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Dienstag, 24. November 2009

2012 von Roland Emmerich - Ein Märchen des Weltraumzeitalers

Filmrezension
von Walter-Jörg Langbein

Fernsehlegende »Inspektor Columbo« fragt einen Tanzlehrer, was er denn machen könne... er sei leider ein sehr schlechter Tänzer. Wie kann er diese Kunst erlernen? Die Antwort lautet: »Werden Sie doch Kritiker!« Sollte es sich bei Kritikern tatsächlich um Menschen handeln, die – gern sehr abfällig – just die Fähigkeiten anderer beurteilen, die sie selbst nicht haben? Gewiss, das ist ein verallgemeinerndes Pauschalurteil. Wenn ich allerdings so mache negative Kritik von Emmerichs »2012« lese, drängt sich mir ein Gedanke auf: Wird da konzentriert nach Minuspunkten gesucht, um einen der wahrscheinlich erfolgreichsten Filme der Leinwandgeschichte schlecht aussehen zu lassen? Können deutsche Kritiker einen Film eher dann loben, wenn er feingeistig und möglichst langweilig ist?

158 Minuten lang währt Roland Emmerichs »2012«. 200 000 000 Euro soll das Filmepos gekostet haben. Ich sage es ohne Vorbehalt: der Film nicht eine Minute zu lang, jeder Euro hat sich gelohnt. »2012« von Roland Emmerich ist spannend bis zur letzten Sekunde. Nie zuvor habe ich so atemberaubendes Kino erlebt. Nie zuvor wurden Katastrophen so gigantischen Ausmaßes so perfekt für’s Kino inszeniert, nie zuvor wurden kleinste Einzelheiten so liebevoll ins Bild gesetzt. Es gibt so viele Details auf riesigen Bildern zu sehen, man sollte mehrfach ins Kino gehen!

Für mich ist »2012« von Roland Emmerich perfekte Kinounterhaltung. Wer rund zweieinhalb Stunden brillante Tricktechnik mit atemraubender Wirkung erleben möchte, der wird von »2012« von Roland Emmerich begeistert sein. Wer allerdings ein verfilmtes religiöses Traktat über die heutige Lehre der katholischen Kirche von der Apokalypse erwartet, der wird vom Film enttäuscht sein. Überhaupt nicht auf seine Kosten wird auch kommen, wer eine sozialkritische Auseinandersetzung mit der hierarchischen Struktur bei den Mayas erhofft. Oder um es noch stärker zu überspitzen: Wer Stan Laurel und Oliver Hardy zu sehen wünscht, der sollte nicht in »2012« von Roland Emmerich gehen.

»2012« ist hervorragende Kinounterhaltung, kein feingeistig-elegisches Werk der Kinoavantgarde. Es geht nicht um hohe Literatur, es wird kein Shakespeare geboten, sondern spannende Unterhaltung. »2012« ist perfektes Entertainment, keine filmische Aufarbeitung der modernsten Erkenntnisse der Geologie. »2012« bietet ein Feuerwerk der Spannung. Die Hauptprotagonisten, Mitglieder einer gar nicht so ganz heilen Familie, hetzen von Kontinent zu Kontinent. Sie fliehen im Auto, Wohnmobil, im kleinen und im großen Flugzeug vor den sich aufreißenden Schlünden des höllischen Infernos. Sie überleben schließlich, weil sie als Familie zusammenhalten.

Richtig ist: die »wissenschaftliche Begründung« für die weltweite Apokalypse ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Beschreibung der katastrophalen Ereignisse hat mit einer möglichen Wirklichkeit nichts zu tun: Heftigste Sonneneruptionen werden angeführt, Neutrinos, die sich angeblich plötzlich wie Mikrowellen verhalten. Im Film sind es die Sonneneruptionen, die den Erdkern extrem erhitzen, was dann zu gewaltigen Erdverschiebungen in unvorstellbarem Ausmaß und in kürzester Zeit führt. Was erzählt uns der Film: Wir erfahren von Kontinenten, die innerhalb von Stunden Tausende von Kilometern wandern und wieder abbremsen...von einer vollkommenen Umgestaltung des Antlitzes von Planet Erde... von einem Emporheben des Kontinents Afrika innerhalb weniger Stunden... Das alles ist, gelinde gesagt, starker Tobak und wissenschaftlich nicht haltbar.

