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Sonntag, 13. März 2016

321 »Götter, Engel, Laserwaffen«

Teil 321 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Der »Neptun-Brunnen von Paderborn«.

An einem heißen Sommernachmittag erkundete ich – wieder einmal – den altehrwürdigen Dom zu Paderborn. Wieder einmal stand ich vor den mysteriösen Fabelwesen am Paradiestor, die mich an die geheimnisvollen Mischwesen aus uralten Zeiten erinnern. Wieder einmal stellte ich mir die alten Fragen. Wieso wurden am Paradiestor des Doms zu Paderborn Mischwesen verewigt, wie wir sie zum Beispiel aus Ägypten kennen? Was haben derlei Monsterwesen an einem christlichen Portal zu suchen?

Foto 2: Neptun mit seiner Waffe
Auf dem Rückweg vom Dom zum Bahnhof legte ich an einem Brunnen eine kleine Pause ein. Dominiert wird er von Gott Neptun. Stolz reckt der bärtige Geselle seine Waffe, einen gewaltigen Dreizack, gen Himmel. In Indien gilt Gott Shiva als einer der Mächtigsten der Himmlischen. Sein Beiname ist »Zerstörer der Welt«. Auch Gott Shiva wird gewöhnlich mit einem Dreizack dargestellt, so wie auch Neptun. Sollte es sich bei dem »Dreizack« um eine jener mächtigen Waffen der Götter handeln, die in uralten Überlieferungen beschrieben werden?

In zahlreichen verschlüsselten Romanen aus dem 12. und 13. Jahrhundert finden sich viele Hinweise auf das Reich der Königin von Saba - es wurde in Indien angesiedelt. Autoren wie Albrecht von Scharfenberg (»Der Jüngere Titurel«) und Wolfram von Eschenbach müssen in diesem Zusammenhang genannt werden. Sie verfügten allem Anschein nach über geheimes Wissen über die Königin von Saba, deren Reich in Indien lokalisiert wurde.

1165 tauchte in Europa ein Brief eines Prester John auf, eines Nachfolgers der legendären Königin – aus »Indien«. Und 1177 schrieb Papst Alexander III eben jenem John einen Brief- an seinen »liebsten Sohn in Christo, John, illustren und erhabenen König der Inder«.

Auch der Weltreisende David Hatcher Childress, der sich in unseren Tagen den großen Geheimnissen der Vergangenheit annimmt, kommt zur Überzeugung: die Bundeslade könnte sehr wohl nach Indien entführt worden sein. Himmlische Wagen, wie jener, der zum Abtransport des heiligen Kultgegenstands benutzt wurde, werden auch im altindischen Epos »Mahabharata« beschrieben.

Foto 3: Im Mahabharata kommt es zu himmlischen Gefechten
Was mögen das für Waffen gewesen sein, die in altindischen Epen immer wieder beschrieben wurden? Die altindischen heiligen Bücher kennen eine Vielzahl von Götterwaffen. »Chakra«, zum Beispiel, war der Name einer besonders leicht zu handhabenden Wurf- oder Diskuswaffe. Sie konnte gezielt gegen einzelne Personen eingesetzt werden, ohne dass dabei die Menschen und Tiere in der unmittelbaren Umgebung des Einzelopfers auch nur gefährdet wurden. Man konnte die »Chakra« innerhalb von größeren Zimmern, aber auch im Freien einsetzen, und das recht wirkungsvoll.

Im II. Buch des »Mahabharata« heißt es (1): »Deshalb soll er nun von meiner Hand sterben. So sprechend schleuderte er die Chakra gegen Shispula, die augenblicklich den Kopf des Königs der Chedis von seinem Leibe trennte und wieder in die Hand Vasudevas zurückkehrte.« Darüber, so heißt es weiter, »erhob sich großer Aufruhr in der Halle.«

Die Frage, die ich mir seit Jahrzehnten immer wieder stelle: Darf man eigentlich hinter mythologischen und religiösen Beschreibungen auch rein technische Realitäten vermuten? Zeus – sein Name ist im wedisch-altindischen »Dyaúh pitá« (»Vater im Himmel«) enthalten – wurde von den Kyklopen mit fürchterlichen Waffen ausgestattet. So konnte er gezielt tödliche Blitze schleudern. Besaß Zeus also ein »Blitzwaffe«, vielleicht gar mit dem »Flammenschwert« des »Alten Testaments« vergleichbar? Setzte Zeus einen tödlichen Laserstrahl ein, wie er seit vielen Jahren Fans der Kinowelt der Reihe »Starwars« vertraut ist?

Foto 4: Nala und Damayanti in alter Malerei

Im XI. Kapitel von »Nala und Damayanti«, einer »Episode aus dem Mahabharata« (2) findet sich die Schilderung einer Szene, die als Vorlage für einen Science-Fiction-Film dienen könnte. Eine handliche Laserwaffe kommt zum Einsatz und das Ganze wird noch mit einer gehörigen Portion deftiger Erotik gewürzt. Da irrt die schöne Damayanti verzweifelt durch den finsteren Wald, auf der Suche nach dem entschwundenen Gatten. Sie trifft aber nicht den schmerzlich vermissten Gemahl, sondern einen lüsternen Jäger. Doch lassen wir den Mythos selbst sprechen: »Als der Jäger nun merkte, dass sie (Damayanti) nur mit einem halben Tuchgewand bedeckt war. Und ihre vollen Brüste und runden Hüften, ihre überaus zarten, untadeligem schönen Glieder sah und ihr Antlitz, das dem Vollmond glich, ihre geschwungenen Augenlider und als er ihre liebliche Stimme hörte, da überwältigte ihn die Begierde. So versuchte er nun, sie mit freundlichen, sanften Worten zu gewinnen, da ihn Liebesverlangen quälte. Das durchschaute die Schöne. Und als die gattengetreue Damayanti erkannte, dass er ein Lüstling war, da entbrannte sie vor Zorn und war von heftiger Wut erfüllt. Er aber, der niederträchtige Bursche, wollte ihr voll heftigen Verlangens Gewalt antun.«

Damayanti wusste sich zu wehren. Der böse Jäger kam nicht ans Ziel seiner Wünsche. Er fand vielmehr den Tod: »So stürzte der Jäger entseelt zu Boden wie ein vom Blitz getroffener Baum!«

Foto 5: Shiva mit »Strahlenwaffe«
Durchforstet man das Mahabharata, so stößt man immer wieder auf die Flugvehikel der Götter und deren furchteinflößende Waffen. Im 28. Kapitel des uralten Epos wird beschrieben, wie sich Arjuna auf die Reise in den Himalaya macht, um von den »Himmlischen«, den »Leuchtenden« neue Waffen zu erbitten. Gott Shiva erklärt sich schließlich bereit, ihm die berühmt-berüchtigte »Pashupata-Waffe« zur Verfügung zu stellen. Zunächst aber warnt Shiva Arjuna noch vor der Wucht der Waffe, die die ganze Welt zerstören kann. Arjuna gelangt in den Besitz von Pashupata, vom großen Gott Shiva selbst in die Geheimnisse ihres Gebrauchs eingeweiht. Im indischen Mahabalipuram erfuhr ich vom »Bibliothekar« eines kleinen Tempelchens, dass Pashupata auf die Göttin Mahakali zurückgeht, die »über die Zeit herrscht«.

Schließlich wird Arjuna eine besondere Gnade zuteil. Gott Indra selbst fährt in seinem Flugvehikel vom Himmel herab und Arjuna wird in das himmlische Königreich der Götter geflogen. (3) In den Gefilden der Götter begegnet man Arjuna mit großem Respekt. Man ehrt ihn, feiert Feste. Zugegen waren auch die geachteten »Weisen«, die offenbar regelmäßig zwischen Erde und Himmel pendelten, so wie die biblischen Engel oder die Katchinas der Hopi-Indianer.

Das altindische Riesenepos »Mahabharata« liegt in diversen Varianten vor, in deutscher und in englischer Sprache ist es auch für Hobbyforscher zugänglich. Es gibt wörtliche Übersetzungen, Nacherzählungen in Prosa und in Gedichtform, es gibt gekürzte Versionen und solche, die sich auf Auszüge beschränken. Seit vielen Jahren durchforste ich diese Texte, auch auf der Suche nach Hinweisen auf möglichst konkrete Beschreibungen der Waffen der Götter.

Foto 6: Der Historiker Willi Grömling
Mein Freund und Kollege Willi Grömling (1944-2015) machte mich auf eine hochinteressante Quelle aufmerksam, die selbst in Kreisen der »Fachwelt« bis heute stiefmütterlich behandelt wird. Willi Grömling unterrichtete  bis zu seiner Pensionierung als Studienrat die Fächer Deutsch, Geschichte, Sozialkunde und Ethik. Das große Interesse als Historiker galt den Geheimnissen der Merowinger, den Templern und der Suche nach dem Heiligen Gral. Sein Fachwissen auf diesem Gebieten war bewundernswert.

