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Mittwoch, 29. November 2017

Weihnachts- und Winterfreuden 2017 im Garten Picker


Dieses Jahr präsentiert sich der Garten Picker in Weseke als Advents- und Vorfreudeausstellung!


Das Höfchen, die Scheune und Teile des Gartens sind in winterlichem und weihnachtlichem Flair mit Arrangements und Dekorationen geschmückt.





Eine Krippenausstellung darf auch nicht fehlen.



Kaffee- und Kuchenzelt, sowie Glühweinstand sorgen für leibliche Genüsse!


In der Dämmerung sorgen Feuersäulen, Flammen, Kerzen- und Lichterilluminationen für eine heimelige Atmosphäre!


Montags geschlossen!
An den Werktagen jeweils von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Zusätzlich an den Donnerstagen bis 21 Uhr.
An den Wochenenden am 2./3. Dezember und 9./10. Dezember 2017 jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Donnerstags und an den Wochenenden auch mit Grillstand!


Herzliche Grüße
Familie Picker und Team

Änderungen vorbehalten!
(Gruppen bitte nur mit Anmeldung)

Garten Picker
Eschwiese 2
46325 Borken - Weseke
Tel. 02862/700041
email: info@garten-picker.de
Website: www.garten-picker.de


Und auch das passende Buch darf nicht fehlen:
Die Handlung des Krimis »Blauregenmord« spielt im Garten Picker!
Leider bietet die Firma amazon.de diesen Krimi nur noch zuzüglich Versandkosten an.
Das muss nicht sein. Sie können ihn direkt versandkostenfrei zum Preis von 5,00 Euro beim Verlag bestellen.

Oder sogar über ebay

Weitere Krimis der Autorin:

Der hässliche Zwilling

Über ebay


Der Tote im Zwillbrocker Venn



Mord in Genf

Über ebay


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Sonntag, 27. Dezember 2015

310 »Die Weihnachtsgeschichte - wortwörtlich«

Teil 310 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Weihnacht« um 1900
»Weihnacht! Welch ein liebes, liebes, inhaltsreiches Wort! Ich behaupte, daß es im Sprachschatz aller Völker und aller Zeiten ein zweites Wort von der ebenso tiefen wie beseligenden Bedeutung dieses einen weder je gegeben hat noch heute giebt.«

Mit diesen Worten leitet Karl May anno 1897 seinen Roman Weihnacht (1) ein.

Und in der Tat: Wahrscheinlich sind die zwei Versionen der »Weihnachtsgeschichte« im »Neuen Testament« die bekanntesten und beliebtesten Bibeltexte überhaupt. Von den Evangelisten Markus, Johannes, Matthäus und Lukas finden wir die uns vertraute Weihnachtsgeschichte nur bei Matthäus und Lukas.

Auch heute noch, zu Beginn des dritten Jahrtausends wohnt diesen märchenhaft schönen Texten ein besonderer Zauber inne. Auch wenn das leise Weihnachtsfest immer mehr vom lautstarken Kommerz-Trubel übertönt zu werden droht, so ist »Weihnachten« immer noch stark.

Beneiden wir nicht alle Kinder um ihren naiven Glauben an das Christkind? Oder belächeln wir herablassend die stille Botschaft der Weihnacht? Leider bedarf es heute schon einer tüchtigen Portion Naivität, um an die Nächstenliebe zu glauben. Oder? Ist es wirklich naiv zu meinen, dass Nächstenliebe unser Leben sehr viel schöner macht als der alltägliche Egoismus einer kälter werdenden Gesellschaft?

Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, eine friedvolle Zeit. Geben Sie der kindlichen Naivität in Ihrem Herzen eine Chance…

Es folgen die Texte aus dem »Neuen Testament« zum Weihnachtsfest, von mir wortwörtlich aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt…..

»Evangelium nach Matthäus«

Kapitel 1


1) (Dies ist) das Buch der Geschichte von Jesus Christus, Sohn Davids und Sohn Abrahams.

Foto 2: Der »Stall« zu Bethlehem...

18) Die Geburt von Jesus Christus geschah so. Während der Zeit, als seine Mutter  dem Joseph zur Ehe versprochen war, da zeigte es sich, dass sie schwanger war vom Heiligen Geist, bevor sie zusammen waren.

19) Jedoch Joseph, ihr Mann, denn er war rechtschaffen und wollte sie nicht öffentlich bloßstellen, dachte daran, sich heimlich von ihr zu lösen.

20) Aber nachdem er die Dinge überdacht hatte, siehe, des Herren Engel erschien vor ihm in einem Traum und sprach zu ihm: »Joseph, Sohn Davids, fürchte dich nicht davor, Maria, dein Weib nach Hause zu führen, denn was in ihr empfangen worden ist, das ist vom Heiligen Geist!

21) Sie wird gebären einen Sohn, und du musst ihn Jesus nennen, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.«

22) All dies aber geschah, damit erfüllt werde, was der Herr durch seinen Propheten gesagt hat:

23) »Siehe: die Jungfrau wird schwanger werden und einem Sohn das Leben schenken, und sie wird seinen Namen Immanuel nennen, was so viel heißt, so man es übersetzt, Mit-uns-ist Gott.«

24) Dann erwachte Joseph von seinem Schlaf und tat so, wie der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und er führte sein Weib nach Hause.

25) Aber er erkannte sie nicht bis sie einen Sohn gebar und er nannte seinen Namen Jesus.

Foto 3: .... im Dom zu Paderborn
Kapitel 2

1) Nachdem Jesus geboren worden war in Bethlehem im Lande Judea in den Tagen als Herodes König war, siehe, da kamen Astrologen aus dem Osten nach Jerusalem, die sprachen: »Wo ist der eine, geboren als König der Juden? Denn wir sahen seinen Stern im Osten, und nun sind wir gekommen, um ihm unsere Ehrerbietung zu erweisen!«

3) Als dies König Herodes hörte, da war er erregt und ganz Jerusalem war es mit ihm.

Foto 4: Krippenidyll, Paderborn, etwa 1664

4) und nachdem er alle seine Oberpriester und Schriftkundigen des Volkes hatte zusammenkommen lassen, da begann er sie zu befragen, wo denn der Christos geboren werden würde.

5) Sie sagten zu ihm: »In Bethlehem von Judea, denn so ist es vom Propheten geschrieben worden.

