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Montag, 7. Juni 2010

Das Pony Loona

Auf meinem Reiterhof gibt es eine schwarzbraune Ponystute von der Rasse `Deutsches Reitpony´. Ihr Name ist Loona und sie ist soooo süß! Immer wenn ich an ihre Box gehe und leise ihren Namen rufe, spitzt sie die Ohren und schaut neugierig über die Boxentür. Ich gebe ihr dann einen Kuss auf die Nüstern, und sie bleibt dabei ganz friedlich und ruhig stehen. Ihre Mähne ist so schön. Ihr Schopf hängt ihr bis über die Augen und verdeckt den schönen weißen Stern auf ihrer dunklen Stirn. Aber ich frage mich, wie sie mit dem langen Schopf überhaupt noch was sehen kann!

Wenn ich sie putze, ist sie meistens ganz friedlich, nur das Hufeauskratzen kann sie nicht leiden. Aber wenn es regnet, muss ich sie im Stall putzen und sie an den Gitterstäben der Boxen von den anderen Pferden anbinden. Da sie sich mit vielen Pferden immer streiten und beißen will, ist das Putzen manchmal ganz schön anstrengend. Viele Pferde versuchen auch, den Knoten vom Führstrick mit den Zähnen aufzudröseln, sodass man ihn immer wieder neu machen muss!
Beim Satteln steht Loona meistens still, aber manchmal dreht sie sich auch dauernd herum, sodass der Sattel oft runter rutscht. Das macht die Stute aber fast nur, wenn sie sich gerade wegen einem anderen Pferd ärgert, zum Beispiel wenn der Haflinger Adonis (von dem ich schon mal erzählt habe) ihr zu nahe kommt. Die zwei können sich überhaupt nicht leiden. Adonis greift Loona immer an, und die Ponystute hat Angst vor ihm. Doch beim Zäumen ist sie immer friedlich und nimmt die Trense meistens wie von selbst, die Süße.

Beim Reiten ist sie toll, meistens hat sie " Hummeln im Hintern" und buckelt wie verrückt.
Neulich durften wir zum ersten Mal nach so vielen Regentagen auf den Reitplatz gehen und ich bekam Loona. Diese ist immer sehr schreckhaft beim ersten Mal auf dem Platz, weil es auf dem Hof viele Hühner und Hähne gibt, die auf den Platz rennen und die Pferde aufscheuchen. Perlhühner sind da besonders schlimm.
Springreiten liebt sie! Sie verweigert nie, sondern springt immer schön über das Hindernis. Manchmal flippt sie dabei aus vor Freude und hüpft dann wie wild herum.
Nach einer Reitstunde bekommt sie immer ein paar Äpfel oder Karotten von mir. Die nimmt sie immer so zärtlich, einfach goldig! Dieses Pferdchen muss man einfach lieb haben!!!!


Cosima Prem (10), Autorin des Kinderkrimis
Vier Freundinnen auf Schatzsuche


Auf diesem Reiterhof lebt Loona:
Kloster Seligenporten

Dienstag, 6. April 2010

Kinderseele

Der Kindheit beraubt,
leer ist der Blick,
Gedanken wagen
sich kaum zurück.

Vertrauen verloren,
Seele verletzt,
grausam
wurde ihm zugesetzt.

Verschlossen der Mund,
hört doch niemand zu.
Tief sitzt sein Leid,
Gewalt macht sich breit.

Die Arme geritzt,
blutende Zeichen.
Entsetzen !
Und nie wird es weichen.

Erwachsen geworden,
mit einem Schlag.
Des Lebens beraubt,
Tag für Tag.

© Gaby Bessen

Montag, 18. Januar 2010

"Lies mir etwas vor"

Ab wann sollten Kinder eigentlich anfangen, hin und wieder ein Buch zu lesen?
Gute Frage. Denn wirklich lesen können die meisten ja erst, wenn sie ein bis zwei Klassen der Grundschule hinter sich haben. Also kann man sich vorher den Kauf von Büchern eigentlich sparen?

Nein, natürlich nicht. Lesen beginnt sehr viel früher im Leben. Genau genommen ist schon das Betrachten von Bildern, die erste Form des Lesens. Wer der Meinung ist, dass das kein „richtiges“ Lesen ist, der irrt. Die ersten geschriebenen Geschichten und Nachrichten, die Menschen hinterlassen haben, bestanden auch aus Zeichnungen und Abbildungen ihrer Erlebnisse, Vorstellungen und Vermutungen. Und andere Menschen waren in der Lage diese Bilder zu lesen und weiterzuerzählen.

Bilderbücher für Kinder machen also durchaus Sinn. Ein dort abgebildetes zweidimensionales Auto zu erkennen, ist schon die erste Leseleistung. Denn was für uns Erwachsene so einfach und selbstverständlich ist, muss ein junges Gehirn erst erkennen: Das dreidimensionale Auto auf der Straße kann zweidimensional abgebildet werden. Steht unter dieser Abbildung dann noch das Wort „Auto“, dann ist das für das Gehirn ein Angebot, das Abbild Auto mit einer bestimmten Zeichenkombination abzuspeichern, die „irgendwie“ dazugehört. Auch, wenn ein Kind den Zusammenhang noch nicht erkennt.

Eltern, die mit ihren Kindern die Bilderbücher gemeinsam ansehen, können noch einen weiteren Schritt mit dem Kind gehen, ohne dass das Ganze etwas damit zu tun hat, dem Kind aus eigenem Ehrgeiz, unbedingt das Lesen beizubringen und es zu überfordern. Ganz einfach, indem die Dinge, die betrachtet werden, auch gleich einen Namen bekommen. So erfahren schon die Kleinsten, dass ein Bild etwas ist, das man mit Worten beschreiben kann. Das Gehörte und Gesehene wird als Einheit abgespeichert. Passiert dies einige Male, dann wird das Kind sehr schnell ein Lieblingsbuch haben, dessen Inhalt es auswendig kennt. Es kann anhand der Bilder und der Schrift die Dinge erkennen und benennen. Ist es an diesem Punkt, dann funktioniert das Ganze schon bald ohne die dazugehörigen Bilder. Denn die Zeichenfolge wurde ja mit dem Bild zusammen abgespeichert. So kann es, passieren, dass Kinder das Wort Auto sehen und dann entrüstet mitteilen: „Auto weg!“. Klar, sie haben Recht, das Abbild des Autos ist verschwunden. Dennoch haben sie das Wort gelesen und mit dem richtigen Gegenstand verknüpft.

Doch das Lesen lernen hat noch andere Aspekte. Zweidimensionale Bilder können Babys noch nicht erkennen. Sie reagieren gelangweilt, wenn man mit ihnen Bilder betrachten möchte. Dennoch kann eine Vorbereitung zum Lesen und zum Sprachverständnis stattfinden. Und zwar durch das Vorlesen. Dabei geht es in den ersten eineinhalb Jahren nicht so sehr darum, den Inhalt zu verstehen, sondern vor allem darum, Wortmelodien aufzunehmen und unterschiedliche Stimmungen daraus zu erkennen. Mein ältester Sohn hat meiner jüngsten Tochter bereits im Alter von zwei Monaten jeden Morgen Artikel aus der Zeitung vorgelesen. Erstaunlicherweise hat sie aufmerksam gelauscht. Seiner Stimme, seiner Betonung und ich denke, sie hat sehr wohl registriert, dass das Vorlesen aus der Zeitung sich völlig von der sprachlichen Zuwendung unterscheidet, die sie sonst gewohnt war.

