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Sonntag, 3. März 2013

163 »Von einem, der in den Himmel stieg!«

»Alle Straßen führen nach Cobá«, Teil II
Teil 163 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


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Ritual-Raum auf der
Nohoch-Mul-Pyramide
Foto: Dlogic
»Nach Cobá wollen Sie? Nach Cobá in Mexiko? Warum das denn?« fragte mich der »Mexiko-Experte« eines Reisebüros. »Da gibt es doch nichts zu sehen!« Gut, dass ich mich nicht davon abhalten ließ, die Maya-Metropole Cobá zu besuchen ... und das im Verlauf der Jahrzehnte wiederholt.

Das bis zu 100 Quadratkilometer große Areal von Cobá ist weitestgehend eben. Einige kleinere Erhöhungen wurden genutzt, um darauf Tempel oder Pyramiden zu errichten. Zwanzig Gebäudekomplexe hat die Archäologie inzwischen ausfindig gemacht, die untereinander mit Dammstraßen (genannt »sakbeo'ob«) verbunden sind. Bis zu sechs Kilometer sind diese vorzüglich nivellierten Wege auf erhöhtem Niveau lang ... im innerstädtischen Straßennetz.

Das Straßennetz von Cobá ist aber auch an jenes System von Fernstraßen angebunden, das so typisch für die Maya-Kultur war. So führt eine Fernstraße vom »Grupo Nohoch Mul« über Cuacan, Xcahumil, Ekal und Sisal ins einhundert Kilometer entfernte Yaxuná. Die Fernstraßen waren Luxus pur für ein Volk, das angeblich nicht einmal das Rad kannte. Dammstraßen ins übrige Mayareich waren nach heutigen Erkenntnissen zwischen zwanzig und hundert Kilometer lang und zwischen sechs und zehn Metern breit!

Warum wurden Straßen auch über lange Strecken auf Dämmen geführt? Nach vorsichtigen Schätzungen wurden bis zu 750.000 Kubikmeter Material in einer einzigen Straße verbaut. Und wir wissen nicht, wie riesig und komplex das Netz gewesen ist, wovon die Metropole Cobá nur ein kleiner Teil war! In Zentralamerika führten alle Straßen nach Cobá ... und in andere sakrale Zentren! Jahrhunderte gingen über das Straßennetz hinweg. Einst freie Ebenen wurden vom Urwald zurück erobert, der die Straßen verschlang. Andere Dammstraßen wurden im Zuge der Bebauung und Nutzbarmachung für die Landwirtschaft und Viehzucht abgetragen und vollkommen zerstört. (1) Straßen verschwanden ... Selbst einst stolze Pyramiden sind oft kaum oder gar nicht mehr zu erkennen!

Das war einmal eine Pyramide
Foto: Laslovarga
Es gibt keinen Zweifel: Das Volk der Mayas war alles andere als primitiv. Um das riesige Straßennetz anzulegen, war eine präzise strategische Planung erforderlich. Nach wie vor ungeklärt ist die Frage, welchem Zweck dieses Straßennetz diente. Und wenn die Mayas, wie nach wie vor behauptet wird, das Rad nicht kannten, wenn sie keine Zug- oder Lasttiere kannten, dann waren Straßen von zwanzig Metern Breite schlicht und einfach absurd.

Und wenn man in der Schulwissenschaft vor einem scheinbar unlösbaren Rätsel steht, hilft rasch die Erklärung »Kult«. Schon sind wieder unbequeme Fragen beantwortet: Die Straßen hatten zeremoniellen Charakter. Oder: Es waren »Prozessionswege«. Wem das zu religiös-esoterisch ist, mag andere Antworten vorziehen: Demnach waren die Straßen ein »Prestigeobjekt zur Selbstdarstellung der herrschenden Elite«. (2)

»Ein Straßennetz zwischen einzelnen Kultkomplexen und auch zu entfernten Orten Nord-Yukatans lassen darauf schließen, daß Cobá ein bedeutendes Bevölkerungs- und Handelszentrum war.« So lesen wir im fulminanten Standardwerk »Das Alte Mexiko – Geschichte und Kultur der Völker Mesoamerikas« von Hanns J. Prem und Ursula Dyckerhoff (3). Weiter heißt es (4): »Sehr bemerkenswerte Monumente unterhalb der zugänglichen Ruinenkomplexe sind die beiden etwa 40 m hohen Pyramiden ›El Castillo‹ und ›Nohoch Mul‹ .., außerdem die Baugruppe ›Las Pinturas‹ mit Säulenhallen und Resten von Fassadenmalerei, eine Ansammlung von acht Stelen mit Darstellungen von Würdenträgern, die auf dem Rücken von Gefangenen stehen.«