6) Und du, oh Bethlehem aus dem Land von Judah, bist auf gar keinen Fall die unbedeutendste unter den Städten im Bereich Judah, denn aus dir wird hervorgehen ein Regierender, der mein Volk hüten wird, (oh) Israel!«

Foto 5: Maria, Josef und Klein Jesus...
7) Dann ließ Herodes die Astrologen heimlich zu sich kommen und brachte von ihnen sorgfältig in Erfahrung, wann denn der Stern erschienen sei.

8) Und als er sie nach Bethlehem sandte, da sprach er zu ihnen: »Geht und sucht sorgfältig nach dem jungen Kind, und wenn ihr es gefunden habt, dann erstattet mir Bericht, so dass ich gehen und ihm meine Ehrerbietung erweisen kann!«

9) Als sie den König gehört hatten, da gingen sie ihres Wegs und siehe, der Stern, den sie im Osten gesehen hatten, er ging ihnen voran, bis er dorthin kam und stand (über dem Ort), wo das Kind war.

10) Als sie den Stern sahen, da frohlockten sie sehr, in der Tat!

11) Und als sie in das Haus gingen und sahen das junge Kind mit Maria, seiner Mutter, da fielen sie nieder und erwiesen ihm ihre Ehrerbietung. Auch öffneten sie ihre Schätze und versahen das Kind mit Geschenken, Gold, Weihrauch und Myrre.

.... Foto 6: ... im Dom zu Paderborn
12) Jedoch da ihnen göttliche Warnung im Traum geoffenbart wurden, auf dass sie nicht zu Herodes zurückkehren sollten, so gingen sie auf einem anderen Wege in die Heimat zurück.

13) Da sie nun aber heimgekehrt waren, siehe, der Engel des Herrn erschien Joseph in einem Traum und sprach: »Steh’ auf, nimm’ das junge Kind und seine Mutter und flieh’ nach Ägypten, und bleibe daselbst, bis ich dir Nachricht gebe. Denn Herodes macht sich daran zu suchen nach dem jungen Kind – um es zu töten.«

14) So erhob er sich und nahm mit sich das junge Kind und seine Mutter in der Nacht und floh nach Ägypten.

15) Und er blieb dort bis Herodes starb, so dass erfüllt werde, was der Herr durch seinen Propheten gesprochen hat wie folgt: »Aus Ägypten rief ich meinen Sohn!«

16) Als Herodes nun sah, dass er überlistet worden war von den Astrologen, da verfiel er in eine große Wut und er sandte aus und ließ alle Knaben in Bethlehem und in allen seinen Distrikten töten, die zwei Jahre alt und jünger waren, gemäß der Zeit, die er sorgsam von den Astrologen erfragt hatte.

17)  Da wurde erfüllt, was durch Jeremias, den Propheten, gesprochen worden war: »Zu Ramah wurde gehört eine Stimme,  die gar bitterlich weinte und klagte, es war Rachel, die um ihre Kinder weinte, und sie ließ sich nicht trösten, weil sie nicht mehr waren (die Kinder).«

Foto 7: Maria mit Kind... Krippe zu Lügde
19) Als Herodes gestorben war, siehe, der Engel des Herrn erschien Joseph in einem Traum in Ägypten

20) und sprach: »Steh’ auf, nimm das junge Kind und seine Mutter und mache dich auf den Weg in das Land Israel, denn jene, die nach der Seele des jungen Kindes trachteten, sie sind nun tot!«

21) So erhob er sich und nahm das junge Kind und seine Mutter und ging hinein in das Land Israel.

22) Aber als er hörte, dass Archelaus regierte als König von Judea an Stelle seines Vaters Herodes, da erfasste ihn Furcht davor, dorthin zu kommen. Und da er darüber hinaus göttliche Warnung im Traum erhielt, da zog er sich in das Gebiet von Galilea zurück,

23) und kam und wohnte in einer Stadt, die da hieß Nazareth, auf dass erfüllt werde, was gesprochen worden war durch die Propheten: »Er wird genannt werden Nazarener.«

»Evangelium nach Lukas«

Foto 8: Hirten auf dem Felde, Marienkirche Lügde
Kapitel  2

1) Nun, in jenen Tagen, da wurde ein Erlass verkündet von Caesar Augustus für die gesamte bewohnte (Erde), sich registrieren zu lassen.

2) Und diese erste Registrierung fand statt da Quirinius Landpfleger von Syrien war..

3) Und alles Volk machte sich auf und reiste, um registriert zu werden, ein jeder in seine eigene Stadt.

4) Natürlich machte sich auch Joseph von Galilea auf in die Stadt Nazareth, nach Judea, in die Stadt Davids, welche genannt wird Bethlehem, da er ein Mitglied des Hauses und der Familie Davids war,

5) um registriert zu werden mit Maria, die ihm zur Ehe wie versprochen gegeben worden war, zu jener Zeit schwanger mit einem Kind.

Foto 9: Von weit her ist der König gekommen... Marienkirche Lügde

6) Als sie dort waren, da kamen die Tage und es war an der Zeit, dass sie gebären sollte.

7) Und sie gebar einen Sohn, den Erstgeborenen, und sie hüllte ihn in Tuch und legte ihn in eine Krippe, denn da war für sie kein Platz im Herbergsraum.

8) Da waren in dieser Gegend auch Hirten, die im Freien lagerten, und die in der Nacht ihre Herden hüteten.

9) Und plötzlich stand des Herren Engel bei ihnen und des Herren Glanz erfüllte sie mit Schein und sie wurden sehr ängstlich.

10) Aber der Engel sagte zu ihnen: »Fürchtet euch nicht, denn, seht, ich verkünde euch gute Botschaft von großer Freude, die alle Menschen haben werden.

Foto 10: Die »Heiligen Drei Könige«, Krippe Marienkirche, Lügde

11) Denn heute ist für euch der Retter geboren, welcher ist Christus der Herr, in Davids Stadt.

12) Und dies ist ein Zeichen für euch: ihr werdet finden ein Neugeborenes, gehüllt in Stoff, liegend in einer Krippe!«

13) Und plötzlich, da war mit dem Engel eine Vielzahl von der himmlischen Armee, preisend Gott und sagend:

14) »Ehre sei Gott in den Höhen bis hinauf zu Gott, und auf der Erde Frieden unter den Menschen und guter Wille!«

15) Und als die Engel von ihnen geschieden gen Himmel waren, da fingen die Hirten an zu sprechen und sie sagten zueinander: »Wir wollen nun sogleich nach Bethlehem gehen zu sehen dieses Ereignis, das stattgefunden hat, was der Herr uns offenbart hat!«

Foto 11: König Caspar, Krippe Lügde
16) Und sie gingen mit Eile und fanden Maria sowie auch Joseph, und das Kind lag in einer Krippe.