Es geht aber in Emmerichs »2012« nicht um wissenschaftliche Abhandlungen über Geologie, es geht – ich wiederhole mich – um Kinounterhaltung. In der Welt des Kinos hat auch der Schöpfer von apokalyptischen Visionen jede Freiheit. Die Story hat Vorrang, das ist legitim. Und die Story wird mit imposantem Tempo spannend erzählt. Hauptgeschichte des Films ist die Flucht einer Familie. Immer wieder gelingt es, dem Tod in letzter Sekunde von der Schippe zu springen. Mag sein, dass da und dort die Logik auf der Strecke bleibt.

Ganz sicher ist der Film immer wieder höchst unrealistisch. Doch Vorsicht: der apokalyptische Ausbruch des Supervulkans im Yellowstone Nationalpark ist von Emmerich fast zu harmlos und nicht übertrieben dargestellt. Der Supervulkan ist real, sein nächster Ausbruch überfällig. Seit Jahrmillionen explodiert er regelmäßig etwa alle 600 000 Jahre... passend zur Mayaphilosophie
von den sich ewig wiederholenden Zyklen.



Vermeintliche Logikfehler werden von skeptischen Kritikern gern betont, wenn es um Blockbuster wie die von Roland Emmerich geht. Sie wurden schon in Verrissen von »Stargate« und von »Independence Day« betont. Bei Filmen ohne wirklich verständliche Handlung wie »Mulholland Drive« von David Lynch indes sind Unverständlichkeit und das Fehlen einer durchgehenden Handlung Merkmale der vermeintlich besonders edlen Filmkunst.

Und dabei bietet »2012« durchaus auch handfeste Kritik. Der Untergang der Welt kündigt sich an. Die mächtigen Wissenden verschweigen der Weltbevölkerung die bedrohliche Zukunft. Wer das fürchterliche Geheimnis auszuplaudern im Begriff steht, wird liquidiert. Die Morde werden als »Unfälle« kaschiert. Überleben können von der gesamten Weltbevölkerung nur wenige. dürfen sollen vor allem die Mächtigen und Reichen. Für eine Milliarde Euro kann sich der Superreiche einen Platz auf einer der Archen sichern – und überleben. Der Arme bleibt auf der Stecke. Der Mächtige organisiert das Überleben der Regierenden und Reichen, und das unter dem Deckmäntelchen der Rettung von »Spezies Mensch«.

»2012« von Roland Emmerich ist eine modernes Märchen des Weltraumzeitalers, erzählt als Filmspektakel mit modernsten Methoden, die Hollywood für viel Geld kaufen kann! Wie in allen Märchen gewinnen die Guten und verlieren die Bösen. Menschlichkeit siegt über Unmenschlichkeit. In der Realität obsiegt indes oft das Böse. Doch Märchen träumen nun einmal von einer Welt, in der die Guten den Sieg erringen. Wünschenswert ist so eine Welt allemal.

Hier gibt es die Hintergrundinformationen zum Themenkreis rund um das Jahr 2012, den Mayakalender und den Untergang der Welt:
(Die Botschaft der Mayas)
von Walter-Jörg Langbein
Bestellen Sie jetzt und genießen Sie den Film dank der fundierten Hintergrundinformationen aus diesem Buch noch mehr!

http://www.2012-weltuntergang.com/

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Unsere Zukunft liegt im All

1968 erschien Erich von Dänikens erstes Buch: »Erinnerungen an die Zukunft«.
Es löste weltweit Begeisterung aus. Dänikens Erstling verursachte geradezu ein »Dänikenfieber«, in Ost wie West.

In Ost und West wurde heftig diskutiert: Waren die Götter Astronauten?
Weitere Werke aus Dänikens Feder folgten: »Zurück zu den Sternen«, »Aussaat und Kosmos« und »Beweise«, um nur einige zu nennen.

Mit bislang über 30 Erfolgsbüchern wurde Däniken zum meistgelesenen und meistkopierten Sachbuchautor der Welt. Seine nach wie vor heftig diskutierten Bücher wurden bislang in 28 Sprachen übersetzt. Die Gesamtauflage liegt bei über 63 Millionen Exemplaren. Der Bucherfolg war und ist sensationell. Mehrere der dänikenschen Bücher wurden verfilmt. Seine Ideen von Besuchern aus dem Kosmos, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen, wurden in mehreren Fernsehserien zur Diskussion gestellt. Druckfrisch liegt der neue Däniken vor: »Götterdämmerung«.

