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Sonntag, 5. April 2020

533. »Erinnerungen an die Zukunft«

Teil 533 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der mysteriöse »Astronaut von El Baúl«

Für uns ist ein Astronaut im Raumanzug ein gewohnter Anblick. Wir sind in der Regel noch keinem persönlich begegnet, aber wir wissen, wie so ein Raumfahrer aussieht. Wie haben schon Fotos und Filme von Menschen in Raumanzügen gesehen. Nehmen wir an, so ein Astronaut klingelt an unserer Haustüre. Man hat etwas Dringendes vor, muss vielleicht gleich zur Arbeit oder hat einen Termin beim Zahnarzt. Oder man muss zum Bahnhof aufbrechen, um nach Bremen zum Seminar »Phantastische Phänomene« zu fahren. Man ist vielleicht im Stress, öffnet die Haustüre und steht einem Astronauten gegenüber. Der trägt einen Raumanzug. Sein Kopf steckt in einem Helm. Durch das gläserne »Visier« schaut uns der Besucher an. Für uns ist sein Anblick frühmorgens an der Haustür sicher überraschend. Wie reagiert man?

Verwundert? Befremdet? Vielleicht denkt man an einen Scherz à la »Verstehen Sie Spaß?« Läuft irgendwo eine versteckte Kamera? Angst hat man vermutlich keine. Oder doch? Denkt man an einen gefährlichen Virus, der uns womöglich bedroht? Wir wissen, dass wir es mit einem irdischen Astronauten, nicht mit einem Monster zu tun haben. Begriffe wie »Raumanzug« sind uns vertraut. Selbst technische Details verunsichern uns nicht. Ich zitiere kurz das Online-Lexikon Wikipedia (1): »Auf den Kopf des Raumfahrers wird ein nahezu kugelförmiger Helm gesetzt, der gasdicht an den Raumanzug angeschlossen und mit einem klappbaren Visier gegen die aggressive UV-Strahlung der Sonne versehen ist. Meist im Rumpfbereich befinden sich die Anschlüsse für Sauerstoff, Abluft, Kühlwasser und Kommunikationssysteme.«

Versetzen wir uns nun in die Lage des biblischen Abraham. Nahmen wir an, ein Mensch im Raumanzug trat ihm gegenüber. Für ihn muss so eine Begegnung unbegreiflich gewesen sein. Die uns geläufigen Fachausdrücke kennt Abraham nicht. Er muss zu vergleichen greifen, will er in Worte fassen, was er sieht und nicht begreifen kann. Den Raumanzug des Fremden umschreibt er so (2): »Sein Leib glich einem Sayphir, sein Antlitz einem Chrysolith und seines Hauptes Haar dem Schnee und seines Hauptes Diadem dem Regenbogen.« Poetische Worte, die Technisches mit Begriffen aus Abrahams Welt bezeichnen, mögen für uns kurios anmuten. Aber dem Abraham standen keine anderen zur Verfügung.

Fotos 2-5: »Erinnerungen an die Zukunft« in Stein.

Stellen wir uns nun vor, frühmorgens stünde ein Außerirdischer im Raumanzug vor der Tür. Jetzt würde kaum jemand gelassen bleiben. Abraham reagierte panisch (3): »Und siehe, da war kein menschlicher Odem, und mein Geist erfüllte sich mit Grauen.« In einer neueren Übersetzung lesen wir (4): »Und, siehe, da war kein menschlicher Odem, und mein Geist erfüllte sich mit Grauen.« In relativ jungen russischen Handschriften heißt es: »Und er war wie tot und fiel zu Boden nieder auf das Angesicht wie ein Stein.« Offenbar wurde Abraham ohnmächtig beim Anblick des Fremden.

Abraham begegnete also Fremden, die nicht von Planet Erde kamen. Besucher aus dem All vor Jahrtausenden faszinieren mich schon seit 1968, als ich mit dem »Erich-von-Däniken-Bazillus« infiziert wurde. Und seit ich auf den Spuren der »Astronautengötter« (5) folge zog mich ein steinernes Relief wie magisch an, das man im unwegsamsten Gelände Guatemalas gefunden hat. El Baúl ist nicht unbedingt von Touristen überlaufen. Die Finca El Baúl ist liegt vier Kilometer nördlich von Santa Lucía Cotzumalguapa nahe der Pazifikküste Guatemalas. Zuckerrohr wird hier schon seit vielen Jahrzehnten angebaut. Weite Areale wurden vom Urwald »befreit«. Der Urwald wurde brutal zurückgedrängt. Es galt, immer größere Flächen für den Zuckerrohranbau brauchbar zu machen. Bei der rabiaten Abholzung wurden Hunderte von archäologischen Objekten gefunden. Oder waren es Tausende? Wie viele Artefakte mögen verschwunden sein? Wie viele hat man zerstört?

Bereits 1862 fertigte der österreichische Reisende Dr. Habel Zeichnungen von Stelen an, die im Raum von El Baúl gefunden worden waren. 1876 erschien Adolf Bastian (*1826; †1905), Direktor des Völkerkundemuseums von Berlin, vor Ort. Er hatte zufällig Dr. Habels Zeichnungen entdeckt. Jetzt wollte er die die Artefakte im Original vor Ort sehen. Was er vorfand, das übertraf seine Erwartungen. Adolf Bastian war hellauf begeistert. Der Gelehrte kaufte die seiner Ansicht nach schönsten Stelen auf. Da die tonnenschweren Steinkolosse nur sehr schwer zu transportieren gewesen wären, ließ er sie kurzerhand zersägen. Genauer: Er begnügte sich mit den Reliefs, die als dünne Scheiben, oberflächlich vom Stein getrennt, zur Küste geschafft und auf Schiffe verladen wurden.

Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein und der
»Astronaut« in Stein. Foto Ingeborg Diekmann

Eines der kunstvoll gravierten Steinreliefs wartet noch heute im Hafenbecken von Josef darauf, geborgen zu werden. Es ist bei der Verschiffung ins Hafenbecken gefallen und im Morast versunken. Wird er je wieder entdeckt und gehoben werden? Sieben »Stelen« wurden nach Berlin geschafft, wo sie viele Jahre im Treppenhaus des Dahlemer Museums gezeigt wurden. Heute befinden sie sich im Ethnologischen Museum Berlin.

Vor Ort befindet sich noch heute der sogenannte »Astronaut von El Baúl«. Mich fasziniert diese mysteriöse Darstellung nach wie vor. Da steht eine Gestalt, die so etwas wie einen »Raumanzug« trägt. Der Kopf wird von einem »Helm« umschlossen. Wir sehen das Wesen im Profil. Deutlich ist ein Guckfenster auszumachen, dahinter erkennen wir ein Auge der Kreatur. Vom Helm aus führt ein Schlauch zu einem Tank auf dem Rücken der Gestalt. Mit den Augen unserer Zeit gesehen haben wir ein Wesen im Raumanzug vor uns, das die Atemluft aus einem Tank atmet. Sehr deutlich in den Stein gemeißelt ist der Atem, den das Wesen ausstößt. Die Darstellung des ausströmenden Atems scheint dem Künstler sehr wichtig gewesen zu sein.

In der »Apokalypse des Abraham« wird ein Wesen beschrieben, das womöglich in einem Raumanzug steckt. Der Verfasser des altehrwürdigen Texts musste zu blumigen Vergleichen greifen, um zu umschreiben, was er nicht wirklich verstand. Der unbekannte Künstler, der das Wesen von El Baúl in Stein verewigte, musste nicht den Umweg über bildhafte, verbale Vergleiche gehen. Er konnte halbwegs realistisch zeigen, was da einst zu sehen war. War er selbst Augenzeuge? Oder gibt er in seinem Werk nur wieder, was man ihm beschrieben hat?

Im Text der »Apokalypse des Abraham« wird fast nur nebenbei erwähnt, dass das Wesen, das Abraham auf die Beine half, nicht den Atem eines Menschen hatte. Wollte der Künstler von El Baúl genau das zeigen, was auch Abraham sah, nämlich ein nichtmenschliches Wesen im Raumanzug, einen Außerirdischen?