Pyramide Nochol Mul
Foto: W-J.Langbein
Anmerkung: Hier hat sich offenbar ein Fehler eingeschlichen. »El Castillo« ist ein anderer Name von »Nohoch Mul«. Beide Namen kennzeichnen nicht zwei, sondern eine Pyramide!

Mich lockte schon bei meinem ersten Besuch in Cobá die »Grupo Nohoch Mul«. Der Name der Gruppe sagt alles: »nohoch« steht für »groß«, »mul« für »künstlicher Hügel«. Der »große künstliche Hügel« stand ganz vorn auf meinem Reiseprogramm. Allerdings hatte mich bei der Ankunft im Hotel »Villas Arqueológicas« Montezumas Rache heimgesucht. So verbrachte ich den ersten Abend und die Nacht nicht im bequemen Hotelbett, sondern im Badezimmer ... Auch den zweiten Tag hielt ich mich in jener hygienischen Räumlichkeit auf. Mit dem Feuerzeug angekokeltes Brot brachte schließlich Linderung ... und so machte ich mich am zweiten Abend, immer noch geschwächt, auf ... um der Pyramide Nohoch Mul einen ersten Besuch abzustatten. Meine Kameratasche ließ ich im Hotelzimmer zurück, sie kam mir in meinem Zustand vor, als sei sie mit Bleibarren gefüllt.

Vom Haupteingang der archäologischen Anlage, so hatte man mir im Hotel versichert, würde ich zum gesuchten Komplex 20, höchstens 25 Minuten benötigen. Nach 50 Minuten erreichte ich endlich, vollkommen verschwitzt die Pyramide »Nohoch Mul«. Manche Archäologen nennen das mysteriöse Bauwerk prosaisch »Estructura 1« (»Struktur 1«), andere ziehen den spanischen Namen »El Castillo« (»Die Burg« vor). Der in den Himmel ragende steile Turmbau mag den spanischen Eroberern ob seiner imposanten Mächtigkeit wie »Die Burg« vorgekommen sein, eine Burg war der »große künstliche Hügel« aber nie.

Ich gebe zu, ich habe mich in der rasch einsetzenden abendlichen Dämmerung ein, zwei Mal auf einem schmalen Pfad bei einer Abzweigung im Busch geirrt... Ich stand dann aber doch endlich und unvermittelt vor der steinernen Sensation. Sie tauchte wie aus dem grünen Nichts des Urwalds auf. Urplötzlich ragte vor mir in den Himmel, wonach ich gesucht hatte ... »Nohoch Mul«. Im Verlauf der Jahrhunderte war die steile Pyramide vollkommen vom alles überwuchernden Urwald verschlungen worden. Das stolze Bauwerk musste mühsam freigelegt werden. Und seither wird der freie Platz unmittelbar vor dem Bauwerk ... so gründlich wie möglich ... von aufkeimendem Grün befreit. Und doch pirscht sich der feuchtheiße Busch wieder an die Treppe in den Himmel heran. Da und dort stehen schon nah an der Pyramide Bäumchen. Auch anderen majestätischen Gebäuden wird auf diese Weise »geholfen«, etwa der »nur« 24 Meter hohen »Iglesia«, die natürlich niemals eine »Kirche« (»iglesia«) war. Auch diese kleiner Pyramide muss vor dem Urwald bewahrt werden. Hunderte, nein Tausende andere Gebäude werden im undurchdringbaren Gestrüpp des Urwalds vermutet.

Die Kirche, die keine war
Foto: W-J.Langbein
Nie vergessen werde ich ein fast schon gespenstisch anmutendes Erlebnis bei »Nohoch Mul« ... Ermattet sitze ich auf einem Stein, wenige Meter von der steilen Treppe entfernt. Plötzlich hält wenige Schritte von mir entfernt ein Jeep. Zwei in Olivgrün gekleidete Muskelprotze stürzen auf mich zu. »No foto, no foto!« schreien sie und fuchteln mit Baseballschlägern herum. »I have no foto!« antworte ich und hoffe, dass sie ihre Pistolen in den Halftern lassen. Als ich wieder versichere, dass ich »no foto« habe, klettert ein beleibter Uniformierter aus dem Jeep und marschiert die wenigen Schritte auf die Pyramide zu.

