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Sonntag, 10. März 2019

477 »Die Erde ist ertrunken – Ku emu a«

Teil 477 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Sieben Kundschafter fanden den Weg zur Osterinsel

Sieben Kundschafter, so ist überliefert, fanden einst den Weg zur rettenden Osterinsel. In einer anderen alten Sage der Osterinsel wird der kühne Versuch von sechs Männern beschrieben, den heiligen Moai »Tauto« zu retten und aus der im Meer versinkenden Heimat zur neuen Heimat zu schaffen (1). Die sechs mutigen Seeleute sahen sich am Ziel ihrer weiten Reise angekommen in einer höchst gefährlichen Situation. Würden sie selbst beim Versuch den vergessenen Moai Tauto zu bergen ums Leben kommen?

Das Meer verschlang nach und nach die alte Heimat, die sechs Männer (2) »beeilten … sich noch mehr um ihr Werk zu beenden und möglichst schnell nach Anakena (eine Bucht der Osterinsel) zurückzukehren, und die Ratschläge Hotu Matuas vergessend, ließen sie nicht die nötige Vorsicht walten. Als sie den Moai zum Boot hinuntertragen wollten, da entglitt er ihnen und zerbrach: der Kopf war vom Rumpfe getrennt.«

Foto 2: Die alte Heimat versank im Meer...

Der schon legendäre Erforscher der Osterinsel Thor Heyerdahl (*1914; †2002) war vorübergehend im Besitz der Originale von schriftlichen Aufzeichnungen, die von eingeweihten Osterinsulanern niedergelegt worden waren. Diese Manuskripte wurden strikt geheim gehalten. Selbst in der Bevölkerung der Osterinsel bekam sie so gut wie niemand zu lesen. Eine ganze Reihe von »Heften« soll auf den legendären »Dorfkapitän« Esteban Atan zurückgehen. Als Thor Heyerdahl 1955 und 1956 auf der Osterinsel intensiv Ausgrabungen durchführte, kam er vorübergehend in den Besitz der mysteriösen Notizen. Er durfte sie aber nicht behalten, sondern musste sie wieder zurückgeben. Im Jahr 1963 durfte der französische Osterinselforscher Francis Mazière ebenfalls geheime Aufzeichnungen über die Geschichte der Osterinsel studieren. Auch er erhielt die Dokumente nur leihweise. Heyerdahl fertigte Kopien an.

Die russischen Gelehrten Prof. Dr. Fjodor Petrowitsch Krendeljow und Dr. phil. Aleksandr Michailowitsch Kondratow zitierten erstmals 1980 explosives Material aus den geheimen Unterlagen, die Jahrzehnte zuvor Heyerdahl zur Verfügung gestanden hatten, in  ihrem Buch »Die Geheimnisse der Osterinsel«. Eine Übersetzung ins Deutsche erschien 1987 in Moskau und Leipzig. Die zweite Auflage mit dem brisanten Material erschien bereits 1990 (3). Was das Buch so spannend macht das sind uralte, kaum bekannte  Überlieferungen der Osterinsel, in denen ganz eindeutig von einem Atlantis der Südsee gesprochen wird. Da heißt es zum Beispiel (4):

Foto 3: Tautos Kopf brach vom Rumpf
»Der Jüngling Tea Waka sagte: ›Unsere Erde war früher ein großes Land, ein sehr großes Land.‹ Kuukuu fragte ihn: ›Aber warum wurde das Land klein?‹ Tea Waka antwortete: ›Uwoke senkte seinen Stab darauf. Er senkte seinen Stab auf die Gegend Ohio.‹«

Nach der mythischen Tradition der Südsee gab es einst ein großes Königreich in der Südsee. Uwoke, ein mächtiger Gott des Erdbebens berührte mit einem »Stab« das Land. Große Teile davon versanken. Übrig blieb, so wissen es die alten Überlieferungen, die Osterinsel. Weiter heißt es in Heyerdahls Kopien, zitiert bei Krendeljow und Kondratow: »Es erhoben sich Wellen, und das Land ward klein. Der Stab Uwokes zerbrach am Berg Puku-puhipuhi. Von nun an wurde es Te-Pito-o-te-Henua, der Nabel der Erde genannt.«

In einer anderen Überlieferung, ebenfalls in den Aufzeichnungen Thor Heyerdahls vor dem Vergessen bewahrt, heißt es: »Kuukuu sagte zu ihm: ›Früher war diese Erde groß.‹ Der Freund Tea Waka sagte: ›Diese Gegend nennt sich Ko-te-To-monga-o-Tea-Waka.‹ Ariki Hotu Matua fragte: ›Warum versank das Land?‹ ›Uwoke machte das; er versenkte das Land‹ antwortete Tea Waka. ›Von nun an wurde das Land Te-Pito-o-te-Henua genannt.« Te-Pito-o-te-Henua bedeutet »Nabel der Welt«.

