Posts mit dem Label Buddhisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buddhisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 30. Juni 2013

180 »Der Vampir von Puri«

Teil 180 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Heilige Geometrie und
Architektur - Fotos: W-J.Langbein
Am Anfang war die »Heilige Architektur«, die nur den eingeweihten Sthapatis bekannt war, den Priester-Baumeistern. Die Sthapatis zeichneten Grundrisse, nach denen die ältesten Tempel gebaut wurden. Die »Urform« aber wurde im Lauf der Jahrhunderte ergänzt. Es wurden zum Beispiel Vorhallen an- oder eingebaut: von »Baumeistern«, die längst keine Ahnung mehr vom geheimen Wissen der Sthapatis hatten!

In dem bedeutenden Nachschlagewerk über die »Architektur der Welt« heißt es (1): »Die Vorhallen ... und die kleinen Schreine innerhalb der Umfassungsmauern des Heiligtums sind nicht dem ursprünglichen Plan-Schema untergeordnet. Sie stammen aus späteren Jahrhunderten, in denen die geheim gehaltene Aufteilung der Fläche bereits vergessen war.«

>> Neue Bücher von Walter-Jörg Langbein

Mit anderen Worten: Der »Ur-Tempel« war so etwas wie ein Buch aus Stein, das nur Eingeweihte lesen konnten. Im Verlauf der Jahrhunderte ging der Schlüssel zum steinernen Code verloren. Es wurden »Textergänzungen« vorgenommen, sprich Anbauten errichtet ... von Architekten, die das Geheimwissen ihrer Vorgänger nicht mehr kannten. Wird der moderne Mensch des 21. Jahrhunderts nach Christus je wieder die heiligen Tempelbauten wie ein Buch lesen und verstehen können?

Kosmische Architektur - Foto: W-J.Langbein
Wir wissen heute wieder, dass Tempel als Abbilder des Kosmos gedacht waren, mit dem Göttlichen Brahma im Zentrum und mit der Welt der Kobolde und Geister außen – weit weg vom Allerheiligsten. Diese Ferne von Brahma zeigte sich deutlich in der sakralen Architektur. Die unheimliche Welt der Gnome, Kobolde und Dämonen fand im Tempel selbst keinen Platz. Den gespenstischen Gestalten wurde das vorspringende Fundament außerhalb des eigentlichen Tempels zugeteilt. Die Welt der Menschen und die der Kobolde und Konsorten werden durch eine massive Mauer getrennt.

Es gibt zwar eine massive Abgrenzung zwischen Tempelwelt und dem Reich von Geistern, aber unüberwindbar ist diese Monstermauer nicht. Deshalb können Kobolde in unseren Lebensraum eindringen. Der Ausdruck »Kobold« ist allerdings irreführend, lässt er uns doch an einen kleinen niedlichen Gnom denken. Gnomen traut man allenfalls einen kleinen Schabernack zu, aber doch keine Morde
.
Zu den Kobolden im südlichen Indien zählen Pey und Peymakilir. Der Pey ist eine Art Vampir. Peymakilir ist das weibliche Pendant zum Pey. Peys und Peymakilire sind aber keine Nosferatus, die sich zu nächtlicher Stunde am Blut ihrer lebenden Opfer laben, die dann ihrerseits zu Vampiren werden. Sie werden von Schlachtfeldern wie magisch angezogen. Sie suchen das Gemetzel der menschlichen Kriege, um das Blut der Gefallenen zu trinken. Nach anderen Überlieferungen begnügen sie sich nicht mit dem Blut, sondern fressen die Toten. Wieder andere Überlieferungen (2) beschreiben den Pey als Blutsauger, die Peymakilir als Kannibalin.

Pey und Peymakilir haben nicht nur monströse Züge. Wenn sie einem Schwerverletzten, der Todesqualen erlitt, das Blut aus dem Leibe saugten ... verkürzten sie sein Leid und schenkten ihm einen gnädigeren Tod.