Abraham wird empor getragen. Er sieht etwas (6): »auf der Höhe, auf welche wir gestiegen waren, ein starkes Licht, das nicht zu beschreiben ist«. Offenbar gelangt Abraham in dieses Etwas, das er nicht beschreiben kann, hinein. Abraham begreift nicht, was geschehen ist. Erstaunt, vielleicht auch entsetzt, fragt er seinen himmlischen Begleiter (7): »Wie hast du mich nun hierher hinaufgetragen, denn nun kann ich nicht mehr sehen, da ich erschöpft bin, und mein Geist aus mir entflieht.« Mag sein, dass Abraham bedingt durch extreme Beschleunigung beim Flug empor zu diesem Etwas hoch oben die Besinnung zu verlieren drohte. Der Himmlische machte ihm Mut (8): »Dein Geist soll nicht schwach werden, denn ich bin bei dir und werde dich stärken.«

Dann geschah für Abraham Unbegreifliches (9): »Und ich wollte mich auf die Erde niederwerfen; und der hohe Ort, auf dem wir standen, stand bald aufrecht, bald sank er abwärts.« Paul Rießler übersetzte so (10): »Ich aber wünsche auf die Erde niederwärts zu fallen. Der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da, bald drehte er sich abwärts.« Bald drehte er sich abwärts? Abraham beschreibt Dinge, die er nicht begreifen kann. Es scheint sich so etwas wie eine Luke zu öffnen. Abraham schaut und versteht nicht (11): »Wie er noch spricht, tun sich die Flächen auf und unter mir der Himmel.« Es wird noch verrückter, zumindest nach dem Empfinden Abrahams (12):

Foto 7: Prof. Hermann Oberths
prophetisches Werk.

»Er sprach: Beschau von oben doch die Sterne, die unter dir sich finden!« Was erlebte Abraham?Stellen wir uns vor: Abraham wurde von der Erde in eine riesige Weltraumstadt transportiert. Diese Weltraumstation drehte sich konstant um die eigene Achse und erzeugte so künstliche Schwerkraft. Befindet man sich an Bord einer solchen Raumstation, dann leidet man nicht unter Schwerelosigkeit. Man empfindet – freilich künstlich erzeugte – Schwerkraft. Damit künstliche Schwerkraft entstehen kann, muss sich so eine Weltraumstadt um die eigene Achse drehen. Blickt man dann aus dem Inneren so einer Weltraumstadt nach außen, dann sieht man im Erdorbit mal die Erde unten und die Sterne oben, mal die Erde oben und die Sterne unten. Genau das aber, dieser Eindruck muss sich einem Zeitgenossen zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus aufdrängen, beschrieb Abraham, ich zitiere den entscheidenden Vers aus der Abrahamapokalypse noch einmal (10): »Und ich wollte mich auf die Erde niederwerfen; und der hohe Ort, auf dem wir standen, stand bald aufrecht, bald sank er abwärts.« Oder »bald drehte er sich abwärts.«

Künftige Reisen in die Tiefen des Alls sollen in riesigen Raumschiffen in Rad- oder Röhrenform angetreten werden. Bei der NASA arbeitet man schon heute an solchen Projekten von morgen. Schon? Bereits 1954 beschrieb Hermann Oberth in seinem Werk »Menschen im Weltraum« gigantische »Wohnräder« (13). Er beließ es dabei nicht bei kühnen Prognosen. Vielmehr entwickelte er konkrete Pläne. Seine Weltraumschiffe in Scheibenform würden Durchmesser von sechs bis acht Kilometern aufweisen. Oberth (14): »Das Wohnrad dreht sich in 110 bis 126 Sekunden einmal um die eigene Achse. Dadurch entsteht Fliehkraft, die unserer irdischen Schwerkraft entspricht.« Damit wäre eines der gravierendsten Probleme von interplanetaren oder gar interstellaren Raumflügen gelöst: Reisen in Schwerelosigkeit von einigen Tagen zum Mond und zurück stellen für den menschlichen Organismus kein Problem dar. Bei bemannten Flugvehikeln zum Mars, die schon mehrere Monate dauern werden, wird es kritisch. Für Aufenthalte in Schwerelosigkeit von Jahren oder gar Jahrzehnten ist der Mensch nun einmal nicht gebaut.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Oberth entwickelte seine »Wohnwalze« bis ins Detail genau. So sah er eine Simulation von Tag und Nacht durch spezielle Lampen vor. Besonders die erste Generation der Raumfahrer sollte sich fast wie auf der Erde wähnen. Bei der Energiegewinnung dachte Oberth an Atomkraftwerke. Das Leben in der riesigen Raumstation sollte möglichst vertraut wie auf der Erde erscheinen. Zum Beispiel sah Oberth die Illusion eines »blauen Himmels« vor. So sollte verhindert werden, dass man die jeweils gegenüberliegende Seite der Wohnwalze sehen würde. Oberth (15): »Sonst könnte man dort in acht Kilometer Entfernung – was als acht Kilometer Höhe empfunden würde – die gegenüberliegende Landschaft ›am Himmel hängen‹ sehen.« Oberth weiter (16):

»Natürlich kann man auch für ein angenehmes Klima und einen Tag- und Nachtrhythmus sorgen. Man kann in der Walze künstliche Höhenzüge mit hübschen kleinen Wäldern schaffen und anderes mehr. Man kann das so weit treiben, dass die dort lebenden Menschen praktisch kaum etwas davon merken, dass ihre Heimat nicht ein Planet, sondern ein technisches Kunstwerk ist.« 

Erlebte Abraham vor Jahrtausenden, was künftige Generationen wieder erleben werden? Wurde Abraham vor Jahrtausenden in ein riesiges Raumschiff gebracht, das sich um die Eigene Achse drehte? Werden künftige Generationen genau das wieder erleben? Werden sie vielleicht sogar in riesigen, sich um die eigene Achse drehenden Weltraumstädten die Reise in den Kosmos antreten? Das wird so geschehen, wenn sich die Menschheit nicht vorher selbst auslöscht. Dann wird wieder (?) wahr werden, was Abraham bereits vor Jahrtausenden widerfahren ist.


Foto 8: Raumfahrtpionier Prof.  Hermann Oberth
im Gespräch

mit Walter-Jörg Langbein

Dann werden sich Abrahams fantastische Erlebnisse als »Erinnerungen an die Zukunft« erweisen!

Fußnoten
(1) Zitat aus Wikipediartikel »Raumanzug«. https://de.wikipedia.org/wiki/Raumanzug (Stand 4.3.2020)
(2) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 22, XI, 1+2
(3) Ebenda, X, 2
(4) Philonenko-Sayar, Belkis und Philonenko, Marc: »Die Apokalypse Abrahams«, erschienen als »Band V Lieferung 5« der Buchreihe »Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit«, Gütersloh 1982, Seite 430, X,2
(5) Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Luxemburg Weihnachten 1979
(6) Philonenko-Sayar, Belkis und Philonenko, Marc: »Die Apokalypse Abrahams«, erschienen als »Band V Lieferung 5« der Buchreihe »Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit«, Gütersloh 1982, Seite 436, XV, 4
(7) Ebenda, Seite 437, XVI, 1
(8) Ebenda, XVI, 4
(9) Ebenda, XVII, 4
(10) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 26, XVII, 3
(11) Ebenda, Seite 29, XIX, 4
(12) Ebenda, XX, 3
(13) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum/ Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, 4. Auflage, Düsseldorf 1963, Seiten 194-199 (»Siedlungen im Weltenraum«)
(14) Ebenda, Seite 195, 10.-14. Zeile von oben
(15) Ebenda, Seite 198, 14.-11. Zeile von unten
(16) Ebenda, 10.-4. Zeile von unten

Foto 9: Handschriftliche Widmung
von Prof. Hermann Oberth.

Zu den Fotos
Foto 1: Der mysteriöse »Astronaut von El Baúl«. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 2-5: »Erinnerungen an die Zukunft« in Stein. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein und der »Astronaut« in Stein. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 7: Prof. Hermann Oberths prophetisches Werk. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Raumfahrtpionier Prof. Oberth im Gespräch mit Walter-Jörg Langbein.
Foto privat/ Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 9: Handschriftliche Widmung von Prof. Hermann Oberth. Foto Walter-Jörg Langbein

534. »Erich von Däniken zum 85. Geburtstag«,
Teil 534 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 12. April 2020


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Sonntag, 14. April 2019

482. »Erich von Däniken zum 84.«

Teil 482 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Erich von Däniken 

wird am heutigen 14. April 2019 

84. 