17) Als sie es sahen, da verbreiteten sie das Wort, welches ihnen über das junge Kind kundgetan worden war.

18) Und alle, die es hörten, sie staunten über die Dinge, die ihnen von den Hirten erzählt worden sind,

19) aber Maria fing an, all diese Worte zu merken und sie zog daraus Schlussfolgerungen in ihrem Herzen.

20) Dann gingen die Hirten zurück, verherrlichten und lobten Gott für all die Dinge, die sie hörten und sahen, so wie sie ihnen gesagt worden waren.

21) Und als acht Tage sich erfüllt hatten, so dass er beschnitten werden sollte, da nannte man beim
Namen Jesus,  so wie er vom Engel genannt worden war, bevor er  im Mutterleib empfangen war.

Foto 12: Einer der Hirten im Stall, Lügde
Fußnote

1) May, Karl: »Weihnacht/ Reiseerzählung 
von Karl May«, »Historisch-Kritische Ausgabe 
für die Karl-May-Gedächtnis-Stiftung«, 
herausgegeben von Hermann Wiedenroth 
und Hans Wollschläger, Abteilung IV, 
Reiseerzählungen Band 21, Nördlingen 
1987 (Orthographie weitestgehend 
unverändert vom Original übernommen.)

Zu den Fotos 

Foto 1: Cover »Weihnacht« von Karl May.
Fotos 2-12: Walter-Jörg Langbein

311 »Das Ghetto«
Teil 311 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 03.01.2016


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Sonntag, 7. August 2011

81 »Die Heilige Geistin und Maria Magdalena«

Teil 81 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Abraham deutet auf die Dreifaltigkeit
Foto: W-J.Langbein
Einige Stunden verbrachte ich kurz vor Weihnachten in der St. Jakobus-Kirche von Urschalling. Mich stimmten die zum Teil starken Beschädigungen der uralten religiösen Gemälde traurig. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass missliebige Darstellungen bewusst beschädigt und zum Teil unkenntlich gemacht wurden. Im wehrhaften Gotteshaus scheint die Zeit seit Jahrhunderten stehengeblieben zu sein.

Die immer noch üppigen Reste der Wandmalereien zogen mich in ihren Bann. Ich versuchte, die farbenfrohen Gemälde unvoreingenommen, ja mit den Augen eines »Heiden« zu sehen und ich wurde fündig! Ich entdeckte die »Heilige Geistin« und Maria Magdalena beim letzten Abendmahl Christi, wieder einmal!

Kaiser Konstantin fürchtete zu Beginn des vierten nachchristlichen Jahrhunderts um die Stabilität in seinem Imperium. Ein einheitlicher Glaube sollte das Volk einen. Kaiser Konstantin entschied sich für das Christentum und ordnete anno 325 das »Erste Konzil von Nicäa« an. Ein gemeinsames Glaubensbekenntnis sollte jegliche christlich-religiöse Meinungsverschiedenheit schon im Keim ersticken. 318 Bischöfe einigten sich nach hitzigsten Diskussionen auf das »Glaubensbekenntnis«. Es wurde der Glaube durchgesetzt, dass Jesus wie Gott Vater »wahrer Gott« sei. Auf einen »Heiligen Geist« oder gar auf die »Heilige Dreifaltigkeit« wird in keiner Silbe eingegangen (1). Erst gegen Ende des vierten Jahrhunderts wurde der »Heilige Geist« als fester Bestandteil in die Bibel aufgenommen.

Abraham und die Dreifaltigkeit
Foto: W-J.Langbein
In der Bibel gibt es aber keinen einzigen wirklichen Hinweis auf die »Heilige Trinität«. Selbst der fast schon fundamentalistische Theologe M.R.DeHaan muss in seinem Werk »508 Answers to Bible Questions« (ohne Ortsangabe 1982) zugeben: »Es gibt nicht einen Vers in der Bibel, der aussagt, dass Gott eine Dreifaltigkeit, bestehend aus drei Personen, ist.« Damit vertritt er an den Universitäten keineswegs eine Außenseiterposition, sondern die allgemein akzeptierte wissenschaftliche Lehrmeinung. Auch der Theologe Karl-Heinz Ohlig kommt zum gleichen Ergebnis. 1999 brachte er es in seinem Buch »Ein Gott in drei Personen?« (Mainz 1999) auf den Punkt. Die Lehre von der Dreifaltigkeit »besitzt keinerlei biblische Grundlage«.

Vertreter der Geistlichkeit aber waren schon oft vollkommen anderer Ansicht als die Vertreter einer wissenschaftlichen Theologie ... und sie wurden schon immer fündig, wenn es galt, eine Glaubenswahrheit in den Schriften der Bibel zu entdecken. Angeblich gibt es Hinweise auf die Dreifaltigkeit schon im »Alten Testament«. So wird im »Ersten Buch Mose« (2) beschrieben, dass Abraham von drei Männern besucht wurde. Die Herrn prophezeiten dem verdutzten greisen Abraham, seine Frau werde demnächst ein Kind gebären. Eindeutig ist von drei Männern die Rede (3). Wenn Abraham tatsächlich von der göttlichen Dreifaltigkeit besucht worden sein sollte ... bewirtete dann der greise Mann Gott Vater, Gott Sohn (also Jesus!) und Heiligen Geist?

Die »Heilige
Geistin«
Foto:
W.-J.Langbein
Im Deckengemälde von St. Jakobus zu Urschalling wird jedenfalls behauptet, dass dem Abraham schon die Dreifaltigkeit begegnet ist. Abraham hält in seiner Rechten ein Schriftband. Da heißt es in lateinischer Sprache: »Abraham sieht drei und betet einen an.« Mit der linken Hand deutet Abraham auf die Dreifaltigkeit. Die aber besteht ganz eindeutig aus zwei Männern (Gott Vater und Gott Sohn) und einer Frau. Im sakralen Bildnis von Urschalling ist ganz eindeutig eine »Heilige Geistin« zu sehen!

