sterbenden Jesus wird mit einem Schwamm Essig gereicht. Ein römischer Soldat stößt Jesus eine Lanze in den Leib.

Und dann: Immer wieder taucht Hesekiel auf. Wir sehen Hesekiel im Kreis der Ältesten sitzen. Die Hand Gottes erscheint aus dem Himmel über ihm. Hesekiel wird Zeuge des Götzendienstes der Juden, die einer Götterstatue huldigen. Hesekiel salbt den Altar. Die Götzendiener werden bestraft, weil sie vom Glauben abgefallen sind. Die »Guten« werden gekennzeichnet und entgehen dem Gemetzel. Die »Bösen« werden zerhackt, die »Guten« bleiben verschont.

Mich aber interessiert vor allem das mächtige Rad, das über mir am Himmel zu schweben scheint. Was, so frage ich mich, ein wenig misstrauisch von meinem Kirchenführer beäugt, hat Hesekiel gesehen? Was sah er am Himmel? Was kam vom Himmel herab?

Im Gilgamesch-Epos zeigt sich Göttin Siduri dem heroischen Gilgamesch. Eine solche Gottesoffenbarung bezeichnet man in der Theologie als »Theophanie«. Der Begriff leitet sich von zwei griechischen Worten ab, nämlich von »theos« (»θεός, »Gott«) und von »phainesthai« (»φαίνεσθαι«, »sich zeigen, erscheinen«). In einer »Theophanie« (»Erscheinung eines Gottes«) offenbart sich ein Gott. Offensichtlich tun das Götter auf Planet Erde schon seit Jahrtausenden. Auch dem biblischen Hesekiel wurden Theophanien zuteil.

Foto 2:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung
(Farblich verändert und kontrastverstärkt
um Details sichtbar zu machen. Collage.)



Das »Alte Testament« kennt solche »Theophanien«, die ganz offensichtlich mit massiven, ja furchteinflößenden Begleiterscheinungen einhergingen. Recht eindrucksvoll wird eine »Theophanie« in Psalm 18 geschildert (1): »Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus. Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen. Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes. Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt, dunkle Wasser, dichte Wolken. Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen. Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen.« Als ausgesprochen friedlich wird dieser Gott allerdings nicht dargestellt, heißt es doch (2): »Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde, sandte Blitze in Menge und erschreckte sie.«

Weniger ausführlich werden die Begleiterscheinung einer »Theophanie« in Psalm 97 beschrieben (3): »Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze. Feuer geht vor ihm her und verzehrt ringsum seine Feinde. Seine Blitze erleuchten den Erdkreis, das Erdreich sieht es und erschrickt. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher der ganzen Erde. Die Himmel verkündigen seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit.«

Auch dem Hesekiel zeigt sich Gott, wie gleich zu Beginn des Buches Hesekiel mitgeteilt wird (4): »Und im dreissigsten Jahr, im vierten Monat, am Fünften des Monats, als ich unter den Verbannten am Fluss Kebar war, öffnete sich der Himmel, und ich sah göttliche Schauungen.«

Dieser eher unscheinbare Vers enthält eine höchst interessante Information, auf die mich Prof. Dr. Georg Fohrer (*1915; †2002), Fachbereich Altes Testament an der »Friedrich Alexander Universität Erlangen«, hingewiesen hat. Ich habe manche seiner Vorlesungen besucht und an seinen Seminaren teilgenommen.

Georg Fohrer hat von 1934 bis 1938 Evangelische Theologie und vergleichende Religionswissenschaft an den Universitäten Marburg und Bonn studiert. 1939 promovierte er zum »Dr. phil.«, 1944 zum »Dr. theol.«. Schließlich habilitierte er sich 1949. 1954 wurde er zum »außerplanmäßigen Professor« ernannt. In den Jahren 1954 bis 1962 wirkte er an der »Evangelisch-Theologischen Fakultät« der Universität Wien. 1962 schließlich holte man ihn als »Professor Fachbereich Altes Testament« an die Universität Erlangen. 1979 wurde der Gelehrte emeritiert, konvertierte zum Judentum und zog nach Jerusalem. In Jerusalem verstarb Prof. Fohrer nach schwerer Krankheit. Im gleichen Jahr brach ich mein Studium der evangelischen Kirche in Erlangen ab und veröffentlichte mein erstes Buch.

Foto 3:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung
(Farblich verändert und kontrastverstärkt
um Details sichtbar zu machen. Collage.)