Im Jahr 2010 publizierte Willi Grömling ein grundlegendes Werk (4): »Tibets altes Geheimnis - GESAR - ein Sohn des Himmels«. Klipp und klar wies Grömling in diesem bemerkenswerten Opus nach, dass verblüffende Indizien außerirdische Einflüsse auf unseren Planeten bezeugen. Und er spürte Hinweise auf Laserwaffen der Götter auf.

Fußnoten

Foto 7: Shiva mit der »Dreizack-Waffe«
(1) »Mahabharata, Das/ Ein altindisches Epos«. Nach dem Sanskrit-Text übersetzt und zusammengefasst von Biren Roy, Düsseldorf und Köln 1961; Seite 95
(2) »Nala und Damayanti/ Eine Episode aus dem Mahabharata«, Stuttgart 1965
(3) C. Rajapolalachari: »Mahabharata«, »Arjuna gewinnt göttliche Waffen«, eBook-Version, Bharatiya-Vidya-Bhavan-Verlag. 61. Auflage 2015
Siehe hierzu auch »Mahabharata, Das/ Ein altindisches Epos«. Nach dem Sanskrit-Text übersetzt und zusammengefasst von Biren Roy, Düsseldorf und Köln 1961
(4) Grömling, Willi: »Tibets altes Geheimnis – GESAR –  ein Sohn des Himmels«, 3. Auflage, Groß-Gerau 2010

Literatur

Childress, David Hatcher: »Vimana Aircraft of Ancient India and Atlantis«, Stelle, Illinois, USA, 1991
»Mahabharata, Das/ Ein altindisches Epos«. Nach dem Sanskrit-Text übersetzt und zusammengefasst von Biren Roy, Düsseldorf und Köln 1961

Zu den Fotos
Foto 8: Cover »Gesar«

Foto 1: Der »Neptun-Brunnen von Paderborn«/ Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Neptun mit seiner Waffe/ Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Im Mahabharata kommt es zu himmlischen Gefechten/ Mahabharata Manuskript wikimedia commons Ranveig
Foto 4: Nala und Damayanti in alter Malerei/ wiki commons Malerei aus dem 18. Jahrhundert.
Foto 5: Shiva mit »Strahlenwaffe«/ Sammlung Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Der Historiker Willi Grömling/ Foto Reinhard Habeck
Foto 7: Shiva mit der »Dreizack-Waffe«/ Foto Sammlung Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Cover »Gesar«/ Foto Ancient Mail Verlag

322 »Tod im Feuerball«,
Teil 322 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 20.03.2016



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Sonntag, 14. Februar 2016

317 »UFOs, Götter, Astronauten«

Teil 317 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein 
                     

Foto 1: Planet Erde. Foto: NASA
Mit heutigen Verkehrsmitteln sind Weltreisen eigentlich kein Problem mehr. Eigentlich! Es gibt aber Flecken auf unserem Planeten »Mutter Erde«, die dem Reisenden nach wie vor einige Strapazen zumuten. Ein solcher Ort ist »Temwen Island« (1), eine »Nebeninsel« von Pohnpei, Teil der »Föderierten Staaten von Mikronesien«.

Die geheimnisvollen Ruinen von Nan Madol führten mich zwei Mal in jene abgelegenen Gefilde. Die riesigen Anlagen wurden auf etwa einhundert künstlichen Inseln gebaut, im »Blockhausstil« aus zum Teil imposanten Basaltsäulen aufgetürmt. Auch die Fundamente der Inseln bestehen weitestgehend aus Basaltsäulen und Füllmaterial.

Zusammen mit meinem leider kürzlich verstorbenen Freund und Kollegen Jürgen Huthmann (2) war ich mit einer kleinen Reisegruppe vor Ort. Wir untersuchten nicht nur die mysteriösen Steinbauten, wir ließen uns auch von Einheimischen bis in unsere Tage mündlich überlieferte Sagen zu den Bauwerken vortragen. So erfuhren wir, dass der erste König von Temwen von himmlischen Besuchern bestimmt worden sei. Einst seien »fliegende Schiffe« erschienen. Die Besatzung habe Kontakt aufgenommen mit der Bevölkerung und den ersten König ernannt.

Foto 2: Nan Madol - Ruinen aus Basalt
Nun frage ich mich: Ist diese Überlieferung fiktiv? Oder basiert sie auf einer wahren Begebenheit? Auch und gerade die Menschen der Südsee wussten doch, dass ein Schiff nur auf Wasser, nicht aber in der Luft »schwimmen« kann. Sahen die Menschen in der Vergangenheit etwas am Himmel fliegen, was sie nicht kannten? Bezeichneten sie dieses Flugvehikel mit einem Wort aus ihrem Alltag? Kam die Bezeichnung »Schiff« diesem Flugobjekt am nächsten? Zu Beginn des dritten Jahrtausends nach Christus sprechen wir ja auch von »fliegenden Untertassen«, die am Himmel gesehen werden. Dabei ist natürlich jedem bewusst, dass es keine Untertassen im eigentlichen Sinn des Wortes sind, die da oft unbegreifliche Flugmanöver ausführen.

Flugvehikel waren auch den Menschen im »Alten Indien« vertraut. Wieder war auch mein Freund und Kollege Jürgen Huthmann dabei, als wir in Indien unzählige Tempel besichtigten. Die steinernen Bauten, so erfuhren wir immer wieder, stellten Flugvehikel dar. Einst seien Götter aus dem All in Flugmaschinen zur Erde gekommen. Zur Erinnerung an die kosmischen Besucher habe man ihre Flugapparate in Stein verewigt. In unzähligen Epen – vor Jahrtausenden entstanden – wurden die fliegenden Vimanas und ihre Aktivitäten beschrieben. Nach Professor Dr. Kumar Kanjilal fanden vor mehr als fünf Jahrtausenden Schlachten im Weltall statt, bei denen riesige Raumschiffe der Fremden zum Einsatz kamen. Professor Dileep Kumar Kanjilal, einer der führenden Sanskritexperten Indiens, lässt keinen Zweifel aufkommen. Es gab »Fliegende Maschinen im Alten Indien«.

Foto 3: Prof. Dr. Dileep Kumar Kanjilal
Das Wissen um prähistorische Raumschiffe soll laut Professor Dr. Kumar Kanjilal »Jahrtausende alt« sein. Er wurde im »Sanskrit College« von Kalkutta ausgebildet. Er studierte in Oxford, wurde Rektor des hoch angesehenen »Victoria College« von Coochbehar in Westbengalen. Der geachtete Wissenschaftler wurde zum Ehrenmitglied der »Asiatischen Gesellschaft« ernannt und erhielt einen Lehrstuhl an der Universität von Kalkutta. Professor Dr. Dileep Kumar Kanjilal  verfasste ein wichtiges Werk über die Flugapparate im alten Indien: »Vimana in Ancient India«. Es basiert auf einer Reihe von seinen Vorlesungen. Julia Zimmermann hat das Werk von Prof. Kanjilal ins Deutsche übertragen. Leider erschienen sowohl das Original von Prof. Kanjilal als auch die Übersetzung von Julia Zimmermann nur als Privatdrucke in bescheidenen Auflagen.

Ich lernte den stets freundlichen, zierlich wirkenden Wissenschaftler von internationalem Rang erstmals anno 1979 kennen. Damals hielt er - wie auch ich - einen Vortrag auf der Weltkonferenz der »Ancient Astronaut Society« in München. Ich sprach damals über meine Arbeiten im Bereich der wortwörtlichen Übersetzung biblischer Texte.

Foto 4: Götterschlachten im Mahabharata
Das Epos »Mahabharata« gehört zu den umfangreichsten Werken der religiösen Weltliteratur und dürfte eines ihrer ältesten sein. Im »Mahabharata« wird die Zerstörung der drei Weltraumstädte im All bestätigt. Gewaltige Energien waren dafür erforderlich: die Hälfte der gesamten Kraft der Götter. Im persönlichen Gespräch erklärte mir Prof. Kanjilal faszinierende Einzelheiten: »Eine der drei fliegenden Städte befand sich in einem stationären Orbit, eine weitere bewegte sich frei am Himmel und die dritte war am Boden stationiert. Die drei Städte konnten aber zu einer Einheit verbunden werden, also aneinander gedockt werden. Shivas Pfeil wurde offenbar von einem militärischen Satelliten aus abgefeuert.« Prof. Kanjilal weiter: »Bei Shivas Waffe handelte es sich nicht um ein Phantasiegebilde, sondern um eine aufflammende Rakete, die von einem fliegenden Satelliten aus abgefeuert wurde. Diese Waffe war offenbar im Weltraum stationiert worden.«

Wenn Prof. Kumar Kanjilal sachlich und ruhig über die fantastische Vergangenheit Indiens berichtet, fühlt man sich in einen Sciencefiction-Film versetzt.  Im »Matsyapurana«-Text wird ein fürchterlicher Kampf geschildert. Im »Matsyapurana«-Epos (3) wird, so Prof. Kumar Kanjilal, folgendes berichtet: »Eine grausame Schlacht entwickelte sich zwischen Shiva und den Dämonen. Maya mit seiner dreistufigen, fliegenden Stadt wich gegen den Ozean hin aus. Shivas Fahrzeug folgte ihm. Taraka wurde von Shiva getötet und Nandi tötete den Dämon Vidyunmali. Aber Maya führte seinen unbarmherzigen Krieg fort. Shiva gab Maya den Rat, sich in den Wassern zu verstecken, welchen Maya befolgte.« Die drei »fliegenden Städte« führten ein Manöver durch, dockten aneinander an.

