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Sonntag, 11. Januar 2015

260 »Honig für die Götter«

260 »Honig für die Götter«
Teil 260 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein





Autor Langbein in Orissa. Foto I. Diekmann
Aus winterlich-kalten Gefilden ging’s in die Gluthitze von Orissa (heute Odisha) am Golf von Bengalen. Ein kleiner Reisebus, ausgestattet mit allem Komfort, brachte uns von Tempel zu Tempel. Erschöpft wankten wir zwischen Ruinen und bestens rekonstruierten Kultbauten. Zurück im Bus umwehte uns angenehm kalte Luft aus der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage. Der ständige Wechsel zwischen  erfrischender Kühle und strapaziösen Hochtemperaturen erwies sich bei mir als gesundheitlich abträglich. Fieber, Schnupfen, Heiserkeit und Schüttelfrost suchten mich heim. Unser Busfahrer hatte schnell zwei Heilmittel zur Hand:

Ein Fläschchen mit hochprozentigem Rum und ein Döschen mit Schnupftabak. Letzerer, so hatte ich das Gefühl, würde nicht nur meine Nasenschleimheute wegätzen, sondern gleich die ganze Nase. Und der Rum schmeckte so, wie ich mir in jungen Jahren Feuerwasser bei der Lektüre von Karl Mays Amerika-Romanen vorgestellt habe, nämlich scharf und scheußlich. Indes… Die Kur zeigte bald die erwünschte Wirkung. Ich konnte weiter Ruinen und Tempel erkunden… und das bei rund 30 Grad im Schatten.

Der Bundesstaat Odisha hat unzählige hochinteressante Tempel zu bieten, besser gesagt hatte. Der größte Teil dieser sakralen Bauten ist inzwischen verschwunden. Die ältesten dürften zwei Jahrtausende alt gewesen sein. Trotzdem sind noch so viele der steinernen Gotteshäuser erhalten, so dass man viele Wochen, ja Monate vor Ort verbringen könnte. In der Hauptstad von Odisha, Bhubaneswar, finden sich heute noch rund 500 Tempel, ursprünglich sollen es 7 000 gewesen sein. Unklar ist, wie viele Kulthöhlen genutzt wurden, lange bevor die ersten steinernen »Gotteshäuser« errichtet wurden. Offiziell nicht bekannt ist, in wie vielen solcher Höhlen sich heute noch Gläubige versammeln, ungestört durch Touristen.

Marodes Tempelchen. Foto W-J.Langbein
Fernab der Touristenpfade gibt es auch noch so manchen kleinen Tempel, der alles andere als ein museales Schaustück ist. Gerade besonders große und aufwändig rekonstruierte und restaurierte Bauwerke ziehen Touristen in großen Scharen an. So imposant diese Denkmäler fantastischer Baukunst der alten Inder auch sind, so »leben« sie längst nicht mehr. Sie waren einst als Stätten der Andacht und Besinnung konzipiert, nicht als Attraktion für neugierige Besucher ohne Respekt vor fremdem Glauben. Beeindruckend ist die Toleranz, die in Hindu-Tempeln praktiziert wird. Das mag daran liegen, dass es kein »heiliges Buch« gibt, das genau festlegt, was der Gläubige als unumstößliche Wahrheit anzusehen hat. Im Hinduismus gibt es keine Definition, was »rechter Glaube« und was »ketzerisch« ist.

Hunderttausende, nein Millionen von Hausaltären gibt es in Indien, in Privathäusern von Hindus. Da können sich neben Figürchen von Brahma, Shiva und Vishnu problemlos auch solche von Jesus und Maria finden. Ich selbst sah einmal in einer Privatwohnung bei einer Einladung eine Krippe, die zur Adventszeit in jeder christlichen Kirche hätte stehen können. Doch statt des Jesuskindes lag der elefantenköpfige Ganesha darin. Einer der Beinamen Ganeshas lautet »Herr der Scharen«. Just diesen Beinamen - »Herr Zebaot« oder »Herr der Scharen« - trägt auch der Gott des Alten Testaments. (Beispiel: 1. Samuel 1, 3!)

Glücksbringer Ganesha. Foto W-J.Langbein
Und neben der Krippe aus dem Stall von Bethlehem stand keine Geringere als Parvati, die Gütige, selbst. Ein Esel fehlte allerdings, stattdessen kauerte da ein stolzer Tiger, das Reittier der Muttergöttin Parvati. Es gibt nicht wenige Hindus, die glauben (wie Christen), Jesus sei als Retter auf die Erde gekommen. Andere wiederum sehen in Jesus den wiedergeborenen Ganesha. Und wiederum andere verstehen »Ganesha« und »Jesus« als zwei Namen des gleichen göttlichen Wesens. Für andere wiederum sind »Jesus«, »Ganesha« und alle sonstigen göttlichen Wesen Verkörperungen der unendlichen göttlichen Energie.

Große Summen werden aufgebracht, um monumentale Tempelanlagen für Besucher aus dem Ausland möglichst attraktiv zu gestalten. Die Reisenden bringen wiederum Geld ins Land, was die Investitionen in steinalte Kultur sinnvoll erscheinen lässt. Aber fernab der Touristenströme gibt es – besonders auf dem Land – eine Vielzahl kleinerer Tempel, die oftmals recht baufällig sind. Es steht nicht genug Geld zu Verfügung, um auch nur einen Bruchteil der heute zusehends verfallenden Tempel zu erhalten oder gar zu restaurieren. Diese kleinen sakralen Bauwerke sind keine Denkmäler der archäologischen Künste, auch keine »Magnete« für Touristenströme, sondern »nur« Räume des Glaubens. Sie sind in Armenvierteln anzutreffen, vollständig integriert in das Alltagsleben. Man mag bedauern, dass sie langsam verfallen. Andererseits würden sie wahrscheinlich restauriert bald keine »lebenden« Tempel mehr sein.

Mukteshwara-Tempel. Foto Walter-Jörg Langbein

Ein Beispiel: In einem Hüttchen wurden Einmachgläser mit verschiedenen Gemüsesorten angeboten. Auf einer Wäscheleine trockneten bescheidene Kleidungsstücke. Und im Hintergrund trotzte ein Tempelturm aus uralten Zeiten wacker so gut er konnte dem Zahn der Zeit, der schon deutliche Spuren hinterlassen hatte. Ein Foto aus respektvollem Abstand habe ich aufgenommen, auf weitere Fotos aber verzichtet.

Mukteshwara-Tempel aus anderer Perspektive.
Foto W-J.Langbein

Geradezu rührend war die schlichte Ganesha-Statuette, aus Holz geschnitzt, vor der Gläubige bescheidene Opfergaben ablegten. Eine vom Wetter gegerbte alte Dame verharrte lange (im stillen Gebet?) und schenkte dann Ganesha eine winzige exotische Blüte. Beim Weggehen nickte sie mir freundlich zu. Ich glaube, sie freute sich, weil ich als Fremder aus fernen Landen »ihrem« Ganesha meine Aufwartung machte. Leider benehmen sich aber Besucher aus der sogenannten »zivilisierten Welt«  an den ältesten Kultstätten unseres Planeten alles andere als »kultiviert«. Eine Minderheit schreckt selbst vor Beschädigungen nicht zurück. Ein Besucher der Osterinsel wurde mit einem Stück einer der Riesenstatuen erwischt, das er abgeschlagen hatte und als »Souvenir« mit in die Heimat nehmen wollte. Ein anderer Reisender schlug Stückchen von Steinen der Cheopspyramide ab, um sie in einer häusliche Vitrine zur Schau zu stellen. Weitaus mehr »Gäste« legen in fremden Ländern nur ein inakzeptables, herablassendes Benehmen an den Tag.