Im Hebräischen kommt im ersten Vers des ersten Kapitels bei Hesekiel ein Wort zum Einsatz, das in allen Übersetzungen mit »öffnen« verdeutscht wird (5). Diese Vorstellung taucht nur noch ein einziges Mal im »Alten Testament« vor, nämlich bei Jesaja (6). Wenn das Ende seinen Anfang nehmen wird, wenn die Endzeit ihren Lauf nimmt, dann soll der Himmel zerrissen werden: »Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab, dass die Berge vor dir zerflössen.«

Prof. Dr. Georg Fohrer, er war Ehrendoktor der Universitäten Marburg, Aberdeen und St Andrews und Ehrenmitglied zahlreicher gelehrter Gesellschaften, über eine Teophanie bei Hesekiel (7): »Wenn Jahwe zu Beginn der Endzeit zur Erde herniedersteigt, zerreißt er den Himmel. Ez(echiel) bedient sich keines bekannten Bildes oder theologischen Ausdrucks und weist damit bereits darauf hin, wie neu und ungewöhnlich sein Erleben für ihn ist.«

Die »eigentliche Wohnung Jahwes« war, so Prof. Fohrer, der Himmel. Aus dem Himmel herab steigt Gott bei Hesekiel wie bei Jesaja. Es kann also keinen Zweifel geben, dass der biblische Gott des »Alten Testaments« aus dem Himmel herab zur Erde kam, als er Hesekiel aufsuchte. Hesekiel beschreibt das sehr anschaulich. Der himmlische Wagen, so schien es, wurde am Himmel plötzlich sichtbar. Für Hesekiel gab es nur eine Erklärung: der Himmel war aufgerissen, hatte sich aufgetan.

Foto 4: Hesekiel schneidet sich
den Bart ab.
Es ist wirklich erstaunlich, wie ausführlich in einzelnen Bildern in der unteren Kirche von »St. Maria und Clemens« auf den biblischen Hesekiel eingegangen wird. Ich habe mir bei meinem Besuch viel Zeit für den »Hesekiel-Zyklus« genommen. Da mir die Hesekieltexte geläufig waren, verstand ich sofort die Aussage einiger der Darstellungen. Da wird dem Hesekiel eine Schriftrolle zum Verzehr gereicht. Keine Frage: Da wird biblischer Text illustriert (8): »Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iss, was du vor dir hast! Iss‘ diese Schriftrolle und geh hin und rede zum Hause Israel! Da tat ich meinen Mund auf und er gab mir die Rolle zu essen und sprach zu mir: Du Menschenkind, gib deinem Bauch zu essen und fülle dein Inneres mit dieser Schriftrolle, die ich dir gebe. Da aß ich sie, und sie war in meinem Munde so süß wie Honig.« Offenbar soll Hesekiel im sprichwörtlichen Sinne verinnerlichen, was er den Menschen verkünden soll.

Dort erkennt man Hesekiel, wie er sich mit einem Schwert den Bart abschneidet. Auch hier handelt Hesekiel nach einem seltsam anmutenden Befehl Gottes (9): »Und du, Menschenkind, nimm ein scharfes Schwert und brauche es als Schermesser und fahr damit über dein Haupt und deinen Bart.« Mag sein, dass dies ein Hinweis auf das Unglück sein soll, das über Jerusalem hereinbrechen wird. Ein letztes Beispiel soll genügen: Ein weiteres Gemälde zeigt Hesekiel, der mit einer Hacke ein Loch in eine Steinmauer geschlagen hat. Entsetzt blickt Hesekiel durch das Loch. Da wird offenbar Götzendienst betrieben, und das offenbar im Tempel zu Jerusalem.

In der Luther Bibel von 1912 findet sich ein seltsamer Fehler (10): »Und er führte mich zur Tür des Vorhofs; da sah ich, und siehe war ein Loch in der Wand. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, grabe durch die Wand. Und da ich durch die Wand grub, siehe, da war eine Tür. Und er sprach zu mir: Gehe hinein und schaue die bösen Greuel, die sie allhier tun. Und da ich hineinkam und sah, siehe, da waren allerlei Bildnisse der Würmer und Tiere, … und allerlei Götzen des Hauses Israel, allenthalben umher an der Wand gemacht.«

Foto 5: Hesekiel bricht ein Loch in die Wand.

Da stimmt etwas nicht mit der zeitlichen Abfolge! Da wird dem Hesekiel zunächst ein Loch in der Wand gezeigt. Und dann bekommt er den Befehl, durch die Wand zu graben. Aber das Loch ist doch schon vorhanden! Wozu also noch graben?

In der »Luther Bibel« von 2017 hat man diesen Fehler nicht behoben. Da wird er sogar noch deutlicher (11): »Und er führte mich zur Tür des Vorhofes. Da sah ich, und siehe, da war ein Loch in der Wand. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, brich ein Loch durch die Wand. Und als ich ein Loch durch die Wand gebrochen hatte, siehe, da war eine Tür.«

Hesekiel bekommt ein Loch in der Wand gezeigt und dann soll er erst einmal ein Loch durch die Wand brechen? Aber das Loch ist doch schonvorhanden!