Was erzählen uns diese mysteriösen Überlieferungen? Sie berichten davon, dass in der Südsee einst auf der einen Seite Landmassen unter Wasser gedrückt und dass auf der anderen Seite Landmassen über den Meeresspiegel angehoben wurden. Mit anderen Worten: Die Urheimat der Osterinsulaner verschwand in den Tiefen des Pazifiks, die neue Heimat, heute als Osterinsel bekannt, erschien über den Wogen des Meeres.

Zurück zur Sagenwelt der Osterinsel. Der heilige Moai wurde Opfer einer gewaltigen Naturkatastrophe, die offenbar weite Teile des Pazifiks heimsuchte. Der Osterinsulaner Jose Fati erzählte Fritz Felbermayer die Ereignisse in Sachen »Der Moai Tauto« (5). In der Sage heißt es konkret (6): »Als dies geschah, da bedeckte sich der Himmel mit schwarzen Wolken, Sturm kam auf, Blitze erhellten jäh den Raum, und strömender Regen rauschte hernieder von Maori (7) bis Te Pito O Te Henua (8).« Es gab also eine Naturkatastrophe vom versinkenden Maori bis zur Osterinsel, das heißt es waren weite Teile des Pazifiks betroffen! Als Maori Nui Nui, die Urheimat der Osterinsulaner, nach und nach von stürmischen Wogen überflutet wurde, da tobten Stürme gegen die kleine Osterinsel. Jose Fati erzählte Dr. Fritz Felbermayer die Sage »Der Moai Tauto«. Da heißt es (9): »Als Hotu Matua dies in seinem neuen Lande (Osterinsel) sah, da beschlich ihn  die Ahnung dessen, was geschehen war.«

Foto 4: Tautos Rumpf blieb zurück

Die Rettungsaktion für die vergessene Statue Tauto wird offensichtlich auch in anderen Sagen der Osterinsel überliefert (10). So wie heute so manche Steinstatue der Osterinsel direkt am Strand von den Unbilden der Naturgewalten bedroht ist, so konnte die verehrte Statue Tauto jeden Moment ein Opfer der brachialen Wellen werden (11): »Sie (die Retter) erreichten endlich die Küste von  Marea Renga, wo sie die vergessene Staue von Tauto vorfanden, die immer noch am Rande von Marae-toe-hau (12) stand, just wie von  Hotu Matua beschrieben. Als sie sie gerade von dort entfernten, da schlug der Gott der Erdbeben zu und stürzte große Landstriche ins Meer.«

Der Osterinsulaner Arturo Teao wusste aus der Sagenwelt der Osterinsel zu berichten (13), dass »Wellen über das Land (Urheimat der Osterinsulaner) hereinbrachen, der Wind tobte, Regen  strömte, Donner brüllte, Meteoriten auf das Land stürzten.« Kurz gesagt, es herrschten geradezu apokalyptische Verhältnisse.

Die Statue Tauto entglitt den mutigen Rettern, stürzte krachend zu Boden und zerbrach. Die Männer drohten in den Fluten umzukommen. Höchste Eile war geboten.  Sie flohen in Panik, schleppten nur den Kopf von Tauto in ihr Boot. Körper, Arme und Beine mussten sie zurücklassen.

