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Sonntag, 15. März 2020

530. »Rebellion der Himmelssöhne«

Teil 530 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Die Ruinenstadt Nan Madol aus der Luft.

»Pohnpei«, auch als »Ponape« bekannt, gehört zur Inselgruppe der Karolinen. Touristen verirren sich nur selten in diese weit abgelegene Region der Südsee. Man muss sprichwörtlich um unseren Planeten reisen und sieht am Ziel »nur« Ruinen und keine Spur von Südseeromantik. Manche kommen, um im glasklaren Wasser zu tauchen. Erstaunt stellen sie dann fest, dass es eine echte archäologische Sensation gibt. Auf künstlichen Inseln wurden gigantische Bauten errichtet. Aus gewaltigen Steinsäulen wurden meterdicke Mauern aufgetürmt, die keinen erkennbaren Sinn ergeben.

Warum wurde in der fernen Südsee so gigantisch gebaut? Warum setzte man unvorstellbare Mengen an massivem Stein ein? Warum schichtete man kolossale Steinsäulen im »Blockhüttenstil« aufeinander? Warum machte man sich unendliche Mühen mit tonnenschwerem Stein, statt das viel einfacher zu bearbeitende, leichter zu transportierende und im Übermaß vorhandene Holz zu nutzen?

Von Pohnpeis Hauptstadt Kolonia (Einwohnerzahl: etwa 6.100/ Stand Frühjahr 2020) aus war ich mit einigen Freunden im Motorboot Richtung »Nan Madol«-Ruinen unterwegs. Plötzlich tauchte ein Delphin auf, der uns einige Minuten lang in gleichbleibendem Abstand verfolgte. Guide Lihp Spegal holte das Letzte aus dem Motor heraus und beschleunigte die Fahrt unseres Bootes. Das beeindruckte den Delphin offensichtlich überhaupt nicht. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit holte er auf und begleitete uns in geringem Abstand. Er schwamm neben unserem Boot, vollführte dabei immer wieder beachtliche Sprünge. Bald wurde es dem Tier wohl zu langweilig. Der Delphin überholte uns, wurde immer schneller, beschleunigte weiter und war nach kurzer Zeit aus unserem Gesichtsfeld verschwunden. Minuten später tauchte er wieder neben unserem Boot auf, schwamm wieder mit erstaunlicher Geschwindigkeit neben uns her und verschwand dann wieder.

Foto 2: Mythos Delphin im Westwerk von »Kloster Corvey«.

Lihp Segal erzählte uns auf der Fahrt zu den mysteriösen Ruinen einige abenteuerlich anmutende Geschichten, von Delphinen, die Schiffbrüchige gegen angreifende Haie verteidigt hätten. Einheimische Fischer seien bei Sturm gekentert und sofort von Haien attackiert worden. Delphine hätten nun die Haie angegriffen und vertrieben. Mancher schiffbrüchige Seemann sei vor dem Ertrinken durch Delphine bewahrt und ans ferne rettende Ufer gezogen worden. Unser Guide beteuerte, das alles sei wirklich geschehen.

Auf der weiteren Fahrt zu den mysteriösen Ruinen von Nan Madol berichtete ich von Göttin Demeter. Ich war froh, auch etwas zur spannenden Unterhaltung beitragen zu können. In der griechischen Mythologie, so führte ich aus, tauchen Delphine als Tiere dieser mächtigen Göttin auf.  Sehr interessiert hörte Lihp Segal zu, als ich  die Sage von Sonnengott Apollon wiedergab. Der wurde angeblich auf einer Insel mitten im Meer geboren und schließlich von einem Delphin ans Festland gebracht. Zum Sternbild »befördert« wurde der Delphin zur Belohnung für die tatkräftige Unterstützung von Gott Poseidon. Dank des Delphins hat die Meeresnymphe Amphitrite den verliebten Gott erhört.

In der Kunst des »Alten Griechenlands« gibt es viele Darstellungen der Nereiden, die auf dem Rücken von Delphinen reiten. Im Westwerk des einstigen Klosters zu Corvey wurde vor vielen Jahrhunderten ein Delphin in einer Wandmalerei verewigt, auf dem eine Person unbestimmbaren Geschlechts reitet. Warum verewigte man ein heidnisches Motiv in einem christlichen Gotteshaus? Weil die heidnische Legende von der christlichen Glaubensgemeinschaft übernommen wurde. Nur war es jetzt Christus, der Retter der Seelen, den man in den heidnischen Delphinen zu erkennen glaubte. Offensichtlich halten sich religiöse Symbol sehr viel hartnäckiger als die Anhänger verschiedener Religionen glauben möchten. In »neuen« Religionen leben »alte« Glaubensbilder weiter. Sie werden nur mehr oder minder unverändert integriert.

Foto 3: Percy John Wisemans
Werk im Original.
Bereits im Jahr 1936 erschien das Buch (1) »New Discoveries in Babylonia about Genesis« von Percy John Wiseman, einem biblischen Offizier und Amateurarchäologen. Eine Übersetzung ins Deutsche folgte 1957 (2): »Die Entstehung der Genesis: Das erste Buch der Bibel im Licht der archäologischen Forschung«. Das Buch stieß auf ein gewisses Interesse, so dass einige weitere Auflagen folgten (3). In der theologischen Welt hüllte man sich allerdings weitestgehend in Schweigen. Air Commodore Wiseman war fasziniert von der Flut von archäologischen Entdeckungen in Mesopotamien. Tausende und Abertausende von Tontafeln in Keilschrift sind damals ausgegraben worden. Bienenfleißige Übersetzer übertrugen die teilweise mysteriösen Texte in moderne Sprachen. Wiseman konzentrierte sich auf die Art und Weise, wie einige der gebackenen Tontafeln strukturiert waren. Viele wiesen eine Besonderheit auf. Nach einem Textabschnitt folgte wieder ein sogenanntes »Kolophon«. Da stand dann formelhaft beispielsweise wer eine Tafel zu welchem Zweck geschrieben hat. Oder es wurde angemerkt, dass der Textabschnitt auf Befehl eines bestimmten Königs kopiert worden ist. Häufig wurde einem Textabschnitt eine Überschrift vorangestellt, die am Ende des Textabschnitts wiederholt wurde.

Viele Keilschrifttafeln trugen einen in sich abgeschlossenen Text. Viele Keilschrifttafeln bildeten aber so etwas wie ein fortlaufendes »Buch«. Wenn so eine Keilschrifttafel Teil einer Serie war, dann wurden häufig am Anfang und am Ende in einem »Kolofon« Verknüpfungsinformationen hinzugefügt. So sollte gewährleistet sein, dass die Keilschrifttafeln in einer ganz bestimmten Reihenfolge gelesen wurden.

