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Mittwoch, 30. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan - Teil V

Liebe Freunde dieser Serie!
Seit ich die Blog-Reihe über Merkwürdistan gestartet habe, sind zahlreiche Anfragen bei mir eingelangt. Das freut mich natürlich sehr, denn es zeigt, dass das Interesse an dieser Serie rege ist. Ich bemühe mich übrigens, alle Zuschriften zu beantworten, bitte um Verständnis, wenn es mal etwas länger mit der Antwort dauert.
Herr Heinz Blaumann aus Berlin wies mich darauf hin, dass ich in meinen Blogs sehr oft die Zeilenschaltung verwende und bat mich ferner, das Land Merkwürdistan einmal grundsätzlich zu beschreiben. Ist es ein südliches Land? Ist es eine Demokratie oder eine Diktatur? Sind die Menschen arm oder reich in Merkwürdistan?
Nun, was die Verwendung der Zeilenschaltung betrifft, so gelobe ich Besserung und dem zweiten Wunsch von Herrn Blaumann komme ich ebenfalls gerne nach. Somit wollen wir heute den Amtsschimmel ein allerletztes Mal im Stall lassen (dort fühlt er sich ohnehin am wohlsten, denn er kann in aller Ruhe die Bürger Merkwürdistans sekkieren und abzocken) und uns damit beschäftigen, das Land Merkwürdistan etwas näher zu beschreiben.
Merkwürdistan ist ein kleines Land, voller landschaftlicher Schönheiten. Es gibt hohe Berge, tiefe Wälder, schattige Wiesen und zahlreiche Seen. Eines gibt es allerdings nicht: eine Meeresküste. Die Bewohner Merkwürdistans leiden auch ziemlich darunter, ein Binnenstaat ohne Zugang zum Meer zu sein und bei dieser Gelegenheit können wir gleich etwas Wichtiges über die merkwürdistanische Seele lernen: wenn ein Merkwürdistaner ein Problem sieht, welches er – scheinbar oder tatsächlich – nicht lösen kann, dann tut er einfach so, als wäre dieses Problem überhaupt nicht vorhanden.
Wie „camoufliert“ man nun die Tatsache, keinen Zugang zum Meer zu besitzen, vor sich und anderen am besten? Nun, man veranstaltet zum Beispiel an einem See in Merkwürdistan ein „Beachvolleyball-Turnier“ und macht kräftig Werbung dafür. Zum einen läßt dies die Kassen der Veranstalter klingeln und zum anderen erweckt es den Eindruck, dass ohnehin alles in Ordnung sei, denn wo ein „Beach“ ist, muss ja auch irgendwo ein Meer sein. Somit passt wieder alles in diesem Land und es können sich alle wieder dem ausgiebigen Besuch von Buschenschanken und Kaffeehäusern – eine Lieblingsbeschäftigung der Merkwürdistaner – widmen.
Merkwürdistan ist eine Demokratie. Offiziell zumindest.
Was das heißen soll? Nun, in Merkwürdistan existiert ein aus Sicht des Staates wahrhaft geniales System, welches, vereinfacht gesagt, wie folgt funktioniert: Geld wird von den Steuerzahlern geschröpft und nach Abzug immenser Verwaltungskosten in Form von Fördergeldern und Subventionen wieder ausbezahlt. Dadurch machen sich die Bürger vom Staat abhängig. Die Devise in Merkwürdistan lautet somit: „Nichts geht ohne den Staat.“
Aber es gibt auch Positives in Merkwürdistan: Es existiert in dem Land zum Beispiel eine Spezies, welche überall sonst auf der Welt nur äusserst selten anzutreffen ist:
Der Kavalier.
Was zeichnet einen richtigen Kavalier aus? Nun, er verfügt in der Regel über gute Manieren, welche es ihm gestatten, in nahezu jeder Lebenslage selbstsicher und weltgewandt zu agieren. Aber das wirklich Besondere an ihm: Der Kavalier verhält sich stets galant, zuvorkommend und ritterlich gegenüber Frauen und lässt ihnen jede Ehrerbietung zuteil werden. Und zwar, und das ist das Entscheidende, ohne dabei jene „Hintergedanken“ zu hegen, die man Männern ja so gerne nachsagt.
Ein echter Kavalier ist für eine Dame somit absolut nicht „gefährlich“, ganz im Gegenteil: In Gegenwart eines Kavaliers kann sich eine Dame absolut sicher und beschützt fühlen!
Sie finden das merkwürdig?
Nun, ich eigentlich nicht.
Ich finde eher jene Männer merkwürdig, die keine Kavaliere sind.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan - Teil IV

