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Sonntag, 31. Dezember 2017

415 »Wie schaurig ist dieses Stätte!«

Teil  415 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

    
Foto 1: Nach wie vor rätselhaft.... die Riesen der Osterinsel!

Man kann zu großen Geheimnissen unseres Planeten reisen und ferne Länder aufsuchen. Man kann dann staunend vor den Osterinselriesen stehen oder im Flugzeug über dem riesigen Bilderbuch der Wüste von Nazca kreisen. Man kann aber auch zuhause bleiben und intensives Quellenstudium betreiben, zum Beispiel in Sachen »Jakobs Himmelsleiter«. Vorrang hat da zunächst der biblische Text, den es freilich in unterschiedlichen Übersetzungen gibt. Und die stimmen keineswegs immer überein, es gibt immer wieder Abweichungen und unbeantwortete Fragen.

Gern konsultiere ich bei kniffeligen Bibeltexten auch »Die Heilige Schrift ins Deutsche übertragen« von Naftali Herz Tur-Sinau, die in verschiedenen Auflagen vorliegt. Das wichtige Werk wurde 2013 vom SCM-Verlag in Witten herausgegeben. Eine aktuellere Ausgabe stammt aus dem Jahr 2017 (1). Was diese Ausgabe der Bibel so wertvoll macht: Der Übersetzer ist ein Kenner des Talmud und er folgt dem traditionellen jüdischen Denken. Kurz, seine Übersetzung ist näher am Original als so manche christliche. Im Anhang der Printausgabe werden abweichende Übersetzungen präzise begründet.

Fotos 2 und 3: Bibelillustration, Stich, Ende 17. Jahrhundert

Und da lesen wir: »Und er erschauerte und sprach: Wie schaurig ist dieses Stätte! – Nein, das ist ein Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels.« Auch hier wird die Stätte der Himmelsleiter als »schaurig« bezeichnet, wie in der »Vulgata«, wo der Ausdruck »terribilis« verwendet wird, so wie ja auch Piscator »schrecklich« übersetzt.

Emil Friedrich Kautzsch (*1841, †1910), war als Theologe und Kenner der hebräischen Sprache hoch angesehen. 1898 erschienen von Professor Kautzsch das Standardwerk »Die Apokryphen des Alten Testaments (2)“, gefolgt von »Die Pseudepigraphen des Alten Testaments (3)« im Jahr 1900. 1900 kamen »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments« in einem Band heraus . Weniger bekannt ist, dass Emil Friedrich Kautzsch auch eine Übersetzung des Alten Testaments in zwei Bänden publizierte (4). Die Erstauflage wurde vom angesehenem »Verlag von Mohr« anno 1898 und 1900 veröffentlicht, 1909 und 1910 (5) gab es bereits eine »dritte völlig neugearbeitete, mit Einleitungen zu den einzelnen Büchern versehene Auflage«.

Kautzsch übersetzt Genesis 28, Vers 17 so: »Da fürchtete er sich und sprach: Wie schauerlich ist diese Stätte! Ja, das ist der Wohnsitz Gottes und die Pforte des Himmels.«

Fotos 4 und 5: Jakobs Himmelsleiter, Kupferstich von Martin Tyroff

Während meines Studiums der evangelischen Theologie übersetzte ich zahlreiche Texte der hebräischen Originaltexte ins Deutsche. Ich war dabei stets bestrebt, dem Original so weit wie möglich zu entsprechen. Meine Absicht war es, einen Eindruck zu vermitteln, wie der Text – etwa nach dem Satzbau – im hebräischen Original geschrieben wurde. Ähnlich wie der geniale Piscator, mit dem ich mich natürlich ansonsten nicht vergleichen darf und will, sollte mein deutscher Text so nah wie möglich am hebräischen Original bleiben.