Foto 4: Percy John Wisemans
Buch in deutscher Übersetzung.
Percy John Wiseman machte nun eine erstaunliche Entdeckung. Das Phänomen der »Kolofone« war nicht nur typisch für mesopotamische Keilschrifttafeln. Es tauchte in identischer Weise im biblischen Buch »Genesis«, im »Ersten Buch Mose«, auf. Am Ende seiner detektivischen Fleißarbeit schlussfolgerte Wiseman, dass das biblische Buch Genesis »ursprünglich in ganz alter Schrift auf Tontäfelchen niedergeschrieben wurde«. Mit anderen Worten: Das »Erste Buch Mose« ist zumindest in Teilen uralt, die von Keilschrifttafeln übernommen und kopiert wurden.

Wiseman (4): »Das Vorkommen babylonischer Wörter in den ersten elf Kapiteln der Genesis weist darauf hin, daß diese Kapitel in sehr früher Zeit im babylonischen Lebensraum entstanden sind.«
Theologen beschäftigen sich im Fachbereich »Altest Testament« in der Regel auch heute noch nur mit den Texten des »Alten Testaments«. Ihnen fällt dann natürlich nicht auf, was Percy John Wiseman bereits in den 1930er Jahren entdeckt hat. Und Keilschriftexperten setzen sich in der Regel nur mit Keilschriften aus Babylon auseinander und nicht mit den Texten des »Alten Testaments«. Ihnen kann also auch nicht auffallen, dass das Buch Genesis ganz nach babylonischer Art geschrieben wurde. Es ist mehr denn überfällig, dass es zu interdisziplinärer Arbeit kommt, etwa zwischen Experten »Altes Testament« und Experten »Babylonische Keilschrifttafeln«. Vielleicht müssen dann bis heute als gültig angesehene Lehrmeinungen über die Entstehung des »Alten Testaments« gründlich revidiert werden! Davor schreckt die überwältigende Mehrheit der Theologen zurück.

Wenn Theologie wissenschaftlich arbeiten will, dann dürfen Theologen nicht an dem manchmal recht engen Horizont ihres Denkens halt machen. Es müssen dann Zusammenhänge zwischen biblischem und außerbiblischem Schrifttum erforscht werden. Beispiel: die mysteriösen Riesen, die kurz und bündig im »Ersten Buch Mose« erwähnt werden. Zur Erinnerung: Nach »Genesis« (5) paarten sich die Gottessöhne mit den Menschentöchtern, woraus dann die Riesen entstanden, die »hochgerühmten«.

Die ausführlichste Beschreibung über die Entstehung der Riesen außerhalb der Bibel ist im Buch »Henoch« nachzulesen. Meine Quelle (6): »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments« von Emil Kautzsch.

Unter der Überschrift »Der Fall der Engel, ihre vorläufige und endgültige Bestrafung« lesen wir in »Das Buch Henoch«(7): »Nachdem die Menschenkinder sich gemehrt hatten, wurden ihnen in jenen Tagen schöne und liebliche Töchter geboren. Als aber die Engel, die Himmelssöhne, sie sahen, gelüstete es sie nach ihnen und sie sprachen untereinander: ›Wohlan, wir wollen uns Weiber unter den Menschentöchtern wählen und uns Kinder zeugen.‹« Auch in Rießlers Textsammlung (8) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler« wird das »Henochbuch« (9) geboten. Rießlers Übersetzung leicht marginal von der bei Kautzsch ab (10): »Als sich die Menschenkinder vermehrten, wurden ihnen damals schöne und liebliche Töchter geboren. Als die Engel, die Himmelssöhne, sie erblickten, gelüstete es sie nach ihnen, und sie sprachen untereinander: ›Wir wollen uns Weiber aus den Menschenkindern wählen und uns Kinder erzeugen!‹«

Foto 5: Sturz der Engel,
Peter Paul Rubens, um 1521
In den himmlischen Gefilden ging es offensichtlich alles andere als harmonisch zu. Da gab es offenbar Intrigen und Verschwörungen. Offenbar war es den Himmelssöhnen nicht gestattet, sich mit den Menschentöchtern zu paaren. Genau das aber taten einige. Ihr Anführer hatten Angst, am Schluss als Alleinschuldiger für die Rebellion bestraft zu werden. Der Anführer der rebellischen Himmlischen (»Engel, Himmelssöhne«) hatte offensichtlich Bedenken. Er befürchtete wohl, dass er sich nicht so recht auf seine Gefolgsleute verlassen konnte (11):

»Semjasa aber, ihr Oberster, sprach zu ihnen: ›lch fürchte, ihr werdet wohl diese Tat nicht ausführen wollen, so dass ich alleine eine große Sünde zu büßen haben werde.‹ Da antworteten ihm alle und sprachen: ›Wir wollen alle einen Eid schwören und durch Verwünschungen uns untereinander verpflichten, diesen Plan nicht aufzugeben, sondern dieses beabsichtigte Werk auszuführen.‹ Da schworen alle zusammen und verpflichteten sich untereinander durch Verwünschungen. Es waren ihrer im ganzen 200, die in den Tagen Jareds auf den Gipfel des Berges Hermon herabstiegen. Sie nannten aber den Berg Hermon, weil sie auf ihm geschworen und durch Verwünschungen sich untereinander verpflichtet hatten.«

Eine Mannschaft von 200 »Himmlischen« widersetzte sich in überirdischen Gefilden, ja wem? Gott? Gab es einen Aufstand, eine Rebellion? Diese Vorstellung passt nicht so recht zum Verhältnis zwischen Himmlischen (Engeln/ Gottessöhnen) und Gott. Wie dem auch sei, die Rebellen vereinbarten in einer geheimen, trotzigen Absprache, das Verbot zu brechen und die Konsequenzen gemeinsam zu tragen. Überliefert sind nur die Namen des obersten Anführers und von im Rang niedriger stehenden Anführern der himmlischen Rebellion (12):

»Dies sind die Namen ihrer Anführer: Semjasa, ihr Oberster, Arakib, Arameel, Akibeel, Tamiel, Ramuel, Danel, Ezequel, Saraqujal, Asael, Armers, Batraal, Anani, Zaquebe, Samsaveel, Sartael, Turel, Jomael, Arasjal. Diese und alle übrigen nahmen sich Weiber, jeder von ihnen wählte sich eine aus, und sie begannen zu ihnen hineinzugehen und sich an ihnen zu verunreinigen. Sie lehrten sie Zaubermittel, Beschwörungsformeln und das Schneiden von Wurzeln und offenbarten ihnen die heilkräftigen Pflanzen. Sie wurden aber schwanger und gebaren 3.000 Ellen lange Riesen.«

Das Henoch-Zitat belegt, dass die »Himmelssöhne« für die Menschen zu Lehrmeistern wurden. Sie unterrichteten die Menschen. Sie brachten ihnen offenbar verbotenes Wissen bei. Denken wir an den Baum der »Erkenntnis« im Paradies, der für Adam und Eva unter Androhung der Todesstrafe  tabu war (13): »Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.«

Völlig unglaubwürdig hingegen ist die Behauptung, die Riesen seien »3.000 Ellen lang« geworden. Auch wenn die biblische Elle nicht genau umrechenbar ist, weil es verschiedene Ellen gegeben zu haben scheint, so entsprächen 3.000 Ellen etwa 1,5 km! Hier muss wohl ein späterer Textbearbeiter erschrocken zwei Nullen hinzugefügt haben.

