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Sonntag, 13. Januar 2019

469 »Der Kaiser, Kelten und Gott Krodo«

Teil 469 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Tikal, Guatemala – Steile Stufenpyramiden

In den 1980-ern und 1990-ern war ein schweißtreibendes Abenteuer noch gestattet, das heute weitestgehend verboten ist. In Guatemala (Tikal) wie in Mexiko (Palenque) durfte man die eine oder die andere Pyramide besteigen. Die Stufen waren schmal, Treppen steil und der Weg nach oben höchst anstrengend. Und es war nicht ungefährlich. Ein Fehltritt hätte genügt, schon wäre man im wahrsten Sinne des Wortes abgestürzt. Die fantastischen Denkmäler überstanden die Jahrhunderte. Tikal entstand vom dritten bis ins 9. Jahrhundert. Als Karl der Große in Europa Heidentempel zerstören ließ, entstanden in Zentralamerika einige der schönsten Pyramiden: vergleichbar mit Treppen in den Himmel.

Treppen in den Himmel gibt es auch in zahllosen christlichen Gotteshäusern. In den 1980-ern und 1990-ern war ein schweißtreibendes Abenteuer noch gestattet, das heute weitestgehend verboten ist. In Guatemala (Tikal) wie in Mexiko (Palenque) durfte man die eine oder die andere Pyramide besteigen. Die Stufen waren schmal, Treppen steil und der Weg nach oben höchst anstrengend. Und es war nicht ungefährlich. Ein Fehltritt hätte genügt, schon wäre man im wahrsten Sinne des Wortes abgestürzt. Die fantastischen Denkmäler überstanden die Jahrhunderte. Tikal entstand vom dritten bis ins 9. Jahrhundert. Als Karl der Große in Europa Heidentempel zerstören ließ, entstanden in Zentralamerika einige der schönsten Pyramiden: vergleichbar mit Treppen in den Himmel.

Treppen in den Himmel gibt es auch in zahlrlosen christlichen Grotteshäusern, deren Türme den steilen Pyramiden von Mexiko und Guatemala nicht unähnlich in den Himmel ragen. Das Münster zu Hameln bietet einen wahrlich »himmlichen Blick«.

Foto 2: Blick vom Turm des Hamelner Münsters.

Wir schreiben das Jahr 780 n. Chr. Kaiser Karl der Große betreibt mit harter Hand die Christianisierung der Sachsen. Besonders verhasst sind ihm Denkmäler, die die alten heidnischen Götter zeigen und die offenbar immer noch von Gläubigen aufgesucht und verehrt werden. Anscheinend sah es der missionierende Kaiser als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, die Statuen der alten Götter zerstören zu lassen.

Folgt man Forstsekretär Julius Gottfried Eberhardt Leonhard, dann gab es für den frommen Kaiser allein auf diesem Gebiet viel zu tun. Vermeldet doch Leonhard anno 1825 in seinem Werk »Die Harzburg und ihre Geschichte« (1) eine Vielzahl von heidnischen Gottheiten, deren Heiligtümer Karl der Große zerstören lassen wollte. »Irmen«, nach Leonhard »Gott des Krieges und der Gerechtigkeitspflege«, muss dem mächtigen Herrscher ein Dorn im Auge gewesen sein. Ein Götze namens »Irmen« erfreute sich offenbar bei den »Heiden« großer Beliebtheit. Er wurde, so Leonhard (2) »zu Ehrensburg, jetzt Stadt Berge an der Lippe«, verehrt. Ein »Ehrensburg, jetzt Stadt Berge an der Lippe«, freilich kann ich nicht ausfindig machen. Wurde die Schreibweise ihres Namens neuerlich geändert?

Von »wikipedia« (3) erfahre ich, dass es im 8. Jahrhundert »in einiger Entfernung von der Eresburg, dem heutigen Obermarsberg« eine Irminsul gab. Sollte das die Stätte gewesen sein, an der laut Leonhard »Irmen« verehrt wurde? Wurde aus der »Ehrensburg« (Leonhard!) »Eresburg«? Das liegt, meine ich, nahe.

Fakt ist, dass Karl der Große just dort ein Kloster gründete. Es war weit verbreitet, einstmals heidnische heilige Plätze in christliche zu verwandeln. Wo zu heidnischen Zeiten ein Tempel stand, wurde von christlichen Missionaren so manches christliche Gotteshaus errichtet. Überliefert ist weiter, dass Karl der Große anno 772  eine Irminsul zerstören ließ. Umstritten ist allerdings bis heute, wo diese Säule zu Ehren des Irmen stand. Anno 863 vermeldete der Mönch Rudolf von Fulda in »De miraculis sancti Alexandri« (»Von den Wundern des heiligen Alexanders«):»

Foto 3: Der Ceibabaum
Sie verehrten auch unter freiem Himmel einen senkrecht aufgerichteten Baumstamm von nicht geringer Größe, den sie in ihrer Muttersprache ›Irminsul‹ nannten, was auf Lateinisch ›columna universalis‹ bedeutet, welche gewissermaßen das All trägt.« Die Legende von den Wundern des heiligen Alexanders wurde anno 863 im Kloster Fulda von Rdulf von Fulda begonnen und noch im 9. Jahrhundert von Meginhard niedergeschrieben.

Eine Säule die das All trägt? Diese Vorstellung war einst weit verbreitet. So stand bei den Mayas der Ceiba-Baum im Zentrum ihres Kosmos.

Einen Ceibabaum habe ich nie erklommen, wohl aber die eine oder andere Mayapyramide in Guatemala und Mexiko. Und wenn ich auf der obersten Plattform ankam, dann war ich erschöpft und verschwitzt wie in einer Sauna. In der Tat: Ich fühlte mich dort oben dem himmlischen Elysium bedeutend näher als unten bei den Pyramidenwächtern. Ganz ähnlich erging es mir, als ich bei sommerlicher Hitze den Turm des Münsters zu Hameln erstieg und schließlich die hölzerne Tür hochgewuchtet und ins Freie geklettert war. Der Blick auf das scheinbar sehr tief unter mir liegende Hameln war himmlisch. Die Weser war zu einem kleinen Rinnsal geschrumpft. Das nordeuropäische Pendant zum Weltenbaum der Mayas war Yggdrasil, die Weltesche, die ebenso den Kosmos verkörpert wie der Ceiba-Baum.

