Montag, 18. Juni 2012

Tuna von Blumenstein: Es geschieht immer aus Liebe ...

Illustration: Sylvia B.
   Gabriele Winterling hatte es sich auf ihrer Terrasse gemütlich gemacht. Es war früher Donnerstagnachmittag und ein Feiertag. Den Freitag hatte sie als Brückentag frei genommen. Ein langes Wochenende stand ihr ins Haus, an dem sie sich richtig schön entspannen wollte. Die Sonne schien und hatte auch scheinbar nicht vor, in den nächsten Tagen hinter Wolken zu verschwinden.

    Neben dem Deckchair stand das Tischtablett mit einem großen Pott frisch gebrühtem Kaffee, dessen Duft Gabriele in die Nase stieg. So griff sie nach der großen Tasse und während sie die belebende Wirkung des Koffeins auf sich wirken ließ, nahmen wieder die Erinnerungen an die Ereignisse der vergangenen Zeit Raum in ihren Gedanken ein. Sie hatte sich vorgenommen, das auch zuzulassen. Den Phasen der Trauer die Möglichkeit zu geben, sich in ihr zu entwickeln, auch den begleitenden Schmerz auszuleben, um irgendwann an dem Punkt zu sein, mit diesem Prozess abzuschließen.

    Merkwürdigerweise wurden diese Gefühle immer erst mit einem Bild vor ihrem geistigen Auge erweckt. Das Bild von Peter Weber, der mit dieser ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hatte. Aber es lag vielleicht einfach nur daran, dass Gabriele vor einem Jahr romantische Gefühle für Peter entwickelt hatte. Peter Weber schien damals selbst in schwierigen Zeiten zu schweben, irgendwie war die Zeit wohl nicht reif für gemeinsame Momente und Gabriele hatte ihre Prinzipien. Ein Mann, der noch irgendwie in einer Beziehung hängt, war und ist für sie tabu. Aber sie musste sich eingestehen, dass ihre Verliebtheit noch immer anhielt.

   Nach Gabrieles Scheidung von Martin, dem notorischen Fremdgänger, hatte Gaby ihre Arbeitsstelle gewechselt und ist ein paar Orte weiter weg verzogen. Sie brauchte den Abstand. Nur hin und wieder musste sie ihren alten Heimatort aufsuchen und irgendwann ist es ihr gelungen, ihren Frieden mit der Vergangenheit zu schließen.

   Andrea kannte sie schon seit ihrer Kindheit. In all den Jahren hatten sich beide nie so ganz aus den Augen verloren. Aber die Kontakte verliefen eher sporadisch. Bis im vergangenen Jahr Andrea wieder intensiver ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Andrea war mit Robert verheiratet, sie hatten eine gemeinsame Tochter, Eva. Robert hatte den Betrieb seines Vaters übernommen, als dieser starb. Es mag an den wirtschaftlich schlechten Zeiten gelegen haben, vielleicht auch an Roberts unglücklicher Hand, wenn es um Geschäfte ging, oder auch an Andreas Anspruchsdenken. Das Geschäft warf jedenfalls kaum noch Gewinne ab und die Ehe war zerrüttet, wie Andrea Gabriele mitteilte. Aber eine Scheidung käme nicht in Frage, das könne sie Eva im Moment nicht antun, außerdem wüsste sie nicht, wo sie hin und wovon sie leben solle. Argumente, die für Gabriele nicht so wirklich nachvollziehbar waren, aber sie war auch der Auffassung, dass jeder für sein Leben selbst verantwortlich sei und manchmal auch das Festhalten am vertrauten Leid für manche Menschen Triebfeder ihres Handeln ist.

   Es hatte Gabriele darum auch nicht sonderlich schockiert, als ihr Andrea schon bald danach eröffnete, einen anderen Mann kennen gelernt zu haben. Vielleicht hätte sie die Zeitnähe der beiden Mitteilungen stutzig machen sollen, eine innere Stimme hatte ihr irgendetwas zugeflüstert, aber in Gabriele war auch ein Gutmensch wohnhaft, der diese leise Stimme zum Schweigen brachte. So bereitete Gabriele den beiden ein Liebeslager, machte das Alibi, wenn sie ein Wochenende am Meer verbrachten und hatte auch ein offenes Ohr für die Probleme der beiden.