In Puri, so wurde mir vor Ort versichert, gebe es seit Jahrhunderten eine Peymakilir. Ich erinnere mich an meinen nachmittäglichen Besuch in der Tempelanlage. In einem Nebenräumchen lagerten einige »sehr alte« Palmblätter. In dem steinernen Kiosk roch es muffig. Spärliches Licht fiel durch ein kleines Fenster. Auf einem wackeligen Tisch lagen mehrere Palmblätter, etwa 30 Zentimeter lang und sechs Zentimeter breit. (3)

Vergleichsfoto: Tempel im
Querschnitt
Foto: W-J.Langbein
Mehrere der Palmblätter zeigten Tempel im Querschnitt. Zahllose Zahlen waren eingetragen, offenbar handelte es sich um Bauanleitungen ... Zu Füßen eines »Tempelturms« kauerte hockend eine furchteinflößende Kreatur. Das Wesen ähnelte mehr einem wandelnden Skelett als einem gesunden Menschen. Seine Finger endeten in scharfen, spitzen Klauen. Ähnlich sahen auch die Füße aus. Sie erinnerten mich an die Greifwerkzeuge eines Raubvogels. An beiden Füßen zählte ich sechs Klauen.

Auffällig groß waren die hervorquellenden Augen und der weit geöffnete Mund, ein furchteinflößendes Maul. Zähne konnte ich keine erkennen. Aus den Mundwinkeln entströmte etwas. Was war es? Es sah aus wie eine Flüssigkeit, die allerdings seltsam strukturiert war. Die Flüssigkeit (Blut?) hatte die Form von sprießenden Ranken, vergleichbar mit Efeu.

Gerade diese Darstellung interessierte mich besonders. Ich sah mir das Palmblatt genau an. An der »Blutpflanze« machte ich winzig kleine »Blüten« aus. Ich nahm das Palmblatt in die Hand, deutete auf den Ausgang. Ob ich die seltsame Darstellung kurz draußen, bei Tageslicht betrachten dürfe, fragte ich auf Englisch. Fotografieren war in dem kleinen steinernen Kiosk verboten. Ob es mir gelingen würde, draußen heimlich eine Aufnahme zu machen? Dazu kam es leider nicht. Höflich, aber energisch, nahm man mir das Palmblatt aus der Hand. Es wurde in einer Schublade verstaut, die sorgfältig abgeschlossen wurde. Mit eindeutigen Gesten komplimentierte man mich ins Freie.

Ich weiß nicht, wie lang ich mich in dem kleinen Raum aufgehalten hatte. Ich schätze es waren nur wenige Minuten. Als ich wieder draußen im gleißenden Sonnenlicht stand, war ich für einen Moment geblendet. Wo waren meine Reisegefährten? Die kleine Gruppe war verschwunden. Wenige Schritte von mir entfernt sah ich eine steinerne Treppe, sie führte zu einem Nebengebäude des Jagannath-Komplexes empor. Ich hastete die Treppe hoch, betrat aber nicht den Tempel selbst. Vielmehr ging ich außerhalb der Tempelmauer auf dem steinernen Vorsprung und spähte nach meinen Freunden.

Alle Gebäude wurden nach einem kosmischen Plan gebaut.
Foto: W-J.Langbein
Was ich dann erlebte, habe ich damals in meinem Reisetagebuch festgehalten. Ich benötige diese meine Notizen eigentlich nicht, so nachhaltig hat sich das Geschehen in mein Gedächtnis eingegraben. Bis zum heutigen Tage habe ich niemandem berichtet, was damals geschehen ist ...

Die Sonne steht hoch am Himmel. Ich habe meine Schuhe ausgezogen und gehe langsam auf dem steinernen Vorsprung weiter. Durch meine Socken spüre ich den harten glatten Stein. Er fühlt sich angenehm warm an. Links neben mir ... die Tempelmauer mit zahllosen Figürchen. Mir ist, als reflektiere die steinerne Mauer die Hitze des Tages.

Ich ärgere mich, weil ich meine Fototasche mit meinen beiden Kameras nicht dabei habe. Sie steht am Fuße der kleinen Treppe. Ob ich umkehre und die Fotoausrüstung hole? Ich drehe mich um, schaue in Richtung Treppe. Ich erkenne deutlich meine Kameratasche. Ob ich sie hole? Nicht, dass sie mir noch gestohlen wird. Außerdem ... Mit dem Makro-Objektiv müssten mir einige gute Fotos von den Schnitzereien im Stein der Tempelwand gelingen! Auf einmal ist erst die Kameratasche, dann die kleine Treppe in Schatten getaucht. Eine Wolke, denke ich. Ich blicke zum Himmel. Der Himmel ist wolkenlos. Woher kommt der Schatten?

Dann geschieht Merkwürdiges. Der Schatten wandert, Stufe für Stufe hoch. Er hält, sehr kurz, inne. Er schießt förmlich an der Tempel wand entlang, auf dem Mauervorsprung ... auf mich zu. Sekundenbruchteile später stehe ich selbst im Schatten. Schlagartig ist mir in der Hitze des Tages kalt. Ich fröstele. Ich spüre förmlich, wie sich meine Nackenhaare aufstellen. Dann saust der Schatten weiter. Für Sekundenbruchteile liegt er vor mir. Dann, so scheint es mir, klettert er die Tempelwand empor.