Solche Weltenbäume wurzelten in der Unterwelt und stützten den Himmel. Im Mithraskult gab es statt eines Baums eine achtteilige Leiter zwischen Erde und Himmel. Offensichtlich gab es unterschiedliche Variationen von Bildern, die alle einander ähnelten und für die Verbindung zwischen Erde und Himmel standen. Ob Weltesche Yggdrasil der Germanen, ob steile Stufenpyramide der Mayas oder der biblische »Turm zu Babel«, immer geht es um eine Verbindung zwischen Erde und Himmel. Und häufig geht es darum, dass man über diese Verbindung aus dem Himmel zur Erde und auch wieder von der Erde zurück in den Himmel gelangen kann. Ich darf an Jakobs Himmelsleiter erinnern (4): »Da hatte er einen Traum: Siehe, eine Treppe stand auf der Erde, ihre Spitze reichte bis zum Himmel. Und siehe: Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.«

Die »Royal Society Open Science« untersuchte Märchen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen (5). Im Märchen »Jack und die Bohnenstange« klettert ein Junge eine wundersame Bohnenranke empor und gelangt schließlich in den Himmel. Dort hausen Riesen, denen Jack nur mit Mühe entkommt. Das  angesehene »Smithsonian Institute« (6) berichtete über die Forschungsergebnisse der »Royal Society Open Science«. Demnach wurzeln die Ursprünge vom Bohnenstangenmärchen weit in der grauen Vergangenheit, sind wohl 5.000 Jahre alt.

Manche unserer Märchen, so fasste »Science News« sind sehr viel älter als man gewöhnlich annimmt. Titel der »Science News«-Meldung (7): »Kein Ammenmärchen: Ursprünge einiger Geschichten reichen Jahrtausende zurück«. Untertitel (8): »Statistische Analyse von Sprachevolution hilft das Alter von erzählten Geschichten zu datieren«. Mit anderen Worten: Schon vor Jahrtausenden gab es Geschichten über Menschen, die von der Erde in den Himmel kletterten. Die »Irminsul« ist lediglich eine nur gut ein Jahrtausend altes Pendant zu sehr viel älteren »Säulen«, »Bäumen« oder »Leitern«.

Foto 4: Stand hier einst in luftiger Höhe die Irminsul?

Wo aber stand die letzte »Irminsul«? Bei der Eresburg? Oder auf einem der Externsteine? Standort Externsteine für die Irminsul ist durchaus denkbar. Weile doch Karl der Große anno 784 im Lipperland, um in der Stadt der Osterräder Weihnachten zu feiern. Von hier aus konnte der Herrscher bequem die Externsteine erreichen und die Irminsul zerstören lassen. Einer von der Wissenschaft stark angezweifelten Überlieferung zufolge soll Karl der Große damals versucht haben, den Brauch des Laufs der Feuerräder in Lügde abzuschaffen. Ihm sei der heute noch zelebrierte Brauch zu heidnisch gewesen. Da die Bevölkerung angeblich das Verbot des Kaisers nicht akzeptierte und die brennenden Räder von Anhöhen weiter ins Tal bis an die Emmer rollen ließen, sei aus dem heidnischen Feuerräderlauf der christliche Osterräderlauf geworden. Allerdings ist der Brauch für die Zeit Karls des Großen nicht nachweisbar.

Foto 5: Ein brennendes Rad rollt zu Tal (Osterräderlauf Lügde).

Heute findet der Osterräderlauf am Abend des Ostersonntag statt, gewöhnlich gegen 21 Uhr. Vielsagend war der Spruch, den anno 1985 eines der hölzernen Räder zierte: »Meine Ahnen sind die Kelten und Germanen, jetzt lauf ich in Christi Namen.«


Foto 6: Eines der Lügder Osterräder.

Schon im Jahre 780 soll Karl der Große im Harz von einem Gott namens Krodo alias Crodo erfahren haben. Zu seiner Empörung verehrten die Menschen diesen seltsamen Gott zutiefst und beteten sein Standbild an. Arglos die Heiden dem christlichen Herrscher mit, ihr Gott sei Krodo. Und ihr Denkmal stelle eben diesen Crodo dar. Empört soll Karl der Große ausgerufen haben: »Krodo ist euer Gott, der Krodo-Teufel!«

Foto 7: Krodo wird zerstört.

Eine Lithographie, etwa 1840 entstanden, zeigt wie Kaiser Karl »Die Zerstörung des Götzenbildes Crodo« beaufsichtigt. Mehrere recht muskulöse und spärlich bekleidete Männer rücken dem Krodo-Denkmal zuleibe. Die einen wollen ihn mit einem Seil vom Podest zerren, andere schwingen gleichzeitig schwere Hämmer, um die von den sächsischen Heiden verehrte Figur zu zertrümmern.


Zur Lektüre empfohlen:

Foto 8: Sehr lesenswert!

Vogler, Mike: »Rätsel der Geschichte«, eBook, Dresden 2014
Voglers Buch ist Teil 1 einer inzwischen auf 5 Bände angewachsenen Reihe. Das Werk ist sowohl als Taschenbuch als auch als eBook erhältlich!

Fußnoten
(1) Leonhard, Julius Gottfried Eberhardt: »Die Harzburg und ihre Geschichte«, Fleckeisensche Buchhandlung, Helmstedt 1825
(2) ebenda, Seite 23,Zeilen 11-13
(3) wikipedia, Stichwort »Irminsul«, Stand 05.12.2018
(4) 1. Buch Mose Kapitel 28, Vers 12
(5) https://www.smithsonianmag.com/smithsonianmag/fairy-tales-could-be-older-ever-imagined-180957882/
(6) https://www.sciencenews.org/article/no-fairy-tale-origins-some-famous-stories-go-back-thousands-years
(7) »No fairy tale: Origins of some famous stories go back thousands of years«
(8) »Statistical analysis of language evolution helps estimate storytelling dates«

Zu den Fotos
Foto 1: Tikal, Guatemala – Steile Stufenpyramiden, Treppen in den Himmel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Blick vom Turm des Hamelner Münsters. Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 3: Der Ceibabaum, kosmischer Baum der Mayas. Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 4: Stand hier einst in luftiger Höhe die Irminsul? Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 5: Ein brennendes Rad rollt zu Tal (Osterräderlauf Lügde). Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 6: Eines der Lügder Osterräder. Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 7: Krodo wird zerstört. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein.
Foto 8: Sehr lesenswert und zur Lektüre empfohlen! Foto Verlag.


