Samstag, 6. November 2010

Rezension: »Königin! Über die weibliche Kraft« Dr. Rotraut A. Perner

"Eine Königin ist keine Amme. Sie ist eine Königin". ( Zitat: Dr. Rotraud A. Perner)

Die Autorin dieses bemerkenswerten Buches ist die Psychoanalytikerin und promovierte Juristin Dr. Rotraut A Perner, die u.a. Professorin für Gesundheitskommunikation und Prävention an der Donau Universität in Krems war. Als Konflikt- und Gewaltforscherin sowie Supervisorin ist sie eine viel gefragte Expertin in den Medien.

Worum geht es dieser Alphafrau in ihrem Buch? Es geht ihr darum, aufzuzeigen, wie sich Alphafrauen im Laufe ihres Lebens entwickeln, von einer Prinzessin hin zur Königin und schließlich zur Königinmutter, die in jüngeren Frauen keine Konkurrenz sieht, sondern Geschlechtsgenossinnen, die sie auf ihrem oft nicht einfachen Weg beratend begleiten kann.

Die hochintelligente, widerständige Autorin berichtet zunächst von ihrer persönlichen Entwicklung, bevor sie mit ihren erhellenden Betrachtungen beginnt. Ich stimme ihr zu, dass man im Leben neben Liebesfähigkeit auch Kampfgeist, die Zähigkeit, Ziele zu verfolgen, sowie die Disziplin, auf alles Unnötige zu verzichten, Friedensgeist, Diplomatie, die Kunst, Konflikte gewaltverzichtend zu lösen, und damit zu heilen, benötigt.

Gefreut habe ich mich, dass Dr. Perner gleich zu Anfang die von mir geschätzte französische Psychoanalytikerin Marie-France Hirigoyen ins Feld geführt hat, um aufzuzeigen, wie man versucht, die erfolgreiche Entwicklung von Alphafrauen (Königinnen) zu unterminieren "Man baut sein eigenes Selbstwertgefühl darauf auf, indem man andere herabwürdigt, um dann über sie triumphieren zu können" (Zitat: Seite 53)

Die Autorin zeigt auf, mittels welcher Jagd- Strategien junge Frauen (Prinzessinnen) von ihren Startplätzen vertrieben werden sollen:

Sie spricht von: Polarisieren, Zensurieren, Definieren, Veraschenputteln, Verbot des Gefühlsausdrucks, ewige "Erziehungsversuche" durch Propagieren einschränkender Leitbilder, Verwirrspiele, Berufung auf Naturgebote, Angstmachen und Verkehren. Es ist wohl wahr, dass man Personen an den Rand des Wahnsinns treiben kann, wenn man ihnen lange und intensiv genug ihre Wahrnehmung ausredet und sie isoliert, ausgrenzt, sowie sozial zu vernichten sucht. Alphafrauen (Königinnen) haben die Aufgabe, andere Frauen vor Psychopathen zu schützen, welche sich anschicken, mittels solcher Methoden den Lebensmut Dritter zu untergraben.

Dr. Perner unterstreicht: "Eine Königin ist eine Königin, ist eine Königin, auch ohne König" (Zitat.: S. 99). Ihre Energie bedeutet Würde und diese ist begründet in der Sicherheit der übernommenen Aufgabe, der Gewissheit der dazu erforderlichen Fähigkeiten und des Bewusstseins des damit verbundenen eigenen Wertes (vgl.: S. 98). Eine Königin ist nicht auf die Anerkennung Dritter angewiesen, sondern sie weiß um ihr Können, ist standfest und ruht in sich selbst. Ihre Bereitschaft Verantwortung zu tragen, muss sie in ihrer Prinzessinnenzeit erlernt haben. Königinnen müssen konfliktfähig sein und müssen selbst bei offenkundiger Feindschaft souveräne Gelassenheit zeigen und stoisch ihren Weg weiter gehen. Ein solches Verhalten unterscheidet sie von Mägden und Knechten, die unter der Gürtellinie attackieren und ihren Fluchtinstinkten Raum geben. Steherqualitäten sind bei Königinnen ein Muss.

Die Königinnenenergie vereinen, so die Autorin, die lichten Seiten der Macht und zwar im Vollbewusstsein und in der Kontrolle der destruktiven, missbrauchenden Anteile. Dr. Perner listet auf:

- Macht der Liebe (oder nur des Begehrens oder Besitzwollens)

-Macht der Kampfgewalt (oder nur der sozialen Mordlust und Zerstörungswut)

-Macht der Entängstigung (oder nur der Angstmache und Manipulation)

-Macht der Lenkung (oder nur der Ausbeutung und Tyrannei)

Männliches wie weibliches Königinnencharisma zieht stets Bedürftige an. Merke: "Eine Königin ist keine Amme. Sie ist eine Königin".

Es gibt immer Menschen, die sich an diesem Charisma laben möchten, die sich darin sonnen oder es zerstören wollen und auch solche, die es abstreiten und auf diese Weise auch beschädigen.