Besonders gern habe ich die Geschichte von Jakobs Traumvision von der Himmelsleiter übersetzt (6):

Foto 6
»12) Und da träumte ihm und siehe! Da war eine Leiter aufgerichtet auf der Erde und die Spitze, sie ging bis an den Himmel und siehe, da waren Boten Gottes, steigend hinauf und steigend herab auf ihr.
13) Und Jahwe stand über ihm und er sprach: Ich bin der Alles-Überdauernde, der Gott Abrahams, deines Vaters, der Gott Jizchaks. Das Land,  auf welchem du ruhst, ich werde es dir geben und deiner Nachkommenschaft.
14) Deine Nachkommenschaft, sie wird sein wie der Staub der Erde! Und du wirst dich ausbreiten gen Westen, Osten, Norden und Süden. Und mit dir werden sich segnen alle Geschlechter des Erdkreises und mit deiner Nachkommenschaft!
15) Und siehe: Ich bin mit dir! Ich werde dich behüten, wo immer du auch hingehst, und ich werde dich zurückkehren lassen in dein Land. Ich werde dich nicht verlassen bevor ich getan haben werde, was ich zu dir gesprochen habe!
16)  Und Jakob erwachte aus seinem Schlaf und er sprach wie folgt: Wahrhaftig, Jahwe weilt an dieser Stätte. Und ich, ich wusste es nicht!
17) Und ihm wurde Angst und er sprach wie folgt: Wie schrecklich ist diese Stätte. Sie ist nichts anderes  als ein Haus Gottes und dies hier ist der Eingang zum Himmel.
18) Und Jakob erhob sich beim Morgengrauen und er nahm den Stein, auf dem sein Kopf geruht hatte, und er  stellte ihn auf als  Erinnerungsstein und er schüttete Öl auf seine Spitze.
19) Und er nannte den Namen eben dieses Ortes Beth-El (Beth = Haus, El = Gott). Und diese Stätte war vordem Lus.«

Ich wiederhole meine wortgetreue Übersetzung von Vers 17: »Und ihm wurde Angst und er sprach wie folgt: Wie schrecklich ist diese Stätte. Sie ist nichts anderes  als ein Haus Gottes und dies hier ist der Eingang zum Himmel.«

Emil Kautzsch übersetzt Genesis 28, Vers 17 so: »Da fürchtete er sich und sprach: Wie schauerlich ist diese Stätte! Ja, das ist der Wohnsitz Gottes und die Pforte des Himmels.«

Fotos 7 und 8
Nach meiner Übersetzung war der Ort, wo die »Engel« zwischen Himmel und Erde pendelten eine »schreckliche Stätte“, Kautzsch nennt sie »schauerlich«, die »Vulgata« benutzt den Terminus »terribilis« (schrecklich, furchtbar). Zur Kontrolle konsultiere ich Eduard Königs »Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament« in der dritten Auflage, Leipzig 1922. Das Nachschlagewerk gibt als Übersetzung an »furchtbar«.

Was beschreibt Genesis Kapitel 28, Vers 17? Jakob bekam Angst. Warum? Er befindet sich an einem Ort, der »Haus Gottes« genannt wird. Wichtig: Just in diesem Vers ist nicht von einem Haus Jahwes die Rede, sondern von einem Haus von Elohim. Und dieses Elohim-Haus ist der »Eingang«, ja das »Tor« zum Himmel, wortwörtlich eigentlich der Himmel.

Was aber haben wir uns unter einem »Tor«, unter einem »Eingang« zu den Himmeln zu verstehen? Jakob schildert, wie »Boten Gottes« von der Erde in das »Haus Gottes« gelangen oder von dort zur Erde herab steigen. Was geschieht da? Vielleicht kommt Piscator in seiner Bibelübersetzung der Realität am nächsten, wenn er schreibt: »schrecklich) Nemlich von wegen der herrlichen majestaet Gottes, welche den menschen wegen ihrer bloedigkeit erschroecklich ist.«  Die Herrlichkeit Gottes erscheint den Menschen als schrecklich… »wegen ihrer Bloedigkeit«? Geschah damals etwas, was Jakob nicht begreifen konnte und was selbst heutige Theologen nicht verstehen wollen? Steckt etwas ganz anderes hinter der Vorstellung einer »Leiter« zwischen Himmel und Erde?

Die Vorstellung vom »Tor zum Himmel« gibt Anlass zu heute noch kühnen Gedanken. Geht es um einen Energie, die zwischen unserer Realität und einer anderen fließt? Machte dieser Energiefluss für Jakob den Ort seiner »Vision« zu einem schrecklichen? Oder sollte es gar wirklich ein Tor in den Himmel gegeben haben?