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Sonntag, 29. März 2015

271 »Hexen und ein Steinerner Mann«

Teil 271 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Der Dom zu Verden. Teilansicht. Foto W-J.Langbein
»Wir stehen hier im Zentrum von Verden an der Aller!«, schwadronierte der wütende Mann. Mir kam er wie ein Lehrer vor, der seiner Klasse beim Schulausflug kruden Unfug erzählte. »Und dieser Felsbrocken hier, das ist der Lögensteen! Man bezeichnet ihn auch als Lugenstein! Warum?« Die Schulkinder kicherten verlegen. »Das habe ich euch doch schon genau erklärt!« Der Lehrer wurde sichtlich ärgerlich. »Ich habe euch doch intensiv auf unseren Besuch hier vorbereitet! Der Steinbrocken trägt den Namen Lugenstein oder Lügenstein, weil…..« Jetzt setzte ein bebrillter Schüler ein: »…weil hier die Heiden gelogen haben!« Die Stimmung des Lehrers hellte sich auf. »So ist es! Die Heiden hatten einen falschen Glauben! Sie versammelten sich hier am Lügenstein und feierten ihre Feste. Ihr Glaube war natürlich die reine Lüge!« Einige Schüler lachten, einige zischten »Streber!«

Dom zu Verden. Innenansicht. Foto W-J.Langbein
Richtig ist, dass es einst im heutigen Verden an der Aller einen »Lugenstein« gab und gibt. Der Name leitet sich aber nicht von der »Lüge« ab, sondern geht über das Sächsische auf den lateinischen Begriff »Lex«, »Gesetz«, zurück. Es gab zu heidnischen Zeiten im heutigen Verden an der Aller einen markanten Stein am Gerichtsplatz, wo in vorchristlichen Zeiten Recht gesprochen wurde. Karl der Große soll dann just an dieser Stelle »Recht« gesprochen haben.  Zutreffender dürfte die bis heute gebräuchliche Bezeichnung »Blutgericht« von Verden sein. 4500 Sachsen, die sich weigerten, zum Christentum zu konvertieren, wurden anno 782 angeblich von Karl dem Großen zum Tode durch Enthaupten verurteilt und hingerichtet. Die Leichen habe man in die Aller geworfen. Das Wasser des Flusses sei vom vielen Blut rot geworden.

1921 gab es in Verden Notgeldscheine zu 25 Pfennig, 50 Pfennig, 75 Pfennig und 1 Mark. Auf dem 1-Mark-Schein wurde der »weltgeschichtlichen Hinrichtung der 4500 Sachsen bei Verden durch Karl den Großen 782« gedacht.

Notgeld von Verden. Archiv Langbein

Ob es sich beim heutigen »Lugenstein« um das Original aus vorchristlichen Zeiten handelt, muss dahingestellt bleiben. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein kurioser Monolith, der vor Jahrzehnten gesprengt und später ins örtliche »Heimat-Museum« geschafft wurde. Es könnte sich dabei um einen Opferstein gehandelt haben. Das, freilich, ist reine Spekulation. In der Schulwissenschaft besteht ja die Neigung, geheimnisvolle Objekte sogleich als »Kultobjekte« zu identifizieren.

Wie viele der rebellischen Sachsen in Verden ihr Leben lassen mussten, ist und bleibt umstritten. Waren es tatsächlich, wie lange allgemein angenommen, 4500 Tote, oder doch nur »einige wenige Dutzend«? Oder waren es zwischen 400 und 500 Hingerichtete?

Fest steht: Es gab einst im heutigen Areal von Verden eine Gerichtsstätte und ein heidnisches Heiligtum. Das heidnische Heiligtum dürfte auf Befehl Karl des Großen zerstört worden sein. Und just dort wurden gleich zwei kleine christliche Kirchen aus Holz gebaut.

Tikal in Guatemala. Foto W-J.Langbein
Während sich die Christen von Verden mit zwei bescheidenen Holzbauten begnügen mussten, ragten in einem anderen Teil der Welt weitaus beeindruckendere Bauten aus Stein in den Himmel. Im nördlichen Guatemala erlebte zu jener Zeit die Mayastadt Tikal einen glanzvollen Höhepunkt.

Allein im zentralen Bereich der Stadt – Fläche etwa 16 Quadratkilometer – gab es mehr als dreitausend Gebäude. Und die größten Stufenpyramiden Mittelamerikas ragten stolz in den Himmel. 100 Stufen mussten erklommen werden, wollte man das Heiligtum von »Ah Cacao« (»Tempel des Jaguars«) erreichen. Die Priesterastronomen waren Experten in Sachen Kalendererstellung. Sie beobachteten mit religiöser Inbrunst den Verlauf der Sonne, richteten die steinernen »Kultbauten« mit unglaublicher Präzision aus. Im späten 9., vielleicht erst im frühen 10. Jahrhundert endete abrupt die Bautätigkeit in Tikal. Die Stadt wurde aufgegeben und verlassen. Der Urwald eroberte die einst so glanzvolle Metropole zurück. Bis heute wurde erst ein kleiner Teil der Stadt von Archäologen ausgegraben. Besonders im riesigen Außenbereich der Stadt wurde erst ein Bruchteil der Bauten freigelegt.

Der Turm des Doms. Foto Langbein
Unklar ist, warum in Verden gleich zwei Holzkirchen in unmittelbarer Nähe gebaut wurden. Waren zwei christliche Gotteshäuser erforderlich, um das weit ältere heidnische Heiligtum zu übertrumpfen? Beide Sakralbauten fielen Bränden zum Opfer, um 850 der erste, um 950 der zweite. Ein erster Bau aus Stein folgte einige Jahrzehnte später, zu Beginn des elften Jahrhunderts. Wieder kam es zu einer Brandkatastrophe. Im späten zwölften Jahrhundert wurde – wieder just dort, wo einst die »Heiden« ihren Göttern gehuldigt hatten - zu Verden ein steinerner Dom gebaut. Lange bestand das Gotteshaus nicht.  Es wurde Ende des dreizehnten Jahrhunderts durch einen Brand zerstört. Die unteren Geschosse des wuchtigen Turms trotzten der Katastrophe und wurden als Basis für den »neuen« Turm genutzt. Vollendet wurde das Gotteshaus 1829.

»Wir stehen hier im Zentrum von Verden an der Aller!«, schwadronierte der Lehrer wieder vor seiner Schulklasse. Er reckte seine Arme prophetengleich gen Himmel. »Gott hat bewiesen, dass nach seinem Willen an dieser Stelle sein Haus stehen sollte! Der Teufel wollte das verhindern! Der Fürst der Finsternis hat alles unternommen, um den Bau des Doms zu verhindern. Zuletzt prozessierte er sogar gegen den Dom… und verlor!« Satan selbst soll gegen den Dom prozessiert haben? Der Pädagoge bezog sich wohl auf einen kuriosen Rechtsstreit, der vor einigen Jahren ausgetragen wurde.

Schon Wilhelm Busch konstatierte: »Musik wird störend oft empfunden, derweil sie mit Geräusch verbunden.«  In diesem Sinne zog eine Dame aus Verden vor den Kadi. Die langjährige Anwohnerin hatte zunächst vor dem Landgericht zu Verden auf Unterlassung des Orgelspiels im Dom geklagt. Was gemeinhin als sakrale Musik empfunden wird, das empfand sie als »unzumutbare Geräuschabsonderung«. Sie unterklag in erster Instanz vor dem Landgericht von Verden und in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht Celle. Das Urteil der ersten Instanz wurde bestätigt. Die »Lärmimmission« müsse nach dem »Empfinden eines Durchschnittsmenschen« als zumutbar gewertet werden. Weitere Schritte unternahm die Dame offenbar nicht. Zu behaupten, dass der Satan auf dem Wege der gerichtlichen Klage »gegen den Dom« vorgehen wollte, das kann nur als Ausgeburt eines außerhalb jeglicher Vernunft arbeitenden Gehirns bezeichnet werden.