Fußnoten
(1) Wiseman, P(ercy) J(ohn): »New Discoveries in Babylonia about Genesis«, Marshall, Morgan & Scott, London 1936
(2) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Verlag Sonne und Schild, Wuppertal, 1957
(3) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Brockhaus, Wuppertal  1968, 2. Aufl. 3. Auflage 1971, 4. Auflage 1987, 5. Auflage 1989
(4) Wiseman, Percy John: »Die Entstehung der Genesis«, Brockhaus, Wuppertal  1968, 3. Auflage 1971, Seite 146, 10.-7. Zeile von unten
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 6, Verse 1-4
(6) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900
(7) Ebenda, Seite 238, Kapitel 6, Verse 1+2
(8) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928
(9) Ebenda, Seiten 355-473
(10) Ebenda, Seite 358
(11) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Band II: »Die Pseudepigraphen«, Tübingen 1900. Seiten 238+239, Kapitel 6, Verse 3-6
(12) Ebenda, Seite 239, Kapitel 6, Vers 7 und Kapitel 7, Verse 1+2
(13) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Verse 16+17

Zu den Fotos
Foto 1: Die Ruinenstadt Nan Madol aus der Luft. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Mythos Delphin im Westwerk von »Kloster Corvey«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
(Zeichnerisch rekonstruiert und gespiegelt!)
Foto 3: Percy John Wisemans Werk im Original. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Percy John Wisemans Buch in deutscher Übersetzung. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Sturz der Engel, Peter Paul Rubens, um 1521. gemeinfrei

531. »Nicht eines Menschen Atem«,
Teil 531 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 22. März 2020


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Sonntag, 23. Februar 2020

527. »Da traf er den Kain zwischen die Augen«

Teil 527 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: Der blinde Lamech
schießt seinen Pfeil ab
Louis Ginzberg hat mit seiner Sammlung »The Legends of the Jews« sehr viel mehr als eine Vielzahl von Legenden der Juden zusammengetragen. Er hat so etwas wie ein Konglomerat des Wissens unzähliger Weiser aus ganz unterschiedlichen Quellen geschöpft. Das vielfältige geistige Erbe mag im Verlauf von Jahrtausenden zusammengetragenen worden sein. Erst wurde es mündlich weitergereicht, bevor es irgendwann da und dort schriftlich festgehalten wurde.

Sein bewundernswertes Mammutwerk bietet so viel Wissenswertes, dass heute noch unzählige Suchende so manches Geheimnis darin entdecken könnten, das auf den ersten Blick, bei oberflächlichem Lesen, verborgen bleibt.

Nach Jahrzehnten des Studierens und Forschens habe ich erkannt, dass ich auf eine Weise mehr als auf jede andere zur Aufklärung der großen Geheimnisse unserer Welt beitragen kann. Es muss mir nur gelingen, in so vielen Menschen wie nur möglich die Neugier auf das Wissens jenseits des Horizonts der ach so endgültigen vermeintlich unanzweifelbaren »Wahrheiten« zu wecken. Wissenschaften wie theologische Lehren versperren oftmals den Weg zu wirklich bahnbrechenden Erkenntnissen wie ein Paravent.

Eugène Ionesco (*1909; †1994) stellte fest: »Phantasie ist nicht Ausflucht. Denn sich etwas vorstellen, heißt, eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.« Und Albert Einstein (*1879; †1955) beklagte: »Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.« Manche Texte aus dem »Alten Testament« regen unsere Fantasie an. Können wir mit Hilfe der vernachlässigten Intuition manches besser verstehen? Suchen kann jeder für sich, in Werken wie Louis Ginzbergs, Paul Rießler und Emil Kautzsch.

Lamech gesteht, verkündet im »Alten Testament«, einen Menschen getötet zu haben. Das verkündet Prof. John Byron, Fachbereich »Neues Testament« am »Ashland Theological Seminary« (Oregon, USA), der sich intensiv mit dem Judentum und den Ursprüngen des Christentums beschäftigt. In der »Luther Bibel« von 2017 lesen wir (1): »Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede, ihr Frauen Lamechs, merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich.« In der »Elberfelder Bibel« wird der gleich Vers so formuliert: »Fürwahr, einen Mann erschlug ich.« Wer soll das Opfer Lamechs gewesen sein? Prof. John Byron ist davon überzeugt, dass sich Lamechs Geständnis auf den Tod Kains bezieht. Diese Interpretation halte ich für fragwürdig, prahlt doch Lamech geradezu damit, nicht nur einen, sondern zwei Menschen getötet zu haben, ich zitiere den Vers vollständig (1): »Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule.« Meiner Meinung nach ist weder mit dem »Mann«, noch mit dem »Jüngling« Kain gemeint. Kain fügte Lamech keine Wunde zu und Kain, der Brudermörder, war bei seinem Tod ein alter Mann und kein »Jüngling«. Und eine Beule hat ihm weder Kain, noch dessen Sohn verpasst. Mein Fazit: Lamech gesteht im zitierten Bibeltext nicht, Kain getötet zu haben.

Foto 2:
Kain wird gleich
vom Pfeil
getroffen
In der sakralen Kunst gibt es diverse Darstellungen, die zeigen, wie Lamech seinen Urahn Kain mit Pfeil und Bogen erlegt. Im 12. Jahrhundert entstand ein Relief, das ein Säulenkapitell der Kathedrale von Saint Lazare, Frankreich, ziert. Es hält den Moment fest, da Kain vom Pfeil Lamechs im Hals getroffen wird.

Eine »Weltchronik« aus dem Jahr 1563 zeigt als Buchillustration just diese Szene: Lamech hat einen Pfeil abgeschossen, der offenbar gerade in Kains Leib eingedrungen ist. Aufbewahrt wird das kostbare Dokument aus dem 16. Jahrhundert in der Österreichischen Nationalbibliothek zu Wien (2). Das »Ökumensiche Heiligenlexikon« geht ausführlich auf Lamech ein (3). »Lamech«, erfahren wir dort, bedeutet im Hebräischen »kräftiger Mann«. Das Lexikon verweist auf »jüdische Legenden«, die vom Tod Kains erzählen: Lamech soll Kain bei einem Jagdunfall mit Pfeil und Bogen erschossen haben.