Foto 9: »Kautzsch-Bibel«, Band 1
Wie dem auch sei: Die »Biblia Hebraica« spricht von »furchtbar«, was nicht so recht zu einem gütigen Gott passt. Um das Bild vom »lieben Gott« aufrecht erhalten zu können, wird in Übersetzungen aus dem »furchtbar« eine Stätte der Ehrfurcht. Warum aber wird der Ort der Begegnung als »schrecklich« bezeichnet?

Erlebte Jakob etwas, was für ihn einfach nur grauenhaft war? Was verstehen wir unter »Haus Gottes«, was unter »Pforte des Himmels«?

Fußnoten
1) Naftali Herz Tur-Sinau: »Die Heilige Schrift«,Verlag SCM R. Brockhaus, Witten,  3. Auflage19. April 2017 (ISBN-10: 341725180X , ISBN-13: 978-3417251807). Im gleichen Verlag ist erschienen »Das jüdische Neue Testament« von David D. Stern, 2. Auflage 3. April 2017 (ISBN-10: 3417254124,ISBN-13: 978-3417254129) David H. Stern hat auch einen Kommentar zum jüdischen Neuen Testament verfasst. David H. Stern: »Kommentar zum Jüdischen Neuen Testament«, SCM R. Brockhaus, Witten, 2. Auflage, Witten, 7. September 2017 (ISBN-10: 3417254116 13: 978-3417254112). Diese Werke sind alle sehr empfehlenswert!

2) Kautsch, Emil: »Die Apokryphen des Alten Testaments«, Tübingen 1898
3) Kautsch, Emil: »Die Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Tübingen 1900
4) Kautzsch, E(mil): »Die Heilige Schrift des Alten Testaments«, Band 1, »Von Mose bis Ezechiel«, Tübingen 1909
5) Kautzsch, E(mil): »Die Heilige Schrift des Alten Testaments«, Band 2, »Hosea bis Chronik«, Tübingen 1910
6) 1. Buch Mose Kapitel 28, Verse 12-19


Foto 10: Plakat Seminar 2018
Zu den Fotos
Foto 1: Nach wie vor rätselhaft.... die Riesen der Osterinsel! 
Fotos 2 und 3: Bibelillustration, Stich, Ende 17. Jahrhundert.
Fotos 4 und 5: Jakobs Himmelsleiter, Kupferstich von Martin Tyroff. 
Foto 6: Jakobsleiter an der Westfront der Abtei von Bath, England, wiki commons Haukurth.
Fotos 7 und 8: Die »Kautzsch-Bibel« in 2 Bänden 
Foto 9: Die »Kautzsch-Bibel«, Band 1.
Foto 10: Plakat »Phantastische Phänomene« 2018

416 »Mit dem ›Fahrstuhl‹ oder durchs ›Sternentor‹ ins All?«
Teil  416 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 07.01.2018


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Dienstag, 24. November 2009

2012 von Roland Emmerich - Ein Märchen des Weltraumzeitalers

Filmrezension
von Walter-Jörg Langbein

Fernsehlegende »Inspektor Columbo« fragt einen Tanzlehrer, was er denn machen könne... er sei leider ein sehr schlechter Tänzer. Wie kann er diese Kunst erlernen? Die Antwort lautet: »Werden Sie doch Kritiker!« Sollte es sich bei Kritikern tatsächlich um Menschen handeln, die – gern sehr abfällig – just die Fähigkeiten anderer beurteilen, die sie selbst nicht haben? Gewiss, das ist ein verallgemeinerndes Pauschalurteil. Wenn ich allerdings so mache negative Kritik von Emmerichs »2012« lese, drängt sich mir ein Gedanke auf: Wird da konzentriert nach Minuspunkten gesucht, um einen der wahrscheinlich erfolgreichsten Filme der Leinwandgeschichte schlecht aussehen zu lassen? Können deutsche Kritiker einen Film eher dann loben, wenn er feingeistig und möglichst langweilig ist?