Dann beginnt er, zunächst schnell, dann immer langsamer werdend, das Bauwerk zu erklimmen. Immer lauter schnappt er prustend nach Luft, quält sich aber weiter nach oben. Schließlich kriecht er auf allen Vieren die Stufen empor. Argwöhnisch beäugen mich dabei die beiden Muskelprotze, tippen mich mit ihren Baseballschlägern an. »No foto! No foto!« wiederholen sie immer wieder, recht aggressiv. Offensichtlich soll ich auf keinen Fall den Aufstieg des Dicken nach oben im Bilde festhalten.

»He very strong man!« radebreche ich. Die beiden Aufpasser nicken. Sie scheinen zu meinen, mir erklären zu müssen, warum der Starke die Pyramide erklimmt.

»Old religion!« erklären sie mir. »Very old religion!« Und so erfahre ich, dass es sich bei dem Dicken offenbar um einen hochrangigen Angehörigen des Militärs handelt. Und der steige so schnell wie möglich die Pyramidentreppe hinauf, um im Tempel an der Spitze zu beten. »He climb in sky, in heaven!« höre ich. In den Himmel steigt er also hinauf. Ich frage, ob sich der Mann im Tempel opfern wolle. Fahre dabei mit dem Zeigefinger an meiner Kehle entlang. Die beiden Muskelprotze lachen.

Nein, nein! Ihr Boss sei Big Boss. Er wolle die Göttin da oben um Macht bitten. »Power from the goddess!« Macht von der Göttin, will er haben. Und die Göttin komme natürlich auf der höchsten Pyramide hernieder, nicht auf einer der kleineren!

Klein, nicht minder fein ...
Foto: W-J.Langbein
Dann macht sich der Mann an den Abstieg. Er steht hoch oben auf der Plattform, reckt die Arme in den Himmel. Dann geht er Schritt für Schritt nach unten. Ich weiß aus Erfahrung, wie steil so eine Pyramidentreppe wirkt, wenn man von oben nach unten blickt. Die Tiefe scheint einen förmlich anzuziehen. Und wer hier fällt, kann sich alle Knochen im Leibe brechen.

Touristisch stärker frequentierte Orte bieten oft einen speziellen »Service« für heutige Besucher an. Eine oder mehrere Eisenketten dienen dem Gast als Behelfsgeländer. Man ergreift die Kette möglichst mit beiden Händen ... und zieht sich daran bei Ersteigen der Pyramide hoch. Beim Abstieg hält man sich wiederum an so einer Kette fest. Mit dem Rücken zum Abgrund kommt man so sicher zum Boden, wenn man sich nur Schritt für Schritt nach unten tastet ... die Hände stets fest an der Kette. Eine solche Kette gab es bei meinen Besuchen in Cobá nicht.

Geheimnisvolle Reliefs
Foto:



 W-J.Langbein
Dem Dicken in der Uniform scheint auch angst und bange zu werden. Vorsichtig lässt er sich auf seine »vier Buchstaben« nieder... und rutscht Stufe für Stufe aus dem Himmel zur Erde. Den Aufpassern wird offenbar bewusst, was für ein jämmerliches Schauspiel ich da beobachte. »No look...« befehlen sie. Sie packen mich an den Schultern, drehen mich um. Da stehe ich, mit dem Rücken zur Pyramide. Ich höre, wie sich der Uniformierte ächzend vom Himmel zur Erde zurück arbeitet. Ob ihm die Göttin Macht geschenkt hat? Mut hat sie ihm offenbar nicht zuteil werden lassen... Und würdevoll wirkte sein Abstieg ganz und gar nicht.

Kaum ist der Dicke unten angekommen, darf ich mich wieder umdrehen. Und schon klettert er erstaunlich behende in den Jeep. Seine Bodyguards grüße zum Abschied, indem sie mit ihren Baseballschlägern – grimmig blickend – salutieren. Wenig später braust der Jeep davon.

