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Sonntag, 5. April 2020

533. »Erinnerungen an die Zukunft«

Teil 533 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der mysteriöse »Astronaut von El Baúl«

Für uns ist ein Astronaut im Raumanzug ein gewohnter Anblick. Wir sind in der Regel noch keinem persönlich begegnet, aber wir wissen, wie so ein Raumfahrer aussieht. Wie haben schon Fotos und Filme von Menschen in Raumanzügen gesehen. Nehmen wir an, so ein Astronaut klingelt an unserer Haustüre. Man hat etwas Dringendes vor, muss vielleicht gleich zur Arbeit oder hat einen Termin beim Zahnarzt. Oder man muss zum Bahnhof aufbrechen, um nach Bremen zum Seminar »Phantastische Phänomene« zu fahren. Man ist vielleicht im Stress, öffnet die Haustüre und steht einem Astronauten gegenüber. Der trägt einen Raumanzug. Sein Kopf steckt in einem Helm. Durch das gläserne »Visier« schaut uns der Besucher an. Für uns ist sein Anblick frühmorgens an der Haustür sicher überraschend. Wie reagiert man?

Verwundert? Befremdet? Vielleicht denkt man an einen Scherz à la »Verstehen Sie Spaß?« Läuft irgendwo eine versteckte Kamera? Angst hat man vermutlich keine. Oder doch? Denkt man an einen gefährlichen Virus, der uns womöglich bedroht? Wir wissen, dass wir es mit einem irdischen Astronauten, nicht mit einem Monster zu tun haben. Begriffe wie »Raumanzug« sind uns vertraut. Selbst technische Details verunsichern uns nicht. Ich zitiere kurz das Online-Lexikon Wikipedia (1): »Auf den Kopf des Raumfahrers wird ein nahezu kugelförmiger Helm gesetzt, der gasdicht an den Raumanzug angeschlossen und mit einem klappbaren Visier gegen die aggressive UV-Strahlung der Sonne versehen ist. Meist im Rumpfbereich befinden sich die Anschlüsse für Sauerstoff, Abluft, Kühlwasser und Kommunikationssysteme.«

Versetzen wir uns nun in die Lage des biblischen Abraham. Nahmen wir an, ein Mensch im Raumanzug trat ihm gegenüber. Für ihn muss so eine Begegnung unbegreiflich gewesen sein. Die uns geläufigen Fachausdrücke kennt Abraham nicht. Er muss zu vergleichen greifen, will er in Worte fassen, was er sieht und nicht begreifen kann. Den Raumanzug des Fremden umschreibt er so (2): »Sein Leib glich einem Sayphir, sein Antlitz einem Chrysolith und seines Hauptes Haar dem Schnee und seines Hauptes Diadem dem Regenbogen.« Poetische Worte, die Technisches mit Begriffen aus Abrahams Welt bezeichnen, mögen für uns kurios anmuten. Aber dem Abraham standen keine anderen zur Verfügung.

Fotos 2-5: »Erinnerungen an die Zukunft« in Stein.

Stellen wir uns nun vor, frühmorgens stünde ein Außerirdischer im Raumanzug vor der Tür. Jetzt würde kaum jemand gelassen bleiben. Abraham reagierte panisch (3): »Und siehe, da war kein menschlicher Odem, und mein Geist erfüllte sich mit Grauen.« In einer neueren Übersetzung lesen wir (4): »Und, siehe, da war kein menschlicher Odem, und mein Geist erfüllte sich mit Grauen.« In relativ jungen russischen Handschriften heißt es: »Und er war wie tot und fiel zu Boden nieder auf das Angesicht wie ein Stein.« Offenbar wurde Abraham ohnmächtig beim Anblick des Fremden.

Abraham begegnete also Fremden, die nicht von Planet Erde kamen. Besucher aus dem All vor Jahrtausenden faszinieren mich schon seit 1968, als ich mit dem »Erich-von-Däniken-Bazillus« infiziert wurde. Und seit ich auf den Spuren der »Astronautengötter« (5) folge zog mich ein steinernes Relief wie magisch an, das man im unwegsamsten Gelände Guatemalas gefunden hat. El Baúl ist nicht unbedingt von Touristen überlaufen. Die Finca El Baúl ist liegt vier Kilometer nördlich von Santa Lucía Cotzumalguapa nahe der Pazifikküste Guatemalas. Zuckerrohr wird hier schon seit vielen Jahrzehnten angebaut. Weite Areale wurden vom Urwald »befreit«. Der Urwald wurde brutal zurückgedrängt. Es galt, immer größere Flächen für den Zuckerrohranbau brauchbar zu machen. Bei der rabiaten Abholzung wurden Hunderte von archäologischen Objekten gefunden. Oder waren es Tausende? Wie viele Artefakte mögen verschwunden sein? Wie viele hat man zerstört?

Bereits 1862 fertigte der österreichische Reisende Dr. Habel Zeichnungen von Stelen an, die im Raum von El Baúl gefunden worden waren. 1876 erschien Adolf Bastian (*1826; †1905), Direktor des Völkerkundemuseums von Berlin, vor Ort. Er hatte zufällig Dr. Habels Zeichnungen entdeckt. Jetzt wollte er die die Artefakte im Original vor Ort sehen. Was er vorfand, das übertraf seine Erwartungen. Adolf Bastian war hellauf begeistert. Der Gelehrte kaufte die seiner Ansicht nach schönsten Stelen auf. Da die tonnenschweren Steinkolosse nur sehr schwer zu transportieren gewesen wären, ließ er sie kurzerhand zersägen. Genauer: Er begnügte sich mit den Reliefs, die als dünne Scheiben, oberflächlich vom Stein getrennt, zur Küste geschafft und auf Schiffe verladen wurden.

Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein und der
»Astronaut« in Stein. Foto Ingeborg Diekmann

Eines der kunstvoll gravierten Steinreliefs wartet noch heute im Hafenbecken von Josef darauf, geborgen zu werden. Es ist bei der Verschiffung ins Hafenbecken gefallen und im Morast versunken. Wird er je wieder entdeckt und gehoben werden? Sieben »Stelen« wurden nach Berlin geschafft, wo sie viele Jahre im Treppenhaus des Dahlemer Museums gezeigt wurden. Heute befinden sie sich im Ethnologischen Museum Berlin.

Vor Ort befindet sich noch heute der sogenannte »Astronaut von El Baúl«. Mich fasziniert diese mysteriöse Darstellung nach wie vor. Da steht eine Gestalt, die so etwas wie einen »Raumanzug« trägt. Der Kopf wird von einem »Helm« umschlossen. Wir sehen das Wesen im Profil. Deutlich ist ein Guckfenster auszumachen, dahinter erkennen wir ein Auge der Kreatur. Vom Helm aus führt ein Schlauch zu einem Tank auf dem Rücken der Gestalt. Mit den Augen unserer Zeit gesehen haben wir ein Wesen im Raumanzug vor uns, das die Atemluft aus einem Tank atmet. Sehr deutlich in den Stein gemeißelt ist der Atem, den das Wesen ausstößt. Die Darstellung des ausströmenden Atems scheint dem Künstler sehr wichtig gewesen zu sein.

In der »Apokalypse des Abraham« wird ein Wesen beschrieben, das womöglich in einem Raumanzug steckt. Der Verfasser des altehrwürdigen Texts musste zu blumigen Vergleichen greifen, um zu umschreiben, was er nicht wirklich verstand. Der unbekannte Künstler, der das Wesen von El Baúl in Stein verewigte, musste nicht den Umweg über bildhafte, verbale Vergleiche gehen. Er konnte halbwegs realistisch zeigen, was da einst zu sehen war. War er selbst Augenzeuge? Oder gibt er in seinem Werk nur wieder, was man ihm beschrieben hat?

Im Text der »Apokalypse des Abraham« wird fast nur nebenbei erwähnt, dass das Wesen, das Abraham auf die Beine half, nicht den Atem eines Menschen hatte. Wollte der Künstler von El Baúl genau das zeigen, was auch Abraham sah, nämlich ein nichtmenschliches Wesen im Raumanzug, einen Außerirdischen?

Abraham wird empor getragen. Er sieht etwas (6): »auf der Höhe, auf welche wir gestiegen waren, ein starkes Licht, das nicht zu beschreiben ist«. Offenbar gelangt Abraham in dieses Etwas, das er nicht beschreiben kann, hinein. Abraham begreift nicht, was geschehen ist. Erstaunt, vielleicht auch entsetzt, fragt er seinen himmlischen Begleiter (7): »Wie hast du mich nun hierher hinaufgetragen, denn nun kann ich nicht mehr sehen, da ich erschöpft bin, und mein Geist aus mir entflieht.« Mag sein, dass Abraham bedingt durch extreme Beschleunigung beim Flug empor zu diesem Etwas hoch oben die Besinnung zu verlieren drohte. Der Himmlische machte ihm Mut (8): »Dein Geist soll nicht schwach werden, denn ich bin bei dir und werde dich stärken.«

Dann geschah für Abraham Unbegreifliches (9): »Und ich wollte mich auf die Erde niederwerfen; und der hohe Ort, auf dem wir standen, stand bald aufrecht, bald sank er abwärts.« Paul Rießler übersetzte so (10): »Ich aber wünsche auf die Erde niederwärts zu fallen. Der hohe Ort, worauf wir standen, bald stand er aufrecht da, bald drehte er sich abwärts.« Bald drehte er sich abwärts? Abraham beschreibt Dinge, die er nicht begreifen kann. Es scheint sich so etwas wie eine Luke zu öffnen. Abraham schaut und versteht nicht (11): »Wie er noch spricht, tun sich die Flächen auf und unter mir der Himmel.« Es wird noch verrückter, zumindest nach dem Empfinden Abrahams (12):

Foto 7: Prof. Hermann Oberths
prophetisches Werk.