Löwe und Einhorn. Foto Walter-Jörg Langbein

Es lohnt sich allemal, den Dom zu Verden zu besuchen. Sehenswert ist der romanische Taufstein aus der Zeit um 1150. Auf der Nordseite des Domes blieb ein romanischer Kreuzweg aus der gleichen Zeit erhalten. Er gehörte einst zu einem Kloster, von dem ansonsten kein Stein auf dem anderen blieb. Löwe und Einhorn zieren die Tür, die in den Kreuzgang führt. Man kann nur erahnen, wie der einst vierflügelige Kreuzgang ausgesehen haben mag. Er wurde anno 1180 angelegt, ist aber leider nur noch fragmentarisch erhalten. Durchschreitet man den Kreuzgang steht man schließlich vor Skulpturen, die einst Bischof Eberhard von Holle  im 16. Jahrhundert hat anfertigen lassen.


Der »Steinerne Mann«. Foto Walter-Jörg Langbein

Anno 1517 begann in Verden an der Aller die grausame Zeit der Hexenprozesse. Es wurde gefoltert, verurteilt und verbrannt: vor der Reformation und nach der Reformation. Mit Einführung der lutherischen Reformation durch Eberhard von Holle endete der Irrsinn der Hexenprozesse keineswegs. Martin Luther selbst befürwortete das Verbrennen der Hexen.

Auf die Anklage folgte die Folter, die Männern und Frauen absurdeste »Geständnisse“ abtrotzte. Sechs angeklagte Frauen wurden so grausam gemartert, dass sie starben, bevor sie verurteilt werden konnten. Fünf weitere Frauen verstarben in der Haft. 26 Frauen und sechs Männer wurden verurteilt und bei lebendigem Leib verbrannt. Einigen Angeklagten, so vermerken es die Akten, gelang rechtzeitig die Flucht.

In der Dommauer gefangen... Foto Walter-Jörg Langbein

Einst, so wird überliefert, veruntreute ein Küster Dom-Gelder und verprasste alles. Man kam ihm auf die Schliche und forderte Rechenschaft von dem Mann. Frech bestritt er bei einer Anhörung im Dom seine Diebstähle! »Ich habe die Wahrheit gesagt!«, soll er frech ausgerufen haben. »Und wenn ich lüge, soll mich der Teufel holen!« Satan soll daraufhin versucht haben, den Dieb durch das Domgemäuer zu zerren. So sehr er es auch versuchte, es gelang ihm nicht vollends. Der Küster blieb in der Dommauer stecken und wurde zu Stein.


Das ist nicht der »Steinerne Mann«. Foto Walter-Jörg Langbein

Den »Steinernen Mann« übersieht man leicht. Man findet ihn im Innenhof, an einer Ecke des nördlichen Seitenflügels, hoch oben, ein Stück unter dem Dach. Ich selbst hätte die kuriose Steinplastik fast verwechselt… mit einem seltsamen »Steinkreuz« auf dem Dach, das tatsächlich einer menschenähnlichen Gestalt ähnelt. Hat man dieses »Kreuz« erspäht, lässt man den Blick nach unten wandern und findet… den »Steinernen Mann«.

Der Kreuzweg von außen. Foto W-J.Langbein

Der Lugenstein. Foto W-J.Langbein
272 »Die Bremer Stadtmusikanten kamen nie nach Bremen«
Teil 272 der Serie

»Monstermauern, 
Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       

erscheint am 05.04.2015 

Und übernächsten Sonntag geht's um einen
»runden Geburtstag«....


273 »Erich von Däniken zum 80. Geburtstag«,
Teil 273 der Serie 
»Monstermauern, 
Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       

erscheint am 12.04.2015


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Sonntag, 3. Februar 2013

159 »Uaxactún und der Krieg der Sterne«

Teil 159 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Greis, Greisin oder
blutrünstiger Gott -
Foto W-J.Langbein
In Copán fotografierte ich einen monumentalen Schädel aus Stein, der bislang nicht identifiziert werden konnte. Hat der Künstler einen altehrwürdigen Greis oder eine Greisin dargestellt ... oder einen blutrünstigen Gott, zu dessen Ehren Gefangenen die Köpfe abgeschlagen wurden?

Schon vor drei Jahrtausenden, um 1.000 v.Chr., war Uaxactún bewohnt. 350 v.Chr. wurde sie – warum auch immer – verlassen. Kurz darauf besiedelten die Mayas wieder die einstige Metropole. Im neunten Jahrhundert n.Chr. erlosch sie erneut. Auch die Siedlungsgeschichte von Tikal reicht bis ins erste vorchristliche Jahrtausend zurück, wurde im dritten nachchristlichen Jahrhundert zur Rivalin von Uaxactún.

Es scheint so, als habe Tikal über Jahrhunderte hinweg ein Wettrüsten der besonderen Art veranstaltet: Wem würde es gelingen, noch prunkvollere, noch majestätischere Bauten zu errichten? Uaxactún, etwas mehr als 20 Kilometer im Norden von Tikal gelegen, unterlag ... im Krieg der Sterne. Die kriegerischen Attacken wurden von den Astronomen bestimmt. Markante Punkte im Venuszyklus, aber auch Konstellationen von Jupiter und Saturn bestimmten, wann angegriffen wurde. Später übernahmen die Azteken diese Form der Kriegsführung. Nach christlicher Zeitrechnung verlor Uaxactún seine Unabhängigkeit am 16. Januar 378. Die einst stolzen Erbauer des »Tempels der Masken« waren besiegt.

Tempel der Masken von Uaxactún
Foto: Walter-Jörg Langbein
»Rauch-Frosch« – so vermeldet eine Stele der Sieger von Tikal – »riss die Bauten von Uaxactún nieder« und »machte sie dem Erdboden gleich«. Ob dieses Triumphs brachte »Groß-Jaguar-Tatze«, König von Tikal, den Göttern ein Blutopfer dar. Die wissenschaftliche Literatur spricht von einem »Blutentnahmeakt«, der auf Stele 31 beschrieben wird. Offenbar enthüllen die Glyphen auf der Stele, die heutige Forscher teilweise wie ein Buch lesen können, dass der König »punktiert« wurde.

In Uaxactún schilderte ein Guide genüsslich die höchst schmerzhafte »Blutspende«, die dem Geschlechtsteil des Königs entnommen wurde. Möglicherweise griff der Regent zu diesem feierlichen Akt selbst zum Skalpell. Möglicherweise übernahmen sachkundige »Mediziner« diesen Eingriff. Wie auch immer: Der Lebenssaft des Königs verwandelte den militärischen Sieg der Truppen von Tikal zu einem »geweihten Tag«.