Viele Geheimnisse birgt Cobá... in den archäologisch unerforschten Dschungelregionen. Und dann gibt es noch steinerne Stelen mit geheimnisvollen Reliefs. Diese altehrwürdigen Kunstwerke haben unter dem Zahn der Zeit erheblich gelitten. Und doch verraten sie uns ein Geheimnis.... vielleicht das große Geheimnis von Cobá

Fußnoten

1: Sehr umfangreiche Informationen zum Straßensystem unter Einbeziehung von Cobá bietet eine Studie des wissenschaftlichen Studienzentrums INAH (»Instituto Nacional de Antropologia e Historia«): »Los caminos de Cobá«, Mexico, 1981
2: »Städte Altamerikas«, Hausarbeit von Sven Gronemeyer, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Altamerikanistik und Ethnologie, Wintersemester 2002/2003
3: Prem, Hanns J. und Dyckerhoff, Ursula: »Das Alte Mexiko – Geschichte und Kultur der Völker Mesoamerikas««, München 1986, S. 402
4: Ebenda

»Von einem Gott, der vom Himmel stieg«
Alle Straßen führen nach Cobá«, Teil III
Teil 164 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 10.03.2013


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Samstag, 31. Dezember 2011

2012

Sie haben gute Vorsätze für 2012! Aber wissen Sie überhaupt, was Sie erwartet?
Bestsellerautor Walter-Jörg Langbein erklärt es Ihnen in 2012 - Endzeit und Neuanfang.

Das Buch zum neuen Jahr - aktueller und spannender kann das Jahr nicht beginnen. Laden Sie es am besten auf Ihren neuen Kindle, denn 2012 - Endzeit und Neuanfang passt zum Silvesterbrunch.

Einen guten Rutsch wünscht das Team von »Ein Buch lesen!«



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Dienstag, 24. November 2009

2012 von Roland Emmerich - Ein Märchen des Weltraumzeitalers

Filmrezension
von Walter-Jörg Langbein

Fernsehlegende »Inspektor Columbo« fragt einen Tanzlehrer, was er denn machen könne... er sei leider ein sehr schlechter Tänzer. Wie kann er diese Kunst erlernen? Die Antwort lautet: »Werden Sie doch Kritiker!« Sollte es sich bei Kritikern tatsächlich um Menschen handeln, die – gern sehr abfällig – just die Fähigkeiten anderer beurteilen, die sie selbst nicht haben? Gewiss, das ist ein verallgemeinerndes Pauschalurteil. Wenn ich allerdings so mache negative Kritik von Emmerichs »2012« lese, drängt sich mir ein Gedanke auf: Wird da konzentriert nach Minuspunkten gesucht, um einen der wahrscheinlich erfolgreichsten Filme der Leinwandgeschichte schlecht aussehen zu lassen? Können deutsche Kritiker einen Film eher dann loben, wenn er feingeistig und möglichst langweilig ist?

158 Minuten lang währt Roland Emmerichs »2012«. 200 000 000 Euro soll das Filmepos gekostet haben. Ich sage es ohne Vorbehalt: der Film nicht eine Minute zu lang, jeder Euro hat sich gelohnt. »2012« von Roland Emmerich ist spannend bis zur letzten Sekunde. Nie zuvor habe ich so atemberaubendes Kino erlebt. Nie zuvor wurden Katastrophen so gigantischen Ausmaßes so perfekt für’s Kino inszeniert, nie zuvor wurden kleinste Einzelheiten so liebevoll ins Bild gesetzt. Es gibt so viele Details auf riesigen Bildern zu sehen, man sollte mehrfach ins Kino gehen!

Für mich ist »2012« von Roland Emmerich perfekte Kinounterhaltung. Wer rund zweieinhalb Stunden brillante Tricktechnik mit atemraubender Wirkung erleben möchte, der wird von »2012« von Roland Emmerich begeistert sein. Wer allerdings ein verfilmtes religiöses Traktat über die heutige Lehre der katholischen Kirche von der Apokalypse erwartet, der wird vom Film enttäuscht sein. Überhaupt nicht auf seine Kosten wird auch kommen, wer eine sozialkritische Auseinandersetzung mit der hierarchischen Struktur bei den Mayas erhofft. Oder um es noch stärker zu überspitzen: Wer Stan Laurel und Oliver Hardy zu sehen wünscht, der sollte nicht in »2012« von Roland Emmerich gehen.