Foto 5: Götterkriege ... Götterwaffen
Das half ihnen aber nicht. »Augenblicklich warf Shiva einen machtvollen Pfeil, drei Arten von Kraft waren in ihm vereint. Der Pfeil oder die Rakete beleuchtete den Himmel mit ihrer goldenen Färbung... Nach dem Mahabharata fiel die brennende fliegende Stadt mit lautem Getöse in den Westlichen Ozean.«

Eine technische Interpretation ist, das räumte Prof. Kumar Kanjilal im Gespräch ein (4) zwar häufig die nächstliegende. Nicht immer aber sei klar, was genau beschrieben wird. Ein Pfeil, der drei Arten von Kraft in sich vereint, der den Himmel beleuchtet und eine Himmelsstadt zerstört, was ist das? Wir denken an eine Rakete. »Könnte es sich auch um eine Laserwaffe gehandelt haben?«, fragte ich. Professor Kanjilal bejahte.

Foto 6: Götter-Ufo in Stein
Fußnoten
1) Andere Schreibweise »Temuen Island«
2) *6. Oktober 1937  †11.1.2016
3) Kapitel 129, V. 20-21, 30-34 und 140, V. 40-44
4) Das Gespräch fand am 16. Juni 1979 statt

Zu den Fotos:
Foto 1: Planet Erde aus dem All gesehen. Foto NASA, gemeinfrei 

Foto 2: Nan Madol - Ruinen aus Basalt. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 3: Prof. Dr. Dileep Kumar Kanjilal: Programmheft der Weltkonferenz der »A.A.S.«

Foto 4: Götterschlachten im Mahabharata. Etwa 1850, gemeinfrei

Foto 5: Götterkriege ... Götterwaffen. Illustration zum Mahabharata. Wiki Commons/ Ranveig

Foto 6: Götter-Ufo in Stein. Foto Walter-Jörg Langbein

 318 »Laser-Schwerter und die Wächter am Paradies«,
Teil 318 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 21.02.2016  


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Sonntag, 2. Juni 2013

176 »Das Geheimnis der steinernen Kugel«

Teil 176 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Der geheimnisvolle
Pyramidenturm
Foto: W-J.Langbein
»Du möchtest also ein Sthapati werden?« fragt mich der junge Inder vor dem Tempelturm von Tanjore. »Gibt es denn noch echte Sthapatis?« frage ich zurück. Sthapatis waren Theologen, Priester und Architekten. Sie kannten die heiligen Texte, sie interpretierten sie und sie verstanden die Kunst des Tempelbaus. Es gibt sie nicht mehr, die Sthapatis. Und so stehen wir in Indien vor so manchem Rätsel, etwa in Sachen Baukunst!

74 Meter hoch ragt der Tempelturm von Tanjore. Die einzelnen »Etagen« sind kaum als solche zu erkennen. Unzählige kleine Tempelchen sind angebracht, Miniaturtempelchen, wie kleine Modelle. Ich frage mich: Was soll diese komplexe Vielfalt, die so liebevoll gestaltet wurde ... die man aber vom Boden aus gar nicht erkennen kann?

»Der gesamte Tempelturm stellt ein Vimana dar!«, erklärt ein greiser Tempeldiener. Vimanas werden in den altindischen Texten wie dem Mahabharata oder dem Veda beschrieben: als fliegende Vehikel, in denen die Götter am Himmel reisten. Vimanas bewegen sich aus eigener Kraft. Und Vimanas sind es, die in Form von steinernen Tempeln verewigt wurden. Professor Dileep Kumar Kanjilal (geboren am 1. August 1933 in Kalkutta) ist als Spezialist für Pali, Sanskrit und weitere alte Sprachen Indiens der vielleicht führende Experte in Sachen Vimanas. Im Verlaufe der Jahrzehnte meiner Beschäftigung mit den Vimanas führte ich mehrere Gespräche mit dem Wissenschaftler. Professor Dileep Kumar Kanjilal ist davon überzeugt, dass Vimanas höchst reale Flugvehikel der altindischen Götter waren! Im Mahabharata wird zum Beispiel der »himmlische Wagenlenker« beschrieben, der »im Lichtglanz der Wagen die Weltgegenden mit Getöste anfüllt«.

Auch Ardschuna, so Kanjilal reist mit seinem Flugvehikel in Gefilde, die den Irdischen verborgen bleiben. Prof. Kanjilal diktierte mir folgenden Text aus dem Mahabharata: »Mit dem magischen Vehikel, dem Wagen, fuhr er empor. Er kam heran an jene Gefilde, die den sterblichen Menschen verborgen bleiben. Dort oben leuchten aus eigener Kraft jene Sterne, die wegen der Ferne uns wie Lampen erscheinen. Dort sah er wunderschöne Vimanas, herrlich anzusehen, zu Tausenden!«

Prof. Kanjilal im Gespräch: »So wie wir heute in der Schule das einmal eins lernen, so mussten die Sthapatis die Prinzipien der heiligen Götter-Flugmaschinen kennen!«

Die mächtige Dynastie der Cola (9. bis 12. Jahrhundert) regierte von Tanjore aus. Die mächtige Seemacht sah sich als Herrscher eines Weltreichs ... und huldigte den alten Göttern in mächtigen Tempeln. Im Zentrum der Brhadisvara-Anlage steht der mächtige Vimana-Turm. Es gibt aber neben dem Riesen auch noch »Zwerge«, kleinere Tempelchen. Auch sie sind ähnlich wie ihr großer »Bruder« aufgebaut, auch sie haben einen Pyramidenturm mit aufgesetzter Kuppelkugel.

Vimanakugeln, groß
und klein ...
Fotos: W-J.Langbein
Ungeklärt ist bis heute die Frage, wie die steinerne Kugel auf die Spitze des Pyramidenturms verbracht wurden. Lange Zeit hatte man – irrtümlich – angenommen, diese steinerne Kugel bestehe aus einem einzigen Felsungetüm von 80 Tonnen Gewicht. Inzwischen weiß man, dass die Vimanakugel hoch über dem Tempelbau aus zwei Teilen zu je »nur« vierzig Tonnen besteht! Wie hat man dieses zweiteilige Steinmonstrum in die luftige Höhe der Tempelpyramide geschafft?

Der Theorien gibt es nicht wenige, ähnlich wie in Sachen Cheopspyramide. In Ägypten wie in Indien gehen manche Experten von einer Rampe aus. 6000 Meter soll die auf dem Zeichenbrett rasch erstellte Konstruktion gewesen sein. In der Realität dürfte es erhebliche Probleme gegeben haben. Riesige Mengen Baumaterial mussten zu einer solchen »schiefen Ebene« verarbeitet werden. Ein Heer von Arbeitersklaven soll geschoben und gezogen haben.

Eine andere »Erklärung«: Zunächst baute man die steile Pyramide auf. Dann ließ man sie unter einem riesigen Erdhügel verschwinden. Man stelle sich eine gigantische Halbkugel vor. In dieser Halbkugel steht der Pyramidenturm. Nun legt man einen Weg an, der in Spiralen um die Halbkugel herum führt, bis oben zum höchsten Punkt. Auf dieser »long and winding road« marschierten nun Arbeitselefanten, die den krönenden Abschluss – zwei Monolithen zu je 40 Tonnen – ans Ziel brachten. Im Vergleich zur Rampe verschlingt so ein Erdhügel sehr viel mehr Füllmaterial. Der Bau einer gigantischen Rampe oder eines Erdhügels von riesigem Ausmaß hätte erhebliche Probleme mit sich gebracht. Gegen beide Theorien spricht die Heiligkeit des Tempels. Für die alten Inder war so ein Kultbau heilig, göttlich ... und so einen Sakralbau beschmutzt man nicht mit einer Rampe oder gar einem Erdhaufen, in dem der gesamte Tempel verschwunden sein muss.

