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Sonntag, 12. Februar 2012

108 »Die Steine von Moorea«

Teil 108 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Pyramiden als künstliche
Vulkane - Foto: W-J.Langbein
Nach wie vor rätselhaft ist die Entstehung von Pyramiden-Kulten. Ob es eine Beziehung zwischen Vulkanismus und Pyramidenbau gibt? Die Sonnen- und die Mondpyramide der mexikanischen »Straße der Toten« könnten ursprünglich Tempel eines längst vergessenen Kults gewesen sein ... zur Beschwichtigung der Götter, die die glutheiße Lava aus dem Erdinneren in die Atmosphäre spuckten. Menschenopfer auf diesen Pyramiden mögen dann Geschenke für die Götter gewesen sein: »Seht, Ihr mächtigen Götter! Hier bieten wir Euch Blut und Leben vieler Menschen ... Nun müsst Ihr die Höllenglut nicht ausbrechen lassen, um Euch Opfer zu holen!«

Tahiti gehört zu den »Inseln über dem Wind« im südlichen Pazifik ... ein Doppeleiland, bestehend aus »Tahiti Nui« und »Tahiti Iti« (»Großes Tahiti« und »Kleines Tahiti«). Wer freilich an Tahitis Ufern natürliche weiße Sandstrände sucht, wird sie kaum finden. Große Hotels haben, um unseren Postkartenansichten von der Südsee gerecht zu werden ... künstliche private Sandstrände angelegt. Von Natur aus sind die Meeresufer von Tahiti schwarz. Der Sand ist basaltisch ... und weist auf Vulkanismus hin. Und das ist kein Wunder, entstand Tahiti doch aus zwei gewaltigen Vulkanen. Und diese Vulkane weisen auf brodelnde Gefahr in der »Unterwelt« hin: auf eine besonders heiße Zone. Solche »Hot Spots« gibt es auch unter Hawaii, dem Yellowstone-Park ... und unter der Eifel.

Die Mahaiatea-Pyramide von Tahiti 
Foto: Archiv W-J.Langbein
Bevor mit dem Bau der großen Pyramide von Mahaiatea auf Tahiti begonnen wurde, so lautet die Überlieferung, legten 1200 Krieger ihre Waffen nieder ... um sich dann freiwillig lebendig begraben zu lassen. Als Geister wollten sie die heilige Stätte bewachen!

Wir müssen vorsichtig sein, wenn es um die Bewertung der angeblich so bösen »Wilden« geht. Es sind stets die Sieger, die die Geschichtsbücher schreiben. Die Verlierer werden selten objektiv geschildert. Und die Geschichtsschreibung war meist »christlich« orientiert.

Gern wurden »Heiden« von »christlicher« Seite als menschenfressende Bestien beschrieben, die massenweise ihren Göttern Menschen opferten. Auf diese Weise konnte dann die »Mildtätigkeit« der Missionare besonders unterstrichen werden. Setzten sie doch ihr Leben aufs Spiel, um die »Wilden« zu bekehren. Unbestreitbar ist es allerdings, dass es auf Tahiti Menschenopfer gab. So liegt ein Zeugenbericht von James Morrison – Bootsmann auf der legendären Bounty – vor.

James Cook wurde auf seiner zweiten Südseereise (1772-1775) Zeuge von Menschenopfern. Ein zeitgenössischer Stich zeigt grausige Details eines Menschenopfers, dem Cook als »Ehrengast« beiwohnte ... nicht als Opfer!

Ein Menschenopfer vor
Ehrengast Cook
Foto: Archiv W-J.Langbein
Pomare II., bald darauf zum Christentum bekehrt, mochte bei seiner Krönung am 13.2.1797 auf »heidnisches Brauchtum« wie Menschenopfer nicht verzichten. Pomare II. wirkte aber auch als Baumeister und ließ mehrstufige Pyramiden errichten. Sein größtes Bauwerk hatte eine Seitenlänge von mehr als 200 Metern. Wie alle Pyramiden von Tahiti wurde es zerstört. Karl-Wilhelm Berger schreibt in seinem »Reisehandbuch Südsee« (1): »Britische protestantische Missionare der Londoner Missionsgesellschaft landeten 1797 in Tahiti und siedelten in Matavai an. Von diesem Zeitpunkt an griffen die Europäer in die traditionellen sozialpolitischen Ordnungen Tahitis und der Nachbarinseln ein.«

Berger weiter (2): »Hierdurch wurden tiefgreifende Entwicklungen ausgelöst, die sich auch im 19. Jahrhundert in anderen polynesischen Archipelen wiederholten. Die Inseltraditionen wurden missachtet, und das alleinseligmachende Christentum und europäische Moralvorstellungen wurden hemmungslos verbreitet.«

Pomare II. war ein beim Volk beliebter Herrscher ... bis die christlichen Missionare kamen. Offenbar verargte man dem König seine Nähe zu den Fremden. So wurde er, zusammen mit den Missionaren, anno 1808 auf die Nachbarinsel Moorea vertrieben ... wo in den manchmal unheimlich düster wirkenden Bergen noch »Heidentum pur« praktiziert wurde.