Ich spüre ein seltsames Schwindelgefühl, stütze mich kurz an der Tempelmauer ab. Schon stehe ich wieder im Sonnenschein. Ich wische mir den Schweiß von der Stirn. Gut hundert Meter entfernt sehe ich Julia aus Bonn. Sie winkt mir zu, winkt mich zu sich. Sie deutet mit dem Finger in eine Richtung. Rasch gehe ich auf dem Mauervorsprung zurück, die Treppe nach unten, greife meinen Rucksack mit den Kameras ... und eile zu Julia (4).

Alle Tempel weisen gen Himmel - Foto: W-J.Langbein
»Wie siehst Du denn aus?« fragt sie mich, während wir zur Gruppe aufschließen. »Ist Dir nicht gut? Oder bist Du dem Vampir von Puri begegnet?« Wir lachen. Ich bin froh, das merkwürdige Erlebnis hinter mich gebracht zu haben. Zur Treppe kehre ich nicht zurück. Auch verzichte ich darauf, Fotos von den herrlichen Schnitzarbeiten zu machen. Wir kehren zu unserem Bus zurück. Die Reise wird fortgesetzt.

Fußnoten
1 Stierlin, Henri (Herausgeber): »Indien/ Bauten der Hindus, Buddhisten und Jains«, Band 9 der Reihe »Architektur der Welt«, herausgegeben von Henri Stierlin, Köln, ohne Jahresangabe, S. 55
2 Meine Ausführungen basieren auf Gesprächen mit Einheimischen vor Ort.
3 Die Maßangaben sind geschätzt. Die einzelnen Palmblätter wichen in Länge und Breite etwas voneinander ab.
4 Zusammen mit Julia Z. Habe ich von Deutschland aus die Indien-Reise vorbereitet und organisiert. Unsere kleine Gruppe besuchte eine Palmblattbibliothek, Museen und viele Tempel.

»Der Herrscher und der Friseur«, 
 Teil 181 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien« 
 von Walter-Jörg Langbein
 erscheint am 07.07.2013

Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 9. Juni 2013

177 »Kosmischer Plan und Weltuntergang«

Teil 177 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Gigantische Steintore
Fotos: W-J.Langbein
Das Allerheiligste von Vijayanagara, der priesterlich-sakrale Bereich, war einst von Monstermauern umgeben. Die mächtigen Wände sind weitestgehend verschwunden. Staunend stehe wir vor den Überresten, die allenfalls erahnen lassen, welche gigantischen Steinmassen da einst verbaut worden sind! Königliche und Himmlische sollen sich hier einst getroffen haben. Himmlische Wesen und mächtige Menschen begegneten einander.

Gut fünf Meter hohe, tonnenschwere Steintore sind erhalten geblieben. Wie hat man sie wohl in die Senkrechte gestellt? Und wie wurden sie aufgehängt? Das Türscharnier muss gewaltige Gewichte getragen haben ... Diese Monstertüren deuten auf echte Monstermauern hin. Und was geschah hinter den Mauern? Wie begegneten die Mächtigen, die vom Himmel stiegen, den mächtigen Vertretern der Menschen?

Um 1500 n. Chr. Wurden Grundregeln der Baukunst schriftlich festgelegt. Vastu Vidya ist aber sehr viel älter. Nach manchen Quellen kannten die Wissenden schon vor sieben Jahrtausenden da Geheimnis, wie der Mensch seinen Lebensraum gestalten muss, um die unsichtbaren Kräfte zu nutzen – für Bauwerke, in denen man gesund leben kann. Viele Generationen lang war das uralte Wissen nur Eingeweihten zugänglich.