Über allem aber scheint das Rad zu schweben, das Hesekiel sah. Sollte er tatsächlich ein riesiges Rad am Himmel gesehen haben? Sollte von einem solchen »Rad« die Herrlichkeit Gottes, »kabod jhwh« (כְּבֹוד־יְהוָ֑ה) im Hebräischen der »Biblia Hebraica« zur Erde hinab gestiegen zu sein?


Fußnoten
(1) Psalm 18, Verse 8-14, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(2) Ebenda, Vers 15, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(3) Psalm 97, Verse 2-6, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(4) Hesekiel Kapitel 1, Vers 1, zitiert nach »Luther Bibel 2017«.
(5) נִפְתְּחוּ֙, ptch im Niphal
(6) Jesaja Kapitel 63, Vers 19
(7) Fohrer, Georg: »Handbuch zum Alten TestamentErste Reihe 13/ Ezechiel«, Tübingen 1955, Seite 10, 4.+3. Zeile von unten (Fußnoten nicht mitgezeählt!)
(8) Hesekiel Kapitel 3, Verse 1-3
(9) Hesekiel Kapitel 5, Vers 1
(10) Hesekiel Kapitel 8, Verse 7-10, zitiert aus der »Luther Bibel« von 1912. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen.
(11) Hesekiel Kapitel 8, Verse 7 und 8


Zu den Fotos
Foto 1: Der Hesekiel von Schwarzrheindorf, bearbeitet (Collage. Kontrast verstärkt und Farben verändert, um Details besser erkennbar zu machen.)
Foto 2:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung (Farblich verändert und kontrastverstärkt um Details sichtbar zu machen. Collage.)
Foto 3:  »Hesekiels Rad« nach der Restaurierung (Farblich verändert und kontrastverstärkt um Details sichtbar zu machen. Collage.)
Foto 4: Hesekiel schneidet sich den Bart ab.
Foto 5: Hesekiel bricht ein Loch in die Wand.

541. »Hesekiel, Elias und Henoch wurden ›entrückt‹«,
Teil 541 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 31. Mai 2020


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 28. Juli 2019

497. »Geheime Dinge hat er gesehen.«


Teil 497 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Gilgamesch
»Geheime Dinge hat er gesehen. Was verborgen dem Menschen ist, kennt er. Er hat Nachrichten gebracht von den Zeiten der Sintflut.«, heißt es in einem der geheimnisvollsten Texte der Menschheitsgeschichte, im Gilgamesch-Epos (1). Es ist Jahrtausende älter als die Bibel und enthält die älteste Beschreibung überhaupt der wohl ältesten Sehnsucht des Menschen. Es geht um Gilgameschs Suche nach dem ewigen Leben. Auch Alexander der Große soll in Indien versucht haben, das Geheimnis der Unsterblichkeit zu ergründen. Kolumbus suchte womöglich deshalb den Seeweg in jenes Land. Der Spanier Ponce de León vermutete Wunderquellen auf Bimini. Jahrhunderte später wurde er vom berühmten amerikanischen Seher Edgar Cayce bestätigt.

Für Sir Austen Henry Layard wurde anno 1849 der Traum aller Forscher wahr: Auf dem linken Ufer des Tigris, unweit der irakischen Stadt Mosul, entdeckte er die Ruinen einer uralten Stadt. Er machte sich sofort ans Werk grub das legendäre Ninive, die Hauptstadt des Assyrerreiches, aus. Deutlich zu erkennen waren die Überreste einer einst uneinnehmbaren doppelten Festungsmauer. Unter dem Hügel Kujundschik wartete eine Sensation auf ihn: die Bibliothek Assurbanipals, bestehend aus 5.000 Keilschrifttafeln. Im Südwestpalast schien die Zeit stehengeblieben zu sein. In zwei kleineren Räumen waren, als Babylonier und Meder 612 v. Chr. die einst so stolze Stadt verwüstet hatten, Tontafeln zu Boden gefallen. Rund zweieinhalb Jahrtausende waren sie liegengeblieben. Anno 1853 fand Hormuzd Rassam 20.000 weitere Tontafeln und Fragmente. Die wertvollen Dokumente wurden nach London, in das »British Museum«, geschafft, in mühseliger Arbeit zusammengesetzt und nach und nach übersetzt.