König Pomare II - Foto:
Archiv W-J.Langbein
1812, so ist überliefert, wandte sich Pomare II endgültig dem Christentum zu – und wurde getauft. Vom neuen Glauben beseelt, von den Missionaren angestachelt ... unternahm der Herrscher selbst einen Missionierungsversuch von Tahiti. 1815 kehrte er, zusammen mit den Missionaren und einem auf Moorea rekrutierten Herr nach Tahiti zurück und besiegte die »Heiden«.
Man darf sich Pomare II. aber nicht als zum Christentum verführten Heiden vorstellen! Der Regent erkannte den neuen Glauben als idealen Mittel zum Zweck. Er bezwang die rivalisierenden Stammeshäuptlinge militärisch, unterwarf sie auf dem Schlachtfeld... und sie mussten den christlichen Glauben annehmen. Der Sieger bestimmte den Glauben der Verlierer ...

Vergeblich suchte ich auf Tahiti nach Spuren der vielleicht interessantesten Gestalt der Geschichte des Eilands! Als Pomare III. - er war als Einjähriger König geworden – unerwartet und plötzlich mit sieben Jahren starb ... folgte ihm seine 14-jährige Schwester Aimata als Pomare IV. nach. Ihre Krönung erfolgte gegen den erbitterten Widerstand der Missionare. Tahiti war viele Jahrhunderte so etwas wie ein Paradies auf Erden. Diesem Zustand setzten die Europäer ein Ende. Berger schreibt in seinem empfehlenswerten Werk »Südsee« (3):

»Pomare IV. war eine Königin, die eine schwere Regierungszeit zu überstehen hatte, wollte sie nicht zwischen den Machtgelüsten der Missionare des Protestantismus und des Katholizismus und den dahinterstehenden Kolonialmächten Großbritannien und Frankreich zerrieben werden. Trotzdem überstand sie eine 50-jährige Regentschaft!« Die Königin starb 1877.

Trotz (oder wegen?) intensivster christlicher Missionierungsversuche wehrten sich viele Bewohner von Tahiti gegen die Verchristianisierung. Die »Mamaia-Sekte« wollte die alte Kultur erhalten. 1836 wurden katholische Missionare als unerwünschte Störenfriede ausgewiesen. Frankreich sah dies als bösartige Schmähung an und schickte Militär auf einer Fregatte. Pomare IV. suchte vergeblich Schutz bei den protestantischen Engländern. Die katholischen Franzosen hatten die besseren »Argumente«. Sie drohten damit, Tahiti von ihrer Fregatte aus zu beschießen. Und so wurde Tahiti schließlich französisches Protektorat!

Berge von Moorea
Foto: W-J.Langbein
Mit der Europäisierung, mit der Christianisierung ging die Zerstörung der ursprünglichen Kultur Haitis Hand in Hand. 1891 rächte sich Frankreich posthum an der widerspenstigen Königin Pomare IV. Ihre Gebeine wurden aus ihrer Gruft entfernt. Bestattet wurde in der turmartigen Gruft der mutigen Herrscherin ihr Nachfolger, ihr Sohn Pomare V. Der hatte sein Königreich für eine monatliche Pension verkauft ... und starb schon mit 52 Jahren als Alkoholiker. Auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin wurde an die Spitze seines Grabmals statt eines Kreuzes eine große Schnapsflasche gestellt ...

»Wenn Sie Reste unserer alten Kultur sehen wollen ... die werden Sie auf Tahiti vergeblich suchen!« bekam ich immer wieder zu hören. »Aber auf Moorea gibt es sie noch! Suchen Sie die Steine von Moorea ... « Wie aber würde ich nach Moorea gelangen?

Von Tahiti bis zum Nachbarinselchen Moorea sind es – die Angaben variieren etwas – rund 17 Kilometer. Man kann Moorea im Flugzeug in zehn Minuten erreichen. Im Schnellboot dauert es 35 Minuten ... und per Fähre eine Stunde.

Fußnoten
1 Berger, Karl-Wilhelm: »Südsee«, Dormagen, 3. Auflage 2000, S. 215
2 ebenda

»Marae Titiroa«,
Teil 109 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 19.02.2012

Sonntag, 26. Juni 2011

75 »Wenn der Vulkan im Paradies brüllt...«

Teil 75 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Eingang zum Port Resolution Club
Foto: Ingeborg Diekmann
Alle Jahre wieder feiern die Menschen auf der Südseeinsel Tanna, Vanuatu, das John-Frum-Fest. An diesem Tag, davon sind sie überzeugt, wird ihr Gott John Frum vom Himmel herabsteigen und seine Anhänger reich beschenken. Dann werden die Gläubigen endlich in den Genuss des üppigen Luxus kommen, den bislang die Weißen für sich allein beanspruchen. Um den John-Frum-Kult hautnah zu erleben, reiste ich mit einer kleinen Gruppe – Leserinnen und Leser meiner Bücher – in die Südsee, ins Reich Vanuatu, auf das Eiland Tanna. Untergebracht waren wir im »Port Resolution Club«. Luxus durften wir nicht erwarten, hieß es doch im hauseigenen Faltblatt nüchtern: »Der Port Resolution Club ist sehr einfach ausgestattet. Er liegt in einem tropischen Garten mit Blick auf die Bucht und den Yasur Vulkanberg. Hier gibt es nur eine Dusche (kein heißes Wasser), aber Toilette sowie Elektrizität.«

Dusche,
Waschgelegenheit,
Toilette
Foto I. Diekmann
Süßwasser ist auf Tanna eine Kostbarkeit. So sammelt man das Regenwasser, speichert es in Tonnen. Regenwasser ist Hauptgetränk Nummer 1 auf der Insel, mit Regenwasser wäscht man sich, duscht man und betreibt das WC. Für unsere Gruppe gab es zwischen unseren Bungalows eine Dusche (im Bild ganz links), eine Waschgelegenheit (mit Spiegel, im Bild in der Mitte) und ein Regenwasser-WC.