»Er sprach: Beschau von oben doch die Sterne, die unter dir sich finden!« Was erlebte Abraham?Stellen wir uns vor: Abraham wurde von der Erde in eine riesige Weltraumstadt transportiert. Diese Weltraumstation drehte sich konstant um die eigene Achse und erzeugte so künstliche Schwerkraft. Befindet man sich an Bord einer solchen Raumstation, dann leidet man nicht unter Schwerelosigkeit. Man empfindet – freilich künstlich erzeugte – Schwerkraft. Damit künstliche Schwerkraft entstehen kann, muss sich so eine Weltraumstadt um die eigene Achse drehen. Blickt man dann aus dem Inneren so einer Weltraumstadt nach außen, dann sieht man im Erdorbit mal die Erde unten und die Sterne oben, mal die Erde oben und die Sterne unten. Genau das aber, dieser Eindruck muss sich einem Zeitgenossen zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus aufdrängen, beschrieb Abraham, ich zitiere den entscheidenden Vers aus der Abrahamapokalypse noch einmal (10): »Und ich wollte mich auf die Erde niederwerfen; und der hohe Ort, auf dem wir standen, stand bald aufrecht, bald sank er abwärts.« Oder »bald drehte er sich abwärts.«

Künftige Reisen in die Tiefen des Alls sollen in riesigen Raumschiffen in Rad- oder Röhrenform angetreten werden. Bei der NASA arbeitet man schon heute an solchen Projekten von morgen. Schon? Bereits 1954 beschrieb Hermann Oberth in seinem Werk »Menschen im Weltraum« gigantische »Wohnräder« (13). Er beließ es dabei nicht bei kühnen Prognosen. Vielmehr entwickelte er konkrete Pläne. Seine Weltraumschiffe in Scheibenform würden Durchmesser von sechs bis acht Kilometern aufweisen. Oberth (14): »Das Wohnrad dreht sich in 110 bis 126 Sekunden einmal um die eigene Achse. Dadurch entsteht Fliehkraft, die unserer irdischen Schwerkraft entspricht.« Damit wäre eines der gravierendsten Probleme von interplanetaren oder gar interstellaren Raumflügen gelöst: Reisen in Schwerelosigkeit von einigen Tagen zum Mond und zurück stellen für den menschlichen Organismus kein Problem dar. Bei bemannten Flugvehikeln zum Mars, die schon mehrere Monate dauern werden, wird es kritisch. Für Aufenthalte in Schwerelosigkeit von Jahren oder gar Jahrzehnten ist der Mensch nun einmal nicht gebaut.

Prof. Dr. Dr.-Ing. Oberth entwickelte seine »Wohnwalze« bis ins Detail genau. So sah er eine Simulation von Tag und Nacht durch spezielle Lampen vor. Besonders die erste Generation der Raumfahrer sollte sich fast wie auf der Erde wähnen. Bei der Energiegewinnung dachte Oberth an Atomkraftwerke. Das Leben in der riesigen Raumstation sollte möglichst vertraut wie auf der Erde erscheinen. Zum Beispiel sah Oberth die Illusion eines »blauen Himmels« vor. So sollte verhindert werden, dass man die jeweils gegenüberliegende Seite der Wohnwalze sehen würde. Oberth (15): »Sonst könnte man dort in acht Kilometer Entfernung – was als acht Kilometer Höhe empfunden würde – die gegenüberliegende Landschaft ›am Himmel hängen‹ sehen.« Oberth weiter (16):

»Natürlich kann man auch für ein angenehmes Klima und einen Tag- und Nachtrhythmus sorgen. Man kann in der Walze künstliche Höhenzüge mit hübschen kleinen Wäldern schaffen und anderes mehr. Man kann das so weit treiben, dass die dort lebenden Menschen praktisch kaum etwas davon merken, dass ihre Heimat nicht ein Planet, sondern ein technisches Kunstwerk ist.« 

Erlebte Abraham vor Jahrtausenden, was künftige Generationen wieder erleben werden? Wurde Abraham vor Jahrtausenden in ein riesiges Raumschiff gebracht, das sich um die Eigene Achse drehte? Werden künftige Generationen genau das wieder erleben? Werden sie vielleicht sogar in riesigen, sich um die eigene Achse drehenden Weltraumstädten die Reise in den Kosmos antreten? Das wird so geschehen, wenn sich die Menschheit nicht vorher selbst auslöscht. Dann wird wieder (?) wahr werden, was Abraham bereits vor Jahrtausenden widerfahren ist.


Foto 8: Raumfahrtpionier Prof.  Hermann Oberth
im Gespräch

mit Walter-Jörg Langbein

Dann werden sich Abrahams fantastische Erlebnisse als »Erinnerungen an die Zukunft« erweisen!

Fußnoten
(1) Zitat aus Wikipediartikel »Raumanzug«. https://de.wikipedia.org/wiki/Raumanzug (Stand 4.3.2020)
(2) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 22, XI, 1+2
(3) Ebenda, X, 2
(4) Philonenko-Sayar, Belkis und Philonenko, Marc: »Die Apokalypse Abrahams«, erschienen als »Band V Lieferung 5« der Buchreihe »Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit«, Gütersloh 1982, Seite 430, X,2
(5) Langbein, Walter-Jörg: »Astronautengötter – Versuch einer Chronik unserer phantastischen Vergangenheit«, Luxemburg Weihnachten 1979
(6) Philonenko-Sayar, Belkis und Philonenko, Marc: »Die Apokalypse Abrahams«, erschienen als »Band V Lieferung 5« der Buchreihe »Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit«, Gütersloh 1982, Seite 436, XV, 4
(7) Ebenda, Seite 437, XVI, 1
(8) Ebenda, XVI, 4
(9) Ebenda, XVII, 4
(10) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel übersetzt und erläutert von Paul Rießler«, Augsburg 1928, Seite 26, XVII, 3
(11) Ebenda, Seite 29, XIX, 4
(12) Ebenda, XX, 3
(13) Oberth, Hermann: »Menschen im Weltraum/ Neue Projekte für Raketen- und Raumfahrt«, 4. Auflage, Düsseldorf 1963, Seiten 194-199 (»Siedlungen im Weltenraum«)
(14) Ebenda, Seite 195, 10.-14. Zeile von oben
(15) Ebenda, Seite 198, 14.-11. Zeile von unten
(16) Ebenda, 10.-4. Zeile von unten

Foto 9: Handschriftliche Widmung
von Prof. Hermann Oberth.

Zu den Fotos
Foto 1: Der mysteriöse »Astronaut von El Baúl«. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 2-5: »Erinnerungen an die Zukunft« in Stein. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Autor Walter-Jörg Langbein und der »Astronaut« in Stein. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 7: Prof. Hermann Oberths prophetisches Werk. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Raumfahrtpionier Prof. Oberth im Gespräch mit Walter-Jörg Langbein.
Foto privat/ Archiv Walter-Jörg Langbein 
Foto 9: Handschriftliche Widmung von Prof. Hermann Oberth. Foto Walter-Jörg Langbein

534. »Erich von Däniken zum 85. Geburtstag«,
Teil 534 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 12. April 2020


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Sonntag, 1. September 2019

502. »Die Kunst der Anamorphose und eine fantastische Realität«

Teil 502 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Kurioses Helmwesen. Fotomontage

Im 15. und 16. Jahrhundert entstanden in Europa geheimnisvolle Gemälde: Im Zeitalter der Renaissance wurden Kunstwerke geschaffen, die Dinge zeigen, welche bei normalem Betrachten gar nicht zu erkennen sind. Sie enthalten Elemente, die aus einer oft bis ins Bizarre verzerrten Welt zu stammen scheinen. Sie sind nicht als etwas real Existierendes identifizierbar. Betrachtet man sie aber in einem speziellen Spiegel, dann werden Dinge entzerrt sichtbar und sind plötzlich zu erkennen. Was mit bloßem Auge nicht als etwas Reales auszumachen ist, das wird im zylindrisch gewölbten Spiegel zu einem konkreten Gegenstand. Anamorphose nennt man Werke einer sehr speziellen Form der Malerei.