Mythologie in Stein... Foto W-J.Langbein
Wer sich wirklich für die alte indische Tempelkultur interessiert und nicht mehrere Monate im Land verbringen kann, mag sich die Region von Bhubaneswar konzentrieren. Bhubaneswar, heute Hauptstadt des indischen Bundestaates Odisha wird zu Recht als »Stadt der Tempel« bezeichnet. Gegründet wurde die wichtige Metropole offiziell im dritten Jahrhundert vor Christus, es dürften sich aber schon lange vorher dort Menschen angesiedelt haben. In der Zeit vom achten bis ins 15. Jahrhundert wurden zahllose Tempel gebaut, von denen die meisten schon längst wieder verfallen und abgetragen worden sind. Der älteste, bekannte Tempel ist der von Mukteshwara. Er entstand vor mehr als einem Jahrtausend! Wann er genau gebaut wurde, ob im zehnten, im neunten Jahrhundert… oder noch früher? Wir wissen es nicht.

»Traum in Sandstein« wird der Tempel von Mukteshwara genannt, weil die Kultanlage aus rötlichem Sandstein gebaut wurde, vor allem aber weil sie über und über mit einer Vielzahl von konkret-figürlichen wie abstrakt-ornamentalischen Kunstwerken geschmückt wurde. Zahlreiche Göttinnen und Götter wurden von Steinmetzen geschaffen, denen noch heute von gläubigen Menschen geopfert wird. Die meisten Hindus lehnen – anders als andere Religionen – blutige Opferrituale, die mit Tieren zelebriert werden, ab. Statt Tierblut wird den Göttinnen und Göttern gern der berühmte »Pooja Honey« dargeboten. Der köstliche Honig ist überall zu haben, auch in winzigen Mengen.  »Es kommt nicht auf die Größe der Gabe an, die man den Göttinnen und Göttern schenkt!«, erklärte mir eine örtliche Reiseleiterin. »Wichtig ist allein die Einstellung des Gebers! Er anerkennt die hohe Stellung des Göttlichen, die für den Hindu viele Namen haben kann!«

Im Tempel von Mukteshwara begegnete ich einem Studenten, der mir von Dr. Shikaripur Ranganatha Raos (1922-2013) hochinteressanten, ja sensationellen Arbeiten berichtete. Uralten heiligen esoterischen Schriften Indiens zufolge gründete Sri Krishna einst die legendäre Stadt Dvaraka. Westliche Indienexperten schenkten derlei Überlieferungen selten Glauben, weil die vorgeschichtliche Metropole im altindischen Mahabharata auch als Austragungsort von gewaltigen Schlachten (bei denen Furcht einflößende Flugvehikel zum Einsatz kamen) zwischen himmlischen Göttern und Menschen erwähnt wird. Dr. Shikaripur Ranganatha Rao hat in Jahrzehnten intensiver archäologischer Arbeit schon mehrere mythologische Stätten Indiens als einst real existierend nachgewiesen. 

Göttin in Stein... oder Tempeltänzerin?
Der angesehene Wissenschaftler, langjähriger leitender Mitarbeiter an diversen wissenschaftlichen Instituten Indiens (»Indian National Science Academy«, »Department of Science and Technology«, »Council of Scientific and Industrial Research«, »National Institute of Oceanography«) fand nun auch Dvaraka: an der Westküste Indiens....auf dem Meeresgrund. Nördlich von Porbandar an der Mündung des »Gulf of Kachchh« kamen kürzlich umfangreiche unterwasserarchäologische Untersuchungen einen vorläufigen Abschluss. Über Jahrzehnte hinweg war immer wieder intensiv getaucht worden. Unzählige Artefakte wurden vom Meeresboden geborgen. Sie stammen mindestens aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus! Wann Dvaraka überflutet wurde, konnte bislang nicht definitiv bestimmt werden.


Tipp für Reisende

Besuchen Sie das »Museum of Tribal Arts & Artifacts«. Adresse: Off CRP-DAV Road, Near CRP Square, Palika Nagar, Bhubaneswar, 751015, Indien. Montags ist das Museum geschlossen. Das Museum informiert ausführlich über die verschiedenen Stämme, deren Lebensgewohnheiten, Bräuche, Kunst, Schmuck, Waffen.

Literaturempfehlungen

Göttin in Stein. Foto W-J.Langbein
Euringer, Florian: Indische Astrologie/ Die 27 Frauen des Mondes, Genf 1989

Franz, Heinrich Gerhard: Das alte Indien/ Geschichte und Kultur des
     indischen Subkontinents, München 1990
Rao, Dr. P.V.L. Narasimha: Kanchipuram/ Land of legends, saints and 
     temples, New Delhi 2008
Thompson, Richard L.: Vedic Cosmography and Astronomy, Los Angeles
     1990

Hinweis zu den Fotos

Mit Ausnahme des ersten Fotos (aufgenommen von
Ingeborg Diekmann) stammen alle Fotos von
Walter-Jörg Langbein. Copyright: Walter-Jörg Langbein


261 »Die Schlangengöttin«,
Teil 261 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 18.01.2015



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Sonntag, 27. Oktober 2013

197 »Stadt der Tausend Tempel«

»Stadt der 1000 Tempel«
Teil 197 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

Stolz ragen Tempeltürme in den Himmel - Foto: W-J. Langbein
»Kanchipuram« muss einst ein religiöses Zentrum der besonderen Art gewesen sein. Tausend Tempel gab es hier einst, von denen nur noch zweihundert erhalten sind. Kanchipuram, im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu gelegen,  blühte schon in vorchristlichen Zeiten. Wer die Stadt gründete, wir wissen es nicht. Herrscher der alten Pallava-Dynastie haben womöglich schon im zweiten Jahrhundert nach Christus beschlossen, Kanchipuram zu einem sakralen Zentrum zu machen.

Aber woher kamen die ersten Pallava-Herrscher? Von Sri Lanka? Aus dem einstigen Perserreich? Oder haben die fast schon legendären Fürsten von Pallada ihre Wurzeln im »Land der Andhra« (heute Bundesstaat Andhra Pradesh)?