In der Tat: Elektrizität stand zur Verfügung: so lang das Stromaggregat lief. Gegen 20 Uhr gab es Abendessen (meist, ja eigentlich immer Reis). Danach wünschte uns der Wirt »Good Night!« und wir eilten so schnell wir konnten in unsere Bungalows. Gegen 20 Uhr 15 wurde der dröhnende Benzinmotor abgestellt, der »Port Resolution Club« versank in Dunkelheit. Untergebracht waren wir in »acht Bungalows nach einheimischem Stil« ... sehr spartanisch, in auf Pfählen stehenden Holzhütten, mit einer Art Schilf gedeckt und dünnen, ja sehr dünnen Wänden. Einzige Möbelstücke waren ein Bett und ein Nachttischchen mit einer Kerze. Über jedem Bett war ein Moskitonetz angebracht, das ungebetene Blutsauger fernhalten sollte.

Luxus gab es aber auch: Jeder Bungalow hatte eine eigene überdachte Veranda. Wer grünes Südseeparadies erleben wollte, konnte sich auf seine Veranda setzen ... und paradiesischen Frieden erleben, den kein noch so teures 5-Sterne-Hotel zu bieten vermag. Wer den sterilen Hyperluxus moderner 5-Sterne-Hotels wünscht, wird ihn auf Tanna vergeblich suchen. Wer aber exotische Urwaldnächte förmlich spüren möchte, dem kann ich den »Port Resolution Club« nur wärmstens empfehlen. Zwei Stunden dauert in etwa in Fahrt im »Hotelbus« vom kleinen Flughafen zum »Port Resolution Club«.

Veranda vor der Hütte
Foto: W-J.Langbein
Ich kann mich an meine erste Nacht im Urwaldbungalow lebhaft erinnern ...
Ermüdet von anstrengenden Exkursionen dämmere ich vor mich hin. Sanft schlafe ich ein ... Doch etwas weckt mich: Ein dumpfes Rumpeln und Pumpeln, begleitet von beunruhigenden Vibrationen, die meine hölzerne Bettstatt sanft schütteln. Völlig zutreffend heißt es im Faltblatt: »Das Rumoren und Glühen des Yasur-Vulkans macht die Bungalows wahrlich spektakulär.« Ein »rotes Glühen« hat schon anno 1774 James Cook nach Tanna gelockt. Cook hatte es auf See nächtens zufällig »in den Wolken« beobachtet, war diesem geheimnisvollen Zeichen gefolgt und schließlich in einer Bucht östlich des Vulkans an Land gegangen. Cook wollte den Vulkanberg besteigen, wurde aber von den Einheimischen daran gehindert. Sie glaubten nämlich, dass dort die Seelen der Verstorbenen hausen.

361 Meter ist er hoch, der Yasur Vulkan. Seit mindestens 800 Jahren ist er aktiv, rumort und rumpelt vor sich hin. Statistisch gesehen gibt es alle drei Minuten eine Eruption. Dann spuckt der Yasur glühende Lavaklumpen in die Höhe ... aus einem seiner drei Schlote im Hauptkrater. Der misst in unseren Tagen dreihundert Meter im Durchmesser und einhundert Meter in der Tiefe. Weil der Vulkan in wirklich sehr kurzen Abständen – und das regelmäßig – spuckt ... gewöhnt man sich sehr schnell an das Rumoren ... Tag und Nacht.

Aufstieg zum Vulkan
Foto: W-J.Langbein
Vielversprechend heißt es im Faltblatt unseres »Clubs«: »Die Spitze des Kraters kann leicht zu Fuß (zehn Minuten Weg) erreicht werden und das atemberaubende Erlebnis von Lava, die hunderte Meter hoch in die Luft geschleudert wird, glühend in der hereinbrechenden Nacht, das Rumoren und die Explosionen, die Vibrationen des Bodens ... werden unvergesslich bleiben.«

Wir nahmen auf Tanna nicht nur an der Jahresfeier des John-Frum-Kults bei, wir besuchten auch den Yasur-Vulkan. Das heißt, wir fuhren von unserem »Port Resolution Club« mit einem kleinen Bus so nah wie möglich an den Vulkankegel heran. Die letzten 300 Meter legten wir zu Fuß zurück. Der Anstieg erwies sich als anstrengender als gedacht. Die sommerlichen Temperaturen, gepaart mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, machten den kleinen Gang schnell zu einem Marsch in einer Sauna.