Nicht immer ist ein Hilfsmittel wie ein gewölbter Spiegel erforderlich, um Verborgenes erst wirklich erkennbar zu machen. Anamorphose Bilder zeigen dabei alles offen, und doch ist vieles nicht zu erkennen. Ein berühmtes Beispiel: Hans Holbein der Jüngere (1) verewigte anno 1533 »Die Gesandten«. Man sieht zwei offensichtlich sehr bedeutsame Herren in kostbarer Kluft, die sich ihrer Macht bewusst sind, nämlich Jean de Dinteville, französischer Botschafter am Hof von Henry VIII, und Georges de Selve, Bischof von Lavour. Im Vordergrund ist ein undefinierbares Etwas auszumachen. Betrachtet man aber das Gemälde nicht von vorn, sondern (2) »aus einem sehr flachen Winkel von rechts nach links unten«, dann verwandelt sich das formlos Verzerrte in einen Totenkopf.

Man sieht etwas, erkennt es aber nur aus einem ganz bestimmten Winkel. Mit anderen Worten: Es kommt auf den Standpunkt des Betrachters an, ob man etwas, das doch für alle sichtbar ist, auch erkennt oder nicht.

Foto 2: Hans Holbein der Jüngere: »Die Gesandten«

Wie Hans Holbein der Jüngere beherrschte auch Athanasius Kircher (*1602; †1680), ein deutscher Jesuit und Universalgelehrter des 17. Jahrhunderts, die Kunst der Anamorphose. Wikipedia erklärt (3): »Häufig wurden verbotene Motive, wie z. B. erotische Szenen, dargestellt. Zahlreiche Künstler malten Anamorphosen aus wissenschaftlichen Gründen; einige von ihnen waren gleichzeitig Mathematiker.«

Anamorphose lehrt uns, dass die Wirklichkeit oft ganz anders aussieht als es zunächst den Anschein hat. Anamorphose zeigt uns, dass es auf den richtigen Standpunkt ankommen kann, wenn wir versteckte Wirklichkeit erkennen wollen. Um den Totenschädel im Gemälde »Die Gesandten« unverzerrt sehen zu können, müssen wir einen bestimmten Standpunkt einnehmen und das Bildnis aus einem ganz bestimmten Blickwinkel betrachten. Hans Holbein der Jüngere vermittelt uns auf seine Weise, dass wir immer wieder hinterfragen müssen, ob wir denn den richtigen Standpunkt einnehmen. Stehen wir vielleicht im übertragenen Sinne auf dem falschen »Standpunkt«? Sehen wir die Wirklichkeit verzerrt? Und halten wir das Zerrbild für die einzig wahre Realität?

Foto 3: Das verzerrte Etwas
Welchen Standpunkt nehmen wir ein? Haben wir ihn selbst gefunden? Spätestens in der Schule lernt man, wie man die Realität zu sehen hat. Wer gar studiert, der wird verstärkt auf den richtigen Standpunkt eingeschworen. Wer an der Universität Karriere machen will, der wird alles dafür tun, den Standpunkt seiner Professoren als den allein richtigen zu verinnerlichen. Er wird als Assistent eines Professors weiter den Standpunkt des Professors vertreten, nur so hat man realistische Chancen, selbst den Aufstieg zum Professor zu schaffen. Auf diese Weise wird der altehrwürdige Standpunkt verteidigt, werden Zweifel unterdrückt und neue Standpunkte geradezu als Häresien verdammt.

Foto 4: Der entzerrte Schädel
Dessen ungeachtet gibt es aber immer wieder Einzelkämpfer, die aus Prinzip nicht dort stehen zu müssen meinen, wo sich die meisten vermeintlich Vernünftigen drängen. Ungeachtet des öffentlichen Drucks wird es immer Einzelkämpfer geben, die nach anderen Standorten suchen, von denen aus die Wirklichkeit ganz anders aussieht.

Besuchen wir die »Zwillingsstätten« von El Baúl und Bilbao in Guatemala. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Da gibt es eine steinerne Stele mit einem interessanten Relief. Fundort: El Baúl, Guatemala. El Baúl befindet sich etwa vier Kilometer nördlich der Ortschaft »Santa Lucía Cotzumalguapa« im »Departamento Escuintla« in einer Höhe von etwa 550 Metern. 50 Kilometer ist es bis zur Pazifikküste. Weiträumige Zuckerrohrfelder haben den Besitzern der Finca einen gewissen Reichtum eingebracht. Schon im 19. Jahrhundert fand man steinerne Stelen in Bilbao. Dr. Habel, ein österreichischer Reisender, fertigte Zeichnungen von den interessantesten Funden an. So erfuhr das Berliner Völkerkundemuseum von den archäologischen Schätzen von Bilbao. Museumsdirektor Adolf Bastian (*1826; †1905) erschien anno 1876 vor Ort und kaufte einige der Stelen für sein Museum.

Foto 5: Autor Langbein vor der mysteriösen Stele/
Foto: Ingeborg Diekmann

Uns interessiert besonders eine Stele von El Baúl. Sie trug zunächst die nüchterne Bezeichnung »Monument Nr.27«, wurde später in »Stele 5« umbenannt. Sie ist flach, zweieinhalb Meter hoch und eineinhalb Meter breit. Bestaunen kann man sie in einem kleinen Freilichtmuseum in El Baúl, Guatemala. Im Zentrum des Reliefs steht, stolz aufgerichtet, ein menschenähnliches Wesen. Es stemmt die angewinkelten behandschuhten Hände in die Hüftgegend. In beiden Händen hält es kleine Kugeln oder Bälle. Die Füße stecken in Stiefeln. Die an Pluderhosen erinnernden Beinkleider reichen bis zu den Knien. Besonders mysteriös aber ist der Kopf.

Foto 6: Die Stele mit Helmwesen
Nüchtern stellt Wikipedia fest (4): »Die Stele Nr. 5 ist – eine Seltenheit unter den mesoamerikanischen Stelen – gerahmt und zeigt wahrscheinlich zwei Ballspieler – einer stehend mit freiem Oberkörper, das Gesicht von einer Kojotemaske bedeckt, die Hände in die Hüften gestützt und seinen Gegner anspuckend(?); der andere auf dem Rücken liegend. In den von Fäustlings-Handschuhen gepolsterten Händen halten beide Figuren Bälle. Die Hüfte der stehenden Figur ist von einem U-förmigen Jochstein (yugo) umgeben, der auf der linken Seite des Ballspielers mit Bändern verschnürt ist. Die Glyphen im linken Teil der Stele sind rund gestaltet und erinnern somit ebenfalls an Bälle; darüber reicht eine kleine Götterfigur aus einer Wolkenschlange eine Art Siegestrophäe herab, mit denen der Hals und die Brust der stehenden Figur bereits geschmückt zu sein scheint. Unterhalb der Hauptszene befindet sich eine Reihe von 6 kleineren Figuren im Schneidersitz und vor der Brust gekreuzten Armen.«

Foto 7: Helm, Schlauch, Tank auf dem Rücken

Soweit der schulwissenschaftliche Blick auf die mysteriöse Stele. Aber nimmt die Schulwissenschaft den richtigen Standpunkt ein? Das habe ich mich schon bei meinem ersten Besuch vor Ort gefragt, als ich bei fast saunartigen Verhältnissen schwitzend vor Ort das stehende Wesen betrachtete. Es schien belustigt auf mich herabzuschauen. Die zentrale Frage, die das altehrwürdige Kunstwerk aus rätselhaften Zeiten an uns richtet:  Von welchem Standpunkt aus muss man die Darstellung sehen, um sie wirklich zu sehen und zu verstehen? Verlassen wir den Standpunkt der Schulwissenschaft »Archäologie«. Betrachten wir die Darstellung von einem anderen Standpunkt aus, mit den Augen eines Menschen, der zu Beginn des dritten Jahrtausends lebt und der weiß, wie ein Astronaut im Raumanzug aussieht.

Foto 8: Guckloch im Helm
Wir nehmen einen Standpunkt ein, der von der Schulwissenschaft abgelehnt wird und erkennen eine für uns reale fantastische Wirklichkeit. Der Kopf des Wesens steckt in einem wuchtigen Helm, der bis zu den Schultern reicht. Trägt die Kreatur so etwas wie einen eng anliegenden Anzug, der in den Helm übergeht? Es wird aber noch kurioser: Bei näherem Betrachten fällt auf, dass so etwas wie ein Schlauch aus dem Helm heraus auf den Rücken führt, in so etwas wie einen Tornister oder Tank. Deutlich ist zu erkennen, dass dieser kurze Schlauch aus dem Helm heraustritt, über die Schulter geführt wird und an das Behältnis auf dem Rücken angeschlossen ist. Im Helm befindet sich so etwas wie ein Guckloch, und dahinter sieht man das Auge des Wesens, die Augenbraue, einen Teil der Stirn und den Nasenansatz.