Das seriöse »Ökumenische Heiligenlexikon« zeigt eine weitere Darstellung vom Tod Kains, der auch hier dem Jäger Lamech zum Opfer fällt: »Mosaik: Lamech erschießt Kain und tötet Tubal-Kajin, 5. Jahrhundert, im Baptisterium San Giovanni in Florenz«.

Tatsächlich zeigt das Mosaik gleichzeitig zwei Szenen der alten jüdischen Überlieferung. Da sehen wir zunächst Lamech, stehend, mit dem Bogen in der Hand. Sein Sohn Tubal-Kain (Tubal-Kajin) hat dem greisen Vater offenbar die Richtung angegeben, wo das vermeintliche Wild im Gebüsch zu finden war. Kain steht, weitestgehend verdeckt, zwischen Gestrüpp.

Foto 3: Lamech stehend mit Bogen,
Lamechs Sohn stehend und liegend, Opfer Kain im Gestrüpp.

Nach der Überlieferung hat Lamech seinen Sohn, als der tragische Irrtum erkannt worden war, versehentlich erschlagen, nachdem er bereits versehentlich Kain erschossen hatte. Wir sehen Lamechs Sohn als »Schützenhilfe« und gleichzeitig tot am Boden liegend. Es wird also die gesamte Geschichte um Kains Tod in einem einzigen Mosaikbild »erzählt«. Anders als in einem Comicstrip werden zwei Bilder in einem dargestellt. In der großen Kathedrale von Monreale, Sizilien, findet der interessierte Besucher zahlreiche Mosaikdarstellungen biblischer Szenen, aber auch die Geschichte von Lamech und Kain. Lamech hat seinen Schuss bereits abgefeuert, Kain ist in der Brust getroffen. Seine Knie knicken ein, der Brudermörder wird im Fallen gezeigt. Lamechs kleiner Sohn deutet noch in Richtung Kain, der freilich ohne irreführendes Horn auf der Stirn dargestellt wurde.

In der »Österreichischen Nationalbibliothek«, Wien, wird eine wertvolle Buchmalerei aufbewahrt. Die Miniatur, entstanden etwa 1465 bis 1475, stammt aus einem Illustrations-Zyklus. Lamech hat auf dem Bild Kain bereits niedergestreckt und den tödlichen Fehler erkannt. Wütend erschlägt der blinde Jäger seinen kleinen Sohn mit dem mächtigen Bogen. Im krassen Gegensatz zum geringen Bekanntheitsgrad der Story von Lamechs Todesschuss in unserer Zeit steht die Fülle an Darstellungen eben jener Szene in alten Buchmalereien. Ein Beispiel von vielen sei noch genannt: Die berühmte »Maciejowski-Bibel«, alias »Kreuzfahrerbibel«, alias »Buch der Könige«, alias »Morgan-Bibel«, soll von Ludwig IX. von Frankreich um das Jahr 1245 in Auftrag gegeben worden sein. Auch hier findet sich eine Darstellung von Kains Tod.

Ich selbst sah ja vor Jahrzehnten ein Säulenkapitell in der Basilika von Vézelay, Frankreich, mit dem Todesschuss, von Lamech, abgegeben auf den Brudermörder Kain.

Das Motiv »Lamech tötet Kain« war vor Jahrhunderten in der sakralen Kunst offenbar weit verbreitet. Es stellt sich eine Frage: Worauf basieren diese Darstellungen, die nur in unwichtigen Details voneinander abweichen? Paul Rießler (*1865; † 1935) wurde 1907 Professor für alttestamentliche Bibelexegese an der Universität Tübingen. 1924 veröffentlichte er erstmals seine »Übersetzung des Alten Testaments«. Rießlers Monumentalwerk (4) »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel« erschien erstmals 1928. Es ist als zuverlässige Quelle für altjüdisches Schrifttum auch heute noch unverzichtbar.

Foto 4: »Ephräm der Syrer«
Es enthält auch den apokryphen Text »Die Syrische Schatzhöhle«. Umstritten ist, wer als Verfasser verantwortlich zeichnete. Ein Kandidat ist Ephräm. Ephräm der Syrer (* um 306; †373), ein spätantiker Schriftsteller und Kirchenlehrer, lebte als Asket und unterrichtete viele Jahre in der Nähe der Stadt Edessa, heute Türkei. 1920 wurde er durch Papst Benedikt XV. zum Kirchenlehrer erklärt. Er wird auch heute noch in vielen Regionen als Heiliger verehrt. »Die Syrische Schatzhöhle« berichtet über Kains Tod so (5):

 »Lamech stützte sich auf seinen Sohn, einen kleinen Knaben,
und dieser Knabe lenkte ihm seinen Arm auf das Wild,
so oft er solches sah.
Nun hörte er die Stimme Kains, der im Wald umherstreifte,
weil er nirgends Ruhe fand.
Lamech, der Blinde, aber hielt ihn für ein Tier,
das im Wald umherjagt.
So hob er seinen Arm, hielt seinen Bogen bereit, spannte ihn
und schoß ihn gegen jenen Platz ab.
Da traf er den Kain zwischen die Augen, daß er hinfiel und starb.
Lamech aber glaubte, ein Wild getroffen zu haben
und sprach zu dem Knaben:
›Geh hin, daß wir das Wild sehen, das wir trafen!‹
Als sie hinkamen und nachsahen,
sprach zu ihm der Knabe, auf den er sich stützte:
›Wehe, mein Herr! Du hast den Kain getötet.‹
Da winkte er und schlug die Hände zusammen;
dabei traf er den Knaben und tötete ihn.«

Prof. John Byron ist davon überzeugt, dass frühe Interpreten altehrwürdiger sakraler Texte da und dort in den biblischen Schriften Lücken entdeckten. So bietet das »Alte Testament« geradezu ausufernde Informationen über zahlreiche biblische Gestalten an. Wir erfahren, wie alt die Männer wurden und in welchem Alter sie welche Kinder zeugten. Über Kains Tod indes scheint sich das »Alte Testament« auszuschweigen. Er verschwindet irgendwie, ohne dass wir etwas über seinen Tod erfahren. Dieses Defizit hat die alten Interpreten, so Prof. Byron, aktiv werden lassen. Sie schufen ergänzende Texte, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden. So wurden Lücken geschlossen. In apokryphen Texten zum »Neuen Testament« erfahren wir, wie Jesus als Kind war, worüber nichts im »Neuen Testament« zu finden ist. »Die Syrische Schatzhöhle« wartet mit einer doch unglaubwürdigen Story über Kains Tod auf.

Wie aber starb Kain wirklich? Kam er bei der Sintflut ums Leben? Starb er überhaupt? Ein einzelner, unscheinbarer Vers in der biblischen Mordgeschichte von Kain und Abel kann eine geradezu fantastisch anmutende Geschichte erzählen: Demnach nahm Gott selbst Kain von der Erde hinweg.