In den Jahren bis zum Schuleintritt, und noch eine Zeit darüber hinaus, habe ich meinen Kindern jeden Abend vor dem Schlafen vorgelesen. Eltern, die das machen, höre ich gerade aufstöhnen. Denn nicht immer ist das ein reines Vergnügen. Zum Beispiel dann nicht, wenn ein Kind - aus welchem Grund auch immer - eine Lieblingsgeschichte hat, die es wochen- oder monatelang immer wieder vorgelesen haben möchte. Man kann Kinder nicht an der Nase herumführen und vielleicht zur eigenen Entlastung, den einen oder anderen Satz überspringen. Da gibt es sofort Protest, weil das Kind die Geschichte längst in- und auswendig kennt. Für derart geplagte Eltern mag es sinnlos erscheinen, Abend für Abend den gleichen Text vorzulesen. Tun sie es trotzdem! Ihr Kind beschäftigt sich offensichtlich sehr intensiv mit dem Inhalt der Geschichte. Und das ist die zweite wichtige Voraussetzung, um wirklich lesen zu können: Die Aussagen in einem Text aufzunehmen, zu verarbeiten und zu verstehen. An diesem Punkt kann man sich ziemlich sicher sein, dass dieses Kind schon sehr bald ein Interesse entwickeln wird, herauszufinden, welche spannenden Geschichten in anderen Büchern stecken mögen. Fangen Kinder an, im Alter von etwa sieben Jahren, die ersten Bücher selbstständig zu lesen, dann sollten sie diese unbedingt selbst aussuchen dürfen. Eltern sollten ihrem Kind niemals ein Buch verweigern, weil sie der Ansicht sind, dass es pädagogisch nicht wertvoll genug ist oder ihnen sinnlos erscheint. Je mehr unterschiedliche Bücher Kinder lesen, desto kritischer können sie auch in der Auswahl ihrer Lektüre werden.



Das Lesen von Büchern ist für die kindliche Entwicklung ein ungeheurer Gewinn, der sich für das ganze Leben, auf alle Ebenen positiv auswirkt. Es fördert die Fantasie, erweitert den Wortschatz, verbessert das Verständnis für umfassende Zusammenhänge, gibt Anreize und Vorlagen zu kritischem Denken, fördert die Konzentration und macht nicht zuletzt auch noch einen Riesenspaß! Lesen ist ein aktiver Vorgang und ungleich spannender als das Betrachten von Fernsehbildern, wo kaum Raum bleibt, für eigene kreative Prozesse im Denken. All diese Eigenschaften erleichtern Kindern den erfolgreichen Schulbesuch und so manch kleine Leseratte, beginnt schon bald mit dem Schreiben eigener Geschichten.

Schenken wir Kindern Bücher und fördern wir das Lesen, wo immer es möglich ist. Damit Menschen aufwachsen, die in der Lage sind, Dinge von vielen verschiedenen Positionen aus zu betrachten und die fähig sind, bei auftauchenden Problemen, kreative Prozesse in Gang zu bringen, die befriedigende Lösungen nach sich ziehen. Das kommt sowohl dem einzelnen Menschen, wie auch unserer Gesellschaft zugute.

Übrigens, sobald die Kinder selbst lesen können, ist es eine herrliche Beschäftigung, an verregneten Sonntagnachmittagen, sich gegenseitig aus einem Buch vorzulesen und gemeinsam mit den Helden, zu lachen, zu weinen und eine spannende Zeit zu verbringen.

© gcroth
Fotos: oben: pixelio; Simone Peter;
unten: Satzstudio Roth

Dienstag, 5. Januar 2010

We Proudly Present: Die Nachwuchsabteilung von »Ein Buch lesen!«

Liebe Leserinnen und Leser,

Haben Sie es schon bemerkt? Seit gestern weht ein frischer Wind durch unser Blog. Das tut er doch immer!, sagen Sie als unser Stammleser natürlich, und reiben sich verwundert die Augen. Damit haben Sie Recht! Dennoch: Wenn Sie sich die drei vorhergehenden Beiträge ansehen, werden Sie sehen, was ich meine:

Die neue Nachwuchsabteilung von »Ein Buch lesen!« hat ihre Arbeit aufgenommen!

Norma H. Roth (11) und Cosima Prem (10) werden das Blog in Zukunft immer mal wieder durch ihre Beiträge bereichern, und Ihnen als Leser die Möglichkeit geben, zwei kommende Autorinnen schon heute kennenzulernen. Sowohl Norma als auch Cosima sind bereits durch eigene Veröffentlichungen hervorgetreten:

Norma betreibt seit einiger Zeit ein Blog, in welchem sie regelmäßig aus der Welt der Feen berichtet. Bestsellerautor Walter-Jörg Langbein zeigt sich in einem Kommentar zu Normas Blog begeistert und konstatiert: »[...] oft können gerade junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller auf Dinge aufmerksam machen, die wir Alten gern übersehen! [...]«

Cosima ist Autorin eines eigenen Buches: »Vier Freundinnen auf Schatzsuche«, welches sie bereits im zarten Alter von 8 Jahren veröffentlicht hat, und über das Walter-Jörg Langbein in seiner Rezension für Amazon sagt: »[...] Wie in einem spannenden Kinothriller reiht sich eine geniale Idee an die andere. Scheinbar aussichtslose Situationen werden dank einer Fülle von Einfällen überstanden. Während James Bond oft nur aus brenzligen Situationen entkommt, weil er über technischen Schnickschnack verfügt.... kommt die Fantasie der jungen Autorin ohne derlei Hilfsmittel aus! [...]«

Dass beide unsere Jungautorinnen gerne reiten, war in ihren letzten beiden Beiträgen nicht zu übersehen. Dass sie auch, unabhängig voneinander, an einem Pferdebuch arbeiten, das lässt uns auf ihre künftige Entwicklung gespannt sein.

Norma und Cosima: Herzlich willkommen in unserer Autorengemeinschaft! Möge sie Euch zu einem schriftstellerischen Heimathafen werden, auf dass Eure Ideen weiterhin so reichlich sprudeln, wie sie es bereits tun!




Montag, 4. Januar 2010

Pferde sind das Schönste auf der Welt!

Kein Wunder, wenn sie so süß schauen, muss man diese Tiere einfach lieb haben! Ich habe viele Hobbys, aber mein liebstes ist Reiten. Der Hof, auf dem ich reite, ist so schön! Es gibt viele wunderhübsche Schulpferde dort. Meine drei Lieblingspferde stelle ich hier mal vor:

1.:KIRA: Es ist ein süßes, kleines, weißes Pony, auf dem ich sooo gerne reite. Immer wenn ich zu ihrer Box gehe, dreht sie sich um, spitzt die Ohren und wiehert mir zu. Wenn ich dann in die Box gehe, sie streichle und ihr vielleicht einen Apfel, eine Banane oder eine Karotte gebe, reibt sie danach oft ihren Hals an meinem Bauch. Da sie schon ihr Winterfell verliert, habe ich dann meistens die ganzen Haare am Pulli, und es sieht so aus, als ob sie schelmisch grinsen würde. Das sieht so goldig aus! Aber wenn ich wieder aus der Box rausgehe, lässt sie den Kopf hängen, und ihr Blick wird so traurig. Dann kann ich einfach nicht anders, als noch einmal zu ihr zu gehen und sie zu streicheln. Wenn ich Kira striegle und ihre Hufe auskratze, ist sie ganz friedlich. Beim Satteln und Zäumen auch. Aber wenn man erst auf ihr reitet, dann geht die Post ab…

2.:ADONIS: Ein goldiger palominofarbener Haflingerwallach. Oft reite ich um siebzehn Uhr, um die Fütterungszeit, und manchmal schaffe ich es dann nicht, ihn aus der Box zu holen. Das läuft so ab: Ich gehe in die Box, Adonis frisst gemütlich und ich greife erst einmal in sein Halfter und versuche, ihn zurückzuführen. Er frisst so emsig, dass er mich wahrscheinlich nicht einmal wahrnimmt. Dann stemme ich mich mit voller Kraft und vollem Gewicht gegen seine Brust. Nichts passiert, er bewegt nach wie vor nur seine Kaumuskeln. Manchmal muss uns jemand helfen beim Herausführen. (Oft schaffe ich es auch allein, aber nur, wenn der Futtertrog nicht ganz so voll ist). Beim Putzen ist er sehr friedlich, beim Satteln und Zäumen auch. Beim Reiten hängt sein Temperament eher von seiner Laune ab, finde ich. Man muss vorsichtig sein: Manchmal ist er wild drauf, manchmal lammfromm. Der Süße ist aber sehr zuverlässig, er buckelt fast nie (ich habe es jedenfalls noch nicht gesehen), er geht auch nicht so oft durch. Es hängt eben alles von seiner Laune ab…

