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Sonntag, 2. September 2018

450 »Der Vogelmannkult und einer, der durch den Himmel stürzte«

Teil 450 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Foto 1: »Motu Nui«, »Motu Iti« und »Motu Kao Kao«

Dr. Georgia Lee, Herausgeberin des »Rapa Nui Journal« schreibt in Ihrer Abhandlung (1) »Die Felsbilder-Kunst auf Rapa Nui« Konkretes zum mysteriösen »Vogelmann-Kult« (2): »Die Teilnehmer am Vogelmann-Ritual mussten versuchen, auf der kleinen Insel Motu Nui ein Ei der schwarzen Seeschwalbe zu finden. Ursprünglich hatte dieses Frühlingsfest wahrscheinlich metaphysische und religiöse Bedeutung und hing mit der Wiedergeburt und Erneuerung der Natur zusammen. In den Händen der Kriegerklasse wurde es zu einem Instrument der Beherrschung der Insel.«

Foto 2: Die kleinen Inseln »Motu Nui« und »Motu Iti«

Dr. Lees Aussage über den Wechsel von der Ahnenverehrung zum monotheistischen »Make Make« ist Spekulation, aber durchaus logisch. Tatsächlich trifft ihre Beschreibung auf so manche Religion zu. Aus Sicht eines totalitären Herrschers ist es der Idealfall, seinen Untertanen den alten Glauben zu nehmen und einen neuen aufzudrängen. Entwurzelte lassen sich am besten beherrschen. Das wusste wohl auch Konstantin der Große, als er ab 325 immer stärker das Christentum favorisierte. Dabei ist mehr als umstritten, ob Konstantin dem neuen Glauben huldigte. 

Bis zur »Mailänder Vereinbarung« im Jahr 313 wurden Christen verfolgt, ihr Vermögen konfisziert und ihre Kirchen angezündet. Das Christentum wurde zur erlaubten Religion. Die Bedeutung des Christentums wuchs und wuchs kontinuierlich. Allerdings ließ Konstantin noch anno 326 seine Frau Fausta und seinen ältesten Sohn Crispus ermorden. Es scheint so, dass der Kaiser nicht wirklich und wenn, dann nicht frühzeitig zum Christentum wechselte. Ich vermute, dass Konstantin schlicht und einfach Realpolitiker war, der die  starke Gruppe der Heiden in seinem Reich nicht verprellen wollte. Christus übernahm nach und nach die Rolle des Sonnengottes Sol.  Als Alleinherrscher wollte Konstantin schließlich seine Machtposition zementieren, seine Untertane einen, indem er massiv ein gesamtes Reich mit einem Glauben anstrebte. Als »Isapostolos« ließ er sich mit schöner »Bescheidenheit«  als »den Aposteln Gleicher« bezeichnen. 

Fotos 3 und 4: Make Make beim »Zeremonialdorf«

Was wissen wir über den »Vogelmann-Kult« der Osterinsel?  Der mächtige Gott »Make Make« wurde als Retter gefeiert und verehrt, dem man es zu verdanken hatte, nicht mit der alten Heimat in den Fluten des Pazifik unterzugehen, sondern eine neue Heimat, die Osterinsel zu finden. Wir wissen, dass »Make Make« irgendwie zum »Vogelmann-Kult« gehörte. Im Zeremonialzentrum von Orongo wurde in Petroglyphen »Make Make« häufig vereint mit »Vogelmännern« gezeigt. Dabei fällt auf, dass auch Make Make manchmal wie die »Vogelmänner« als Mischwesen aus Tier und Mensch gezeigt wird. Die »Vogelmänner« scheinen oft von irgendwo in die Tiefe zu springen. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang, wie Egbert Richter-Ushanas, ein Experte auf dem Gebiet der geheimnisvollen Osterinselschrift, einen Text entzifferte und übersetzte, der auf in der Fachwelt als  »Aruka Kurenga« bekannt ist (3): 

»Durch den Himmel gestürzt kam Hotu Matua von jenem Land in dieses Land, und er ließ sich nieder im Nabel des Himmels.« (4) Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass es ursprünglich eine »Naturreligion« im Reich der steinernen Giganten gegeben hat. Naturerscheinungen wie Gewitter wurden den Göttern zugeschrieben. Als dann »Astronautengötter« (»Make Make« und Team) das Eiland (oder eine andere Insel in der Südsee) besuchten, hielt man sie für »Himmlische«. Auch das ist Spekulation.

Foto 5: Einige der Häuschen vom »Zeremonial-Zentrum Orongo«

Suchen wir nach harten Fakten, nach im wahrsten Sinne des Wortes steinharten Fakten. Als ich mich auf meinen ersten Besuch der Osterinsel vorbereitete, da versuchte ich so viele Informationen wie nur möglich zu sammeln. So erfuhr ich, dass die Osterinsulaner angeblich alljährlich in feierlicher Prozession zum »Rano Kau«-Vulkankegel empor zogen, um dann das »Zeremonialdorf« zu beziehen. Dort wartete man den Ausgang des Wettbewerbs »Wer bringt das erste Ei« ab. Das »Zeremonialdorf« gibt es tatsächlich. Ich muss zugeben: Als ich die steinernen Häuser sah, war ich doch mehr als nur etwas enttäuscht. 52 (oder 53) Steinhäuschen gab und gibt es. Sie sind aus flachen Natursteinplatten mörtellos gebaut. Fenster haben die Häuschen keine, nur einen Eingang Richtung Pazifik, den man freilich aus dem Inneren der Häuschen nicht sehen kann. Die »Türen« sind im Schnitt nur etwa 50 Zentimeter hoch. Da die Mauern unverhältnismäßig dick sind, muss man durch einen etwa einen halben Meter »hohen« Tunnel kriechen, um dann in einem Räumchen zu landen, das ein aufrechtes Stehen unmöglich macht. 

Alfred Métraux weiß zu berichten (5): »Die Zeremonien und Festgelage im Zusammenhang mit dem Vogelkult wurden in Orongo, an den Hängen des Rano-kao an der  Südwestspitze der Insel durchgeführt. Das »Dorf Orongo« liegt auf dem schmalen Grat, der das Meer vom Kratersee trennt. Es war vorübergehend während des jährlichen Fests bewohnt und den Rest des Jahres über verlassen.« Die Bevölkerung der Osterinsel muss mehr als überschaubar gewesen sein, wenn alle Bewohner in den kleinen Häuschen des »Orongo Dorfs« untergebracht worden sein sollen. Und Kleinwüchsigkeit wäre dann von erheblichem Vorteil gewesen.

Foto 6: Eingänge in zwei der Häuschen

Welchem Zweck mag das »Zeremonialdorf« gedient haben? In der lebenden Mythologie heißt es, dass in einem der Häuschen der »Vogelmann« höchstselbst hauste. Seine Ansprüche müssen mehr als bescheiden gewesen sein. Belegten Priester- und Dienerschaft die übrigen Häuschen?

Bei meinem ersten Besuch konnte ich mich noch vollkommen frei in Orongo bewegen. So bin ich auch in das eine oder das andere Häuschen gekrochen. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich mich im Inneren einer kleinen Wohnung mit Zugängen zu Nachbarwohnungen rechts und links befunden habe. Oder bestand so eine Wohnung aus Haupt- und Nebenraum oder Nebenräumen? Ich erkundete einige Häuschen, die neben einem zentralen Raum über zwei oder drei Nebenräume verfügen. Keiner dieser Räume hatten Fenster. Das einzige Licht kam durch die winzige Tür. Die Luft war in allen Räumen stickig. Wie dem auch sei: Die Häuser boten im Inneren eher einen Korridor von unterschiedlicher Länge. Einige der Häuschen habe ich ausgemessen. Die kleineren waren fünf Meter, größere bis zu 15 Meter lang. Die Breite lag bei allen Häuschen bei etwa 2,50 Meter. Von »Höhe« kann man bei etwa 1,40 Meter nicht wirklich sprechen. Ein aufrechtes Stehen war in keinem der Räumchen möglich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesen beengten Wohnungen Menschen selbst nur für kurze Zeit gelebt haben.

Foto 7: Ein Eingang
Wurden vielleicht in diesen niedrigen, schmalen Räumchen heilige Zeremonien abgehalten, die heute vollkommen in Vergessenheit geraten sind? Aufschluss könnten die bemalten Steinplatten bieten, die einst in den Innenwänden der Räumchen fest eingebaut waren. Leider sind sie geraubt worden. Sie verschwanden in Privatsammlungen, vielleicht auch in dem einen oder anderen unbedeutenden Museum.

In »Haus R 13«, so versicherten mir verschiedene, meiner Meinung nach glaubhafte Osterinsulaner, lag bis ins Jahr 1868 versteckt eine der größten Kostbarkeiten der Osterinsel: eine Statue, 2,42 Meter hoch, etwa vier Tonnen schwer, aus Basalt gemeißelt. Auf ihrer Brust, heute kaum noch zu erkennen, war einst eine Ritzzeichnung zu sehen: von einem »Vogel-Mann«, der in Schnabel und Hand je ein Ei hält. Mit einiger Fantasie hat man sie zeichnerisch rekonstruiert. Als Vorlage dienten Petroglyphen, die offenbar eine ganz ähnliche Gestalt zeigen. Ursprünglich war die Figur schwarzweiß bemalt. Basalt ist sehr viel feinporiger als beispielsweise grobporiges Trachyt, aus dem viele der Statuen bestehen. Deshalb lässt sich Basalt recht gut bemalen, im Gegensatz zu sehr viel grobporigerem Gestein.