158 Minuten lang währt Roland Emmerichs »2012«. 200 000 000 Euro soll das Filmepos gekostet haben. Ich sage es ohne Vorbehalt: der Film nicht eine Minute zu lang, jeder Euro hat sich gelohnt. »2012« von Roland Emmerich ist spannend bis zur letzten Sekunde. Nie zuvor habe ich so atemberaubendes Kino erlebt. Nie zuvor wurden Katastrophen so gigantischen Ausmaßes so perfekt für’s Kino inszeniert, nie zuvor wurden kleinste Einzelheiten so liebevoll ins Bild gesetzt. Es gibt so viele Details auf riesigen Bildern zu sehen, man sollte mehrfach ins Kino gehen!

Für mich ist »2012« von Roland Emmerich perfekte Kinounterhaltung. Wer rund zweieinhalb Stunden brillante Tricktechnik mit atemraubender Wirkung erleben möchte, der wird von »2012« von Roland Emmerich begeistert sein. Wer allerdings ein verfilmtes religiöses Traktat über die heutige Lehre der katholischen Kirche von der Apokalypse erwartet, der wird vom Film enttäuscht sein. Überhaupt nicht auf seine Kosten wird auch kommen, wer eine sozialkritische Auseinandersetzung mit der hierarchischen Struktur bei den Mayas erhofft. Oder um es noch stärker zu überspitzen: Wer Stan Laurel und Oliver Hardy zu sehen wünscht, der sollte nicht in »2012« von Roland Emmerich gehen.

»2012« ist hervorragende Kinounterhaltung, kein feingeistig-elegisches Werk der Kinoavantgarde. Es geht nicht um hohe Literatur, es wird kein Shakespeare geboten, sondern spannende Unterhaltung. »2012« ist perfektes Entertainment, keine filmische Aufarbeitung der modernsten Erkenntnisse der Geologie. »2012« bietet ein Feuerwerk der Spannung. Die Hauptprotagonisten, Mitglieder einer gar nicht so ganz heilen Familie, hetzen von Kontinent zu Kontinent. Sie fliehen im Auto, Wohnmobil, im kleinen und im großen Flugzeug vor den sich aufreißenden Schlünden des höllischen Infernos. Sie überleben schließlich, weil sie als Familie zusammenhalten.

Richtig ist: die »wissenschaftliche Begründung« für die weltweite Apokalypse ist wissenschaftlich nicht haltbar. Die Beschreibung der katastrophalen Ereignisse hat mit einer möglichen Wirklichkeit nichts zu tun: Heftigste Sonneneruptionen werden angeführt, Neutrinos, die sich angeblich plötzlich wie Mikrowellen verhalten. Im Film sind es die Sonneneruptionen, die den Erdkern extrem erhitzen, was dann zu gewaltigen Erdverschiebungen in unvorstellbarem Ausmaß und in kürzester Zeit führt. Was erzählt uns der Film: Wir erfahren von Kontinenten, die innerhalb von Stunden Tausende von Kilometern wandern und wieder abbremsen...von einer vollkommenen Umgestaltung des Antlitzes von Planet Erde... von einem Emporheben des Kontinents Afrika innerhalb weniger Stunden... Das alles ist, gelinde gesagt, starker Tobak und wissenschaftlich nicht haltbar.

Es geht aber in Emmerichs »2012« nicht um wissenschaftliche Abhandlungen über Geologie, es geht – ich wiederhole mich – um Kinounterhaltung. In der Welt des Kinos hat auch der Schöpfer von apokalyptischen Visionen jede Freiheit. Die Story hat Vorrang, das ist legitim. Und die Story wird mit imposantem Tempo spannend erzählt. Hauptgeschichte des Films ist die Flucht einer Familie. Immer wieder gelingt es, dem Tod in letzter Sekunde von der Schippe zu springen. Mag sein, dass da und dort die Logik auf der Strecke bleibt.

Ganz sicher ist der Film immer wieder höchst unrealistisch. Doch Vorsicht: der apokalyptische Ausbruch des Supervulkans im Yellowstone Nationalpark ist von Emmerich fast zu harmlos und nicht übertrieben dargestellt. Der Supervulkan ist real, sein nächster Ausbruch überfällig. Seit Jahrmillionen explodiert er regelmäßig etwa alle 600 000 Jahre... passend zur Mayaphilosophie
von den sich ewig wiederholenden Zyklen.