Andreas Volwahsen und Gerd Mader schreiben in ihrem Werk »Indien/ Bauten der Hindus, Buddhisten und Jains« (1): »Vastu-Vidya, die Lehre von der Architektur, war schon in vedischer Zeit eine Geheimwissenschaft. Sie wurde vom Vater auf den Sohn mündlich weitergegeben. Eine schriftliche Festlegung wurde erst im Mittelalter notwendig.«

Der Sonnentempel von Konarak - Foto: W-J.Langbein
Offen gestanden: Das kann meiner Meinung nach so nicht stimmen. Die riesigen Tempelanlagen im »Alten Indien«, steil in den Himmel ragende Tempeltürme mit gewaltigen Steinen von zig Tonnen Gewicht auf der Spitze, Tempel in Kuppelform... all das muss sorgsam auf dem Reißbrett entworfen worden sein. Es muss schriftlich fixierte Baupläne gegeben haben, bevor der erste Stein gesetzt werden konnte. Bauten wie der Sonnentempel von Konarak setzen eine fortgeschrittene Wissenschaft des Bauens voraus, allein schon was die Statik angeht. Die Architekten müssen, wenn auch nicht auf Papier, dann aber auf Palmblatt präzise Bauzeichnungen angefertigt haben ... vor dem Baubeginn.

Schon im 19. Jahrhundert haben englische Wissenschaftler eine »Archaeological Survey of India« (2) unternommen. Ob diese Expedition ihren Namen verdient hat, sei dahingestellt. Offenbar waren die Engländer, die sich als arrogante Vertreter ihrer vermeintlich wahren Zivilisation auf Erden keine Freunde machten, sehr stark an der Baukunst des »Alten Indien« interessiert. Sie befragten auch sehr intensiv indische Priester-Architekten, Sthapatis. Allerdings fand sich nicht ein einziger Wissender, der die europäischen Besucher in die Geheimwissenschaft der Baukunst einzuweisen bereit war.

Stella Kramrisch (1896-1993) verfasste eine Dissertation über »Buddhistische Skulpturen« und unterrichtete von 1921 bis 1950 an der Universität von Kalkutta. Sie konvertierte zum Hinduismus und dürfte eine der wenigen nichtindischen Wissenschaftler gewesen sein, denen ein gewisses Vertrauen entgegengebracht wurde. Offenbar entdeckte Stella Kramrisch, die gebürtige Tschechin, einige alte Manuskripte über die Baukunst in Indien. In wieweit es ihr gelungen ist, die Texte zu verstehen ... wir wissen es nicht. Nach meinen Recherchen sind die Texte bis heute erst zu einem kleinen Teil ausgewertet worden!

Ausschnitt aus einem
Palmblatt mit einer Art
Bauskizze
Foto: W-J.Langbein
Für den Priester-Architekten Sthapati gibt es vor der Entstehung von Materie so etwas wie einen undefinierbaren Geist. In der Schöpfung wird das Ungeordnete und Formlose geordnet und erhält Form. Der kosmische Plan sieht vor, dass der Sthapati alles in seiner Macht stehende tut, um eine Auflösung des Geordneten zu verhindern.

Andreas Volwahsen und Gerd Mader halten fest (3): »Jede Bautätigkeit bedeutet einen neuen Sieg über die Gefahr der Auflösung und unterstützt die kosmische Ordnung. Vorausgesetzt allerdings, daß das Bauwerk im Einklang mit dieser phänomenalen … Ordnung errichtet wird.« Der Tempelbauer errichtet also nicht nur ein sakrales Gebäude als Raum der Lobpreisung und des Gottesdienstes. Sein Wirken im Einklang mit dem großen kosmischen Plan verhindert, dass sich unsere Welt einfach auflöst.

Der Priesterarchitekt schwadroniert nicht über die Allmacht der Göttlichkeit. Er verfügt über uraltes Geheimwissen über den »Kosmischen Plan«. Er weiß von der ewigen Tendenz zur Auflösung alles Existierenden ... und versucht, mit seinen Bauten eben diese geordnete Schöpfung zu stabilisieren. Es gibt eine unsichtbare Welt des Geistigen ... und unsere sichtbare Welt des Materiellen.

Jahrtausende vor unserer Zeit verkündeten in Indien Propheten – anders als im Judentum, Christentum und Islam – nicht den Willen eines Gottes. Er war vielmehr ein Forscher, ein Wissenschaftler. Seine Aufgabe bestand nicht darin unterwürfig die göttliche Macht über die Menschenhit zu verkünden. Die Seher (4) »verkünden nicht mehr den Weg zur Erlangung ihrer Gunst (der Götter!) durch Opfer oder Verehrung, sie bemühen sich vielmehr, das den Kosmos durchdringende Gesetz zu erkennen und alles Sein und Handeln in einem kausalen Zusammenhang zu sehen.«

Der Tempelbauer huldigt keinem individuellen Gott, sondern – wenn überhaupt – einem kosmischen Prinzip, dem kosmischen Plan. Die Frage der Fragen lautet: Kann auch heute noch das verborgene Wissen, das in Sakralbauten wie dem Jagannath-Tempel von Puri, Orissa, verewigt wurde ... erkannt und entschlüsselt werden? Werden wir die Steine irgendwann wieder wie ein Buch lesen können?