Es geht nicht anders: der »kleine Riese« muss in seinem Häuschen gelegen haben. Gestanden haben kann er nicht bei einer Größe von 2,42 m und einer »Raumhöhe« von nur 1,40m bis 1,50 m. Vermutlich musste man die Behausung um den altehrwürdigen Moai herum gebaut haben. Durch die kleinen »Türchen« hat er sicher nicht gepasst. Und wie wurde er herausgeholt? Es gibt nur eine Lösung des Problems: Man hat ein Loch in die Wand geschlagen. 

Der »kleine Riese« heißt »Hoa haka nana ia«, zu Deutsch angeblich etwa »Gestohlener kleiner Freund«. Er wurde anno 1868 von J. Linton Palmer, seines Zeichens Arzt, entführt und nach Europa verschleppt. Er landete im Londoner »British Museum«, wo er bis heute ausgestellt wird. Eine Briefmarke zeigt das Haupt des gestohlenen »kleinen« Riesen. (Foto 8!) Seine Rückkehr zur Osterinsel wird bis heute vergeblich gefordert.  Die Chancen, dass der gestohlene Freund in seine Heimat zurückkehren darf, sind gering. (6)

Foto 8: Er wurde gestohlen.
Gering ist auch die Chance, dass Kunstwerke, die einst das »Zeremonialdorf« von Orongo zierten, jemals wieder den Osterinsulanern zurückgegeben werden. Sie wurden geraubt oder billig gekauft und verschwanden in Museen und Privatsammlungen. Anno 1882 ankerte das Kanonenboot »SMS Hyäne« vor der Osterinsel. So wie man sich das wilde Tier der »Hyäne« vorstellt, so verhielten sich die »zivilisierten« Menschen gegenüber der vermeintlich »Wilden« der Osterinsel. Sie versklavten die Menschen, raubten archäologische Kostbarkeiten und zerstörten rücksichtslos, was ihnen in den Weg kam. Wie schrieb Karl May (*1842;†1912) in seinem Roman »Und Friede auf Erden!«, erschienen anno 1904? (7) »Es kann mir nicht beikommen, ein einzelnes Land, eine einzelne Nation anzuklagen. Aber ich klage die ganze sich ›zivilisiert‹ nennende Menschheit an, daß sie trotz aller Religionen und trotz einer achttausendjährigen Weltgeschichte noch heutigen Tages nicht wissen will, daß dieses ›Zivilisieren‹ nichts anderes als ein ›Terrorisieren‹ ist!«

Fußnoten
(1) Veröffentlicht in Barthel, Thomas S. et al.: »1500 Jahre Kultur der Osterinsel/ Schätze aus dem Land des Hotu Matua«, Ausstellungskatalog, Mainz 1989, S. 109-115
(2) ebenda, S. 109, rechte Spalte, Zeilen 16-23
(3) Richter-Ushanas, Egbert: »Die Schrifttafeln der Osterinsel in der Lesung
Metoros und Ure Vaeikos«, Bremen 2000

Foto 9: Make Make in der heutigen Osterinselkunst.

(4) Zu diesem Thema hielt ich am 19. August 2000, und zwar beim Jahrestreffen der dänikenschen A.A.S. in Berlin, einen Vortrag, betitelt »Das Geheimnis der amphibischen Götter«.
(5) Métraux, Alfred: »Ethnology of Easter Island«, Honolulu, Hawaii, 1971, Seite 331, Zwischenüberschrift »Orongo«. Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein
(6) Siehe hierzu…  Palmer, J. Linton: »A visit to Easter Island Or Rapa Nui, in 1868«, London 1870
(7) May, Karl: »Und Friede auf Erden!«, Erstausgabe Freiburg 1904. Zitat aus Band 30 der im Karl-May-Verlag Bamberg erschienen Ausgabe, 267. Tausend, S. 252, Zeilen 9-16 von oben

Zu den Fotos
Foto 1: Blick auf die kleinen Inseln »Motu Nui«, »Motu Iti« und »Motu Kao Kao«.
Foto Ingeborg Diekmann
Foto 2: Blick auf die kleinen Inseln »Motu Nui« und »Motu Iti«. Foto Ingeborg Diekmann
Fotos 3 und 4: Make Make beim »Zeremonialdorf«. Fotos Walter-Jörg Langbein.
Foto 5: Einige der Häuschen vom »Zeremonial-Zentrum Orongo«. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 6: Eingänge in zwei der Häuschen. Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 7: Ein Eingang in eines der Häuschen. Foto Walter-Jörg Langbein.
Foto 8: Der gestohlene kleine Freund als Briefmarkenmotiv.
Foto 9: Make Make in der heutigen Osterinselkunst. Foto Walter-Jörg Langbein.

451 »Die drei Schönen, kleine Augen und sterbende Statuen«,
Teil 451 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 09.09.2018


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Sonntag, 26. August 2018

449 »Putsch auf der Osterinsel?«

Teil 449 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Gott »Make Make«
Ein Besuch im Orongo-Kultzentrum ist für jeden Osterinselbesucher ein Muss. Man kann vom »Museo Antropológico Sebastián Englert« in »Hanga Roa« aus zu Fuß zum Kraterrand des »Rano Kau«-Vulkans empor wandern. 320 Meter hoch ist er Schildvulkan im Südwesten des mysteriösen Eilands. Wer freilich einen gemütlichen Spaziergang erwartet, wird sich wundern. Je nach Kondition und Schwere der Kameratasche ist man nach zwei Stunden am Ziel. Wenn man seinen Rucksack aber immer wieder absetzen und pausieren muss, kann es auch länger dauern. Gott »Masker Make« wartet geduldig....

Sehr viel schneller geht es mit Leihpferd, Leihmotorrad, Leihwagen oder Taxi. »Transportmittel« Pferd ist ohne Zweifel für sportliche Menschen mit Abenteuerlust ideal. Aber nicht jeder Reisende möchte dem russischen Präsidenten Putin nacheifern. Außerdem: Wohin beim Ritt mit der Kammerausrüstung? Und wer hält das Pferd, solang man das »Orongo-Kultzentrum« erkundet? Einige Stunden sollte man schon einkalkulieren.

Die motorisierte Anfahrt ist natürlich die unsportlichste. Man müsste Monate auf der Osterinsel verbringen, um sie ausgiebig zu erkunden. Die Osterinsel hat aber so viele interessante Stätten zu bieten hat, dass es auch bei einem längeren Aufenthalt nicht möglich ist,  alle zu besuchen. Ich bin lieber unsportlich auf der Osterinsel unterwegs und sehe mehr als wenn ich mich sportiv zu Fuß auf den Weg mache. Mit dem PKW gelangt man auf recht ordentlicher Straße den südlichen Kraterrand des »Rano Kau« Vulkans. Ich empfehle mindestens zwei Besuche im »Orongo-Park«: einen unter Leitung eines örtlichen Führers, einmal allein. Vorbei geht es am schweigenden Vulkan.


Foto 2: Blick in den »Rano Kau«-Krater.

Vor einer Million Jahren brach er aus, am Meeresboden, spie gigantische Lavamassen aus, die einen Kegel bildeten, der ein gutes Stück über die Wogen des Pazifiks gen Himmel ragte. Insgesamt sind es drei Vulkane, die die Osterinsel entstehen ließen. Wer unter Höhenangst leidet, wagt sich nicht an den Kraterrand. 200 Meter fällt er steil ab. Im Inneren des Kraters hat sich ein Süßwassersee gebildet. Totora-Schilf bedeckt einen großen Teil der Wasseroberfläche. Es sieht so aus, als wäre da eine grüne Welt mit einem Netz aus kleinen »Seen« und »Flüssen« überzogen.

Foto 3: Grüne Pflanzen auf blauem Wasser.

Wen die 200 Meter bis zum Wasserspiegel erschauern lassen, der sollte unbedingt der Südspitze der Osterinsel vor dem »Rano Kau« fernhalten. Da geht es nämlich 300 Meter senkrecht in die Tiefe. Tief unten wütet der oft gar nicht so friedliche Pazifik, so als wolle er die Insel abtragen. Man muss diesem Abgrund sehr nahe kommen, will man die geheimnisvollen Reliefs studieren, die vor vielen Jahrhunderten in den Stein geritzt und gehämmert wurden. Um 1500 n.Chr. sollen sie entstanden sein, als man sich vom vorherrschenden »Ahnenkult« ab- und dem neuen »Vogelmannkult« zuwandte. Es ist nicht wirklich bekannt, wann der »Vogelmannkult« aufkam und wann die »Ahnen« nicht mehr im Zentrum der Verehrung standen. Es ist auch nicht wirklich bekannt, warum von einem zum anderen Kult gewechselt wurde. Umstritten ist die These, dass die Statuen die verehrten Ahnen darstellen.

Foto 4: Die Statuen - Denkmäler für die Ahnen?