   Gabriele setzte den Kaffeepott auf dem Tablett ab und seufzte: »Was war ich doch für ein Idiot!«

Illustration: Sylvia B.
   Sie stand auf, nahm das Tablett und brachte es in die Küche um sich umgehend einen weiteren Kaffee zu bereiten. Während das Wasser zum Kochen kam, lehnte sie an der Anrichte und blickte aus dem Küchenfenster. Andrea war unsterblich verliebt, hatte sie gesagt, Horst, der Lover, war eher zögerlich. So hat Andrea etwas nachgeholfen und dafür gesorgt, dass es sich im Ort herum sprach, dass Horst eine Geliebte hat. Was für einen mittelschweren Skandal sorgte, denn Horst zählte dort zu den reichsten Männern.

   Kurz darauf erlebte Gabriele einen wütenden Robert am Telefon, der ihr schwere Vorwürfe machte. Die Bombe war geplatzt, Horst traf eine Entscheidung, blieb bei seiner Frau und Andrea konnte kleine Brötchen bei ihrem gehörnten Gatten backen.

   Das alles wäre nicht so dramatisch gewesen, wenn Gabriele nicht letzten Monat im Baumarkt ihrem Ex über den Weg gelaufen wäre. Martin stürmte mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf sie zu, um sie umgehend mit dem aktuellen Tratsch ihrer Heimatstadt zu überfallen:
»Meine tugendhafte Gabriele hatte ein Verhältnis mit einem verheirateten Kerl«, und mit einem schelmischen Zwinkern, »mir hast du ein solches Treiben verübelt!«

   Gabriele konnte es nicht fassen. Aber Martin ließ nicht locker, berichtete, dass ihr Name im Gespräch sei und der gute Horst nur noch in gebückter Haltung durch den Ort gehe, wenn überhaupt.

   Das Wasser kochte und Gabriele brühte sich einen Kaffee auf. Sie konnte die Sache bei ihrem Ex-Mann klar stellen und irgendwann im Laufe des Gespräches, nachdem Gabbriele auch Andrea ins Spiel brachte, rückte Martin mit der Sprache und der Wahrheit heraus. Dass Andrea und er, noch zu seiner Ehezeit, auch eine kurze Affäre hatten. »Sie lässt nichts anbrennen, aber dass sie dir ihr Verhältnis anhängt, um selber sauber vor den Leuten dazustehen, ist ein dickes Ding. Dann dürfte nur Robert noch die Wahrheit wissen und der wird die Klappe halten. Na ja, das hast du nun von deiner Hilfsbereitschaft. Beim nächsten Mal bist du halt schlauer!«

   Es sollte kein nächstes Mal geben, schwor sich Gabriele und brach den Kontakt zu Andrea ab, nachdem sie ihr die Meinung gründlich gesagt hatte. Aber der Schmerz saß tief, der Verlust der Freundschaft, die nie eine war und der Betrug machten Gaby schwer zu schaffen. Es war ihr auch klar, dass Andrea, nach einer angemessenen Zeit, wieder ihre Fühler ausstrecken würde. Sie brauchte einen gut betuchten Versorger für sich und Eva.

   Wieder sah sie das Bild von Peter Weber vor ihrem geistigen Auge.
»Ob er zu ihrer Zielgruppe gehört? Merkwürdig, ich weiß nichts über ihn, nur, dass er scheinbar über ein gutes und geregeltes Einkommen zu verfügen scheint. Ob das Andrea reichen würde? Das würde sie nie wagen! Oder doch?«, murmelte Gabriele, während sie mit dem Tablett und dem Kaffee wieder die Terrasse aufsuchen wollte. Die Gedankengänge ließen sie nicht los.
»Andrea läuft die Zeit davon. Auf die Suche nach einem geeigneten Mann zu gehen, dürfte beschwerlich werden, zumal Robert aufmerksam über sie wachen wird.«

   Gabriele ging gerade durch ihr Wohnzimmer, als das Telefon klingelte. Sie sah auf das Display. Es war Andreas Nummer, die angezeigt wurde.
»Nicht mit mir! Wir sind fertig miteinander!« Gabriele war nicht bereit, den Anruf anzunehmen.
So sprang der Anrufbeantworter an und nach einer kurzen Zeit der Ansage hörte sie die Stimme die ihre Mitteilung auf Band sprach: »Hallo, hier ist Eva, ich wollte Mama sprechen. Ihr seid wohl unterwegs, dann versuche ich es über Handy!«

Gabriele starrte den Anrufbeantworter an.