Heute, am Vortag des Weihnachtsfestes, möchte ich wieder aus Merkwürdistan berichten. Ihr wisst ja, das ist jenes Land, in dem merkwürdige Dinge passieren.
Ob auch in Merkwürdistan Weihnachten gefeiert wird?
Natürlich!
Aber kann es in Anbetracht der Zustände in diesem Land auch eine echte Menschlichkeit geben?
Am Abend des 22.Dezember will die Rentnerin Erika K. zum Tagesausklang ein Buch lesen.
Plötzlich verspürt sie starke Zugluft – Gift für ihr Rheuma. Aufgrund der schlecht schliessenden Wohnungstüre macht sie auch sofort die Ursache dafür aus: jemand muss am Gang ein Fenster offen gelassen haben!
Nur mit einem Schlafrock bekleidet, tritt die Rentnerin auf den Gang, um das Fenster zu schliessen.
Rumms!
Das war allerdings nicht das Fenster, sondern die Eingangstür, welche ins Schloss gefallen war.
Erika K ist ausgesperrt, mit Schrecken bemerkt sie, in welcher Lage sie sich befindet: sie hat weder Handy noch Geld bei sich.
Anstatt eine Nachbarin um Hilfe zu bitten, läuft sie in Panik hinunter auf die Straße. Sie weiß: ihre Tochter hat einen Schlüssel zu ihrer Wohnung, nur die Tochter wohnt am anderen Ende der Stadt. Wie soll sie um diese Uhrzeit zu ihr gelangen?
Am Ende der Straße ein Taxistandplatz. Ein Taxifahrer bemerkt die verstörte Frau:
„Was ist denn los, Gnädigste, kann ich Ihnen helfen?“
Die Rentnerin schildert ihre mißliche Lage.
„Steigen´s ein!“, der Taxifahrer öffnet den Verschlag seines Mercedes.
Aber sie habe doch kein Geld dabei, wendet Erika K. ein.
„Einsteigen, das mach ma schon.“ - der Tonfall des Taxlers lässt irgendwie keinen Widerspruch zu.
Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, fährt er die Rentnerin zu ihrer Tochter. Glücklicherweise ist sie zu Hause, der Reserveschlüssel ist auch schnell gefunden.
Sodann fährt er die Rentnerin wieder zurück, hilft der vor Aufregung Zitternden auch noch beim Aufsperren der Wohnungstür.
Daraufhin bietet Erika K. an, die Taxifahrt zu bezahlen, nun hat sie ja ihr Portemonnaie wieder.
Der Taxler winkt ab: „Lassen´s nur, Gnädigste, es ist ja Weihnachten!“.
Es gibt sie also doch noch, die echte Menschlichkeit – auch in Merkwürdistan.
Sollte das nicht Anlass zur Hoffnung geben?

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs und allen Freunden unserer Autorengemeinschaft ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Ihr
Robert Brettschneider

Teil V dieser Serie finden Sie hier:

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan - Teil III

Als meine geschätzte Autorenkollegin SylviaB ihr Buch „ForenTroll“ im Internet vorgestellt hatte, erreichten mich zahlreiche Anfragen.
Ob es denn auch in Merkwürdistan Trolle gebe?
Grund genug, dieses Mal den Amtsschimmel im Stall zu lassen und uns dem Thema „Trolle“ zu widmen.
Die Frage, ob diese nicht wirklich liebenswerte Spezies auch in Merkwürdistan beheimatet ist, ist gar nicht so einfach zu beantworten
Denn in Merkwürdistan ist trollartiges Verhalten so verbreitet, dass dort wohl eher ein Buch über „Nicht-Trolle“ ein Bestseller wäre, ja man könnte meinen, diese ganze Trollerei sei in Merkwürdistan erfunden worden.
Somit sind in Merkwürdistan eigentlich die „Nicht-Trolle“ die Trolle, so merkwürdig das auch klingen mag.
Allerdings findet man – getreu der merkwürdistanischen Tradition, die Dinge nicht offen beim Namen zu nennen – allerlei ungewöhnliche Bezeichnungen für derlei Tun.
Quengeln, Raunzen und Räsonieren nennt man das dort und dies gehört in diesem Land zum guten Ton, wer nicht mitraunzt, gehört nicht dazu.
Aber auch die verschärfte Variante, das manchmal sogar als kriminell einzustufende „trolling“, welches im Gegensatz zum „trollartigen Verhalten“ die bewusste, vorsätzliche Diffamierung und das „Fertigmachen“ eines Konkurrenten zum Ziel hat, ist in Merkwürdistan dermassen üblich und gesellschaftsfähig, dass es höchstens dann auffällt, wenn es einmal nicht angewendet wird.
Es ist dort ein beliebtes Gesellschaftsspiel, sich durch eine liebenswürdige, charmante Art das Vertrauen des Gesprächspartners zu erschleichen, um später die solcherart erhaltenen Informationen gegen ihn zu verwenden.
Die merkwürdistanischen Behörden und deren Beamte sind wahre Meister in der Anwendung derartiger Strategien.
Wenn ein merkwürdistanischer Beamter ausnahmsweise mal freundlich ist, dann ist äusserste Vorsicht geboten, da steckt garantiert etwas dahinter und schnell kann man sich als Bürger mit einer finanziellen Nachforderung oder einer anderen Unannehmlichkeit seitens der Behörde konfrontiert sehen.
Wie echte Trolle eben.
Es ist schon ein interessantes Land, dieses Merkwürdistan.

Teil IV der Serie finden Sie hier:

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan – Teil II

Heute möchte ich wieder von Merkwürdistan berichten. Ihr wisst ja, das ist jenes Land, in dem merkwürdige Dinge geschehen.
Darum heisst dieses Land ja auch so.
Manch einer mag nun vermuten, dass es in Merkwürdistan immer ernst und traurig zugeht, ob der Zustände dort.
Doch das stimmt nicht, in Merkwürdistan kann es durchaus auch lustig sein. Denn Gesetze und Ver­ordnungen werden dort nicht so eng gesehen, man legt sie eben aus, wie man es gerade braucht und biegt sich die Dinge entsprechend zurecht, ganz nach dem Motto: „Was nicht passt, wird passend gemacht.“
Davon berichtet meine Geschichte.

David N. war ein begabter Maler und Grafiker, dessen künstlerische Werke in Merkwürdistan auf große Anerkennung stießen.
Aus Gründen, deren Erklärung hier zu weit führen würde, musste er Merkwürdistan verlassen. Er ließ sich in England nieder, nahm die britische Staatsbürgerschaft an, veranstaltete zahlreiche Ausstellungen und genoß als Künstler hohes Ansehen.
Die Jahre gingen ins Land und schließlich war der charismatische Bundeskanzler von Merkwürdistan der Meinung, dass es doch schade wäre, wenn ein derart herausragender Künstler an das Ausland "verloren" gehen würde.
Er nahm Kontakt mit David N. auf und es gelang ihm, ihn zu überreden, wieder die merkwürdistanische Staatsbürgerschaft anzunehmen.
Es gab nur noch ein kleines Problem, welches einer Einbürgerung im Wege stand. David N. hatte in Merkwürdistan keinen Wohnsitz, er war nirgends gemeldet.
Und eine gültige Meldeadresse ist nach merkwürdistanischem Recht zur Verleihung der Staatsbürgerschaft zwingend erforderlich.
Was tat der Bundeskanzler also?
Er meldete David N. einfach bei sich in seiner Villa an, dadurch erhielt der Künstler eine Meldebescheinigung und somit war alles in bester Ordnung.
Seitens der Behörden fand niemand etwas Ungewöhnliches dabei, dass jemand in der Dienstvilla des Bundeskanzlers Quartier nimmt.
Dies wurde in Merkwürdistan später auch als Anekdote bei jeder passenden Gelegenheit öffentlich zum Besten gegeben – ohne, das es jemals irgendwelche Konsequenzen gegeben hätte.