Foto 2: Der »Sintflutbericht« aus der Bibliothek Asurbarnipals

1872 machte George Smith vom Museum weltweit Schlagzeilen: Ein Fragment enthielt Verse des ältesten Epos der Menschheitsgeschichte, einen Bericht von der Sintflut, nur vermutlich Tausende Jahre älter als die Bibel. Die britische Tageszeitung »Daily Telegraph« zahlte Smith tausend Guineas,   der Forscher konnte nach Ninive reisen. Wenig später fand er auf weiteren Tafeln den kompletten Text der ersten Sintflutgeschichte. Sie gehörte zum Gilgamesch-Epos, das einst im Alten Vorderen Orient so populär wie die Bibel gewesen sein muss. Es kursierte in zahlreichen Abschriften und Kopien. Die jüngeren stammen aus dem siebten und sechsten Jahrhundert v. Chr. Ins 14. Jahrhundert v. Chr. datiert wurden eine akkadische, eine hethitische und eine hurritische Übersetzung, die in der Bibliothek von Hattuscha, der Hauptstadt des Hethiterreiches (heute Türkei) gefunden wurde. Ältere Versionen stammen aus weit früheren Epochen: sie wurden Ende des dritten und Anfang des zweiten Jahrtausends v. Chr. auf Tontafeln verewigt. Aber schon im dritten Jahrtausend v. Chr. wurde das Epos in sumerischer Sprache verewigt. Erstaunt stellten weltweit führende Experten fest: Der Text hatte Jahrtausende fast vollkommen unverändert überdauert, war häufig mit Sorgfalt übertragen und übersetzt worden. Übrigens: Das »Gilgamesch-Epos« ist nach wie vor nicht komplett. Auch heute noch tauchen immer wieder Splitter von Keilschrifttafeln auf, die dem mysteriösen Epos zugerechnet werden können.

Foto 3: Aruru alias Ninḫursanga
Die Handlung des Epos weist immer wieder Parallelen zu viel später entstandenen Bibeltexten auf. So heißt es, dass sich Held Gilgamesch einsam fühlt. Göttin Aruru erhört sein Flehen und erschafft ihm einen Gefährten, den Enkidu. Die akkadische Göttin Aruru, alias Ninmaḫ, Nintu, Mami, Ninlil und Damkina,  war als sumerische Gebirgs- und Muttergöttin hoch geachtet. Einer ihrer Ehrennamen lautet »Mutter der Götter«. 

Bekannt war sie auch ob ihrer Funktion als »Göttin der Gebärenden« und »Mutter aller Kinder«. Interessante Parallele zum Alten Testament: Eva wurde als »Mutter allen Lebens« verehrt.

Gemeinsam wollen Gilgamesch und Enkidu den Chumbaba, ein schreckliches Monster, töten. In einem wütenden Kampf verletzt Gilgamesch das Untier mit seinem Schwert am Hals, Enkidu enthauptet es. Die Götter aber beschließen den Tod Enkidus. Nach schwerer Krankheit stirbt er. Gilgamesch ist verzweifelt. Sieben Tage lässt er den Gefährten, der sein Bruder geworden ist, nicht bestatten. Vergeblich hofft er, dass das Leben in Enkidu zurückkehren möge.

Gilgamesch (2) wird sich seiner Sterblichkeit bewusst. Von panischer Todesangst gepeinigt macht er sich auf die Suche nach dem Geheimnis vom ewigen Leben. Nur Utnapischtim, so weiß er, kann ihm helfen. Nach strapaziösen, qualvollen Märschen erreicht Gilgamesch das Maschugebirge. Riesige Skorpionmenschen hüten ein geheimnisvolles »Bergtor«. Gilgamesch wird schließlich eingelassen und kommt nach vierundzwanzigstündiger Reise durch schreckliche Finsternis in einen herrlichen Garten mit Edelsteinbäumen. Die fantastische Welt liegt am Ufer eines geheimnisvollen Meeres, das noch kein Sterblicher überquert hat. Mit Hilfe von Urschanabi überwindet Gilgamesch die »Gewässer des Todes« und begegnet endlich Utnapischtim. Der ist als einziger Mensch unsterblich. Auf den Rat des Gottes Ea hat er einst eine Arche gebaut, die Sintflut überlebt. Aber warum muss er nicht sterben?

Foto 4: Ein Skorpionmensch

 Utnapischtim verrät ihm das Geheimnis des ewigen Lebens: Es ist eine stachelige Pflanze, die auf dem Grunde eines Sees gedeiht. Mit schweren Steinen als Gewicht taucht Gilgamesch in die Tiefe  und findet tatsächlich die Wunderpflanze. Mit seinem kostbaren Fund taucht er an die Oberfläche zurück und tritt den Heimweg an. Erneut überwindet er das Meer des Todes. Als er sich aber in der Wüste in einem kühlen Brunnen badet, stiehlt ihm eine Schlange die Pflanze der Unsterblichkeit. Gilgamesch gibt auf. Er resigniert und akzeptiert seine Sterblichkeit. In der Schöpfungsgeschichte des »Alten Testaments« wird die Schlange Eva die Unsterblichkeit wieder anbieten.