Kampfelefant im Einsatz
Foto: W-J.Langbein
Als Sakrileg hätten es die Erbauer empfunden, ein Heiligtum zuzuschütten und dann noch Elefanten darauf herumlaufen zu lassen. Ohne Frage: Elefanten können gewaltige Lasten bewältigen. Sie wurden im »alten Indien« – anschaulich im Tanjore-Komplex dargestellt – auch als Kampfmaschinen eingesetzt, die Angst und Schrecken verbreitet haben müssen!

Eine weitere Theorie geht von einer Holzkonstruktion aus ... von einer hölzernen Rampe, zum Beispiel. Oder es werden – zeichnerisch sehr schön – riesige, geradezu ausufernde Gerüste ersonnen. Manche Theoretiker begnügen sich mit einem Gerüst an einer Seite des Pyramidenbaus, andere lassen wiederum das gesamte Bauwerk im Gerüst verschwinden. Hölzerne Hebebäume sollen es dann ermöglicht haben die insgesamt 80 Tonnen Stein in zwei Teilen auf die Pyramidenspitze zu schaffen.

Unterschiedliche Konzepte wurden entwickelt. Tatsache ist: Die verschiedenen Lösungen funktionieren alle bestens ... auf dem Papier, kaum in der Realität. Keine der Erklärungen wurde auch nur ansatzweise im Versuch getestet. Vor allem: Es gibt kein einziges Dokument von den Erbauern der Tempelpyramide, das unsere Fragen der technischen Art beantworten könnte. So stehen wir staunend vor einem echten architektonischen Weltwunder!

Ungeklärt ist bei so manchem Tempelbau, wie die oft gigantischen Steinkolosse aus den nicht selten weit entfernten Steinbrüchen zu den Baustellen transportiert wurden. Geschah dies auf dem Landweg? Auf Karren? Nutzte man Flüsse, um gewaltige Steinmassen zu verschiffen? Dienten Flöße als Transportmittel? Es wird dabei leicht übersehen, was für ein Aufwand erforderlich ist, allein schon um einen zig Tonnen schweren Monolithen auf ein Floß zu schaffen, ohne es zum Kentern zu bringen! Viele Fragen warten seit Jahrhunderten auf Antworten! Ich habe das Gefühl: Wir akzeptieren oft zu schnell Lösungen, die nicht funktionieren können!

Fabelwesen mit Reiter
Foto: W-J.Langbein
Und wir verbannen gern ins Reich der Fantasie, was wir uns nicht vorstellen können! So wurden vor rund einem Jahrtausend im Tanjore-Komplex nicht nur fotorealistisch Elefanten und Pferde dargestellt, sondern auch Menschen – sehr naturgetreu – mit Fabelwesen. Haben diese Kreaturen wirklich existiert? Oder sind es reine Hirngespinste fantasiereicher Künstler? Oder werden gar keine Menschen, sondern himmlische Götter dargestellt? Sie flogen in Vimanas, von der Erde in den Himmel und umgekehrt ... mussten sie da nicht fürchterlich stark gewesen sein? Symbolisieren die wuchtigen Tiere nichts anderes als die unvorstellbare Kraft und Macht der Götter?

Prof. Dr. Dileep Kumar Kanjilal im Interview mit mir: »Die meisten Besucher der Tempel waren Analphabeten. Ein Buch lesen – dazu waren sie nicht imstande. Die Kunstwerke sollten Botschaften vermitteln ... ohne Worte.« Welche Botschaften?

Warum, zum Beispiel, wird Gottheit Ganesha immer mit Elefantenkopf dargestellt? Ein Mythos sieht das so: Parvati, Shivas Frau, nutze die Abwesenheit ihres Göttergatten, um einen Knaben aus Lehm zu formen. Das Bürschlein bewachte Parvatis Haus. Als Shiva heimkam, wollte ihn der junge Wächter nicht ins Haus lassen. Shiva schlug ihm den Kopf ab. Zu spät erkannte Shiva, dass er die Kreation seiner Frau getötet hatte. Er ließ Diener ausschwärmen. Sie sollten ihm den Kopf des ersten Lebewesen bringen, das ihnen begegnete. Und das war ... ein Elefant. So erhielt der enthauptete Ganesha einen Elefantenkopf. (2)

Elefantensegen
Foto: Ingeborg Diekmann
Im Hinduismus wird Ganesha in jedem Gottesdienst gleich zu Beginn angerufen. Von ihm erhofft man Glück ... auf allen Wegen, geschäftlich wie privat. Ein Haus soll gebaut werden? Damit die künftigen Bewohner stets Glück haben, wird Ganesha beschworen! Ganeshas vier Arme gelten als Zeichen für seine gewaltige, kosmische Macht. Ganesha, der mit Abstand beliebteste Gott, ist auch der stärkste ... als Wächter des Alls!

Heute trifft man in zahlreichen Tempeln Indiens ... so auch im Schatten der Tempel und Tempelchen von Tanjore ... Elefanten. Stellvertretend für den mächtigen Ganesha segnen sie Besucher jeden Glaubens. Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn man von so einem Elefant sanft berührt wird. Fast zärtlich legt er dem Besucher seinen Rüssel auf den Kopf. Natürlich entrichtet man einen Obolus, sei es als Münze, sei es als Schein. Der Elefant streicht die freiwillige Spende ein und reicht sie umgehend weiter an seinen Betreuer.

Fußnoten

1 Sthapati: Architekt, Priester und Theologe in Personalunion.
2 Purana-Tradition, wird in abweichenden Varianten überliefert.

»Kosmischer Plan und Weltuntergang«,
Teil 177 der Serie »Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 09.06.2013



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Sonntag, 17. März 2013

165 »Nach Indien, der Götter wegen ...«

Teil 165 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Autor Langbein in
Vijayanagara - Foto:
Ingeborg Diekmann
Mich haben uralte »Heilige Texte«, wie das Mahabharata, und eine mysteriöse Stadt nach Indien gelockt. Altindische Texte berichten von riesigen walzenförmigen Städten, die sich um die eigene Achse drehten ... und das im unendlichen All. Aus diesen Monsterschiffen sollen kleine Vehikel geflogen und zur Erde hinabgestiegen sein. Sie pendelten zwischen »Mutterschiff« und Erde.

Was wie Sciencefiction klingt ... wurde in altindischen Epen bereits vor Jahrtausenden geschrieben. Sollte das »Alte Indien« tatsächlich vor Jahrtausenden von Außerirdischen besucht worden sein? Kamen sie in gigantischen Generationen-Raumschiffen? Pendelten sie in Zubringervehikeln zwischen Mutterstation und Erde? Den altindischen Epen zufolge waren es Götter, die den Weltraum bereisen konnten. Und die über fürchterliche Waffen verfügten. Auch wenn es unglaublich klingt, so ist es doch real: Zwischen Gruppen von Göttern gab es im Himmel über Altindien regelrechte »Starwars«. Dabei wurden Raketen abgeschossen. Diese Götter lockten mich nach Indien! Und da war noch ein ganz besonderes Reiseziel ...

Hatte ich doch gelesen, dass sich dort einst Menschen und Götter getroffen haben sollen. Sie hieß Vijayanagara. Touristen verlaufen sich selten hierher ... in den Nordwesten von Hopset, auf halbem Weg zwischen Penukonda und Bijapur. Der Weg zu einer der geheimnisvollsten Stätten unserer Erde ist beschwerlich, führt über extrem schlechte Straßen.

Teil der Stadtmauer
von Vijayanagara
Einst war diese mysteriöse Stadt von einer wahren »Monstermauer« umgeben, die heute nur noch in Teilen erhalten ist. Noch heute lässt die Präzision der einstigen Steinmetze staunen. Wuchtige Steinquader wurden so präzise bearbeitet, dass sie fast fugenlos auf- und ineinander passen. Da passt auch heute noch keine Messerklinge dazwischen. Bei meinem Besuch löste mein Interesse an der »Monstermauer« Befremden unter den Einheimischen aus. Sollte denn dieser bleiche Fremdling mit einigen Gefährten aus dem fernen Europa nach Vijayanagara gekommen sein, um dicke Steine zu bestaunen?

Über die Geschichte von Vijayanagara, heute Hampi, am Tungabhadra gelegen, ist wenig bekannt. Im Jahr 1443 besuchte Abdul Razzaq, ein berühmter persischer Reisender, die mysteriöse Stadt. Staunend stellte er fest, wie er in seinem Tagebuch notierte: »Ich sah, dass sie (die Stadt) von enormer Größe mit riesiger Bevölkerung war, mit einem König von perfekter Herrschaft. Er besaß tausend Elefanten. Sie findet nicht ihresgleichen in der Welt!«

1565 fielen marodierende muslimische Armeen ein, mordeten und verwüsteten. Was wurde aus den Siegern? Was geschah mit den Verlierern? Wir wissen nicht viel. Ihre Vergangenheit verliert sich im Dunkel der Geschichte. Mag sein, dass in gewaltigen Archiven Indiens bis heute nicht erfasster schriftlicher Texte die genaue Historie von Vijayanagara erfasst wurde ... Bis heute imponieren die Reste der einstigen Monstermauer um Vijayanagara. Wer aufmerksam das riesige Areal durchstreift, steht immer wieder staunend vor Beispielen höchst präziser Steinmetzkunst.