Illustration: Sylvia B.
   Sie setzte das Tablett ab, holte den Laptop aus der Tasche, stellte ihn auf den Wohnzimmertisch und fuhr ihn hoch. Sie brauchte zwei Minuten, bis sie die Adresse von Peter ergooglet hatte und gab sie umgehend bei Google Earth ein. Sie zoomte sich das Anwesen näher heran und betrachtete es aufmerksam.

   »Andrea, ich hätte dir nie von ihm erzählen dürfen!«
Gabriele Winterlings Gesichtszüge nahmen einen entschlossenen Ausdruck an, während sie weiter vor sich her murmelte: »Ich habe keine drei Minuten gebraucht, um dieses Bild aufzurufen. So wie ich dich kenne, hat das bei dir eine halbe Stunde gedauert. Das sieht aus der Luft betrachtet wunderschön aus. Es wäre genau das richtige Heim für dich, nicht wahr, Andrea?«

   Gabriele betrachtete das großzügige Gelände um das frei stehende Gebäude.
»Andrea, ich vermute sicher richtig, dass du dir schon eine Strategie überlegt hast, wie du dich an diesen Mann ranmachst.«

   Mit einem Mouseklick zoomte sie das Gebäude noch näher heran, sie kniff die Augenlider zu einem schmalen Spalt zusammen, bevor sie ihre Worte leise herauszischte:
»Glaube mir Andrea: Diesmal passe ich auf! Ich schwöre dir, du Miststück: Diese Nummer werde ich dir versauen!«

Dann nahm sie das Telefon und tippte eine Nummer in die Tastatur …


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Sonntag, 17. Juni 2012

126 »Der steinerne Riese von Tiahuanaco«

Das Geheimnis der Anden V,
Teil 126 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der Koloss, noch im Freilichtmuseum
stehend - Foto W-J.Langbein
Im halbunterirdischen Museum von La Paz stand viele Jahrzehnte ein wahrer Gigant. Die riesenhafte Statue misst stolze 7,20 Meter, bei einem geschätzten Gewicht von zwanzig Tonnen. Anno 1932 wurde er hoch oben in den Anden Boliviens ausgegraben. Die vorzüglich erhaltene Statue befand sich tief im Erdreich der Tempelanlage, unterhalb des »versenkten Tempels« von Tiahuanaco. Als offizieller »Entdecker« gilt Wendell Clark Bennett (1905-1953). Bennett kam mit 48 Jahren bei einem mysteriösen Badeunfall ums Leben.

Auch heute noch werden wahre archäologische Schätze im Erdreich von Tiahuanaco vermutet. Leider fehlen die Finanzen, um ausgiebige Ausgrabungen vornehmen zu lassen. Wenn ich nach Jahren wieder einmal Tiahuanaco besuchte, konnte ich keine Fortschritte erkennen.

Verantwortlich für die Ausgrabung von anno 1932 war das »American Museum of National History«, New York. Die zuständigen Behörden hatten präzise Vorgaben vertraglich fixiert: So waren »mehrere Einzel-Grabungen« von jeweils »höchstens zehn Quadratmetern Fläche« gestattet. Als ortskundiger Experte vor Ort machte sich Prof. Dr. Arthur Posnansky (1873-1946) verdient. Er war es, dem die Entdeckung der im harten Erdreich steckenden Riesenstatue zu verdanken ist!

Historische Aufnahme
Foto: H.Schindler-Bellamy
Der Experte aus La Paz fiel in der archäologischen Zunft allerdings in Ungnade. Wagte er doch das Bild, das die klassische Schulwissenschaft von Tiahuanaco zeichnete ... anzuzweifeln, ja abzulehnen. Nach Prof. Posnansky ist die riesige Kultanlage eher 15.000 als 1.500 Jahre alt. Nach Prof. Posnansky gab es bereits vor mindestens 15.000 Jahren eine hoch stehende Zivilisation in den Hochanden des heutigen Bolivien, die geradezu Wunderwerke aus Stein schufen.

Prof. Arthur Posnansky war von einem zyklischen Ablauf der Weltgeschichte überzeugt. So vertrat er die These, dass uralte Kultstätten wie Tiahuanaco in regelmäßigen Abständen durch gewaltige Kataklysmen apokalyptischen Ausmaßes vollkommen vernichtet wurden. Unvorstellbare Welt-Fluten, vergleichbar mit der biblischen Sintflut, sollen unermessliche Schäden verursacht haben.