Unbestreitbar ist das hebräische »Ruach« (»Geist«/ »Hauch« Gottes!) weiblich. Bekanntestes Symbol für den »Heiligen Geist« des »Neuen Testaments« ist die Taube. So heißt es im »Evangelium nach Markus« (4): »Und alsbald, als er (Jesus) von dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn hernieder fahren.« Im Evangelium nach Matthäus (5) wird die Geschichte von der Taube bestätigt: »Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser. Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen.«

Eine christliche Erfindung ist die göttliche Taube keineswegs! Eine der ältesten Gottheiten überhaupt ist Ischtar. Ischtar, die höchste weibliche Gottheit, steht für Geburt, Leben, Lust und Leiden und Tod. Ihr Symbol : die Taube! Ich behaupte: Aus der einst mächtigen Göttin aus uralten Zeiten wurde der weibliche »Heilige Geist« des »Neuen Testaments«. Im Bildnis von St. Jakobus zu Urschalling lebt Jahrtausende alter Glaube fort!

Nicht erst seit Dan Browns Weltbestseller »Das Sakrileg« faszinieren mich Darstellungen des »letzten Abendmahls« Jesu. Auch in der St. Jakobus-Kirche zu Urschalling gibt es eine Darstellung davon. Auch wenn das Fresko leider allenfalls noch zur Hälfte besteht, ist das Bildnis doch mehr als aufschlussreich. Vor dem kleinen Wandgemälde stehend erinnerte ich mich an die Worte des »Evangeliums nach Johannes« (6):

Johannes
schmiegt sich
an die Brust Jesu
Foto:
 W-J.Langbein
»Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus liebhatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte.« Kurz darauf wird wiederholt: »Da lehnte er (der Lieblingsjünger) sich an die Brust Jesu.« Ich betrachtete sorgsam das Abendmahlsfragment von Urschalling. Sofort erkannte ich Jünger Johannes. Jünger Johannes war somit eindeutig identifiziert.

Simple Logik: Da sich Lieblingsjüner Johannes – wie im »Evangelium nach Johannes« beschrieben – an Jesu Brust schmiegt, kann er nicht gleichzeitig auch noch neben Jesus stehen. Und neben Jesus ist deutlich eine recht feminine Gestalt zu sehen ... bei der es sich definitiv nicht um den jugendlichen Johannes mit weichen Gesichtszügen handeln kann. Wer ist die junge Frau mit langen Haaren, die so mütterlich eine Hand auf Johannes' Schulter legt? Meine Meinung: Maria Magdalena, die Frau, die Jesus nach den verbotenen Evangelien mehr liebte als die männlichen Jünger. Mir erscheint diese Interpretation sehr viel wahrscheinlicher zu sein als die Schultheologie!

Mich fasziniert das »Sakrileg« von Urschalling mehr als die Fiktionen von Dan Brown! Dan Browns »Sakrileg« schlug ein wie eine Bombe, löste wegen »ketzerischer Aussagen« weltweit Proteste aus. Als dann Browns Zig-Millionenseller auch noch verfilmt wurde, heizte das die Diskussion nochmals an.

Wer ist die Frau neben Jesus?
Foto W-J.Langbein
Aber leider wandte sich die Weltöffentlichkeit schon bald wieder anderen Themen zu. Bald schon wurden wieder andere »heiße Eisen« kurzfristig angefasst und schnell wieder fallengelassen. Doch das »Sakrileg« war und bleibt real. Es geht um Maria Magdalena, die Apostelin der Apostel, die intimste Bekannte Jesu, vielleicht sogar Jesu Frau!

Neben der offiziellen christlichen Lehre gibt es schon seit fast zwei Jahrtausenden verbotenes Glaubensgut. Ketzer wurden blutig verfolgt, gemartert und getötet. Gab es aber dennoch so etwas wie ein verborgenes Christentum, das Maria Magdalena als Jesu Partnerin anerkannte? Nach Jahrzehnten der intensiven Forschung bin ich davon überzeugt.

Anhänger der verbotenen Lehren lebten gefährlich. Schmuggelten Eingeweihte ihr verbotenes Wissen getarnt in christliche Kunstwerke wie Leonardo da Vincis Abendmahl, das Abendmahl von Kirchbrak und das Abendmahl von Urschalling?


Abendmahl von Urschalling
Foto: Walter-Jörg Langbein
Fußnoten
1: »Wir glauben an einen Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, der als einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt aus dem Wesen des Vaters. Gott vom Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt und nicht geschaffen.«
2: 1. Buch Mose Kapitel 18, Verse 1-15
3: ebenda, Kapitel 18, Vers 2
4: Evangelium nach Markus Kapitel 1, Vers 10
5: Evangelium nach Matthäus Kapitel 3, Vers 16
6: Evangelium nach Johannes Kapitel 13, Verse 23-25




Maria Magdalena: Die Wahrheit über die Geliebte Jesu - Buch von Walter-Jörg Langbein jetzt bestellen!

»Engel, Teufel und ein Wal«,
Teil 82 der Serie
»Monstermauern, Mythen und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14.08.2011