»Von der einstigen Verteidigungsmauer ist so gut wie nichts mehr übrig geblieben ... « erklärt mir fast wehmütig ein einheimischer Guide. »Die muslimischen Truppen haben bei der Eroberung sehr viel zerstört.«

Reste einer Präzisionsmauer
Foto: W-J.Langbein
John M. Fritz hat zusammen ein großformatiges Werk über Vijayanagara geschrieben. Erschienen ist es bei »Aperture« in New York, gedruckt und gebunden wurde es in Würzburg ... und gekauft habe ich es vor Ort in Vijayanagara. Die Autoren fassen die besondere Bedeutung der Stadt in einer Kapitelüberschrift zusammen (1): »Where Kings and Gods Meet« ... Wo sich Könige und Götter treffen. Die beiden Autoren führen aus: »Wie andere antike Städte, wo menschliche Geschicke nicht von Mythen getrennt werden können, kann Vijayanagara nicht vollständig begriffen werden, wenn wir uns nur an historische und archäologische Fakten halten!« Weiter heißt es da: »Über zwei Jahrhunderte erfüllte die Stadt die militärischen, verwaltungstechnischen und hauptstädtischen Bedürfnisse von Herrscher und Hofstaat. Seine Funktion war aber eine wichtigere als die einer Hauptstadt eines Hindu Imperiums.

Tatsächlich war Vijayanagara die städtische Verwirklichung von kosmischen Prinzipien, die den Herrscher mit göttlicher Macht ausstattete.« Die Autoren erklären dass die Reiche von Königen und Göttern nicht separat voneinander existierten. Göttliches und Irdisches gingen ineinander über. Götter waren keine Geistwesen, sondern reale hoheitliche Wesen, wie zum Beispiel Gott Ganesha (»Herr der Scharen«), der sich in Vijayanagara großer Beliebtheit erfreute. Ganesha, häufig mit einem mächtigen Elefantenkopf dargestellt, wurde – wie der biblische Adam – aus Lehm erschaffen. Allerdings formte ihn kein männlicher, sondern ein weiblicher Gott, nämlich die Göttin Parvati, »Göttin der Berge«.

Ganesha darf in keinem Haus eines Hindu fehlen, gilt er doch heute noch als Gottheit des Glücks, als »Beseitiger der Hindernisse«, der Weisheit und des Neuanfangs. Es gibt kaum eine Situation im Leben eines Hindu, in der nicht Ganesha angerufen werden kann!

Ein Ganesha in Vijayanagara
Foto: W-J.Langbein
Vijayanagara war einst ein Wunder der prachtvollen Baukunst. Und warum? Wollten die Baumeister nur Prunk bieten für eingebildete Herrscher? Nein! Es galt nicht, nur mächtigen Irdischen zu huldigen. Die Göttlichen waren genauso real wie die Irdischen! Was ist das besondere von Städten wie Vijayanagara? Antwort (2): »Die antiken Sanskrittexte waren Anleitungen (Handbücher) für den Bau von heiligen und säkularen Monumenten. Sie legen fest, wie man Hauptstädte anlegt, definieren den angemessenen dreidimensionalen Rahmen für Begegnungen von Königen und Göttern.«

Aus jener längst vergangenen Zeit der Vorgeschichte, als sich Götter und Menschen trafen, gibt es einige interessante Überlieferungen. Eine dominante Rolle spielte einer der bedeutendsten Götter Indiens überhaupt, der mächtige Shiva. Shiva wurde nicht als körperloses, unsichtbares Geistwesen angebetet. Er wurde als reales, mächtiges Wesen angesehen ... mit durchaus »irdischen« Gelüsten! So fand er Gefallen an hübschen Menschentöchtern. Und wenn eine Schöne nackt badete, wendete er sich nicht verschämt ab. Man könnte Shiva als »göttlichen Spanner« bezeichnen ... und als eitlen Geck. Selbstgefällig beobachtete Shiva, dass ihm eine junge, sehr attraktive Frau regelmäßig Opfer darbrachte.

Die Schönheit hieß Pampa und war eine Tochter des weisen Mantanga. Shiva begnügte sich nicht mit einer platonischen Beziehung. Er verliebte sich und heiratete die attraktive Menschentochter. So paarten sich Gott und Mensch. Der Eheschließung wohnte die Creme der irdischen Gesellschaft und Götter bei!

Noch heute gedenkt man in der indischen Stadt Hampi, dem heutigen Vijayanagara, dieser Hochzeit. Man feiert im »Virupaksha Tempel« (Virupaksha ist der örtliche Name Shivas). Tausende von Pilgern strömen alljährlich im Frühjahr herbei, um den rituell nachgestellten Zeremonien beizuwohnen. So wie Christen das Leben ihres Gottes Jesus Jahr für Jahr im Gottesdienst von der Geburt bis zu Tod und Auferstehung feiern, so erinnert man sich möglichst plastisch an die Zeit, als sich Götter und Menschen paarten. Das uralte Fest, so wird überliefert, soll es schon gegeben haben, als Vijayanagara noch eine blühende Metropole war. Schon die allerersten Herrscher der Stadt verehrten Shiva als »den« Beschützer schlechthin. Sie dankten in pompösen Feiern Shiva und anderen Göttern für die Aufmerksamkeit, die ihnen von den Himmlischen zuteil wurde.

Gott Shiva, Bangalore
Foto: Deepak Gupta
Die Sensation aus Indien wurde rasch von anderen Meldungen aus anderen Teilen unseres Globus verdrängt. So dauerte es dann noch Jahre, bis Gelder für archäologische Ausgrabungen zur Verfügung standen. Erst 1917 führte A. L. Longhurst einige Ausgrabungen vor Ort durch. In den 20er Jahren versuchten einige Experten, die Metropole als Musterbeispiel für antike Städteplanung zu erforschen. Doch auch ihr Interesse ließ rasch nach ... und so blieben die bis in jene Tage halbwegs gut erhaltenen Baudenkmäler schutzlos der »modernen Zivilisation« ausgeliefert. Kostbare Denkmäler verfielen, andere mussten der modernen Städteplanung weichen.

Dabei müsste doch Vijayanagara jeden Erforscher der »grauen Vorzeit« faszinieren! Meiner Meinung nach ist Vijayanagara das indische Pendant zu Tiahuanaco in Südamerika. Hier wie dort sollen himmlische Wesen zur Erde herabgestiegen sein. Und – ich wiederhole dieses Faktum – diese Götter waren für die Inder reale Wesen aus himmlischen Gefilden ... aus Fleisch und Blut! Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass sie – für uns Mitteleuropäer manchmal befremdlich, auch als Tiere oder Mensch-Tier-Mischwesen dargestellt werden.

Ein Kuriosum für Nicht-Inder stellen die häufig anzutreffenden Tempel-Äffchen dar. Geschwind sausen sie in den steinernen Heiligtümern umher ... ersteigen Statuen und Tempeldächer, bestaunen kamerabehängte Touristen und lassen sich beim Mittagsschläfchen ungern stören.

Indische Tempeläffchen - Fotos: W-J. Langbein


Fußnoten
1: Fritz, John: »City oft Victory«, New York 1991, S. 11
Literatur
2: ebenda, Seite 11 unten und 15 oben (Hinweis: Seiten 12-14 sind reine Bildseiten!)

Literatur
Fritz, John: »City oft Victory«, New York 1991
Langbein, Walter-Jörg: »Bevor die Sintflut kam«, München 1996
Langbein, Walter-Jörg: »Das Sphinx-Syndrom«, Berlin 1997
Langbein, Walter-Jörg: »Reisenotizen Indien 1996«, unveröffentlichtes Manuskript
Marco-Polo-Reiseführer: »Indien«, Ostfildern o.J.
Michell, George: »Der Hindu-Tempel«, Köln 1991
Nelles Guides: »Indien Nord«, ohne Ortsangabe, 2. Auflage

»Hanuman, der Göttliche Affe«,
Teil 166 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«,
erscheint am 24.3.2013


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Donnerstag, 4. März 2010

8 »›Science-Fiction‹ - Realität vor Jahrtausenden?«

Walter-Jörg Langbein

Teil 8 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«

Gotteshäuser sind im christlichen Abendland Häuser der Versammlung und der Andacht. Gebete werden gesprochen, Lieder werden gesungen und Priester predigen. Im »Alten Indien« waren Tempel mehr: Orte der Versammlung, aber auch Abbilder der himmlischen Flugvehikel, der Vimanas der Götter. Was heilige Texte überlieferten, das wurde auch in sakraler Tempelarchitektur verewigt.