Etwas merkwürdig, nicht wahr?
Tja, wir sind ja auch in Merkwürdistan.

Teil III dieser Serie finden Sie hier:

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan
Heute möchte ich etwas über Merkwürdistan berichten. Merkwürdistan ist ein seltsames Land, es geschehen eigenartige Dinge dort. Wo Merkwürdistan liegt? Irgendwo, das ist nicht wichtig...
Wichtiger ist, dass in Merkwürdistan Dinge passieren, die woanders unmöglich wären. Zum Beispiel existiert dort das Delikt des "dümmlichen Falschparkens."
Das ist unmöglich, meinen Sie? Na, dann lesen Sie mal....

Ricardo S. war ein begabter junger Journalist. Er war beim MRF (Merkwürdistanischer Rundfunk Fernsehen) als Redakteur und Moderator beschäftigt. Jeden Morgen hatte er ein Problem: kein Parkplatz vor dem Funkhaus.
Doch Ricardo S. wusste eine Lösung: er parkte sein Auto einfach in der Kurzparkzone. "So lange ich die Strafzettel bezahle, kann es ja kein Problem geben", dachte sich Ricardo.
Doch das war leider ein Irrtum.
Einige Zeit später flatterte ihm ein Brieflein ins Haus. Die Behörde forderte ihn auf, einen Intelligenztest zu absolvieren, wenn er seinen Führerschein behalten wolle, er habe sich des "wiederholten und dümmlichen Falschparkens" schuldig gemacht.
Ricardo trat also zu dem Intelligenztest an und hätte diesen auch bravourös gemeistert, wenn da nicht die letzte Frage gewesen wäre: Ob er es denn wieder tun würde? Da Ricardo ein offener und ehrlicher Mensch ist, antwortete er gerade heraus: "Ja, natürlich, wo sollte ich mein Auto denn sonst parken?"
Die Folgen dieser Antwort waren gravierend. Ricardo S. wurde der Führerschein aberkannt, er musste die komplette Führerscheinausbildung (alle Gruppen) nochmals absolvieren und auch die Führerscheinprüfung wiederholen.
Was er auch gemacht hat. Jetzt fährt er allerdings mit dem Bus zur Arbeit...

Teil II der Serie finden Sie hier:

Donnerstag, 26. November 2009

Lipizzaner - Inbegriff des Edlen und Schönen
Porträt einer aussergewöhnlichen Pferderasse