3.: PAULA: Eine wunderschöne, riesige, schwarze Kaltblutstute, (Rasse weiß ich nicht). Beim Putzen und Satteln steht immer eine Reitlehrerin dabei, manchmal kann Paula ziemlich ausflippen, kommt aber nicht so oft vor. Die Hinterhufe kratzt man ihr noch nicht aus, denn sie ist noch zu jung, sie muss noch daran gewöhnt werden. Im Moment hat sie ein dichtes Winterfell, vor allem am Bauch und am Hintern. Man denkt sofort an sein Bett, wenn man darüberstreichelt. Vor allem im Trab geht sie so weich wie auf Watte. Da denkt man tatsächlich, man reitet auf einer Wolke!

Es gibt im Stall aber auch noch viele andere wunderschöne Pferde, zum Beispiel den Araber De Luxe. Er hat ein so schönes, seidiges Fell. Am Hals und am Rücken ist es dunkelbraun, unten am Bauch schimmert es wie Gras am Morgen, wenn die Sonne aufgeht. Wunderschön! Es gibt auch ein ganz kleines geschecktes Pony, es heißt Flower, (ich glaube, es ist ein Shetlandpony), und es ist sooooo goldig! Immer wenn ich in den Stall komme, streckt sie ihr Maul über das Boxentor und versucht, den Ärmel von meinem Pulli aufzufressen.
Kein Wunder, dass ich bei so vielen tollen Pferden und Ponys ein Buch über Pferde schreiben werde! Es soll eine Fortsetzung von meinem ersten Buch »Vier Freundinnen auf Schatzsuche« werden, nur dass die vier diesmal Abenteuer auf dem Pferderücken erleben…

Anbei noch der Amazon-Link zu meinem Buch:
Vier Freundinnen auf Schatzsuche

Und der Link zur Seite von meinem Reiterhof (den kann ich nur empfehlen):
Kloster Seligenporten
(Anmerkung: Cosima Prem (10) veröffentlichte im Alter von 8 Jahren ihr erstes Buch).
Foto: ©Horst Prem, Cosima auf Adonis



Freitag, 25. Dezember 2009

Kleines Einmaleins mühelos erlernen

Unsere Welt ist merkwürdig geworden, finden Sie nicht auch, liebe Leserinnen und Leser? Sie scheint sich immer mehr aufzuspalten in ein verzweifeltes Bedürfnis nach Heiler Welt einerseits, und ein gnadenloses Hunting for Dinner andererseits.
Gerade unsere Kinder spüren dieses Spannungsfeld, denn sie werden ihm spätestens ab der Einschulung ausgeliefert. Plötzlich scheint es nicht mehr um das neugierig-begeisterte Erobern der Welt zu gehen, sondern um das Erbringen einer messbaren Leistung.
Gelernt wird nicht um des Inhalts willen, sondern um »gut« zu sein, möglichst »besser« als der Banknachbar.
Getarnt wird dieses unmenschliche Prinzip durch viele stupide Männchen, die von fast allen der zahlreich verteilten Arbeitsblätter heruntergrinsen, als gelte es, den Preis des verlogensten Lächelns zu gewinnen. Sie bunt auszumalen, das macht doch einen Riiiiesenspaß, nicht wahr, ihr lieben Kinder?
Umrahmt von bunten Blümchen scheinen sie den Eltern zuzurufen: »Ja! Lernen macht Freude, und Ihr Kind ist in unserer Schule in den besten Händen!«

Diese Männchen sind nur eines: Schamlose Betrüger. Infantile Schwindler, die darüber hinwegtäuschen sollen, dass die Kinder in der Falle sitzen. Dass von jetzt an die Leistungsgesellschaft ihre gierigen Griffel nach ihnen ausstreckt und gnadenlose Auslese fordert.
Da soll Lernen Spaß machen? Das kann man wohl getrost vergessen. Nach und nach wandeln sich die Kinder, und das schon innerhalb des ersten Schuljahres. In ehemals neugierig-blitzende Augen tritt ein Ausdruck, der, je nach Veranlagung, von Schicksalsergebenheit bis zornigem Trotz reicht. Leichtigkeit und Lebensfreude weichen aufgrund des riesigen, überfüllten Schulranzens einer Körperhaltung, die an den siebten Zwerg erinnert, der des Abends seinen viel zu schweren Sack aus dem Bergwerk schleppt.

Wir sitzen einem fatalen Irrtum auf
In Deutschland haben die Grundsätze von Disziplin und harter Arbeit eine lange Tradition. Eine Leistung scheint nur dann etwas wert zu sein, wenn sie unter maximalen Entbehrungen und Belastungen erbracht wurde. Eine Sache zu erlernen ist Dir leicht gefallen? Dann kann auch nicht viel dran sein!, so die unausgesprochene Prämisse.
Das heißt im Umkehrschluss: Was zu leicht scheint, müssen wir schwerer gestalten. Wo kämen wir hin, wenn plötzlich die Bäume in den Himmel wüchsen?
Und so werden ausgefeilte Lehrmethoden entwickelt, deren Umsetzung für die Kinder schwerer erscheint als der eigentlich zu erlernende Stoff.
Das Kleine Einmaleins, das kann man nicht einfach so nur »lernen«, nicht wahr? Es muss methodisch vorgegangen werden, mit Hilfe einer nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen gestalteten Tabelle, die ihrerseits bunt angeschmiert wird, bis man die Zahlenreihen kaum noch zu erkennen vermag. Seltsam nur, dass nach einem halben Jahr konsequent-unkonzentrierten Herumspielens mit dieser Tabelle noch immer nicht alle Kinder in der Lage sind, die Frage »Was ist 6 mal 8« aus der Hüfte heraus beantworten zu können. Kein Wunder: In der Zeit, in der sie sich die Reihen hätten einprägen können, mussten sie ja Comic-Marienkäfer ausmalen: 6 Stück mit je 8 Punkten. Aber bitte sauber!

Die Diskussion um die »richtige« Methode wird noch ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen, da das System gerade dabei ist, sich selbst aufzufressen: Geredet wird vor allem über Geld. Langweilig. Noch nicht ein einziger Mensch auf der Welt ist durch Geld klüger geworden. So wie man von Geld nicht satt wird, sondern durch Nahrungsmittel, wird man durch Geld nicht schlau, sondern durch gelebte Neugierde, die mit guten Inhalten befriedigt wird.

Neugierde und Begeisterung lauten die Zauberworte!
Und beide Eigenschaften sind bei jedem normal veranlagten Kind im Übermaß vorhanden. Schon sehr kleine Kinder lieben es, spannende oder lustige Geschichten vorgelesen zu bekommen und hören mit glühenden Wangen zu.
Eltern: Probieren Sie es aus, wenn Sie es nicht sowieso schon getan haben! Lesen Sie Ihrem Kind aus einem Buch vor, (nein, nicht das windelweiche, angeblich die Sozialkompetenz steigernde »Wir-haben-uns-alle-lieb-Gedöns«, das auf pädagogisch-wertvollen Schwingen daherkommt und den Kindern ein Gähnen entlockt. Sondern handfeste Geschichten. Urige Märchen, in denen Böses noch böse, und Gutes noch gut sein darf. Wie sollen sie sonst ihren Platz im Leben finden, wenn sie die Dinge nicht beim Namen nennen dürfen?)