1932 wurde nun bei Tiefengrabungen im verkrustet-verbackenen Schlamm unter dem »versenkten Tempel« von Tiahuanaco ... ein gewaltiger Monolith gefunden. Der Koloss machte – so groß er mit 7,20 Metern auch war – zunächst einen eher unscheinbaren Eindruck. Als aber die Archäologen dem Steinmonster mit Bürsten zuleibe rückten ... kam eine geradezu perfekt erhaltene Riesenstatue zum Vorschein. Unter der schützenden Erdschicht waren exakte Gravuren von unglaublicher Detailfreude konserviert worden.

Einige der Gravuren auf der
Rückseite des Idols
Foto: H.S.-Bellamy
Der Riesenmonolith wurde mit mächtigen Seilwinden aus der Grube gewuchtet ... und mit gewaltigem Aufwand nach La Paz in das dortige Freilichtmuseum geschafft. Ob seiner beachtlichen Größe bekam die Riesenstatue den Namen »Das große Idol von Tiahuanaco«. Seit etwa dreißig Jahren gibt es nun vor Ort Bestrebungen, den Koloss wieder in die Ruinen von Tiahuanaco zu schaffen.

Meine Meinung: »Das große Idol von Tiahuanaco« muss von herausragender Bedeutung für die Kultanlage von Tiahuanaco gewesen sein. »Die Statue gehört nicht in das Getöse der verpesteten Millionen-Metropole von La Paz, sondern nach Tiahuanaco, zurück in die Hochanden!« forderten nicht nur Lokalpatrioten. 2002 wurde sie – nach 70 Jahren – endlich wieder zurück gebracht.

Wiederholt habe ich staunend vor dem Riesenkoloss in La Paz gestanden, der alle anderen Artefakte im Freilichtmuseum geradezu klein erscheinen ließ. Selbst der Kolossalstatue, der zu Füßen der Riesenstatue lag, wirkte geradezu zierlich im Vergleich. Inzwischen ist das steinerne Haupt aus dem Museum entfernt worden. Man sieht es – wie auch »Das große Idol von Tiahuanaco« – nur noch auf alten, schon historischen Aufnahmen. Auch dieses mysteriöse steinerne Haupt stammte ursprünglich aus der Anlage von Tiahuanaco. Der zugehörige Rumpf wurde bis heute nicht gefunden. Allerdings wurde ja erst ein Prozent des Areals hoch in den Anden ausgegraben!

Der »große Steinkopf« aus dem
Freilichtmuseum - Foto:
Hans Schindler-Bellamy
Wiederholt habe ich staunend vor dem riesenhaften »Idol« gestanden. Ich bewunderte immer wieder die erstaunliche Größe des steinernen Riesen ... und habe dabei das eigentliche Geheimnis der Statue nicht erkannt! Prof. Hans Schindler-Bellamy legte mir bei mehreren persönlichen Begegnungen brisante Unterlagen vor: zum Beispiel millimetergenaue Zeichnungen der mysteriösen Bildwerke, die mit perfekter Präzision in den Rücken des Giganten gefräst worden sind.

Für den Gelehrten aus Wien stellt Tiahuanaco eines der großen Rätsel unseres Planeten dar. Prof. Schindler-Bellamy (1) in einem Vortrag 1975 in Zürich: »Die erstaunlichste Tatsache aber ist: Die Kultur von Tiahuanaco hat keine Wurzeln in diesem Raum! Sie ist weder dort aus unbedeutenden Anfängen heraus entstanden noch ist irgendwo anders ein solcher Ort des Ursprungs bekannt. Es mutet so an, als ob sie praktisch vollentwickelt ›plötzlich erschien‹«.

Prof. Schindler-Bellamy versicherte mir: »Mit steinzeitlichen Werkzeugen konnten diese komplexen Bildnisse nicht in den harten Stein gefräst werden! Die Steinmetze müssen ›modernes‹ Werkzeug besessen haben!« Mit derartigen »modernen Werkzeugen« wurden auch zahllose Zeichnungen mit größter Detailfreude in den – inzwischen aus dem Freilichtmuseum verschwundenen - »großen Steinkopf« gefräst: in härtesten Stein, millimeterbreit ... Prof. Hans Schindler-Bellamy: Leider wurden die Gravuren im »großen Kopf« nie wirklich untersucht.