Der Jagannath-Tempel - Foto: W-J.Langbein
Es gilt, verborgene Gesetzmäßigkeiten, den kosmischen Plan zu erkennen ... und nicht den Willen willkürlich handelnder Götter. Niemand muss einem vermeintlich allmächtigen Gott Loblieder darbringen, der sonst vielleicht böse wird und Schaden über die Menschen bringt. Der Forschende sucht nach den Gesetzen der Natur. Das Leben soll dann nach diesen Gesetzmäßigkeiten ausgerichtet werden, nicht nach den willkürlichen Launen eines Gottes. Tagesaktuell ausgedrückt: Mit den Gesetzen der Natur leben, nicht nach den Launen einer Gottheit.

Der Tempel, gebaut nach den verborgenen Prinzipien, demonstriert: Bestand hat, was im Einklang mit den Gesetzen des Kosmos ist. Und wer die ewigen Gesetze des Kosmos kennt, der kann schließlich eins werden mit dem Geistigen. Ziel des Buddhisten ist es nicht, in einem Paradies vom Typ Schlaraffenland als Unsterblicher bis in alle Ewigkeit zu schlemmen! Er wartet weder auf saftige Trauben, noch auf liebreizende Jungfrauen. Er will alle irdischen Fesseln abstreifen und eins werden mit dem undefinierbaren Göttlichen.



In diesem Kosmos haben auch körperliche Wesen Platz, die so mächtig sind, dass man sie für Götter halten könnte. Es sind aber physische Wesen. Prof. Dr. Dileep Kumar Kanjilal ist überzeugt: Solche Wesen kamen aus den Tiefen des Alls und besuchten unseren Planeten. Ihre Vehikel werden als Vimanas bezeichnet ... und Vimanas in Stein wurden in Indien als Tempel verewigt. »Göttliche« Riesenvehikel umkreisten die Erde, sich um die eigene Achse drehend. Kleinere Vehikel pendelten zwischen den Monsterschiffen und der Erde hin und her.

Mir wurde ein Palmblatt aus einer privaten Sammlung gezeigt. Diverse Zeichnungen waren eingeritzt worden. Angeblich sind die Motive viele Jahrhunerte, wenn nicht Jahrtausende alt. Die Palmblätter vertrocken und zerfallen ... müssen also rechtzeitig immer wieder kopiert werden. Ich durfte ein Detail fotografieren ... nämlich ein kleines Vimana, so wie es sich der unbekannte Künstler vorgestellt hat!

Ein Vimana wird in einer Prozession mitgezogen. Foto W-J. Langbein
Liebe Leserin, lieber Leser! Wenn Sie diesen Beitrag lesen ... im Juni 2013 ... ist der angebliche Maya-Weltuntergangstermin längst verstrichen. Keine einzige echte Maya-Prophezeiung hat den Weltuntergang für das Jahr 2012 vorhergesagt. Es gibt aber eine konkrete Prophezeiung aus dem »Alten Indien«.

Demnach wird unsere Welt, so wie wir sie kennen, am Ende des Kaliyuga-Zeitalters, in dem wir leben, untergehen. Nicht nur unsere Welt wird ausgelöscht werden, auch das Universum ist dem Untergang geweiht.

Wer sich den Weltuntergangstermin im Kalender notieren möchte ... Das Ende des laufenden Kaliyuga-Zeitalters ist für das Jahr 428.898 n. Chr. vorgesehen.


Fußnoten
1 Stierlin, Henri (Herausgeber): »Indien/ Bauten der Hindus, Buddhisten und Jains«, Band 9 der Reihe »Architektur der Welt«, herausgegeben von Henri Stierlin, Köln, ohne Jahresangabe, S. 43
2 Etwa: »Archäologische Untersuchung Indiens«
3 Stierlin, Henri (Herausgeber): »Indien/ Bauten der Hindus, Buddhisten und Jains«, Band 9 der Reihe »Architektur der Welt«, herausgegeben von Henri Stierlin, Köln, ohne Jahresangabe, S. 44
4 ebenda, S. 10 unten und S. 11 oben

Jetzt entdecken: Neue Bücher von Walter-Jörg Langbein >>>

»Das Geheimnis der Kuppelbauten«,
Teil 178 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien« von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 16.06.2013


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)