Wir wissen heute: Gilgamesch hat wirklich gelebt. Die Königslisten der ersten Dynastie von Uruk verzeichnen ihn als großen Herrscher. Er lebte um 2600 v. Chr. Unsterblichkeit wurde ihm im physischen Sinne nicht zuteil. Aber er erreichte immerhin ein »biblisches Alter« von 126 Jahren. Unsterblich wurde er nur im übertragenen Sinne: Sein Name ist auch heute, fast fünf Jahrtausende später, unvergessen. Historisch real wie Gilgamesch (3) war auch Alexander der Große (*356 v. Chr.; †323 v. Chr.). Beide haben nach Unsterblichkeit gesucht. Der große Herrscher hat, so vermeldet es die »Alexandersage«, von Ägypten aus eine Forschungsreise angetreten. Wie Gilgamesch durchquert Alexander in der einst weit verbreiteten, alten Überlieferung ein »Land der Finsternis« und kommt am Fuße eines Zauberbergs an. Ganz allein, seine Leibwache lässt er zurück, besteigt er ihn. 

Foto 5: Ein Skorpionmensch
Nach zwölf Tagen und zwölf Nächten steht er schließlich an der Grenze zu einer »Überwelt«. Ein Engel, dessen Strahlenglanz ihn blendet, verrät Alexander das Geheimnis des ewigen Lebens: »Ich will dir sagen, wie du leben kannst, ohne zu sterben. Im Lande Arabien hat Gott die Schwärze undurchdringlicher Dunkelheit eingesetzt. Darin ist verborgen ein Schatz dieses Wissens. Dort ist auch der Brunnen des Wassers, das Lebenswasser genannt wird, und wer davon trinkt, und sei es auch nur einen einzigen Tropfen, wird nie sterben.«

Alexander (4) ist diese Auskunft zu rätselhaft. »In welchem Erdteil liegt dieser Brunnen?«, will er wissen. »Frage diejenigen Menschen, die Erben dieses Wissens sind.«, erfährt er nur. Zeit seines Lebens soll er nach dem geheimnisvollen Land gesucht haben. Vermutete er es in Indien (5)? 327 v. Chr. unternimmt Alexander einen Feldzug nach Nordwestindien, will bis zur Mündung des Ganges vordringen. Seine Truppen meutern. Sie weigerten sich, sich weiter in unbekannte Gefilde vorzukämpfen. Der Legende nach, sie ist im »Alexanderroman« von Lambert le Tort (12. Jahrhundert) überliefert, entdeckte ein fünfundsechzigjähriger Gefährte des großen Königs an der Mündung des Ganges, der in der Bibel mit dem Paradiesstrom Pison gleichgesetzt wird, drei Wunderbrunnen: Einer verjüngt, einer verleiht Unsterblichkeit, einer erweckt Tote zum Leben. Der 65-Jährige soll vom Verjüngungswasser getrunken und wieder zu einem Dreißigjährigen geworden sein.

Foto 6: Alexander der Große

Diese Legende, historisch in keiner Weise belegbar, war im Europa des frühen Mittelalters Wissenschaftlern wie Abenteurern wohl bekannt. Sie wollten nach den geheimnisvollen Brunnen suchen und trachteten danach, nach Indien zu gelangen. So leicht war das aber nicht. Der Landweg nach Indien war unpassierbar. Die Sarazenen ließen Europäer nicht durch. Indien konnte nur auf dem Seeweg erreicht werden. Wollte also Kolumbus vorwiegend deshalb Indien aufsuchen, weil er hoffte, in den Besitz des Wassers der Unsterblichkeit zu gelangen? Bekanntlich entdeckte er »nur« Amerika doch auch dort stießen er und seine Gefolgsleute auf geheimnisvolle Hinweise, wonach es auf einer Insel ein Wasser des ewigen Lebens gab.
Foto 7: Juan Ponce de León
Juan Ponce de León (6), Gouverneur von Haiti und Puerto Rico, erfuhr jedenfalls 1511 von »Indianern«, dass es irgendwo im Norden eine Insel namens Bimini gebe. Bimini sei reich an Schätzen und Edelsteinen, das kostbarste Gut aber stelle eine Quelle dar, die aus Greisen wieder junge Männer mache. Juan Ponce de León vermeldete diese Kunde sofort dem spanischen König Ferdinand. Und der gab am 23. Februar 1512 den Befehl, eine Expedition sofort auszurüsten. Aufgabe: die Suche nach Bimini im Norden Haitis. »Sobald Sie die Insel erreicht und erfahren haben, was sie enthält, werden Sie mir den Bericht zustellen!«, so lautete der strikte Befehl.