»Ein Buch lesen« kann - das beweist Erich von Däniken immer wieder - sehr spannend sein!

1973 gründete der amerikanische Rechtsanwalt Dr. Gene Phillips die »A.A.S.«-Gesellschaft. Weltweit wurden Konferenzen durchgeführt. Hochkarätige Wissenschaftler diskutieren die Thesen Dänikens. 1975 wurde ich Mitglied der »A.A.S.«. Seither habe ich im In- und Ausland auf Weltkongressen und One-day-Meetings dieser Gesellschaft referiert.

2009 erschien mein bislang 30. Sachbuch... im 30. Jahr meiner Autorenschaft:
Mein Buch liefert die knallharten Hintergründe zum Film von Roland Emmerich!

Zum Jubiläum hielt ich auf dem Jahrestreffen der »A.A.S.« in Magdeburg einen Vortrag. Zu Gehör kam eine gekürzte Fassung meines Manuskripts. Die komplette Langversion (»Director’s cut«) gibt’s hier – und nur hier – zu lesen.

Termin für den Vortrag: Samstag, 24. Oktober 2009. Schon am folgenden Tag, am Sonntag, den 25. Oktober 2009 erschien hier Teil I des Manuskripts. Teil II. folgt eine Woche später, am Sonntag, den 1.11.2009!

Walter-Jörg Langbein:
»2012 – Die Botschaft der Mayas:
Unsere Zukunft liegt im All«Vortrag auf dem
»1-Day-Meeting« der
Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI
(AAS), 24.10.2009

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Kollegen!

»Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.« Mit diesen Worten beginnt das »1. Buch Mose«, »Genesis« genannt. Von der Schöpfung spannt die Bibel einen weiten Bogen – bis zur »Apokalypse«. Die »Apokalypse«, die »Offenbarung«, enthüllt das Ende, den Weltuntergang.
Das jüdisch-christlich-muslimische Weltbild ist von linearem Zeitablauf geprägt: Am »Nullpunkt« beginnt die Geschichte der Welt, am Endpunkt erreicht sie ihr Finale. Dabei verläuft unsere Zeitrechnung nicht linear, sondern zyklisch: Wenn die Erde einen Zyklus abgeschlossen, sprich sich einmal um die eigene Achse gedreht hat, endet ein Tag. Das Ende eines solchen Zyklus steht aber – von Eintagsfliegen einmal abgesehen – nicht für das Ende der Zeit. Vielmehr folgt auf das Ende eines Zyklus der Beginn eines neuen.

In der Sprache der Bibel ausgedrückt liest sich das so: »Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.« (1. Buch Mose Kapitel 1, Vers 5).

Im jüdisch-christlich-muslimischen Weltbild lässt sich die Zeit am ehesten mit einem Pfeil vergleichen, den Gott am Anbeginn des Seins abschießt und der am Ende sein Ziel erreicht. Dieses lineare Denken steht im krassen Widerspruch zu den Abläufen der zyklischen Natur: auf den abgeschlossenen Zyklus eines Tages folgt ein weiterer Tag. 365 Tageszyklen ergeben den Zyklus eines Jahres.

Das Ende eines Jahreszyklus steht wiederum nicht für das Ende der Zeit. Vielmehr folgt auf einen abgeschlossenen Umlauf der Erde um die Sonne ein weiterer, neuer Umlauf. So dreht sich die Erde immer wieder um die eigene Achse, kreist die Erde immer wieder um die Sonne.
Aber auch wenn sich die Zeit im linearen Weltbild aus Zyklen zusammensetzt, so kennt das lineare Weltbild nur einen Anfang und ein Ende. Zwischen dem einmaligen Nullpunkt und dem einmaligen Endpunkt spielt sich das Weltgeschehen in seiner Gesamtheit ab.

Die Mayas hatten – im Gegensatz zum jüdisch-christlich-muslimischen Abendland – ein zyklisches Weltbild. Die Zeit läuft in Zyklen ab und hat – wie ein Kreis – weder einen Null- noch einen Endpunkt. Dieses zyklische Weltbild entspricht eher der erlebten Realität als das lineare. Auf Frühling, Sommer, Herbst und Winter folgt wieder ein Frühling. Jedem Ende liegt ein neuer Anfang inne. Jedem Ende eines Zyklus folgt der Anfang des nächsten.