Wir folgten einem schmalen Trampelpfad, vorbei an erstarrten Lavaklumpen unterschiedlicher Größe. 2010 entwickelte der Vulkan so heftige Reaktivitäten, dass es zu gefährlich war, sich dem Krater zu nähern. Das Besteigen des feuerspeienden Berges wurde 2010 vorübergehend verboten.

Wir erstiegen den Vulkankegel ... und spürten bald die Wärme des unterirdischen Feuers an den Füßen. Wir setzten uns am Rand des Kraters nieder und warteten den Abend ab. Ein herrlicher Blick aufs nahe Meer wurde uns gegönnt ... doch unsere Aufmerksamkeit war mehr auf den Vulkan gerichtet.

Blick aufs Meer vom Vulkan
Foto: W-J.Langbein
Als gut vorbereiteter Reiseleiter weiß ich, was wir hier vor Ort erwarten können ... »Das laute Rumpeln und Pumpeln, das wir Tag und Nacht hören, wird nicht unbedingt von Lava-Eruptionen verursacht. Man spricht von strombolianischen Eruptionen. Es sammeln sich im Inneren des Vulkans Gasblasen, die dann in regelmäßigen Abständen explodieren. Dabei wird meist nur wenig Lava gefördert. Die meisten Lavafragmente, die in die Luft geschleudert werden, sind oft nur tennisballgroß.« Trotzdem möchte wohl niemand von einem solchen »kleinen« Batzen, der emporkatapultiert wird und aus mehreren hundert Metern Höhe zurückfällt, getroffen werden.

»Wir müssen die Dunkelheit abwarten!« betont unser örtlicher Guide. »Bei Tag sieht man zu wenig ... Wir müssen natürlich Glück haben ... Emporgeworfene Brocken sieht man meist wegen des begleitenden Qualms nicht. Und wenn so ein Klumpen an der falschen Stelle niederschlägt, kann man kaum ausweichen.« Es würden aber nur höchst selten Besucher getroffen, versichert er uns. »Wie beruhigend!« meint sarkastisch ein Mitreisender.

Asche-Lava-Regen
Foto: Ingeborg Diekmann
Zunächst werden die aufsteigenden Staubwolken vom Sonnenlicht des Abends rötlich angestrahlt, dann verwandeln sie sich in eher düstere schwarze Wolken ... und bei Dunkelheit erkennt man schließlich die rotglühende Lava, die in den Himmel schießt und – abkühlend – wieder herabfällt. In der Regel folgt auf eine besonders heftige Gasexplosion fast feuerwerksartig ein wahrer Sprühregen glühender Punkte, die wie Sternschnuppen in den Himmel sausen.

Manche Batzen schlagen unangenehm nah von uns ein. Hautnah erlebten wir, spürten wir Vulkanismus live ... in relativ schwacher Form. Wir können uns aber etwas besser ein Bild machen, wie verheerend der Ausbruch eines Supervulkans sein muss! Wenn der Vulkan im Paradies brüllt, dann kann dies Unheil ankündigen wie die Trompeten der Apokalypse. Ist es ein Zufall, dass der Weltuntergang der Bibel deutlich an vulkanische Kataklysmen erinnert?

Als ich zu später Stunde bei völliger Dunkelheit mit meinen Reisebegleitern vom Yasur-Vulkan zurück ins Südseeparadies stolpere ... muss ich an den »Feuerring des Pazifiks« denken! Was man leicht verdrängt: Vulkanismus ist im Pazifik nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Pazifik ist alles andere als ein »friedlicher« oder »stiller Ozean«. Ganz im Gegenteil, der Name täuscht! Die seismische Zone um jenes Meer herum, das wir uns als Idyll vorstellen, wird als »Feuerring« bezeichnet.

Ein großer Teil der vulkanischen Aktivitäten unseres Planeten spielt sich auf dem Meeresboden im Pazifik ab. Der Geologe H.W. Mennard schätzte vor einem halben Jahrhundert, dass es am Boden des Pazifiks rund 10.000 bereits erloschene oder noch aktive Vulkane gibt. Die Osterinsel ist also ein Kind des vulkanischen Pazifiks. Aus erdgeschichtlicher Sicht brodelt es nicht gelegentlich, sondern ständig im Pazifik. Vulkane entstehen, schieben sich aus dem Erdinneren durchs Wasser. Vulkankegel wachsen empor. Viele erreichen nicht die Wasseroberfläche. Andere schießen über die Wellen hinaus, verschmelzen miteinander. Entstand so vor vielen Jahrtausenden das Atlantis der Südsee, als ein vulkanischer Kontinent in den Weiten des Meeres? Und verschwand dieser Kontinent wieder ... als Folge weiterer Katastrophen auf dem Meeresgrund?

Nach altem Glauben versammeln sich hier
die Totengeister -  Foto: W-J.Langbein
Unter dem Pazifik ticken gewaltige Zeitbomben. Jederzeit kann ein Supervulkan auf dem Meeresboden ausbrechen. Eine Kettenreaktion kann angestoßen werden, die weitere schlummernde Vulkane förmlich explodieren lässt. Schlimmste Seebeben können die Folge sein... Tsunamis, die weite Teile Süd- und Zentralamerikas, ja Nordamerikas verwüsten können, drohen. Eine Apokalypse, die unseren Globus – und damit die Menschheit – in einen Abgrund reißt, ist möglich ... Sie kann ihren Anfang im Pazifik nehmen!