Herzlichen Glückwunsch 

und alles erdenklich Gute!


Foto 1: Dänikens »Erstling«
Günther Anders (*1902; †1992) monierte anno 1956 (1) »die tägliche Überfütterung mit Phantomen, die als ›Welt‡ auftreten«. Das führe, so der in Breslau geborene deutsche Dichter, Philosoph und Schriftsteller Anders, zu einer sinnlichen Verarmung, die »uns daran hindert, jemals Hunger nach Deutung, nach eigener Deutung, zu verspüren; und weil wir, je mehr wir mit arrangierter Welt vollgestopft werden, diesen Hunger umso gründlicher verlernen.«

1968 erschien Erich von Dänikens erster Weltbestseller, »Erinnerungen an die Zukunft«, dem noch viele weitere Erfolgstitel folgten. Warum, so fragen sich manche noch heute, wurden weltweit  zig Millionen von Erich von Dänikens Sachbüchern der Thrillerklasse gekauft? Es kam weltweit, so die »New York Times«, zur »Dänikenitis«. Warum?

Ein Grund für Erich von Dänikens Megaerfolge mag die irdische Raumfahrt gewesen sein. Anno 1968 bereitete man die erste bemannte Mondlandung vor. Der Mensch bereitete sich auf seinen ersten Schritt ins All vor. Sollte es da nicht hochentwickelten außerirdischen Kulturen bereits vor Jahrtausenden möglich gewesen sein, ins All vorzustoßen und schließlich die Erde zu erreichen?

Was meiner Meinung nach aber viel wichtiger für Erich von Dänikens Erfolg war und ist: Er regt dazu an, sich eben nicht mehr mit der »arrangierten Welt« vollstopfen zu lassen. Er weckte in Millionen von Menschen den »Hunger nach Deutung«, er weckte wieder den Hunger, den wir nach Günther Anders verlernt hatten. Er forderte seine Leserinnen und Leser dazu auf, althergebrachtes Wissen zu hinterfragen. Erich von Däniken bot 1968 erstmals in Buchform seine Thesen von den »Astronautengöttern« an, die für eine Vielzahl von Fragen eine Antwort anbot.

Foto 2: Dänikens Zweiter.
Prof. Eugen Sänger stellte schon 1958 in seinem Werk »Raumfahrt« (2)  Überlegungen über Wesen von anderen Sternen an, die unsere Erde in der Vergangenheit besucht haben könnten. Er schreibt (3): »Der Wunsch, nach den Sternen zu greifen, ist so alt wie die Menschheit selber ... Der Gedanke der Raumfahrt erscheint daher am frühesten schon in der prähistorischen Menschheitsperiode in den Göttermythen und Sagen.«

Entstand der Wunsch nach Raumfahrt aus Mythen der Vorzeit und aus alten heiligen Büchern der Völker, weil die Menschen davon träumten, in die Tiefen des Alls vorzudringen? Wurden schon vor Jahrtausenden fiktive »Raumfahrergeschichten« formuliert? Prof. Sänger hält das für unwahrscheinlich. Er geht vielmehr von Erinnerungen an reale Ereignisse aus (4):

»Es erscheint uns heute fast wahrscheinlicher, dass unsere Vorfahren diese Vorstellungen aus realen Erfahrungen bei der Begegnung mit prähistorischen Besuchern aus dem Weltraum erwarben, als dass eine ans Unglaubwürdige grenzende Zukunftsschau sie ihnen schon vor Jahrtausenden auf wunderbare Weise geoffenbart hätte.« Der Raumfahrtpionier betonte  vor einem halben Jahrhundert, dass entsprechende Hinweise nicht etwa nur bei einzelnen Völkern oder Religionen vorkommen, »sondern praktisch bei allen Völkern der Erde in sehr ähnlicher Weise auftauchen«.

Schließlich listet Prof. Sänger einige Indizien für Besuche der »Astronautengötter« auf, die Jahre später sozusagen zum Kanon der »Prä-Astronautik« gehören sollten (5):»Tatsächlich berichtet nicht nur die Bibel vom Propheten Elias, er sei auf einem von Flammenrossen gezogenen Donnerwagen gen Himmel gefahren, nach mexikanischen Mythen erhielten die Maya den Besuch eines Gottes aus dem Weltraum, die Begründer der peruanischen Inkadynastie kamen vom Himmel...« Weiter schreibt Raumfahrtpionier Prof. Sänger:

Foto 3: Erich von Däniken unterwegs.

»Die bei Ninive gefundene Tontafel Assurbanipals mit der Kunde von dem Himmelsflug des sumerischen Königs Etam um 3200 v. Chr. bis in solche Höhen, dass ihm die Länder und Meere der Erde nicht größer erscheinen als ein Laib Brot, mag auch hierher gehören, ebenso wie die aus der Zeit um 155 v. Chr. stammende bekannte griechische Sage von Ikarus und Dädalos und die entsprechende germanische Sage von Wieland dem Schmied.«

Prof. Sänger kam zur Überzeugung, dass die »Erinnerung an die Fähigkeiten außerirdischer Wesen« im Menschen den Wunsch verstärkt hat, »selbst Raumfahrt zu treiben«. Mit anderen Worten: In grauer Vorzeit kamen »Astronautengötter« zur Erde. Die Erinnerungen an diese kosmischen Besucher weckten in uns Menschen den Wunsch, selbst Raumfahrt zu treiben und in die Tiefen des Alls vorzudringen. Erich von Däniken nennt diesen Sachverhalt – und so lautet der Titel seines zweiten Weltbestsellers »Erinnerungen an die Zukunft«. Die Erde wurde vor Jahrtausenden von »Astronautengöttern« besucht, also von Außerirdischen, die von den damaligen Menschen fälschlich für Götter gehalten wurden. 

Irgendwann werden Menschen ins All vordringen, fremde Welten erforschen und womöglich ihrerseits ob ihrer vermeintlichen Allmacht für »Astronautengötter« gehalten werden. Werden unsere Nachkommen fremde Welten besuchen, so wie unsere Vorfahren von Wesen aus den Tiefen des Alls besucht wurden?

Foto 4: Erich von Däniken liest vor...

Erich von Däniken »feiert« heute seinen 84. Geburtstag. Er feiert? Vermutlich wird der Schweizer arbeiten, forschen oder einen Vortrag halten. Der Ruhestand ist nichts für EvD. Er ist und bleibt aktiv. Seine Arbeit ist sein Lebenselixier. Das hält ihn jung. Mit Elan leistet er mit 84, was die Kräfte sehr vieler 42jähriger übersteigen würde. In EvD lodert das Feuer der Begeisterung eines Wissenden, der von seinem Standpunkt absolut überzeugt ist. Mich hat er restlos überzeugt. So mancher »Skeptiker« bestätigt EvD ungewollt, indem er Behauptungen widerlegt, die EvD nie aufgestellt hat.


Foto 5: Sängers Buch
Erich von Däniken regt zum Nachdenken an. Er begeistert und er fasziniert. Und das seit mehr als einem halben Jahrhundert. Und wer ihn unvoreingenommen liest, wer ihm unvoreingenommen zuhört, der muss zugeben: Sein Bild von Vergangenheit und Zukunft unseres Planeten überzeugt! Mit jedem Buch vervollständigt er sein Weltbild, ein gigantisches Mosaik aus unzähligen Indizien.

Erich von Däniken »feiert« heute seinen 84. Geburtstag. Möge EvD gesund bleiben und seinen Elan nicht verlieren! Möge EvD und noch viele Jahre forschen und finden! Möge EvD noch so manches Buch schreiben! Und möge er noch zu Lebzeiten die Anerkennung finden, die er verdient! 

Erich von Däniken wird 
am heutigen 14. April 2019 
84. 
Herzlichen Glückwunsch der Spezies Mensch zu diesem großartigen Vertreter der Menschheit, auf den wir stolz sein sollten! Alles erdenklich Gute, EvD! Und danke für so vieles!