Es floss aber nicht nur das Blut des Königs. Ein zweiter Glyphentext am Rand des Ballspielplates verweist auf weitere Opfer hin: Gefangene, die nach Abschluss der Kriegshandlungen förmlich abgeschlachtet wurden. Eine Glyphe beinhaltet die Darstellung eines Kopfes. Es soll sich um die Abbildung eines »alten Gottes« handeln. Das steinerne Haupt eines »greisen Gottes« stellt in Copán noch viele Fragen ...

Für den alten Gott wurden Köpfe abgeschlagen ... Foto W-J.Langbein
In Tikal wurde eine steinerne Abbildung dieses Gottes gefunden. Die Darstellung wirkt makaber-unheimlich: Der »alte Gott« sitzt auf einem Schemel aus menschlichen Oberschenkelknochen. In den Händen hält er ... einen abgeschlagenen Kopf. Nicht entziffert werden konnte bislang der Name dieses himmlischen Herrschers. Im Christentum gibt es unzählige Heilige. Pantaleon, zum Beispiel, wird als Patron der Ärzte und Hebammen verehrt. Er soll auch bei Kopfschmerz helfen. Der alte Gott auf dem Knochenstuhl war wohl der Patron des »Menschenopfers durch Kopfabschlagen«.
So wurden vermutlich anlässlich der Eroberung von Uaxactún die Vornehmen der Stadt durch Kopfabschlagen dem grausigen Gott geopfert ... anlässlich der Siegesfeierlichkeiten. Der gedemütigte Regent von Uaxactún wurde sicherlich in Tikal öffentlich enthauptet ... vor der jubelnden Schar der Sieger.

Dabei hatten die Krieger von Uaxactún zunächst an den Sieg über Tikal geglaubt ... und die blutige Schlacht dann doch verloren! Sie hatten doch vor dem Kampf der Mayas gegen Mayas peinlich genau den Regeln folgend zunächst tagelang gefastet, dann die vorgeschriebenen Reinigungs- und Opferrituale vollzogen! Die Truppen von Tikal aber hatten aufgerüstet, sich mit Speerschleudern eingedeckt. Diese Waffen wurden sonst bei der Jagd eingesetzt, als Kriegswerkzeug dürften sie den Ausschlag für den Sieg der Truppen von Tikal gegeben haben.

Noch heute sind die Ruinen von
Uaxactún imposant!
Foto: W-J.Langbein
»Die Krieger von Tikal waren nicht nur waffentechnisch überlegen, sondern auch hinterhältiger!« Diesen Satz schleuderte mir ein Guide förmlich entgegen. »Ihre Strategie ging auf! Zunächst schien es so, als ob die Krieger von Uaxactún jene von Tikal aufreiben würden. Der brutale Kampf Mann gegen Mann forderte auf beiden Seiten viele Opfer. Vor allem wurden die Krieger auf beiden Seiten geschwächt. Als die Kämpfer ermattet waren, tauchten plötzlich einige ausgeruhte Hundertschaften von Tikal-Kriegern aus Verstecken auf. Sie waren noch frisch ... und metzelten die erschöpften Männer von Uaxactún wie Tiere nieder!«

Der Sieg über Uaxactún galt als epochal. Nicht nur die kämpfenden Krieger der Welt der Lebenden galten als unterworfen. »Der König von Uaxactún war unterworfen worden!« erklärte mir mein Guide. »Und damit war auch entschieden, wer das Portal zum Jenseits von Uaxactún beherrschen würde ... der König von Tikal!«

Die Menschen von Uaxactún glaubten, dass ihr König über sie und über das Tor zum Jenseits herrschte. Dort hausten seine zu Göttern erhobenen Vorfahren, die ihren »Sprössling« belehrten. Nun aber war dieses Tor zur Anders-Welt dem König von Tikal in die Hände gefallen. So lange dieser verhasste »Rauch-Frosch« an der Macht blieb, so lange seine Nachfolger das Jenseitsportal besetzt hielten, so lange würden sie auch über die Toten von Uaxactún verfügen und die Jenseitigen beschwören können!

Reste der Struktur von Uaxactún
Foto: W-J.Langbein
Der »Krieg der Sterne« bestimmte die »neuen« Kriege, die mit »magischen Kräften« nicht nur die Lebenden, sondern auch die toten Ahnen unterjochten. Die neuen Kriegsstrategen versuchten immer wieder, sich den Venus-Gott gewogen zu machen. »Rauch-Frosch« jedenfalls machte Karriere. Oberster Kriegsboss auf der Seite von Tikal war König »Groß-Jaguar-Tatze«. Das Oberkommando über die Truppen von Tikal hatte »Rauch-Frosch«. Nach seinem Sieg über Uaxactún stieg er zum »ahau«, zum regierenden Fürsten der unterworfenen Stadt Uaxactún auf ... nicht aber zum König! Mag sein, dass »Rauch-Frosch« auf den Königsjob gehofft hatte. Am 13. September 379 christlicher Zeitrechnung erstieg aber ein Lokalfürst namens »Schnute« den Thron. Nicht geklärt konnte bis heute werden, warum denn »Rauch-Frosch« übergangen wurde, zumal die heutige Forschung »Rauch-Frosch« für den Bruder des Königs von Tikal hält!

Sieger neigen immer dazu, ihre militärischen »Erfolge« zu übertreiben. »Rauch-Frosch« – so behauptet ja eine Stele der Sieger von Tikal – »riss die Bauten von Uaxactún nieder« und »machte sie dem Erdboden gleich«. Das scheint nicht ganz zu stimmen. Ein archäologisch versierter Guide versicherte mir vor Ort: »Teile der ursprünglichen Architektur sind noch zu erkennen! Aber leider wird wohl Uaxactún nie mehr als das astronomische Buch in Stein gelesen werden können, das es einst war! Weil die Struktur Uaxactún weitestgehend zerstört wurde. Und weil erst ein Bruchteil der Bauten, die als Ruinen überlebt haben, rekonstruiert wurde!« Auch in Uaxactún fehlt das Geld für umfangreiche archäologische Arbeiten.

Reste des Astronomiebuchs in Stein
Foto: W-J.Langbein
Die »Kriege der Sterne« wurden in Uaxactún nach Vorgaben der Astronomen geführt. Astronomen legten fest, wann wichtige Schlachten angesetzt werden mussten ... nach dem Stand der Sterne. So verwundert es nicht, dass Uaxactún so etwas wie eine Hochburg der Astronomie war. Und die Gebäude der Urstruktur formierten sich zu einer astronomischen Maschine in Stein. Vom »Tempel der Masken« aus wurden »kleine« Bauten angepeilt. Und wenn zum Beispiel die Sonne genau über bestimmten Markierungen auftauchten, dann kennzeichnete das signifikante Termine wie Sonnwendzeiten.

Es mag sein, dass das Wissen der Maya-Astronomen vor vielen Jahrhunderten von kriegerischen Königen missbraucht wurde ... so wie die Erkenntnisse von Forschern, die Raumfahrt in den Kosmos ermöglichen wollten, von den Militärs für ihr blutiges Geschäft »nutzbar« gemacht wurden!