Fußnoten
1) Röllig, Wolfgang (Hrsg.) »Das Gilgameschepos«, Ditzingen 2009
2) Maul, Stefan (Übersetzer): »Das Gilgamesch – Neu übersetzt und kommentiert von Stefan Maul«, München 2014
3) Sallaberger, Walther: »Das Gilgamesch-Epos/ Myhos, Werk und Tradition«, München 2013
4) Demandt, Alexander: »Alexander der Große/ Leben und Legende«, München 2013
5) Fox, Robin Lane: »Die klassische Welt: Eine Weltgeschichte von Homer bis Hadrian«, 4. Auflage, Stuttgart 2011
6) Morison, Samuel Eliot: »The European Discovery of America/ The Southern Voyages«, Oxford University Press, 1974

Zu den Fotos
Foto 1: Gilgamesch und der Löwe. Foto gemeinfrei/ jastrow
Foto 2: Der »Sintflutbericht« aus der Bibliothek Asurbarnipals. Foto wikimedia commons/ Fæ
Foto 3: Aruru alias Ninḫursanga, Herrin der steinigen Einöde, auch Ninhursag, Ninmaḫ, Nintu und Mami genannt. Foto public domain
Foto 4: Ein Skorpionmensch, Königsgräber von Ur. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Ein Skorpionmensch, Königsgräber von Ur. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Alexander der Große. Foto wiki commons/ Berthold Werner
Foto 7: Juan Ponce de León. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein



498. »Der ›Trank der Unsterblichkeit‹ und der Graf von Saint Germain«,  
Teil 498 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 4. August 2019


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 4. November 2018

459 »Geheimnisvolle Mythen: Artus, Gilgamesch und eine Göttin«

Teil 459 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Kuriose Kreaturen...

Schriftliche Aufzeichnungen über die Geschichte von Menschen und Völkern gibt es erst seit wenigen Jahrtausenden. So manches Dokument wie die sprechenden Hölzer der Osterinsel konnte bis heute nicht entziffert werden. Aber auch längst übersetzte alte Texte werden immer noch nicht verstanden. Warum? Sie wurden nicht selten falsch übersetzt, weil sie womöglich von fantastischem Wissen unserer Vorfahren berichten. Hinweise auf »unmögliches Wissen« wurden durch falsche Übersetzungen zum Verschwinden gebracht, nicht aus Bosheit, sondern weil mancher fantastische Text zur Zeit der Übersetzung nicht verstanden werden konnte. So schlummern in riesigen Bibliotheken Schätze, die bis heute nicht gehoben wurden. So künden von Sagen und Überlieferungen, von Mythen aus uralten Zeiten.

Foto 2: Bücher über Bücher ...

Wenn wir uns damit begnügen, nur die in Wort und Schrift verfassten Geschichtsbücher zu studieren und dabei die Mythen außer Acht lassen, dann entgeht uns ein Großteil der Menschheitsgeschichte. Stellen wir uns vor, es gebe eine gewaltige Bibliothek der Menschheit mit unzähligen endlosen Korridoren und unzähligen Räumen mit unzähligen Büchern. Wir konzentrieren uns auf zwei oder drei Räume, die anderen betreten wir nicht. Die Menschheitsgeschichte ist nun einmal sehr viel älter als die ältesten Texte auf Keilschrifttafeln, die wir kennen. Was wir übersehen: Es gibt neben den Geschichtsbüchern die faszinierenden Mythen, die in der fernen Vergangenheit entstanden, lange bevor der Mensch schreiben konnte. Sie überliefern uns Geschichten aus der »Kinderstube« der Menschheit. Leider nehmen wir diese uralten Mythen, die uns doch auf geheimnisvolle Weise berühren und ansprechen, nicht ernst. Zum Glück wurden viele dieser Mythen im Laufe der Jahrhunderte schriftlich festgehalten.

Foto 3: Bücher, Bücher, Bücher...

Fragen wir Fachleute, wie nach ihrer Ansicht Mythen zu bewerten sind und ob sie Fakten über die Vergangenheit der Menschheit zu bieten haben. Religionswissenschaftler Louis Marillier (*1862; †1901) zum Beispiel erkennt die Gleichartigkeit der Mythen, verneint aber ein kollektives Denken, wie es ja Carl Gustav Jung vermutet (1). Er hält sie vielmehr für spontane individuelle Schöpfungen, die auf eine Erfahrung, die unsere Vorfahren machten, zurückgehen. Was für eine Erfahrung?

Sein Landsmann Georges Dumezil (*1898; †1986), er analysierte indoeuropäische Religion und Gesellschaft, formulierte es wie folgt (2): »Die Mythen sind Alleinbesitz der Urzeiten gewesen und spiegeln den Zustand und die Ereignisse der damaligen Gesellschaft wider.« Der Ethnologe Konrad Theodor Preuss (*1869; †1938) zählt zu den Pionieren der modernen Ethnologie. Der Gelehrte war der gleichen Ansicht wie Louis Marillier und Georges Dumezil (3): »In Mythos und Kult werden die Erlebnisse der Urzeit nachvollzogen!« 

Foto 4: David hat Goliath getötet
Karl Friedrich Kohlenberg (*1915; †2002) betrieb intensive ethnologische Studien. Fasziniert von der rätselvollen Vergangenheit der Menschheit vertiefte er sich in die ältesten Überlieferungen aus grauer Vorzeit. Sein Resümee lautet (4): »Jeder Mythos, jede Legende spiegelt, wie von der Wissenschaft nachgewiesen, einen Zustand und ein wirkliches Geschehen wieder.«

Wir kennen den Mythos von David und Goliath. Wir wissen aus der Bibel, dass der schmächtige David den Riesen Goliath tötete. Mit seiner Schleuder streckte David den Riesen mit einem Stein zu Boden und hieb ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Stolz präsentierte David das abgeschlagene Haupt des Giganten (5). 