Auch in Kreisen der Wissenschaft wird letztlich nur spekuliert. So schreibt Dr. Georgia Lee, Herausgeberin des »Rapa Nui Journal« in Ihrer Abhandlung (1) »Die Felsbilder-Kunst auf Rapa Nui« (2): »Die berühmten Orongo-Petroglyphen sind relativ gut bekannt. Gefährlich nahe an den Rand dreihundert Meter hoher Klippen gesetzt, findet sich dort eine bemerkenswerte Sammlung von Petroglyphen, von denen die meisten einen ›Vogelmann‹ – eine Kombination von Mensch und Fregattvogel – darstellen. Das Motiv des Vogelmannes war um etwa 1500 n.Chr. sowohl ein religiöses Symbol als auch das Symbol der Machtübernahme durch die Kriegsklasse. Nach Meinung vieler Wissenschaftler war dieser Machtwechsel das Ergebnis von ökologischen Belastungen und Bevölkerungsdruck.«

Nach Ansicht von Dr. Georgia Lee riss die Kriegerklasse die Macht an sich, als der König als Vertreter der alten Ahnenreligion die drängenden Probleme nicht lösen konnte. Gab es also eine Revolution auf der Osterinsel? Stürzten die »Militärs« in einer Krise den alten König? Putschten sich Vertreter der »Kriegsklasse« an die Macht? Schufen sie eine neue Religion? Es wird sehr viel spekuliert in Sachen Osterinsel, auch von vermeintlich »wissenschaftlicher« Seite. Dabei wissen wir sehr wenig über die Entwicklung der Religion auf dem Eiland der steinernen Statuen. Auch Dr. Lees Überlegungen sind, wenn auch aus berufenem Munde, reine Spekulation.

Fotos 5 und 6: Wohin springen die »Vogelmänner«?

Nutzten die »Militärs« eine existenzbedrohende Krise, um die alte Religion abzuschaffen und durch eine neue zu ersetzen? Im Zentrum der alten Religion soll ein Ahnenkult gestanden haben. Es wird immer wieder behauptet, die riesigen Steinstatuen würden die verehrten Ahnen darstellen. Sollte die These in Sachen Militärputsch stimmen, hörte man dann beim Wechsel zum »Vogelmannkult« mit dem Bau der Statuen auf? Hat man den Glauben an die Ahnen nicht nur ad acta gelegt, sondern auch ihre Statuen von den Sockeln gestürzt?

7+8: Ein »Vogelmann«
Wir wissen nicht, ob es tatsächlich einen abrupten Wechsel vom alten zum neuen Glauben gab. Wir wissen nicht, ob nicht beide Kulte zumindest einige Zeit lang nebeneinander praktiziert wurden. Was wir wissen: Der »Vogelmannkult«, der im Zeremonialzentrum von Orongo seinen »Vatikan« gehabt haben mag, war auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von großer Bedeutung für die Osterinsulaner. Auch als das mysteriöse Eiland der steinernen Riesen schon längst christianisiert worden war, starb er immer noch nicht aus. Alfred Metráux (*1902; †1963), ein »Papst« der Osterinselforschung, konstatiert in seinem Klassiker (3), dass der Kult zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch »gelebt« habe (4). Aussagen über den Kult, so Metráux, gab es noch jede Menge, allerdings war vieles widersprüchlich. In seinem Buch »Ethnology of Easter Island«, 1971 erschienen, schreibt Metraux: »Der Vogel-Kult starb erst vor 50 Jahren aus.«

Über viel gesichertes Wissen zum »Vogelmannkult« verfügen wir kaum. Bekannt ist: Die Osterinsulaner versammelten sich zu Beginn der Brutzeit der Ruß-Seeschwalbe, also irgendwann zwischen Juli und September, im Zeremonialzentrum von Orongo. Einige junge Männer mussten nun die 300 Meter hohe senkrecht aufsteigende Felswand so schnell wie möglich hinabsteigen, sich in die Fluten stürzen und etwa 1.500 Meter bis zum Inselchen »Motu Nui« schwimmen. 

Allein schon wegen der gefährlichen Strömungen im Pazifik war das alles andere als ein einfaches Unterfangen. Außerdem wimmelte es nur so von Haien auf dem kurzen Weg. Wer nicht von einer der unberechenbaren Strömungen abgetrieben wurde, musste damit rechnen, von einem Hai gefressen zu werden.  Wer den Wettbewerb gewinnen wollte, der musste das Inselchen erreichen, an Land klettern und nach dem ersten Ei einer Ruß-Seeschwalbe suchen. Der erste, der so ein Ei gefunden, allen Gefahren zum Trotz in einem Schilfkörbchen zur Osterinsel gebracht hat, wurde zum »Vogelmann« erklärt.

Foto 9: »Vogelmänner« in der heutigen Kunst

Unklar ist, wo das Abenteuer endete. Wo lag das Ziel? Am Fuße der steilen Felsklippe? Oder musste erst die Steilklippe erklommen und das Orongo-Zeremonialzentrum wieder erreicht sein?

Vielleicht war es auch anders: Jeder Stammeshäuptling bestimmte einen sportiven Schwimmer. Zum »Vogelmann« wurde dann nicht der todesmutige Schwimmer selbst, sondern sein »Häuptling« ernannt. Der »Vogelmann« vollzog als erstes eine Amtshandlung, die so manchem Osterinsulaner den Tod brachte. Um sich die Schicksalsmächte gewogen zu machen, bestimmte der neue »Vogelmann« eine Reihe von Menschen, die geopfert wurden. Das konnte sehr schnell zu blutigen Stammeskriegen führen.

Der neue »Vogelmann« hauste, so wurde mir das wiederholt auf der Osterinsel erzählt, in einer abgeschiedenen Höhle. Andere Inselbewohner berichteten, dass der »Vogelmann« in einem abgelegenen Haus wie ein Gefangener leben musste. Fünf Monate lang durfte er sich nicht waschen. Fünf Monate lang durfte er sich die Haare nicht schneiden lassen. Man muss annehmen, dass der neue Herrscher schon nach einigen Wochen gewöhnungsbedürftig aussah und gerochen hat. Frauen durften sich ihm nicht nähern, auch nicht die eigene Ehefrau. Dieser Verzicht dürfte den Damen nicht schwer gefallen sein.

Foto 10: »Motu Nui«, »Motu Iti« und »Motu Kao Kao«.

Von der Orongo-Klippe aus sieht man vor allem einen schier unendlich weiten Horizont und drei kleine Inselchen. »Motu Nui« ist am weitesten entfernt (1,5 Kilometer). Kleiner und nahe bei »Motu Nui« liegt »Motu Iti«, 1,6 Hektar »groß«. Die Kleinste der drei Inselchen, »Motu Kao Kao«, 0,1 Hektar »groß« ragt wie eine Speerspitze aus den Wogen. Wiederholt habe ich versucht, zu »Motu Nui« zu gelangen. Es hat nicht geklappt. Beim letzten Versuch kamen wir mit unserem Bötchen bis auf wenige Meter an das ersehnte Ziel heran. Unser Bootsführer ließ dann aber abdrehen. Die Brandung sei viel zu gefährlich, um das kleine Eiland zu betreten.

Ich habe den Eindruck, dass es alles andere als erwünscht ist, dass Touristen die mysteriöse Insel »Motu Nui« betreten. Das muss man akzeptieren, auch wenn es schwer fällt. Angeblich gibt es in Höhlen auf dieser kleinen Insel noch perfekt erhaltene Felsmalereien, die Szenen aus der Mythologie der Osterinsel zeigen. Zu sehen sein sollen unter anderem Vogelmann-Wesen, halb Mensch und halb Vogel.

Foto 11: Blick zu den drei kleinen Inselchen.

Solche  Kreaturen wurden einst in großer Zahl in das poröse Vulkangestein der Osterinsel geritzt und gemeißelt, angeblich mit  primitivem Werkzeug, etwa aus Basalt. Es gibt kaum noch wirklich gut erhaltene Exemplare. Die schönsten findet man im Orongo-Zeremonial-Zentrum, just an der Stelle, an der einst die Kandidaten im Wettkampf »Wer wird Vogelmann des Jahres?« vermutlich in die Tiefe kletterten.

Offenbar gab es eine Verbindung zwischen dem »Vogelmann-Kult« und dem Gott »Make Make«. »Make Make« war es, der der Legende nach die Vorfahren der Osterinsel rettete. Damals soll es eine Sintflut in der Südsee gegeben haben. »Make Make«, so sagt die Legende, entführte den Priester eines untergehenden Reiches im Westen der Osterinsel durch die Lüfte. Er zeigte ihm die Osterinsel. Und gerade noch rechtzeitig wurde das gesamte Volk, nachdem sieben mutige Seeleute die Angaben des Priesters überprüft hatten, evakuiert. Die Osterinsel wurde die neue Heimat. »Make Make« findet sich als Ritzzeichnung oder Halbrelief sehr häufig auf der Osterinsel, auch im Bereich des »Orongo-Kult-Zentrums«, sehr oft bei Darstellungen des »Vogelmann-Kults«. Es muss eine Verbindung gegeben haben. Womöglich gehörte »Make Make« zum »Vogelmann-Kult«.

Foto 12: Heutige Insulaner schaffen wieder Abbildungen von »Vogelmännern«.