Kurios ist, dass die Statue Tauto auch über Beine verfügte, im Gegensatz zu den Kolossen der Osterinsel! Fast 1.000 Statuen der Osterinsel sind bekannt. Sie werden aber immer wieder wie vor über einem Jahrhundert in den Medien als »Steinköpfe« bezeichnet (14). Tatsächlich ragen besonders in unmittelbarer Nähe des Steinburchs steinerne Häupter aus dem Erdreich. Aber seit über einem Jahrhundert weiß man, dass auch diese »Steinköpfe« über einen Rumpf und Arme verfügen, aber nicht über Beine. Geradezu lächerlich wird es dann, wenn gemeldet wird (15):

Foto 5: Nur eine Statue hat auch Beine
»Es ist eine der größten archäologischen Entdeckungen des Jahres 2012. Ein privates Team aus Forschern und Archäologen nimmt derzeit eine spektakuläre Ausgrabung, im Rahmen des Easter Island Statue Project, an den bekannten Köpfen der Osterinsel vor, welche zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Anlass dazu gaben einige Moais, wie man die Figuren nennt, im Inselinneren. Hier finden sich mehrere Moai-Statuen, die nicht nur aus einem Kopf bestehen, sondern einen kompletten Körper besitzen. Diese vollständigen Statuen findet man zum einen auf Steinplatten in alten Tempelanlagen und zum anderen in alten Werkstätten der Insel.«

Man muss sich die Worte auf der Zunge zergehen lassen: »Hier finden sich mehrere Moai-Statuen, die nicht nur aus einem Kopf bestehen, sondern einen kompletten Körper besitzen.« Was für ein Unsinn! Einen kompletten Körper hat nur eine einzige Statue. Nur aus einem Kopf besteht keine einzige Statue. An der Meldung ist nichts sensationell, nur alles falsch. Bis heute ist eine einzige Statue bekannt, die einen kompletten Körper, Beine inklusive, hat. Diese kuriose Figur scheint zu knien, auf den Unterschenkeln zu hocken.

Wie mag die Statue Tauto ausgesehen haben, von der nur der Kopf auf die Osterinsel geschafft wurde? Wo mag sich das steinerne Haupt heute befinden. Zu Beginn des dritten Jahrtausends sind Teile der Osterinsel vom Untergang bedroht. Statuen an der Küste könnten bei wachsendem Meeresspiegel unterspült werden und umstürzen. Ist dafür der Mensch verantwortlich?
Vor Jahrhunderten hatte König Hotu Matua eine Vision. Was aber sah er? Den Untergang des »Atlantis der Südsee«? Oder blickte er in eine fernere Zukunft, als er klagend ausrief (16) »Ku emu a!«, zu Deutsch »Die Erde ist untergegangen«!

Fußnoten
Foto 6: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«
(1)  Felbermayer, Dr. Fritz: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«, Nürnberg 1971, Kapitel »Die ersten Bewohner der Osterinsel«, Seiten 13-15
(2) ebenda, Zeilen 9-15 von oben
(3) Krendeljow, Dr. Fjodor Petrowitsch und Kondratow, Aleksandr Michailowitsch: »Die Geheimnisse der Osterinsel«, 2. Auflage, Moskau und Leipzig 1990
(4) ebenda, Seite 109
(5)  Felbermayer, Dr. Fritz: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«, Nürnberg 1971, Kapitel »Der Moai Tauto«, Seiten 19+20
(6) ebenda, rechte Spalte, Zeilen 3-7
(7) Maori: Urheimat der Osterinsulaner, die im Meer versank.
(8) Te Pito O Te Henua: Einer der Namen der Osterinsel (9)  Felbermayer, Dr. Fritz: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«, Nürnberg 1971, Kapitel »Der Moai Tauto«, Seiten 19+20, Zitat Seite 19, Zeilen 1 und 2 von unten
(10) Joseph, Frank: »Lost Civilization of Lemuria/ The Rise and Fall of the World’s Oldest Culture«, Rochester 2006, Kapitel »Navel of the World«, S. 54-S.82
(11) ebenda, Seite 62, Zeilen 12 - 15 von oben: »They at last arrived on the shores of Marea Renga, where they found the forgotten statue auf Tauto still standing at the edge of Morae-toe-hau, just as Hotu Motua described. But as they were removing it, the god of earthquakes struck, upending great stretches of territory into the sea.« Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein

Foto 7
(12) Marae-toe-hau: Teil der versunkenen Urheimat der Osterinsulaner.
(13) Joseph, Frank: »Lost Civilization of Lemuria/ The Rise and Fall of the World’s Oldest Culture«, Rochester 2006, Seite 62, Zeilen 16 und 15 von unten: »According to Arturo Teao ›the waves broke, the wind blew, rain fell, thunder roared, meteorites fell on the island.‹« Übersetzung aus dem Englischen
(14) Beispiel: https://www.reise-inspirationen.de/die-osterinsel-wo-die-steinkoepfe-wohnen-reisemagazin-herbst-2017/ (Stand:18.01.2019)
(15) https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/archaeologie/die-moai-statuen-auf-der-osterinsel-haben-einen-koerper-13371666
(16) Joseph, Frank: »Lost Civilization of Lemuria/ The Rise and Fall of the World’s Oldest Culture«, Rochester 2006, Seite 62, Zeile 9 von unten

Zu den Fotos
Foto 1: Sieben Kundschafter fanden den Weg zur Osterinsel. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Die alte Heimat versank im Meer... Symbolbild. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Tautos Kopf brach vom Rumpf. Symbolbild. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Tautos Rumpf blieb zurück. Symbolbild. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Nur eine Statue hat auch Beine. Foto: Zeichnung Grete C. Söcker, bearbeitet von Walter-Jörg Langbein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: »Sagen und Überlieferungen der Osterinsel«.
Foto 7: »Lost Civilization of Lemuria/ The Rise and Fall of the World’s Oldest Culture«.

478 »In der Menschenfresserhöhle«,
Teil 478 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17.03.2019






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Sonntag, 7. Oktober 2018

455 »Ahurikiriki und das Geheimnis der verschwundenen Statuen«

Teil 455 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörgangbein

Foto 1: Die 15 Kolosse von Tongariki.

Die Kolossalstatuen der Osterinsel haben das einsame Eiland in den Weiten des Pazifiks weltberühmt gemacht. Die größte steinerne Plattform, Tongariki, befindet sich am östlichen Ende der Südküste der Osterinsel. Fünfzehn Statuen stehen heute wieder auf dem altehrwürdigen »ahu«, den Blick ins Innere des Eilands gerichtet. Eine größere Ansammlung von steinernen Riesen auf einer Plattform findet sich nirgendwo auf dem Eiland. Es soll aber einst eine noch größere Plattform mit sechzehn Statuen gegeben haben.

William  J. Thomson,  Zahlmeister auf dem Schiff »USS Mohican«, publizierte (1) eine recht lange, penibel genau geführte Liste von Monumenten, so wie er sie in der kurzen Zeit vom 18. bis 31. Dezember 1886 inspiziert und vermessen hat. Das wohl bemerkenswerteste Denkmal, das er beschreibt, konnte er allerdings nur aus der Distanz beschreiben. Dieses Monument ist irgendwann spurlos verschwunden und gibt bis heute Rätsel auf. Immer wieder wurde nach »Plattform Nr. 112« gesucht. Bis heute vergeblich.

Foto 2: Einige der 15 Kolosse von Tongariki.

Thomson schreibt (2): »Plattform No. 112. – Genannt Ahurikiriki. Gelegen am äußersten südwestlichen Ende der Insel, und außergewöhnlich wegen ihrer Position an einer lotrecht abfallendend Klippe (Höhe fast 1.000 Fuß) und mittig zwischen Meer und oberem Rand.«

Diese Beschreibung weist sehr deutlich auf die in der Tat fast 1.000 Fuß hohe  Felswand an der Südwestspitze der Osterinsel hin. Vom Zeremonial-Zentrum der Osterinsel kletterten mutige Männer 300 Meter in die Tiefe, um zur »Vogelinsel« zu schwimmen (»Vogelmann-Kult«). Und an dieser Felswand sollen einst, so Thomson, wohl auf einem kleinen Felsvorsprung sechzehn kleine Statuen gestanden haben. Als Thomson sie 1886 zu Gesicht bekam, standen sie aber schon nicht mehr. Sollte Thomsons Schilderung den Tatsachen entsprechen, dann hätten auf dem Felsvorsprung in der Steilklippe mehr Statuen gestanden als auf jeder anderen Plattform.