»El Ceibal – Vampire und altes Gemäuer«,
Teil 160 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 10.02.2013


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Sonntag, 16. Dezember 2012

152 »Von Affen und von Drachen«

Teil 152 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Ein Brüllaffe in Palenque
Komisch, diese Touristen...
Foto: W-J.Langbein
Die letzte Touristengruppe strebt hastigen Schritts dem Ausgang zu. »Und wann besichtigen wir endlich Palenque?« nörgelt jemand mit näselnder Stimme. Genervt antwortet der Guide: »Wir sind hier in Palenque ...« Nach kurzer Pause ist wieder der unzufriedene Reisende zu hören: »Aha. Und morgen fliegen wir dann endlich nach Mexiko?« Der gestresste Guide antwortet: »Nein. Wir sind seit einer Woche in Mexiko. Morgen fliegen wir nach Guatemala!«

Der Nörgler beschwert sich über das Reiseprogramm: »Und warum steht Lima nicht auf dem Programm, wenn wir dann schon mal in Guatemala sind?« Die Antwort des Guide höre ich kaum noch: »Weil Lima in Peru und nicht in Guatemala liegt. Peru gehört zu Südamerika, wir aber ...«

Es wird rasch dunkel in Palenque. Die Dämmerung bricht herein, die Touristen fahren ab. Und plötzlich melden sich die Brüllaffen zu Wort. Es kommt mir so vor, als würden sie miteinander kommunizieren. »Hier sind keine mehr von diesen kranken Nacktaffen!« - »Endlich! Es sind bemitleidenswerte Kreaturen!« - »Ja, schon! Aber hoffentlich ist ihr Fellausfall nicht ansteckend!« Ob wir einige dieser Vertreter der Familie alouatta caraya zu sehen bekommen?

Leise gehen wir in den rasch dichter werdenden Wald unweit des Tempels der Inschriften. Etwas raschelt über uns. Ein Männchen, erkennbar an der schwärzlichen Färbung, schwingt sich von Ast zu Ast. Sein kräftiger Schwanz dient als zusätzliches Greiforgan. Kaum dass der Bursche – etwa einen halben Meter groß – bemerkt, dass wir ihn beobachten, verharrt er in seiner Bewegung. Aus der Ferne machen sich einige seiner Artgenossen bemerkbar. »Unser« Affe beobachtet uns nur, dann klettert er gemächlich seinen Baum empor, bis er im Dunkel der Krone nicht mehr auszumachen ist.

Der Brüllaffe zieht sich zurück
Foto: Ingeborg Diekmann
Brüllaffen halten sich meist in Bäumen auf, wo sie in kleinen Gruppen von meist zehn bis zwanzig Tieren leben. Gelegentlich wagen sie sich bei der Nahrungssuche auf den Boden. Ihre »Kollegen«, die Nasenbären, leben am Rand von Wüsten ebenso wie im Urwald. Auch wenn sie mit sprichwörtlicher affenartiger Geschwindigkeit Bäume erklimmen können, so gehören sie doch zur Gattung der procyonidae, der Kleinbären.

Man trifft sie in Scharen in den Ruinen von Tikal, Honduras, an ... wo sie sich an uns Touristen gewöhnt haben. So possierlich die kleinen Tierchen auch sind ... Vorsicht ist vor ihren scharfen Klauen geboten. Irgendwann haben Nasenbären in Tikal erkannt, dass diese seltsamen Menschen nicht nur steinerne Ruinen bestaunen, sondern auch ein Herz für Nasenbären haben. Wenn wir Menschen unserer Meinung nach genug zwischen Ruinen herumgewandert sind und alle erreichbaren Pyramiden erklommen haben ... dann wird Rast gemacht. Mensch setzt sich dann in den Schatten eines Baumes und verzehrt mitgebrachte Lunchpakete. Örtliche Kleinstunternehmer bieten koffeinhaltige Brause an, die von uns Besuchern aus der Fremde gern erworben und getrunken wird.

Ich rieche Cola ...
Foto: W-J.Langbein
Vor Jahren nun, so wird erzählt, saß ein Amerikaner bei Sandwich und Cola, als sich ihm ein Nasenbär näherte. Der Amerikaner soll aufgesprungen und in Panik ausgerissen sein. Dabei, so heißt es, sei seine Cola-Flasche umgefallen und ausgelaufen. Der ob seiner Wirkung auf den ängstlichen Mann aus den Staaten nicht sonderlich beeindruckte Nasenbär schnüffelte seine Beute ab ... das Sandwich und das auslaufende Cola. Genüsslich schlabberte das possierliche Tierchen die braune Flüssigkeit. Das wiederum beobachteten weitere Nasenbären ... und schon soll es zu einem Streit um das verschüttete Cola gekommen sein.

Das wiederum soll den Amerikaner geradezu gerührt haben. Wie schön, dass diese kleinen Tierchen das amerikanische Nationalgetränk so zu schätzen wussten. Vorsichtig näherte er sich wieder seinem Rastplatz, holte aus seinem Rucksack mehrere Colaflaschen heraus und spendierte das süße Getränk der immer größer werdenden Nasenbärenhorde.

Ob diese Überlieferung der Wahrheit entspricht, das weiß ich nicht. Ich konnte mich aber davon überzeugen, dass die Nasenbären in den Ruinen von Tikal geradezu süchtig sind auf Cola. Die Kleinstunternehmer vor Ort können gar nicht schnell genug Cola heranschaffen, so wie es ihnen von den Besuchern förmlich aus den Händen gerissen wird.

Her mit dem Cola!
Foto: W-J.Langbein
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass bei meinem Besuch die Nasenbären von Tikal ausschließlich Pepsi angeboten bekamen ... und genüsslich konsumierten. Einen Vergleichstest mit Coca Cola konnte ich leider nicht durchführen.

Und wir Besucher freuen uns riesig darüber, wie sich die Nasenbären in großer Zahl nähern und genüsslich besagtes Getränk gleich aus der dargereichten Flasche trinken. Auf diese Weise fördern sie ganz erheblich den Umsatz der örtlichen Kleinstunternehmer.

Ich habe es selbst erlebt: Wasser, Fruchtsaft und Brause wurde von den Nasenbären empört abgelehnt, Cola aber begierig getrunken. Es kam gelegentlich zu Zweikämpfen, wenn nicht rasch genug Flaschen geöffnet wurden. Unser Guide erklärte uns, es sei das Coca in der Cola, was die Nasenbären so verrückt nach der braunen Brause machen würde.