Bei den Mayas gab es als vermutlich kleinsten Zyklus die Einheit »Kin« – den Tag. 20 »Kin« ergaben den nächst größeren Zyklus, nämlich die Einheit »Uinal«. Listen wir einmal die bekannten Zeitzyklen auf, so ergibt sich eine wichtige Erkenntnis: die Mayas dachten und rechneten in wirklich rasch ins Gigantische wachsenden Zyklen. Ich fasse zusammen:

1 »Kin« = 1 Tag
1 »Uinal« = 20 »Kin« = 20 Tage
1 »Tun« = 18 »Uinal« = 360 Tage
1 »Katun« = 20 »Tun« = 7200 Tage
1 »Baktun« = 20 »Katun« = 144 000 Tage (oder 394,5 Jahre)
1 »Pictun« = 20 »Baktun« = 2 880 000 Tage (oder 7 885,2 Jahre)
1 »Calabtun« = 20 »Pictun« = 57 600 000 Tage (oder 157 704 Jahre)
1 »Kinchiltun« = 20 »Calabtun« = 1 152 000 000 Tage (oder 3 154 072 Jahre)
1 »Alautun« = 20 »Kinchiltun« = 23 040 000 000 Tage (oder 63 081 431 Jahre)
1 »Hablatun« = 20 »Alautun« = 460 800 000 000 Tage (oder 1 261 628 620 Jahre)

Wie »wörtlich« müssen wir diese Zahlen nehmen? Kehren wir noch einmal zur biblischen Zeitrechnung zurück: Wenn wir davon ausgehen, dass Jesus vor etwa 2000 Jahren lebte, dann war die Zeit von König David vor rund 3000 Jahren, die von Jakob vor etwa 4000 Jahren und die von Noah vor cirka 5200 Jahren. Folgt man der biblischen Chronologie, dann wurde Lamech vor 6000 Jahren geboren und Adam, der erste Mensch, vor 7000 Jahren von Gott erschaffen.
Der Nullpunkt des linearen biblischen Zeitsystems lag nach biblischer Zeitrechnung fünf Jahrtausende vor Christi Geburt. Wann muss mit dem Endpunkt, also mit der Apokalypse gerechnet werden?

Der biblische Nullpunkt lässt sich dank einer Fülle von biographischen Angaben von Adam bis Jesus relativ leicht errechnen. Eigentlich unmöglich ist es, den Termin für die Apokalypse zu bestimmen. Und doch versuchen das Theologen bereits seit rund zwei Jahrtausenden!
Hippolyt (etwa 160-235 n.Chr.) zum Beispiel, »rechnete« die Maße der Bundeslade in eine Prophezeiung um. Die heilige Bundeslade hatte nach dem 2. Buch Mose (Kapitel 25, Vers 10) folgende Maße: Länge zweieinhalb, Breite anderthalb Ellen, Höhe anderthalb Ellen. Das ergibt, zählt man’s zusammen, fünfeinhalb Ellen. Die Elle setzte Hippolyt mit einem Jahrtausend gleich und rechnete fünfeinhalb Ellen in 5500 Jahre um.

Damit nicht genug: Im Evangelium nach Johannes heißt es (Kapitel 19, Vers 14) dass Jesus »zur sechsten Stunde« von Pilatus den Juden zur Kreuzigung übergeben wurde. Sechs Stunden entsprachen nach Hippolyt einem halben Tag. Da nach der Bibel vor Gott »Tausend Jahre wie ein Tag« sind, bedeutet ein halber Tag vor Gott – so Hippolyt – nach irdischer Zeitrechnung ein halbes Jahrtausend.

Schließlich zählte Hippolyt zu den 5500 Jahren (Maße der Bundeslade) noch 500 Jahre (halber Tag bei Johannes) hinzu und kam so zum Ergebnis »6 000 Jahre«. Nach Hippolyt fand die Schöpfung 5500 v. Chr. statt. 6 000 Jahre nach der Schöpfung würde, so Hippolyt, die Welt untergehen: im Jahre 500 n.Chr. Das Jahr verstrich, die Erde blieb bestehen.