Foto 9: Schwebeneder Gott
Einheimische scheinen das Wesen mit dem Helm für einen Gott zu halten. Sie begegnen dem steinernen Bildnis mit Ehrerbietung, ja sie bringen ihm Opfer. Sie legen Blumen und Früchte vor der Stele ab. Von ihrem Standpunkt aus betrachtet ist die Kreatur so etwas wie ein überirdisches Wesen. Welchen Standpunkt nehmen wir ein? Folgen wir der Schulwissenschaft? Glauben wir den Archäologen, dass die Stelen in der Zeit von 600 bis 1000 nach Christus entstanden? Warum tragen die Stelen (mit einer Ausnahme) von El Baúl – im Gegensatz zu Mayastelen dieser Zeitepoche – kein eingraviertes Datum? Oder sind sie älter als bislang angenommen? Und wen oder was zeigen sie wirklich? Die nicht wirklich erforschte Stätte von El Baúl wird wie die von Bilbao von der Archäologie der Zeit der Spätklassik (ca. 600 bis 1000 n. Chr.) zugerechnet. Diese beiden Zentren waren, wie Ausgrabungen zeigten, einst durch gepflasterte Straßen miteinander verbunden. Die steinernen Fundamente einer hölzernen Brücke sind teilweise noch erhalten. Sie führte über den Fluss Santiago und verband El Baúl mit El Castillo.

Wie groß die mysteriösen Stätten einst waren, wir wissen es nicht. Nur ein Teil der Areale wurde von Gräbern gründlich erkundet. Vor Ort erfuhr ich wiederholt, dass es bis zum heutigen Tag der Archäologie vollkommen unbekannte Stelen, teilweise unförmige Plastiken und bizarre Statuen geben soll, von denen nur Einheimische wissen. Einige Statuetten zeigen angeblich furchteinflößende Mischwesen, zusammengesetzt aus bekannten Tieren und unbekannten Kreaturen. Einem steinernen Haupt eines alten Mannes sollen sich die Nachkommen der Mayas nur höchst respektvoll nähern und ihm untertänigst ihre Aufwartung machen.

Es soll irgendwo versteckt zwischen Buschwerk und Zuckerrohrfeldern nur von kundigen Einheimischen zu finden sein. Der Führer eines kleinen Museums vertraute mir an: »Je nachdem, von wo aus man diese Figuren betrachtet, nehmen sie ganz unterschiedliche Formen an.«

Foto 10: Helmwesen... Gott oder Astronaut? Oder Ballspieler? Collage!


Fußnoten
(1) *1497 oder 1498 wahrscheinlich in Augsburg; †29. November 1543 in London
(2) Wikipedia, Stichwort »Anamorphose«, https://de.wikipedia.org/wiki/Anamorphose, Stand 20.06.2019
(3) ebenda
(4) Wikipedia-Artikel El Baúl (Guatemala), https://de.wikipedia.org/wiki/El_Ba%C3%BAl_%28Guatemala%29,
Stand 20.06.2019

Zu den Fotos
Foto 1: Kurioses Helmwesen. Fotomontage. Foto und Fotomontage Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Hans Holbein der Jüngere: »Die Gesandten«, Foto wikimedia commons
Foto 3: Das verzerrte Etwas im Gemälde von Holbein. Foto wikimedia commons
Foto 4: Der entzerrte Schädel im Gemälde von Holbein. Foto wikimedia commons
Foto 5: Autor Langbein vor der mysteriösen Stele/ Foto: Ingeborg Diekmann
Foto 6: Die Stele mit Helmwesen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Helm, Schlauch, Tank auf dem Rücken. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Guckloch im Helm. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Schwebender Gott.  Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Helmwesen... Gott oder Astronaut? Oder Ballspieler? Collage! Foto und Fotomontage Walter-Jörg Langbein


503. »Erinnerungen an vorzeitliche Besucher aus fremden Welten?«
Teil 503 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 8. September 2019



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Sonntag, 13. Januar 2013

156 »Abstieg in die Unterwelt«

Teil 156 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Zollstation zwischen Guatemala
und Honduras - Foto: W-J.Langbein
Bei meiner ersten Reise nach Copán ging es von Guatemala aus mit dem Jeep über Landstraßen nach Honduras. So war's von Deutschland aus geplant, so wurde es auch in die Tat umgesetzt. Vor Ort erwiesen sich die »Landstraßen« als meist bescheidene Wege, an Steilhängen vorbei. Massive Geröll- und Schlammlawinen schienen an der Tagesordnung zu sein, so dass, was auf der Landkarte wie ein »Katzensprung« aussah ... in der Realität zu einem wahren Geduldspiel wurde.

Das eine oder das andere Mal war die »Landstraße« blockiert, so dass wir kehrt machen und andere Wege suchen mussten. Dank örtlicher Guides konnten wir die von Geröll unpassierbar gemachte Stelle weiträumig umfahren. Einmal warteten wir »nur« wenige Stunden, bis die Straße wieder frei gemacht worden war. Zum Glück war nicht weit von der verschütteten Straße ein Trupp Arbeiter mit schwerem Gerät zugange.

Mitten im Urwald tauchte dann die sprichwörtlich »grüne Grenze« zwischen Guatemala und Honduras auf. Wichtige Beamte gingen sehr gründlich ihrer Tätigkeit nach. Da ihre Zollstation offenbar selten mit einem Ansturm von Reisenden zu rechnen hatte, wurde mein Jeep besonders gründlich untersucht. Das Gepäck musste abgeladen und vor den Augen argwöhnischer Zollbeamter geöffnet werden. Rasierwasserfläschchen wurden sorgsam untersucht. Nervenaufreibend war die Prozedur der Kontrolle, ob dieser oder jener Kosmetikartikel die Grenze vielleicht doch nicht passieren durfte. Zum Glück standen den Beamten mehrere dickleibige Folianten zur Verfügung, die ausgiebigst konsultiert wurden.

»Gedulden Sie sich bitte etwas. Sie müssen wissen, dass die Kollegen von der anderen Seite heute nicht da sind..« Mit diesen Worten versuchte ein Beamter die ungewöhnlich lange Prozedur zu erklären. »Wir müssen für unsere Kollegen von drüben (Honduras) überprüfen, ob das gesamte Reisegepäck eingeführt werden darf!« Schließlich gab es dann doch nichts zu beanstanden. Unser Jeep durfte passieren. Dann allerdings tauchte der Schlagbaum zwischen Guatemala und Honduras auf. Und es schien wieder Ewigkeiten zu dauern, bis er angehoben werden durfte und die Fahrt nach Copán fortgesetzt werden konnte.

Der Schlagbaum zwischen
Guatemala und Honduras
Foto: W-J.Langbein
War mir die Grenzstation schon recht verschlafen vorgekommen ... die Ruinenstadt Copán war menschenleer. Kein einziger Tourist war zu sehen ... aber auch der angeblich wartende örtliche Guide schien unseren Termin vergessen zu haben. Schließlich tauchte ein »Onkel« des Ortskundigen auf. Sein Neffe sei verhindert, müsse sich vor Gericht verantworten ... angeblich, weil er einem Touristen Zugang zur »verbotenen Unterwelt von Copán« ermöglicht hatte.

Und er, der Onkel, dürfe uns schon gar nicht durch die geheimnisvolle Ruinenstadt führen. Die »Unterwelt« sei natürlich »total tabu«. »Manche Tunnels dürfen nur von Archäologen betreten werden ... Andere sind zwar öffentlich zugänglich, aber nur wenn ein lizenzierter Guide dabei ist. Wieder andere sind einsturzgefährdet ...« Auf alle Fälle seien wir vergebens gekommen, da sein Bruder ... der eben noch sein Neffe gewesen war ... vor Gericht stehe. Die Enttäuschung muss mir deutlich anzusehen gewesen sein. So wurde der Onkel ... oder Bruder ... des eigentlichen Guide von Mitleid erfasst.

Der Mann führte mich durch das Zentrum der Ruinenstadt von Copán ... und zeigte mir, hinter welchen Bretterverschlag ich nicht kriechen durfte. Und selbst wenn der offizielle Guide hier wäre ... auch dann dürfte ich auf keinen Fall den Gang dahinter betreten. Der Tunnel in die Unterwelt sei absolut tabu. »Vielleicht wird ja das Verbot schon morgen wieder aufgehoben ... oder in einem Jahr ...« Das waren unerfreuliche Aussichten! Ein opulentes Trinkgeld indes lösten bei meinem Nicht-Guide den dringend Drang aus, einen Kaffee trinken zu müssen. So musste er mich leider »für mindestens eine halbe Stunde« allein lassen.

Mauerwerk
aus uralten
Zeiten
Foto:
W-J.Langbein
Leider versagte just in diesem Moment mein Fotoapparat seinen Dienst. Ärgerlich kroch ich hinter den Bretterverschlag, wo eine schmale »Türöffnung« zum Vorschein kam. Sie war etwa 1,80 Meter hoch und höchstens fünfzig Zentimeter breit. Ich quetschte mich und meinen Rucksack hindurch und schaltete meine Taschenlampe an. Der Lichtkegel wanderte über eine Bruchsteinwand. Stammte sie aus uralten Zeiten? Ich vermute eher nicht. Ich glaube, sie war das Werk von Archäologen, die diesen Tunnel mühsam in den steinharten Boden getrieben hatten!

Inzwischen weiß ich, dass in den vergangenen einhundert Jahren Archäologen auf der Suche nach unterirdischen Tempeln von Copán Tunnel durch die Unterwelt getrieben haben ... von bisher mindestens vier Kilometern Länge!