Fußnoten
(1) 1. Buch Mose, Kapitel 4, Vers 23
(2) Inventarnummer Cod. Nr. 2823
http://www.aeiou.at/aeiou.history.docs/006596.htm (Stand 16.01.2020)
(3) https://www.heiligenlexikon.de/BiographienL/Lamech.html (Stand 16.01.2020)
(4) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, S.942-1013
(5) Ebenda, S.952+953, 8. Kapitel, Verse 3-10 (Die Rechtschreibung wurde unverändert von der Vorlage übernommen und nicht der heutigen Schreibweise unter Berücksichtigung der Rechtschreibreform angepasst.)

Zu den Fotos
Foto 1: Der blinde Lamech schießt seinen Pfeil ab (Basilika von Vézelay, Frankreich). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Kain wird gleich vom Pfeil getroffen. (Basilika von Vézelay, Frankreich). Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Lamech stehend mit Bogen, Lamechs Sohn stehend und liegend, Opfer Kain im Gestrüpp. Foto Joachim Schäfer, Ökumenisches Heiligenlexikon, gemeinfrei.
Foto 4: »Ephräm der Syrer« (Ikone). Foto gemeinfrei

528. »Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott.«,
Teil 528 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 01. März 2020


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Freitag, 12. Januar 2018

417 »Engel, Götter oder Teufel«

Teil  417 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein   
                     

Foto 1: H.P. Lovecraft, etwa 1915
»Einige dieser Wesen, sagte er,
hätten sogar Verbindung zu anderen
Dimensionen und Welten gehalten.
In den vergessenen vormenschlichen
Zeiten seien solche Verbindungen
noch häufig vorhanden gewesen.«

H.P. Lovecraft und Hazel Heald
in »Das Grauen im Museum« (1)

Rekapitulieren wir: Jakob sah im Traum Engel, die vom Himmel herab zur Erde stiegen und von der Erde wieder in den Himmel zurückkehrten.  Über den Eingang in den Himmel erfahren wir nichts in unseren Bibelausgaben, wohl aber im altslavischen Text »Leiter Jakobs« (2): »Und die Spitze der Leiter war ein Antlitz wie eines Menschen, aus Feuer behauen.« Der unbekannte Textautor vergleicht also den Eingang zum Himmel mit einem »Antlitz eines Menschen, aus Feuer behauen«. Darf man den Text beim Wort nehmen?

Die gängigen Bibelübersetzungen vermelden eine offensichtlich sehr lange oder hohe Leiter (3): »Und ihm träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.«  Der konkretere altslavische Text schildert eine sehr kurze Leiter von nur zwölf Stufen, an deren Ende etwas »Feuriges« war, etwas das wie ein feuriges Menschenantlitz aussah.


Im äthiopischen »Buch Henoch« stieß ich auf ein besonders interessantes Kapitel, betitelt »Das Geschichtsbuch. Die Entwicklung der Weltgeschichte.« Ich benütze auch in Sachen Henoch die meiner Meinung nach beste Übersetzung »verbotener« biblischer Texte das Standardwerk schlechthin als Quelle (4): Emil Kautzsch: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments« (4). Henoch schildert eine geheimnisvolle Begegnung (5):  

Foto 2: Henochs Himmelsreise nach Kautzsch

»Da erhob ich abermals meine Augen gen Himmel und sah im Gesichte, wie aus dem Himmel Wesen, die weißen Menschen glichen, hervorkamen; einer von ihnen kam aus jenem Ort hervor und drei mit ihm. Jene drei, die zuletzt hervorgekommen waren, ergriffen mich bei der Hand, nahmen mich von dem Geschlechte der Erde hinweg und brachten mich hinauf an einen hohen 0rt und zeigten mir einen Turm hoch über der Erde, und alle Hügel waren niedriger.«

Foto 3: »Das Haar der Medusa«
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Wie im Fall »Jakobs Himmelsleiter« kommen da Wesen »aus dem Himmel«. Bei diesen Wesen handelte es sich, so erklärt Prof. Kautzsch in einer Fußnote (6). Engel kamen also »aus jenem Ort hervor«. Doch während Jakob auf der Erde bleibt, bringen die Engel Henoch »an einen hohen Ort«. 

Die Engel entführen Henoch in den Himmel. Aus der Höhe blickt er hinab zur Erde und sieht »Hügel«. Und oben – »hoch über der Erde« – machten ihn die »Engel« auf einen »Turm« aufmerksam. Um ein irdisches Bauwerk, um einen in den Himmel ragenden urzeitlichen »Wolkenkratzer« kann es sich dabei nicht gehandelt haben. Henoch beschreibt doch ganz konkret, dass ihm die Engel einen »Turm« zeigten: »hoch über der Erde, und alle Hügel waren niedriger«. Der »Turm« befand sich also im Himmel und die »Engel« brachten Henoch hinauf in den Himmel, zum »Turm«. Sollte es sich um das Raumschiff der »Engel« gehandelt haben? Oder um etwas ganz anderes?

Henoch schildert an anderer Stelle seine »Himmelfahrt« ausführlicher (7). Die Engel entführten ihn in himmlische Gefilde: 

»Sie trugen mich hinein in den Himmel. Ich trat ein, bis ich mich einer Mauer näherte, die aus Krystallsteinen gebaut und von feurigen Zungen umgeben war; und sie begann mir Furcht einzujagen. Ich trat in die feurigen Zungen hinein und näherte mich einem großen, aus Krystallsteinen gebauten Hause. Die Wände jenes Hauses glichen einem mit Krystallsteinen getäfelten Fußboden, und sein Grund war von Krystall. Seine Decke war wie die Bahn der Sterne und Blitze, dazwischen feurige Kerube, und ihr Himmel bestand aus Wasser. Ein Feuermeer umgab seine Wände, und seine Thüren brannten von Feuer. Ich trat ein in jenes Haus, das heiß wie Feuer und kalt wie Schnee war. Da war keine Lebenslust vorhanden; Furcht umhüllte mich, und Zittern erfaßte mich. Da ich erschüttert war und zitterte, fiel ich auf mein Angesicht und schaute (Folgendes) im Gesichte: Siehe, da war ein anderes Haus, größer als jenes; alle seine Thüren standen vor mir offen, und es war aus feurigen Zungen gebaut. In jeder Hinsicht, durch Herrlichkeit, Pracht und Größe zeichnete es sich so aus, daß ich euch keine Beschreibung von seiner Herrlichkeit und Größe geben kann. Sein Boden war von Feuer; seinen oberen Teil bildeten Blitze und kreisende Sterne, und seine Wege war loderndes Feuer.«