Diente ihnen die Religion   der Hinduismus   als Mittel zum Zweck? War der massive Bau von Tempeln als Mammutprojekt gedacht, der die  Untertanen einen sollte? Initiierten sie eine Art von Wettbewerb in Sachen Tempelbau? Oder entstand eine Gemeinschaft, weil alle zusammen ein religiöses Zentrum schaffen wollten?
Professor  Dr. Kumar Kanjilal, einer der führenden Sanskrit-Gelehrten Indiens, klärte mich auf: »Westliche Besucher meinen oft, Hindu-Tempel seien mit christlichen Gotteshäusern vergleichbar. Das ist nur bedingt richtig. Gewiss, Tempel waren auch Orte des Gottesdienstes, wo Gläubige sich versammeln, um Gott zu preisen, oder um Bitten an Gott zu richten . Sie waren schon zu alten Zeiten aber auch Orte des Lernens, ähnlich wie Schulen und Universitäten!«

Die Tempel waren, so erklärte mir Professor  Dr. Kumar Kanjilal weiter, ursprünglich bunt, ja für unser Empfinden grell bemalt. Uns Heutigen gefallen die schlichten Grau-Braun-Töne der Tempel, die die Jahrhunderte überstanden haben, besser. Aber sieht es heute an den großen Wallfahrtsorten des Christentums nicht ähnlich bunt aus ... so wie vor Jahrhunderten in den sakralen Zentren des Hinduismus?
Ein »Lehrfach« war auch die Kunst des Tempelbauens. Viel Aufwand wurde zum Beispiel getrieben, um den richtigen Standort für einen Tempel zu finden. Bevorzugt wurde eine natürliche »Plattfom« aus Granit, auf der dann massive Sandsteingebäude stehen sollten.

Wann die ersten Tempel erstanden? Wir wissen es nicht. Der älteste, noch erhaltene Tempel ist der Kailasanatha-Tempel, der Ende des 7. Jahrhunderts gebaut wurde. Geweiht hat man ihn Gott Shiva. Ist er als »Ersatz« für einen noch früheren Tempel aufgetürmt worden?

Die vielleicht schönste Pyramide
von Kanchipuram - Foto: W-J.Langbein
Schon vom Weitem fällt die steinerne »Pyramidenfom« auf. Sie erinnert an sakrale Bauten der Mayas in Zentralamerika. Ein Reiseschriftsteller berichtet, das sakrale Bauwerk bestehe »ganz aus importiertem ägyptischen Kalkstein«. Das mutet seltsam an, wurde für den Tempel doch fast ausschließlich Sandstein verwendet.

In einer dunklen Nische finde ich eine interessante Darstellung: Shiva, in tänzerischer Pose, einen Arm gen Himmel gereckt, ein Bein hoch angewinkelt, auf einem kleinen, am Boden kauernden Wesen ruhend. Ich weiß: Häufig wird Shiva als »Nataraja«, als »König des Tanzes«, gezeigt, als steinernes Relief oder Skulptur, aber auch als metallene Plastik. Es kam mir bei meinem Besuch so vor, als hätte ich verbotenes Terrain betreten. Ein gereizter »Wächter« (?) warf mir böse Blicke zu. Als ich gar versuchte, Shiva zu fotografieren, kam er energischen Schritts auf mich zu. Ich zog unverrichteter Dinge ab.

Es war schon vor tausend Jahren offenbar ein beliebtes Motiv: Shiva, im kosmischen Tanz ... und zu seinen Füßen der »Dämon der Unwissenheit«, Apasmara. Shiva führt einen magischen Tanz auf, der alles zerstört: die Unwissenheit und das Universum! Shiva tritt als Erlöser auf, der alles Übel vernichtet. Er erinnert an eine Christusgestalt, die das Böse in Form einer Schlange zertritt. In Indien ist es ein zwergenhafter Dämon, der unter Shivas Füßen endet. Warum wird er in allen möglichen Darstellungen als Mischwesen aus Fratzenkopf und Kleinkind-Leib gezeigt?

Die biblische Schlange erreichte nach christlicher Überzeugung mit Arglist, dass Adam und Eva ungehorsam wurden und zur Strafe das Paradies  verlassen mussten. Apasmara will angeblich auch heute noch verhindern, dass der Mensch erkennt, wie er ins Nirvana gelangen kann. Er soll vergessen, dass er nach Durchleben der erforderlichen Wiedergeburten ins erlösende Nichts eintreten kann. Keine Frage: Apasmara erinnert deutlich an den »Teufel« aus der Bibel. Apasmara gilt in der Welt der Hindu noch heute als »personifizierte Verblendung«. Der Mensch soll den Weg ins Heil nicht mehr erkennen. So wird er der Chance, erlöst zu werden, beraubt.

Tanzender Shiva
Foto: wikicommons vassil
Bei meinem Gang durch die Tempelanlagen von Kanchipuram begegnete mir ein scheinbar altersloser, kleinwüchsiger Mann. Er war in eine Art Kutte gehüllt und trug einen großen, gelb glänzenden Ring am Daumen der rechten Hand. Er redete eifrig und sehr eindringlich auf mich ein. Zum Glück war eine Dolmetscherin in der Nähe: »Er möchte die Namen Shivas aufzählen ...«, klärte sie mich auf. Ich wollte schon zustimmen, wurde aber noch rechtzeitig von der freundlichen Dolmetscherin zur Seite gezogen. »Nur das nicht!«, warnte sie mich. »Wenn er einmal angefangen hat, hört er so schnell nicht mehr auf. Womöglich kennt er sogar die über 1 000 Namen Shivas, wie sie in den Purana-Texten des Hinduismus überliefert sind!«

So verzichtete ich auf die Darbietung, was bei dem wissenden Anbieter der Namen Shivas sichtlich Verärgerung auslöste. Ein kleiner Obolus ließ ihn wieder erstrahlen. Hastigen Schritts entfernte er sich, um sich  ein anderes »Opfer« zu suchen.

Tausend Tempel, so heißt es, machten Kanchipuram zu einem einzigen, riesigen Zentrum der Verehrung der alten Götter. Wie viele Ruinen langsam verfallen, das scheint niemanden wirklich zu interessieren. »In Armenvierteln gibt es noch Gebäudereste von einst heiligen Bauten! Sie wurden zum Teil von den Ärmsten der Armen in Beschlag genommen und in traurige Hütten einbezogen. Ich habe auch schon ärmliche Verkaufsstände gesehen, die zum Teil aus altem Tempel-Mauerwerk bestanden!«, erklärte mir mein kundiger Guide.

Der Kailasanatha-Tempel - Foto: W-J.Langbein

Natürlich hätte es mich gereizt, vergessenen Spuren alter Tempelkultur zu folgen. Mein Guide riet mir aber dringlich vor meinem Plan ab. »Das könnte gefährlich werden!«, warnte er. »Leicht könnten einen die Ärmsten der Armen für einen Schnüffler halten, der für reichte Großgrundbesitzer spioniert. Und wenn die, die so gut wie nichts haben, befürchten, das Wenige könnte ihnen noch genommen werden ...« Ich verzichtete auf das unkalkulierbare Risiko. 

Stattdessen erkundete ich den Kailasanatha-Tempel. Das komplexe Bauwerk besteht im Wesentlichen aus einer massiv wirkenden Mauer, die von einem nicht minder massiven Tempelturm überragt wird. Das vierstöckige Bauwerk, so erfuhr ich, stelle ein »Vimana« dar. Vimanas sind aus den ältesten Heiligen Texten Indiens bekannt: als Flugvehikel, die zwischen Himmel und Erde pendelten. Und als steile Tempelpyramiden, die an die Vimanas von einst erinnern sollen.