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Fußnoten

(1) Zitiert von Daniel Hermsdorf in
»Andere Wahrheiten auf dem Waldweg/
Oberinspektor Derrick ermittelte vor
30 Jahren zum ersten Mal«,
https://filmdenken.de/essay/derrick.htm
(Stand 31.März 2019)
(2) Sänger, Eugen: »Raumfahrt –
technische Überwindung des Krieges«,
Hamburg 1958
(3) ebenda, S. 124 und S. 125
(4) ebenda, S. 124
(5) ebenda, S. 125




Zu den Fotos
Foto 1: Dänikens »Erstling«. Foto Verlag
Foto 2: Dänikens Zweiter. Foto Verlag
Foto 3: Erich von Däniken unterwegs.  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Erich von Däniken liest vor... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Sängers Buch. Foto Verlag
Foto 6: Brisant wie immer... Foto Verlag
Foto 7: Aktuell wie immer... Foto Verlag

483 »Inseln im All«,
Teil 483 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 21. April 2019





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Sonntag, 3. Dezember 2017

411 »Vom Setzling und den Astronautengöttern«

Teil 3 von »Von einem, der auszog, um Pfarrer zu werden«,
Teil  411 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein 

3.12.2017                      

Foto 1: Adam und Eva von Urschalling.

Kurz vor Weihnachten 1968. Bundesweit diskutiert man über Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft«. Kaum eine Unterrichtsstunde vergeht ohne einen Hinweis auf Erich von Däniken. On Mathematik oder Musik, ob Geschichte oder Physik. Besonders angetan von den Theorien des Schweizer Bestsellerautoren ist Musiklehrer Heinz Müller-Beck. Mit Däniken gar nichts anfangen kann unser Religionslehrer, ein behäbiger Pfarrer, mit der Neigung zu drastischer Ausdrucksweise. »Das ist doch alles ein Scheiß!« pflegte der Gottesmann zu sagen, wenn es ihm an Gegenargumenten gebrach.

Foto 2: Adam von Urschalling.

Einmal hielt ich im Religionsunterricht einen kleinen Vortrag über »Erinnerungen an die Zukunft« unter besonderer Berücksichtigung biblischer Texte, von Babel bis Bomben auf Sodom, von Himmelfahrt Jesu bis Hesekiels Raumschiff. »Das ist doch alles ein Scheiß!« ließ der Religionslehrer wieder einmal vernehmen. Auf meine Frage, ob er denn wirklich genau wisse, dass Dänikens Interpretationen falsch seien, kam wieder sein »Das ist doch alles..«, gefolgt von »Ich habe die biblischen Texte in den Originalsprachen gelesen, da kommen keine Außerirdischen drin vor!«

Diese grimmig vorgetragene Äußerung des Geistlichen war mit einer der zentralen Gründe für mich, evangelische Theologie zu studieren. Ich wollte auch die Bibel in den Originalsprachen Hebräisch und Griechisch lesen. Ich wollte selbst herausfinden, ob die Originaltexte nicht vielleicht mehr über die »Astronautengötter« aussagten als die modernen Übersetzungen. Tatsächlich wurde ich fündig!Im Alten Testament schufen »Elohim«, also »Götter« (Mehrzahl) als erste Menschen Adam und Eva.

Foto 3: Eva ...
Laut Genesis (1. Buch Mose Kapitel 2 Vers 21) entstand Eva aus einer Rippe Adams. »Ti«, so heißt im Sumerischen das Zeichen für „Rippe“. Die Grundgedanken des biblischenSchöpfungsberichts basieren auf Überlieferungen aus dem Sumerischen.  »Ti« bedeutet aber gleichzeitig auch »Lebenskraft«. Darf man also übersetzen „Die Götter nahmen von Adams Lebenskraft.“? Wenn die »Elohim« Astronautengötter waren, entstand dann Eva als ein wissenschaftliches Experiment?

Was den Astronautengöttern vor Jahrtausenden möglich war, das mag schon heute klammheimlich in Laboren geschehen.  Täuschen wir uns nicht! Was wissenschaftlich möglich ist, es geschieht auch. Auch wenn viele Wissenschaftler aus ethischen Gründen auf  Experimente verzichten, es wird irgendwo schon längst skrupellose Wissenschaftler geben, die Gott spielen wollen.

Die Lebenskraft hat ihren Sitz in der Zelle. Gene sind Informationsträger der Vererbung. Die Grundinformation liegt bereits im DNS- Molekül. Durch künstlich herbeigeführte  Mutationen in diesem Bereich werden die Erbfaktoren verändert. So dürfte es möglich sein, intelligente »Tiermenschen« zu erschaffen schaffen, die der Sprache mächtig sind. An solchen Kreaturen dürften zum Beispiel Diktatoren interessiert sein. Warum? Sie träumen womöglich von einem Heer von Soldaten, von Wesen ohne Selbsterhaltungstrieb, von idealen Kämpfern ohne Skrupel.

Foto 4: Abel
Foto 5: Kain
Spekulieren wir weiter: Nehmen wir an, ein gentechnisch manipulierter Adam wurde geschaffen. Damit es aber nicht bei diesem einem Individuum bleibt, damit die veränderten Erbanlagen auch weitergegeben werden, muss der mutierte Chromosomensatz einem weiblichen Wesen eingepflanzt werden. Und just dieser Vorgang wird, so scheint mir, im »Schöpfungsbericht« der Bibel beschrieben, was freilich nur das hebräische Original erkennen lässt. Unsere Übersetzungen hingegen lassen die ursprüngliche Aussage nicht mehr auch nur erahnen. Schlagen wir also das 1. Buch Mose Kapitel 4 Vers 25 auf.  Ich wiederhole: Man muss den Text freilich wörtlich aus dem Hebräischen übersetzen, um den eigentlichen Sinn zu erkennen, der den Lesern heutiger, moderner Bibelausgaben fremd bleibt. Wie heißt es in gängigen Übersetzungen?

So lesen wir in der »Luther-Bibel«, Ausgabe 2017: »Adam erkannte
abermals seine Frau, und sie gebar einen Sohn, den nannte sie Set: ›Denn Gott hat mir einen andern Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.‹« Konsultieren wir die »Elberfelder Bibel«:  »Und Adam erkannte noch einmal seine Frau, und sie gebar einen Sohn und gab ihm den Namen Set: Denn Gott hat mir einen anderen Nachkommen gesetzt anstelle Abels, weil Kain ihn erschlagen hat.« Lassen wir noch die »Schlachter-Bibel« von 1951 zu Wort kommen: »Und Adam erkannte sein Weib abermal; die gebar einen Sohn und nannte ihn Seth; denn Gott hat mir für Abel einen andern Samen gesetzt, weil Kain ihn umgebracht hat.«

Die »Einheitsübersetzung« bemüht sich immerhin um Klärung der Frage, warum denn nun Eva ihren dritten Sohn Seth genannt hat. Des Rätsels Lösung: Der hebräische Name »Seht« (andere Schreibweise ist »Schet«) lässt sich übersetzen. Und diese Übersetzung wird in der »Einheitsübersetzung« in Klammern angegeben: »Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set (Setzling); denn sie sagte: Gott setzte mir anderen Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug.«

Foto 6: Adam und Eva, Höxter
Auch diese Übersetzung mutet noch etwas seltsam an. Wie sollen wir den verstehen, dass »Gott« ihr »anderen Nachwuchs« einsetzte? Die Luther-Bibel von 1912 ist genauer in ihrer Übersetzung:  Sie verrät uns, dass Eva ihren 3. Sohn Seth nannte, »denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Samen gesetzt für Abel, den Kain erwürgt hat.« Dem »fremden Samen« begegnen wir auch in der Luther-Bibel von 1545: »Adam erkandte aber mal sein weib / vnd sie gebar einen Son den hies sie Seth / Denn Gott hat mir (sprach sie) einen andern samen gesetzt fur Habel den Kain erwürget hat.«