Na endlich!
Foto: Ingeborg Diekmann
Von Brüllaffen über Nasenbären ... zu leibhaftigen Drachen! Von Mexiko über Guatemala nach Copan (Honduras). In den faszinierenden Ruinen von Copan fielen mir zwischen kunstvollen Stelen in Stein gehauene ... Drachen auf! Diese kuriosen Darstellungen werden meist von Besuchern übersehen, die nach Pyramiden Ausschau halten. Und doch gibt es sie, die kleinen Skulpturen dieser uns Europäern nur noch aus Märchen bekannten Wesen. Glotzäugig starren sie offenbar ihre Beute an, die sie wohl gleich mit brachialer Gewalt zerreißen und dann gierig verschlingen wollen.

Wer oder was aber stand der Maya-Künstlern Modell ... Drachen etwa? Das scheint mir unwahrscheinlich zu sein! Welches Drachenmonster harrt denn schon geduldig aus, bis es von einem Künstler als Zeichnung oder gar als Skulptur verewigt worden ist? Vor allem: Welcher Künstler begibt sich freiwillig in die Gefahr, bei Ausübung seines Berufs einem Monster zum Opfer zu fallen?

Drachen aus Stein - Fotos: W-J.Langbein
Des Rätsels Lösung ... Die Drachen hat es wirklich gegeben! Sie wurden von Maya-Künstlern tatsächlich porträtiert. Es waren aber keine Kreaturen von Riesendinosaurierwuchs, sondern wesentlich kleinere Tiere! Ich bin davon überzeugt, dass es sich bei den »Drachen« um Leguane handelte. Der Leguan spielt in der Mythologie der Mayas eine wesentliche Rolle!

Der Kosmos der Mayas hatte drei Ebenen: Die unterste Ebene war die Unterwelt, bestehend aus neun »Etagen«. Hier soll es einst zu einem wahrhaft höllischen Ballspiel gekommen sein. Das Wurzelwerk des Ceiba-Baums steht für dieses unterirdische Reich. Die mittlere Welt wird von uns Menschen und den Tieren und Pflanzen bevölkert. Der mächtige Stamm des Ceiba-Baumes wird in der Maya-Kosmologie mit unserem Lebensraum verglichen.

Der Himmel schließlich, der von den mächtigen Ästen des Ceiba-Baumes getragen wird, ist viel mehr als nur der hohe Luftraum über unseren Köpfen. Dort hausen und herrschen Götter wie Kukulcán alias Quetzalcoatl, Herr der Winde, aber auch der Medizin. Für die Medizin war auch Mondgöttin Ix-Chel zuständig, eine alte Fruchtbarkeitsgöttin. Zugleich war sie die himmlische Repräsentantin der Webkunst.

Ein grüner Leguan in Copan
Foto: W-J.Langbein
Auch Chac war im Himmel angesiedelt. Auch er war ein Gott der Fruchtbarkeit, spendete dem Land den lebenswichtigen Regen. Er schleuderte aber – wie Thor – Blitze vom Firmament.

Itzamná, männlicher Partner der Mondgöttin Ix-Chel, muss von den Mayas als ein besonders hoch stehender Gott angesehen worden sein. Itzamná trug auch den Namen »Leguan-Haus«. Verwundert es da, wenn die Mayas in Copan Leguane in Stein verewigten?

Anmerkung des Verfassers: Anlässlich des für den 21. Dezember 2012 prophezeiten Weltuntergangs wird sich Folge 153 mit dieser Thematik auseinandersetzen – am 23.12. 2012. Sollte die Welt allerdings tatsächlich bereits am 21. Dezember 2012 untergehen, wird Teil 153 meiner Serie nicht mehr erscheinen. Ich bitte um Verständnis! Für den Fall der Apokalypse verabschiede ich mich dann bei allen Leserinnen und Lesern. Sollte – wie so oft geschehen – der Weltuntergang wieder ausbleiben ... dann wird meine Serie am 23.12.2012 fortgesetzt!

»21.12.2012«,
Teil 153 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23.12.2012


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Sonntag, 9. Dezember 2012

151 »Von Pyramiden und heiligen Bäumen«

Teil 151 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Schöpfung nach der Koberger
Bibel von 1483
Foto: Archiv W-J.Langbein
»Hüten Sie sich vor dem heidnischen Aberglauben!« rief mir der Professor noch nach, als ich am Bahnhof in Nürnberg zum Anschlusszug nach Hannover wechselte. Bei einem Zwischenaufenthalt war ich mit dem Kirchengeschichtler ins Gespräch gekommen, hatte ihm von meiner geplanten Reise nach Tikal erzählt. »Müssen Sie denn unbedingt die teuflischen Tempel dieser primitiven Inkas aufsuchen?« Mein Hinweis, dass es in Zentralamerika keine Inkas, wohl aber Mayas gab, beeindruckte ihn nicht. »Das sind alles primitive Heiden ... Mayas wie Inkas! Beschäftigen Sie sich lieber mit unserem Luther und nicht mit den unsinnigen Lehren der Inkas ...« Ich verwies auf meinen gleich abfahrenden ICE und hastete davon. »Hüten Sie sich vor dem Aberglauben!« rief er mir laut nach. »Gott schuf Himmel und Erde ... die Inkagötter sind teuflische Götzen! Besinnen Sie sich der Schöpfung und seien Sie Ihrem Herrgott dankbar!«
Die Bibel ist zwar das meist gedruckte Buch überhaupt, zugleich aber auch eines der kaum wirklich gelesenen Werke. Selbst der Schöpfungsbericht ist nicht wirklich bekannt ... dabei steht er doch ganz am Anfang des ersten Kapitels des ersten Buch Mose. Wer hat ihn wirklich bewusst gelesen, Vers für Vers? So weiß kaum jemand, dass der biblische Schöpfungsbericht voller Widersprüche steckt. Er ist unlogisch aufgebaut! (1)

Einer der heiligen
Ceiba-Bäume
von Tikal
Foto: W-J.Langbein
So heißt es zunächst, die Erde sei wüst und leer gewesen. Dann aber müssen erst die Wasserfluten beseitigt werden, damit die Erde zum Vorschein kommen kann. Gott lässt eine »Feste« entstehen und sorgt dafür, dass das Wasser zurückweicht und die Erde zum Vorschein kommt. Geschieht dies in Finsternis? Nein! Am ersten Tag befielt Gott (2) »Es werde Licht!« So geschieht es auch. Und Gott ist zufrieden mit seinem Werk (3): »Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.« Tag und Nacht kann es am ersten Tag der Schöpfung noch gar nicht gegeben haben, schuf Gott doch nach dem Bibeltext die Sonne erst am vierten Tag!