Die »Vogel-Mensch-Mischwesen« scheinen in die Tiefe zu springen. Woher, wohin? Wir wissen es nicht. Nach vorsichtigen Schätzungen gibt es noch 5.000 Petroglyphen auf der Osterinsel. 4.000 davon sind bereits erfasst. Wie viele steinerne Reliefs in unzugänglichen Höhlen nur Eingeweihten bekannt sein mögen? Wie viele derlei Schnitzwerk noch unter dem Erdreich schlummern mag? Eingeweihte wissen angeblich, wo was zu entdecken ist. Sie schweigen aber. Und die mit Erdreich bedeckten Kunstwerke im weichen Gestein sind sehr viel besser geschützt als jene, die Wind und Wetter ausgeliefert sind.

Meiner Meinung nach gab es den einen oder den anderen »Putsch« auf der Osterinsel, etwa als die Statuenbauer und die Vogelkultler miteinander rangen. Und es gab schon manchen Versuch der Osterinsulaner, die Vorherrschaft der Chilenen auf dem Eiland abzuschütteln. Wird es einen Putsch und eine Unanhängigkeitserklärung geben? Wie wird Chile reagieren?

Fußnoten
(1) Barthel, Thomas S. et al.: »1500 Jahre Kultur der Osterinsel/ Schätze aus dem Land des Hotu Matua«, Ausstellungskatalog, Mainz 1989, S. 109-115
(2) Ebenda, S. 109, rechte Spalte, Zeilen 1-11
(3) Métraux, Alfred: »Ethnology of Easter Island«, Honolulu, Hawaii, 1971
(4) Ebenda, Seite 331, 1. Drittel von unten

Zu den Fotos
Foto 1: Gott »Make Make«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Blick in den »Rano Kau«-Krater. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Grüne Pflanzen auf blauem Wasser. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Die Statuen - Denkmäler für die Ahnen? Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 5 und 6: Wohin springen die »Vogelmänner«? Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 7 und 8: Einer der »Vogelmänner«. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 9: »Vogelmänner« in der heutigen Kunst. Foto Walter-Jörg Langbein  
Foto 10: »Motu Nui«, »Motu Iti« und »Motu Kao Kao«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 11: Blick zu den drei kleinen Inselchen von der Klippe aus. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Heutige Insulaner schaffen wieder Abbildungen von »Vogelmännern«. Foto Walter-Jörg Langbein

450 »Der Vogelmannkult und einer, der durch den Himmel stürzte«,
Teil 450 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 02.09.2018



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Sonntag, 22. April 2018

431 „Die Kreatur, Eulenmann und Kartoffelkopf/ Abschied von der Osterinsel“

Teil  431 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein                       


Foto 1: Heyerdahls Experiment misslang

1955/56 scheiterte Thor Heyerdahl weitestgehend auf der Osterinsel. Es gelang ihm nicht, allen vollmundigen Ankündigungen zum Trotz, eine Statue mit Faustkeilen aus dem Vulkankegel am Rano Raraku heraus meißeln zu lassen. Seine tüchtigen Gehilfen mussten enttäuscht und mit wunden Händen aufgeben. Das Ergebnis des Heyerdahl-Experiments mutet kläglich an. Allenfalls die Umrisse, nur wenige Millimeter tief, konnten in das relativ weiche Vulkangestein „geritzt“ werden.

Gescheitert ist Thor Heyerdahl mit seinem Versuch, archäologische Nachweise für seine Theorie, die Osterinsulaner seien von Peru aus gekommen. Auch trotz zahlreicher Grabungen konnte nicht ein einziger Fund getätigt werden, der eine Verbindung Peru/ Südamerika mit der Osterinsel zumindest nahelegte.

Foto 2: Osterinselriesen als Briefmarkenmotiv

Ganz in der Nähe des Rano Raraku Vulkankegels, nur wenige Meter vom „Steinbruch“ entfernt, stießen Heyerdahls Gehilfen in einiger Tiefe auf eine kuriose steinerne Figur. Sie ist eine der kleineren Statuen, ihre Höhe misst nur 3,60 Meter. Und sie unterscheidet sich vollkommen vom Standardtypus der Osterinselriesen. „Tukuturi“ nannten die Einheimischen spontan die mysteriöse Figur, zu Deutsch „der Kniende“.

Die typische Osterinsel-Statue steht aufrecht. Die Arme liegen seitlich am Körper, die langen dünnen Finger deuten Richtung Nabel. Einen Unterleib haben die Riesen nicht, an der Gürtellinie ist Schluss. Die Köpfe der Kolosse wirken roboterhaft starr, aber auch blasiert und arrogant. In den Augenhöhlen lagen einst Augen aus Muschelkalk, auf den flachen Häuptern standen zylindrische Steine wie monströse Hüte.

Fotos 3-5: „Der Kniende“

„Tukuturi“, „der Kniende“, fällt vollkommen aus dem Rahmen. Die Figur ist komplett ausgearbeitet, von den Füßen bis zum rundlichen Kopf. Die Figur kniet, hockt auf Fersen und Unterschenkeln, die Hände ruhen auf den Oberschenkeln. Leicht angedeutete Brüste sehen manche als Hinweis auf das Geschlecht der seltsamen Statue. Nicht zu übersehen ist aber der Bart. Es dürfte sich also um einen Mann handeln, der da kauert. Nach weithin akzeptierter Lehrmeinung wurden die Osterinsel-Statuen immer größer, womöglich als Resultat eines Wettstreits zwischen verschiedenen Stämmen.

Foto 6: Mein Bungalow

Versuchte jeder Stamm seine Konkurrenten zu übertreffen und möglichst noch größere Figuren aus dem Vulkankrater zu hauen? Oder wollte man von Generation zu Generation die „Altvorderen“ mit immer größer werdenden Figuren übertrumpfen? Die größte bekannte Statue – Länge rund 20 Meter (von mir nachgemessen) – wurde nie vollendet. Sie wurde nicht komplett aus dem Vulkangestein gelöst. Niemand vermag zu sagen, warum die Arbeiten im Steinbruch offensichtlich abrupt beendet wurden.

Dann müsste „der Kniende“ mit ihrer geringen Höhe (ich habe 3,60 Meter gemessen) zu den ältesten Statuen gehören. Wieso hat man sie vergraben? Etwa weil es zu einem abrupten Stilwechsel kam, warum auch immer? Man muss sich natürlich fragen, ob „der Kniende“ die einzige Statue ihrer Art ist. Sie ist die einzige, die man bis heute gefunden, sprich ausgegraben hat. Ruhen noch weitere solche vollkommen aus dem Rahmen fallenden Figuren unter dem Erdboden der Osterinsel?

Davon sind viele Osterinsulaner überzeugt. Tatsächlich sieht man da und dort auf dem Eiland Gesichter der berühmten Steinkolosse aus dem Erdboden ragen. Wie viele ganz und gar vom Erdreich bedeckt sind und so von Witterungseinflüssen verschont bleiben? Niemand weiß das. Und Eingeweihte, die von Vätern und Großvätern in Geheimnisse der Osterinsel eingeweiht worden sind, schweigen.

Fotos 7 und 8: „Der Eulenmann" oder „Die Eule"

Ein Gesicht ragt ein Stück aus dem Erdreich. Im Hintergrund: Reste einer Plattform, auf der einst mehrere Statuen der bekannten, klassischen Art standen. Sie sind (wurden) gestürzt, liegen in Trümmern vor der verfallenden Plattform. Ganz aus dem Rahmen fällt das runde Gesicht. Es ist keines der fast normierten stoischen Gesichter der typischen Statuen. Leere Augenhöhlen starren den Besucher an. Einheimische nennen die Figur, von der nur wenig zu sehen ist, scherzhaft „Eulenmann“ oder „Eule“. Warum gräbt man die Figur nicht aus?

Ein Geistlicher erzählte mir vor Ort: Über Jahrzehnte hinweg seien die Statuen für viele Einheimische nichts Besonderes gewesen. Mehrfach sei er gefragt worden, ob es überall auf der Welt diese „Dinger“ gebe. Lange Zeit hatte kaum jemand Interesse, die Vergangenheit der Insel zu erforschen. Aber immer mehr, auch junge Inselbewohner, interessieren sich für die Geschichte der Insel mit den Riesenstatuen.

Foto 9: „Die Kreatur“
Die Osterinsel ist mit Lava-Schlacken übersät. Überall liegen kleine oder große unförmige, auch runde, Klumpen, die einst einer der Vulkane ausgespuckt hat. Sie schossen noch flüssig in die Höhe, schlugen verfestigt wie Bomben wieder auf. In der Regel haben sie eine raue Außenhülle mit Löchern unterschiedlicher Größe. Figuren aus Lava-Schlacke-Klumpen soll es „viele“ gegeben haben. Sie entsprachen ganz und gar nicht dem weltberühmten Typus des Osterinselriesen mit starren, fast roboterhaften Gesichtsauszügen.