»2012« ist hervorragende Kinounterhaltung, kein feingeistig-elegisches Werk der Kinoavantgarde. Es geht nicht um hohe Literatur, es wird kein Shakespeare geboten, sondern spannende Unterhaltung. »2012« ist perfektes Entertainment, keine filmische Aufarbeitung der modernsten Erkenntnisse der Geologie. »2012« bietet ein Feuerwerk der Spannung. Die Hauptprotagonisten, Mitglieder einer gar nicht so ganz heilen Familie, hetzen von Kontinent zu Kontinent. Sie fliehen im Auto, Wohnmobil, im kleinen und im großen Flugzeug vor den sich aufreißenden Schlünden des höllischen Infernos. Sie überleben schließlich, weil sie als Familie zusammenhalten.

Richtig ist: die »wissenschaftliche Begründung« für die weltweite Apokalypse ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Beschreibung der katastrophalen Ereignisse hat mit einer möglichen Wirklichkeit nichts zu tun: Heftigste Sonneneruptionen werden angeführt, Neutrinos, die sich angeblich plötzlich wie Mikrowellen verhalten. Im Film sind es die Sonneneruptionen, die den Erdkern extrem erhitzen, was dann zu gewaltigen Erdverschiebungen in unvorstellbarem Ausmaß und in kürzester Zeit führt. Was erzählt uns der Film: Wir erfahren von Kontinenten, die innerhalb von Stunden Tausende von Kilometern wandern und wieder abbremsen...von einer vollkommenen Umgestaltung des Antlitzes von Planet Erde... von einem Emporheben des Kontinents Afrika innerhalb weniger Stunden... Das alles ist, gelinde gesagt, starker Tobak und wissenschaftlich nicht haltbar.

Es geht aber in Emmerichs »2012« nicht um wissenschaftliche Abhandlungen über Geologie, es geht – ich wiederhole mich – um Kinounterhaltung. In der Welt des Kinos hat auch der Schöpfer von apokalyptischen Visionen jede Freiheit. Die Story hat Vorrang, das ist legitim. Und die Story wird mit imposantem Tempo spannend erzählt. Hauptgeschichte des Films ist die Flucht einer Familie. Immer wieder gelingt es, dem Tod in letzter Sekunde von der Schippe zu springen. Mag sein, dass da und dort die Logik auf der Strecke bleibt.

Ganz sicher ist der Film immer wieder höchst unrealistisch. Doch Vorsicht: der apokalyptische Ausbruch des Supervulkans im Yellowstone Nationalpark ist von Emmerich fast zu harmlos und nicht übertrieben dargestellt. Der Supervulkan ist real, sein nächster Ausbruch überfällig. Seit Jahrmillionen explodiert er regelmäßig etwa alle 600 000 Jahre... passend zur Mayaphilosophie
von den sich ewig wiederholenden Zyklen.



Vermeintliche Logikfehler werden von skeptischen Kritikern gern betont, wenn es um Blockbuster wie die von Roland Emmerich geht. Sie wurden schon in Verrissen von »Stargate« und von »Independence Day« betont. Bei Filmen ohne wirklich verständliche Handlung wie »Mulholland Drive« von David Lynch indes sind Unverständlichkeit und das Fehlen einer durchgehenden Handlung Merkmale der vermeintlich besonders edlen Filmkunst.

Und dabei bietet »2012« durchaus auch handfeste Kritik. Der Untergang der Welt kündigt sich an. Die mächtigen Wissenden verschweigen der Weltbevölkerung die bedrohliche Zukunft. Wer das fürchterliche Geheimnis auszuplaudern im Begriff steht, wird liquidiert. Die Morde werden als »Unfälle« kaschiert. Überleben können von der gesamten Weltbevölkerung nur wenige. dürfen sollen vor allem die Mächtigen und Reichen. Für eine Milliarde Euro kann sich der Superreiche einen Platz auf einer der Archen sichern – und überleben. Der Arme bleibt auf der Stecke. Der Mächtige organisiert das Überleben der Regierenden und Reichen, und das unter dem Deckmäntelchen der Rettung von »Spezies Mensch«.