Hunderte, womöglich Tausende Figuren wurden mit Eifer geschaffen, um Haupt- und Nebengebäude zu schmücken. Es sind Fabelwesen, die manchmal den Albträumen der Künstler entsprungen zu sein scheinen. Oder werden diese Mensch-Tierwesen irgendwo in altehrwürdigen Schriften beschrieben, die noch in den Kellerarchiven altehrwürdiger Tempel ruhen?

Säulen mit Fabelwesen - Foto: W-J.Langbein

Nach vorsichtigen Schätzungen wurden 200.000 Tonnen Stein im Denkmal zu Ehren Shivas verarbeitet. Ein Jahrhundert lang sollen Bauleute gebraucht haben, um das Steinmaterial heranzuschaffen und zu bearbeiten. Gewaltige Erdmassen wurden durchwühlt, um brauchbare Steine für Tempel und Statuen zu finden. Gewaltige Steinbrocken wurden mit – so heißt es – einfachen Mitteln über weite Strecken herbeigeschafft.
Immer weitere Kreise zog ich, folgte einer massiven Mauer, die mich an eine Wehranlage erinnert. Unüberschaubar ist noch heute die Fülle an erhaltenen Tempelbauten. Als die 1.000 Tempel von einst noch alle standen, muss die sakrale Stadt riesig gewesen sein.
 
Ein Bauelement wiederholt sich immer wieder in unzähligen Variationen. Ein Säulchen reiht sich an Säulchen, wobei Fabeltiere aus dem Stein zu wachsen scheinen. Und heilige Schreine aus Stein stehen Spalier. Auch sie sind von kleinen »Vimanas« gekrönt. Immer wieder kehre ich an die Umgebungsmauer zurück. Kleine Räumchen, die an Einsiedlerklausen erinnern, wurden in das Mauerwerk eingearbeitet. Und auf jeder dieser winzigen Zellen sitzt, wie eine Krone aus Stein, wiederum ein kleines Vimana.

Überall sitzen kleine Vimanas aus Stein - Foto: W-J.Langbein

Die altindischen Texte, so versicherte mir Prof. Kanjilal, berichten immer wieder, dass einst Götter zur Erde kamen, um uns Menschen zu studieren. Um nicht aufzufallen, tarnten sie sich dabei als Menschen. Himmelsfahrzeuge –  »Vimanas« genannt – waren nach den Berichten der alten Texte alles andere als selten. Allein in der Schilderung von Arjunas Reise durch zahlreiche himmlische Regionen und sternenreiche Gefilde des Firmaments wurden Hunderte von Himmelsschiffen gesichtet. Im bekanntesten indischen Epos, dem Mahabharata, tauchen sie an 41 Stellen auf. Die rund 100.000 Doppelverse des höchst umfangreichen Werkes wurden vermutlich zur Zeitenwende schriftlich niedergelegt. Es basiert aber auf mythischen Quellen, die womöglich einige Jahrtausende älter sind.

Vimana von Ekambareswarar
Foto: W-J.Langbein
Zurück zur Stadt der Tausend Tempel! Die schriftkundigen Sthapatis waren höchst vielseitige Theologen. Sie waren für die Rituale in den Tempeln zuständig und berieten die Gläubigen in allen Lebensfragen. Außerdem wussten sie gut Bescheid über die mysteriösen Vimanas. Als Priester konnten sie die entsprechenden Texte auswendig zitieren, in denen die Flugapparate und fliegende Städte vorkommen. Als Architekten bauten sie Erinnerungen an die Vimanas aus Stein nach ... und verewigten sie in sakralen Tempelkomplexen.


»Elefanten, Tempel und die Göttin«
Teil 198 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von 
Walter-Jörg Langbein,                                                                                               
erscheint am 03.11.2013

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Sonntag, 30. Juni 2013

180 »Der Vampir von Puri«

Teil 180 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Heilige Geometrie und
Architektur - Fotos: W-J.Langbein
Am Anfang war die »Heilige Architektur«, die nur den eingeweihten Sthapatis bekannt war, den Priester-Baumeistern. Die Sthapatis zeichneten Grundrisse, nach denen die ältesten Tempel gebaut wurden. Die »Urform« aber wurde im Lauf der Jahrhunderte ergänzt. Es wurden zum Beispiel Vorhallen an- oder eingebaut: von »Baumeistern«, die längst keine Ahnung mehr vom geheimen Wissen der Sthapatis hatten!

In dem bedeutenden Nachschlagewerk über die »Architektur der Welt« heißt es (1): »Die Vorhallen ... und die kleinen Schreine innerhalb der Umfassungsmauern des Heiligtums sind nicht dem ursprünglichen Plan-Schema untergeordnet. Sie stammen aus späteren Jahrhunderten, in denen die geheim gehaltene Aufteilung der Fläche bereits vergessen war.«

>> Neue Bücher von Walter-Jörg Langbein

Mit anderen Worten: Der »Ur-Tempel« war so etwas wie ein Buch aus Stein, das nur Eingeweihte lesen konnten. Im Verlauf der Jahrhunderte ging der Schlüssel zum steinernen Code verloren. Es wurden »Textergänzungen« vorgenommen, sprich Anbauten errichtet ... von Architekten, die das Geheimwissen ihrer Vorgänger nicht mehr kannten. Wird der moderne Mensch des 21. Jahrhunderts nach Christus je wieder die heiligen Tempelbauten wie ein Buch lesen und verstehen können?

Kosmische Architektur - Foto: W-J.Langbein
Wir wissen heute wieder, dass Tempel als Abbilder des Kosmos gedacht waren, mit dem Göttlichen Brahma im Zentrum und mit der Welt der Kobolde und Geister außen – weit weg vom Allerheiligsten. Diese Ferne von Brahma zeigte sich deutlich in der sakralen Architektur. Die unheimliche Welt der Gnome, Kobolde und Dämonen fand im Tempel selbst keinen Platz. Den gespenstischen Gestalten wurde das vorspringende Fundament außerhalb des eigentlichen Tempels zugeteilt. Die Welt der Menschen und die der Kobolde und Konsorten werden durch eine massive Mauer getrennt.

Es gibt zwar eine massive Abgrenzung zwischen Tempelwelt und dem Reich von Geistern, aber unüberwindbar ist diese Monstermauer nicht. Deshalb können Kobolde in unseren Lebensraum eindringen. Der Ausdruck »Kobold« ist allerdings irreführend, lässt er uns doch an einen kleinen niedlichen Gnom denken. Gnomen traut man allenfalls einen kleinen Schabernack zu, aber doch keine Morde
.
Zu den Kobolden im südlichen Indien zählen Pey und Peymakilir. Der Pey ist eine Art Vampir. Peymakilir ist das weibliche Pendant zum Pey. Peys und Peymakilire sind aber keine Nosferatus, die sich zu nächtlicher Stunde am Blut ihrer lebenden Opfer laben, die dann ihrerseits zu Vampiren werden. Sie werden von Schlachtfeldern wie magisch angezogen. Sie suchen das Gemetzel der menschlichen Kriege, um das Blut der Gefallenen zu trinken. Nach anderen Überlieferungen begnügen sie sich nicht mit dem Blut, sondern fressen die Toten. Wieder andere Überlieferungen (2) beschreiben den Pey als Blutsauger, die Peymakilir als Kannibalin.