Vergeblich suchte ich bei meinen Aufenthalten auf „meiner Lieblingsinsel“ nach einer „nur“ etwa 2,40 Meter kleinen Figur aus rötlich-brauner Vulkanschlacke. Ein vergilbtes Foto stand mir kurz zur Verfügung. Eine angeblich maßstabsgetreue Zeichnung (Foto 8) durfte ich ausgiebig in Augenschein nehmen, aber nicht publizieren. Grete C. Söcker fertigte für mich eine Zeichnung dieser Kreatur an. Auf einem formlosen „Oberkörper“ oder „Leib“ ohne erkennbare Gliedmaßen ruht ein wuchtiger Kopf mit dicker Knollennase und wulstigen Lippen. Gab es eine reale Vorlage für dieses in rötlich-brauner Schlacke verewigte Geschöpf? Es könnte sehr wohl findige Hollywoodgrößen zu einem menschenfressenden Monster inspirieren.

Fotos 10 und 11: „Der Krallenmann“

Das gilt auch für  eine weitere Statue, die auf den ersten Blick sehr dem „typischen“ Osterinselriesen ähnelt. Sie ist verglichen mit ihren steinernen „Kollegen“ ausgesprochen klein, sie misst nur etwa 1,70 Meter. Anstatt von Fingern hat dieser seltsame „Osterinselzwerg“ aus Basalt lange, unnatürlich abgewinkelte Krallen. Freunde von Horrorfilmen mögen an Freddy Krueger aus der langlebigen Reihe „Nightmare on Elmstreet“ erinnert werden. Massenmörder Freddy trägt an seiner rechten Hand einen Handschuh mit Klingen, scharf wie Skalpelle, am Ende der Finger. Sein Osterinsel-Pendant freilich hat an beiden Händen diese scharfen spitzen Krallen.


Foto 12: „Kartoffelkopf“
Die Osterinsel bietet noch viele Geheimnisse und Rätsel. Immer wieder werden Meldungen durch die Medien verbreitet, wonach nun endgültig geklärt sei, wie die Riesen vom Steinbruch an die Plätze ihrer Bestimmung transportiert werden. Tatsache ist: Keiner dieser Lösungsvorschläge ist mehr als reine Spekulation. Und keine dieser Spekulationen hält einer stichhaltigen Überprüfung stand. Daran ändert auch die immer wieder in die Welt posaunierte Meldung, nun sei Däniken endgültig widerlegt. „Widerlegt“ werden nämlich auch in Sachen Osterinseln angebliche Behauptungen Dänikens, die sich nirgendwo in seinen Büchern finden.

Ungelöst sind nach wie vor viele Geheimnisse der Osterinsel. Wo wurden Riesenstatuen und Statuetten vergraben und warum? Wen oder was sollen die stoisch dreinblickenden Statuen darstellen? Wie kamen sie zu Fall? Wer oder was hat sie gestürzt? Wen stellen fratzenartige Reliefs und gnomartige Skulpturen dar, die man selbst in dickleibigen Bildbänden über die Osterinsel nicht zu sehen bekommt? Warum hat der angeschlagene, wieder aufgerichtete Moai vom „Ahu Huri a Urenga“ (Größe: Fast 3,50 Meter) gleich vier Hände mit Krallenfingern wie Freddy Krueger aus der Horror-Film-Reihe „Nightmare on Elmstreet“?
Foto 13: „Puoko Tea Tea“

Wen oder was stellt – pardon – der „Kartoffelkopf“ (von mir so „getauft“) dar, der im „Orongo-Heiligtum“ verewigt wurde? Man möchte ihm nachts ebenso wenig begegnen wie seinem Kollegen „Puoko Tea Tea“, der vor Jahrhunderten als Miniatur aus Trachyt-Gestein geschaffen wurde.

Die Osterinsel ist und bleibt rätselhaft, ein winziges Fleckchen Erde, irgendwie verloren in Zeit und Raum…

Ich habe im Laufe der Jahre eine erfreuliche Entwicklung auf der Osterinsel feststellen dürfen. Junge Osterinsulanerinnen und Osterinsulaner interessieren sich wieder für ihre Heimat. Kinder lernen in der Schule wieder die langsam in Vergessenheit geratende Sprache des Eilands. Sie lassen sich von den Älteren und Alten die Tänze zeigen, die schon seit Urzeiten auf dem Eiland bekannt waren. Junge Künstler studieren wieder die seltsamen Steingravuren von Fabelwesen, Vogelmenschen, Obergott Make Make und fertigen neue Kunstwerke an, Halbreliefs und Statuetten. Und die alten Kunstwerke, die gigantischen Steinriesen, aber auch Halbreliefs und Ritzzeichnungen, werden, leider ist das erforderlich, bewacht. Es ist bedauerlicherweise immer wieder vorgekommen, dass uralte Überlieferungen in Stein beschädigt wurden.

Manche Menschen müssen sich anscheinend überall »verewigen«. Ein Tourist wurde erwischt, der einem der Osterinselkolosse die Nase abgeschlagen hatte. Er wollte sie als Souvenir mit nachhause mitnehmen. Dein anderer Tourist hatte es auf ein Ohr einer der Statuen abgesehen. Es gelang ihm, das imposante Ohr abzuschlagen, beim Aufprall auf dem Boden zerbrach es in mehrere Teile. Ein Stück wurde im Gepäck des Touristen gefunden. Der Bürgermeister der Inselgemeinde, Pedro Edmunds, ließ verlautbaren (1), der Finne sollte frei gelassen werden und müsse keine Haftstrafe antreten. Die Beschädigung der Statue, so der Bürgermeister, sei nur möglich gewesen, weil die chilenische Regierung zu wenig für den Schutz des Weltkulturerbes tue.

Übrigens: Bevor Erich von Däniken anno 1968 über die Osterinsel berichtete, interessierte sich niemand für das mysteriöse Eiland. Erich von Däniken war es, der mit »Erinnerungen an die Zukunft« weltweit die geheimnisvollen Statuen zum Diskussionsthema machte. Auch wenn alle Jahre wieder verkündet wird, dieses oder jenes Geheimnis der Osterinsel sei gelöst worden, so wurden bislang nur, zum Teil kuriose, Spekulationen vorgetragen. Auch in Sachen Osterinsel konnte Erich von Däniken bis heute nicht widerlegt werden.

Meine Trauminsel ist und bleibt die Osterinsel!. ¡'Iorana!

Fußnote
(1) Der Vorfall ereignete sich meiner Erinnerung nach im Jahr 2010.

Danksagung

Ein herzliches Dankeschön 
geht an Grete C. Soecker 
für die großartigen Zeichnungen, 
die sie für diesen Beitrag angefertigt hat. 
Ihre Illustrationen bereichern meinen Beitrag, 
veranschaulichen den Text, wo keine Fotos vorliegen. 
DANKE!

Fotos 14-16: Einige der rätselhaften Statuen der Osterinsel

Zu den Fotos:
Foto 1: Heyerdahls Experiment misslang. Foto/ Archiv W-J.Langbein
Foto 2: Osterinselriesen als Briefmarkenmotiv. Archiv W-J.Langbein
Foto 3: Der Kniende. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Der Kniende. Zeichnung Grete C. Söcker
Foto 5: Der Kniende. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Mein Bungalow. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 7 und 8: „Der Eulenmann“ oder „Die Eule“. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 9: „Die Kreatur“. Zeichnung Grete C. Söcker
Foto 10 und 11: Der „Krallenmann“. Zeichnungen Grete C. Söcker
Foto 12: „Kartoffelkopf“. Zeichnung Grete C. Söcker
Foto 13: „Puoko Tea Tea“. Zeichnung Grete C. Söcker
Fotos 14-16: Einige der rätselhaften Statuen der Osterinsel. Fotos Walter-Jörg Langbein

432 „Das Leuchten in der Gruft“,
Teil  432 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 29.04.2018


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Sonntag, 26. Februar 2012

110 »Geheimnisvolles Opunohu-Tal«

Teil 110 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Im Opunohu-Tal haben sich deutliche Spuren einer alten Kultur erhalten. Warum entgingen sie der Zerstörungswut der Missionare? Der aufmerksame Besucher erkennt an vielen Stellen im Unterholz spärliche Reste der ursprünglichen Bauten. Kleine, oft nur wenige Handbreit hohe Mäuerchen zeigen an, wo einst eine mächtige Anlage stand. Kleine Mäuerchen umgeben den einen oder den andern Baum. Bäume haben sich da und dort durch steinerne Plattformen gesprengt. Und da und dort ragen einzelne Steine empor.

Baum durchbricht sakrales Pflaster
Foto: W-J.Langbein
Und es gibt – anders als auf der Hauptinsel Tahiti – im manchmal märchenhaft-düsterem Kastanien-Wald erstaunlich gut erhaltene Ruinen aus »heidnischer Zeit«. Sie wurden teils von Archäologen rekonstruiert ... teils von Einheimischen gepflegt. Nach wie vor gilt das Opunohu-Tal als heilig. Allen Bemühungen der Missionare zum Trotz leben alte Kulte auch heute noch weiter!