Missmutig versuchte ich noch einmal mein Glück mit meinem Fotoapparat, drückte ab ... und der Blitz explodierte förmlich in der Dunkelheit. Hastig stolperte ich weiter über den unebenen Boden des schmalen Tunnels, ließ den Strahl meiner jetzt immer wieder flackernden Taschenlampe über Boden und Wände huschen.

Wie in einer Geisterbahn tauchte urplötzlich eine Fratze aus der Dunkelheit auf. Wieder probierte ich mein Glück mit meinem Fotoapparat. Wieder hatte ich Glück. Ein quelläugiges Monsterwesen stierte in die Dunkelheit. Wo eigentlich die Nase sitzen sollte ... klaffte ein rundes Loch. Es hatte den Anschein, als ob jemand der steinernen Kreatur die Nase abgeschlagen hätte. Schaute das Fabelwesen, das eher einem Horrorfilm als einem Märchen entsprungen zu sein schien, deshalb so grimmig?

Ein Monstergesicht mit
abgeschlagener Nase
Foto W-J.Langbein
Weiter ging es ... bei immer wieder aussetzendem Taschenlampenlicht. Aus Erfahrung wusste ich, dass mein Fotoapparat jeden Moment wieder seinen Geist aufgeben konnte ... also hastete ich weiter so schnell ich konnte. Ich wollte, so lange der ungehorsame Apparat noch funktionierte, so viel wie möglich photographieren ... Zwei, drei Mal stieß ich mit der Stirn gegen in den schmalen Gang ragende Steinbrocken. Warmes Blut tropfte ...

Immer wieder setzte die Taschenlampe aus. Ich schüttelte sie ärgerlich, klopfte damit gegen die steinerne Wand. Endlich leuchtete sie wieder einmal auf. Wenige Meter vor mir endete der schmale Gang in einer Sackgasse. Der Korridor war zugemauert. Was mochte sich dahinter verbergen? Optimistisch griff ich zum Fotoapparat ... zwei Fotos gelangen mir, eher schlecht als recht.

Der Gang endete als Sackgasse
Foto: W-J.Langbein
Berichte kamen mir in den Sinn, wonach in unterirdischen Grüften immer wieder Quecksilber entdeckt worden sei. Sollte es die Gebeine vornehmer Toter von Copán schützen? Archäologen haben deshalb lange Zeit darauf verzichtet, unterirdische Räume zu betreten ... Aus Sicherheitsgründen ist das nur mit Schutzkleidung möglich, die Archäologen wie Astronauten aussehen lässt.

Sollte der Einsatz von Quecksilber Eindringlige, die die Totenruhe störten, vergiften? Oder hatte Quecksilber für die Menschen von Copán eine ganz andere Bedeutung?

Ich machte kehrt, stolperte so vorsichtig wie möglich zurück. Mit einer Hand hielt ich stets Kontakt zur steinernen Wand. So ertastete ich schließlich einen seitwärts abführenden Gang. Ich bog zögernd in diesen scheinbar immer schmäler werdenden Korridor ein. Wieder setzte meine unzuverlässige Taschenlampe aus. Ich ertastete weiter meinen Weg ... bis ich plötzlich glatten Stein erspürte. Ich meinte, künstliche Konturen erahnen zu können. Da war so etwas wie Augen, sauber aus dem Stein herausgemeißelt. Ob ich wieder – wie auch immer – beim Monstergesicht von vorhin angekommen war?

Ein zweites Monstergesicht mit
aufgerissenem Schlund
Foto: W-J.Langbein
Wieder hob ich den Fotoapparat ... wieder tat er seinen Dienst. Das Blitzlicht ließ in seinem grellen Schein wiederum eine monströse steinerne Maske erscheinen. Sie ähnelte stark der ersten. Auch ihr fehlte die Nase. Bei ihr klaffte aber kein Loch, wo einst das Riechorgan gesessen hatte. Deutlich war ein hässlicher Nasenstumpf zu erkennen. Und unter der Nase war ein hässliches Maul in den Stein gemeißelt.

Ich versuchte, ein weiteres Foto zu machen ... vergeblich. Ärgerlich schüttelte ich den Fotoapparat. Ich nahm tastend den Akku heraus, setzte ihn wieder ein.

Vergeblich. Kein weiteres Bild war der Kleinbildkamera zu entlocken. Ich muss zugeben: Mulmig war mir schon. Wie sollte ich den Weg zurück finden? Ich hörte eine Stimme, wie von einem Echo verzerrt. Und plötzlich blendete mich greller Lampenschein. Mein Nicht-Guide war von seiner »Kaffeepause« zurückgekehrt und hatte mich gesucht und gefunden. Wortlos führte er mich zurück ans Tageslicht.

Natürlich war für meine »Rettung« ein weiterer, saftiger Obulus fällig. Ich muss zugeben: Ich bezahlte ihn gern!

Jahre später führte mich mein Weg wieder nach Copán ... zusammen mit einer kleinen Reisegruppe. Und diesmal durften wir durch einen Tunnel zum wahrscheinlich ältesten Tunnel von Copán kriechen ... in Begleitung eines offiziellen Guide ...

Die Decke des Tunnels durch die Unterwelt - Foto: W-J.Langbein

Neues eBook von Walter-Jörg Langbein:
»Das Geheimnis der amphibischen Astronautengötter«

»Die Lady in der Quecksilbergruft und Bäume aus Stein«,
Teil 157 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 20.01.2013


Sonntag, 16. Dezember 2012

152 »Von Affen und von Drachen«

Teil 152 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Brüllaffe in Palenque
Komisch, diese Touristen...
Foto: W-J.Langbein
Die letzte Touristengruppe strebt hastigen Schritts dem Ausgang zu. »Und wann besichtigen wir endlich Palenque?« nörgelt jemand mit näselnder Stimme. Genervt antwortet der Guide: »Wir sind hier in Palenque ...« Nach kurzer Pause ist wieder der unzufriedene Reisende zu hören: »Aha. Und morgen fliegen wir dann endlich nach Mexiko?« Der gestresste Guide antwortet: »Nein. Wir sind seit einer Woche in Mexiko. Morgen fliegen wir nach Guatemala!«

Der Nörgler beschwert sich über das Reiseprogramm: »Und warum steht Lima nicht auf dem Programm, wenn wir dann schon mal in Guatemala sind?« Die Antwort des Guide höre ich kaum noch: »Weil Lima in Peru und nicht in Guatemala liegt. Peru gehört zu Südamerika, wir aber ...«

Es wird rasch dunkel in Palenque. Die Dämmerung bricht herein, die Touristen fahren ab. Und plötzlich melden sich die Brüllaffen zu Wort. Es kommt mir so vor, als würden sie miteinander kommunizieren. »Hier sind keine mehr von diesen kranken Nacktaffen!« - »Endlich! Es sind bemitleidenswerte Kreaturen!« - »Ja, schon! Aber hoffentlich ist ihr Fellausfall nicht ansteckend!« Ob wir einige dieser Vertreter der Familie alouatta caraya zu sehen bekommen?

Leise gehen wir in den rasch dichter werdenden Wald unweit des Tempels der Inschriften. Etwas raschelt über uns. Ein Männchen, erkennbar an der schwärzlichen Färbung, schwingt sich von Ast zu Ast. Sein kräftiger Schwanz dient als zusätzliches Greiforgan. Kaum dass der Bursche – etwa einen halben Meter groß – bemerkt, dass wir ihn beobachten, verharrt er in seiner Bewegung. Aus der Ferne machen sich einige seiner Artgenossen bemerkbar. »Unser« Affe beobachtet uns nur, dann klettert er gemächlich seinen Baum empor, bis er im Dunkel der Krone nicht mehr auszumachen ist.

Der Brüllaffe zieht sich zurück
Foto: Ingeborg Diekmann
Brüllaffen halten sich meist in Bäumen auf, wo sie in kleinen Gruppen von meist zehn bis zwanzig Tieren leben. Gelegentlich wagen sie sich bei der Nahrungssuche auf den Boden. Ihre »Kollegen«, die Nasenbären, leben am Rand von Wüsten ebenso wie im Urwald. Auch wenn sie mit sprichwörtlicher affenartiger Geschwindigkeit Bäume erklimmen können, so gehören sie doch zur Gattung der procyonidae, der Kleinbären.

Man trifft sie in Scharen in den Ruinen von Tikal, Honduras, an ... wo sie sich an uns Touristen gewöhnt haben. So possierlich die kleinen Tierchen auch sind ... Vorsicht ist vor ihren scharfen Klauen geboten. Irgendwann haben Nasenbären in Tikal erkannt, dass diese seltsamen Menschen nicht nur steinerne Ruinen bestaunen, sondern auch ein Herz für Nasenbären haben. Wenn wir Menschen unserer Meinung nach genug zwischen Ruinen herumgewandert sind und alle erreichbaren Pyramiden erklommen haben ... dann wird Rast gemacht. Mensch setzt sich dann in den Schatten eines Baumes und verzehrt mitgebrachte Lunchpakete. Örtliche Kleinstunternehmer bieten koffeinhaltige Brause an, die von uns Besuchern aus der Fremde gern erworben und getrunken wird.