In Tikal musste ich wieder an die Begegnung mit dem Professor in Nürnberg denken. Während ich Tempelruinen und Pyramiden bestaunte, erklärte ein Archäologiestudent die religiöse Welt von Tikal. »Kennt jemand die biblische Vorstellung von der Schöpfung?« fragt er plötzlich. »Wie sieht das biblische Bild von Erde und Himmel aus?« Ich melde mich. »Nach der Genesis muss man sich, salopp ausgedrückt, die Erde als eine Scheibe vorstellen. Auf dieser Unterlage sitzt so etwas wie eine Käseglocke. Die Bibel nennt sie Feste.« Der Student nickt. »Welchen Zweck erfüllt diese Glocke?« Wieder antworte ich: »Offenbar erfolgte diese Schöpfung unter Wasser. Die Bibel sagt: ›Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also.‹ Unter der Glocke leben wir Menschen auf einer Scheibe ... an der Unterseite der Feste kleben Sonne, Mond und Sterne als Lampen. Und über der Feste befindet sich das himmlische Wasser.«

Der kosmische Baum
der Mayas
Foto: W-J.Langbein
Das Weltbild der Mayas in Guatemala war nicht primitiver als das biblische: Im Zentrum der Welt steht der heilige Ceiba als Weltenbaum. Sein tief ins Erdreich vordringende Wurzelwerk steht für die Unterwelt. Der Stamm stellt die Welt von uns Lebenden dar. Hoch oben tragen die Äste das Himmelszelt. Um den Ceiba dreht sich die Welt. Und der Ceiba verhindert die kosmische Apokalypse. Dank des Ceiba-Baums stürzt der Himmel nicht auf die Erde. So hofft der Maya, dass der Ceiba-Baum nicht zu Fall kommt ... und der Himmel oben bleibt. Und der Anhänger des biblischen Weltbildes muss hoffen, dass die Luken in der Himmelskuppel nicht aufklappen ... denn sonst kommt wieder eine Sintflut über die Welt.

Fazit: Beide Weltbilder haben mit der Realität nichts zu tun. Vor allem haben wir nicht das Recht, verächtlich auf die religiöse Welt der Mayas herabzublicken ...

Bis zu fünfzig Meter hoch wird der Ceiba-Baum. Wie eine mächtige Säule wirkt der mächtige Stamm ... er kann mehrere Meter dick werden. Weit ausladend ist die Krone, die Schatten spendet. Scharfe Stacheln wachsen aus dem Stamm, schützen so die großen birnenförmigen Früchte. Wenn ein Baum das Himmelsgewölbe zu tragen scheint, dann ist das der imposante Ceiba-Baum, der bei den Mayas heilig war.

Baum und Pyramide
Foto: W-J.Langbein
In Tikal, der ältesten Maya-Stadt kann man heute besonders imposante Exemplare bewundern. Tikal ist eine Ruinenstadt der Superlative! Auf einem Areal von sechzehn Quadratkilometern sind heute rund viertausend Gebäude und Ruinenreste aus Mayazeiten bekannt! Wann sie entstanden sein mögen? 400 bis 800 nach Christus soll die Urwaldstadt ihre Glanzzeit gehabt haben. Die ersten Siedlungsspuren aber sind sehr viel älter. Sie stammen aus dem frühen ersten vorchristlichen Jahrhundert!

In Tikal gab es eine echte Kultur – mit religiösen Ballspielzeremonien und Schwitzbädern. 200.000 sollen hier gelebt und den himmlischen Göttern gehuldigt haben. Sinn und Zweck der meisten Gebäude sind unbekannt. Düster wirkt das Innere von schmucklosen Räumen. Dienten sie einst als Speicher? Wurden in ihnen Vorräte für die Priesterschaft aufbewahrt? Bereiteten sich in diesen manchmal zellenartigen Gemächern Priester auf die Zeremonien für die Götter vor? Oder waren sie triste Arbeitsstätten für Verwaltungsbeamte, die Statistiken über Geburten und Todesfälle führten? Wir wissen es nicht.

Die Wissenschaft spekuliert ... wie so oft. Und selbstbewusst werden Vermutungen als definitive Wahrheiten ausgegeben.

Pyramiden wie
Ceiba-Bäume
Fotos: W-J.Langbein
Der zentrale Hauptplatz von Tikal muss zur Glanzzeit der Urwaldstadt wirklich sehr beeindruckend gewesen sein. Rund dreitausend Bauwerke gruppierten sich um den Mittelpunkt der Stadt. Im Westen und Osten des Platzes ragten sechs steinerne Pyramiden in den Himmel ... bis zu siebzig Meter hoch. Tikal war schon immer eine Urwaldstadt. Vor einem Jahrtausend war der grüne Moloch Urwald sehr viel dichter, die steilen Pyramiden-Türme überragten selbst die größten Ceiba-Bäume. Und hoch oben auf den Pyramiden thronten Tempel. So ähnelten die Tikal-Türme sehr dem legendären Turm zu Babel.

Wenn man durch Tikal schlendert, dann fällt die große Harmonie auf: zwischen den mächtigen Ceiba-Bäumen und den sehr steilen Pyramiden-Türmen. Es sieht nicht nur so aus, als seien die Pyramiden nach dem Vorbild der Bäume errichtet worden. In der Maya-Mythologie gab es zum Anbeginn nur Wasser und Himmel. Der Ceibabaum verhinderte, dass der Himmel auf die Fluten stürzt. Ceiba-Baum wie steile Stufenpyramiden stellen den Maya-Kosmos dar. Der Platz vor der Pyramide versinnbildlicht das Urmeer. Die Pyramide entspricht dem heiligen Ceiba-Baum.

Ein Tempel auf der Pyramidenspitze
Der Priester, der die steilen Stufen der Pyramide erklimmt ... nähert sich als Vertreter seines Volkes dem Himmel. Wurden im Tempel an der Pyramidenspitze Riten wie im Babylon der Bibel vollzogen? Wurde die »Heilige Hochzeit« vollzogen, dort, wo sich Erde und Himmel begegnen? Schade, dass keine Codices erhalten sind, die wir wie ein Buch lesen könnten, um die Wahrheit über Tikal zu erfahren ...
Monate nach der Rückkehr aus Zentralamerika begegnete mir wieder der Herr Professor. »Na, haben Sie meinem Rat folgend diese teuflischen Inka-Tempel gemieden?« Es fiel mir schwer, lautes Lachen zu unterdrücken. »Ich glaube fast auch, dass diese Pyramiden Teufelswerk sind!« meinte ich ernst. Freudestrahlend klopfte mir der Kirchenmann auf die Schulter. Ich blieb ernst. »Es kann doch nur Teufelswerk sein, wenn Inka-Tempel aus Peru und Bolivien nach Guatemala geschafft wurden!« Der Professor kniff die Augen zusammen: »Wie meinen Sie das?« Geduldig erklärte ich: »Tikal in Guatemala ist Maya-Land. Da dürfte es nur Maya-Pyramiden geben! Wenn es aber Inka-Bauwerke sind, wie der Herr Professor meinen ... Das kann doch nur der Teufel selbst gewesen sein!«

Fußnoten
1 Siehe hierzu Langbein, Walter-Jörg: »Lexikon der biblischen Irrtümer«, München 2006
2 1. Buch Mose Kapitel 1, Vers 3
3 1. Buch Mose Kapitel 1, Verse 4 und 5

»Von Affen und von Drachen«,
Teil 152 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16.12.2012


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