Foto 4: Moon Pool von Merritt

Henoch versteht nicht, was ihm geschieht. Er begreift nicht, was ihm widerfährt. Ihm wird angst und bange, er zittert vor Angst, fällt nieder, ja er kann schließlich nicht mehr hinsehen (8). Was Henoch wortgewaltig schildert, das haben wir bereits im altslavischen Text über Jakobs Himmelsleiter gelesen. Am Ende der Himmelsleiter befand sich etwas Feuriges (9): »Und die Spitze der Leiter war ein Antlitz wie eines Menschen, aus Feuer behauen.«

Beide Texte beschreiben etwas, was weder Jakob noch Henoch begreifen konnten. Beide waren entsetzt. Warum? Erinnern wir uns: In der Piscator-Bibel von 1736 lag es an Jakobs »bloedigkeit«, dass er nicht begreifen konnte, was er da sah. Sind wir heute klüger? Prof. Ernst Bammel (*1923, †1996), profunder Kenner des altjüdischen Schrifttums, versicherte mir, dass es nach jüdischer Legende aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christi Geburt eine Erklärung für Jakobs »Vision« gab. Demnach führte die Himmelsleiter über dem Boden zu einem »Tor zum Himmel«. Was ist unter einem »Tor zum Himmel« zu verstehen? Eine fantastische Antwort auf die Frage, die mir kein Theologe beantworten konnte, bekam ich in der Südsee, auf der Insel Pohnpei.

Die gigantischen Ruinen von Nan Madol werden als »Venedig der Südsee« bezeichnet. Aus tonnenschweren Basaltsäulen wurden vor der Küste von Pohnpei fast 100 künstliche Inseln geschaffen und darauf – wiederum aus Basaltsäulen – geradezu monströse Mauern und »Tempel« errichtet.

Foto 5: Einer der Tempel von Nan Madol.
In den 1990er Jahren besuchte ich Pohnpei zum ersten Mal. Die »Anreise« war strapaziös: Frankfurt–Amsterdam, Amsterdam–Tokio, Tokio–Guam, Guam–Pohnpei (Mikronesien). Die Rückreise war noch anstrengender: Pohnpei–Kosrae, Kosrae–Honolulu, Honolulu–Sydney (Australien), Sydney–Port Vila (Vanuatu), Port Vila–Tanna (John-Frum-Kult), Tanna–Port Vila, Port Vila–Nadi (Fiji), Nadi–Honolulu, Honolulu–Minneapolis, Minneapolis–Detroit, Detroit–Frankfurt.

Die Besuche in den Ruinen von Nan Madol waren fantastisch. In einem leicht maroden Motorboot kutschierte ein Guide mich und zwei Freunde zwischen den künstlichen Miniinseln umher. Überall waren die von Menschenhand geschaffenen Fundamente der Insel zu erkennen, aber auch Reste von einst stolzen Tempelanlagen. Auf verschiedenen Inseln gab es Schächte zu Tunneln, die angeblich unter dem Meeresboden weit hinaus führten.

Viele Stunden erkundeten wir die Welt des »8. Weltwunders«, des »Venedigs der Südsee«. Und abends gab es im herrlichen »Village Resort Hotel« von Bob und Patti Arthur faszinierende Gespräche. Eines Abends erzählte ich in kleiner Runde von meinem Theologiestudium und von meiner Beschäftigung mit dem »Tor zum Himmel« in biblischen und apokryphen sowie pseudepigraphen Schriften. Die Arthurs waren alles andere als erstaunt. Und zu meiner Verblüffung berichteten sie mir, dass es einst im Zentrum der mysteriösen Anlage von Nan Madol so ein »Tor« gegeben haben.

»Ein Tor zu Anlagen unter dem Meeresspiegel?«, wollte ich wissen. Die Arthurs lachten. »Eher eine Art ›Stargate‹, ein Eingang über andere Dimensionen…« Durch das »Stargate« könnten Eingeweihte fremde, fantastische Welten Besuchen. Durch das Stargate könnten mysteriöse Wesen – Engel, Götter oder Teufel – in unsere Welt eindringen. »Glauben Sie an dieses ›Stargate‹ von Nan Madol?«, fragte ich in eine Pause des Schweigens. Patti Arthur zuckte mit den Schultern. »Jedenfalls traut sich kein Einheimischer bei Nacht in die Ruinen von Nan Madol!«, antwortete sie schließlich. »Sie haben Angst, vom ›Leuchtenden‹ in eine andere Welt verschleppt zu werden.«

Foto 6: Luftaufnahme Nan Madol.

Ob es Literatur zu diesem faszinierenden Thema gebe? Meine Frage löste keine große Begeisterung aus. Schließlich gewährten mir die Arthurs Einblick in ihre kleine Bibliothek. Ein Stephen Athens zum Beispiel berichtete ausführlich über archäologische Funde von Nan Madol (10). Paul Hambruch, der schon vor dem ersten Weltkrieg die Ruinen von Nan Madol vermessen hat, schwieg sich über die fantastischen Überlieferungen in Sachen »Nan Madol und das Stargate« aus (11). Seither habe ich gesucht, gesucht und nichts gefunden. Selbst in einer neueren wissenschaftlichen Publikation (12), 2012 in Tokyo erschienen, klammerte man das Thema aus.

Fündig wurde ich nur in einem fantastischen Roman, auf den mich die Arthurs hingewiesen haben: »The Moon Pool« von Abraham Merritt, 1919 (14) in Erstauflage erschienen, schildert ein »Stargate« als Zugang zu fantastischen, aber auch gefährlichen Welten.

Foto 7: Jakobs Himmelsleiter in der Koberger-Bibel von 1483

Ich frage mich: Sollte Jakobs »Himmelsleiter« zu einem Stargate geführt haben? Und haben »Engel« Henoch durch so ein »Stargate« entführt und wieder zurück gebracht?


Fußnoten:
1) Lovecraft, Howard Phillips: »Das Haar der Medusa/ Horrorgeschichten 1930-1932, S. 278-324, Zitat S. 282, Zeilen 13- 10 von unten, Festa-Verlag, Leipzig, 1. Auflage Oktober 2017
2) Petkov, Julian: »Altslavische Eschatologie: Texte und Studien zur apokalyptischen Literatur in kirchenslavischer Überlieferung«, Tübingen 2016, Seite 320, »Text der ›Leiter Jakobs‹«, I. 3
3) 1. Buch Mose Kapitel 28, Vers 12, Luther Bibel 2017
4) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Bd. 2, Tübingen 1900, Seite 290
5) ebenda, Kapitel 87, Verse 2 und 3
6) Kautzsch, Emil: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Bd. 2, Tübingen 1900, 

Seite 290 unten, Fußnote »m«: »Das sind die treugebliebenen Engel. Sie sind mit Menschen verglichen.«
7) »Das Buch Henoch«, Kapitel 14, Verse 9-17, Zitat nach Kautzsch, Emil, ebenda, Seiten 244 und 245
8) ebenda, Vers 19
 

Foto 8: Tempelmauer von Nan Madol.