Lesen Sie also eine Geschichte vor, und Lieblingsgeschichten ruhig mehrmals. Schon bei Dreijährigen werde Sie sich spätestens bei der fünften Wiederholung wundern: Sie wollen mal eine halbe Seite der Guten-Nacht-Geschichte überspringen, weil um 20.15 Uhr der Krimi anfängt? Vergessen Sie es! »Papa, jetzt muss doch die Prinzessin zuerst sagen ...«, tönt ein empörtes Stimmchen aus dem Kinderbett. Ja, das Kind hat sich alles bereits Wort für Wort gemerkt und ist mühelos in der Lage, den fehlenden Text wortwörtlich zu ergänzen.

Schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe!
Wir haben gesehen: Kinder merken sich alles. Mühelos und in sehr kurzer Zeit. Diesen Umstand sollte man nutzen. Und Dinge vorlesen, die nicht nur Spaß machen, sondern nebenbei auch wichtige Inhalte transportieren.

Das Buch erzählt von einem Walpurgisnachttreffen der Hexen Walburga, Wakanda, Amalie, Aradia, Fraxinia, Pimpinella, Morgan, Clothilde, Kreszenzia und Aglaja, die es am Einsatz zahlreicher Zaubersprüche nicht fehlen lassen. In die Sprüche eingebettet sind neben den skurrilsten Zaubereien auch die kompletten Reihen des Kleinen Einmaleins.                                                                                 [Bei Amazon bestellen]


Klappentext
Zehn Hexen treffen sich auf dem Blocksberg zur Feier der Walpurgisnacht. Ein gemeinsam genossenes Schlückchen Hexentrank stärkt die magischen Kräfte und löst die Zungen.
Das Fest wird immer ausgelassener und gipfelt nach gelungenem Regenzauber in einem wilden Tanz. Doch Vorsicht, die Hexensprüchlein bergen doppelte Magie: Ganz nebenbei und ohne Mühe zaubern sie das Kleine Einmaleins in die Köpfe der Kinder ...
Mein Tipp: Lesen Sie das Buch wiederholt vor. Ganz zwanglos. Haben Sie einfach Spaß mit Ihren Kindern und denken Sie nicht über das Lernen nach. Denn es geschieht von ganz alleine: »Viermal fünf ist zwanzig/Der Nachbar war nicht nett/Drum habe eine Wanz ich/Gezaubert in sein Bett!!«, kräht es aus dem Kinderzimmer.
Ein Spruch, den Ihr Kind ebenso wenig wieder vergessen wird, wie die anderen 99 Zauberformeln aus diesem witzigen Buch.





Freitag, 4. Dezember 2009

Ruprecht

Seit etlichen Jahren versuche ich unmittelbar vor Weihnachten, mich zu verstecken, damit mich das Christkind nicht finden kann; denn ich fühle mich inzwischen alt und müde und bin es leid, allen Kindern Geschenke zu bringen, selbst den frechen Rotznasen. Doch jedes Jahr wiederholt es sich, dass mich das Christkind dennoch aufspürt, sogar tief im Tannenwald, wohin es mich dieses Mal getrieben hat.

„Ruprecht, mein treuer Gefährte, beeile dich, die Zeit drängt!“, höre ich das Christkind mich antreiben, „schon morgen fliege ich zur Erde, denn dann ist wieder Weihnachten.“

„Ach Jesus, statt treuer Gefährte hättest du besser alter und müder Gefährte gesagt. Denn das entspräche meiner Befindlichkeit erheblich mehr.“

„Ruprecht, mein treuer Gefährte! Natürlich ist es mir nicht verborgen geblieben, dass du seit einigen Jahren den Elan vermissen lässt, die Begeisterung, mit der du früher die Kinder aufgesucht hast. – Was ist geschehen, mein treuer Freund?“

„Du hast es bemerkt?“, frage ich erstaunt.

„Wer könnte vor mir auch nur die kleinste Kleinigkeit verbergen? Nicht anders als mein Vater sehe ich den Menschen nicht nur ins Gesicht, ich sehe ihnen tief in die Augen und erkenne dann ihre Seele.“

„Du siehst ihnen direkt in die Seele – wirklich in die Seele?“

„Was, mein Freund, erstaunt dich daran so sehr?“

„Ach Herr Jesus, ich staune darüber, dass jemand sogar in die Seele eines Menschen sehen kann.“

„Aber, aber, mein treuer Gefährte, jetzt staune ich über deine Unwissenheit. Hast du etwa alles vergessen?“

„Nein, so ist es nicht, lieber Jesus, vergessen habe ich wohl nichts, aber es hat sich so viel geändert, dass ich nicht weiß, was noch gilt und was nicht.“

„Du weißt also noch alles, wie du sagst, du bist nur nicht sicher, ob das, woran du dich noch erinnerst, immer noch wahr ist. – Ist das richtig?“

„Ja, Herr Jesus, genau so ist es.“

„Du weißt demnach auch noch, wer ich bin – oder?“

„Natürlich weiß ich das noch! Wie könnte ich das wohl vergessen?“

„Wer bin ich also, mein Freund?“

„Du bist Christus und lebtest als der Mensch Jesus unter Menschen. Nachdem man dich gemartert und ans Kreuz geschlagen hatte, endete dein Menschenleben. Eine kurze Zeit verweiltest du noch als Geist in einem menschlich aussehenden Ersatzkörper auf der Erde, dann fuhrst du auf zum Himmel, zu deinem göttlichen Vater. Das menschliche Dasein ist Vergangenheit, die Göttlichkeit ist Gegenwart und Zukunft.“

„Sehr gut, mein treuer Gefährte Ruprecht! Du weißt wirklich noch, wer ich bin. Wo sind deine Schwierigkeiten dann, was bereitet dir Sorgen oder sogar Kummer?“

„Es hat sich so viel verändert, und ich verstehe etliches davon nicht mehr“, antworte ich traurig.

„Dass sich etwas ändert, sollte dich doch nicht in Erstaunen versetzen, denn das einzig Konstante im Leben ist die Änderung, wie einmal jemand behauptete, und ich gebe ihm zum Teil recht.“

„Änderungen im Allgemeinen verwundern mich auch nicht, es sind vielmehr die wenig auffallenden Besonderheiten.“

„Besonderheiten? Woran denkst du dabei?“

„Vor allem denke ich an die Kinder, Jesus, an die vielen Kinder und deren Eltern.“

„Das ist gut, mein Freund Ruprecht, die Kinder sind schließlich das Wichtigste, sie sind die Zukunft des Menschen. – Was ist nun mit den Kindern?“

„Der Umgang mit ihnen ist das, was mir Sorgen bereitet.“

„Sorgen, mein Freund? Das solltest du noch etwas erklären, denn so ist es nicht nachzuvollziehen!“

„Wenn ich früher zu den Kindern kam, bereitete ich ihnen große Freude, indem ich ihnen Bauklötze aus Holz, einen Holzreifen, eine Holzeisenbahn, ein Buch oder eine Puppe schenkte. Um heute einen schwachen Abglanz von Freude in ihre Gesichter zu zaubern, bringe ich ihnen komplizierte technische Geräte. Um deren Funktion zu begreifen, müsste ich mich schon zum Ingenieur ausbilden lassen.“

„Die Geschenke, mein treuer Freund, die du den Kindern bringst, spiegeln bis zu einem gewissen Grad das Umfeld der Kinder wieder. Denn sie sollen mit dem vertraut werden, was die Welt, in der sie leben, kennzeichnet.“

„Heißt das etwa, dass sich das Umfeld der Kinder derart stark verändert hat?“

„Ja, mein treuer Ruprecht, so ist es. Denk bitte einmal an das Telefon. Als es sich ausbreitete, waren es monströse Geräte in Schwarz oder Weiß, mit einer runden Wählscheibe und einem ziemlich schweren Hörer. Bei den heutigen Geräten, den Handys, ist das Telefonieren nur noch eine unter etlichen anderen Funktionen.“