Die wortwörtliche Wiedergabe, die wortgetreue Übersetzung aus dem hebräischen Original lautet: »Und Adam schwängerte nochmals seine Frau, und sie gebar einen Sohn, den nannte sie Setzling (oder: Eingepflanzter), denn gesetzt haben mir die Elohim (die Götter) fremden Samen für Abel, welchen Kain erschlug.«

Der Vollständigkeit halber: Analysiert man den vorliegenden Satz im Hebräischen gründlich, dann scheint da etwas nicht zu passen. Es gibt nur eine Erklärung! Es wurden offensichtlich zwei Sätze aus verschiedenen Urquellen miteinander verknüpft. Satz 1 berichtet »Und Adam schwängerte nochmals seine Frau und sie gebar.« Satz 2 ist in wörtlicher Rede gefasst und erklärt, warum Eva den Knaben Seth, nämlich Setzling nannte: »Denn gesetzt haben mir »Elohim« die Götter fremden Samen für Abel, welchen der Kain erschlug.« Beide Sätze, wobei der zweite älter sein dürfte, als der erste, wurden miteinander vermengt. Im Hebräischen ist noch zu erkennen ist, dass da zwei Sätze wie zwei nicht wirklich zusammen passende Puzzleteile in ein Bild gepresst wurden, während dieser Sachverhalt in späteren Übersetzungen entstellt wurde.

Demnach war Adam nicht der biologische Vater von Seth, wurde doch der Eva fremder Same »gesetzt«. Warum scheuen Bibelübersetzer davor zurück die Sache mit Seth zu erklären? Wieso vermeiden Bibelübersetzer den Hinweis auf die Bedeutung des Namens Seth? Rühmliche Ausnahme ist Martin Buber.

Foto 7
Wer das »Alte Testament« im Original lesen möchte, muss das biblische Althebräisch beherrschen und kann überprüfen, ob Übersetzungen der Texte korrekt erfolgt sind. Dem Original sehr viel näher als andere kommt die »Verdeutschung« des »Alten Testaments« von Martin Buber und Franz Rosenzweig (1). Buber wählte bewusst den Ausdruck »Verdeutschung«, weil er bemüht war, so viel wie möglich vom Original zu erhalten.

Martin Buber (1925-1978) war ein weltweit geachteter österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph. Intensiv wie kein anderer Gelehrter setzte er sich mit den Schriften des »Tenach«, in unseren Gefilden als »Altes Testament« bekannt, auseinander. Der Philosoph und Schriftkundige war zeitlebens bemüht, die altehrwürdigen Texte so ins Deutsche zu übertragen, dass möglichst alle sprachlichen Besonderheiten erhalten blieben. Wie Buber in einem Interview erklärte, ging es ihm dabei nicht um die Untermauerung einer Lehre oder Theologie. Vielmehr wollte er, sinnbildlich gesprochen, ein Fenster zur Welt des »Tenach« aufstoßen.

Martin Buber gibt Genesis 4, Vers 25 wie folgt wieder (2): »Adam erkannte nochmals sein Weib und sie gebar einen Sohn. Sie rief seinen Namen: Schet, Setzling! Denn gesetzt hat Gott mir einen andern Samen für Habel, weil ihn Kajin erschlug.« Das Einsetzen fremden Samens klingt in meinen Ohren mehr nach außerirdischen Experimentatoren als nach einem biblischen Gott.

Übrigens: Der Sachverhalt des Einpflanzens fremden Samens wird, dies als interessante Ergänzung, auch im altindischen »Nala und Damayanti«, einem Teilstück des altindischen Epos »Mahabharata«, unabhängig vom Alten Testament Jahrtausende zuvor entstanden, gleichfalls beschrieben (2). Da erhält die Frau des Herrschers Bhima von den Göttern, vermittelt von einem Rsi, der zwischen himmlischen und irdischen Gefilden pendelte, Knaben- und Mädchenperlen. Diese werden eingepflanzt, die Königin wird schwanger und gebiert Kinder, just so, wie sie gewünscht worden waren, die Gene waren von den Göttern präpariert worden.

Foto 8: Eva am »Adam und Eva Haus«
Mein Fazit: Der Schöpfungsbericht im Alten Testament ist nicht Wort Gottes, er beschreibt vielmehr die Angelegenheiten der Götter.

Fußnoten
1) »Die Schrift. Aus dem Hebräischen verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig«, 4 Bände, 2688 Seiten, Deutsche Bibelgesellschaft, 1. Auflage, 1992
2) »Nala und Damayanti/ Eine Episode aus dem Mahabharata«, Stuttgart 1965

Zu den Fotos
Foto 1: Adam und Eva von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Adam von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbei
Foto 3: Eva von Urschalling.  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Abel will Gott opfern. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Kain will Gott opfern. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Adam und Eva am »Adam- und Eva-Haus«, Höxter.
Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Adam am »Adam- und Eva-Haus«, Höxter. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Eva am »Adam- und Eva-Haus«, Höxter. Foto Walter-Jörg Langbein


412 »Jakobs Himmelsleiter und das Tor zum Himmel«,
Teil  412 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 10.12.2017


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Sonntag, 12. April 2015

273 »Erich von Däniken zum 80. Geburtstag«

Teil 273 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein  
                  

Erich von Däniken wird am 14. April 2015 80. Wie doch die Zeit vergeht….

Foto 1: Dänikens erster Weltbestseller....

Meranier-Gymnasium, Lichtenfels, Oberfranken im Jahr 1968. Mahnend erhebt der Erdkundelehrer den Zeigefinger: »Die Umweltverschmutzung nimmt weltweit zu. So entsteht eine undurchdringliche Gasglocke um die Erde. Das hat zur Folge, dass die Sonnenstrahlen nicht mehr durchdringen können. Die Temperaturen auf der Erde werden rapide sinken! Es wird eine neue Eiszeit entstehen! Die Pole wachsen, die Wüsten verschwinden! Das ist wissenschaftlich erwiesen!«

Meranier-Gymnasium Lichtenfels im Jahre 1968: Schüler Walter-Jörg Langbein bestellt als »Verantwortlicher der Klassenbibliothek« ein Exemplar von Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft«. Eine Warteliste muss angelegt werden, so viele Mitschüler möchten unbedingt das Buch lesen, über das die ganze Welt diskutiert. Behauptet doch der Autor, dass in grauer Vorzeit Außerirdische zur Erde kamen und als Götter verehrt wurden.

Frühjahr 2005: Die globale Umweltverschmutzung hält unvermindert an. Allerdings ist sich »die Wissenschaft«  jetzt weitestgehend darüber einig, dass die Folge der verdreckten Atmosphäre keine neue Eiszeit sein wird. Vielmehr wird nun verkündet, dass eine rapide anwachsende Erwärmung der Erdatmosphäre zum »Greenhouse-Effekt« führt, sprich die Pole schmelzen ab, die Wüsten wachsen. Keine vierzig Jahre sind verstrichen – und »die Wissenschaft« verkündet nicht mehr eine Vereisung der Welt, sondern eine Verwüstung. Erich von Däniken aber ist bei seiner Grundthese geblieben: In grauer Vorzeit kamen Außerirdische aus den Tiefen des Universums zur Erde. Sie wurden von den Menschen ob ihrer scheinbaren Allmacht als »Götter« verehrt.

Foto 2: Dänikens zweiter Weltbestseller...

Fast vierzig Jahre sind seit »Erinnerungen an die Zukunft« verstrichen. Was »die Wissenschaft« als »unbezweifelbare Wahrheit« vertreten hat, wird heute bestenfalls nur noch belächelt. Erich von Däniken aber ist sich selbst treu geblieben. Standhaft vertritt er auch heute noch die These, die ihn 1968 schlagartig weltberühmt gemacht hat. Zig Millionen Bücher wurden inzwischen weltweit abgesetzt. Es gab Kinofilme, Fernsehserien – und der »Mystery-Park« (heute »Mystery World« im »Kungfrau Park«) öffnete seine Pforten.