Ich rieche Cola ...
Foto: W-J.Langbein
Vor Jahren nun, so wird erzählt, saß ein Amerikaner bei Sandwich und Cola, als sich ihm ein Nasenbär näherte. Der Amerikaner soll aufgesprungen und in Panik ausgerissen sein. Dabei, so heißt es, sei seine Cola-Flasche umgefallen und ausgelaufen. Der ob seiner Wirkung auf den ängstlichen Mann aus den Staaten nicht sonderlich beeindruckte Nasenbär schnüffelte seine Beute ab ... das Sandwich und das auslaufende Cola. Genüsslich schlabberte das possierliche Tierchen die braune Flüssigkeit. Das wiederum beobachteten weitere Nasenbären ... und schon soll es zu einem Streit um das verschüttete Cola gekommen sein.

Das wiederum soll den Amerikaner geradezu gerührt haben. Wie schön, dass diese kleinen Tierchen das amerikanische Nationalgetränk so zu schätzen wussten. Vorsichtig näherte er sich wieder seinem Rastplatz, holte aus seinem Rucksack mehrere Colaflaschen heraus und spendierte das süße Getränk der immer größer werdenden Nasenbärenhorde.

Ob diese Überlieferung der Wahrheit entspricht, das weiß ich nicht. Ich konnte mich aber davon überzeugen, dass die Nasenbären in den Ruinen von Tikal geradezu süchtig sind auf Cola. Die Kleinstunternehmer vor Ort können gar nicht schnell genug Cola heranschaffen, so wie es ihnen von den Besuchern förmlich aus den Händen gerissen wird.

Her mit dem Cola!
Foto: W-J.Langbein
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass bei meinem Besuch die Nasenbären von Tikal ausschließlich Pepsi angeboten bekamen ... und genüsslich konsumierten. Einen Vergleichstest mit Coca Cola konnte ich leider nicht durchführen.

Und wir Besucher freuen uns riesig darüber, wie sich die Nasenbären in großer Zahl nähern und genüsslich besagtes Getränk gleich aus der dargereichten Flasche trinken. Auf diese Weise fördern sie ganz erheblich den Umsatz der örtlichen Kleinstunternehmer.

Ich habe es selbst erlebt: Wasser, Fruchtsaft und Brause wurde von den Nasenbären empört abgelehnt, Cola aber begierig getrunken. Es kam gelegentlich zu Zweikämpfen, wenn nicht rasch genug Flaschen geöffnet wurden. Unser Guide erklärte uns, es sei das Coca in der Cola, was die Nasenbären so verrückt nach der braunen Brause machen würde.

Na endlich!
Foto: Ingeborg Diekmann
Von Brüllaffen über Nasenbären ... zu leibhaftigen Drachen! Von Mexiko über Guatemala nach Copan (Honduras). In den faszinierenden Ruinen von Copan fielen mir zwischen kunstvollen Stelen in Stein gehauene ... Drachen auf! Diese kuriosen Darstellungen werden meist von Besuchern übersehen, die nach Pyramiden Ausschau halten. Und doch gibt es sie, die kleinen Skulpturen dieser uns Europäern nur noch aus Märchen bekannten Wesen. Glotzäugig starren sie offenbar ihre Beute an, die sie wohl gleich mit brachialer Gewalt zerreißen und dann gierig verschlingen wollen.

Wer oder was aber stand der Maya-Künstlern Modell ... Drachen etwa? Das scheint mir unwahrscheinlich zu sein! Welches Drachenmonster harrt denn schon geduldig aus, bis es von einem Künstler als Zeichnung oder gar als Skulptur verewigt worden ist? Vor allem: Welcher Künstler begibt sich freiwillig in die Gefahr, bei Ausübung seines Berufs einem Monster zum Opfer zu fallen?

Drachen aus Stein - Fotos: W-J.Langbein
Des Rätsels Lösung ... Die Drachen hat es wirklich gegeben! Sie wurden von Maya-Künstlern tatsächlich porträtiert. Es waren aber keine Kreaturen von Riesendinosaurierwuchs, sondern wesentlich kleinere Tiere! Ich bin davon überzeugt, dass es sich bei den »Drachen« um Leguane handelte. Der Leguan spielt in der Mythologie der Mayas eine wesentliche Rolle!

Der Kosmos der Mayas hatte drei Ebenen: Die unterste Ebene war die Unterwelt, bestehend aus neun »Etagen«. Hier soll es einst zu einem wahrhaft höllischen Ballspiel gekommen sein. Das Wurzelwerk des Ceiba-Baums steht für dieses unterirdische Reich. Die mittlere Welt wird von uns Menschen und den Tieren und Pflanzen bevölkert. Der mächtige Stamm des Ceiba-Baumes wird in der Maya-Kosmologie mit unserem Lebensraum verglichen.

Der Himmel schließlich, der von den mächtigen Ästen des Ceiba-Baumes getragen wird, ist viel mehr als nur der hohe Luftraum über unseren Köpfen. Dort hausen und herrschen Götter wie Kukulcán alias Quetzalcoatl, Herr der Winde, aber auch der Medizin. Für die Medizin war auch Mondgöttin Ix-Chel zuständig, eine alte Fruchtbarkeitsgöttin. Zugleich war sie die himmlische Repräsentantin der Webkunst.

Ein grüner Leguan in Copan
Foto: W-J.Langbein
Auch Chac war im Himmel angesiedelt. Auch er war ein Gott der Fruchtbarkeit, spendete dem Land den lebenswichtigen Regen. Er schleuderte aber – wie Thor – Blitze vom Firmament.

Itzamná, männlicher Partner der Mondgöttin Ix-Chel, muss von den Mayas als ein besonders hoch stehender Gott angesehen worden sein. Itzamná trug auch den Namen »Leguan-Haus«. Verwundert es da, wenn die Mayas in Copan Leguane in Stein verewigten?

Anmerkung des Verfassers: Anlässlich des für den 21. Dezember 2012 prophezeiten Weltuntergangs wird sich Folge 153 mit dieser Thematik auseinandersetzen – am 23.12. 2012. Sollte die Welt allerdings tatsächlich bereits am 21. Dezember 2012 untergehen, wird Teil 153 meiner Serie nicht mehr erscheinen. Ich bitte um Verständnis! Für den Fall der Apokalypse verabschiede ich mich dann bei allen Leserinnen und Lesern. Sollte – wie so oft geschehen – der Weltuntergang wieder ausbleiben ... dann wird meine Serie am 23.12.2012 fortgesetzt!

»21.12.2012«,
Teil 153 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23.12.2012


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Sonntag, 11. November 2012

147 »Das falsche Gesicht?«

Teil 147 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der stiernackige Riesenkopf von
Guatemala - Foto:
 Archiv W-J.Langbein
Eine der mysteriösesten Skulpturen unseres Planeten hat mich gut zwei Jahrzehnte beschäftigt. Bin ich einer Fälschung aufgesessen? Dr. Oscar Rafael Padilla Lara, Guatemalteke von Geburt, schickte mir vor zwanzig Jahren aus Florida interessante Unterlagen ... über eine Osterinselfigur, die man im Urwald von Guatemala entdeckt habe. Ich fasste die Angaben Dr. Laras für mein Archiv zusammen:

»Die Riesen der Osterinsel sind einmalig auf der Welt, heißt es auch heute noch in der Fachliteratur. Bereits 1951 wurde aber auf dem Gebiet der „Los Encuentros“-Plantage, San Felipe, Department Retalhulu, Guatemala, ein erstaunliches Monument gefunden. Es ist etwa acht Meter hoch und hat an der Basis einen Durchmesser von etwa vier Metern. Da starrt ein steinernes Gesicht á la Osterinsel gen Himmel. Seine Gesichtszüge wirken arrogant-hochnäsig. Wann und von wem wurde die Figur geschaffen? Etwa von den Langohren, die irgendwann in grauer Vergangenheit die Osterinsel verließen? Zogen sie nach Guatemala? Gibt es nur diese eine Figur? Oder harren noch andere, ähnliche im Urwald Guatemalas der Entdeckung? Untersucht werden kann der kuriose Fund wohl nicht mehr. Er wurde aktuellen Berichten zufolge in unseren Tagen von einander bekämpfenden Rebellen mutwillig zerstört.«

1995 stellte ich das Kuriosum aus Guatemala in meinem Buch »Bevor die Sintflut kam« in Wort und Bild vor. (1) Auch in meinem großformatigen Band »Ungelöste Rätsel unserer Welt« (2) ging ich auf den mysteriösen Koloss ein. Widersprüchliche Informationen kamen aus verschiedenen Quellen in Süd- und Zentralamerika. Die Angaben über die Größe der Figur variierten. Sie sei nur vier Meter hoch, behaupteten einige Informanten. Andere sprachen von »bis zu acht Metern«. Eine konkrete Information wurde immer wieder bestätigt: die Statue sei zerstört worden. Versuche, selbst zur Steinstatue vorzudringen ... scheiterten.