Foto 3: 15 Statuen. Foto Ingeborg Diekmann

Thomson (3): »Sechzehn kleine Götzenbilder liegen auf dieser Plattform und viele davon scheinen sich in einem ausgezeichneten Zustand zu befinden. Wir konnten keine Möglichkeit ausfindig machen, wie wir diesen kleinen Vorsprung hätten erreichen können, auf welchem diese Plattform steht. Kein Weg führt vom  oberen Rand der Klippe hinab, es gibt auch keinen Zugang von rechts oder links, und von unten geht es lotrecht nach oben.«

Thomson weist auf die Brecher des Meeres, die gegen den Fuß der Klippe schlagen und stellt Überlegungen an, wie wohl die sechzehn kleinen »Götzenbilder« an Ort und Stelle gebracht werden konnten. Er hält es für »kaum wahrscheinlich«, dass die Figuren einst von oben an Seilen hinab gelassen wurden. Seine Schlussfolgerung: Es müsse einmal einen »Zugang« (4) gegeben haben, der von den tosenden Wellen abgetragen wurde. Ganz ähnlich sieht es im »Dorf der Toten« aus: Unklar ist, wie die »Sarkophage« von Karajia an ihren Bestimmungsort gelangten.  Sie stehen auf einem kleinen Felsvorsprung an  einer senkrechten Felswand, etwa auf halber Höhe, etwa dreihundert Meter unterhalb des Dorfes Karajia. Die mysteriösen »Sarkophage« von Karajia befinden sich allerdings noch heute an Ort und Stelle.

Zurück zur verschwundenen Plattform Nr. 112, genannt »Ahurikiriki«. Leider sind Thomsons Reisenotizen, die eventuell zusätzliche Informationen zu »Ahurikiriki« enthalten haben mögen, unauffindbar. Sie sollen sich bis 1904 im Besitz des »Smithsonian Institution«, Washington D.C., befunden haben, wurden aber offenbar an Thomson zurück geschickt. Vergeblich hat man die in der »Smithsonian Institution« aufbewahrten Thomson-Fotos durchforstet. Es fand sich keine einzige Aufnahme der mysteriösen Plattform. Wie dem auch sei: 1886 will Thomson die 16 Götzenbilder in der Felswand gesehen haben. Oder hat der gute Thomson einfach nur fantasiert? 

Foto 4: Eine beeindruckende Kolonne von Riesen.

Offenbar nicht! Denn Katherine Routledge bestätigt Thomson (5). Demnach konnte Thomson anno 1886 eine »Reihe von Götzenbildern (6) sehen, aber nicht erreichen. Als Katherine Routledge 1913/1914 vor Ort war, waren die Figuren allerdings abgestürzt und lagen »1.000 Fuß tiefer« am Meeresufer. Katherine Routledge scheint einen zweiten Band zum Thema Osterinsel geplant zu haben. Offenbar wollte sie auch näher auf die Plattform Nr. 112, genannt »Ahurikiriki« eingehen, Das legen ihre handschriftlichen Notizen nahe, die erhalten geblieben sind. Zu einem zweiten Buch aber kam es leider nicht.

Eine Lehrerin, die in einer der Schulen von Hanga Roa unterrichtete, erklärte mir: »Ahurikiriki hat zweifelsohne existiert! Es gibt einige Lieder, die diese Statuen am Abgrund besingen!« Kaum hatte sie diese Worte gesprochen, begann sie sogleich, mir eines der Lieder vorzusingen, in der so vokalreichen, wohlklingenden Sprache der Osterinsel. Immer wieder tauchte »I Ahu Rikiriki«. Die Lehrerin übersetzte mir einige Passagen: »Ich bin bei der Plattform (ahu) von Rikiriki und sie bringen die moai zu Fall.«

Foto 5: Tongariki soll einst ein religiöses Zentrum gewesen sein.

Voller Begeisterung erzählte mir die Lehrerin vom alten Urglauben der Osterinsel, verschwieg aber mehr als sie zu enthüllen bereit war. So erfuhr ich von »religiösen Praktiken«, die zum »Iviatua«-Kult gehörten. Im Zentrum der Religion stand der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele. Die Seelen der Dahingeschiedenen konnten noch zwei Jahre nach dem physischen Tod der Menschen auftauchen und den Nachkömmlingen der Toten helfen, so die in Not geraten sollten.  Zwei Jahre nach dem Tod machten sich die Seelen auf die Reise in ein sagenumwobenes Totenreich irgendwo im Westen.