Dr. Perner bezieht sich auf die schweizer Psychoanalytikerin Andrea Gysling, die in den 1990er Jahren eine Abhandlung über "wahre und fragwürdige Männlichkeit" veröffentlicht hat, in der sie die Pathologie männlicher Charakterzüge enttarnte. Die Autorin verdeutlicht, was Gysling unter:

-aufgeblähte und bodenlose Männer mit einer narzissitischen Persönlichkeitsstruktur

-gepanzterte und geizige Männer mit Zwangspersönlichkeiten

-gespaltene und gewalttätige Männer mit Borderline-Problematik

-abweisende und kalte Männer mit schizoider Persönlichkeit sowie

-unterwürfige und vorwurfsvolle Männer mit depressiv- masochistischer Persönlichkeitsstruktur
zu verstehen hat und wie diese Energievampire speziell Alphafrauen (Königinnen) plattzumachen suchen.

Eine Königin benötigt viel Achtsamkeit. "Wer achtsam in sich selbst ist- in seiner Mitte- ruht, balanciert all seine Möglichkeiten, Liebhaber, Krieger, Magier, hat also die Liebes-, Kampf- und Gedankenenergie im Gleichgewicht. Das ist Königinnenenergie: Sie macht heil- sich selbst wie andere-, gelassen, widerstandskräftig. Resilient." (Zitat: S. 163).

Diesen Zustand erreicht man nur, wenn man meditiert und psychische Leidenszustände überlebt hat. Königinnenenergie ist demnach das Ergebnis eines Reifungsprozesses, der Frauen, die diese erworben haben, natürlich im Königinnenmutteralter weise und gütig macht

Empfehlenswert, nicht nur weil es sensibilisiert im Hinblick auf Energievampire.

Das rezensierte Produkt ist überall im Handel erhältlich.


Mittwoch, 3. November 2010

Die Lust einen Krimi zu schreiben! Teil II

Nachdem ich einige wichtige Details bezüglich Ermittlungsarbeit klären konnte und die Antworten spezieller Fragen vor mir lagen, ging es flott weiter. Eine Idee nach der anderen flog durch meinen Kopf. Ich haute wie besessen in die Tasten. In meinen Gedanken entstand ein gewisser Handlungsstrang. Der Mörder jedoch stand noch nicht fest. Darüber brauchte ich mir im ersten Drittel des Krimis keine Gedanken zu machen. Die Abläufe mussten logisch aufgebaut werden. Ich setzte all meine mitwirkenden Personen auf eine Liste, damit ich die Namen nicht vergessen oder verwechseln würde. Meine Protagonistin stand bereits fest bevor ich begonnen hatte zu schreiben. Es war die ermittelnde Kommissarin! Jetzt konnte sie in aller Ruhe der Reihenfolge nach die verdächtigen Personen ausfindig machen und verhören. Ein Privatleben hatte ich ihr selbstverständlich auch zugedacht. Ich liebe es gerne persönlich. Außerdem kommt der Charakter eines Menschen besser zur Geltung, umso mehr man von ihm weiß.

Nun hatte ich eine Leiche! Hier begann die Polizeiarbeit. Absperrung des Tatortes, Spurensicherung und die Entscheidung des Staatsanwalts, was mit der Leiche geschehen soll. Da schnell geklärt war, dass es sich um Mord handeln musste, wurde der Tote in die Gerichtsmedizin gebracht. Die erste Hürde war geschafft. Dennoch kamen mir an diesem Punkt Zweifel. War es die richtige Entscheidung gewesen, mich auf einen Krimi einzulassen? Wie sollte die Handlung nun weitergehen? Das Thema hatte ich längst im Kopf. Ein Thema, das mir am Herzen lag, mit dem ich mich seit geraumer Zeit beschäftigte und auch auf meinem Blog darüber berichtet habe: Kindesmissbrauch! Nach einer kurzen Denkpause schrieb ich weiter. Allmählich nahm mein Krimi Gestalt an.

Ich hatte die Frau Hauptkommissarin gut im Griff, konnte ihre Gedanken mit meinen vermischen. Sie war wütend, wie ich es war, wenn ich an Missbrauchgeschädigte denken musste.
Sie machte ihre Arbeit gut, fand ich. Um sie brauchte ich mir keine Sorgen zu machen und richtete mein Augenmerk auf verdächtige Personen. Ich schob sie hin und her, aber den wahren Täter hatte ich immer noch nicht ermittelt. Mehr als die Hälfte war geschrieben. Jetzt musste ich mich entscheiden.

Ich ging im Geiste alles noch einmal durch. Hatte ich etwas übersehen? Ich musste es auf den Punkt bringen. Ich rettete mich damit, indem ich das bereits Geschriebene überarbeitete. Da gab es schon einiges zu tun, wie ich erstaunt feststellen musste. Ich hatte auf Kleinigkeiten und Logik nicht so sehr geachtet. Aber dazu ist die nachträgliche Bearbeitung da, und genauso wichtig, wie das Schreiben selbst.

Diese verdiente Schreibpause hatte sich gelohnt. Mit frischem Schwung schrieb ich weiter. Die Frage nach dem Täter war jedoch immer noch nicht gelöst. Da kam mir ein rettender Gedanke …

Den dritten und letzten Teil lesen Sie am nächsten Mittwoch!
Lesen Sie auch Teil I

Jetzt bei amazon bestellen:
Mord im Hexenturm

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (104) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (41) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Der Tote im Zwillbrocker Venn (14) Atlantis der Südsee (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Der hässliche Zwilling (10) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)