Und wenn natürliche Kataklysmen – wie in Fukushima – zum Beispiel ein Atomkraftwerk verwüsten, dann ist eine Apokalypse möglich, die den biblischen Bericht vom Ende der Zeit bei weitem in den Schatten stellt! »2012« steht symbolisch für realistischen Horror, der jederzeit unseren Planeten zu einem höllischen Höllenpfuhl verwandeln kann.

Meine Prognose: Das Jahr 2012 wird verstreichen, der Weltuntergang wird ausbleiben. Rasch wird die ominöse Jahreszahl in Vergessenheit geraten. Neue Weltuntergangstermine werden publik gemacht werden. Vielleicht wird Nostradamus bemüht, vielleicht werden angebliche Prophezeiungen der Mayas aus dem Hut gezaubert ... Wir täten aber gut daran, die wahre Bedeutung von »2012« zu erkennen, die wahre Botschaft der Mayas zu verstehen ...

Zu diesem brandaktuellen Thema habe ich mein 30. und wichtigstes Buch geschrieben: »2012 – Endzeit und Neuanfang/ Die Botschaft der Mayas« (1).

Fußnote und Literaturempfehlung
Langbein, Walter-Jörg:
»2012/ Endzeit und Neuanfang – Die Botschaft der Mayas«, München 2009


»Was flog da über Golgatha?«,
Teil 76 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 03.07.2011


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Sonntag, 8. November 2009

Südseeinseln... Inseln im All

Teil IV der Serie
»Das Atlantis der Südsee« Bild hinzufügen
von Walter-Jörg Langbein    


Das kleine Rinnsal schlängelte sich mühsam zwischen kleinen und größeren Lavabrocken dahin... und war plötzlich verschwunden. Wohin wohl? Ein leises glucksendes Rauschen schien aus dem Innersten der Erde zu kommen. »Folge der Stimme des Wassers!« raunte mir mein Guide zu.

Es hat lange, sehr lange gedauert, bis er bereit war, mich in ein Geheimnis der Osterinsel einzuweihen. Nie und nimmer, das war die Bedingung, dürfe ich verraten, wer es war, der mich an einen der geheimnisvollsten Orte der Osterinsel geführt hatte. Nie und nimmer dürfe ich auch nur andeuten, wo sich jener Eingang in eine fremde Welt befindet. Erst als ich absolute Verschwiegenheit versprach, wurde mir der »Weg des Wassers« gezeigt.

Mein Guide deutete auf eine Felsspalte im Boden, die das kleine Bächlein aufnahm. Ein gurgelndes Geräusch machte nicht gerade Mut. Mein Guide aber nickte zuversichtlich. Und so zwängte ich mich durch den schmalen Riss im steinharten Boden und stieg nach unten. Mit den Füßen suchte ich Halt, mit den Händen klammerte ich mich fest. Bald schon erkannte ich, wie eng der felsige Abstieg war. Und das gab mir Sicherheit.

Mit dem Rücken presste ich mich gegen rauen Stein, mit Händen, Armen, Knien und Füßen hielt ich dagegen. Das kalte Wasser begleitete mich. Es machte den Fels glitschig. So rutschte ich wiederholt nach unten, ich stürzte aber nicht. Ich fand immer wieder Halt. Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit. Nach Minuten, die mir wie Ewigkeiten vorgekommen waren, hatte ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Ich hob den Blick, starrte nach oben. Der schmale Einstieg wirkte wie ein blendender Riss in der Dunkelheit.

Mein Rücken, meine Hände, Arme, Ellenbogen, meine Knie, meine Beine... alles schmerzte. Mein innerer Schweinehund gab einen klaren Befehl: Klettere zurück, krieche aus diesem Loch... atme wieder frische Luft. »Folge der Stimme des Wassers!« hatte mir mein Guide geraten. Nach stundenlangen Gesprächen bis spät in die Nacht hatte er mir ein verlockendes Angebot gemacht. Ich würde in die Unterwelt des Osterinsel steigen dürfen. Ich würde – alleine – erleben dürfen, was selbst so manchem Osterinsulaner unbekannt bleiben musste. Wie konnte ich da eine Reise abbrechen, noch bevor sie wirklich begonnen hatte? So widersetzte ich mich dem Wunsch, wieder nach oben ins Licht zu klettern. Ich blieb also stehen.

Wie tief mochte der Schacht sein, dem ich – der Stimme des Wassers folgend – mehr hinabgerutscht als bewusst mehr oder minder senkrecht ins vulkanische Gestein der Osterinsel gefolgt war? Ich reckte mich, streckte meine Arme nach oben... das Tageslicht mochte vier oder fünf Meter über mir schimmern. Oder waren es nur drei? Ich fühlte meinen Puls langsamer werden. Ich spürte die Stille um mich – fast körperlich. Langsam ließ ich mich auf die Knie, tastete mit den Händen den steinernen, teilweise schlammigen Boden ab. Da war es wieder, dieses kleine Rinnsal. In einem schmalen Wasserfall kam es aus dem Licht.... und verschwand. Meine Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit. Ich erkannte so etwas wie einen niedrigen Gang am Grunde des Schachts. Die Stimme des Wassers lockte mich hinein.