Michelau, Oberfranken, Sommer 1961: Volksschüler Walter-Jörg Langbein ist von der Kunst des Schreibens begeistert. Bald werden die ersten Bücher verschlungen. Der abenteuerlustige Knabe reitet mit Old Shatterhand durch die Weiten Nordamerikas und folgt Kara Ben Nemsi in die Welt des Orients. Gemeinsam besteht man Abenteuer. Gemeinsam bekämpft man die Schurken dieser Welt und verhilft dem Guten zum Sieg. Für den Schulknaben gibt es keinen Zweifel mehr: Als Beruf kommt nur »Abenteurer« in Frage: Die Welt bereisen...Fantastisches erleben...die Spuren uralter Kulturen erkunden...und dann darüber Bücher schreiben.
    
Die Eltern schütteln ob solcher Fantasien nur die Köpfe. Trotzdem ermutigen sie den Filius. Um die Welt bereisen zu können, muss man über eine fundierte Schulausbildung verfügen, hieß es. So wird der Aufbruch in die große weite Welt hinaus verschoben: Sesshaft bleiben, brav lernen und von Abenteuern in fremden Ländern träumen. Geplanter Aufbruch ins Abenteuer – verschoben  in die Zeit nach der Schule. Auf den Abbruch der Schulausbildung wird, sehr zur Beruhigung der besorgten Eltern, erst einmal verzichtet.1968: Erich von Dänikens »Erinnerungen an die Zukunft« erscheinen. Die Fantasien vom Abenteurertum á la Old Shatterhand und Kara Ben Nemsi wurden inzwischen aufgegeben. Aber der Wunsch, Schriftsteller zu werden, wird eisern weiter verfolgt. Jetzt aber steht fest: Das Thema künftiger Bücher werden die »Astronautengötter« sein, die in grauer Vorzeit zum Planeten Erde kamen, die von den Menschen als »Götter« verehrt wurden.

Foto 3: E.v.D. unterwegs....
Der Gymnasiast Walter-Jörg Langbein hat ein Idol gefunden: Erich von Däniken! Wie der Schweizer die Welt bereist, stets auf den Spuren der kosmischen Besucher...das war der Traumberuf! Dieser Erich von Däniken erscheint so fern und unnahbar, unerreichbar! Erste Briefe werden verfasst. Eingeschrieben und per Eilbrief werden sie auf den Weg in die Schweiz geschickt. Und sie kommen an. Und Erich von Däniken antwortet sogar!

Von nun an beeinflusste Erich von Däniken mein weiteres Leben erheblich. Schon mit der Wahl des Studienfachs fing es an. Was studiert man, wenn man auf den Spuren des Bestsellerautoren durch Raum und Zeit wandeln möchte? Archäologie? »Aussichtslos!« raten Eltern und Lehrer ab. Dann muss es Theologie sein! Zum Studium der evangelischen Theologie gehören Griechisch, die Sprache des »Neuen Testaments« und Hebräisch, die Sprache des »Alten Testaments«. Was wohl die Texte der »Heiligen Schrift« in Sachen »Astronautengötter« offenbaren, wenn man sie in der Ursprache lesen kann?

So studierte ich eifrig, belegte aber so manches Seminar, das für das angestrebte Examen bedeutungslos war: mit Professor Bammel und einigen wenigen Studenten übersetzte ich Qum-Ran-Texte aus dem Hebräischen ins Deutsche:

College-Saint-Michel. Fribourg, Schweiz, 1949-1954: Der Schüler Erich von Däniken hat von seinen Altersgenossen die Spitznamen »Papa« und »der sorgende Biber« erhalten. Die Däniken-Biographen Peter Rocholl und Wilhelm Roggersdorf (1): »Zu ›Papa‹ ging man, wenn man Sorgen hatte, denn ›Papa‹ wusste immer Rat in Notlagen aller Art.«

Foto 4: E.v.D. mit dem Auto unterwegs...

Mein Leben – seit 1968: War Erich von Däniken als Schulknabe schon wegen seiner Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit beliebt und geschätzt...so kann ich nur bestätigen, dass sich Erich von Däniken in dieser Hinsicht nicht geändert hat. Ich schrieb ihm anno 1968, erhielt zu meinem eigenen Erstaunen Antworten. Ich lernte Erich von Däniken schließlich persönlich kennen. Vertrauen wurde aufgebaut. Ich darf stolz sagen: Wir wurden gute Freunde. Und diese Freundschaft hält nun schon Jahrzehnte.

Wenn ich an meine ersten Leseübungen zurückdenke...an den früh entstandenen Wunsch, Schriftsteller zu werden...so kommt es mir vor, als sei das »eben erst« gewesen! Und doch sind Jahrzehnte seither verstrichen...Wie die Zeit vergeht! Dass ich aber meine Kindheitsträume, die Welt zu bereisen und Schriftsteller zu werden, verwirklichen konnte – das habe ich nicht zuletzt E.v.D. zu verdanken!

Zu E.v.D. durfte ich immer mit meinen Sorgen kommen: als Gymnasiast, als Student der evangelischen Theologie und schließlich als »freier Journalist und Schriftsteller«. Gelegentlich durfte ich ihn zusammen mit E.v.D.s langjährigem Mitarbeiter Willi Dünnenberger auf Vortragstourneen begleiten, den Diaprojektor bedienen...E.v.D. konnte noch so sehr im Stress sein, und das war er oft, eigentlich immer...Für meine Sorgen hatte er immer ein offenes Ohr.

Foto 5: 1976 in Jugoslawien. Von rechts nach links.. Willi Dünnenberger, Walter-Jörg Langbein, Erich von Däniken

So lernte ich das »Phänomen Erich von Däniken« wirklich gut kennen! Mochte eine Vortragstournee auch noch so lang sein, E.v.D. hielt jeden Vortrag mit dem gleichen, ansteckenden Enthusiasmus, als wäre es das erste Mal. Nach jedem Vortrag verteilten Willi Dünnenberger und ich Informationsblätter in Sachen A.A.S. Probehefte von »Ancient Skies« (heute »Sagenhafte Zeiten«) wurden an Interessierte verteilt. Damals, in den frühen Jahren der A.A.S. war das Blatt der Gesellschaft verhältnismäßig schlicht. So manches Mal haben E.v.D., Willi und ich im Hotelzimmer die Seiten des Heftchens sortiert und mit einem »Klammeraffen« zusammengeheftet.

Gern denke ich an jene Jahre zurück. Manch humoriges Erlebnis ist mir im Gedächtnis geblieben. Einmal saß ich kurz vor Vortragsbeginn auf meinem Stuhl neben dem Diaprojektor. Eine erboste Dame forderte mich wütend auf, ihr meinen Platz zur Verfügung zu stellen. »Wie unhöflich die Jugend doch heutzutage ist! Empörend! Wir sind als junge Menschen aufgesprungen, wenn sich ein älterer Mensch setzen wollte! Da haben wir Platz gemacht!« Ich erklärte mich sofort dazu bereit. »Vorher muss ich aber noch kurz erklären, wie der Dia-Projektor zu bedienen ist, gnädige Frau!« Die Dame verzichtete dankend.

Immer wieder traten Vortragsbesucher an mich heran, mit der Bitte, E.v.D. zu einer besonderen Widmung in ein Buch zu bewegen. »Meiner lieben Mutter!« sollte E.v.D. einmal in ein Buch schreiben. Es kostete einige Mühe den Sohn im stattlichen Mannesalter davon zu überzeugen, dass E.v.D. so nicht schreiben könne. »Warum denn nicht?« – »Es ist ja nicht seine Mutter!« – »Genau, es ist meine!« – »Aber dann kann doch E.v.D. nicht mir ‚Meiner lieben Mutter’ signieren!«

Ich habe im Laufe meines nun auch fünfzigjährigen Lebens kaum einen Menschen kennen gelernt, der so hilfsbereit ist wie E.v.D. Was habe ich nicht alles vom »Altmeister« in Sachen Journalismus gelernt! Wichtige Tipps zur Kunst des Artikel- und des Bücherschreibens hat er mir gegeben. Wie führt man ein Interview? Auch auf diesem Gebiet habe ich viel von E.v.D. gelernt. Und ich habe eine Vielzahl von Journalisten kennen gelernt, die E.v.D. befragten. Er gab immer höflich Auskunft, stand Rede und Antwort. Manches Mal hat man ihm das Wort im Munde verdreht. Ich habe »Journalisten« erlebt, die E.v.D. »interviewten«, um die Antworten auf die Rückseite einer Visitenkarte zu kritzeln. Und E.v.D. hat Vorworte zu einigen meiner Bücher geschrieben....