Der Guatemala-Kopf
(links oben) im Vergleich zu
 Riesenköpfen der Osterinsel
Betrachten wir die Kolossalfigur von Guatemala. Sie wurde aus Sandstein gemeißelt ... Die Osterinselskulpturen wurden aus Vulkangestein gefertigt. Vergleichen wir die Guatemala-Statue mit jenen der Osterinsel, so fallen weitere ganz gravierende Unterschiede auf. Ich muss zugeben: Ich habe sie übersehen, wohl weil ich gern im Urwald Guatemalas eine der berühmten Osterinselstatuen entdeckt hätte ...
Das Monument aus Guatemala weist vorwiegend rundliche Formen auf: Das Kinn ist rund, der Kopf ist insgesamt rund ... die Stirnpartie ist rundlich-oval. Kurzum: die Künstler von Guatemala haben sich offenbar um die naturgetreue Darstellung eines menschlichen Kopfes bemüht.

Vergleicht man nun das imposante Kunstwerk mit den weltberühmten Osterinselstatuen, so fällt eine im wahren Sinne des Wortes hervorstechende Gemeinsamkeit ins Auge: Es ist die durchaus kräftige, spitz zulaufende Nase. Es ist die Nase der Steinfigur aus Guatemala, die uns an die steinernen Kollegen der Osterinsel denken lässt. Die Nasen sind in der Tat sehr ähnlich ... aber eben nur die Nasen! Es überwiegen aber bei näherem Betrachten ganz eindeutig die Unterschiede!

Abgeplatteter Kopf mit schmaler
Stirn ... Foto Anne Choulet
Archiv W-J.Langbein
Die typische Osterinselstatue hat vorwiegend kantige, eckige und keine rundlich-ovalen oder runden Formen! Ihr Kinn ist eckig und kantig, ähnlich wie bei der Comic-Figur Nick Knatterton. Ihr Mund ist geradlinig, gleicht in vielen Fällen eher einem scharf gezogenen Schnitt. Keine mir bekannte Osterinselstatue hat die gut ausgeprägten Lippen der Guatemala-Figur.

Die typische Osterinselstatue hat in der Regel einen kantigen Oberkopf. Darauf wurde ja ein zylindrischer »Hut« aus Tuffstein gesetzt. Mr. Osterinsel hatte eine schmale, kantige Stirn, die ganz und gar nicht verglichen werden kann mit der rundlich-ovalen Stirn der Figur aus Guatemala! Weitere Unterschiede: Die Osterinselkolosse haben leere Augenhöhlen für Augen aus Kalk. Guatemala: Das steinerne Wesen hat geschlossene Augen, man meint förmlich den runden Augapfel erkennen zu können. Schließlich sind die Ohren der Osterinselfiguren recht markant: lang und gerade reichen sie manchmal fast bis zum Kinn!

Vordergründig ist eine scheinbare Gemeinsamkeit: Sowohl auf der Osterinsel als auch im Urwald von Guatemala scheint so etwas wie eine Kopfskulptur gemeißelt worden zu sein. Doch während die Steinmetze in Guatemala wirklich nur ein Haupt auf massivem Hals schufen, kreierten die Künstler auf der Osterinsel Werke von ganz anderem Format. Die Statuen enden nicht am Hals, sondern knapp unterhalb der Gürtellinie.

Arme seitlich am Körper,
Hände am Nabel ...
Foto: W-J.Langbein
Die Hände der Osterinsel-Moai liegen seitlich am Körper. Sie ruhen eng am Körper. Bei vielen Osterinsel-Moai ragt nur der Kopf aus dem Erdreich. Der Leib unterhalb des Halses bis zur Gürtellinie ist aber dennoch vorhanden, er steckt nur oft – verborgen vor den Augen des Betrachters – im Erdreich! Die Hände der Osterinselkolosse sind unnatürlich rechtwinkelig abgeknickt, weisen mit den Fingern auf den Bauchnabel. Bei der mysteriösen Skulptur von Guatemala sucht man Ohren, Oberkörper, Arme, Hände und Nabel vergeblich. Kurzum: Osterinselstatuen und Guatemala-Riesenkopf stammen nicht von den gleichen Steinmetzen!

Dennoch habe ich immer wieder bei Reisen in Zentralamerika einen Besuch beim Riesen-Kopf von Guatemala eingeplant. Dazu kam es aber nie. Jetzt habe ich die mysteriöse Skulptur endgültig aus meinen Reiseplänen gestrichen. Sie wurde offenbar schon längst wirklich vollständig zerstört ... und es könnte sich um eine moderne »Fälschung« gehandelt haben!

Kolosse der Osterinsel,
Foto: Ingeborg Diekmann
Archiv W-J.Langbein
Untersucht wurde die Skulptur offenbar von archäologischer Seite nur ein einziges Mal: und zwar anno 1970, von dem inzwischen verstorbenen Archäologen Lee A. Parsons, wie das Fachmagazin »mysteries« (3) vermeldet. Entdeckt wurde die kuriose Figur angeblich – so berichtet »mysteries« weiter, anno 1941/42 von A. Ledyard Smith und Francis B. Richardson. Die Archäologen waren im Auftrag der »Carnegie Institution of Washington« unterwegs ... und sahen sich zufällig mit dem Steinkopf konfrontiert. Eine Metallplakette habe sich am Kunstwerk befunden: »E.G.M. 16 Abril 1936«. Handelt es sich bei dem Kolossal-Kopf also um ein Artefakt aus dem 20. Jahrhundert? Wurde er, wie Einheimische zu berichten wussten, von einem Leiter der Farm zu Ehren seiner dahingeschiedenen Frau geschaffen? Möglich ist das. Aber handfeste Beweise für diese »vernünftige Erklärung« gibt es nicht.

Aber gibt es nicht einen Hinweis aus Metall? Er ist nicht mehr greifbar!1970 war die Plakette jedenfalls – so es sie je gegeben hat – verschwunden. Und warum sollte ein trauernder Farmleiter seiner toten Frau mitten im Urwald ein Denkmal erstellt haben ... und nicht auf dem Friedhof?

Wenn sie nur reden könnten
Foto: W-J.Langbein
Anno 1941/42 sollen A. Ledyard Smith und Francis B. Richardson auf den Riesenkopf gestoßen sein. Wenn die Plakette »E.G.M. 16 Abril 1936« die Entstehungszeit der Skulptur wiedergibt ... dann war sie bei der Entdeckung durch die Archäologen anno 1941/42 gerade fünf Jahre alt. Warum konnten dann die Wissenschaftler nichts über den Ursprung des Monsterkopfes in Erfahrung bringen? Warum haben sie nichts vom angeblichen Denkmal für die verstorbene Farmersfrau gewusst?

Ich glaube nicht an die (nicht belegbare) These vom Denkmal für die Farmersgattin. Wenn ein trauernde Witwer wirklich so ein kolossales Bildnis hätte schaffen lassen ... dann wäre das noch viele Jahre später bei der Bevölkerung bekannt gewesen. Die aber wusste nur fünf Jahre später nichts von solch einem gewaltigen Kunstwerk!
Mein Fazit: Der Riesen-Kopf von Guatemala ist zerstört. Ein Rätsel aus Stein ist für immer verschwunden. Seine Geschichte wird sich nicht mehr erhellen lassen. Mit der Osterinsel aber hat der Koloss nichts zu tun ...

Das Geheimnis der Riesenstatuen
bleibt ungelöst - Foto: W-J.Langbein
Die Osterinselstatuen bleiben rätselhaft. Die Schriftzeichen der Osterinsel wurden nicht entziffert. Viele Holztäfelchen, mit unzähligen eingravierten Symbolen, wurden vernichtet. Und die, die erhalten blieben ... niemand kennt wirklich ihre Botschaft! Könnte man sie nur wie ein Buch lesen ... Dann wüssten wir wohl mehr! (4)

Fußnoten
1 Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1995, Kapitel »Ausflug nach Guatemala«, S. 305-307
2 Langbein, Walter-Jörg: »Ungelöste Rätsel unserer Welt«, München 1997, S.34
3 »mysteries«, Nr.6/ November-Dezember 2011: »Riesenkopf von Guatemala: Für immer zerstört«, S.50 und 51
4 Siehe auch Folge 60 der laufenden Serie »Der geheimnisvolle Tote von Túcume«

»Salar de Atacama«,
Teil 148 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 18.11.2012


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Sonntag, 19. Juni 2011

74 »Der Astronaut von Zimbabwe«

Teil 74 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der Astronaut
oder Gott El Baúl

Der »Astronaut« von El Baúl ist nach Ansicht der Wissenschaft der Sieger eines Ballspiels. Der vermeintliche »Astronautenhelm« ist die Maske eines Affen oder eines Opossums. Was wie ein Schlauch aussieht, das sei der »Schwanz einer Beutelratte«. Dem Mund entströmt Wasser ... Mich vermag diese »Erklärung« nicht wirklich zu überzeugen. Warum sollte man vor vielen Jahrhunderten ein Kostüm aus Affen-oder Opossummaske mit dem Schwanz einer Beutelratte kombinieren? Und warum sollte man das Ende des Schwanzes zu einem Tank auf dem Rücken führen? Darin, so hörte ich aus »kundigem Mund« eines örtlichen Archäologen, wurde Maisbier aufbewahrt.