Die Lipizzaner sind der Inbegriff edler und eleganter Pferde, wer über sie ein Buch lesen möchte, hat eine reiche Auswahl.
Die Bezeichnung "Lipizzaner" wird erstmals 1786 erwähnt, somit handelt es sich bei diesen Zuchtpferden um die älteste Kulturpferderasse der Welt. Ihre Geschichte ist eng mit dem Haus Habsburg verbunden, der Name leitet sich vom Gestüt Lipica bei Sežana ab, der ursprünglichen Zuchtstätte dieser Pferde in der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie. Obwohl zu jener Zeit dem Habsburger-Reich zugehörig, liegt das Gestüt Lipica jedoch heute in Slowenien, dessenungeachtet blieben die strengen Zuchtkriterien bis heute erhalten.
Äussere Merkmale
Grundsätzlich kann man bei Lipizzaner-Pferden fast alle Fellfarben finden. Dass jedoch in der Praxis etwa 95% aller Lipizzaner Schimmel sind, hat seine Ursache darin, dass die weiße Fellfarbe in der Lipizzaner-Zucht durch entsprechende Selektion gezielt forciert wurde, da man sich von weißen Pferden einen "exklusiveren" Präsentations-Effekt bei den Dressur-Vorführungen versprach.
Der Typ des Lipizzaners hat sich seit 300 Jahren nicht wesentlich verändert. Er wirkt elegant, kompakt und sehr athletisch, das Stockmaß liegt meist zwischen 155 und 165 cm. Seine Hinterhand ist muskulös, wodurch das Pferd für schnelle Drehbewegungen auf engstem Raum gut geeignet ist. Mähne und Schweif sind feinhaarig, der Rücken kräftig. Trotz des athletischen Körperbaus wirken die Bewegungen des Lipizzaners ausgesprochen graziös, der Gang ist federnd und der Galopp kräftig. Seine Knieaktion ist eher hoch, was zu ausdrucksvollen Piaffen (eine trabende Bewegung des Pferdes auf engstem Raum) und imposanten Passagen führt.
Eigenschaften und Charakter
Lipizzaner sind muntere und lebendige Pferde mit freundlichem und ausgeglichenen Charakter, sie zeichnen sich aber auch durch Härte und Ausdauer aus. Lipizzaner lernen schnell und arbeiten unermüdlich. Trotz des gutmütigen Wesens haben sie eine auffällig charismatische Ausstrahlung und eine gehörige Portion Mut, diese Eigenschaften wurden über Jahrhunderte hinweg durch eine extrem selektive Zucht gezielt herangebildet. Denn die Ausbildung an der Spanischen Hofreitschule beinhaltete zugleich eine Leistungsbeurteilung. Nur jene Tiere, welche sich durch ihre Leistungsbereitschaft und Intelligenz bewährten, wurden zur Zucht herangezogen.
Verwendung:
Das klassische Einsatzgebiet des Lipizzaners ist die Dressur. Durch ihren athletischen Körperbau ist diese Pferderasse für Schulsprünge und Lektionen der Hohen Schule besonders geeignet. Obwohl aufgrund Ihrer Größe im heutigen Dressur-Turnierreiten benachteiligt, sind einzelne Lipizzaner allerdings auch immer wieder erfolgreich auf Turnieren vorgestellt worden.
Zuchtgeschichte
Generell werden die Lipizzaner mit der Spanischen Hofreitschule in Wien assoziiert, in welcher die Tiere in klassischer Reitkunst ausgebildet werden. Die Grundlagen und Regeln dieser Schule sind bereits im 16. Jahrhundert entstanden. Die Zucht diente früher ausschliesslich dem Bedarf des kaiserlichen Hofes: als Reit- und Paradepferde, aber auch als Kutsch- und Kurierpferde.
Im Jahre 1580 wurde mit Pferden der iberischen Halbinsel das Gestüt Lipica und die Rasse der „Spanischen Karster" (eine frühere Bezeichnung für die Lipizzaner) begründet, der Lipizzaner vereinigt spanisches, neapolitanisches und arabisches Blut in sich.
Jeder echte Lipizzaner muß seine Abstammung auf einen der sechs Hengststämme zurückführen können, welche von den Hengsten Conversano, Favory, Maestoso, Neapolitano, Pluto und Siglavy begründet wurden. Diese sechs "Stammväter" wurden im 18. und 19. Jahrhundert nach Lipizza verbracht, seit damals wird unter Berücksichtigung der von diesen Hengsten abstammenden Linien gezüchtet. Der raue, gebirgige Karst, in dem Lipica liegt, hat bei den Lipizzanern Langlebigkeit, Gesundheit, starke Knochen, harte Hufe, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit bewirkt.
Während der verschiedenen Evakuierungen, die die Lipizzanerzucht im Rahmen der beiden Weltkriege erfahren hat, blieben regelmäßig Tiere zurück, welche privaten Züchtern als Basis für ihre Zucht dienten. Größere private Zuchtverbände - wie bei anderen Rassen längst üblich - haben sich jedoch erst in jüngerer Vergangheit entwickelt. Alle Zuchtverbände und staatliche Gestüte sind im internationalen Lipizzanerverband (Lipizzan International Federation) zusammengeschlossen. Klassische Lipizzaner-Zuchten und Gestüte findet man vor allem in Piber (Österreich), Lipica (Slowenien), Topolčianky (Slowakei), und in Monterotondo (Italien).

Weitere Infos gibt es hier: Lipizzaner-Zuchtverband Deutschland e.V.





Mittwoch, 21. Oktober 2009

Der Heurige – ein Stück österreichische Tradition!