 9) Petkov, Julian: »Altslavische Eschatologie: Texte und Studien zur apokalyptischen Literatur in kirchenslavischer Überlieferung«, Tübingen 2016, Seite 320, »Text der ›Leiter Jakobs‹«, I. 3
10) Athens, J. Stephen: »Pottery from Nan Madol, Ponape, Eastern Caroline Islands«, »The Journal of the Polynesian Society«, 89, 1980, S. 95–99.
11) Hambruch, Paul: »Ponape«, Hamburg 1936
12) »Japan Consortium for International Cooperation in Cultual Heritage«: »Survey Report on the Present State of Nan Madol, Federated States of Micronesia«, Tokyo 2012
13) Merritt, A(braham): »The Moon Pool« (Roman), 1. Auflage, New York und
London 1919
14) Zunächst veröffentlichte das Wochenblatt »All-Story Weekly« zwei Kurzgeschichten von Abraham Merritt: »The Moon Pool« erscgien1918, die Fortsetzung »Conquest of the Moon Pool« (etwa: »Eroberung des Mond-Teichs/Sees«) ein Jahr später. Beide dienten dann als Grundlage für den Roman »The Moon Pool«.


Zu den Fotos:
Foto 1: H.P. Lovecraft, etwa 1915, wikimedia commons/ public domain
Foto 2: Henochs Himmelsreise nach Kautzsch, 1900.Foto 3: »Das Haar der Medusa«, eine fantastische Sammlung von packenden Kurzgeschichten, die H.P. Lovecraft in Zusammenarbeit mit anderen Autoren verfasst hat. Dem FESTA Verlag darf ich auch für diese schöne Lovecraft-Publikation von Herzen danken. 
Foto 4: Moon Pool von Merritt, Originalausgabe 1919.
Foto 5: Einer der Tempel von Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Luftaufnahme Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 7: Jakobs Himmelsleiter in der Koberger-Bibel von 1483
Foto 8: Monströse Tempelmauer, Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Plakat zum Seminar »Phantastische Phänomene«, 3. und 4.März 2018

418 »Monstermauern, Mumien und Mysterien - ein Jubiläum!«,
Teil  418 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint wegen des Jubiläums ausnahmsweise bereits am 17.01.2018





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Sonntag, 31. Dezember 2017

415 »Wie schaurig ist dieses Stätte!«

Teil  415 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

    
Foto 1: Nach wie vor rätselhaft.... die Riesen der Osterinsel!

Man kann zu großen Geheimnissen unseres Planeten reisen und ferne Länder aufsuchen. Man kann dann staunend vor den Osterinselriesen stehen oder im Flugzeug über dem riesigen Bilderbuch der Wüste von Nazca kreisen. Man kann aber auch zuhause bleiben und intensives Quellenstudium betreiben, zum Beispiel in Sachen »Jakobs Himmelsleiter«. Vorrang hat da zunächst der biblische Text, den es freilich in unterschiedlichen Übersetzungen gibt. Und die stimmen keineswegs immer überein, es gibt immer wieder Abweichungen und unbeantwortete Fragen.

Gern konsultiere ich bei kniffeligen Bibeltexten auch »Die Heilige Schrift ins Deutsche übertragen« von Naftali Herz Tur-Sinau, die in verschiedenen Auflagen vorliegt. Das wichtige Werk wurde 2013 vom SCM-Verlag in Witten herausgegeben. Eine aktuellere Ausgabe stammt aus dem Jahr 2017 (1). Was diese Ausgabe der Bibel so wertvoll macht: Der Übersetzer ist ein Kenner des Talmud und er folgt dem traditionellen jüdischen Denken. Kurz, seine Übersetzung ist näher am Original als so manche christliche. Im Anhang der Printausgabe werden abweichende Übersetzungen präzise begründet.

Fotos 2 und 3: Bibelillustration, Stich, Ende 17. Jahrhundert

Und da lesen wir: »Und er erschauerte und sprach: Wie schaurig ist dieses Stätte! – Nein, das ist ein Haus Gottes, und dies ist die Pforte des Himmels.« Auch hier wird die Stätte der Himmelsleiter als »schaurig« bezeichnet, wie in der »Vulgata«, wo der Ausdruck »terribilis« verwendet wird, so wie ja auch Piscator »schrecklich« übersetzt.

Emil Friedrich Kautzsch (*1841, †1910), war als Theologe und Kenner der hebräischen Sprache hoch angesehen. 1898 erschienen von Professor Kautzsch das Standardwerk »Die Apokryphen des Alten Testaments (2)“, gefolgt von »Die Pseudepigraphen des Alten Testaments (3)« im Jahr 1900. 1900 kamen »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments« in einem Band heraus . Weniger bekannt ist, dass Emil Friedrich Kautzsch auch eine Übersetzung des Alten Testaments in zwei Bänden publizierte (4). Die Erstauflage wurde vom angesehenem »Verlag von Mohr« anno 1898 und 1900 veröffentlicht, 1909 und 1910 (5) gab es bereits eine »dritte völlig neugearbeitete, mit Einleitungen zu den einzelnen Büchern versehene Auflage«.

Kautzsch übersetzt Genesis 28, Vers 17 so: »Da fürchtete er sich und sprach: Wie schauerlich ist diese Stätte! Ja, das ist der Wohnsitz Gottes und die Pforte des Himmels.«

Fotos 4 und 5: Jakobs Himmelsleiter, Kupferstich von Martin Tyroff

Während meines Studiums der evangelischen Theologie übersetzte ich zahlreiche Texte der hebräischen Originaltexte ins Deutsche. Ich war dabei stets bestrebt, dem Original so weit wie möglich zu entsprechen. Meine Absicht war es, einen Eindruck zu vermitteln, wie der Text – etwa nach dem Satzbau – im hebräischen Original geschrieben wurde. Ähnlich wie der geniale Piscator, mit dem ich mich natürlich ansonsten nicht vergleichen darf und will, sollte mein deutscher Text so nah wie möglich am hebräischen Original bleiben.