Es gibt keine Beschreibung aus jener Zeit, als die mysteriöse steinerne Darstellung geschaffen wurde. Wir wissen nicht, was der Steinmetz im Sinn hatte, als er sein Werk kreierte. Die wissenschaftliche Erklärung ist rein spekulativ und nicht wirklich abgesichert!

Meine Spekulation: Nehmen wir an, ein Außerirdischer besuchte in grauer Vorzeit das heutige Guatemala. Er trug einen Schutzanzug, schließlich konnten harmlose irdische Bakterien für den Besucher aus dem Kosmos tödlich sein. Er atmete also nicht die für ihn womöglich schädliche irdische Luft, sondern aus einem Tank auf seinem Rücken, von dem ein Schlauch zum Helm führte. Die verbrauchte Atemluft strömte aus dem Helm. Man sieht das entweichende Gasgemisch deutlich in Stein dargestellt.

Foto 2: Helm oder Tiermaske?
(El Baúl)
Für die Menschen vor Jahrhunderten (oder gar Jahrtausenden) waren technische Details erstaunlich, befremdlich und unverständlich. Worte wie »Raumanzug« gab es natürlich nicht in ihrem Wortschatz. Sie erkannten wohl, dass da ein Wesen über seinem Kopf offensichtlich so etwas wie einen zweiten Kopf trug, aus dem es herausschaute. Sie wussten aber nicht, welchen Zweck der äußere Kopf erfüllte.

Dieses »Raumfahrer-Wesen« sollte nun dargestellt werden. Der Künstler versuchte zu begreifen, was er nicht verstehen konnte. Er interpretierte auf seine Weise, was er sah. Was für den Menschen zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus ohne Probleme als Helm zu erkennen wäre ... was war das in den Augen des Künstlers, der noch nie etwas Vergleichbares gesehen hatte? Eine Tiermaske?

Spekulieren wir weiter: Dieses seltsame Wesen im seltsamen Anzug ... unser »Astronaut« ... erschien den Menschen als »Gott«. Von Generation zu Generation wurde seine Erscheinung beschrieben und weitererzählt. Je öfter die mysteriöse Schilderung weitergereicht wurde, desto stärker wurden die Ähnlichkeiten mit Bekanntem aus der Umwelt betont. Der Helm wurde zur Tiermaske, der Schlauch zum Tierschwanz. Sind derlei Spekulationen zu kühn? Angesicht zu Angesicht mit dem Wesen von El Baúl erscheint mir die Astronautengott-Theorie nicht unplausibler zu sein als die »wissenschaftliche«.

Foto 3: Der Schlauch zum Tank (El Baúl)
Erich von Däniken, der nach einer abenteuerlichen Autofahrt bei sintflutartigen Regengüssen El Baúl erreichte (1): »Alle alten Bildhauer verfuhren meiner Überzeugung nach so: das Flugzeug wurde zum Vogel – der Raupenbagger zum urweltlichen Fabeltier – die Laserwaffe zum Blitz in der Hand eines Gottes – der Helm zur absurd scheinenden Maske.«

Von Guatemala ... nach Afrika: Die Monstermauer von Zimbabwe (andere Schreibweise: Simbabwe) liegt etwa 250 Kilometer südlich von Harare (Salisbury in der Kolonialzeit). Am 18. April 1980 wurde »Rhodesien« umgetauft ... zu »Zimbabwe«. Die Kultanlage von Zimbabwe gehört zu den geheimnisvollsten Stätten unseres Planeten. In karge Worte gefasst: Auf einem 75 Meter hohen mächtigen Granitfelsen thronen schon von weitem sichtbare, teilweise stark verwitterte Mauern. Standen hier einst so etwas wie ein Wachturm und Behausungen für die Besatzung? Taten hier aufmerksame Späher ihren Dienst, die auf heranrückende Feinde achten und bei Gefahr warnen mussten? Wir wissen es nicht. Schriftzeugnisse aus jener Zeit gibt es leider keine.

Foto 4: Die Monstermauer von
Zimbabe.

Im Westen der Mauerreste steht so etwas wie ein antikes Weltwunder! Es ist ein wuchtiges, höchst imposantes Bauwerk mit elliptischem Grundriss. Der massive Wall aus Granitstein ist etwa elf Meter hoch und zwischen drei und fünf Metern dick. Zweieinhalb Kilometer lang ist die Mauer ... eine von zweien! Denn parallel zur äußeren Steinwand verläuft im Inneren eine zweite, von der allerdings nur noch ein spärlicher Rest vorhanden ist!

Im Mauerkomplex von Zimbabwe wurde nun ein kurioses Figürchen gefunden, das mich sehr an den »Astronauten« von El Baúl erinnert. Die fremdartige Miniaturskulptur ist nur etwa vierzig Zentimeter lang. Sie wurde aus einem Stück chlorithaltigem Serpentins, einem faserigen, seidenglänzenden Mineral geschnitzt. Das Objekt befand sich lange Zeit in Privatbesitz, gelangte aber schließlich in das »Smithsonian's National Museum of African Art«, Washington, USA. Dort soll es noch heute gezeigt werden. Eine konkrete wissenschaftliche Erklärung gibt es nicht.

Foto 5: Das Wesen von
Zimbabwe
Als »Vogelmensch« wird das kleine Figürchen gelegentlich bezeichnet. Ich kann allerdings keinerlei Vogelattribute ausmachen. Auf seinem Rücken trägt es – so wie das Wesen von El Baúl – so etwas einen Tank. Es könnte eine Einheit von Sauerstoffflaschen eines Tauchers sein ... oder der Tank mit Atemluft eines Astronauten. Von hinten sieht es so aus, als trüge es – wie das Wesen von El Baúl – einen Helm.

Meiner Meinung nach muss man seine Fantasie schon sehr strapazieren, um in dem Ding auf dem Rücken so etwas wie Vogelflügel zu erkennen. Federn sind nicht auch nur angedeutet, einen Schnabel oder Vogelschwanz hat die seltsame Kreatur auch nicht. Die Ähnlichkeit mit einem huckepack getragenen Tank indes ist sehr viel größer. Sahen die Menschen von Guatemala und Zimbabwe vor vielen Jahrhunderten Besucher aus dem All ... Astronauten, die sie – so gut sie konnten – für die Nachwelt dargestellt haben, dreidimensional, plastisch und greifbar?

Keine Frage: Das sind kühne Spekulationen. Aber vielleicht war unsere Vergangenheit viel phantastischer als unsere Schulwissenschaft glauben mag! Vor allem: Vermeintlich »wissenschaftliche Erklärungen« sind häufig auch nichts anderes als Spekulationen! Gut, dass es Museen wie jenes von El Baúl gibt!

Foto 6: Briefmarke Südrhodesien 1953,
Elisabth II mit den Ruinen
im Hintergrund
Als ich vor gut zehn Jahren zum letzten Mal das »archäologische Museum von El Baúl« besuchte, wurden die archäologischen Objekte noch eher schlecht als recht verwahrt. Um nicht falsch verstanden zu werden: Es ist den Zuckerrohrfarmern und ihrer Arbeitern hoch anzurechnen, dass die oft tonnenschweren Fundstücke, die beim Roden des Urwalds ans Tageslicht kamen, gerettet wurden. Sehr viel leichter wäre es gewesen, die Steinobjekte einfach liegen zu lassen.

Foto 7: Astronaut oder
Vogelmensch?
Inzwischen, so habe ich erfahren, kann man aber von einem gepflegten Freilichtmuseum sprechen. Die steinernen Artefakte werden heute sehr viel besser auf speziell angefertigten Sockeln ausgestellt. Wie viele weitere Statuen und Reliefs in Schuppen versteckt sind ... niemand vermag das zu sagen. Ein Mitglied der Besitzer der Zuckerrohrplantage versicherte mir: »Es gibt noch weitere Stelen und Statuen unterschiedlicher Größe, die von den Einheimischen verwahrt werden. Für sie sind es nach wie vor zu verehrende Sakralgegenstände und keine leblosen Kunstwerke. Sie möchten nicht, dass diese Dinge ins Ausland geschafft werden.«

Nach wie vor befindet sich das Museum auf privatem Besitz ... und es wird streng bewacht. Eine Besichtigung ist aber nach wie vor möglich. Örtliche Reiseveranstalter vermitteln gern. Mir drängt sich eine Frage auf: Warum wird heute zum Teil das Militär bemüht, das Museum zu bewachen?

Fußnote
1) Däniken, Erich von: »Reise nach Kiribati«, Düsseldorf, Wien 1986, S. 263

Zu den Fotos 
Foto 1: Der Astronaut oder Gott El Baúl. Foto: Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Helm oder Tiermaske? (El Baúl). Foto: Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Der Schlauch zum Tank (El Baúl). Foto: Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Die Monstermauer von Zimbabe (Innenansicht). Foto wiki commons/ janderk
Foto 5: Das Wesen von Zimbabwe. Foto: Archiv Langbein
Foto 6: Briefmarke Südrhodesien 1953, Elisabth II mit den Ruinen im Hintergrund. Foto: Archiv Langbein
Foto 7: Astronaut oder Vogelmensch? Foto: Archiv  Langbein
 

»Wenn der Vulkan im Paradies brüllt...«,
Teil 75 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 26.06.2011


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