Auf allen Vieren kroch ich in den Gang. Bald war es pechschwarz um mich herum. Immer wieder stieß ich mich mit dem Kopf, mit den Schultern, den Armen. Immer wieder schien mein »innerer Schweinehund« die Überhand zu gewinnen. Und doch kroch ich weiter... nur noch ein kleines Stück. Sobald ich mehr Platz haben würde, konnte ich ja wenden und umkehren.... aber in dieser Enge? Im Nachhinein, das muss ich zugeben, muss ich über einen Gedanken lachen, der mir damals immer wieder kam. Kannte ich nicht eine ähnliche Situation aus der Literatur? Tatsächlich fühlte ich mich – so übertrieben pathetisch das jetzt auch für mich klingen mag – wie Arne Saknussem aus Jules Vernes Roman »Reise zum Mittelpunkt der Erde«.

Wohin würde mich die Stimme des Wasser führen, der ich in einem unterirdischen Korridor kriechend, folgte? Was würde ich entdecken? Warum sollte ich weder Taschenlampe noch Photoapparat bei meinem Abenteuer in einer schmalen, natürlich entstandenen Röhre durch die vulkanische Unterwelt der Osterinsel dabei haben? Das Tageslicht war längst weit hinter mir geblieben. Und die Luft war immer stickiger geworden. Einmal mehr stieß ich mit der Stirn schmerzhaft gegen Fels. Ich legte mich auf den Bauch und kroch weiter. Das Rinnsal sammelte sich, wurde tiefer. Schließlich kam es mir immer mehr vor als würde ich in einer eisigen schlammiger werdenden Brühe schwimmen.

Aus der Stimme des »inneren Schweinehundes« war längst die der Vernunft geworden. Aber die Sturheit erwies sich als stärker... meine Sturheit. Und plötzlich änderte sich die Situation schlagartig. Die Stimme des Wassers wurde zu einem lauten Tosen. Die stickige miefige Luft roch plötzlich nicht mehr nach Moder, sondern nach Salz und Seetang. Und die Luft stand nicht mehr drückend, vielmehr wehten mir heftige Luftwirbel entgegen. Die Dunkelheit, an die ich mich inzwischen gewöhnt hatte, wich hellem Tageslicht. Für einen Moment war ich wie geblendet. Vor mir erstreckte sich der weite, weite pazifische Ozean. Meer und Himmel schienen ineinander überzugehen. Und tief unter mir schlugen heftige Wellen an eine Steilklippe. Rhythmisch schoss die weiße Gischt des Meeres zu mir empor.

Ich war der Stimme des Wassers gefolgt... aber was wollte sie mir sagen? Sie hatte mich von einer ausgedörrten steinigen Region der Osterinsel in eine unterirdische Röhre geführt. Anders als bei der »Reise zum Mittelpunkt der Erde« von Jules Verne hatte ich keine urzeitlichen Monster in einer unterirdischen Welt entdeckt. Der Tunnel endete in einer Steilklippe, die viel zu hoch war, als dass ich in die tosende Hölle der brausenden Wogen hätte hinabsteigen können.

Im Laufe von mehreren Besuchen auf der Osterinsel habe ich einige solcher Höhlen besucht. Sie führen unterirdisch mitten in senkrecht zum Meer abfallende Steilküsten. Welchem Zweck dienten sie? Warum krochen die Osterinsulaner einst durch unterirdische Tunnel, die plötzlich abrupt endeten: in Felswänden, die viel zu hoch über der tosenden Brandung lagen, als dass man dort hätte zum Meer hinab gelangen können!

Mir gingen die Worte meines Guides nicht aus dem Sinn. Wie lautete die Botschaft des Wassers.. des Meeres? Ich verstand sie nicht, so sehr ich mir auch auf dem Rückweg durch den Tunnel ans Tageslicht das Hirn zermarterte. Wieder ging es durch die niedrige Stelle im Höhlengang. Und plötzlich näherte ich mich wieder dem senkrechten engen Schacht. Ich blickte zum Spalt im Fels empor, durch den ich in die »Unterwelt« gestiegen war. Geradezu grell war der scharf umrissene Lichtkegel, der wie aus fernem Himmel tief in die Unterwelt hinein leuchtete. Nach einigen Minuten hatten sich meine Augen an die neue Situation gewöhnt. Als ich den steilen Schacht wieder emporklettern wollte, machte ich eine Entdeckung: an der Seite befand sich ein steinernes Relief. Es zeigte ein Bildnis, das die Osterinsulaner so oft verewigt haben: das rundliche Gesicht Make Makes mit den starr, ja glotzend wirkenden Augen.