Einst gab es »heilige Tänze«, die von wissenden Frauen aufgeführt wurden. In Pantomimen und symbolhaft-bedeutsamen Gesten wurden uralte Geschichten erzählt: von »Göttern«, ihrem Wirken auf Erden und von ihren »Vimanas«.

Sollten »Vimanas« nicht nur in religiösen Texten beschrieben, sondern zusätzlich noch in Tempelform plastisch dargestellt werden, damit sich Menschen auch noch nach Jahrtausenden an die phantastisch anmutenden, nichtsdestotrotz aber realen Vorgänge erinnern können würden? Sollte uns auf diese Weise etwas verdeutlicht werden? Erschwert wird das Auffinden uralten Wissens durch die schier unüberblickbare Flut von heiligen Texten, die sich im Verlaufe von Jahrtausenden angesammelt haben. Selbst Experten können nur einen Bruchteil davon wirklich ernsthaft studieren und überprüfen.

Und doch können wir die alten Quellen studieren. Und wir sollten sie endlich wirklich ernst nehmen! Die schier unüberblickbare Fülle uralten Textmaterials macht die Suche nach Beschreibungen der »Vimanas« allerdings zu einer Arbeit für Generationen von Forschern. Manch fantastischer Fund wurde schon getätigt. Die schier ellenlangen Namen und Bezeichnungen strapazieren die europäischen wie amerikanischen Zungen. Das darf uns nicht abschrecken! Trotzdem sollten wir die alten Quellen weit intensiver studieren als dies bisher geschah!

Und »heilige Texte« gibt es in Hülle und Fülle. Sie wurden zum Beispiel auf schmalen »Palmblatt-Büchern« aufgeschrieben. Da diese nicht ewig haltbar waren, mussten sie immer wieder abgeschrieben werden. Die Kopisten waren angehalten, wortgetreu die Vorlagen auf frische Palmblätter zu übertragen. Nichts durfte ergänzt, nichts durfte weggelassen werden.

Aber Vorsicht: Stellen wir uns vor, altindische Texte enthalten Hinweise auf prähistorische Weltraumtechnologie. Nehmen wir an, ein Sprachkundiger überträgt altindische Texte in eine europäische Sprache. Was wird dann aus dem Text, wenn das im 19. Jahrhundert geschieht? Der Übersetzer hat keine Ahnung von utopischer Weltraumtechnologie, also wird man Hinweise etwa auf Raumfahrttechnik in seinen Texten nicht mehr finden können. Was einst reale Wirklichkeit beschrieb.. wird aus Unkenntnis zu mythologischem Kauderwelsch.

Und wenn so ein Text in unseren Tagen übersetzt wird? Dann sind dem Sprachkundigen doch Begriffe aus der Weltraumtechnologie bekannt. Dann sind für so einen Spezialisten Weltraumfahrt, Satelliten und Laserwaffen kein esoterischer Humbug. Wird er also eine korrektere Übertragung der Schriften aus dem Sanskrit der uralten Zeiten liefern? Möglich ist das, aber nicht zwingend!

Es kommt nicht nur darauf an, was man wissen könnte, sondern was man wissen möchte! Religiöse Fanatiker blenden alles aus, was sich nicht mit ihrem Glauben vereinbaren lässt. Sie meinen zu wissen, was sie glauben. Woran sie nicht glauben, kann es für sie nicht geben. Sie glauben nicht, was sie sehen. Vielmehr sehen sie nur, was sie glauben. Ihr Realitätssinn ist getrübt. Leider sind von diesem Syndrom nicht nur religiöse Sturköpfe befallen, sondern auch Wissenschaftler. So mancher Wissenschaftler meint, die Wirklichkeit zu erforschen. Doch klammert er manches aus, was es seiner Überzeugung nach nicht geben darf.

Selbst kundige Übersetzer der heiligen Sanskrittexte begehen gravierende Fehler: wenn sie nicht glauben wollen, dass schon vor Jahrtausenden riesige Weltraumstädte um die Erde kreisten. Dr. Dileep Kumar Kanjilal, geboren am 1.8.1933 in Kalkutta, ist ein indischer Professor und Spezialist für Pali, Sanskrit und andere alte Sprachen Indiens.Prof. Kanjilal, den ich persönlich kennenlernen durfte und interviewte, monierte, dass dann aus Kämpfen zwischen Weltraumstädten im All leicht Gefechte zwischen Städten auf der Erde werden. Übersetzer, die nichts von der Weltraumtechnologie der alten Götter wissen wollen, machen dann aus »Kämpfen in der Luft mit fliegenden Wagen« irdische »Kämpfe auf den Bergeshöhen mit Wagen«. Und schon sind faszinierende Hinweise auf eine phantastische Vergangenheit verschwunden!

Das »Vymaanika Shaastra« beschreibt präzise geheimnisvolle Gerätschaften, die heute leicht identifiziert werden können. Bei dem sogenannten »Visvakriyadarpana« handelte es sich offensichtlich um ein Teleskop. »Shaktyakarsanayantra« war ein »Spiegel«, der dazu benutzt wurde, weit entfernte Objekte sichtbar zu machen. Der Text gibt genau an, wie der »Wunderspiegel« herzustellen ist, listet präzise die Substanzen auf, die verwendet werden müssen. Der Stoff, aus dem das »Mirakel« bestehe, setze sich zusammen aus »fünf Teilen Quecksilber, sechs Teilen Glimmer, acht Teilen Perlenpuder, zehn Teilen Granitsalz, acht Teilen Salz«. Nach Reinigung der einzelnen Stoffe, so vermerkte der Text, müssen sie auf 800 Grad erhitzt, schließlich verflüssigt und in die vorbereiteten Formen gegossen werden.

In den gewaltigen, Jahrtausende alten Epen der altindischen Literatur, die ganze Bibliotheken füllen, finden sich zahlreiche Hinweise auf eine überlegene Technologie. Immer wieder geht es um Apparaturen, mit denen die Raumschiffe ausgestattet waren. Einige Beispiel seien genannt:

»Parivesayantra« war ein technisches Gerät, das man benötigte, um mit einem »Vimana« Kontakt aufzunehmen. Offensichtlich handelte es sich dabei um ein Kommunikationssystem. Ein »Vyairoopyadarpana« kontrollierte das »Vimana« und stellte »Verbiegungen« selbständig fest. Offenbar sollten so auch schon geringe Schäden an einem Raumschiff entdeckt werden, so dass frühzeitig Reparaturen vorgenommen werden konnten. »Sabdakendramukha« ließ »Lärm ausströmen«. Es könnte sich um eine Art Sonarsystem gehandelt haben: Schallwellen wurden abgegeben, um Hindernisse frühzeitig zu erkennen, etwa bei Tiefflügen. Oder war es ein Antriebsaggregat, das höllischen Lärm machte? »Saktyudgamayantra« befand sich im Zentrum des »Vimana« und erzeugte Energie. »Saktipinjara« kontrollierte die Kraftmaschine.

»Angopasamharanayantra« verkleinert eine Flugmaschine. Der Mechanismus zieht den Flugapparat zusammen. Was ist damit gemeint? Heute gibt es Flugzeuge, die ihre Flügel nach der Landung auf einem Flugzeugträger zusammenfalten können.

Wie soll derartiges Wissen, das so gar nicht zu einer Jahrtausende alte Kultur auf Planet Erde zu passen scheint, ins Alte Indien gelangt sein? Die Antwort klingt verblüffend. Einst tauchten nach altindischen Überlieferungen riesige »Weltraumstädte« am Himmel auf. Sie drehten sich ständig um die eigene Achse. So wurde in ihrem Inneren künstliche Schwerkraft erzeugt.