Der „Heurige“ gehört zu Wien und Österreich wie die Spaghetti zu Italien. Wohl kaum ein anderer Begriff symbolisiert die österreichische „Gemütlichkeit“ derart anschaulich und so mancher Tourist gerät in haltloses Schwärmen bei seinen Erinnerungen an herrlich verklönte Nächte beim Heurigen im letzten Wien-Urlaub.
Ein kurzer historischer Rückblick
Was bedeutet das Wort „Heuriger“ überhaupt und woher stammt es? Nun, die Sache beginnt ursprünglich damit, dass Wien eine der wenigen Großstädte ist, die über eigene Weinanbaugebiete verfügen. Das Thema „Wein“ war somit allgegenwärtig, allerdings waren gute Weine früher für den Großteil der Bevölkerung einfach zu teuer, da griff man dann doch lieber zum Bier. Eine Lösung für dieses Problem war schnell gefunden. Man begann „jungen“ Wein auszuschenken, dessen Trauben der diesjährigen („heuer“ bedeutet in Österreich „dieses Jahr“) Lese entstammten. Dieser „heurige“ Wein war billiger, weil er noch nicht die volle Reife erlangt hatte und somit für die Bürger erschwinglich.
Vergleich mit Frankreich
Ähnliches findet man beispielsweise auch in Frankreich, wo die französischen Winzer für die Weinsorte Beaujolais die Genehmigung bekommen haben, den aktuellen Jungwein als „Beaujolais noveau“ bereits im November des Herstellungsjahres auszuschenken.
Exakte gesetzliche Regelungen fehlen
Somit war ein Heuriger ursprünglich eine Buschenschank, in der Jungwein aus eigenen Rieden ausgeschenkt wurde und entsprach damit im Prinzip einer Straußwirtschaft (der Name leitet sich von dem Föhrenbusch ab, mit dem derartige Schenken üblicherweise gekennzeichnet sind). Das Recht der Winzer, Eigenbauwein im eigenen Haus ohne besondere Lizenz auszuschenken, geht in Österreich auf eine Verordnung des Kaisers Joseph II. (nicht zu verwechseln mit dem bekannten Kaiser Franz Joseph) aus dem Jahr 1784 zurück. Allerdings ist bis heute der Begriff „Heuriger“ weder rechtlich definiert noch geschützt, sodass jeder Gastwirt seine Gaststätte als Heurigen bezeichnen kann und dort auch alle Speisen und Getränke verkaufen darf, welche seine Gastgewerbe-Lizenz erlaubt. Somit wäre rechtlich zwischen „echten“ Heurigen, welche dem Buschenschankgesetz unterliegen und jenen Betrieben, die im Prinzip nichts anderes als ein Restaurant mit Gartenbetrieb sind, zu unterscheiden. Dies spielt jedoch in der Praxis kaum eine Rolle, denn viel wichtiger als irgendwelche rechtliche Unterscheidungen ist für den Heurigenbesucher die Qualität des Angebotes und die echte „Heurigen-Atmosphäre“.
Auf die Atmosphäre kommt es an
Ein Blick ins Lokal genügt und man weiß, woran man ist. Ein echter Heuriger verfügt immer über ein – kaltes – Buffet, es herrscht Selbstbedienung. Die Einrichtung ist meist schlicht und aus getäfeltem Holz, oft handelt es sich bei derartigen Schenken auch um Kellerlokale, was den Gemütlichkeits-Faktor zusätzlich steigert. Musikalische Untermalung ist eher nicht üblich, ausser durch eigene Heurigen-Musiker, wie z.B. die legendären „Schrammeln“. Allerdings werden derartige Darbietungen aufgrund ihrer relativen Aufdringlichkeit, die bis zur Bettelei gehen kann, von einheimischen Heurigen-Besuchern eher weniger geschätzt.
Beliebte Heurigenorte
Wo lassen sich nun in Österreich gemütliche Heurige finden? Nun, in Wien ist DAS Heurigen-Gebiet schlechthin natürlich Grinzing. Die Preise dort sind allerdings an der Grenze zur Abzocke. Nette Heurige lassen sich auch in Stammersdorf, Strebersdorf und in Neustift am Walde finden, ein Geheimtipp ist Oberlaa. In Niederösterreich ist sicher Gumpoldskirchen am bekanntesten, von dort kommen auch etliche österreichische Prädikatsweine. Im Burgenland wird man rund um den Neusiedler See fündig und in der Steiermark ist die steirische Weinstraße eine gute Adresse.
Also, vielleicht sieht man sich ja mal beim Heurigen!
I
Das Buch von Robert Brettschneider gibt es hier: Tu felix Austria

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