Vermeintliche Logikfehler werden von skeptischen Kritikern gern betont, wenn es um Blockbuster wie die von Roland Emmerich geht. Sie wurden schon in Verrissen von »Stargate« und von »Independence Day« betont. Bei Filmen ohne wirklich verständliche Handlung wie »Mulholland Drive« von David Lynch indes sind Unverständlichkeit und das Fehlen einer durchgehenden Handlung Merkmale der vermeintlich besonders edlen Filmkunst.

Und dabei bietet »2012« durchaus auch handfeste Kritik. Der Untergang der Welt kündigt sich an. Die mächtigen Wissenden verschweigen der Weltbevölkerung die bedrohliche Zukunft. Wer das fürchterliche Geheimnis auszuplaudern im Begriff steht, wird liquidiert. Die Morde werden als »Unfälle« kaschiert. Überleben können von der gesamten Weltbevölkerung nur wenige. dürfen sollen vor allem die Mächtigen und Reichen. Für eine Milliarde Euro kann sich der Superreiche einen Platz auf einer der Archen sichern – und überleben. Der Arme bleibt auf der Stecke. Der Mächtige organisiert das Überleben der Regierenden und Reichen, und das unter dem Deckmäntelchen der Rettung von »Spezies Mensch«.

»2012« von Roland Emmerich ist eine modernes Märchen des Weltraumzeitalers, erzählt als Filmspektakel mit modernsten Methoden, die Hollywood für viel Geld kaufen kann! Wie in allen Märchen gewinnen die Guten und verlieren die Bösen. Menschlichkeit siegt über Unmenschlichkeit. In der Realität obsiegt indes oft das Böse. Doch Märchen träumen nun einmal von einer Welt, in der die Guten den Sieg erringen. Wünschenswert ist so eine Welt allemal.

Hier gibt es die Hintergrundinformationen zum Themenkreis rund um das Jahr 2012, den Mayakalender und den Untergang der Welt:
(Die Botschaft der Mayas)
von Walter-Jörg Langbein
Bestellen Sie jetzt und genießen Sie den Film dank der fundierten Hintergrundinformationen aus diesem Buch noch mehr!

http://www.2012-weltuntergang.com/

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Unsere Zukunft liegt im All

1968 erschien Erich von Dänikens erstes Buch: »Erinnerungen an die Zukunft«.
Es löste weltweit Begeisterung aus. Dänikens Erstling verursachte geradezu ein »Dänikenfieber«, in Ost wie West.

In Ost und West wurde heftig diskutiert: Waren die Götter Astronauten?
Weitere Werke aus Dänikens Feder folgten: »Zurück zu den Sternen«, »Aussaat und Kosmos« und »Beweise«, um nur einige zu nennen.

Mit bislang über 30 Erfolgsbüchern wurde Däniken zum meistgelesenen und meistkopierten Sachbuchautor der Welt. Seine nach wie vor heftig diskutierten Bücher wurden bislang in 28 Sprachen übersetzt. Die Gesamtauflage liegt bei über 63 Millionen Exemplaren. Der Bucherfolg war und ist sensationell. Mehrere der dänikenschen Bücher wurden verfilmt. Seine Ideen von Besuchern aus dem Kosmos, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen, wurden in mehreren Fernsehserien zur Diskussion gestellt. Druckfrisch liegt der neue Däniken vor: »Götterdämmerung«.

»Ein Buch lesen« kann - das beweist Erich von Däniken immer wieder - sehr spannend sein!

1973 gründete der amerikanische Rechtsanwalt Dr. Gene Phillips die »A.A.S.«-Gesellschaft. Weltweit wurden Konferenzen durchgeführt. Hochkarätige Wissenschaftler diskutieren die Thesen Dänikens. 1975 wurde ich Mitglied der »A.A.S.«. Seither habe ich im In- und Ausland auf Weltkongressen und One-day-Meetings dieser Gesellschaft referiert.

2009 erschien mein bislang 30. Sachbuch... im 30. Jahr meiner Autorenschaft:
Mein Buch liefert die knallharten Hintergründe zum Film von Roland Emmerich!

Zum Jubiläum hielt ich auf dem Jahrestreffen der »A.A.S.« in Magdeburg einen Vortrag. Zu Gehör kam eine gekürzte Fassung meines Manuskripts. Die komplette Langversion (»Director’s cut«) gibt’s hier – und nur hier – zu lesen.