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Mittwoch, 23. Dezember 2009

Neues aus Merkwürdistan - Teil IV

Heute, am Vortag des Weihnachtsfestes, möchte ich wieder aus Merkwürdistan berichten. Ihr wisst ja, das ist jenes Land, in dem merkwürdige Dinge passieren.
Ob auch in Merkwürdistan Weihnachten gefeiert wird?
Natürlich!
Aber kann es in Anbetracht der Zustände in diesem Land auch eine echte Menschlichkeit geben?
Am Abend des 22.Dezember will die Rentnerin Erika K. zum Tagesausklang ein Buch lesen.
Plötzlich verspürt sie starke Zugluft – Gift für ihr Rheuma. Aufgrund der schlecht schliessenden Wohnungstüre macht sie auch sofort die Ursache dafür aus: jemand muss am Gang ein Fenster offen gelassen haben!
Nur mit einem Schlafrock bekleidet, tritt die Rentnerin auf den Gang, um das Fenster zu schliessen.
Rumms!
Das war allerdings nicht das Fenster, sondern die Eingangstür, welche ins Schloss gefallen war.
Erika K ist ausgesperrt, mit Schrecken bemerkt sie, in welcher Lage sie sich befindet: sie hat weder Handy noch Geld bei sich.
Anstatt eine Nachbarin um Hilfe zu bitten, läuft sie in Panik hinunter auf die Straße. Sie weiß: ihre Tochter hat einen Schlüssel zu ihrer Wohnung, nur die Tochter wohnt am anderen Ende der Stadt. Wie soll sie um diese Uhrzeit zu ihr gelangen?
Am Ende der Straße ein Taxistandplatz. Ein Taxifahrer bemerkt die verstörte Frau:
„Was ist denn los, Gnädigste, kann ich Ihnen helfen?“
Die Rentnerin schildert ihre mißliche Lage.
„Steigen´s ein!“, der Taxifahrer öffnet den Verschlag seines Mercedes.
Aber sie habe doch kein Geld dabei, wendet Erika K. ein.
„Einsteigen, das mach ma schon.“ - der Tonfall des Taxlers lässt irgendwie keinen Widerspruch zu.
Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, fährt er die Rentnerin zu ihrer Tochter. Glücklicherweise ist sie zu Hause, der Reserveschlüssel ist auch schnell gefunden.
Sodann fährt er die Rentnerin wieder zurück, hilft der vor Aufregung Zitternden auch noch beim Aufsperren der Wohnungstür.
Daraufhin bietet Erika K. an, die Taxifahrt zu bezahlen, nun hat sie ja ihr Portemonnaie wieder.
Der Taxler winkt ab: „Lassen´s nur, Gnädigste, es ist ja Weihnachten!“.
Es gibt sie also doch noch, die echte Menschlichkeit – auch in Merkwürdistan.
Sollte das nicht Anlass zur Hoffnung geben?

Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs und allen Freunden unserer Autorengemeinschaft ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!
Ihr
Robert Brettschneider

Teil V dieser Serie finden Sie hier:

Sonntag, 6. Dezember 2009

Auch der Nikolaus liebt Mallorca

Weihnachstkrimi
von Walter-Jörg Langbein

Wie ich auf die Idee gekommen bin, auf meine alten Tage die örtliche Bank zu überfallen? Aus Rache! Am 1. August dieses Jahres erschien der Rechtsanwalt des Hausbesitzers und machte mir ein Angebot: „Sie bekommen 20 000 Euro auf die Hand, wenn Sie jetzt unterschreiben. Räumen müssen Sie die Wohnung am 1.1. des nächsten Jahres auf alle Fälle! Nutzen Sie dieses großzügige...“ Ich fiel dem Rechtsverdreher ins Wort: „Machen Sie, dass Sie hier aus meiner Wohnung verschwinden!“ Ich unterschrieb dieses läppische Angebot nicht. Schließlich lebte ich seit 39 Jahren in diesem Altbau.

„Man sollte diese Bank überfallen!“ dachte ich, als ich wütend hinter dem höhnisch lachenden Anwalt die Tür ins Schloss krachen ließ. „Man sollte diese Bank überfallen, die so herzlos vier alte Menschen aus Wohnungen vertreibt, in denen sie schon Jahrzehnte leben!“ Ich braute mir eine Kanne Kaffee und grübelte den Rest des Morgens, den ganzen Nachmittag, den Abend. Und dann wusste ich genau, wie die Sache laufen würde.

Der Überfall würde am Nikolaustag, am 6. Dezember, über die Bühne gehen. Für meinen Plan benötigte ich folgende Utensilien; eine Spielzeugpistole, eine Gasflasche, mit der man Luftballons füllt, einen Damenstrumpf, einen Nikolausmantel mit großer Kapuze und natürlich eine aufblasbare Gummipuppe in Lebensgröße.

Was ich nicht käuflich erstehen musste, das war eine Perücke. Ich habe nämlich schon eine- aus Eitelkeit. Ich bin nämlich völlig kahlköpfig und bedecke mein bloßes Haupt mit einer grauen Langhaarperücke. Während sich andere Bankräuber bei Überfällen mit Perücken tarnen, wollte ich ohne Kunsthaar arbeiten. Ich würde mich sozusagen beim Überfall so zeigen, wie ich wirklich bin, nämlich glatzköpfig....und im Alltagsleben weiter, wie gewohnt, Perücke tragen.

Am 6. Dezember marschierte ich dann in die Bank, als Nikolaus verkleidet. „Hohoho, ich bin der Nikolaus!“ machte ich und schleuderte die Kapuze meines roten Mantels zurück. Über meinen kahlen Kopf hatte ich den Damenstrumpf gestülpt, der meine Gesichtszüge vollkommen entstellte. Dann zückte ich meine überzeugend wirkende Spielzeugpistole, reichte dem perplexen Bankangestellten meine Plastiktüte und befahl: „Nur die Scheine bitte!“ Wenige Augenblicke später war ich wieder ein Weihnachtsmann von vielen, der durch die wattig zu Boden schwebenden Schneeflocken seines Weges ging.

Zehn Minuten nach 17 Uhr erreichte ich wieder meine Wohnung. Bevor ich mit dem Zählen des Geldes anfing, ließ ich, wie geplant den Mantel verschwinden. Dann machte ich „Kassensturz“; 610 000 Euro ! Es war einfach zu viel, viel zu viel Geld für mich. Ich konnte es nicht behalten. Sollte ich mich stellen? Und dann den Rest meines Lebens im Gefängnis verbringen? Auf keinen Fall ! Dann kam mir ein verrückter Gedanke. Ich wusch und rasierte mich, setzte meine Perücke auf- und ging zur Polizei. Ich klopfte. „Die Tür ist offen!“ rief eine lachende Stimme.
Ich trat ein. „Es ist wegen des Nikolausüberfalls von gestern...“ begann ich zaghaft. Der leicht zu Übergewicht neigende Beamte brach in Gelächter aus. „Na, dann haben Sie ihn wohl auch fliegen sehen, den lieben Weihnachtsmann?“ Wieder brach er in schallendes Gelächter aus. „Fliegen sah ich den Weihnachtsmann nicht, aber er war gestern bei mir!“

Das Lachen verstummte. Ich erzählte weiter. „Also der Weihnachtsmann war bei mir und hat mir das ganze Geld gebracht!“ Wieder lachte der Polizeibeamte herzhaft. „Wenn Sie meinen, dass Sie sich da ein originelles Scherzchen ausgedacht haben, dann irren Sie aber! Gewaltig! Vor ein paar Minuten war eine Dame aus dem Engelsweg da.“ Ich erschrak. Wohnte ich doch im Engelsweg. „Die Dame war vor wenigen Minuten hier. Sagte: Ich weiß, wer die Bank überfallen hat! Der Weihnachtsmann. Und der wohnt angeblich in der Wohnung über ihrer, im gleichen Haus. Sie hat den Mann nach Hause kommen sehen. Und jetzt das Schärfste. Wissen Sie, wie der Weihnachtsmann die Wohnung wieder verlassen hat?"
Ich schüttelte den Kopf. Der Polizeibeamte hielt sich vor Lachen prustend den Bauch. Er deutete mit dem Zeigefinger der rechten Hand immer wieder an die Decke. „In den Himmel geflogen ist er, sagt die gute Frau vom Engelsweg.“ Ich räusperte mich. „Und was mache ich dann mit dem Geld, das mir der Weihnachtsmann gebracht hat?“ „Was der Weihnachtsmann einem schenkt , das darf man natürlich behalten! Und jetzt ab durch die Mitte!