»Saubhika« war die Bezeichnung des Kommandeurs einer oberthschen Riesenraumstation. Sein Berufsbild wird von den altindischen Texten so umschrieben: »Jemand, der die Kunst es Fliegens einer Raumstadt kennt«. Prof. Kanjilal: »Die Beschreibung von einer Anzahl um sich selbst drehender Städte im Weltall, die bezeichnet sind als ›Vaihayasu‹, ›Gagancara‹ und ›Khecara‹, erscheinen im ›Vanaparvan‹ des ›Mahabharata‹. Im ›Sabhaparvan‹ finden sich ebenfalls Beschreibungen von Raumstädten, von Maya erbaut. Was erstaunlich an dieser Beschreibung ist, dass diese ›Sabhas‹ sich in unveränderten Bahnen rund um die Erde bewegten. Ihre Eingänge waren weit genug, um schmalen Flugzeugen den Durchgang zu ermöglichen.«

Im altindischen Epos »Krsnayajuveda« wurden um 3000 v. Chr. ältere Textteile zu einem neuen Ganzen verwoben. Niemand weiß, wann die ältesten Vorlagen entstanden. Das »Krsnayajuveda« geht auf den kriegerischen Aspekt der Riesenstädte im All ein. So heißt es, dass der Sternenkrieger Rudra seine Geheimwaffe einsetzte, um die bis dahin als unüberwindbar geltenden Weltraumhabitate zu vernichten. Er feuerte einen mächtigen »Pfeil« ab, dem eine ganz besondere Kraft innewohnte. Sie bestand aus der »Hitze des Feuers« und den »Strahlen des Mondes«. Sollte es sich um eine nukleare Waffe gehandelt haben?

Das Epos »Mahabharata« gehört zu den umfangreichsten Werken der religiösen Weltliteratur und dürfte eines ihrer ältesten sein. Im »Mahabharata« wird die Zerstörung der drei Weltraumstädte im All bestätigt. Gewaltige Energien waren dafür erforderlich: die Hälfte der gesamten Kraft der Götter. Im persönlichen Gespräch erklärte mir Prof. Kanjilal faszinierende Einzelheiten: »Eine der drei fliegenden Städte befand sich in einem stationären Orbit, eine weitere bewegte sich frei am Himmel und die dritte war am Boden stationiert. Die drei Städte konnten aber zu einer Einheit verbunden werden, also aneinander gedockt werden. Shivas Pfeil wurde offenbar von einem militärischen Satelliten aus abgefeuert.« Prof. Kanjilal weiter: »Bei Shivas Waffe handelte es sich nicht um ein Phantasiegebilde, sondern um eine aufflammende Rakete, die von einem fliegenden Satelliten aus abgefeuert wurde. Diese Waffe war offenbar im Weltraum stationiert worden.«

In mystisch-mythischen Versen werden immer wieder »Star Wars«-Szenarios beschrieben, so wie wir es aus SF-Filmen kennen. Doch der Krieg der Sterne fand schon statt: vor Jahrtausenden, am Himmel über den Köpfen unserer Vorfahren!

Setzten sie Nuklearwaffen oder eine andere uns vollkommen unbekannte, mindestens ähnlich wirksame Waffentechnologie ein? Wie auch immer: Nach der Zerstörung der drei Weltraumstädte wurden die besten Ingenieure damit beauftrag, ein Weltraumhabitat zu schaffen, das wirklich unbesiegbar und unzerstörbar war. Angeblich soll es gelungen sein, eine unsichtbare Weltraumstadt zu entwickeln. Anno 1998 gelang es US-Militärs, eine Flugmaschine zu bauen, die per Radar nicht mehr erfassbar.. also »unsichtbar« ist. Aber auch an einer »Tarnkappe«, die Menschen, Panzer, Flugzeuge oder Schiffe wirklich im wahrsten Sinne unsichtbar macht, wird fieberhaft gearbeitet.

Shiva soll es geschafft haben, eine Waffe zu entwickeln, die selbst die »unzerstörbare« Stadt vernichten konnte. Sein neuer Kampfflieger war »so hoch, so geräumig wie ein spitz zulaufender Hügel konstruiert«. Im »Matsyapurana«-Text wird ein fürchterlicher Kampf geschildert. Im »Matsyapurana«-Epos (Kapitel 129, V. 20-21, 30-34 und 140, V. 40-44) wird folgendes berichtet:

»Eine grausame Schlacht entwickelte sich zwischen Shiva und den Dämonen. Maya mit seiner dreistufigen, fliegenden Stadt wich gegen den Ozean hin aus. Shivas Fahrzeug folgte ihm. Taraka wurde von Shiva getötet und Nandi tötete den Dämon Vidyunmali. Aber Maya führte seinen unbarmherzigen Krieg fort. Shiva gab Maya den Rat, sich in den Wassern zu verstecken, welchen Maya befolgte.« Die drei »fliegenden Städte« führten ein Manöver durch, dockten aneinander an. Das half ihnen aber nicht.

»Augenblicklich warf Shiva einen machtvollen Pfeil, drei Arten von Kraft waren in ihm vereint. Der Pfeil oder die Rakete beleuchtete den Himmel mit ihrer goldenen Färbung... Nach dem Mahabharata fiel die brennende fliegende Stadt mit lautem Getöse in den Westlichen Ozean.«

Ein friedliches Bild soll meine Exkursion in die fantastische Welt altindischer Überlieferungen schließen. Der mächtigste Gott Indiens war – und ist – Shiva. Shiva hatte einen göttlichen Sohn: Ganesha. Ganesha wird schon seit »ewigen Zeiten« als Vermittler zwischen seinem Vater Shiva und den Menschen angesehen. Er wird als Mischwesen dargestellt: auf dem Körper eines Menschen sitzt der Kopf eines Elefanten. Wer Shivas göttlichen Beistand sucht, bittet Ganesha um Hilfe als Vermittler zwischen einem Irdischen und dem Höchsten. Als besonders glücksbringend gilt es, von einem Elefanten »gesegnet« zu werden. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, diese huldvolle Geste zu empfangen, die schon kleine Elefanten spenden. Sanft legte so ein jugendlicher Repräsentant Ganeshas seinen geschmeidigen Rüssel auf mein Haupt.

Literaturhinweis:
Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India.
Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Calcutta
Februar 1985 (Archiv Langbein, Artikel-Nr. 1317a)
Kanjilal, Prof. Dr. Dileep Kumar: »Vimana in Ancient India.
Aeroplanes or Flying Machines in Ancient India«, Übersetzung
aus dem Englischen von Julia Zimmermann, Bonn 1991 (Archiv
Langbein, Artikel-Nr. 1317b)


»Besuch in einer Palmblattbibliothek«
Walter-Jörg Langbein
Teil 9 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
erscheint am Sonntag, den 14.3.2010


©Fotos 1 und 2: Walter-Jörg Langbein
©Foto 3: Ingeborg Diekmann

Sonntag, 28. Februar 2010

7 »Vimanas, Flugvehikel der Götter«

Teil 7 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Indien ist nicht nur das Land der Tempel, die vor vielen Jahrhunderten errichtet wurden. Indien ist nicht nur das Land der heiligen Tradition, Flugvehikel in Tempelform zu verewigen. Indien ist auch das Land der auch heute noch lebenden Vimana-Tradition. Immer wieder sieht man – oft an zentralen Plätzen – scheinbar roh zusammengezimmerte Hütten eigentümlicher Form. Sie dienen nicht etwa als Unterkunft für Arme. Es sind mit einfachen Mitteln nachgebaute »Tempeltürme«. So wie die altehrwürdigen steinernen Monumente erinnern sie an jene Zeiten, als Götter aus dem Kosmos zur Erde herabstiegen und die Menschen besuchten.

Die »Raumfahrt« unserer Zeit, die Astronauten zum Mond brachte, nötigt schriftkundigen Indern nur ein müdes Lächeln ab. In der Tat muten die Raketen der Menschheit zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends armselig an... im Vergleich zu den gewaltigen Raumschiffen Götter Indiens, die vor Jahrtausenden zur Erde kamen.

»Andere Menschen dagegen leben nur in der Gegenwart. Sie betrachten die Gegenwart als das Vollkommene, als das Produkt der Entwicklung, und sie halten es für überflüssig, sich mit der Vergangenheit zu befassen.« So schrieb der langjährige Bürgermeister meiner Heimatgemeinde Michelau (Oberfranken), Johann Nemmert, im Vorwort zum Büchlein »Ein Beitrag zur Michelauer Ortsgeschichte« (Michelau/ Lichtenfels 1958)

In der Welt der Wissenschaften scheint diese Philosophie weit verbreitet zu sein: In grauer Vorzeit... zum Anbeginn... gab es einen Big Bang im Universum. Und von da an entwickelte sich alles evolutionär: Auf das Weniger-Entwickelte folgt stets Höher-Entwickeltes. Das Bessere geht aus dem Schlechteren hervor. Aus primitivsten Lebensformen im Einzellerbereich entwickelten sich nach und nach komplexere. Aus »primitiven Tieren« wurden irgendwann im Lauf der Zeiten unsere Vorfahren, aus denen der heutige intelligente Mensch hervorging. Wir sind, um es bildhaft auszudrücken, die Krone der Schöpfung. So wie sich das Leben vom Einzeller zum heutigen Menschen entwickelte... so evolutionär verlief demnach auch die Geschichte der Menschheit: von primitiven Gesellschaften bis zur heutigen modernen Zivilisation.