Weniger bekannt ist der Mythos von König Artus, der gegen Riesen gekämpft haben soll. In Artusromanen tauchen sie auf, mächtige Riesen. In der christlichen Mythologie wohlbekannt ist der gutmütige Riese Christophorus, der einst in jeder katholischen Kirche in beeindruckender Weise dargestellt wurde. Riesen tauchen immer wieder auf, im Alten Testament wie in Mythen, in Sagen und Erzählungen. Mehr als mysteriös ist, was im 6. Kapitel des Buches Genesis berichtet wird (6): »Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten. 

Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn er ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertzwanzig Jahre. Es waren Riesen zu den Zeiten und auch danach noch auf Erden. Denn als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.«

Foto 5: Artus gegen den Riesen
Im Hebräischen des Originaltextes heißen sie »bənê ha’älohîm«, also Söhne der Elohim, der Götter. Söhne der Götter wurden bereits vor Jahrtausenden in den Keilschrifttexten aus Ugarit beschrieben. Als ich während meines Studiums der evangelischen Theologie nach diesen ominösen Söhnen der Elohim-Götter fragte, bekam ich meist ausweichende Antworten. Nach Professor Georg Fohrer handelte es sich bei den himmlischen Wesen um »niederrangige Götter«, die aus uralten Mythen übernommen und ins Buch Genesis aufgenommen wurden. Aus der Verbindung zwischen den Söhnen der Elohim und Menschenfrauen entstanden nach Genesis Kapitel 6 die Riesen. Die biblischen Riesen wurden in der Sintflut ausgetilgt. Die Göttersöhne waren nach den Keilschrifttexten aus Ugarit unsterblich, ob die Söhne der Elohim-Götter des Alten Testaments auch ewig lebten, darüber schweigt sich die Bibel aus. Nach Hiob (7) gehörten die Göttersöhne zum Hofstaat Jahwes, wurden offenbar immer wieder einberufen, um Gott gegenüber Rechenschaft über ihre Taten abzulegen.

Riesen, Riesen, Riesen. Die Frage, die wir uns stellen müssen: Hat es sie einst wirklich gegeben?Sind alte Mythen und heilige Bücher wie die Bibel glaubwürdig, wenn sie uns von Riesen erzählen?Louis Marillier hält, wie erwähnt, Mythen für spontane individuelle Schöpfungen, die auf eine Erfahrung, die unsere Vorfahren machten, zurückgehen. Was für eine Erfahrung (Siehe Fußnote 1!)? Sollten unseren Vorfahren in grauer Vorzeit Riesen begegnet sein? Sollten Mythen, Sagen, Märchen und Legenden, die von Riesen berichten, doch einen wahren Kern haben? Sollten Berichte über angebliche Funde von menschenähnlichen Riesenskeletten Hinweise auf reale »Fabelwesen« geben? Sollten gar auf der Osterinsel noch vor wenigen Jahrhunderten gelebt haben? Hausten auf der Insel »Santa Catalina«, etwa 35km südwestlich von San Pedro, Los Angeles, Riesen in einer Art »Kolonie der Giganten«? 

Fotos 6-8: Der Riese Christophorus im Dom zu Paderborn

Fakt ist: Durch die gesamte Mythenwelt geistern Riesen, die vor Urzeiten auf unserem Planeten gewirkt haben sollen. Dabei wird in den Überlieferungen hartnäckig versichert, diese Riesen seien Abkömmlinge der Götter. Riesen sind als Götterabkömmlinge in der Mythologie wirklich zahlreich dokumentiert. Es erhebt sich die Frage: Gab es sie wirklich? Waren es nur Ausgeburten erzählerischer Fantasie? Haben Riesen leibhaftig unter unseren Vorfahren gelebt und gewütet? Wer hat recht? Wen nehmen wir ernst: der Mythologie oder der heutige Anthropologie, die sich schwer daran tut, vorgeschichtliche Riesen in ihr Denken mit einzubeziehen?


Foto 9: Eine Ritzzeichnung (Osterinsel)
Es gilt nicht »entweder … oder«, wer die Vergangenheit der Menschheit erforschen will, muss auch die Mythologie in seine Überlegungen einbeziehen, auch wenn sie im Widerspruch zur Anthropologie stehen mag. Wir können es uns nicht leisten, eine einzige Quelle außer Acht zu lassen! Je weiter wir in die Vergangenheit reisen wie in die Tiefen eines fernen Kontinents, desto mehr vermischen sich Mythen und historische Fakten. Je gründlicher wir die graue Vorzeit zu erforschen versuchen, desto fantastischer muten manchmal Fakten und desto realistischer kommen uns Mythen vor. Je weniger Angst wir vor mutigen Antworten auf die Rätsel der Vergangenheit haben, desto mehr erfahren wir über uns und die Zukunft der Menschheit. Und desto glaubwürdiger wird womöglich das scheinbar Fantastische. Vielleicht verstehen wir dann zum Beispiel Geheimnisse der Osterinsel wie ihre rätselhaften Ritzzeichnungen von merkwürdigen Gestalten, die an Riesen erinnern.