„Ich besuchte Frau Mäuerle, Frau Rosa Mäuerle, 70, pensionierte und verwitwete Lehrerin, die in der Wohnung über mir lebt. Ich redete auf sie ein. „Und wohin gehen Sie, wenn Sie die Wohnung verlassen müssen? Man hat Ihnen doch gewiss auch schon gekündigt! Im kleinen Häuschen Ihrer Tochter ist doch kein Platz! Und wollen Sie wirklich in ein Altersheim?“

Natürlich wollte sie das nicht. Ich machte ihr einen Vorschlag. Nach kurzem Überlegen nahm sie an, was auch Herr Wilfried Scholze und Herr Erwin Molnar, zwei weitere Hausbewohner taten. So flogen wir gen Mallorca, wo wir den Lebensabend verbringen wollen. Geld haben wir ja aus meinem Überfall genug. Das Gewissen drückt uns dabei keineswegs. Schließlich bezahlt just jene Bank unseren Lebensabend auf dieser sonnigen Insel, die uns ohne das geringste Mitgefühl aus den Wohnungen warf, in denen wir Jahrzehnte gelebt hatten. Und die mit dem Verkauf des Hauses weit mehr Profit machen wird, als ich ihr als „Bankräuber Nikolaus“ abgeknöpft habe. „Eines muss ich aber nochmal fragen...“ sagte neulich Rosa Mäuerle. „Ich hätte schwören können, gesehen zu haben, wie der Nikolaus aus dem Fenster Ihrer Wohnung kroch und direkt in den Himmel flog.“

Ich nickte. „Hervorragende Beobachtungsgabe!“ und erzählte dann: „Nach dem Banküberfall habe ich gleich den Nikolausmantel und die anderen Utensilien beseitigt. Ich füllte eine aufblasbare Puppe mit Ballontreibgas, zog ihr den Nikolausmantel an, stopfte die Spielzeugpistole, den Damenstrumpf und den Plastiksack in die Taschen. Und dann ließ ich die gasgefüllte Nikolauspuppe aus dem Fenster schweben, was Sie ja beobachtet haben!“

Und die Bank hat den Nikolaus nie gefunden, nicht einmal im Himmel. Aber da hat sie wohl zuletzt gesucht. Und auf den Gedanken, dass der alte Kerl nach Mallorca umgezogen sein könnte, ist auch niemand gekommen.

(Foto: Erich Keppler/Pixelio)

Montag, 23. November 2009

Advent ... Advent, ein Lichtlein brennt

Die Zeit schreitet schnell voran. Die Kalenderblätter sind fast aufgebraucht. Langsam geht das Jahr zu Ende. Am 29. November ist der 1. Advent. Die erste Kerze am Adventskranz wird angezündet. Jeden Sonntag kommt eine neue hinzu. Wenn die vierte Kerze brennt, steht Weihnachten vor der Tür. Lassen wir uns verzaubern, von den vielen geheimnisvollen Lichtern, welche die Straßen der Städte in dieser Zeit hell erleuchten. Überall können wir Lichterketten hängen sehen. In den Fenstern bewundern wir leuchtende Sterne und bunte Lämpchen. Die Weihnachtsbäckerei hat längst begonnen. Aus den Häusern strömen wunderbare Düfte wie Zimt, Lebkuchengewürz, Nelken, Marzipan oder Orangen. In dieser stillen besinnlichen Vorweihnachtszeit rücken wir noch näher zusammen und können gemeinsam mit unseren Kindern ein Buch lesen. Die Adventszeit beschert uns eine stimmungsvolle Vorbereitung auf das Fest. Wir sind ruhiger und geduldiger geworden und dennoch voller Erwartung. Adventskalender werden gekauft oder selbst gebastelt und mit leckeren Sachen gefüllt. Ab dem 1. Dezember können die Kinder jeden Tag, bis zum Heilig Abend, ein Türchen öffnen. So wird ihnen die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest versüßt. Gerne erinnern wir uns an die eigene Kindheit. An die Neugier, das Staunen, das uns glänzende Augen beschert hat.

In der römischen Kirche des Westens wurden etwa im 7. Jahrhundert sechs Adventsonntage gefeiert. Erst später änderte Papst Gregor der Große diese dann auf vier Sonntage ab. Die vier Kerzen symbolisieren das Licht, das Jesus in diese Welt gebracht hatte. Der Brauch des Kranzes ist noch ziemlich jung und am häufigsten in Norddeutschland verbreitet. Der evangelische Theologe Johann Hinrich gilt als Erfinder des Adventskranzes. Traditionell werden die Adventskränze aus Tannenzweigen gebunden, mit Kugeln und Schleifchen geschmückt und roten Kerzen versehen. Das Licht schenkt uns Hoffnung und vertreibt die Dunkelheit. Die ersten häuslichen Adventskränze wurden um 1935 von der Kirche geweiht und sind somit bis zum heutigen Tag zum Brauchtum geworden.

Genießen Sie diese zauberhafte Stimmung der Adventszeit und vergessen Sie die Menschen nicht, die alleine leben ohne Familie oder deren Partner verstorben ist. Schenken Sie ihnen ein liebes Wort, ein aufmunterndes Lächeln. Sie werden sich sicherlich darüber freuen.


Schöne Stunden im Advent wünscht Ihnen

Rita Hajak

Freitag, 30. Oktober 2009

Was bedeutet uns Weihnachten?