Pey und Peymakilir haben nicht nur monströse Züge. Wenn sie einem Schwerverletzten, der Todesqualen erlitt, das Blut aus dem Leibe saugten ... verkürzten sie sein Leid und schenkten ihm einen gnädigeren Tod.

In Puri, so wurde mir vor Ort versichert, gebe es seit Jahrhunderten eine Peymakilir. Ich erinnere mich an meinen nachmittäglichen Besuch in der Tempelanlage. In einem Nebenräumchen lagerten einige »sehr alte« Palmblätter. In dem steinernen Kiosk roch es muffig. Spärliches Licht fiel durch ein kleines Fenster. Auf einem wackeligen Tisch lagen mehrere Palmblätter, etwa 30 Zentimeter lang und sechs Zentimeter breit. (3)

Vergleichsfoto: Tempel im
Querschnitt
Foto: W-J.Langbein
Mehrere der Palmblätter zeigten Tempel im Querschnitt. Zahllose Zahlen waren eingetragen, offenbar handelte es sich um Bauanleitungen ... Zu Füßen eines »Tempelturms« kauerte hockend eine furchteinflößende Kreatur. Das Wesen ähnelte mehr einem wandelnden Skelett als einem gesunden Menschen. Seine Finger endeten in scharfen, spitzen Klauen. Ähnlich sahen auch die Füße aus. Sie erinnerten mich an die Greifwerkzeuge eines Raubvogels. An beiden Füßen zählte ich sechs Klauen.

Auffällig groß waren die hervorquellenden Augen und der weit geöffnete Mund, ein furchteinflößendes Maul. Zähne konnte ich keine erkennen. Aus den Mundwinkeln entströmte etwas. Was war es? Es sah aus wie eine Flüssigkeit, die allerdings seltsam strukturiert war. Die Flüssigkeit (Blut?) hatte die Form von sprießenden Ranken, vergleichbar mit Efeu.

Gerade diese Darstellung interessierte mich besonders. Ich sah mir das Palmblatt genau an. An der »Blutpflanze« machte ich winzig kleine »Blüten« aus. Ich nahm das Palmblatt in die Hand, deutete auf den Ausgang. Ob ich die seltsame Darstellung kurz draußen, bei Tageslicht betrachten dürfe, fragte ich auf Englisch. Fotografieren war in dem kleinen steinernen Kiosk verboten. Ob es mir gelingen würde, draußen heimlich eine Aufnahme zu machen? Dazu kam es leider nicht. Höflich, aber energisch, nahm man mir das Palmblatt aus der Hand. Es wurde in einer Schublade verstaut, die sorgfältig abgeschlossen wurde. Mit eindeutigen Gesten komplimentierte man mich ins Freie.

Ich weiß nicht, wie lang ich mich in dem kleinen Raum aufgehalten hatte. Ich schätze es waren nur wenige Minuten. Als ich wieder draußen im gleißenden Sonnenlicht stand, war ich für einen Moment geblendet. Wo waren meine Reisegefährten? Die kleine Gruppe war verschwunden. Wenige Schritte von mir entfernt sah ich eine steinerne Treppe, sie führte zu einem Nebengebäude des Jagannath-Komplexes empor. Ich hastete die Treppe hoch, betrat aber nicht den Tempel selbst. Vielmehr ging ich außerhalb der Tempelmauer auf dem steinernen Vorsprung und spähte nach meinen Freunden.

Alle Gebäude wurden nach einem kosmischen Plan gebaut.
Foto: W-J.Langbein
Was ich dann erlebte, habe ich damals in meinem Reisetagebuch festgehalten. Ich benötige diese meine Notizen eigentlich nicht, so nachhaltig hat sich das Geschehen in mein Gedächtnis eingegraben. Bis zum heutigen Tage habe ich niemandem berichtet, was damals geschehen ist ...

Die Sonne steht hoch am Himmel. Ich habe meine Schuhe ausgezogen und gehe langsam auf dem steinernen Vorsprung weiter. Durch meine Socken spüre ich den harten glatten Stein. Er fühlt sich angenehm warm an. Links neben mir ... die Tempelmauer mit zahllosen Figürchen. Mir ist, als reflektiere die steinerne Mauer die Hitze des Tages.

Ich ärgere mich, weil ich meine Fototasche mit meinen beiden Kameras nicht dabei habe. Sie steht am Fuße der kleinen Treppe. Ob ich umkehre und die Fotoausrüstung hole? Ich drehe mich um, schaue in Richtung Treppe. Ich erkenne deutlich meine Kameratasche. Ob ich sie hole? Nicht, dass sie mir noch gestohlen wird. Außerdem ... Mit dem Makro-Objektiv müssten mir einige gute Fotos von den Schnitzereien im Stein der Tempelwand gelingen! Auf einmal ist erst die Kameratasche, dann die kleine Treppe in Schatten getaucht. Eine Wolke, denke ich. Ich blicke zum Himmel. Der Himmel ist wolkenlos. Woher kommt der Schatten?

Dann geschieht Merkwürdiges. Der Schatten wandert, Stufe für Stufe hoch. Er hält, sehr kurz, inne. Er schießt förmlich an der Tempel wand entlang, auf dem Mauervorsprung ... auf mich zu. Sekundenbruchteile später stehe ich selbst im Schatten. Schlagartig ist mir in der Hitze des Tages kalt. Ich fröstele. Ich spüre förmlich, wie sich meine Nackenhaare aufstellen. Dann saust der Schatten weiter. Für Sekundenbruchteile liegt er vor mir. Dann, so scheint es mir, klettert er die Tempelwand empor.

Ich spüre ein seltsames Schwindelgefühl, stütze mich kurz an der Tempelmauer ab. Schon stehe ich wieder im Sonnenschein. Ich wische mir den Schweiß von der Stirn. Gut hundert Meter entfernt sehe ich Julia aus Bonn. Sie winkt mir zu, winkt mich zu sich. Sie deutet mit dem Finger in eine Richtung. Rasch gehe ich auf dem Mauervorsprung zurück, die Treppe nach unten, greife meinen Rucksack mit den Kameras ... und eile zu Julia (4).

Alle Tempel weisen gen Himmel - Foto: W-J.Langbein
»Wie siehst Du denn aus?« fragt sie mich, während wir zur Gruppe aufschließen. »Ist Dir nicht gut? Oder bist Du dem Vampir von Puri begegnet?« Wir lachen. Ich bin froh, das merkwürdige Erlebnis hinter mich gebracht zu haben. Zur Treppe kehre ich nicht zurück. Auch verzichte ich darauf, Fotos von den herrlichen Schnitzarbeiten zu machen. Wir kehren zu unserem Bus zurück. Die Reise wird fortgesetzt.