Folgt man dieser Vorstellung, dann hat der Mensch heute den höchsten Entwicklungsstand aller Zeiten. Mensch und Zivilisation sind gleichermaßen Ergebnisse von Evolution. In diesem Weltbild gibt es keinen Platz für die altindischen Vimanas, die Flugvehikel der Götter. Erst wir Menschen beginnen langsam, Raumfahrt zu betreiben. Wir, als Krone der Schöpfung, stoßen die Tür ins Universum auf. Raumfahrt darf es vor Jahrtausenden nicht gegeben haben.

Und doch gibt es in den altindischen Epen und heiligen Dichtungen, die ganze Bibliotheken füllen, unzählige Hinweise auf eben Vimanas, auf Flugvehikel der utopischsten Art. Strenge Vertreter der »Der Mensch ist die Krone der Schöpfung«-Theorie dulden auch keine außerirdischen Zivilisationen, die der unseren um Jahrtausende der Entwicklung überlegen sind.

Einst sollen riesige Weltraumstädte aus den Tiefen des Alls zur Erde gekommen sein. Vimanas pendelten zwischen Himmel und Erde, brachten die fremden Besucher in irdische Gefilde und wieder zurück in ihre riesigen Weltraum-Siedlungen. Parallelen zwischen Ägypten und Indien sind nicht zu übersehen: Pyramiden kennen wir aus Ägypten. Sie begegnen uns auch in Indien: als pyramidenförmige Tempeltürme. Einst thronte im Land am Nil auf der Spitze von Pyramiden und Obelisken ein heiliger Stein, genannt Benben. Bei den indischen Tempeln sind es oft pyramidenartige, steil aufragende Türme, die die sakralen Bauwerke dominieren.

Interpretieren wir modern, sozusagen mit »Weltraumfahrerbrille«: Der Obelisk symbolisiert so etwas wie eine Rakete, mit der einst in grauer Vorzeit Atum-Ré von seiner himmlischen Heimat zur Erde herabstieg. War der Benben-Stein so etwas wie eine Landekapsel? »Das wahrscheinlich metallene Raumschiff wurde wegen der Härte und Festigkeit des Materials als ›Art harter Stein‹ bezeichnet, der ›glänzt‹ und ›in den Himmel aufschießt‹.« schreibt Peter Fiebag in seinem hochinteressanten Aufsatz »Der Obelisk: Symbol für ein Raumfahrzeug?«

Wie auf der Spitze der Pyramiden und der Obelisken thront auch heute noch ganz oben auf vielen Tempeltürmen Indiens etwas Ähnliches, nämlich eine Art heiliger Stein etwas wie ein Flugvehikel der Götter. Bis heute ist unklar, wie diese gewaltigen Kolosse in luftige Höhen geschafft wurden.

Der Begriff »Gott« ist im christlichen Abendland positiv besetzt. Gern wird auch vom »lieben Gott« gesprochen. In Indien ist das anders. Gott ist dort weder das personifizierte Gute noch ein Sinnbild für alles Gute. Seit Jahrtausenden weiß man in Indien, dass die himmlischen Wesen auch durchaus negative Eigenschaften hatten. Sie harmonierten selten miteinander, bekämpften sich häufig heftig. In der Wahl ihrer Mittel waren sie dabei nie zimperlich. Mit brachialer Gewalt versuchten sie, die göttliche Konkurrenz zu vernichten. Zahllose Berichte von Götterkämpfen und Kriegen sind in heiligen Büchern überliefert. Sie erinnern uns an heutige Science-Fiction-Filme a la Steven Spielberg.

Einst kamen – folgt man den uralten Überlieferungen – riesige Weltraumstädte aus den Tiefen des Alls und zogen dann ihre Bahn um die Erde. Arjuna zum Beispiel griff vehement das riesengroße Raumschiff Hiranyapurna an. Die attackierten Götter wehrten sich vehement. Sie starteten ein fliegendes Kampfgeschwader, das mit furchteinflößenden Waffen ausgerüstet war. Arjuna freilich ließ sich nicht beirren. Er feuerte ein »Raketengeschoß« ab, das exakt ins Ziel traf. Die Weltraumstadt explodierte und wurde in Stücke gerissen. Brennend und qualmend stürzten die Trümmer auf die Erde. Einige mögen auf dem Land eingeschlagen sein, die meisten versanken im Meer.

Die beschriebenen kriegerischen Auseinandersetzungen wurden in enormer Höhe, im erdnahen Weltraum ausgefochten, aber auch in geringeren Höhen. So vermeldet das heilige Epos »Bhagavata«, dass Salva einst die Stadt Dvaraka mit seinem Flugzeug angriff und mit Geschossen überschüttete. Krisna versuchte, rettend einzugreifen. Er lockte den Angreifer von der Stadt weg und verwickelte ihn in eine Luftschlacht.

Salva fühlte sich unterlegen. Er würde den Kampf nicht gewinnen. Also versuchte er sein Heil in der Flucht. Womöglich wurde er dabei getroffen. Seine Flugmaschine mag beschädigt worden sein. Kurzzeitig landete er im Meer, stieg aber kurz darauf bereits wieder mit enormer Geschwindigkeit empor – bis in eine Höhe von 1 300 Metern. Krishna zeigte kein Mitleid. Er feuerte ein Raketengeschoss ab. Salvas Los war entschieden. Er konnte der Gefahr nicht entrinnen. Die Rakete folgte ihm, wurde vom Geräusch von Salvas Flugzeug gelenkt. Salva starb in einem glühenden Feuerball.

Im 7. Buch des wohl ältesten Epos der Menschheitsgeschichte, des »Mahabharata« werden Götterwaffen beschrieben, deren Wirkungsweise mit denen von Atombomben gleichgesetzt werden muss. Über eine dieser Waffen heißt es: »Sie schoss hoch in die Lüfte, und Flammen brachen aus ihr hervor, die dem Feuer glichen, das die Erde am Ende des Erdzeitalters verschlingt. Tausende von Sternschnuppen fielen vom Himmel. Die Tiere in den Gewässern und auf dem Land erzitterten vor Angst. Die Erde bebte.«

Die fürchterlichen Geschossen waren »mit der Kraft des Universums« ausgestattet. Sie explodierten mit vernichtender Gewalt, wobei »eine weißglühende Säule von Rauch und Flammen, so hell wie zehntausend Sonnen« entstand. »Die unbekannte Waffe ist ein strahlender Blitz, ein verheerender Todesboote, der alle Angehörigen der Vrischni und der Andhala zu Asche zerfallen ließ. Die verglühten Körper waren unkenntlich. Denjenigen, die davonkamen, fielen die Haare aus. Töpfereien zerbrachen, Vögel wurden weiß. In kurzer Zeit war die Nahrung vergiftet. Der Blitz senkte sich und wurde feiner Staub. Um diesem Feuer zu entkommen, stürzten sich die Soldaten in die Flüsse, um sich und ihre Ausrüstung zu waschen. Es war, als seien die Elemente losgelassen, die Sonne drehte sich im Kreise. Von der Glut der Waffen versengt taumelte die Welt in Hitze. Tausende von Wagen wurden vernichtet. Dann senkte sich tiefe Stille. Es bot sich ein schauerlicher Anblick. Die Leichen der Gefallenen waren von der fürchterlichen Hitze verstümmelt, so dass sie nicht mehr wie Menschen aussahen.«

Derlei Texte beschäftigten auch Dr. Robert Oppenheimer, der in den Jahren 1943-1945 Leiter der Atombombenentwicklung in Los Alamos war. Als die erste Test-Atombombe gezündet worden war, zitierte Physiker und Sanskritkenner Oppenheimer einen altindischen Vers aus dem »Mahabharata«: »Ich habe die Gewalt des Universums entfesselt. Nun bin ich zum Zerstörer des Universums geworden.«

Sieben Jahre später hielt Dr. Oppenheimer einen Vortrag an der Universität von Rochester. Als es im Anschluss daran zu einer Diskussion kam, fragte ein Student, ob denn die Atombombe von Alamogordo die erste gewesen sei, die man gezündet habe, oder ob es nicht vielleicht schon früher bereits ähnlich erfolgreiche Tests gegeben habe, die bislang der Öffentlichkeit verheimlicht worden waren. Kaum jemand verstand die Aussage Oppenheimers: »Well. es war die erste, ja. Jedenfalls in moderner Zeit!« Oppenheimer ging also davon aus, dass es bereits in vorgeschichtlichen Zeiten atomare Explosionen gegeben hat - im Alten Indien.

»Science-Fiction - Realität vor Jahrtausenden?«,
Teil 8 meiner »Sonntags-Serie«
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«,
erscheint ausnahmsweise bereits am
Donnerstag, den 4. März 2010
.

Grund: Vom 5.-7.3.2010 führe ich das 15.Seminar »Phantastische Phänomene« in Bremen durch!

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