Wer kann ein Buch lesen, ohne sich danach mit dem Inhalt auseinanderzusetzen? Wir stoßen auf die Frage, ob wir ähnlich gehandelt hätten wie der Protagonist. Hätten auch wir die Größe gehabt, dem Bösewicht zu verzeihen, oder hätten wir uns der Rache verschrieben? Nach dem Lesen der folgenden kleinen Weihnachtsgeschichte fragen wir uns vielleicht, was uns Weihnachten bedeutet.

Was bedeutet uns Weihnachten?

Stockdunkel ist die Nacht. Adam hält die Hand vor sein Gesicht. Es ist so dunkel, dass er sie nicht erkennen kann. Warum hat er nur diese Abkürzung genommen? – Dumme Frage, natürlich deshalb, weil er möglichst schnell nach Hause möchte. Schließlich ist es Heiligabend, und an solchen Tagen zieht es wohl jeden heimwärts. Es wäre ja auch alles gut verlaufen, wenn das Auto nicht gestreikt hätte. Ausgerechnet heute! – Ausgerechnet heute? – Warum nicht heute? – Für das Auto ist dieser Tag nicht besser oder schlechter als jeder andere. Ein besonderer Tag ist es doch nur für Menschen. Ein besonderer Tag? – Ja, das mag schon stimmen. Aber was macht ihn eigentlich zu einem besonderen Tag? Ein Grund ist sicherlich, dass es an diesem Tag jeden nach Hause zieht. Moment, das kann doch nicht sein, das ist ja wie die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Fahren alle nach Hause, weil es ein besonderer Tag ist, oder ist es ein besonderer Tag, weil alle nach Hause wollen? Sollte Letzteres zutreffen, stellt sich sofort die Frage, warum alle nach Hause fahren wollen. – „Jetzt verwirre ich mich selbst“, denkt Adam. Natürlich liegt es an Weihnachten, das steht doch schließlich fest. Weil Weihnachten ist, wollen alle nach Hause. Das wäre somit geklärt. – Geklärt? – Wirklich geklärt? – Ist es wirklich so?

Was bedeutet uns Weihnachten eigentlich? Es muss schon etwas Außergewöhnliches sein, wenn es alle dazu bringt, nach Hause zu wollen. Für die Römer war der fünfundzwanzigste Dezember der Geburtstag ihres Sonnengottes Sol. Auf diesen Tag legten im vierten nachchristlichen Jahrhundert die Christen Jesu Geburt. Christen glauben seitdem, die Heilige Nacht sei die Nacht vom vierundzwanzigsten auf den fünfundzwanzigsten Dezember und in dieser Nacht sei Gottes Sohn geboren. Wenn damit das Besondere erklärt sein soll, dann kann es Adam nicht nachvollziehen. Es gibt Ostern, Pfingsten und andere Feiertage, ohne dass es zu einer Völkerwanderung nach Hause kommt. Was ist an Weihnachten das Besondere? – Fragen wir Kinder, dann sind es die Geschenke, die aus Weihnachten etwas Besonderes machen. Erwachsene nennen die Möglichkeit, sich vom Stress zu erholen, in den sie nur deshalb geraten, weil sie sich auf Weihnachten vorbereiten, vor allem wegen der Jagd auf die letzten noch fehlenden Geschenke. Nein, entscheidet Adam, Weihnachten kann es nicht sein, es muss etwas sein, was über Weihnachten hinausreicht, etwas, was noch mehr Bedeutung hat als der Geburtstag eines römischen Gottes und der auf diesen Tag gelegte Geburtstag Christi. Es muss etwas sein, was bereits die Menschen berührte, die lange vor dem römischen Gott und lange vor Jesus Christus lebten.

Adam tritt im Dunkeln in eine Vertiefung, kommt ins Taumeln und verliert schließlich vollends das Gleichgewicht. Er stürzt und schlägt mit dem Kopf auf etwas Hartes, vermutlich ein Stein. Er verliert das Bewusstsein. Nach einer unbestimmten Zeit kommt er wieder zu sich. In seinem Kopf hämmert und pocht es. Er richtet sich auf. Mit dem rechten Fuß den Boden vorsichtig abtastend, steht er schließlich wieder auf der Straße. Er hebt den Blick und sieht in einiger Entfernung ein Licht. Ein wohliges Gefühl großen Glücks durchströmt seinen Körper, und plötzlich weiß er, was das Besondere hinter Weihnachten ist. Kraft durchströmt seine Glieder, er fühlt die Spannung in seinen Muskeln, dann setzt er seinen Weg entschlossen fort. Ihm ist, als sei die Dunkelheit nicht mehr ganz so dunkel wie zuvor. Ihn erfasst eine freudige Erregung, als er sich dem Haus mit dem erleuchteten Fenster nähert.

Bald darauf steht er vor der Eingangstür. Er klopft und wartet. Wenig später öffnet sich die Tür, und ein älterer Herr schaut Adam aufmerksam ins Gesicht. Adam will erklären, dass sein Auto liegen geblieben ist. Doch der ältere Herr winkt ab. „Kommen Sie erst einmal herein, Sie Armer, bei dieser Kälte müssen Sie ja völlig erfroren sein – und dann ausgerechnet am Heiligen Abend!“ Während Adam im Wohnzimmer etwas verlegen stehen bleibt, geht der freundliche Gastgeber auf eine Tür zu, öffnet sie und ruft: „Elfriede, wir haben einen Gast.“ Gleich darauf erscheint Elfriede, offensichtlich die Ehefrau des älteren Herrn. Sie schaut Adam mitfühlend an und ruft dann aus: „Sie Armer, bei dieser Kälte müssen Sie ja völlig erfroren sein –und dann ausgerechnet am Heiligen Abend!“ Adam ist verblüfft, es sind die gleichen Worte, die ihr Mann bereits gebraucht hat. Adam lächelt. „Ausgerechnet Heiligabend?“, geht es durch seinen Kopf. „Natürlich muss es dieser Abend sein, kein anderer kommt in Frage.“Wie immer, wenn er eine neue Erkenntnis gewonnen hat, durchströmt ihn ein wärmendes Glücksgefühl.

Jetzt weiß er, was das Besondere hinter Weihnachten ist. Wenn die Sonne sich so weit entfernt, dass den Tagen kaum noch Zeit bleibt, hell zu werden, wenn sich Herbst und Winter berühren und die Dunkelheit die Herrschaft antritt, dann stellt sich das Licht der Dunkelheit entgegen und erweckt die Hoffnung auf den Sieg des Lichtes. Das Licht erhellt, wo Finsternis ist, es wärmt den Frierenden und führt den Verirrten dorthin, wo ihn Hilfe erwartet.