Erich von Däniken ist einer, der das Wort »Freundschaft« nur selten gebraucht. Für ihn bedeutet »Freundschaft« noch etwas – und nicht Oberflächlichkeit! Manche Zeitgenossen setzen »Freund« und »Freundschaft« geradezu inflationär ein, Erich von Däniken tut das nicht. Für ihn ist Freundschaft eine selten Kostbarkeit.

Foto 6: Skiurlaub... E.v.D. rechts, W-J.Langbein links

Beatenberg, Schweiz, 14. April 2015: Erich von Däniken begeht seinen 80. Geburtstag: in seinem Haus? Oder ist er auf Vortragstournee? Hatte er nicht »eben erst« seinen 50.? Solche Zahlen bedeuten bei Erich von Däniken nichts. Erich von Däniken war schon immer ein Energiebündel. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte durfte ich das immer wieder erleben.

Ein Beispiel mag genügen: Erich von Däniken führte eine Reisegruppe durch die Türkei. Archäologische Rätsel standen auf dem Programm. Kaum hatte der Bus am mystischen Nemrud-Berg Halt gemacht, sprang E.v.D. schon aus dem Vehikel. Während die Gruppe noch aus dem Bus kletterte, erklomm E.v.D. schon den Steilhang zum Berggipfel hinauf, wo rätselhafte »Götterfiguren« seit Ewigkeiten mit stoischer Gelassenheit die Jahrhunderte passieren lassen. »Hier geht’s lang!«, erklang es schon aus luftiger Höhe. Als die Schnellsten unserer Gruppe oben am Gipfel ankamen, hatte E.v.D. schon einen Esel für eine Mitreisende organisiert, die nicht so gut zu Fuß war. Und dann ließ er mit weiteren Eseln Getränke und belegte Brote für die Reisenden auf den Berg schaffen.

Foto 7: In einer unterirdischen Stadt...

Erich von Däniken ist und bleibt ein Rätsel. Woher nimmt er die Kraft, immer wieder neue Projekte anzugehen? Wie gelingt es ihm, mit immer wieder vorgebrachten, nicht selten hämischen Angriffen auf Person und Theorie fertig zu werden? Woher nimmt er seine schier unerschöpfliche Kraft – für seine Projekte? Dieser Mann ist absolut überzeugt von seiner Arbeit, von seinen Ideen. Das Wort »Ruhestand« ist dem Schweizer ein Fremdwort. Man kann ihn im positiven Sinne einen »Besessenen«  nennen: von seiner Idee, die schon seit Jahrzehnten ganze Generationen begeistert. Der »Mystery-Park« ist, allen Widerständen zum Trotz, entstanden und zieht Freunde wie Feinde förmlich an, auch noch 2015, unter dem geänderten Namen »Mystery World im Jungfrau Park«.

Ein neues Filmprojekt ist in Vorbereitung. Und was kommt dann? Man kann sicher davon ausgehen, dass E.v.D. noch so manches Projekt »in der Schublade« hat. Lassen wir uns überraschen! Freuen wir uns darüber, dass E.v.D. die Welt....so viel interessanter macht! Es gelingt ihm immer wieder, uns die Augen für die Geheimnisse von Planet Erde zu öffnen.

Foto 8: Mit Erich von Däniken auf Vortragstournee

Erich von Däniken begeht am 14. April 2015 seinen 80. Geburtstag. Ich darf an dieser Stelle ein dickes Dankeschön für so Vieles zum Ausdruck bringen! Von ganzem Herzen gratuliere ich.. in einigen Tagen, pünktlich zum 80.!

Auf noch recht viele produktive, gesunde Jahre!

>> Lesen Sie hier Teil 2 meiner Würdigung Erich von Dänikens


Fußnote

(1) Roggersdorf, Wilhelm: »Das seltsame Leben des Erich von Dänbiken«, Düsseldorf, Wien 1970, Seite 23

Zu den Fotos...

Foto 1: Erich von Dänikens Erstling. »Erinnerungen an die Zukunft«, das erfolgreichste Sachbuch der Welt aller Zeiten. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 2: Dänikens zweiter Weltbestseller... Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 3: E.v.D. unterwegs.... aufgenommen vor der Bretagne. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 4: E.v.D. mit dem Auto unterwegs... Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 5: 1976 in Jugoslawien. Von rechts nach links.. Willi Dünnenberger, Walter-Jörg Langbein, Erich von Däniken. Foto Herty Langbein

Foto 6: Skiurlaub... E.v.D. rechts, W-J.Langbein links. Foto Willi Dünnenberger

Foto 7: In einer unterirdischen Stadt... Aufgenomen in Derinkuju, Türkei. Foto Ilse Pollo

Foto 8: Mit Erich von Däniken auf Vortragstournee. Foto E.v.D., Selbstauslöser

274 »Däniken, die Mondlandung und Expresspost«,
Teil 274 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19.04.2015

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Sonntag, 9. September 2012

138 »Ein Götterastronaut und die Wissenschaft«

Teil 138 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Die legendäre »Grabplatte von
Palenque« - Foto W-J.Langbein
1968 erschien Erich von Dänikens erster Weltbestseller, »Erinnerungen an die Zukunft« und löste gigantisches Interesse aus. Weitere Werke aus der Feder Dänikens folgten. Nach fast einem halben Jahrhundert könnte bald eine neue weltweite »Dänikenitis« ausgelöst werden. Hat doch »Paradox Entertainment« die Filmrechte für Dänikens Erstling erworben ... und will daraus einen internationalen Blockbuster machen. Spitzenleute aus Hollywood konnten für das Projekt begeistert werden.

Wahrhaft gigantische Pläne werden geschmiedet: Vom Sciencefiction-Spektakel zum Musical, vom Theaterstück zum groß angelegten »Astronautengötter-Park« ... Hunderte Millionen Dollar sollen investiert werden. Jahrzehnte nach dem Dokumentarfilm »Erinnerungen an die Zukunft«, der für den Oscar nominiert wurde ... könnten bald Astronautengötter die Filmleinwände erobern. Im Frühjahr 2013 soll es soweit sein. Die Finanzierung, so heißt es, steht schon heute ...

Mein Tipp: Im Zentrum des Filmspektakels wird die den Mayas prophezeite Rückkehr der Götter aus dem All stehen ... Götter, die auch in der Mayakunst als seltsam futuristisch anmutende Wesen im »Weltraumanzug« dargestellt wurden ... Ob die Außerirdischen als Bedrohung für die Menschheit auftauchen werden? Ich bin sehr gespannt darauf, wie viel echter Däniken im Film geboten werden wird.

2013 kehren die
Astronautengötter zur
Erde zurück ... im Film.
Foto: W-J.Langbein
Erich von Däniken machte das Relief auf der Grabplatte von Palenque zur Ikone. Weltweit wurden seine kühnen Gedanken diskutiert ... im Zeitalter der ersten Mondlandung stießen sie auf große Zustimmung. Erich von Dänikens futuristisch anmutende Interpretation wurde vehement von Maya-Forschern abgelehnt.

Inzwischen sieht sich Erich von Däniken allerdings durch aktuelle Publikationen führender Maya-Forscher bestätigt. Es geht bei der Darstellung auf der Grabplatte von Palenque um eine kosmische Reise ... Zunächst hatte Dänikens Sichtweise bei einigen Raumfahrtexperten Bestätigung gefunden. Mich hat das nicht verwundert: Raumfahrtexperten erkennen am ehesten Raumfahrttechnik in uralten Darstellungen ...
Zwei namhafte Gelehrte, damals tätig bei der »Deutschen Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt«, Bonn, pflichteten dem Schweizer bei. Prof. Dr. Siegfried Ruff und Dr. Wolfgang Briegleb (1) bezeichneten die Grabplatte von Palenque als einen »der beeindruckendsten optischen Belege für Dänikens Thesen«. Ihnen drängte sich eine technisch-futuristische Deutung, vor vielen Jahrhunderten in den Stein graviert, förmlich auf.