„Das verstehe ich, lieber Jesus.“

„Du verstehst es zwar, aber deine Stimmung hat sich noch nicht gebessert, du hast demnach noch weiteren Kummer – oder?“

„Du warst schon immer ein guter Beobachter. Es gibt tatsächlich noch etwas, was mich verwirrt …“

„… und Kummer bereitet“, unterbricht mich Jesus, „also heraus mit der Sprache! Was bedrückt dich noch?“

„Sieh hier, Herr, hier habe ich noch immer meine Rute. Wenn ich früher zu den Familien kam, wurde mir berichtet, ob die Kinder artig gewesen waren oder ungezogen. Die Artigen erhielten Geschenke, die anderen mussten die Rute spüren. Doch wenn ich jetzt die Rute nur berühre, protestieren die Eltern sofort und drohen mir mit einer Anzeige bei der Polizei. – Was ist an meiner Rute plötzlich falsch?“

„Die Rute war bereits immer falsch. Sie war stets ein Eingeständnis der Eltern, dass sie ihr Kind nicht richtig erziehen konnten, dass sie überfordert waren. Es soll sogar vorgekommen sein, dass Eltern ihre Kinder schlugen, weil sie der Überzeugung waren, ihren Kindern solle es nicht besser ergehen als ihnen selbst. Schläge erschaffen neue Schläger oder gedankenlose Untertanen, die, ohne nachzudenken, alles machen, was die Obrigkeit verlangt.“

„Sind inzwischen etwa alle Kinder zu kleinen Engeln geworden?“

„Nein, mein Freund, das sind sie gewiss nicht. Sie hecken ebenso Streiche aus, wie es die Kinder seit eh und je machen. Das gehört zum Kind Sein dazu.“

„Dann bleibt doch das Problem, wie wir mit unartigen Kindern umgehen sollen.“

„Du, mein treuer Freund, solltest gar kein Problem damit haben, denn du bringst ihnen nur Geschenke.“

„Etwa allen, auch den wirklich sehr unartigen Kindern?“

„Ja, auch ihnen. Die Erziehung überlasse denen, deren Aufgabe es ist, insbesondere den Eltern und Lehrern. Sie sollen die Kinder so führen, dass nach Möglichkeit keine wirklich schlimmen Ereignisse geschehen. Das ist nicht immer einfach, aber wo steht geschrieben, alles müsse einfach sein? Es ist die Aufgabe der Erzieher.“

„Ich verstehe, Herr, allen nur Geschenke bringen, ob artig oder unartig.“

„So ist es, mein treuer Ruprecht.“

„Und was, Jesus, fange ich nun mit meiner Rute an? Soll ich sie einfach wegwerfen?“

„Nein, mein treuer Freund, wirf sie nicht weg! Du brauchst sie vielleicht doch noch.“

„Was? – Wie meinst du das, ich brauche sie vielleicht doch noch? Ich denke, ich soll keine Kinder mehr schlagen. Gilt das etwa nicht mehr?“

„Doch, es gilt nach wie vor, dass du keine Kinder mehr schlagen sollst, aber vielleicht die Eltern, die sich nicht genug Mühe gegeben haben, ihre Kinder zu Menschen zu erziehen, die das Schlagen verabscheuen.“

„Ich soll die Eltern schlagen? Ist das dein Ernst?“

„Nein, mein gewissenhafter Freund Ruprecht, es war ein Scherz. Obwohl einige Eltern durchaus einmal die Rute spüren sollten.“

„Jesus, mein Herr, was ist nun richtig? Du verwirrst mich. Soll ich nun statt der Kinder die Eltern schlagen?“

„Nein, es war ein Scherz, wirklich nur ein Scherz, Ruprecht, mein treuer Gefährte.“


Wolf-Gero Bajohr
Dezember 2009

Montag, 23. November 2009

Advent ... Advent, ein Lichtlein brennt

Die Zeit schreitet schnell voran. Die Kalenderblätter sind fast aufgebraucht. Langsam geht das Jahr zu Ende. Am 29. November ist der 1. Advent. Die erste Kerze am Adventskranz wird angezündet. Jeden Sonntag kommt eine neue hinzu. Wenn die vierte Kerze brennt, steht Weihnachten vor der Tür. Lassen wir uns verzaubern, von den vielen geheimnisvollen Lichtern, welche die Straßen der Städte in dieser Zeit hell erleuchten. Überall können wir Lichterketten hängen sehen. In den Fenstern bewundern wir leuchtende Sterne und bunte Lämpchen. Die Weihnachtsbäckerei hat längst begonnen. Aus den Häusern strömen wunderbare Düfte wie Zimt, Lebkuchengewürz, Nelken, Marzipan oder Orangen. In dieser stillen besinnlichen Vorweihnachtszeit rücken wir noch näher zusammen und können gemeinsam mit unseren Kindern ein Buch lesen. Die Adventszeit beschert uns eine stimmungsvolle Vorbereitung auf das Fest. Wir sind ruhiger und geduldiger geworden und dennoch voller Erwartung. Adventskalender werden gekauft oder selbst gebastelt und mit leckeren Sachen gefüllt. Ab dem 1. Dezember können die Kinder jeden Tag, bis zum Heilig Abend, ein Türchen öffnen. So wird ihnen die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest versüßt. Gerne erinnern wir uns an die eigene Kindheit. An die Neugier, das Staunen, das uns glänzende Augen beschert hat.

In der römischen Kirche des Westens wurden etwa im 7. Jahrhundert sechs Adventsonntage gefeiert. Erst später änderte Papst Gregor der Große diese dann auf vier Sonntage ab. Die vier Kerzen symbolisieren das Licht, das Jesus in diese Welt gebracht hatte. Der Brauch des Kranzes ist noch ziemlich jung und am häufigsten in Norddeutschland verbreitet. Der evangelische Theologe Johann Hinrich gilt als Erfinder des Adventskranzes. Traditionell werden die Adventskränze aus Tannenzweigen gebunden, mit Kugeln und Schleifchen geschmückt und roten Kerzen versehen. Das Licht schenkt uns Hoffnung und vertreibt die Dunkelheit. Die ersten häuslichen Adventskränze wurden um 1935 von der Kirche geweiht und sind somit bis zum heutigen Tag zum Brauchtum geworden.

Genießen Sie diese zauberhafte Stimmung der Adventszeit und vergessen Sie die Menschen nicht, die alleine leben ohne Familie oder deren Partner verstorben ist. Schenken Sie ihnen ein liebes Wort, ein aufmunterndes Lächeln. Sie werden sich sicherlich darüber freuen.


Schöne Stunden im Advent wünscht Ihnen

Rita Hajak

Dienstag, 13. Oktober 2009

Der Reiz des Herbstes

Das Wetter - zumindest hier im Norden - ist nicht zum Spazierengehen geeignet. Es stürmt, hagelt, regnet, was das Zeug hält. Hat es die Sonne geschafft sich einmal zu zeigen, kommt die nächste bedrohlich wirkende Wolke. Es geht wieder von vorne los. Es ist nun einmal Herbst und mit jeder Wetterlage zu rechnen.
Spüren Sie es nicht, wie Sie langsam beginnen, ruhiger zu werden, das Alleinsein genießen, in sich gehen. Diese Jahreszeit hat ihren Reiz. Überall an Bäumen und Büschen hängen rote, gelbe und blaue Beeren. Die gelb bräunlich gefärbten Blätter wirbeln durch die Luft. Eine stimmungsvolle Atmosphäre. Wir zünden Kerzen an, und die nun beheizten Räume verbreiten Gemütlichkeit. Die lange Zeit des näherkommenden Winters liegt vor uns. Mit der zunehmenden Dunkelheit, werden wir etwas träger, sehnen uns nach Ruhe und Geborgenheit. Wir ziehen uns öfter zurück in eine kuschelige Ecke.Und was bietet sich in dieser Jahreszeit besonders an: richtig! Wir können ein Buch lesen oder auch mehrere? Wir haben die Wahl, suchen uns aus, was zu unserer Stimmung am Besten passt.