Vorder- und Rückseite
des »großen Idols«
Fotos:
Archiv Langbein
Fast etwas provokativ fragte ich den Gelehrten, ob diese Verzierungen eine tiefere Bedeutung hätten. Milde antwortete der Wissenschaftler: »Man kann diese komplexen Zeichnungen wie ein Buch lesen!« Prof. Schindler-Bellamy hat das Sonnentor von Tiahuanaco als Kalender entschlüsselt (2):

»Unsere umfassende Analyse der Skulpturen auf dem Sonnentor führte uns zu der erstaunlichen Erkenntnis, dass der Kalender weniger eine Auflistung der Tage für den ›Mann auf der Straße‹ des damaligen Tiahuanaco war (etwa um den Markttag oder die Freizeit anzuzeigen), sondern tatsächlich und insbesondere ein einzigartiges Dokument der astronomischen, mathematischen und den damit in Verbindung stehenden Wissenschaften, ein Dokument des wesentlichen Inhalts des Wissens der Begründer der Tiahuanaco-Kultur.«

Prof. Hans Schindler-Bellamy weiter (3): »Der Kalender zeigt sowohl den Jahresbeginn an, als auch die Tag- und Nachtgleichen, die Sonnenwenden, die Häufigkeit der Schalttage, Mitteilungen über die Schiefe der Ekliptik und die geographische Breite sowie viele andere geographische und astronomische Hinweise, die von uns Heutigen berechnet werden können und die offensichtlich auch den Wissenschaftlern von Tiahuanaco nicht unbekannt waren. Sie wussten zum Beispiel, dass die Erde eine Kugel ist, die sich um die eigene Achse dreht (nicht, dass die Sonne die flache Erde umkreist), weil sie auch genau die Zeit vorausberechneten, in denen Sonnenfinsternisse in anderen Teilen der Welt zu sehen waren. Man beginnt sich zu fragen, ob sie nicht wirklich dazu in der Lage waren, rund um die Welt zu reisen, und darüber zu spekulieren.« (4)

Einer der gravierten Riesen
von Tiahuanaco - Fotos:
Anakin (rechts)
und W-J.Langbein
Bei diesen sensationellen Erkenntnissen blieb es aber nicht. Peter Allan und Prof. Hans Schindler-Bellamy nahmen sich auch die Gravuren auf der Rückseite des »großen Idols« vor ... und siehe da: Sie stellten ebenfalls einen höchst komplexen Kalender dar ... wie die Gravuren auf dem Sonnentor. Die ältesten Daten auf der großen Statue reichen fast 30.000 Jahre zurück in die Vergangenheit! Vergeblich hat Prof. Schindler-Bellamy gehofft, dass seine Untersuchungen etwa an anderen Riesenstatuen von Tiahuanaco fortgesetzt werden würden. Das ist bis heute leider nicht geschehen.

Fußnoten
Auch diese Folge meiner Serie basiert auf meinen Recherchen vor Ort, also in Tiahuanaco und La Paz. Vor Ort sprach ich mit Experten und sah Fachliteratur ein.
1 Schindler-Bellamy, Prof. Hans: »Tiahuanaco und das Sonnentor«, Vortragsmanuskript, Zürich 1975

2 ebenda
3 ebenda

4 Die Thematik »Tiahuanaco-Kalender« ist sehr komplex und kompliziert. Prof. Schindler-Bellamys Hauptgedanken zu wiederholen, würde den zur Verfügung stehenden Rahmen bei weitem sprengen. Ich muss daher auf die von ihm verfasste Literatur verweisen:
Bellamy, H.S.: »Built before the Flood«, London 1953
Bellamy, H.S. und Allan, P.: »The Great Idol of Tiahuanaco«, London 1959
Beide Werke sind nur noch antiquarisch erhältlich. Sie liegen meines Wissens nur in englischer Sprache vor.

Persönliche Widmung von Prof. Hans Schindler-Bellamy
Foto: Archiv Langbein
Dank

Gern spreche ich Prof. Hans Schindler-Bellamy meinen aufrichtigen Dank aus: für aufschlussreiche Gespräche und hervorragendes Manterial (Bücher, Manuskripte und Fotos).

Danken darf ich auch an dieser Stelle Erich von Däniken, der mich schon vor vielen Jahrzehnten auf die großen Rätsel unseres Planeten aufmerksam machte! Sehr zu empfehlen ist ...

Däniken, Erich von: »Götterdämmerung«, Rottenburg 2009



Literaturtipp:
Lesen Sie auch »2012 - Endzeit und Neuanfang« von Walter-Jörg Langbein

Die Göttin und kuriose Steine,
Das Geheimnis der Anden VI,
Teil 127 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.06.2012


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