»Hier wimmelt es von Moskitos!«, schimpfe ich vor mich hin. »Die Biester stürzen sich wohl auf jeden Besucher!« Ich hole eine Dose Antimückenspray aus meinem Rucksack, verabreiche mir eine stinkende Dusche. Ich habe verschiedene Mittel dabei – Sprays, Tinkturen, Salben. In der Fachliteratur wurde vor den Minivampiren gewarnt. Wirkung zeigen einige der Mittel: Sie verursachen bei mir Kopfschmerzen. Bei den Quälgeistern versagen sie kläglich. »Viele Besucher kommen hier nicht her ...« lacht mein Taxifahrer. »Die Moskitos schützen die Steine von Titiroa!«

Ich entdecke eine stark verschmutzt »Anschauungstafel«. Sie zeigt den Versuch einer Rekonstruktion der heiligen Anlage. Was ist Fantasie, was fundiertes Wissen? Niemand vermag das zu sagen! Marae Titiroa muss einst wirklich sehr imposant gewesen sein. Auf der Rekonstruktion erscheint Marae Titiroa als komplexe Anlage.

Versuch einer Rekonstruktion
Foto: W-J.Langbein
Die steinerne Mauer wurde vor rund einem halben Jahrhundert restauriert. Im Inneren gab es einst eine massive steinerne Plattform, die den Göttern und den Geistern der verstorbenen Ahnen vorbehalten waren. Das war das Allerheiligste. Auf Altären unterschiedlicher Größe wurde den Göttern geopfert: Hunde, Schweine und Fische auf größeren Altären, Früchte auf kleineren. Auch Menschen sollen rituell getötet worden sein ... zu Ehren der Götter.

Auf hölzernen Stangen, so versicherte mir ein Archäologe vor Ort, hielt man symbolische hölzerne »Vögel« in die Luft ... die Boten zwischen Göttern und Menschen, also Engel im biblischen Sinn. Trommeln von beachtlicher Größe standen in einer Ecke der Mauer. Ihre durchdringenden Klänge sollten die Götter erreichen. Ein verschmutztes Bild soll verdeutlichen, wie diese sakralen Musikinstrumente einst aussahen.

Einst schlugen Priester
mächtige Trommeln
zu Ehren der Götter
Foto: W-J.Langbein
In tragbaren »Bundesladen« wurden heilige Kultobjekte befördert: wahrscheinlich von überdachten Bauten außerhalb des Marae ins Zentrum der Kultanlage und zurück. Diese Kult-Hütten mögen auch zur Vorbereitung der Menschenopfer gedient haben. Nur zu besonderen Festlichkeiten wurden – womöglich in einer der Hütten außerhalb des Heiligtums – Männer (und ausschließlich nur Männer!) getötet und dann an Stangen gebunden zum Altar getragen. Nach anderen Berichten wurde die Männer auf die Plattform gelegt, wo ihnen mit einer gewaltigen Keule der Schädel zertrümmert wurde.

Mag sein, dass es als besondere Ehre galt, so einem Gott wie Oro »geschenkt« zu werden. Oro war der Hauptgott von Tahiti und Moorea ... der Gott des Krieges, aber auch des Meeres und der Fruchtbarkeit.

»Oro kam von der Südseeinsel Raiatea ...« erklärt der kundige Taxifahrer. »Dort wurde er als der größte Gott überhaupt verehrt ... als der große Schöpfer!« Die Vertreter des ranghöchsten Adels sahen sich gern als Nachkommen Oros. Auf Bora Bora, so wird überliefert, fand Oro eine wunderschöne Frau. Er beobachtete sie, als sie nackt badete ... und war sehr angetan! So kam er tagtäglich vom Himmel herab ... auf einem Regenbogen. Er landete auf dem mächtigen Pahia-Berg. Und jeden Abend stieg er wieder in den Himmel empor.

Tagtäglich besuchte er Vairaumati, so hieß die schöne Auserwählte. Und die verliebte sich in den kraftstrotzenden Mann. Das blieb nicht ohne Folgen. Sie, das schöne Erdenmädchen, gebar ihm, dem himmlischen Gott, einen Sohn. Der wurde ein mächtiger Krieger. Oro selbst kehrte in Gestalt einer Flamme in den Himmel zurück. Vairaumati wurde zur Göttin. Götter, die vom Himmel kamen und sich eine schöne Frau zur Gemahlin nahmen ... das ist ein weit verbreitetes Motiv in der Südsee.

Gott Oro
Foto: American
Das »Metropolitan Museum« besitzt einen Oro. Die längliche Statue besteht aus einem hölzernen Kern, der mit geflochtenen Kokosfasern umwickelt wurde. Einst verliehen dem Bildnis seltene Vogelfedern magischen Zauber. Es war somit nicht nur eine plastische Darstellung des Gottes, sondern ein heiliges Objekt der Verehrung!

Stundenlang erkundete ich die Maraes im Opunohu-Tal. Stets verfolgten mich dabei bissige Moskitoschwärme. War es immer der gleiche? Oder hatte jeder Schwarm sein Territorium? Obwohl ich vorsorglich lange Hosen und ein langes Hemd angezogen, mich zudem intensivst mit Moskito-Hau-Ab-Spray eingenebelt hatte ... ließen die Attacken der blutdürstigen Biester nicht nach. »Keine Angst!« beruhigte mich mein Taxifahrer, wenn ich mal wieder wild um mich schlug. »Wir haben hier keine Malaria!«

Mich erinnerte die Bauweise auf Moorea bei verschiedenen »Sakralbauten« ... an die mysteriösen Monstermauern von Nan Madol. In beiden Fällen wurden Basaltsäulen dazu verwendet, in Blockhüttenbauweise Mauern zu errichten. Offenbar gab es in beiden Fällen diese wie künstlich wirkenden Basaltsäulen, die aber in vulkanischen Regionen von der Natur geliefert werden. Man muss sie nur noch »ernten«, auf die gewünschte Länge bringen und zur Baustelle transportieren ... In Blockhütten-Bauweise wurden sie aufeinander geschlichtet und trotzen so viele Jahrhunderte dem Zahn der Zeit.

In Nan Madol wie im Opunohu-Tal ist die Bauweise gleich. Allerdings wurde auf Moorea bei weitem nicht der Gigantismus von Nan Madol erreicht!


Nan Madol (rechts) und
Moorea (links)
Fotos: W-J.Langbein
Stundenlang durchstreife ich das Opunohu-Tal. Ich kroch unter Gestrüpp, stieg über umgestürzte Bäume ... immer auf der Suche nach versteckten Spuren der »Heiden«. Überwuchert von Kastanienbäumen und Gestrüpp entdecke ich immer wieder steinerne Zeugnisse.

Sorgsam gepflasterte Areale dienten angeblich den Vornehmen von einst als Übungsplätze für das Bogenschießen. Offenbar durften nur Ranghohe diesem Sport frönen. Oder war es mehr als nur ein Sport? War es ein sakrales Ritual zu Ehren der Götter? Wir wissen es nicht mehr. Den Missionaren war das alte Brauchtum nur verachtenswertes heidnisches Gräuel. Es galt, die Erinnerung daran auszulöschen, dem aktiven fremden Glauben ein Ende zu setzen.
Und immer wieder mache ich senkrecht stehende Steine aus ... vor Jahrhunderten aufgestellt. Einige waren umgefallen ... oder umgestoßen worden. Andere standen noch aufrecht. »Es sind Denkmale, die zu Ehren der Götter errichtet wurden!«, erfahre ich vom Taxifahrer. Ein Geistlicher auf der Fähre erklärt mir bei der Rückfahrt nach Tahiti: »Es sind Grabsteine ... Je nach Größe verweisen sie auf einen hochrangigen Adeligen oder auf einen einfachen Menschen.«

Steine von Titiroa
Foto: W-J.Langbein
»Es ist ein Segen ...«, seufzte der Geistliche, »dass es noch so gut wie keine Grabräuberei gibt! Sonst wären die Steine längst umgestoßen, die Gräber geschändet worden! Ich kann mir eine bissige Antwort nicht verkneifen: »Es ist ein Segen, dass auf Moorea überhaupt noch Zeugnisse aus ›heidnischer Zeit‹ erhalten geblieben sind ...« Traurig nickt der Priester: »Ja ... Es ist eine Schande, dass Missionare beider christlichen Konfessionen so wenig Achtung vor den Zeugnissen der älteren Kultur hatten ...« Ich frage den Geistlichen: »Oder lebt der alte heidnische Glaube weiter? Beten die Menschen nach wie vor zu den alten Göttern, auch wenn sie sonntags in die Kirche gehen?« Der Gottesmann erhebt sich grimmigen Blicks und sucht sich einen anderen Platz.

Die Kirchen haben bei den staatlichen Behörden ein Verkaufsverbot alkoholischer Getränke bewirkt ... aus gesundheitlicher Fürsorge? Wohl kaum! Viele Jugendliche machten sonntags Picknicks mit Musik und Trinkgelagen. Seit dem Alkoholverbot gehen wieder einige von ihnen sonntags ... in die Kirchen.


Abschied von Moorea
Foto: W-J.Langbein
»Die Monsterbauten von Malta«,
Teil 111 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 04.03.2012


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Sonntag, 8. November 2009

Südseeinseln... Inseln im All

Teil IV der Serie
»Das Atlantis der Südsee« Bild hinzufügen
von Walter-Jörg Langbein    


Das kleine Rinnsal schlängelte sich mühsam zwischen kleinen und größeren Lavabrocken dahin... und war plötzlich verschwunden. Wohin wohl? Ein leises glucksendes Rauschen schien aus dem Innersten der Erde zu kommen. »Folge der Stimme des Wassers!« raunte mir mein Guide zu.