Fußnoten
1 Stierlin, Henri (Herausgeber): »Indien/ Bauten der Hindus, Buddhisten und Jains«, Band 9 der Reihe »Architektur der Welt«, herausgegeben von Henri Stierlin, Köln, ohne Jahresangabe, S. 55
2 Meine Ausführungen basieren auf Gesprächen mit Einheimischen vor Ort.
3 Die Maßangaben sind geschätzt. Die einzelnen Palmblätter wichen in Länge und Breite etwas voneinander ab.
4 Zusammen mit Julia Z. Habe ich von Deutschland aus die Indien-Reise vorbereitet und organisiert. Unsere kleine Gruppe besuchte eine Palmblattbibliothek, Museen und viele Tempel.

»Der Herrscher und der Friseur«, 
 Teil 181 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien« 
 von Walter-Jörg Langbein
 erscheint am 07.07.2013

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Sonntag, 12. Mai 2013

173 »Monsterwesen in Konarak«

Teil 173 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Markttag in Konarak
Foto: W-J.Langbein
Markt in Konarak. Dicht gedrängt steht Bude an Bude. Ärmlich gekleidete Frauen sind viele Kilometer gelaufen, um einzukaufen. Besonders begehrt sind Töpfe und Pfannen. Besser Betuchte bezahlen bar. Andere versuchen, am Markt Obst und Gemüse zu verkaufen, das sie bei glühender Hitze wer weiß wie weit in Kiepen oder Rucksäcken geschleppt haben. Manche Händler lassen sich auf Tauschgeschäfte ein. Oder sie akzeptieren Geld und Naturalien als Bezahlung für ihre Produkte.

Bunte Plastikplanen sollen vor der vom Himmel brennenden Sonne schützen ... und vor eventuell einsetzendem Gewitterregen. Die Schwüle macht das Atmen schwer ... und in der Ferne rumpelt ein Gewitter. Einige Frau eilen zum Sonnentempel, um zur Göttin zu beten. Großmütter erflehen männlichen Nachwuchs für schwangere Enkeltöchter. Männer erbitten Regen für ihre kargen Felder, sonst droht der Familie Hunger. Und viele nehmen den steinalten Tempel im Hintergrund gar nicht wahr, so sehr sind sie in ihre Geschäfte vertieft, so heftig feilschen sie ... Verkäufer mit Kunden und umgekehrt.

Es sind Anhänger des Hindu-Glaubens, die in stiller Andacht im Schatten des Tempels gedankenverloren meditieren ... oder auch nur kurz ausruhen, um sich gleich wieder ins Getümmel des Marktes zu stürzen. Christliche Heilige, Jesus, Maria, Maria Magdalena, Petrus ... sie finden sich auf vielen Hausaltären von Hindus, die sich über Diskussionen zwischen Katholiken und Protestanten über den »wahren Glauben« nur wundern können. Es gibt doch nur eine Welt, nur das Heilige, das so viele Namen und Gesichter hat. »Das Überirdische ... niemand vermag es zu verstehen«, erklärt mir eine junge Marktfrau in hervorragendem Englisch. »Wie kann man sich da streiten, ob Jesus oder Krishna wichtiger ist?«

Der Sonnentempel von Konarak
Foto: W-J.Langbein
Die hübsche Inderin, die sich auf keinen Fall fotografieren lassen möchte, lächelt: »Wie lustig manche Christen mit ihrer Rechthaberei sind!«, sie wird ernst. »Aber Angst habe ich vor muslimischen ...« Ein grimmig blickender Bärtiger geht vorüber. Die Inderin verstummt.

Ich verlasse das Marktgetümmel, gehe auf den Sonnentempel zu. Ein Stück des Wegs begleitet mich der zornige Bärtige. Er spuckt in Richtung des Tempels aus und bleibt stehen. Seine Verachtung für den fremden Glauben spricht nicht für eine tolerante Haltung ... Vor einem Jahrtausend gab es in Indien unzählige Tempel unterschiedlichster Größe. In Khajuraho zum Beispiel sollen bis zu einhundert sakrale Bauten Gläubige angelockt haben. Heute sind nur noch fünfundzwanzig erhalten.

Vor tausend und mehr Jahren muss es in Indien eine hochstehende sakrale Baukunst gegeben haben. Hunderte von Tempeln wurden errichtet. Hunderte von Jahren wurde an einzelnen Bauten gearbeitet. Tausende und Abertausende von Statuen wurden mit großer Sorgfalt aus dem Stein gemeißelt. Die Künstler vermochten naturgetreue Wirklichkeit darstellen. Da sehen wir eine Büffelkuh, die zärtlich ihr kleines Kälbchen leckt. Für fundamentalistische Moslems ist die Tempelkunst Indiens ein Gräuel ... böses Teufelszeug, das zerstört werden muss. Dabei spielt es keine Rolle, ob Gottheiten oder Menschen im Alltag dargestellt werden.

Fotorealismus in Stein
Foto: W-J.Langbein
Für christliche Fundamentalisten sind freizügige Sexszenen ebenso ein Gräuel wie religiöse Darstellungen. Besonders verhasst sind Nagas, die in der Mythologie eine große Rolle spielen. Nagas – und andere Gottheiten – wurden von den Steinmetzkünstlern gleich hingebungsvoll, gleich realistisch dargestellt. Für sie war aber nicht das eine real und das andere fiktiv. Vor tausend und mehr Jahren gehörten Bullenkühe und ihre Kälbchen ebenso zur Wirklichkeit wie die unterschiedlichsten Gottheiten, wie etwa die legendären Nagas.

Für die »Alten Inder« waren Nagas Wesenheiten mit magischen Fähigkeiten, für die christlichen Entdecker dieser Kunstwerke waren es Schlangenwesen, die wie der biblische Teufel in die Hölle gehörten. Doch die biblische Schlange war eben nur für die Christen ein Monsterwesen. In fast allen anderen, älteren Kulturen indes waren sie höchst angesehen ... so auch im »Alten Indien«. So verehren Hindus »Shesha« als heilige Schlange, die die Erde trägt. Zu Deutsch lautet ihr Name »der Bleibende«. Für die Ewigkeit steht die heilige Schlange »Ananta«, die dem »Menschensohn« ein sicheres Lager für den kosmischen Schlaf bietet.

Kurios: In der Bibel (1. Buch Mose Kapitel 3, Vers 15) prophezeit Gott, dass der Menschensohn der Schlange den Kopf zertreten wird. In der weit älteren sakralen Literatur Indiens beschützt die Schlange den Menschensohn ...

Der König der Nagas, so wird es in der buddhistischen Mythologie überliefert, bot Buddha Schutz vor allen Gefahren und Unbilden, als er über einen Zeitraum von Wochen meditierte und schutzlos Sonnenglut und Regensturm ausgesetzt war.