Die Totenbräuche der Osterinsulaner muten makaber an. Man wartete offenbar bis alles Fleisch eines Toten verwest war. Dann trennte man den Schädel vom übrigen Skelett und setzte ihn bei. Die Knochen wurden gesäubert und kamen in eine »Steinkammer«. Dort begegneten die Geister der kürzlich Verstorbenen den Seelen der Vorfahren, die offenbar aus dem Totenreich angereist kamen.

Als Gottheit wurde Make Make verehrt, als allmächtiger Schöpfergott angebetet. Stammesfürsten verfügten über eine geheimnisvolle »Kraft« oder »Energie«, »Mana« genannt. Mit dieser Kraft konnten Feinde bekämpft, konnte der Wohlstand der Stammesmitglieder gesteigert werden. Mit dieser »übernatürlichen Kraft« konnten Eingeweihte die moai genannten Steinriesen veranlassen, vom Steinbruch aus an ihre Bestimmungsorte zu gehen oder zu fliegen.

Foto 6: Sie wenden dem Meer den Rücken zu.

Die Osterinsulaner glaubten offenbar an zwei Reiche: an ein Reich des Lichts und an ein Reich der Finsternis. Ein örtlicher Geistlicher brachte im Gespräch seine »erheblichen Zweifel« zum Ausdruck. Was die Osterinsulaner einst wirklich glaubten, was wirklich echter Osterinselglaube sei, das könne man leider nicht mehr mit Sicherheit sagen. Und in der Tat: Die Bevölkerung der Osterinsel wurde ja fast völlig ausgelöscht. Starb mit den Menschen der wahre Osterinselglaube? Wurden religiöse Bilder und Überzeugungen aus Polynesien geholt? Nach polynesischer Theologie wurden menschliche Verstorbene zu niederen Göttern, weil sie magische Kräfte von höherrangigen Göttern erhielten. Eingeweiht in die geheimen Glaubenswelten waren hochrangige Priester, »ivi atua« genannt. Diese mächtigen Geistlichen hausten angeblich in kleinen Häusern unter gewaltigen Steinbrocken im Inneren des »Rano Kau«-Vulkans. Dort soll es ein zweites heiliges Zeremonial-Zentrum gegeben haben, das bis heute weitestgehend unerforscht blieb.


Oder die Priester arbeiteten in steinernen Türmen, von denen es auf der Osterinsel eine ganze Reihe gegeben haben soll. Kein einziges dieser Gebäude blieb bis in unsere Tage erhalten. Sie leben aber in Erzählungen aus den »alten Zeiten« fort. Wie sie ausgesehen haben? Das wissen auch die letzten echten Nachkommen der Ureinwohner nicht.

Foto 7: Einer der Kolosse von Tongariki.
Was die Priester in diesen Steintürmen genau getrieben haben? Das soll schon immer nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen sein. Angeblich studierten sie Zeichen aus der »natürlichen Welt«, um prophezeien zu können: über das Wetter, den Fischfang und die anstehende Ernte. Betrieben diese Priester Hokuspokus? Oder studierten sie den Ablauf der Jahreszeiten, stets auf der Suche nach Regelmäßigkeiten im Ablauf der Dinge, um Aussagen über die Zukunft treffen zu können? Von Priestern bemannte Türme könnten sehr wohl auf astronomische Studien hinweisen, die von der Bevölkerung als magische Rituale verstanden wurden. Es mag auch sein, dass die Priesterschaft bewusst den Eindruck zu erwecken suchte, dass sie magische Zauberkräfte besaßen.

Es waren auserwählte Priester, die die Schrift der Osterinsel beherrschten. Sie gravierten ihre Geheimnisse in Holztäfelchen, die bis heute nicht übersetzt werden konnten. Genauer gesagt: Es gibt verschiedene Versuche, einige der Texte zu übersetzen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen werden aber nicht von »der« Osterinselforschung anerkannt.

Fußnoten
(1) »Te Pito Te Henua, Or Easter Island by William  J. Thomson/ Paymaster, U.S. Navy. From the report of the National Museum, 1888-89, Pages 447-552«. Washington: Government Printing Office 1891.
(2) Global Grey 2014, eBook-Ausgabe, Seite 113, Pos. 1405 (Übersetzung aus dem Englischen: Walter-Jörg Langbein)
(3) ebenda
(4) »And the natural conclusion is, that a roadway once existed, which has been undermined by the waves and has fallen into the sea.«
(5) Routledge, Katherine: »The Mystery of  Easter Island«, 1919, Nachdruck
Kempton 1998, S. 174, ab Zeile 8 von unten
(6) Im englischen Original: »images«.