Termin für den Vortrag: Samstag, 24. Oktober 2009. Schon am folgenden Tag, am Sonntag, den 25. Oktober 2009 erschien hier Teil I des Manuskripts. Teil II. folgt eine Woche später, am Sonntag, den 1.11.2009!

Walter-Jörg Langbein:
»2012 – Die Botschaft der Mayas:
Unsere Zukunft liegt im All«Vortrag auf dem
»1-Day-Meeting« der
Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI
(AAS), 24.10.2009

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Kollegen!

»Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.« Mit diesen Worten beginnt das »1. Buch Mose«, »Genesis« genannt. Von der Schöpfung spannt die Bibel einen weiten Bogen – bis zur »Apokalypse«. Die »Apokalypse«, die »Offenbarung«, enthüllt das Ende, den Weltuntergang.
Das jüdisch-christlich-muslimische Weltbild ist von linearem Zeitablauf geprägt: Am »Nullpunkt« beginnt die Geschichte der Welt, am Endpunkt erreicht sie ihr Finale. Dabei verläuft unsere Zeitrechnung nicht linear, sondern zyklisch: Wenn die Erde einen Zyklus abgeschlossen, sprich sich einmal um die eigene Achse gedreht hat, endet ein Tag. Das Ende eines solchen Zyklus steht aber – von Eintagsfliegen einmal abgesehen – nicht für das Ende der Zeit. Vielmehr folgt auf das Ende eines Zyklus der Beginn eines neuen.

In der Sprache der Bibel ausgedrückt liest sich das so: »Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.« (1. Buch Mose Kapitel 1, Vers 5).

Im jüdisch-christlich-muslimischen Weltbild lässt sich die Zeit am ehesten mit einem Pfeil vergleichen, den Gott am Anbeginn des Seins abschießt und der am Ende sein Ziel erreicht. Dieses lineare Denken steht im krassen Widerspruch zu den Abläufen der zyklischen Natur: auf den abgeschlossenen Zyklus eines Tages folgt ein weiterer Tag. 365 Tageszyklen ergeben den Zyklus eines Jahres.

Das Ende eines Jahreszyklus steht wiederum nicht für das Ende der Zeit. Vielmehr folgt auf einen abgeschlossenen Umlauf der Erde um die Sonne ein weiterer, neuer Umlauf. So dreht sich die Erde immer wieder um die eigene Achse, kreist die Erde immer wieder um die Sonne.
Aber auch wenn sich die Zeit im linearen Weltbild aus Zyklen zusammensetzt, so kennt das lineare Weltbild nur einen Anfang und ein Ende. Zwischen dem einmaligen Nullpunkt und dem einmaligen Endpunkt spielt sich das Weltgeschehen in seiner Gesamtheit ab.

Die Mayas hatten – im Gegensatz zum jüdisch-christlich-muslimischen Abendland – ein zyklisches Weltbild. Die Zeit läuft in Zyklen ab und hat – wie ein Kreis – weder einen Null- noch einen Endpunkt. Dieses zyklische Weltbild entspricht eher der erlebten Realität als das lineare. Auf Frühling, Sommer, Herbst und Winter folgt wieder ein Frühling. Jedem Ende liegt ein neuer Anfang inne. Jedem Ende eines Zyklus folgt der Anfang des nächsten.

Bei den Mayas gab es als vermutlich kleinsten Zyklus die Einheit »Kin« – den Tag. 20 »Kin« ergaben den nächst größeren Zyklus, nämlich die Einheit »Uinal«. Listen wir einmal die bekannten Zeitzyklen auf, so ergibt sich eine wichtige Erkenntnis: die Mayas dachten und rechneten in wirklich rasch ins Gigantische wachsenden Zyklen. Ich fasse zusammen:

1 »Kin« = 1 Tag
1 »Uinal« = 20 »Kin« = 20 Tage
1 »Tun« = 18 »Uinal« = 360 Tage
1 »Katun« = 20 »Tun« = 7200 Tage
1 »Baktun« = 20 »Katun« = 144 000 Tage (oder 394,5 Jahre)
1 »Pictun« = 20 »Baktun« = 2 880 000 Tage (oder 7 885,2 Jahre)
1 »Calabtun« = 20 »Pictun« = 57 600 000 Tage (oder 157 704 Jahre)
1 »Kinchiltun« = 20 »Calabtun« = 1 152 000 000 Tage (oder 3 154 072 Jahre)
1 »Alautun« = 20 »Kinchiltun« = 23 040 000 000 Tage (oder 63 081 431 Jahre)
1 »Hablatun« = 20 »Alautun« = 460 800 000 000 Tage (oder 1 261 628 620 Jahre)

Wie »wörtlich« müssen wir diese Zahlen nehmen? Kehren wir noch einmal zur biblischen Zeitrechnung zurück: Wenn wir davon ausgehen, dass Jesus vor etwa 2000 Jahren lebte, dann war die Zeit von König David vor rund 3000 Jahren, die von Jakob vor etwa 4000 Jahren und die von Noah vor cirka 5200 Jahren. Folgt man der biblischen Chronologie, dann wurde Lamech vor 6000 Jahren geboren und Adam, der erste Mensch, vor 7000 Jahren von Gott erschaffen.
Der Nullpunkt des linearen biblischen Zeitsystems lag nach biblischer Zeitrechnung fünf Jahrtausende vor Christi Geburt. Wann muss mit dem Endpunkt, also mit der Apokalypse gerechnet werden?

Der biblische Nullpunkt lässt sich dank einer Fülle von biographischen Angaben von Adam bis Jesus relativ leicht errechnen. Eigentlich unmöglich ist es, den Termin für die Apokalypse zu bestimmen. Und doch versuchen das Theologen bereits seit rund zwei Jahrtausenden!
Hippolyt (etwa 160-235 n.Chr.) zum Beispiel, »rechnete« die Maße der Bundeslade in eine Prophezeiung um. Die heilige Bundeslade hatte nach dem 2. Buch Mose (Kapitel 25, Vers 10) folgende Maße: Länge zweieinhalb, Breite anderthalb Ellen, Höhe anderthalb Ellen. Das ergibt, zählt man’s zusammen, fünfeinhalb Ellen. Die Elle setzte Hippolyt mit einem Jahrtausend gleich und rechnete fünfeinhalb Ellen in 5500 Jahre um.

Damit nicht genug: Im Evangelium nach Johannes heißt es (Kapitel 19, Vers 14) dass Jesus »zur sechsten Stunde« von Pilatus den Juden zur Kreuzigung übergeben wurde. Sechs Stunden entsprachen nach Hippolyt einem halben Tag. Da nach der Bibel vor Gott »Tausend Jahre wie ein Tag« sind, bedeutet ein halber Tag vor Gott – so Hippolyt – nach irdischer Zeitrechnung ein halbes Jahrtausend.

Schließlich zählte Hippolyt zu den 5500 Jahren (Maße der Bundeslade) noch 500 Jahre (halber Tag bei Johannes) hinzu und kam so zum Ergebnis »6 000 Jahre«. Nach Hippolyt fand die Schöpfung 5500 v. Chr. statt. 6 000 Jahre nach der Schöpfung würde, so Hippolyt, die Welt untergehen: im Jahre 500 n.Chr. Das Jahr verstrich, die Erde blieb bestehen.

Von fundamentalistischen Bibelinterpreten einmal abgesehen nimmt niemand mehr die Zahlenangaben der Bibel wörtlich. Die komplizierten Zahlenspiele nach Angaben der Bibel dürfen aber die grundlegende Aussage nicht in Vergessenheit geraten lassen: die Bibel entwirft ein lineares Bild vom Ablauf der Zeit, ganz im Gegensatz zur kosmischen Uhr, die in Zyklen abläuft... ganz im Gegensatz zu den Mayas. Die Mayas hantierten mit einer Vielzahl von teilweise gewaltigen Zeitzyklen.
I
Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt immer stärker ein ganz besonderer Zeitzyklus der Mayas: die sogenannte »lange Zählung«, auch »calendar round« genannt. 5125 Jahre lang ist so ein großer Zyklus. Und der endet, so heißt es, am 23. Dezember 2012. Tatsächlich? Prof. Robert Henseling (1883-1964), Mitbegründer der Sternwarte Stuttgart, errechnete »Anfang Juni 8498 v. Chr.« als Null-Datum des Mayakalenders. Wenn anno 8498 v.Chr. ein Kalenderzyklus von 5125 Jahren begann.... dann endete er 3373 v.Chr. Nach Maya-Philosophie von der Zeit begann dann 1752 n.Chr. ein neuer großer Zyklus, der 6877 n.Chr. enden wird.