Ein Buch lesen bedeutet auch für unsere Seele Entspannung und Erholung. Egal ob Sie selbst lesen oder Ihren Kindern vorlesen. Auch sie werden in dieser Zeit besonders empfänglich für Geschichten. Diese Möglichkeit sollte man nutzen, um Kindern Bücher näher zu bringen. Wie dem auch sei: Es macht uns Freude, dem Alltag den Rücken zu kehren, um in die wunderbare Welt des Buches einzutauchen. Ich möchte Sie nicht länger davon abhalten, das zu tun, was ich jetzt zutun gedenke. Ich werde ein Buch lesen. Schauen Sie sich um. Die Auswahl ist riesen groß. Vielleicht finden Sie auch hier in unserem Sortiment das Passende. Stimmen Sie sich ein. Diese Jahreszeit ist wie gemacht dafür.

Ich wünsche Ihnen eine wunderschöne (Lese) Zeit!

Montag, 5. Oktober 2009

Ein Buch lesen dank Gutenberg

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was wäre, wenn es keine Bücher gäbe? Kein Einziges? Das kann man sich kaum vorstellen, denn wir leben mit Büchern. Und das haben wir der Erfindung Johannes Gutenbergs zu verdanken, der im 15. Jahrhundert die Kunst des Buchdruckes erfand. Zuvor war es jedoch von entscheidender Wichtigkeit, dass im 2. Jahrtausend v. Christi das Alphabet erfunden wurde. Ohne unser ABC wäre es niemals möglich gewesen, Wissen und alle geschichtlichen Ereignisse zu erfahren. Wir hätten nicht lesen und schreiben gelernt und wären sicherlich eine einfache unwissende Spezies geblieben.
Schon aus diesem Grunde sollte uns das Buch etwas wert sein. Ein Buch lesen bedeutet also mehr, als nur schwarze Buchstaben, die auf einem Blatt weißem Papier stehen. Das Geschriebene wird für uns lebendig, wir leben es mit. Es bringt uns zum Weinen, zum Lachen, oder wir empfinden tiefe Traurigkeit. Unsere Gefühle, unsere Sinne werden angesprochen. Bücher geben uns einen tiefen Einblick in das, was um uns herumpassiert oder passieren könnte. Wir identifizieren uns mit den Geschichten und lernen daraus.

Kinder haben eine blühende Fantasie. Sie träumen sich regelrecht in ihre eigene Welt. Wenn sie alt genug sind, ein Buch selbst zu lesen, lassen sie sich von dem Inhalt gefangen halten. Umso spannender und aufregender die Geschichte voranschreitet, umso tiefer tauchen sie in die Geschehnisse ein. Kinder lesen ein Buch anders als Erwachsene. Das konnte ich an den Fragen erkennen, die mir meine Kinder gestellt haben. Sie glauben an das was sie lesen, wollen es (noch) nicht wahrhaben, dass es zum Teil erfundene Geschichten sind. Kinder gehen mit den Inhalten eines Buches auf verschiedene Weise um. Es kann Angst und Unsicherheit entstehen, die ihnen in gemeinsamen Gesprächen genommen werden muss. Mit zunehmendem Alter jedoch ändert sich ihre Sichtweise. Sie werden in der Lage sein, das Gelesene zu verstehen.Eines jedoch ist bei Kindern und Erwachsenen gleich: Der Inhalt eines Buches nimmt uns gleichermaßen gefangen, lässt alles um uns herum verblassen, so als wären wir in einer anderen Welt. Zurückgezogen auf unseren Lieblingsplatz, in einer kuscheligen Decke geborgen, vergessen wir, wenn auch nur für kurze Zeit, unsere Sorgen. Stress baut sich ab, wir fühlen uns wohl.

Man sagt, wer selbst schreibt, sollte viel lesen, um seine Fantasie anzuregen. Da ist was Wahres dran. Wenn ich ein, zwei Bücher gelesen habe, kommen plötzlich neue Ideen, die absolut nichts mit dem gerade Gelesenen zu tun haben. Dennoch fühle ich mich davon inspiriert. So ist es für mich zu einer lieben "Pflicht" geworden, regelmäßig ein Buch zu lesen. Die Themen sind vielseitig, und ich passe sie meiner jeweiligen Stimmung an. Ich habe mich auf keine bestimmte Lektüre festgelegt, sondern lese alles, was mir in die Finger kommt. Die Auswahl ist groß und Jeder wird für sich das passende Buch finden.

Ich fühle, dass ich ein wenig Ruhe und Entspannung brauche. Deshalb ziehe ich mich nun mit einer schönen Tasse Tee in meine Kuschelecke zurück und werde ein Buch lesen. Ich bin dankbar, dass so etwas überhaupt möglich ist.
Rita Hajak

Samstag, 3. Oktober 2009

Kindern ein Buch vorlesen - Einmaleins Walpurgisnacht!

"Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens!", hört man immer wieder munkeln. Diese alte Volksweisheit hat leider ihre Berechtigung. Dabei sollte doch alles ganz anders sein: Fast alle Kinder, die ich kenne, sind beseelt von freudiger Erwartung ihres ersten Schultags. Da wird schon Monate vorher gebettelt:
"Mama, wann kaufen wir denn jetzt die Schultüte?", oder es wird gefragt: "Papa, was krieg ich denn für einen Schulranzen?"

Dann ist er da: Der lang ersehnte, allererste Tag. Schon um fünf Uhr ist das Kind natürlich hellwach und steht mit glänzenden Augen da.
"Fahren wir bald in die Schule?"
Ja, da steht ein junger Mensch, der sich auf das Neue freut. Der sich nichts sehnlicher wünscht, als sein wachsendes Gehirn durch spannende Inhalte herausfordern zu lassen.

Zeitsprung. Ein Jahr später. Der erste Tag nach den Sommerferien, Eintritt in die zweite Klasse.
"Komm, Schatz, zieh Dir jetzt die Jacke an!"
"Ooooch, wir haben doch noch Zeit ...", kommt die gelangweilte Antwort, ergänzt durch einen tiefen Seufzer.
Was genau ist innerhalb dieses einen Jahres passiert, das die Begeisterung in derartige Gleichgültigkeit (oder gar Abneigung) hat umschlagen lassen?

Gut. Die Schule ist jetzt nicht mehr neu. Man kennt das nun alles: Den inzwischen 8 kg schweren Schulranzen, den man jeden Tag in den Schulbus wuchten und von der Bushaltestelle zur Schule hinschleppen muss. All die langweiligen Vorträge, die man über sich ergehen lässt. Das ewige Ausmalen von Arbeitsblättern. Jeden Tag das gleiche, seelenlose Gewühle in Papier. Und die 25-30 Leidensgenossen, mit denen gemeinsam man die Zeit nun verbringt, bewegungslos eingezwängt und immer ein wenig lustlos. Und die Phantasie? Die ist schon lange in Urlaub gegangen. Zeitpunkt der Rückkehr ist ungewiss.




Ein gewisser Grauschleier hat sich über das Leben gelegt. Der von jetzt ab mit jedem Jahr ein wenig dichter, ein bisschen undurchdringlicher, ein Quentchen schwerer werden wird. Das junge Leben ist nun nicht mehr makellos. Wie durch eine stumpfe Fensterscheibe betrachtet man plötzlich die Welt. Und alles glotzt irgendwie mit hohlen Augen zurück.

Nicht, dass man die Schule direkt hassen würde. Nein. So weit ist es noch nicht. Das kommt später. Aber irgendetwas fühlt sich ganz und gar nicht richtig an. Plötzlich reden die Erwachsenen so komisches Zeug:
"Ob er wohl den Sprung aufs Gymnasium schaffen wird? Bald gibt es die ersten richtigen Noten! Das ist die Stunde der Wahrheit!", murmelt Mama hinter vorgehaltener Hand, und Papa raunt, ebenso leise:
"Er muss es einfach schaffen. Was soll sonst aus unserem Jungen werden? Im Notfall kriegt er halt Nachhilfeunterricht!"
Ja, der Ernst des Lebens kriecht durch alle Mauern. Und fühlt sich lähmend an.