Die älteste Fassung des Gilgameschepos entstand in altbabylonischer Zeit, ist also etwa 3600 bis 3800 Jahre alt. Das legendäre Epos beschreibt den Werdegang von Gilgamesch, König von Uruk, und seine Heldentaten. Gilgamesch siegte im Kampf gegen Löwen, suchte aber vergeblich nach der Unsterblichkeit. Dank sensationeller Textfunde war es dem Heidelberger Assyrologen Stefan M. Maul (*24.12.1958) möglich, die bislang vollständigste Fassung des »Gilgamesch Epos« neu zu übersetzen und Textlücken zu schließen.

Die Göttin Belet-ili, auch Nimah und Nintud genannt, tat sich mit Gott Nudimmud, auch Enki und Ninsiku genannt, taten sich zusammen. Gemeinsam planten, entwarfen und schufen sie den Riesen Gilgamesch (9): »Das Bild seines Leibes entwarf Belet-ili, Nudimmud vollendete meisterhaft seine Gestalt.«

Im Louvre zu Paris befindet sich eine Statue aus dem Palast von Sargon II, die rund zweieinhalb Jahrtausende sein dürfte und wohl Gilgamesch darstellen soll. Sie ist 5,52 Meter hoch, stattliche 2,18 Meter breit und hat somit die Ausmaße, die Gilgamesch gehabt haben soll (10): »Jener ist strotzend an Kraft und von strahlender Schönheit, stattlich ist seine Statur, elf Ellen hoch ist er gewachsen.«

Foto 10: »Riesen« der Osterinsel, Ritzzeichnung

Fußnoten
Foto 11: Gilgamesch
(1) Marillier, Leon Louis: Du Role de la Psychologie dans les etudes de Mythologie comparée, Revue de l‘Histoire des Religions, XXXII, 1895, Seiten 116-141 (zitiert nach Kohlenberg, Karl F.: Enträtselte Vorzeit – die Mythen geben Antwort, München und Wien 1970, Seite 20, Zeilen 5-8 von unten)
(2) Dumezil, Georges: Aspects de la Function guerriére chez les Indoeuropéens, 1959 (zitiert nach Kohlenberg, Karl F.: Enträtselte Vorzeit – die Mythen geben Antwort, München und Wien 1970, Seite 20, Zeilen 1-4 von unten)
(3) Preuss, Konrad Theodor.: Der religiöse Gehalt der Mythen, Tübingen 1933
(zitiert nach Kohlenberg, Karl F.: Enträtselte Vorzeit – die Mythen geben Antwort, München und Wien 1970, Seite 81, Zeilen 9-11 von oben)
(4) Kohlenberg, Karl F.: Enträtselte Vorzeit – die Mythen geben Antwort, München und Wien 1970, Seite 81, Zeilen 7-9 von oben
(5) Siehe hierzu 1. Buch Samuel Kapitel 17
(6) 1. Buch Mose Kapitel 6, Verse 1-4
(7) Buch Hiob Kapitel 1, Vers 6 und Buch Hiob Kapitel 2, Vers 1
(8) Das Gilgamesch-Epos, neu übersetzt und kommentiert von Stefan M. Maul. 6. Auflage. München 2014
(9) ebenda, eBook-Version, Pos. 650
(19) ebenda, eBook-Version, Pos. 652

Zu den Fotos:
Foto 1: Kuriose Kreaturen... Ritzzeichnung Osterinsel/ Zeichnerische Rekonstruktion. Foto: Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 2: Bücher über Bücher ... Foto  pixelio.de/ Carina Döring
Foto 3: Bücher, Bücher, Bücher. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: David hat Goliath getötet. David mit dem abgeschlagenen Haupt Goliaths Bildfeld an der großen Knesset Menora/ Foto wikimedia commons/ Deror avi
Foto 5:  König Artus kämpftgegen einen Riesen/ Werk von Walter Crane 1845-1915/ wikimedia commons/ public domain
Fotos 6-8: Der Riese Christophorus im Dom zu Paderborn. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Eine Ritzzeichnung (Osterinsel). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 10: »Riesen« der Osterinsel, Ritzzeichnung, Collage. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 11: Gilgamesch im Kampf mit dem Löwen (Louvre). Foto wikimedia commons

460 »Astronautengötter«,
Teil 460 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 11.11.2018


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)