Von fundamentalistischen Bibelinterpreten einmal abgesehen nimmt niemand mehr die Zahlenangaben der Bibel wörtlich. Die komplizierten Zahlenspiele nach Angaben der Bibel dürfen aber die grundlegende Aussage nicht in Vergessenheit geraten lassen: die Bibel entwirft ein lineares Bild vom Ablauf der Zeit, ganz im Gegensatz zur kosmischen Uhr, die in Zyklen abläuft... ganz im Gegensatz zu den Mayas. Die Mayas hantierten mit einer Vielzahl von teilweise gewaltigen Zeitzyklen.
I
Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt immer stärker ein ganz besonderer Zeitzyklus der Mayas: die sogenannte »lange Zählung«, auch »calendar round« genannt. 5125 Jahre lang ist so ein großer Zyklus. Und der endet, so heißt es, am 23. Dezember 2012. Tatsächlich? Prof. Robert Henseling (1883-1964), Mitbegründer der Sternwarte Stuttgart, errechnete »Anfang Juni 8498 v. Chr.« als Null-Datum des Mayakalenders. Wenn anno 8498 v.Chr. ein Kalenderzyklus von 5125 Jahren begann.... dann endete er 3373 v.Chr. Nach Maya-Philosophie von der Zeit begann dann 1752 n.Chr. ein neuer großer Zyklus, der 6877 n.Chr. enden wird.

Arnost Dittrich (1878-1959) veröffentlichte in den »Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften«, Berlin den wissenschaftlich-fundierten Versuch, die Maya-Daten in unseren Kalender einzuordnen. Der mathematisch versierte Astronom mochte sich nicht auf ein »Nulldatum« bei den Mayas festlegen. Seiner Überzeugung nach fand die Schöpfung der Maya-Mythologie nach christlicher Zeitrechnung um das Jahr 3000 v. Chr. statt.

Herbert J. Spinden ( 1879-1967), Verfasser von »Ancient Civilizations of Mexico and Central America« kam zur Überzeugung, dass das Startdatum des Mayakalenders exakt der 14. Oktober 3373 v.Chr. war. Sir John Eric Sidney Thompson (1898-1975) war Anthropologe und gilt als einer der Großen der Maya-Forschung. Sein »Nulldatum« der Mayas: 11. August 3114 v.Chr. Erich von Däniken entdeckte bei seinen Recherchen zum Maya-Kalender ein kleines babylonisches Durcheinander.

Erich von Däniken schreibt in seinem Bestseller »Der Tag an dem die Götter kamen« (S. 135): »Bis 1972 gab es nicht weniger als 16 verschiedene Annahmen für das Null-Datum. Man rechnete, bemühte sogar Computer, um herauszufinden, welches Datum des Maya-Kalenders welchem Datum unserer Zeitrechnung entsprechen könnte.«

Dr. Antoon Leon Vollemaere vom »International Scientific Institute for Ancient American Cultures« kommt sogar auf fünfzig verschiedene Möglichkeiten, die beiden Kalender miteinander in Verbindung zu bringen, was dann folgerichtig fünfzig verschiedene Daten für das Jahr Null der Mayas ergibt. Dr. Vollemaere selbst hat keinen Zweifel. Für ihn steht ganz klar fest: die große Zeitepoche begann schon am 16. September 3606 v.Chr. Sollte diese Berechnung zutreffen? Dann wäre die mit der Schöpfung beginnende große Ära des Maya-Kalenders bereits in der Epoche Leonardo da Vincis zuende gegangen.

Andreas Fuls aus Berlin legte 2006 eine Dissertation über die Maya-Chronologie vor: »Die astronomische Datierung der klassischen Mayakultur« Das spannende Ergebnis der Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg«: Die Maya-Forschung geht von falschen Daten aus. Das Ende des großen Zyklus, in dem wir leben, muss demnach um 208 Jahre verschoben werden. Sollte das bedeuten, dass er erst 2220 n.Chr. endet und nicht schon 2012? Wenn die Erde – wie zu erwarten ist – das Jahr 2012 ohne Apokalypse übersteht, werden Untergangsapostel wahrscheinlich auf das Jahr 2220 als das definitive Katastrophenjahr verweisen. So interessant wie das Jahr 2012 wird der neue, späte Termin aber nicht sein. Beendet wurde der alte Streit um das Jahr Null der Mayas bis heute nicht wirklich. Offenbar sind sich aber die meisten Maya-Experten darin einig, dass es dem Jahr 3114 v. Chr. entspricht. Aber auch sie mochten sich nicht auf den genauen Tag einigen. Aber verfallen wir doch nicht in den Fehler der Bibelfundamentalisten. Versuchen wir nicht Aussagen von ganz fundamentaler Bedeutung pedantisch mit ganz bestimmten Jahreszahlen in Verbindung zu bringen.