Immer wieder haben die Künstler der Osterinsel dieses Gesicht in Petroglyphen, in steinernen Reliefs verewigt... im Verlauf von Hunderten von Jahren. Sie ritzten es in den relativ weichen vulkanischen Stein. Unzählige – vielleicht die meisten dieser Darstellungen – sind von der Witterung so stark beschädigt worden, dass sie kaum noch zu erkennen sind. Niemand weiß, wie viele Kunstwerke längst ausgelöscht worden sind. Wird es gelingen, die wenigen, noch gut erhaltenen Exemplare so zu konservieren, dass sie auch noch in Jahrhunderten Zeugnis einer uralten Kultur werden ablegen können?

Die Osterinsel ist in ihrer Gesamtheit ein einziges Rätsel. Auf einer fast spitz in die Weiten des Pazifik hinausragenden Klippe im Südwesten des Eilands entstand vor vielen Jahrhunderten eine mysteriöse Kultstätte: Orongo. Zum Meer hin fällt die steile Steinwand fast 300 Meter senkrecht ab. Unweit des Rano Kao Vulkankraters entstanden hier geheimnisvolle steinerne Häuser, die an Bunker erinnern. Flache Steine wurden mörtellos zusammengefügt. Warum haben die seltsamen Häuser so gewaltige, wuchtige Steindecken? Warum sind die Räume so niedrig, dass man sich oft nur eher kriechend als aufrecht darin aufhalten kann? Ich habe einige der Innenräume gemessen: Die »Höhe« lag stets um 1,40 Meter!

Eine Erklärung lautet: Das war kein herkömmliches Dorf, das war eine sakrale Wachstation. Hier lagen Wächter auf der Lauer, die die geheimnisvollen Felszeichnungen vor Beschädigung oder Zerstörung bewahren mussten. Die steinernen Kunstwerke sind höchst geheimnisvoll. Immer wieder taucht das Gesicht des Gottes Make Make auf. Make Make soll es ja gewesen sein, der einem Priester – den er durch die Lüfte entführt hatte – die Osterinsel zeigte: als Zufluchtstätte für die Menschen, die das Atlantis der Südsee noch fluchtartig verlassen konnten!

Orongo, der Name der heiligen Stätte, ist vermutlich eine Variante eines alten Götternamens: Rongo. Kurioser Zufall: Der biblische Gott Jahwe erklärte den Regenbogen zum Symbol des Bundes mit »seinem« Volk, mit Israel. Rongo wurde von den Ur-Osterinsulanern im Regenbogen gesehen. Jahwes Stimme grollte wie der Donner.... Rongo sprach aus dem Donner. Mag sein, dass Rongo ein anderer Name für Make Make ist.

Einst gab es eine Vielzahl von Gemälden in den »Bunkern« von Orongo. Sie zierten die Wände. Ein besonders verehrtes Motiv, das zugleich den christlichen Missionaren ein schmerzhafter Dorn im Auge gewesen sein muss, soll Rongo alias Make Make gewesen sein. Die heiligen Malereien sind heute vor Ort nicht mehr auffindbar. Stundenlang bin ich in den niedrigen Räumen umhergekrochen, habe die Wände mit meiner Taschelampe abgeleuchtet und fand keine Farbspur mehr... von ganzen Gemälden ganz zu schweigen. Viele mögen mutwillig zerstört, einige in Museen gerettet worden sein. Mitte des vergangenen Jahrhunderts – also vor rund 50 bis 60 Jahren – soll es immerhin noch etwa zehn gut erhaltene Motive in den mysteriösen »Bunkerbauten« gegeben haben.

Am Abend meiner »Höhlenexkursion« fragte mich mein Guide, ob ich die Botschaft des Wassers verstanden habe. Verschämt musste ich zugeben: »Nicht wirklich...« Ich fasse die Antwort des Guide zusammen:

»Der Gang durch die Finsternis der unterirdischen Höhle entspricht dem Weg des Unwissenden durch die Dunkelheit der Unkenntnis. Er sieht nichts. Der Unwissende kriecht durch den Gang und wenn er dazu bereit ist, kann er in Steinen wie in einem Buch lesen! Plötzlich steht er an einem Ausgang. Aus der Dunkelheit gelangt er wieder ins Licht. Doch noch kann er nur sehen, er kommt aber nicht weiter! Er erblickt tief unter sich die peitschenden Wogen des Ozeans. Noch kann er nicht den Abstieg wagen. Aber eines Tages wird er es können! Er blickt in die Ferne und sieht die Wogen des Meeres. Weit, weit jenseits des Horizonts gibt es andere Inseln. Eines Tages wird er sie besuchen können. Den Inseln im Meer entsprechen die Sterne am Himmel. Noch scheinen die fernen Eilande unerreichbar zu sein. Doch eines Tages wird es möglich sein, sie zu besuchen... ferne Inseln im Meer ebenso wie ferne Planeten im Meer des Alls. So wie es Menschen auf anderen Inseln im Meer gibt, so sind auch andere Planeten in den Weiten des Alls bewohnt. Eines Tages werden wir sie besuchen können!«

»Der Mensch wird fremde Welten in den Tiefen des Kosmos besuchen?« fragte ich ungläubig den Guide. Der lachte schallend. »Der Mensch wird geboren. Er wächst in der Kinderstube auf, so wie der Vogel im Nest. Kein Vogel bleibt für immer in seinem Nest. Er wächst heran und lernt fliegen. Dann verlässt er sein Nest und erkundet die Umgebung. Er wagt sich immer weiter und weiter weg!« Auch der Mensch werde nicht in seiner »Kinderstube Planet Erde« bleiben, sondern in die Tiefen des Alls vordingen. »Oder möchtest du für immer in deiner Kinderstube sitzen?«

Mein Guide wiederholte: »Die Inseln der Südsee stehen für die Inseln im All. Früher glaubten manche Menschen, nur die eigene Insel sei bewohnt. Falls es überhaupt weitere Inseln geben sollte, so könnten diese nur unbewohnt sein! Das klingt naiv, ja dumm. Aber es gibt auch heute noch Menschen in der ›zivilisierten Welt‹, die der festen Überzeugung sind, dass es außer Planet Erde keine anderen Planeten im All gibt... und wenn doch, dann nur unbewohnte!