Arnost Dittrich (1878-1959) veröffentlichte in den »Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften«, Berlin den wissenschaftlich-fundierten Versuch, die Maya-Daten in unseren Kalender einzuordnen. Der mathematisch versierte Astronom mochte sich nicht auf ein »Nulldatum« bei den Mayas festlegen. Seiner Überzeugung nach fand die Schöpfung der Maya-Mythologie nach christlicher Zeitrechnung um das Jahr 3000 v. Chr. statt.

Herbert J. Spinden ( 1879-1967), Verfasser von »Ancient Civilizations of Mexico and Central America« kam zur Überzeugung, dass das Startdatum des Mayakalenders exakt der 14. Oktober 3373 v.Chr. war. Sir John Eric Sidney Thompson (1898-1975) war Anthropologe und gilt als einer der Großen der Maya-Forschung. Sein »Nulldatum« der Mayas: 11. August 3114 v.Chr. Erich von Däniken entdeckte bei seinen Recherchen zum Maya-Kalender ein kleines babylonisches Durcheinander.

Erich von Däniken schreibt in seinem Bestseller »Der Tag an dem die Götter kamen« (S. 135): »Bis 1972 gab es nicht weniger als 16 verschiedene Annahmen für das Null-Datum. Man rechnete, bemühte sogar Computer, um herauszufinden, welches Datum des Maya-Kalenders welchem Datum unserer Zeitrechnung entsprechen könnte.«

Dr. Antoon Leon Vollemaere vom »International Scientific Institute for Ancient American Cultures« kommt sogar auf fünfzig verschiedene Möglichkeiten, die beiden Kalender miteinander in Verbindung zu bringen, was dann folgerichtig fünfzig verschiedene Daten für das Jahr Null der Mayas ergibt. Dr. Vollemaere selbst hat keinen Zweifel. Für ihn steht ganz klar fest: die große Zeitepoche begann schon am 16. September 3606 v.Chr. Sollte diese Berechnung zutreffen? Dann wäre die mit der Schöpfung beginnende große Ära des Maya-Kalenders bereits in der Epoche Leonardo da Vincis zuende gegangen.

Andreas Fuls aus Berlin legte 2006 eine Dissertation über die Maya-Chronologie vor: »Die astronomische Datierung der klassischen Mayakultur« Das spannende Ergebnis der Arbeit zur Erlangung des Doktorgrades der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg«: Die Maya-Forschung geht von falschen Daten aus. Das Ende des großen Zyklus, in dem wir leben, muss demnach um 208 Jahre verschoben werden. Sollte das bedeuten, dass er erst 2220 n.Chr. endet und nicht schon 2012? Wenn die Erde – wie zu erwarten ist – das Jahr 2012 ohne Apokalypse übersteht, werden Untergangsapostel wahrscheinlich auf das Jahr 2220 als das definitive Katastrophenjahr verweisen. So interessant wie das Jahr 2012 wird der neue, späte Termin aber nicht sein. Beendet wurde der alte Streit um das Jahr Null der Mayas bis heute nicht wirklich. Offenbar sind sich aber die meisten Maya-Experten darin einig, dass es dem Jahr 3114 v. Chr. entspricht. Aber auch sie mochten sich nicht auf den genauen Tag einigen. Aber verfallen wir doch nicht in den Fehler der Bibelfundamentalisten. Versuchen wir nicht Aussagen von ganz fundamentaler Bedeutung pedantisch mit ganz bestimmten Jahreszahlen in Verbindung zu bringen.

Die Botschaft der Mayas lautet, auf den Punkt gebracht: Die Geschichte des Universums wiederholt sich in der Unendlichkeit. Zeitzyklen sind die Bausteine, aus denen sich die Ewigkeit zusammensetzt. Wie mag so ein Zyklus aussehen?



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