Besonders gern habe ich die Geschichte von Jakobs Traumvision von der Himmelsleiter übersetzt (6):

Foto 6
»12) Und da träumte ihm und siehe! Da war eine Leiter aufgerichtet auf der Erde und die Spitze, sie ging bis an den Himmel und siehe, da waren Boten Gottes, steigend hinauf und steigend herab auf ihr.
13) Und Jahwe stand über ihm und er sprach: Ich bin der Alles-Überdauernde, der Gott Abrahams, deines Vaters, der Gott Jizchaks. Das Land,  auf welchem du ruhst, ich werde es dir geben und deiner Nachkommenschaft.
14) Deine Nachkommenschaft, sie wird sein wie der Staub der Erde! Und du wirst dich ausbreiten gen Westen, Osten, Norden und Süden. Und mit dir werden sich segnen alle Geschlechter des Erdkreises und mit deiner Nachkommenschaft!
15) Und siehe: Ich bin mit dir! Ich werde dich behüten, wo immer du auch hingehst, und ich werde dich zurückkehren lassen in dein Land. Ich werde dich nicht verlassen bevor ich getan haben werde, was ich zu dir gesprochen habe!
16)  Und Jakob erwachte aus seinem Schlaf und er sprach wie folgt: Wahrhaftig, Jahwe weilt an dieser Stätte. Und ich, ich wusste es nicht!
17) Und ihm wurde Angst und er sprach wie folgt: Wie schrecklich ist diese Stätte. Sie ist nichts anderes  als ein Haus Gottes und dies hier ist der Eingang zum Himmel.
18) Und Jakob erhob sich beim Morgengrauen und er nahm den Stein, auf dem sein Kopf geruht hatte, und er  stellte ihn auf als  Erinnerungsstein und er schüttete Öl auf seine Spitze.
19) Und er nannte den Namen eben dieses Ortes Beth-El (Beth = Haus, El = Gott). Und diese Stätte war vordem Lus.«

Ich wiederhole meine wortgetreue Übersetzung von Vers 17: »Und ihm wurde Angst und er sprach wie folgt: Wie schrecklich ist diese Stätte. Sie ist nichts anderes  als ein Haus Gottes und dies hier ist der Eingang zum Himmel.«

Emil Kautzsch übersetzt Genesis 28, Vers 17 so: »Da fürchtete er sich und sprach: Wie schauerlich ist diese Stätte! Ja, das ist der Wohnsitz Gottes und die Pforte des Himmels.«

Fotos 7 und 8
Nach meiner Übersetzung war der Ort, wo die »Engel« zwischen Himmel und Erde pendelten eine »schreckliche Stätte“, Kautzsch nennt sie »schauerlich«, die »Vulgata« benutzt den Terminus »terribilis« (schrecklich, furchtbar). Zur Kontrolle konsultiere ich Eduard Königs »Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament« in der dritten Auflage, Leipzig 1922. Das Nachschlagewerk gibt als Übersetzung an »furchtbar«.

Was beschreibt Genesis Kapitel 28, Vers 17? Jakob bekam Angst. Warum? Er befindet sich an einem Ort, der »Haus Gottes« genannt wird. Wichtig: Just in diesem Vers ist nicht von einem Haus Jahwes die Rede, sondern von einem Haus von Elohim. Und dieses Elohim-Haus ist der »Eingang«, ja das »Tor« zum Himmel, wortwörtlich eigentlich der Himmel.

Was aber haben wir uns unter einem »Tor«, unter einem »Eingang« zu den Himmeln zu verstehen? Jakob schildert, wie »Boten Gottes« von der Erde in das »Haus Gottes« gelangen oder von dort zur Erde herab steigen. Was geschieht da? Vielleicht kommt Piscator in seiner Bibelübersetzung der Realität am nächsten, wenn er schreibt: »schrecklich) Nemlich von wegen der herrlichen majestaet Gottes, welche den menschen wegen ihrer bloedigkeit erschroecklich ist.«  Die Herrlichkeit Gottes erscheint den Menschen als schrecklich… »wegen ihrer Bloedigkeit«? Geschah damals etwas, was Jakob nicht begreifen konnte und was selbst heutige Theologen nicht verstehen wollen? Steckt etwas ganz anderes hinter der Vorstellung einer »Leiter« zwischen Himmel und Erde?

Die Vorstellung vom »Tor zum Himmel« gibt Anlass zu heute noch kühnen Gedanken. Geht es um einen Energie, die zwischen unserer Realität und einer anderen fließt? Machte dieser Energiefluss für Jakob den Ort seiner »Vision« zu einem schrecklichen? Oder sollte es gar wirklich ein Tor in den Himmel gegeben haben?


Foto 9: »Kautzsch-Bibel«, Band 1
Wie dem auch sei: Die »Biblia Hebraica« spricht von »furchtbar«, was nicht so recht zu einem gütigen Gott passt. Um das Bild vom »lieben Gott« aufrecht erhalten zu können, wird in Übersetzungen aus dem »furchtbar« eine Stätte der Ehrfurcht. Warum aber wird der Ort der Begegnung als »schrecklich« bezeichnet?

Erlebte Jakob etwas, was für ihn einfach nur grauenhaft war? Was verstehen wir unter »Haus Gottes«, was unter »Pforte des Himmels«?

Fußnoten
1) Naftali Herz Tur-Sinau: »Die Heilige Schrift«,Verlag SCM R. Brockhaus, Witten,  3. Auflage19. April 2017 (ISBN-10: 341725180X , ISBN-13: 978-3417251807). Im gleichen Verlag ist erschienen »Das jüdische Neue Testament« von David D. Stern, 2. Auflage 3. April 2017 (ISBN-10: 3417254124,ISBN-13: 978-3417254129) David H. Stern hat auch einen Kommentar zum jüdischen Neuen Testament verfasst. David H. Stern: »Kommentar zum Jüdischen Neuen Testament«, SCM R. Brockhaus, Witten, 2. Auflage, Witten, 7. September 2017 (ISBN-10: 3417254116 13: 978-3417254112). Diese Werke sind alle sehr empfehlenswert!

2) Kautsch, Emil: »Die Apokryphen des Alten Testaments«, Tübingen 1898
3) Kautsch, Emil: »Die Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Tübingen 1900
4) Kautzsch, E(mil): »Die Heilige Schrift des Alten Testaments«, Band 1, »Von Mose bis Ezechiel«, Tübingen 1909
5) Kautzsch, E(mil): »Die Heilige Schrift des Alten Testaments«, Band 2, »Hosea bis Chronik«, Tübingen 1910
6) 1. Buch Mose Kapitel 28, Verse 12-19


Foto 10: Plakat Seminar 2018
Zu den Fotos
Foto 1: Nach wie vor rätselhaft.... die Riesen der Osterinsel! 
Fotos 2 und 3: Bibelillustration, Stich, Ende 17. Jahrhundert.
Fotos 4 und 5: Jakobs Himmelsleiter, Kupferstich von Martin Tyroff. 
Foto 6: Jakobsleiter an der Westfront der Abtei von Bath, England, wiki commons Haukurth.
Fotos 7 und 8: Die »Kautzsch-Bibel« in 2 Bänden 
Foto 9: Die »Kautzsch-Bibel«, Band 1.
Foto 10: Plakat »Phantastische Phänomene« 2018

416 »Mit dem ›Fahrstuhl‹ oder durchs ›Sternentor‹ ins All?«
Teil  416 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 07.01.2018


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