Schwimmend konnten die Urbewohner der See, die Pazifik genannt wird, keine fernen Inseln erreichen. Sie mussten Schiffe bauen und die Kunst der Navigation erlernen. Der ›zivilisierte Mensch‹ von heute ist dabei, ›Schiffe‹ zu bauen, mit denen er zu fernen Inseln im All gelangen kann!« Die Mitteilungen des Guide deckten sich zum Teil mit meinem Wissen aus langjährigem Literaturstudium der Südseemythologie. Alte Südseeüberlieferungen belegen, so wusste ich aus meinem Literaturstudium, dass der Weltraum als ›kalter leerer Raum‹ bekannt war. Und in dieser weiten Leere vermutete man ›Inseln‹, andere Welten. Dort wiederum wähnte man tatsächlich Leben! In der »Polynesian Mythology« findet sich ein deutlicher Hinweis auf diesen Sachverhalt. Da lesen wir von einem Rehua, der eine Reise zu den Himmeln antritt:

»›Sind die Himmel über diesem Himmel bewohnt?‹ -›Ja, sie sind bewohnt.‹ antwortete man. ›Kann ich zu diesen Himmeln gelangen?‹ fragte er. ›Nein, du wirst sie nicht erreichen können, da diese Himmel von Tane erbaut sind.‹«Rehua erreicht den zweiten Himmel und fragt wiederum ein Wesen, das er dort antrifft: »›Sind die Himmel über diesem Himmel bewohnt?‹ - ›Ja, aber du wirst sie nicht erreichen können, da sie von Tane erbaut wurden.‹« Im dritten Himmel wiederholt sich das gleiche Spiel: Wieder erfährt der neugierige Rehua, dass auch der nächst höhere Himmel bewohnt sei. Und das gilt, so bringt er in Erfahrung, für alle »Himmel«! Südseeinseln verglich man mit Inseln im All. So wie Inseln in den Meeren unseres Planeten bewohnt sind, so galten die Planeteninseln im Universum ebenfalls als besiedelt. Und wer über entsprechende Technologie verfügt, der kann diese fernen Inseln im All auch erreichen.

Zu diesen fernen Welten kann man nicht nur reisen... wenn man die entsprechenden »Verkehrsmittel« besitzt. Wesen von diesen fernen Welten können auch zur Erde gelangen. Sollten tatsächlich in der Vergangenheit kosmische Besucher aus dem All einst zur Erde gekommen sein? Was auf den ersten Blick phantastisch klingen mag, das wird durch einen knappen Text bestätigt, den Egbert Richter-Ushanas – ein Experte auf dem Gebiet der geheimnisvollen Osterinselschrift – erstmals von der Tafel »Aruka Kurenga« (einer uralten Holztafel mit geheimnisvollen Zeichen) übersetzt: »Durch den Himmel gestürzt kam Hotu Matua von jenem Land in dieses Land, und er ließ sich nieder im Nabel des Himmels.«

Stellen wir uns vor, ein Außerirdischer kommt aus den Tiefen des Alls, als Besucher auf unseren Planeten. Ein Wesens namens Pourangahua wird in alter polynesischer Mythologie so zitiert: »Ich komme, und eine unbekannte Erde liegt unter meinen Füßen. Ich komme, und ein neuer Himmel dreht (sich) über mir. Ich komme auf diese Erde und sie ist ein friedlicher Rastplatz für mich. O Geist des Planeten!« Sprach so ein Außerirdischer, der einst aus dem Himmelsozean kam und der Erde einen Besuch abstattete?

Für die Besatzung eines Raumschiffs, die unzählige Lichtjahre zurückgelegt haben mag, um unseren Heimatplaneten zu erreichen... muss unsere Heimat wie ein herrlicher Edelstein in einem unendlichen Meer aus Nichts erschienen sein, wie eine unschätzbare Kostbarkeit. Wie aber gehen wir mit unserer Heimat um? Wir zerstören Planet Erde scheinbar mutwillig... Und wir wollen »intelligente Wesen« sein?
Mein mühsam-abenteuerlicher Weg durch die Unterwelt - so verstand ich erst im Nachhinein - sollte eine spirituelle Reise sein: durch die Dunkelheit ins Licht. Taschenlampe und Fotoapparat hätten nur abgelenkt, gestört. Es war vergleichbar mit einem Aufnahmeritus. Nicht der Intellekt wurde angesprochen, sondern tieferes Empfinden.
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