Es hat lange, sehr lange gedauert, bis er bereit war, mich in ein Geheimnis der Osterinsel einzuweihen. Nie und nimmer, das war die Bedingung, dürfe ich verraten, wer es war, der mich an einen der geheimnisvollsten Orte der Osterinsel geführt hatte. Nie und nimmer dürfe ich auch nur andeuten, wo sich jener Eingang in eine fremde Welt befindet. Erst als ich absolute Verschwiegenheit versprach, wurde mir der »Weg des Wassers« gezeigt.

Mein Guide deutete auf eine Felsspalte im Boden, die das kleine Bächlein aufnahm. Ein gurgelndes Geräusch machte nicht gerade Mut. Mein Guide aber nickte zuversichtlich. Und so zwängte ich mich durch den schmalen Riss im steinharten Boden und stieg nach unten. Mit den Füßen suchte ich Halt, mit den Händen klammerte ich mich fest. Bald schon erkannte ich, wie eng der felsige Abstieg war. Und das gab mir Sicherheit.

Mit dem Rücken presste ich mich gegen rauen Stein, mit Händen, Armen, Knien und Füßen hielt ich dagegen. Das kalte Wasser begleitete mich. Es machte den Fels glitschig. So rutschte ich wiederholt nach unten, ich stürzte aber nicht. Ich fand immer wieder Halt. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Nach Minuten, die mir wie Ewigkeiten vorgekommen waren, hatte ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Ich hob den Blick, starrte nach oben. Der schmale Einstieg wirkte wie ein blendender Riss in der Dunkelheit.

Mein Rücken, meine Hände, Arme, Ellenbogen, meine Knie, meine Beine... alles schmerzte. Mein innerer Schweinehund gab einen klaren Befehl: Klettere zurück, krieche aus diesem Loch... atme wieder frische Luft. »Folge der Stimme des Wassers!« hatte mir mein Guide geraten. Nach stundenlangen Gesprächen bis spät in die Nacht hatte er mir ein verlockendes Angebot gemacht. Ich würde in die Unterwelt des Osterinsel steigen dürfen. Ich würde – alleine – erleben dürfen, was selbst so manchem Osterinsulaner unbekannt bleiben musste. Wie konnte ich da eine Reise abbrechen, noch bevor sie wirklich begonnen hatte? So widersetzte ich mich dem Wunsch, wieder nach oben ins Licht zu klettern. Ich blieb also stehen.

Wie tief mochte der Schacht sein, dem ich – der Stimme des Wassers folgend – mehr hinabgerutscht als bewusst mehr oder minder senkrecht ins vulkanische Gestein der Osterinsel gefolgt war? Ich reckte mich, streckte meine Arme nach oben... das Tageslicht mochte vier oder fünf Meter über mir schimmern. Oder waren es nur drei? Ich fühlte meinen Puls langsamer werden. Ich spürte die Stille um mich – fast körperlich. Langsam ließ ich mich auf die Knie, tastete mit den Händen den steinernen, teilweise schlammigen Boden ab. Da war es wieder, dieses kleine Rinnsal. In einem schmalen Wasserfall kam es aus dem Licht.... und verschwand. Meine Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit. Ich erkannte so etwas wie einen niedrigen Gang am Grunde des Schachts. Die Stimme des Wassers lockte mich hinein.

Auf allen Vieren kroch ich in den Gang. Bald war es pechschwarz um mich herum. Immer wieder stieß ich mich mit dem Kopf, mit den Schultern, den Armen. Immer wieder schien mein »innerer Schweinehund« die Überhand zu gewinnen. Und doch kroch ich weiter... nur noch ein kleines Stück. Sobald ich mehr Platz haben würde, konnte ich ja wenden und umkehren.... aber in dieser Enge? Im Nachhinein, das muss ich zugeben, muss ich über einen Gedanken lachen, der mir damals immer wieder kam. Kannte ich nicht eine ähnliche Situation aus der Literatur? Tatsächlich fühlte ich mich – so übertrieben pathetisch das jetzt auch für mich klingen mag – wie Arne Saknussem aus Jules Vernes Roman »Reise zum Mittelpunkt der Erde«.

Wohin würde mich die Stimme des Wasser führen, der ich in einem unterirdischen Korridor kriechend, folgte? Was würde ich entdecken? Warum sollte ich weder Taschenlampe noch Photoapparat bei meinem Abenteuer in einer schmalen, natürlich entstandenen Röhre durch die vulkanische Unterwelt der Osterinsel dabei haben? Das Tageslicht war längst weit hinter mir geblieben. Und die Luft war immer stickiger geworden. Einmal mehr stieß ich mit der Stirn schmerzhaft gegen Fels. Ich legte mich auf den Bauch und kroch weiter. Das Rinnsal sammelte sich, wurde tiefer. Schließlich kam es mir immer mehr vor als würde ich in einer eisigen schlammiger werdenden Brühe schwimmen.

Aus der Stimme des »inneren Schweinehundes« war längst die der Vernunft geworden. Aber die Sturheit erwies sich als stärker... meine Sturheit. Und plötzlich änderte sich die Situation schlagartig. Die Stimme des Wassers wurde zu einem lauten Tosen. Die stickige miefige Luft roch plötzlich nicht mehr nach Moder, sondern nach Salz und Seetang. Und die Luft stand nicht mehr drückend, vielmehr wehten mir heftige Luftwirbel entgegen. Die Dunkelheit, an die ich mich inzwischen gewöhnt hatte, wich hellem Tageslicht. Für einen Moment war ich wie geblendet. Vor mir erstreckte sich der weite, weite pazifische Ozean. Meer und Himmel schienen ineinander überzugehen. Und tief unter mir schlugen heftige Wellen an eine Steilklippe. Rhythmisch schoss die weiße Gischt des Meeres zu mir empor.

Ich war der Stimme des Wassers gefolgt... aber was wollte sie mir sagen? Sie hatte mich von einer ausgedörrten steinigen Region der Osterinsel in eine unterirdische Röhre geführt. Anders als bei der »Reise zum Mittelpunkt der Erde« von Jules Verne hatte ich keine urzeitlichen Monster in einer unterirdischen Welt entdeckt. Der Tunnel endete in einer Steilklippe, die viel zu hoch war, als dass ich in die tosende Hölle der brausenden Wogen hätte hinabsteigen können.

Im Laufe von mehreren Besuchen auf der Osterinsel habe ich einige solcher Höhlen besucht. Sie führen unterirdisch mitten in senkrecht zum Meer abfallende Steilküsten. Welchem Zweck dienten sie? Warum krochen die Osterinsulaner einst durch unterirdische Tunnel, die plötzlich abrupt endeten: in Felswänden, die viel zu hoch über der tosenden Brandung lagen, als dass man dort hätte zum Meer hinab gelangen können!

Mir gingen die Worte meines Guides nicht aus dem Sinn. Wie lautete die Botschaft des Wassers.. des Meeres? Ich verstand sie nicht, so sehr ich mir auch auf dem Rückweg durch den Tunnel ans Tageslicht das Hirn zermarterte. Wieder ging es durch die niedrige Stelle im Höhlengang. Und plötzlich näherte ich mich wieder dem senkrechten engen Schacht. Ich blickte zum Spalt im Fels empor, durch den ich in die »Unterwelt« gestiegen war. Geradezu grell war der scharf umrissene Lichtkegel, der wie aus fernem Himmel tief in die Unterwelt hinein leuchtete. Nach einigen Minuten hatten sich meine Augen an die neue Situation gewöhnt. Als ich den steilen Schacht wieder emporklettern wollte, machte ich eine Entdeckung: an der Seite befand sich ein steinernes Relief. Es zeigte ein Bildnis, das die Osterinsulaner so oft verewigt haben: das rundliche Gesicht Make Makes mit den starr, ja glotzend wirkenden Augen.

Immer wieder haben die Künstler der Osterinsel dieses Gesicht in Petroglyphen, in steinernen Reliefs verewigt... im Verlauf von Hunderten von Jahren. Sie ritzten es in den relativ weichen vulkanischen Stein. Unzählige – vielleicht die meisten dieser Darstellungen – sind von der Witterung so stark beschädigt worden, dass sie kaum noch zu erkennen sind. Niemand weiß, wie viele Kunstwerke längst ausgelöscht worden sind. Wird es gelingen, die wenigen, noch gut erhaltenen Exemplare so zu konservieren, dass sie auch noch in Jahrhunderten Zeugnis einer uralten Kultur werden ablegen können?

Die Osterinsel ist in ihrer Gesamtheit ein einziges Rätsel. Auf einer fast spitz in die Weiten des Pazifik hinausragenden Klippe im Südwesten des Eilands entstand vor vielen Jahrhunderten eine mysteriöse Kultstätte: Orongo. Zum Meer hin fällt die steile Steinwand fast 300 Meter senkrecht ab. Unweit des Rano Kao Vulkankraters entstanden hier geheimnisvolle steinerne Häuser, die an Bunker erinnern. Flache Steine wurden mörtellos zusammengefügt. Warum haben die seltsamen Häuser so gewaltige, wuchtige Steindecken? Warum sind die Räume so niedrig, dass man sich oft nur eher kriechend als aufrecht darin aufhalten kann? Ich habe einige der Innenräume gemessen: Die »Höhe« lag stets um 1,40 Meter!