Die Botschaft der Mayas lautet, auf den Punkt gebracht: Die Geschichte des Universums wiederholt sich in der Unendlichkeit. Zeitzyklen sind die Bausteine, aus denen sich die Ewigkeit zusammensetzt. Wie mag so ein Zyklus aussehen?



Mittwoch, 30. September 2009

Ein Buch lesen - Im Vorfeld des Emmerich-Films 2012

Am 12.11.2009 ist Kinostart des mit Spannung erwarteten Roland Emmerich-Films "2012". Dazu kann ich nur sagen: Ich freue mich darauf! Einen Emmerich-Film habe ich eingefleischte Cineastin mir noch nie entgehen lassen. Und das habe ich auch diesmal nicht vor.
Der neue Film hat den laut einer Maya-Prophezeiung im Jahre 2012 angeblich bevorstehenden Untergang der Welt zum Thema. Ein genialer Plot für Roland Emmerich. Keine Frage: Da ist einiges zu erwarten.

Auf YouTube gibt es bereits Trailer zu sehen, die auf einen so atemberaubenden Film hoffen lassen, dass der Sitznachbar ganz vergessen wird, mit seinem Popkorn zu rascheln.



Was hat dies nun alles mit "Ein Buch lesen" zu tun?, werden Sie sich fragen. Sind nicht gerade Kino und Fernsehen die natürlichen Feinde des Buches?

Nun. Das ist eine Frage der Betrachtungsweise. Meiner Meinung nach können beide Medien sich hervorragend ergänzen, wenn man es richtig anpackt.

Wenn Sie nun auch, so wie ich, zu den Menschen gehören sollten, die ab dem 12. November in Richtung Kino strömen werden, dann habe ich einen Buchtipp für Sie! Nein, ich meine gar nicht das übliche "Buch zum Film", und hinterher die drohende dröge Diskussion darüber, was von beiden nun wohl besser gewesen sei. Ich hasse solche Diskussionen! Da steht man schnell auf der "falschen" Seite und wird mit einem mitleidig-schiefen Blick nonverbal darauf hingewiesen, dass es einem am rechten Durchblick fehle.

Ein Buch lesen: 2012 - Endzeit und Neuanfang von Walter-Jörg Langbein

Dieses Buch nähert sich der dem Emmerich-Film zugrunde liegenden Thematik mit wissenschaftlicher Genauigkeit und liefert eine Vielzahl an Fakten, durch deren Kenntnis man den Film mit wissenden Augen wird betrachten können. Umfangreiche Recherchearbeiten versetzten den Autor in die Lage, nicht nur die Logik des Maya-Kalenders erklären und Prophezeiungen uralter Schriften miteinander vergleichen, sondern auch im letzten Teil des Buches ein geradezu zwingendes Fazit ziehen zu können.

Wenn Sie dann im Kino sitzen, achten Sie doch mal darauf: In Emmerichs Film wird es zwei Arten von Kinobesuchern geben:
a) den gewöhnlichen Filmkonsumenten, der ein paar Stunden wohligen Gruselns, gekuschelt in einen warmen Kinosessel, genießen möchte und hinterher zu seinen Begleitern sagt: "Boah, das war geil! Und jetzt hab ich Hunger auf Hamburger!", und
b) den Langbein-Leser, auf welchen der Film einen wesentlich tieferen Eindruck machen wird. Sie werden ihn schon während der Vorführung daran erkennen, dass er manches Mal leise mit seinem Sitznachbarn tuschelt. Wenn Sie sich anstrengen, können Sie hören, was er sagt:
"Walter Langbein schreibt auch, dass ...", oder "Von Langbein weiß ich, dass das so nicht stimmt ...".

Ja, wer "2012 - Endzeit und Neuanfang" gelesen hat, wird ein gefragter Experte sein, wenn der Film dann erst in aller Munde ist. Dank Langbein den mit mir an der Kinokasse Wartenden mal so eben ganz beiläufig das System des Maya-Kalenders erklären zu können, darüber freue ich mich ungemein. :-)


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