Naga von Konarak
Foto: W-J.Langbein
Für Christen war und ist die Schlange der Teufel, der im Paradies Eva dazu verleitet, vom verbotenen Baum zu essen. Nach diesem Verständnis hat die teuflische Schlange das Böse über die Menschheit gebracht. In Indien indes gilt die Schlange als Glücksbringer. Im südlichen Indiens zeichnen noch heute Frauen wahre Irrgärten in den Staub vor den Türen ihrer Behausungen. Auf diese Weise soll die Naga-Gottheit gewonnen werden, von der man sich Schutz vor Bösem und Glück für die Mitbewohner erhofft. Und so verwundert es nicht, dass die Steinmetzkünstler bei der Ausgestaltung von Konarak besonders viel Sorgfalt für die Darstellung von gleich zwei Nagas aufwandten, die ineinander verschlungen sind.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es neben den steinernen Nagas auch unzählige aus Holz geschnitzte. Christliche Missionare wetterten gegen den vermeintlichen »Aberglauben«. Als ihre Hasspredigten keinen Erfolg einbrachten, versuchten die Missionare so viele hölzerne Nagas wie nur möglich an sich zu bringen und öffentlich zu verbrennen. Wie viele Nagas wohl noch rechtzeitig versteckt werden konnten?

Nagas begegneten mir auf meiner Indienreise immer wieder: Monsterwesen aus der biblischen Mythologie, die aber in Indien verehrt und nicht verteufelt werden. Mir scheint, dass die biblische Teufels-Schlange nichts anderes darstellt als den Versuch, sehr viel ältere Glaubenswelten zu bekämpfen. Was Jahrtausende lang als positive Lichtgestalt angebetet worden war, das sollte nun als teuflische Ausgeburt der Hölle bekämpft werden. In Indien allerdings hat die glückbringende Schlange – allen Missionierungsveruschen zum Trotz – überlebt! So wie die Monsterwesen in Konarak.

Monstervarianten von
Konarak - Fotos:
W-J.Langbein
Diese Kreaturen wurden nicht von der Evolution hervorgebracht. Wenn es sie gab, müssen sie geschaffen worden sein. Wer die altindischen Epen kennt, der weiß, dass nur die Götter als Schöpfer dieser furchteinflößenden Wesen infrage kommen. Wenn wir doch die heiligen Tempel-Skulpturen als Bücher lesen könnten ... würden wir in die Welt von Howard Phillips Lovecraft (1890 bis 1937) versetzt. Doch was Lovecraft wohl nicht für möglich gehalten hat: Die Wissenschaftler von heute und morgen werden grausige Monsterwesen leibhaftig auferstehen lassen!




»Monstern auf der Spur«,
Teil 174 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 19.05.2013


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Sonntag, 17. März 2013

165 »Nach Indien, der Götter wegen ...«

Teil 165 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Autor Langbein in
Vijayanagara - Foto:
Ingeborg Diekmann
Mich haben uralte »Heilige Texte«, wie das Mahabharata, und eine mysteriöse Stadt nach Indien gelockt. Altindische Texte berichten von riesigen walzenförmigen Städten, die sich um die eigene Achse drehten ... und das im unendlichen All. Aus diesen Monsterschiffen sollen kleine Vehikel geflogen und zur Erde hinabgestiegen sein. Sie pendelten zwischen »Mutterschiff« und Erde.

Was wie Sciencefiction klingt ... wurde in altindischen Epen bereits vor Jahrtausenden geschrieben. Sollte das »Alte Indien« tatsächlich vor Jahrtausenden von Außerirdischen besucht worden sein? Kamen sie in gigantischen Generationen-Raumschiffen? Pendelten sie in Zubringervehikeln zwischen Mutterstation und Erde? Den altindischen Epen zufolge waren es Götter, die den Weltraum bereisen konnten. Und die über fürchterliche Waffen verfügten. Auch wenn es unglaublich klingt, so ist es doch real: Zwischen Gruppen von Göttern gab es im Himmel über Altindien regelrechte »Starwars«. Dabei wurden Raketen abgeschossen. Diese Götter lockten mich nach Indien! Und da war noch ein ganz besonderes Reiseziel ...

Hatte ich doch gelesen, dass sich dort einst Menschen und Götter getroffen haben sollen. Sie hieß Vijayanagara. Touristen verlaufen sich selten hierher ... in den Nordwesten von Hopset, auf halbem Weg zwischen Penukonda und Bijapur. Der Weg zu einer der geheimnisvollsten Stätten unserer Erde ist beschwerlich, führt über extrem schlechte Straßen.

Teil der Stadtmauer
von Vijayanagara
Einst war diese mysteriöse Stadt von einer wahren »Monstermauer« umgeben, die heute nur noch in Teilen erhalten ist. Noch heute lässt die Präzision der einstigen Steinmetze staunen. Wuchtige Steinquader wurden so präzise bearbeitet, dass sie fast fugenlos auf- und ineinander passen. Da passt auch heute noch keine Messerklinge dazwischen. Bei meinem Besuch löste mein Interesse an der »Monstermauer« Befremden unter den Einheimischen aus. Sollte denn dieser bleiche Fremdling mit einigen Gefährten aus dem fernen Europa nach Vijayanagara gekommen sein, um dicke Steine zu bestaunen?

Über die Geschichte von Vijayanagara, heute Hampi, am Tungabhadra gelegen, ist wenig bekannt. Im Jahr 1443 besuchte Abdul Razzaq, ein berühmter persischer Reisender, die mysteriöse Stadt. Staunend stellte er fest, wie er in seinem Tagebuch notierte: »Ich sah, dass sie (die Stadt) von enormer Größe mit riesiger Bevölkerung war, mit einem König von perfekter Herrschaft. Er besaß tausend Elefanten. Sie findet nicht ihresgleichen in der Welt!«

1565 fielen marodierende muslimische Armeen ein, mordeten und verwüsteten. Was wurde aus den Siegern? Was geschah mit den Verlierern? Wir wissen nicht viel. Ihre Vergangenheit verliert sich im Dunkel der Geschichte. Mag sein, dass in gewaltigen Archiven Indiens bis heute nicht erfasster schriftlicher Texte die genaue Historie von Vijayanagara erfasst wurde ... Bis heute imponieren die Reste der einstigen Monstermauer um Vijayanagara. Wer aufmerksam das riesige Areal durchstreift, steht immer wieder staunend vor Beispielen höchst präziser Steinmetzkunst.

»Von der einstigen Verteidigungsmauer ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben ... « erklärt mir fast wehmütig ein einheimischer Guide. »Die muslimischen Truppen haben bei der Eroberung sehr viel zerstört.«

Reste einer Präzisionsmauer
Foto: W-J.Langbein
John M. Fritz hat zusammen ein großformatiges Werk über Vijayanagara geschrieben. Erschienen ist es bei »Aperture« in New York, gedruckt und gebunden wurde es in Würzburg ... und gekauft habe ich es vor Ort in Vijayanagara. Die Autoren fassen die besondere Bedeutung der Stadt in einer Kapitelüberschrift zusammen (1): »Where Kings and Gods Meet« ... Wo sich Könige und Götter treffen. Die beiden Autoren führen aus: »Wie andere antike Städte, wo menschliche Geschicke nicht von Mythen getrennt werden können, kann Vijayanagara nicht vollständig begriffen werden, wenn wir uns nur an historische und archäologische Fakten halten!« Weiter heißt es da: »Über zwei Jahrhunderte erfüllte die Stadt die militärischen, verwaltungstechnischen und hauptstädtischen Bedürfnisse von Herrscher und Hofstaat. Seine Funktion war aber eine wichtigere als die einer Hauptstadt eines Hindu Imperiums.