Eine Erklärung lautet: Das war kein herkömmliches Dorf, das war eine sakrale Wachstation. Hier lagen Wächter auf der Lauer, die die geheimnisvollen Felszeichnungen vor Beschädigung oder Zerstörung bewahren mussten. Die steinernen Kunstwerke sind höchst geheimnisvoll. Immer wieder taucht das Gesicht des Gottes Make Make auf. Make Make soll es ja gewesen sein, der einem Priester – den er durch die Lüfte entführt hatte – die Osterinsel zeigte: als Zufluchtstätte für die Menschen, die das Atlantis der Südsee noch fluchtartig verlassen konnten!

Orongo, der Name der heiligen Stätte, ist vermutlich eine Variante eines alten Götternamens: Rongo. Kurioser Zufall: Der biblische Gott Jahwe erklärte den Regenbogen zum Symbol des Bundes mit »seinem« Volk, mit Israel. Rongo wurde von den Ur-Osterinsulanern im Regenbogen gesehen. Jahwes Stimme grollte wie der Donner.... Rongo sprach aus dem Donner. Mag sein, dass Rongo ein anderer Name für Make Make ist.

Einst gab es eine Vielzahl von Gemälden in den »Bunkern« von Orongo. Sie zierten die Wände. Ein besonders verehrtes Motiv, das zugleich den christlichen Missionaren ein schmerzhafter Dorn im Auge gewesen sein muss, soll Rongo alias Make Make gewesen sein. Die heiligen Malereien sind heute vor Ort nicht mehr auffindbar. Stundenlang bin ich in den niedrigen Räumen umhergekrochen, habe die Wände mit meiner Taschelampe abgeleuchtet und fand keine Farbspur mehr... von ganzen Gemälden ganz zu schweigen. Viele mögen mutwillig zerstört, einige in Museen gerettet worden sein. Mitte des vergangenen Jahrhunderts – also vor rund 50 bis 60 Jahren – soll es immerhin noch etwa zehn gut erhaltene Motive in den mysteriösen »Bunkerbauten« gegeben haben.

Am Abend meiner »Höhlenexkursion« fragte mich mein Guide, ob ich die Botschaft des Wassers verstanden habe. Verschämt musste ich zugeben: »Nicht wirklich...« Ich fasse die Antwort des Guide zusammen:

»Der Gang durch die Finsternis der unterirdischen Höhle entspricht dem Weg des Unwissenden durch die Dunkelheit der Unkenntnis. Er sieht nichts. Der Unwissende kriecht durch den Gang und wenn er dazu bereit ist, kann er in Steinen wie in einem Buch lesen! Plötzlich steht er an einem Ausgang. Aus der Dunkelheit gelangt er wieder ins Licht. Doch noch kann er nur sehen, er kommt aber nicht weiter! Er erblickt tief unter sich die peitschenden Wogen des Ozeans. Noch kann er nicht den Abstieg wagen. Aber eines Tages wird er es können! Er blickt in die Ferne und sieht die Wogen des Meeres. Weit, weit jenseits des Horizonts gibt es andere Inseln. Eines Tages wird er sie besuchen können. Den Inseln im Meer entsprechen die Sterne am Himmel. Noch scheinen die fernen Eilande unerreichbar zu sein. Doch eines Tages wird es möglich sein, sie zu besuchen... ferne Inseln im Meer ebenso wie ferne Planeten im Meer des Alls. So wie es Menschen auf anderen Inseln im Meer gibt, so sind auch andere Planeten in den Weiten des Alls bewohnt. Eines Tages werden wir sie besuchen können!«

»Der Mensch wird fremde Welten in den Tiefen des Kosmos besuchen?« fragte ich ungläubig den Guide. Der lachte schallend. »Der Mensch wird geboren. Er wächst in der Kinderstube auf, so wie der Vogel im Nest. Kein Vogel bleibt für immer in seinem Nest. Er wächst heran und lernt fliegen. Dann verlässt er sein Nest und erkundet die Umgebung. Er wagt sich immer weiter und weiter weg!« Auch der Mensch werde nicht in seiner »Kinderstube Planet Erde« bleiben, sondern in die Tiefen des Alls vordingen. »Oder möchtest du für immer in deiner Kinderstube sitzen?«

Mein Guide wiederholte: »Die Inseln der Südsee stehen für die Inseln im All. Früher glaubten manche Menschen, nur die eigene Insel sei bewohnt. Falls es überhaupt weitere Inseln geben sollte, so könnten diese nur unbewohnt sein! Das klingt naiv, ja dumm. Aber es gibt auch heute noch Menschen in der ›zivilisierten Welt‹, die der festen Überzeugung sind, dass es außer Planet Erde keine anderen Planeten im All gibt... und wenn doch, dann nur unbewohnte!

Schwimmend konnten die Urbewohner der See, die Pazifik genannt wird, keine fernen Inseln erreichen. Sie mussten Schiffe bauen und die Kunst der Navigation erlernen. Der ›zivilisierte Mensch‹ von heute ist dabei, ›Schiffe‹ zu bauen, mit denen er zu fernen Inseln im All gelangen kann!« Die Mitteilungen des Guide deckten sich zum Teil mit meinem Wissen aus langjährigem Literaturstudium der Südseemythologie. Alte Südseeüberlieferungen belegen, so wusste ich aus meinem Literaturstudium, dass der Weltraum als ›kalter leerer Raum‹ bekannt war. Und in dieser weiten Leere vermutete man ›Inseln‹, andere Welten. Dort wiederum wähnte man tatsächlich Leben! In der »Polynesian Mythology« findet sich ein deutlicher Hinweis auf diesen Sachverhalt. Da lesen wir von einem Rehua, der eine Reise zu den Himmeln antritt:

»›Sind die Himmel über diesem Himmel bewohnt?‹ -›Ja, sie sind bewohnt.‹ antwortete man. ›Kann ich zu diesen Himmeln gelangen?‹ fragte er. ›Nein, du wirst sie nicht erreichen können, da diese Himmel von Tane erbaut sind.‹«Rehua erreicht den zweiten Himmel und fragt wiederum ein Wesen, das er dort antrifft: »›Sind die Himmel über diesem Himmel bewohnt?‹ - ›Ja, aber du wirst sie nicht erreichen können, da sie von Tane erbaut wurden.‹« Im dritten Himmel wiederholt sich das gleiche Spiel: Wieder erfährt der neugierige Rehua, dass auch der nächst höhere Himmel bewohnt sei. Und das gilt, so bringt er in Erfahrung, für alle »Himmel«! Südseeinseln verglich man mit Inseln im All. So wie Inseln in den Meeren unseres Planeten bewohnt sind, so galten die Planeteninseln im Universum ebenfalls als besiedelt. Und wer über entsprechende Technologie verfügt, der kann diese fernen Inseln im All auch erreichen.

Zu diesen fernen Welten kann man nicht nur reisen... wenn man die entsprechenden »Verkehrsmittel« besitzt. Wesen von diesen fernen Welten können auch zur Erde gelangen. Sollten tatsächlich in der Vergangenheit kosmische Besucher aus dem All einst zur Erde gekommen sein? Was auf den ersten Blick phantastisch klingen mag, das wird durch einen knappen Text bestätigt, den Egbert Richter-Ushanas – ein Experte auf dem Gebiet der geheimnisvollen Osterinselschrift – erstmals von der Tafel »Aruka Kurenga« (einer uralten Holztafel mit geheimnisvollen Zeichen) übersetzt: »Durch den Himmel gestürzt kam Hotu Matua von jenem Land in dieses Land, und er ließ sich nieder im Nabel des Himmels.«

Stellen wir uns vor, ein Außerirdischer kommt aus den Tiefen des Alls, als Besucher auf unseren Planeten. Ein Wesens namens Pourangahua wird in alter polynesischer Mythologie so zitiert: »Ich komme, und eine unbekannte Erde liegt unter meinen Füßen. Ich komme, und ein neuer Himmel dreht (sich) über mir. Ich komme auf diese Erde und sie ist ein friedlicher Rastplatz für mich. O Geist des Planeten!« Sprach so ein Außerirdischer, der einst aus dem Himmelsozean kam und der Erde einen Besuch abstattete?

Für die Besatzung eines Raumschiffs, die unzählige Lichtjahre zurückgelegt haben mag, um unseren Heimatplaneten zu erreichen... muss unsere Heimat wie ein herrlicher Edelstein in einem unendlichen Meer aus Nichts erschienen sein, wie eine unschätzbare Kostbarkeit. Wie aber gehen wir mit unserer Heimat um? Wir zerstören Planet Erde scheinbar mutwillig... Und wir wollen »intelligente Wesen« sein?
Mein mühsam-abenteuerlicher Weg durch die Unterwelt - so verstand ich erst im Nachhinein - sollte eine spirituelle Reise sein: durch die Dunkelheit ins Licht. Taschenlampe und Fotoapparat hätten nur abgelenkt, gestört. Es war vergleichbar mit einem Aufnahmeritus. Nicht der Intellekt wurde angesprochen, sondern tieferes Empfinden.
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Hier gibt es die vorherigen Teile der Blogserie:

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