»2012« von Roland Emmerich ist eine modernes Märchen des Weltraumzeitalers, erzählt als Filmspektakel mit modernsten Methoden, die Hollywood für viel Geld kaufen kann! Wie in allen Märchen gewinnen die Guten und verlieren die Bösen. Menschlichkeit siegt über Unmenschlichkeit. In der Realität obsiegt indes oft das Böse. Doch Märchen träumen nun einmal von einer Welt, in der die Guten den Sieg erringen. Wünschenswert ist so eine Welt allemal.

Hier gibt es die Hintergrundinformationen zum Themenkreis rund um das Jahr 2012, den Mayakalender und den Untergang der Welt:
(Die Botschaft der Mayas)
von Walter-Jörg Langbein
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http://www.2012-weltuntergang.com/

Mittwoch, 30. September 2009

Ein Buch lesen - Im Vorfeld des Emmerich-Films 2012

Am 12.11.2009 ist Kinostart des mit Spannung erwarteten Roland Emmerich-Films "2012". Dazu kann ich nur sagen: Ich freue mich darauf! Einen Emmerich-Film habe ich eingefleischte Cineastin mir noch nie entgehen lassen. Und das habe ich auch diesmal nicht vor.
Der neue Film hat den laut einer Maya-Prophezeiung im Jahre 2012 angeblich bevorstehenden Untergang der Welt zum Thema. Ein genialer Plot für Roland Emmerich. Keine Frage: Da ist einiges zu erwarten.

Auf YouTube gibt es bereits Trailer zu sehen, die auf einen so atemberaubenden Film hoffen lassen, dass der Sitznachbar ganz vergessen wird, mit seinem Popkorn zu rascheln.



Was hat dies nun alles mit "Ein Buch lesen" zu tun?, werden Sie sich fragen. Sind nicht gerade Kino und Fernsehen die natürlichen Feinde des Buches?

Nun. Das ist eine Frage der Betrachtungsweise. Meiner Meinung nach können beide Medien sich hervorragend ergänzen, wenn man es richtig anpackt.

Wenn Sie nun auch, so wie ich, zu den Menschen gehören sollten, die ab dem 12. November in Richtung Kino strömen werden, dann habe ich einen Buchtipp für Sie! Nein, ich meine gar nicht das übliche "Buch zum Film", und hinterher die drohende dröge Diskussion darüber, was von beiden nun wohl besser gewesen sei. Ich hasse solche Diskussionen! Da steht man schnell auf der "falschen" Seite und wird mit einem mitleidig-schiefen Blick nonverbal darauf hingewiesen, dass es einem am rechten Durchblick fehle.

Ein Buch lesen: 2012 - Endzeit und Neuanfang von Walter-Jörg Langbein

Dieses Buch nähert sich der dem Emmerich-Film zugrunde liegenden Thematik mit wissenschaftlicher Genauigkeit und liefert eine Vielzahl an Fakten, durch deren Kenntnis man den Film mit wissenden Augen wird betrachten können. Umfangreiche Recherchearbeiten versetzten den Autor in die Lage, nicht nur die Logik des Maya-Kalenders erklären und Prophezeiungen uralter Schriften miteinander vergleichen, sondern auch im letzten Teil des Buches ein geradezu zwingendes Fazit ziehen zu können.

Wenn Sie dann im Kino sitzen, achten Sie doch mal darauf: In Emmerichs Film wird es zwei Arten von Kinobesuchern geben:
a) den gewöhnlichen Filmkonsumenten, der ein paar Stunden wohligen Gruselns, gekuschelt in einen warmen Kinosessel, genießen möchte und hinterher zu seinen Begleitern sagt: "Boah, das war geil! Und jetzt hab ich Hunger auf Hamburger!", und
b) den Langbein-Leser, auf welchen der Film einen wesentlich tieferen Eindruck machen wird. Sie werden ihn schon während der Vorführung daran erkennen, dass er manches Mal leise mit seinem Sitznachbarn tuschelt. Wenn Sie sich anstrengen, können Sie hören, was er sagt:
"Walter Langbein schreibt auch, dass ...", oder "Von Langbein weiß ich, dass das so nicht stimmt ...".

Ja, wer "2012 - Endzeit und Neuanfang" gelesen hat, wird ein gefragter Experte sein, wenn der Film dann erst in aller Munde ist. Dank Langbein den mit mir an der Kinokasse Wartenden mal so eben ganz beiläufig das System des Maya-Kalenders erklären zu können, darüber freue ich mich ungemein. :-)


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