Tatsächlich war Vijayanagara die städtische Verwirklichung von kosmischen Prinzipien, die den Herrscher mit göttlicher Macht ausstattete.« Die Autoren erklären dass die Reiche von Königen und Göttern nicht separat voneinander existierten. Göttliches und Irdisches gingen ineinander über. Götter waren keine Geistwesen, sondern reale hoheitliche Wesen, wie zum Beispiel Gott Ganesha (»Herr der Scharen«), der sich in Vijayanagara großer Beliebtheit erfreute. Ganesha, häufig mit einem mächtigen Elefantenkopf dargestellt, wurde – wie der biblische Adam – aus Lehm erschaffen. Allerdings formte ihn kein männlicher, sondern ein weiblicher Gott, nämlich die Göttin Parvati, »Göttin der Berge«.

Ganesha darf in keinem Haus eines Hindu fehlen, gilt er doch heute noch als Gottheit des Glücks, als »Beseitiger der Hindernisse«, der Weisheit und des Neuanfangs. Es gibt kaum eine Situation im Leben eines Hindu, in der nicht Ganesha angerufen werden kann!

Ein Ganesha in Vijayanagara
Foto: W-J.Langbein
Vijayanagara war einst ein Wunder der prachtvollen Baukunst. Und warum? Wollten die Baumeister nur Prunk bieten für eingebildete Herrscher? Nein! Es galt nicht, nur mächtigen Irdischen zu huldigen. Die Göttlichen waren genauso real wie die Irdischen! Was ist das besondere von Städten wie Vijayanagara? Antwort (2): »Die antiken Sanskrittexte waren Anleitungen (Handbücher) für den Bau von heiligen und säkularen Monumenten. Sie legen fest, wie man Hauptstädte anlegt, definieren den angemessenen dreidimensionalen Rahmen für Begegnungen von Königen und Göttern.«

Aus jener längst vergangenen Zeit der Vorgeschichte, als sich Götter und Menschen trafen, gibt es einige interessante Überlieferungen. Eine dominante Rolle spielte einer der bedeutendsten Götter Indiens überhaupt, der mächtige Shiva. Shiva wurde nicht als körperloses, unsichtbares Geistwesen angebetet. Er wurde als reales, mächtiges Wesen angesehen ... mit durchaus »irdischen« Gelüsten! So fand er Gefallen an hübschen Menschentöchtern. Und wenn eine Schöne nackt badete, wendete er sich nicht verschämt ab. Man könnte Shiva als »göttlichen Spanner« bezeichnen ... und als eitlen Geck. Selbstgefällig beobachtete Shiva, dass ihm eine junge, sehr attraktive Frau regelmäßig Opfer darbrachte.

Die Schönheit hieß Pampa und war eine Tochter des weisen Mantanga. Shiva begnügte sich nicht mit einer platonischen Beziehung. Er verliebte sich und heiratete die attraktive Menschentochter. So paarten sich Gott und Mensch. Der Eheschließung wohnte die Creme der irdischen Gesellschaft und Götter bei!

Noch heute gedenkt man in der indischen Stadt Hampi, dem heutigen Vijayanagara, dieser Hochzeit. Man feiert im »Virupaksha Tempel« (Virupaksha ist der örtliche Name Shivas). Tausende von Pilgern strömen alljährlich im Frühjahr herbei, um den rituell nachgestellten Zeremonien beizuwohnen. So wie Christen das Leben ihres Gottes Jesus Jahr für Jahr im Gottesdienst von der Geburt bis zu Tod und Auferstehung feiern, so erinnert man sich möglichst plastisch an die Zeit, als sich Götter und Menschen paarten. Das uralte Fest, so wird überliefert, soll es schon gegeben haben, als Vijayanagara noch eine blühende Metropole war. Schon die allerersten Herrscher der Stadt verehrten Shiva als »den« Beschützer schlechthin. Sie dankten in pompösen Feiern Shiva und anderen Göttern für die Aufmerksamkeit, die ihnen von den Himmlischen zuteil wurde.

Gott Shiva, Bangalore
Foto: Deepak Gupta
Die Sensation aus Indien wurde rasch von anderen Meldungen aus anderen Teilen unseres Globus verdrängt. So dauerte es dann noch Jahre, bis Gelder für archäologische Ausgrabungen zur Verfügung standen. Erst 1917 führte A. L. Longhurst einige Ausgrabungen vor Ort durch. In den 20er Jahren versuchten einige Experten, die Metropole als Musterbeispiel für antike Städteplanung zu erforschen. Doch auch ihr Interesse ließ rasch nach ... und so blieben die bis in jene Tage halbwegs gut erhaltenen Baudenkmäler schutzlos der »modernen Zivilisation« ausgeliefert. Kostbare Denkmäler verfielen, andere mussten der modernen Städteplanung weichen.

Dabei müsste doch Vijayanagara jeden Erforscher der »grauen Vorzeit« faszinieren! Meiner Meinung nach ist Vijayanagara das indische Pendant zu Tiahuanaco in Südamerika. Hier wie dort sollen himmlische Wesen zur Erde herabgestiegen sein. Und – ich wiederhole dieses Faktum – diese Götter waren für die Inder reale Wesen aus himmlischen Gefilden ... aus Fleisch und Blut! Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass sie – für uns Mitteleuropäer manchmal befremdlich, auch als Tiere oder Mensch-Tier-Mischwesen dargestellt werden.

Ein Kuriosum für Nicht-Inder stellen die häufig anzutreffenden Tempel-Äffchen dar. Geschwind sausen sie in den steinernen Heiligtümern umher ... ersteigen Statuen und Tempeldächer, bestaunen kamerabehängte Touristen und lassen sich beim Mittagsschläfchen ungern stören.

Indische Tempeläffchen - Fotos: W-J. Langbein


Fußnoten
1: Fritz, John: »City oft Victory«, New York 1991, S. 11
Literatur
2: ebenda, Seite 11 unten und 15 oben (Hinweis: Seiten 12-14 sind reine Bildseiten!)

Literatur
Fritz, John: »City oft Victory«, New York 1991
Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996
Langbein, Walter-Jörg: »Das Sphinx-Syndrom«, Berlin 1997
Langbein, Walter-Jörg: »Reisenotizen Indien 1996«, unveröffentlichtes Manuskript
Marco-Polo-Reiseführer: »Indien«, Ostfildern o.J.
Michell, George: »Der Hindu-Tempel«, Köln 1991
Nelles Guides: »Indien Nord«, ohne Ortsangabe, 2. Auflage

»Hanuman, der Göttliche Affe«,
Teil 166 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«,
erscheint am 24.3.2013


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