Der »Astronaut« von Palenque
Foto: W-J.Langbein
Man müsse sich, so die Gelehrten, »wirklich Gewalt antun, um nicht mit den Augen unserer Tage eine stilisierte Gemini- oder Wostok-Kapsel zu erkennen.« Konkret: Offenbar werde ein Raumfahrer dargestellt, der »eine Beschleunigung in Richtung Brust-Rücken erhält«. Die Raumfahrtexperten schlossen ihre Überlegungen zum »Palenque-Astronauten« so: »Dass der hypothetische Raketenpilot zudem anscheinend hemdsärmelig fliegt, ist uns eine inzwischen vertraute Vorstellung.«
Was ist nun auf der Grabplatte von Palenque zu sehen? Manches Mal stieg ich in die Unterwelt von Palenque, unterhalb der Pyramidenbasis gelegen, hinab. Die Luft war immer stickig, die Luftfeuchtigkeit erinnerte an eine Sauna kurz nach dem Aufguss. Die Beleuchtung im schmalen und verwinkelten Treppenhaus war manchmal schlechter, manchmal etwas besser. Und der tonnenschwere Sarkophag wurde unterschiedlich intensiv geschützt. Einmal versperrte ein Eisengitter den Weg zum steinernen Sarg, ergänzt durch Maschendraht ... gefolgt von einer Glasscheibe. Dank der heftigen Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit beschlug die Scheibe und verhinderte so den klaren Durchblick.

Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte lernte ich eine Vielzahl von »wissenschaftlichen Erklärungen« für das Relief-Bildnis von Palenque kennen. Mir begegnete nicht eine einzige, die von einem zweiten Maya-Experten geteilt wurde! Schier unüberblickbar sind die oft konträren Varianten. Was sich manchmal etwas konfus, fast immer aber widersprüchlich anhört ... wurde von zahlreichen Gelehrten als die Wahrheit über Palenque publiziert (2).

Scharfe Monsterzähne und Barthaare
eines Gottes ... Foto: W-J.Langbein
Stellt das scheinbar schwerelos schwebende Wesen das »Porträt des Toten« dar ... oder »den Totengott«? Ist eine bestimmte historische Gestalt zu sehen ... oder doch »offensichtlich keine konkrete Person, sondern die Menschengattung schlechthin«?
Sehen wir einen Mann in »aufschnellender Haltung« ... oder fällt er vielmehr in die »Maske des Erdmonsters«? Oder »ruht er auf dem abstoßenden Haupt eines phantastischen Tieres, aus dessen Rachen spitze Stoßzähne hervorragen«? Oder wurden vielmehr »stumpfnasige Drachen« verewigt?

Da muss man schon von einer Sprachverwirrung sprechen. Macht es doch einen Unterschied aus, ob ein Jüngling dargestellt wird ... oder die Menschheit schlechthin ... ob ein greiser König in die Unterwelt eingeht oder ob die keimende Natur hoffnungsvoll stimmen soll. Die Grabplatte von Palenque kann wohl kaum gleichzeitig den verehrten Maisgott darstellen ... und Herrscher Pakal, der am »Weltenbaum« entlang in die Hölle rutscht. Und wie passt dazu die folgende Interpretation: Wir sehen die Seelenreise des Verstorbenen nach Xibalbá ... oder doch den Übergang vom irdischen in den himmlischen Bereich? Zeigt die Grabplatte einen »Astronauten«, der ins All reist ... oder den Herrscher Pakal, der in den geöffneten Rachen »des Unterweltmonsters« fällt?

Urwald von Palenque
Foto: W-J.Langbein
Pierre Ivanoff, einer der großen Mayakenner, gibt immerhin zu (3): »Der Tempel der Inschriften bleibt deshalb bis auf Weiteres ein Rätsel und eine offene Frage.« Zwei führende Maya-Experten haben nun eine neue Erklärung für die Grabplatte angeboten, die der Konfusion in der Gelehrtenwelt ein Ende bereiten könnte. Ihre Antwort bestätigt nach Jahrzehnten der Ablehnung die dänikensche »Astronautengötter-These«.
Professor David Stuart, Jahrgang 1965, lehrt an der Universität von Austin, Texas. Er ist Spezialist in Sachen Maya-Schrift. Schon mit acht Jahren (!) übersetzte er Maya-Glyphen. Kein Wunder, stammt er doch aus einer Gelehrtenfamilie ... mit dem Schwerpunkt Maya-Forschung. Gemeinsam haben David und George Stuart ein fundiertes Werk über die Mayas veröffentlicht (4). Im Mittelpunkt steht »die ewige Stadt Palenque«. Der interessierte Leser wird vergeblich nach urweltlichen Todesmonstern, Barthaaren des Wettergottes und spitzen Zähnen suchen. Er wird keine Spur von Maisgöttern oder skelettierte Rachen der Unterwelt finden.

Stattdessen bieten die Stuarts – als gelehrte Mayaspezialisten von Weltruf – ein schlüssiges Konzept: Es geht, versucht man die Grabplatte mit ihren Bildern und Glyphen wie ein Buch zu lesen, um Leben und Sterben des Herrschers von Palenque, Pakal. Die berühmte Grabplatte ist aber sehr viel mehr als ein Grabstein nach unserem Verständnis. Gewiss, es werden auch die Todesdaten von Pakals Frau Ix Tz'akbu Ajaw und von Pakal selbst vermerkt.

Der Urwald von Palenque bietet
noch viel Unbekanntes.
Foto: W-J.Langbein
Insgesamt aber stellt der Sarkophag »ein zusammengestelltes Modell des Kosmos« dar. Im Zentrum der Reliefarbeit sehen wir Pakal, umgeben von einer Vielzahl »kosmologischer Vorstellungen«, umrahmt vom »himmlischen Band« ... auf die »Dinge im Himmel« verweisend. Pakal versinkt nicht in der Erde ... er steigt von der Erde empor. Nach der schlüssigen Übersetzung der Stuarts strebt Pakal gen Himmel, in den Kosmos.

Ein in den Stein garviertes »Modell des Kosmos«, ein Himmelsband, kosmologische Vorstellungen ... und ein Pakal, der von der Erde in den Kosmos aufsteigt ... diese in sich schlüssige wissenschaftliche Erklärung der Grabplatte von Palenque bestätigt letztlich, was Erich von Däniken seit rund einem halben Jahrhundert postuliert ...
Zeigt also das Relief von Palenque doch eine kosmische Reise ins All? Die Frage ist nur: Geht es um den Flug eines Astronauten ... oder um eine Totenreise ins kosmische Jenseits?

Teilansicht von Palenque, Rekonstruktion - Foto: Mdcarrasco
Fußnoten
1 Briegleb, Wolfgang und Ruff, Siegfried: »Plädoyer für eine unkonventionelle Erforschung unserer Vergangenheit« in »Waren die Götter Astronauten?«, herausgegeben von Ernst von Khuon, Düsseldorf 1970, S. 84 ff.
2 Wer sich in die Welt der Interpretationen der Grabplatte begeben möchte, findet in folgenden Werken eine Fülle von Zitaten aus »Wissenschaftlermund«, kann sich in die konkret benannten Quellen vertiefen...
2a Däniken, Erich von: »Der Tag, an dem die Götter kamen/ 11. August 3114 v.Chr.«, München 1984, siehe Kapitel VII, »Palenque – entdeckt, doch nicht enträtselt«, S.257-303
2b Däniken, Erich von: »Was ist falsch im Maya-Land«, Rottenburg 2011, siehe Kapitel 4, »König Pakals Himmelfahrt«, S. 229-261
2c Langbein, Walter-Jörg: »2012/ Endzeit und Neuanfang – Die Botschaft der Mayas«, München, 2. Auflage 2011, Teil 3, »Wir sind Atlantis«, S. 171-235
3 Ivanoff, Pierre: »Monumente großer Kulturen/ Maya«, Luxemburg 1974, S.77
4 Stuart, David und George: »Palenque/ Eternal City of the Maya«, London 2008

Raketenantrieb oder Barthaare eines Gottes ... Foto: W-J.Langbein

»Die Pyramide des Zauberers«,
Teil 139 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16.09.2012


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