Das Mensch gewordene Licht sagt über sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh. 8,12.)

Weihnachten 2007
Wolf-Gero Bajohr


Montag, 12. Oktober 2009

Weihnachtsalternative

Noch nicht ganz vernarbt der Osterstress, da sind schon die nächsten Schwerenöter wieder in die Einkaufsregale gestiefelt. Sie tragen schneeverkrustete Mäntel, sind unrasiert, ungekämmt und blicken selbstsicher auf die Einkäufer herab, als wollten sie sagen: „Ich weiß, dass Du mich kaufen wirst!“

Die ersten Wochen ignoriert man sie natürlich siegesgewiss. Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe und nicht der Verfettung. Die Kilos, die die Osterhasen an Hüften und Bauch deponiert haben, sind dank Urlaubsschmaus und Grillpartys noch nicht einmal ansatzweise geschmolzen. Der Kampf mit dem inneren Schweinehund, den Bauchspeck wieder loszuwerden, noch in vollem Gange.

Eine richtige Gemeinheit, jetzt schon wieder so eine Schokokampagne auf die hilflosen Verbraucher abzuschießen.
„Mit mir nicht!“, würde man gern laut verkünden, und geht erhobenen Hauptes an dem Zeug vorbei. Mit etwas Glück kann man noch einen mitleidigen Blick auf eine dicke Frau werfen, die sich gerade mit strahlenden Augen, sechs Weihnachtskugeln aus Schokolade im Dinosaurierformat, gefüllt mit Pralinen, Marzipan und Lebkuchensternchen, begeistert aus dem Regal angelt.

Doch mit jedem Einkaufstag wird es schwieriger, sich den aufdringlichen Männern in den Regalen zu entziehen. Irgendwann bleibt man vor ihnen stehen. Natürlich nur, um sich einen Überblick zu verschaffen über das diesjährige Angebot.
Schnell aber ist klar: Nichts Neues dabei. Die weihnachtlichen Greise mit dem gleichen roten modischen Outfit und der viel zu großen Mütze, wie jedes Jahr. Den gleichen, geflickten Säcken mit den gleichen langweiligen Schokoautos, Zuckergelee und Eierlikörkügelchen, einwickelt in Goldfolie ... alles wie gehabt.
„Nein!“, man wendet sich entschlossen und angewidert ab.
„Dieses Zeug wird nicht gekauft!“ Es wird sich doch wohl eine Alternative finden. Vielleicht eine gesunde? Man will doch den Kindern etwas Gutes tun, und sie nicht schon wieder mit dem süßen Kram vollstopfen! Genau! Dieses Jahr wird der Weihnachtskrampf entschärft. Die meisten Sachen landen ohnehin spätestens am 01. Januar, wegen des auftretendes Würgerflex bei ihrem Anblick, im Müll. Schade ums Geld.

Noch ein-, zweimal fällt die Weihnachtsmannverweigerung zu unseren Gunsten aus. Dann ist plötzlich Weihnachten. Jedenfalls fast. Samstagmorgen. Und wo ist die Alternative? Buntes Obst vielleicht? Banane mit Rute? Mandarine mit Flügelchen oder Apfel mit Stauchbesen?

Vor dem inneren Auge tauchen Bilder auf, von dicken Weihnachtstränen, in Kinderaugen. „Wo ist lecker Geschenkemann?“, werden sie verzweifelt fragen.

Oh nein! Das geht auf keinen Fall! Also doch schnell noch eine Einkaufsfahrt zum Sackträgerregal. Hoffentlich ist noch etwas Brauchbares da – vielleicht etwas Halbgesundes, aus guter Schokolade, die, die so richtig teuer ist. Und dann eben nur ein hohler Geschenkemann, aber dafür so richtig groß und richtig gesund! Zu Hause kann man noch einige Kekse mit Zimt und Zuckerguss für den Teller backen und etwas Obst in Alufolie dekorativ auf den Weihnachtsteller legen. Alles fein umrahmt von gesunden Nüssen.
Also rein in den Einkaufswagen mit den fünf übergewichtigen, rotbemäntelten Oldies, einen noch als Reserve, falls mal einer zerdrückt. Was heißt falls, einer kommt immer zerdrückt zu Hause an ...

Sie liegen etwas verloren auf den Metallgittern. Ihr gerade noch provozierender, fast sarkastischer Blick, wirkt plötzlich eher traurig und vorwurfsvoll. Naja, vielleicht noch von diesen kleinen Marzipanfigürchen einige Tüten dazu. Man kann mit ihnen das den Teller hübsch füllen und es sieht gleich nach mehr aus. Ach, und dort, die hübschen Baumkugeln und Nougatautos. Damit könnte man doch den Frühstückstisch am Weihnachtsmorgen nett dekorieren.

Trotzdem, irgendwie sieht es im Einkaufswagen immer noch nach Restesammlung aus. Also hin zum Gaben-Grabbeltisch. Hier wird man fündig. Freude stellt sich ein. Es gesellt sich noch ein Büchlein und ein Paar lustige Socken zu den Bärtigen. Ja, jetzt ist es besser. Ach, dort liegt ja eine Hör-Kassette von der Lieblingsserie der lieben Kleinen, die nehme ich noch mit und dann ist aber Schluss!

Halt! Was ist mit den „Großen“? Ein oder zwei Leckerlies nach der Geschenkeschlacht vertragen die doch auch an Feiertagen! Da kann man natürlich nicht mit Kinderschokolade punkten. Also kaufen wir noch ein großes Paket „Mein Liebling“, und damit der bunte Teller auch wirklich bunt wird, noch ein Päckchen „Nach Acht“ und je eine Schachtel „Danke“, eins von der blauen Sorte und eins von der roten.



An der Kasse wartend ist Zeit, einen längeren Blick in den eigenen Einkaufswagen zu werfen. Merkwürdig, er sieht aus wie jedes Jahr zu Weihnachten. So ganz hat es noch nicht geklappt mit der Weihnachtsalternative — aber nächstes Jahr, da lässt man sich etwas ganz Besonderes einfallen, es ist ja jetzt Zeit genug, sich Gedanken zu machen — und die Weihnachtsmannfabrik kann sehen, wem sie ihre Strauchbesenhalter andreht.

© gcroth

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