Um das Erringen von Wissen, das wird dem Kind schnell klar, geht es jetzt nicht mehr. Sondern um Noten. Um das Bestehen im Rat-Race. Plötzlich schielt man schon mal auf das Arbeitsblatt des Banknachbarn. Hat der die Blümchen am Rand etwa schöner ausgemalt als ich? Und die Streberin vor mir, wieso wird immer die gelobt und ich nie? All das macht Angst. Wie subtiles Gift fließt sie durch die Adern, und der Bauch grummelt manchmal so komisch. Und Kopfschmerzen. Zum Zerreißen. Und ein wenig zittrig fühlt man sich auch. Müde und nervös.
Das ist das Grundgefühl, mit dem bereits Grundschüler heute durchs Leben gehen. Und wir Erwachsenen? Wir sehen das natürlich. Und wir schämen uns nicht einmal dafür.

In östlicheren Gefilden spricht man von der "Buddhaschaft eines Kindes". Jeder, der ein Kind großgezogen hat, dürfte diesen Ausspruch nachvollziehen können: Sein Lächeln war vollkommen. Und ein Leuchten ging von diesem kleinen Wesen aus. Im Schlaf kündeten tiefe, zufriedene, gleichmäßige Atemzüge davon, dass hier jemand atmete, dessen Geist frisch war wie neu gefallener Schnee. Noch völlig unberührt von den Krankheiten der Welt. Und das "Lernen", das ging blitzschnell, in dieser Zeit. Dabei wusste das Kind nicht einmal, dass es "lernt". Und dennoch konnte es plötzlich laufen. Sprechen. Oder sich alleine anziehen.




Erst in der Schule schien es plötzlich anders zu werden. Anstelle freudvoller Entdeckung der Welt rückte nun die Notwendigkeit, eine bestimmte Leistung in einer vorgegebenen Zeit vollbringen zu können. Und das vollkommene Lächeln wich plötzlich einem gequälten Zug. Was vor Schuleintritt ein Leichtes gewesen wäre: Das Lernen von 26 Buchstaben und 10 Ziffern sowie der Umgang damit, gestaltete sich plötzlich schwierig.

Oder nehmen wir das Kleine Einmaleins: Das Kind starrt auf eine Tabelle und versucht verzweifelt, den Inhalt möglichst schnell zu verinnerlichen, damit die Langeweile ein Ende haben möge. Oder es verweigert sich ganz.

Kinder, denen schon im Vorschulalter viel vorgelesen wurde, haben es leichter
Wer seinem Kind von Anfang an oft vorliest, der schafft gute Grundlagen für das ganze Leben. Der Zugang zur Sprache wird wesentlich erleichtert. Beschränkt sich die Alltagskommunikation doch meist auf einige hundert verschiedene Wörter, wird der Wortschatz durch das Vorlesen wesentlich erweitert. Zudem wird die Lust, mal ein Buch zu lesen, bereits in diesem frühen Alter angelegt und bleibt dann, mit etwas Glück, ein Leben lang erhalten.Nicht zu unterschätzen ist auch die vertrauensvolle Bindung zwischen Eltern und Kind, die entsteht, wenn die Erwachsenen sich für das Vorlesen Zeit nehmen und diese Zeit auch selbst genießen.

Ein Buch vorlesen - Vorlesen kann noch viel mehr!

Wenn man sich nun entschließt, seinem Kind vorzulesen, dann steht man vor der Frage: Was soll ich ihm denn vorlesen?
Meiner Meinung nach sind Märchen hier immer die erste Wahl. Und zwar nicht die moderne, weichgespülte Variante, die das Schwarze zum Dunkelgrauen und das Weiße zum Hellgrauen macht. Nein! Märchen in ihrer Urform bilden das Leben in archetypischer Weise ab und sind ein erster Schritt zur Einweihung in seine Geheimnisse. Auch und gerade, wenn man sich mit weniger angenehmen Inhalten auseinandersetzen muss. Die dunkle Seite des Lebens wird auf diese Weise integriert, ohne dass der junge Mensch dies dann mit 17 Jahren in Form von Ballerspielen nachholen müsste.

Wenn das Kind dann genug von den Märchen hat, wird es nach anderen Büchern verlangen. Hierzu ist zu sagen, dass man bei deren Auswahl ebenfalls sehr sorgfältig vorgehen sollte. Einige neuere Vorlesebücher für Vorschulkinder bilden weniger die Bedürfnisse der Kinder ab, sondern spiegeln die Vorstellungen des Zeitgeistes darüber, was "kindgerecht" sei, wider. Dadurch liefern sie ein Zerrbild. Sind nicht kindlich, sondern kindisch. Kommen nicht fröhlich, sondern infantil daher. Verderben vorzeitig die Sprache duch den inflationären Gebrauch von Wörtern wie "cool" oder "krass".

Unbenommen: Die Sprache entwickelt sich weiter. Schlägt neue Wege ein. Und integriert bisher ungebräuchliche Ausdrücke. In jeder Generation aufs Neue. Wenn diese Ausdrücke aber auf jeder Buchseite und immer wieder daherkommen, dann muss man davon ausgehen, dass dies kein organisches Wachstum mehr ist, sondern reine Anbiederung an eine "Zielgruppe".

Dem Gehirn ist es egal, was es aufnimmt
Ein sich entwickelndes Gehirn unterscheidet erst einmal nicht, WAS es aufnimmt. Es saugt alles, was Sinne, Geist und Seele an Eindrücken sammeln, wie ein trockener Schwamm auf und speichert es getreulich ab. Wenn ein vorgetragener Text nun lautet:

Giggel Gaggel
Wickel Wackel
Ene Mene
Muh!,

dann wird er genauso sicher aufgenommen, wie wenn er lautet:

"Sechsmal sechs ist sechsunddreißig!,
Rufe ich laut aus,
Lieber einen Raben fänd' ich,
Als 'ne tote Maus!"

Das zweite Beispiel stammt aus meinem Buch "Einmaleins Walpurgisnacht! - Rechnen ist (k)eine Hexerei", in welchem ich das gesamte Kleine Einmaleins in Reimform gesetzt und in ein heiteres Walpurgisnachttreffen verpackt habe.

Denn: Wenn ein Kind sich sowieso alles merkt, dann finde ich es sehr nützlich, ihm Inhalte zu bieten, statt Schwachsinn zu transportieren. Eben zum Beispiel das Kleine Einmaleins.

Spätestens in der zweiten Klasse, wenn das Kleine Einmaleins dann Schulstoff sein wird, wird das Kind sich mit einem entspannten Lächeln zurücklehnen können, da es sich mit den Tabellen nicht weiter wird beschäftigen müssen.
Dann wird es stattdessen zurückdenken an die schönen Vorlesestunden mit Mama, Papa und dem Hexenbüchlein. Und ein kleines Leuchten wird über sein Gesicht gehen, das an seine frühere Buddhaschaft erinnert.

Mittwoch, 30. September 2009

Ein Buch lesen ...


Diese drei Worte fordern geradezu heraus, sie in einen Satz einzubinden, der weitere Aussagen liefert. Was ist gemeint mit "Ein Buch lesen"? Stellen sich da nicht Fragen ein? Ist das überhaupt eine Aussage? Oder ist es nur der Anfang eines Satzes? Der Anfang einer Geschichte vielleicht? Der Beginn eines Referats? Ein Spiel vielleicht, dass jeder Leser für sich spielen und entscheiden kann?
Ein Buch lesen bringt Unterhaltung.
Ein Buch lesen bringt Spannung.
Ein Buch lesen macht schlau.
Ein Buch lesen macht Spaß.

Ein Buch zu lesen, ist für mich vor allen Dingen, das Verlassen der eigenen Grenzen im Kopf. Ein Buch zu lesen, ist die Möglichkeit, sich in aller Ruhe auf die Millionen verschiedenen Wahrheiten und Sichtweisen dieser Welt einzulassen und zu erfahren, dass es eben nicht nur meine Welt, nicht nur meine Möglichkeit gibt, diese Welt zu erfahren, nicht nur eine Form des Daseins als einzig richtig zu erkennen.

Den wunderbarsten Beweis für den Wert des Lesens haben mir meine Kinder geliefert, als sie begannen, einzelne Buchstaben zusammenzufügen und erkannten, dass sie ein Wort ergeben können, dass sich aus Buchstaben Sätze bilden lassen und dass geschriebene Worte und Sätze sich beliebig mit Inhalten füllen lassen.

Das erste Wort, das meine jüngste Tochter lesen konnte, bestand aus vier Buchstaben. Buchstaben kannte sie schon eine Weile. Eines Tages fuhren wir an einem Einkaufsladen vorbei. In großen blauen Lettern stand der Name daran.
"Mama, da ist wieder ein 'A'".
"Richtig!"
"Und ein L und ein D und ein I", rief sie begeistert.
"Prima!"
Nach einer Weile, nach der ich längst mit meinen Gedanken abgeschweift war, sagte meine Tochter:
"Jetzt weiß ich endlich, wieso du immer weißt, wo wir hin müssen!"
"Ja?"
"Das steht ja immer an den Häusern dran!"
"Ach, woher weißt du das?"
"Gerade stand dort ALDI und jetzt habe ich ganz viele Geschäfte gesehen, wo ein Name dransteht", erklärte sie mir aufgeregt. "Jetzt verstehe ich das endlich! Ich habe mich immer gewundert, woher du das alles weißt!"
Ich hielt den Wagen an und drehte mich zu ihr um. Sie strahlte über das ganze Gesicht und sah mich glücklich an.
"Du kannst ja lesen", staunte ich.
Heftig nickte sie und gluckste vor Freude. "Ja, ich kann jetzt lesen und jetzt sage ich dir immer, wohin du fahren musst!"

Ich sah dieses kleine Menschlein an und mir wurde bewusst, was für einen besonderen Augenblick wir gerade erlebten. Sie hatte soeben eine Tür aufgestoßen, die ihr ungeahnte Möglichkeiten und Chancen bot, das Leben neu zu entdecken und zu erforschen. Und an ihrer Freude und Begeisterung konnte ich sehen, dass ihr genau das, gerade klar geworden war. Sie hatte den ersten Schritt in eine Welt getan, deren komplizierte Regeln ihr bis zu diesem Augenblick, oft wie verschlossene Räume vorkamen. Und jetzt hatte sie den Schlüssel entdeckt, mit denen Sie die Räume öffnen konnte.

Dieses Erlebnis hat sie tief beeindruckt. Und auch jetzt noch, nachdem sie viele Bücher bereits verschlungen hat, empfindet sie das Lesen in Abenteuerbüchern, aber auch in Büchern, die ihr Wissen und ihre Sprache erweitern, immer wieder, wie das sich Öffnen von Türen. Hinaus aus einer kleinen Welt mit vielen Fragen - hinein, in viele Welten, mit vielen Gesichtern und Antworten.

Kindern Bücher zu schenken, heißt, ihnen die Welt zu Füßen zu legen. Ihren Horizont zu erweitern und ihnen die Chance zu geben, kreativ mit ihrem Leben und mit den Herausforderungen, der Gesellschaft, in der sie leben, umzugehen.

Ein Buch lesen ...
ist viel mehr, als ein Zeitvertreib.
Immerhin gab es eine Zeit in unserer Vergangenheit, in der Machthaber sorgfältig darauf bedacht waren, der breiten Masse der Bevölkerung, den Zugang zum Lesen zu verweigern. Denn sie wussten genau, dass belesene Menschen sich nicht so leicht hinters Licht führen lassen.

Dienstag, 22. September 2009

Warum sollen Kinder "Ein-Buch-lesen"?

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen. Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit und weiß noch genau, wie sehr mir das Lesen geholfen hat, besser und schneller zu lesen und zu schreiben. Darüber hinaus hat es mir schöne Stunden beschert, in denen ich mich träumend mit den Helden des Buches identifiziert habe. Schon als ich 10 Jahre alt war, bekam ich von kleineren Kindern aus der Nachbarschaft den Namen "Märchentante". Sie haben meine Nähe gesucht und mir immer neue Geschichten entlockt, die ich mir ausgedacht hatte oder ihnen aus einem Buch vorgelesen habe. Ich begann bereits in jungen Jahren alles Mögliche zu lesen. Deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig mit geeignetem Lesestoff zu füttern. Eltern sind hier die wichtigsten Helfer. Schon von klein auf sollten sie ihnen Geschichten erzählen und aus Büchern vorlesen. Bei der Wahl des Lesestoffs ist zu bedenken, dass er dem Alter entsprechend ausgesucht wird. Kindergartenkinder haben den Vorteil gemeinsam in der Gruppe mit ihrer Erzieherin, das Vorgelesene aufzunehmen und gleich im Anschluss Fragen zu stellen. Der Inhalt eines Buches sollte jedem Kind klar und verständlich sein.

Schulkinder, die bereits einen Text flüssig lesen können, sind in der Lage sich ein Buch selbst auszusuchen. Also überlassen Sie ihrem Kind die Wahl. Auch hier spielen die Eltern eine wichtige Rolle. Gehen Sie gemeinsam mit ihrem Kind in eine Buchhandlung und schauen Sie sich in Ruhe geeignetes Lesematerial an. Unterhalten Sie sich mit ihrem Kind über den Inhalt des Gelesenen. So erfahren Sie schnell, ob Ihr Kind die Geschichte verstanden hat. Auch in Schulbibliotheken werden interessante und lehrreiche Bücher angeboten. Kinder lieben es besonders geheimnisvoll, spannend, abenteuerlich. Der Inhalt der Bücher sollte bestimmte Eigenschaften aussagen wie z. B. Freundschaft, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Tierliebe. So können Kinder aus den Büchern wichtige Verhaltensregeln spielerisch herauslesen. Das Kind sollte sich an einen gemütlichen Ort zurückziehen können, um in Ruhe ein Buch zu lesen.

Bei meinen eigenen Kindern habe ich die "Märchentante" weiter gespielt und ihnen so mit leichter Hand die Lust am Lesen nahe gebracht. Ich selbst entdeckte große Freude am Schreiben und habe einige Geschichten niedergeschrieben und aufbewahrt. Nachdem meine Kinder in die Schule kamen und ich wieder berufstätig wurde, geriet das Schreiben in den Hintergrund. Erst als ich vor einigen Jahren mit meinem Ehemann auf die Insel Fehmarn/Ostsee zog, entdeckte ich die Liebe zum Schreiben neu. So entstand mein erstes Kinderbuch, "Die gläserne Wand" Phantastische Geschichten, das 2006 erschienen ist. Nebenbei schrieb ich Kurzgeschichten, die in verschiedenen Anthologien veröffentlicht wurden. Ich schreibe nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene.Mein Manuskript für meinen neuen Roman ist geschrieben und wird bald als Buch erscheinen. Auf meiner Internetseite http://www.ritahajak.de/ erfahren Sie mehr über mich, und es gibt einige Leseproben.

Abschließend möchte ich mich bei meinen Autorenkolleginnen und Kollegen für die freundliche und hilfreiche Zusammenarbeit bedanken. Gemeinsam mit ihnen werden wir für Sie eine bunte Palette an Büchern zusammenstellen. Wie heißt es so schön: (Ein Buch) Lesen bildet! Und Spaß macht es auch! Schauen Sie gerne wieder vorbei, hier finden Sie immer neue Beiträge. Und, wenn Sie zwischendurch Abwechslung suchen, können Sie laut unserem Motto "Ein Buch lesen".

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