Foto 8: Die Riesen von Tongariki... steinerne Hüter alten Wissens. Foto Ingeborg Diekmann


Zu den Fotos
Foto 1: Die 15 Kolosse von Tongariki. Foto Walter-Jörg Langbein 
Torsten Nierenberg hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass Foto 
Nr.1 spiegelverkehrt wiedergegeben wurde. Ich habe das korrigiert 
und bedanke mich sehr herzlich bei Torsten für den hilfreichen Hinweis!
Foto 2: Einige der 15 Kolosse von Tongariki. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: 15 Statuen. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 4: Eine beeindruckende Kolonne von Riesen. Foto Ingeborg Diekmann
Foto 5: Tongariki soll einst ein religiöses Zentrum gewesen sein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Sie wenden dem Meer den Rücken zu. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Einer der Kolosse von Tongariki. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Die Riesen von Tongariki... steinerne Hüter alten Wissens. Foto Ingeborg Diekmann

456 »Rätselhafte Kolosse und geheimnisvolle Kammern«,
Teil 456 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 14.10.2018


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Sonntag, 25. März 2018

427 „Warum versank das Land?“

Teil  427 der Serie 
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Die sieben legendären Kundschafter.

In alten Legenden, die man sich auf der Osterinsel und Ponape erzählt, gab es einst mysteriöse Monster. Wie diese amphibischen Gottheiten, die sich in der Südsee häuslich niedergelassen haben sollen, genau ausgesehen haben, darüber findet sich kaum ein Hinweis in den Mythen, die bis in unsere Tage erhalten geblieben sind. Nan Somohol gehörte zu ihnen. Er tummelte sich als aalartiges Wesen in den Gefilden von Nan Madol, war das Ebenbild eines »himmlischen Gottes«.

Die mythologischen Überlieferungen machen deutlich, warum Nan Madol dort entstand, wo es gebaut wurde. Just dort siedelten sich Götter, die aus dem Himmel kamen, an. Sie hatten in Nan Madol einen Stützpunkt. Ein rituelles Zentrum der Götterverehrung lag auf der Insel Darong. Im Zentrum befindet sich ein "heiliger Teich". Es handelt sich dabei um einen künstlich angelegten, mit einer steinernen Einfassung versehenen See. Elf  sorgsam angelegte unterirdische Kanäle stellen eine direkte Verbindung zum Meer her.
    
Foto 2: Ruinen von Nan Madol.
Einer dieser Tunnels ist immerhin zwei Kilometer lang. Er führt, teilweise unter dem Meeresboden verlaufend, bis jenseits des Riffs und endet unter Wasser! So war dafür Sorge getragen, dass der kleine See (Ausmaße 70 mal 56 m) niemals austrocknete. Freilich dienten die unterirdischen Kanäle nicht nur der simplen Wasserzufuhr. Vielmehr ermöglichten sie es einer der Wassergottheiten vom Meer aus direkt ins Zentrum des Eilands zu schwimmen.
    
Auch die zahllosen Kanäle zwischen den monströsen Steinbauten waren keineswegs nur simple Wasserwege. In ihnen bewegten sich auch die himmlischen Göttern, die sich im Wasser am wohlsten fühlten. Deshalb mussten die Kanäle auch immer Wasser führen, auch bei Ebbe. Um das zu gewährleisten hatte man ein kompliziertes System von Schleusen in die Wasserstraßen eingebaut. Auf diese Weise war es möglich, den Wasserstand in den Kanälen beliebig zu regulieren. So wurde mit Bedacht verhindert, dass sie bei Ebbe oder in Trockenzeiten kein Wasser führten.
    
Noch heute erzählt man vor Ort eine uralte Legende. Einst habe im Bereich der künstlichen Inseln eine Furcht einflößende Drachenfrau gelebt. Jenes Wesen hat angeblich mit tosendem Schnauben die zahllosen Kanäle zwischen den vielen Eilanden entstehen lassen. Selbst Archäologen sind davon überzeugt, dass die Geschichte einen wahren Kern hat. Der Mutterdrache soll in Wirklichkeit ein Krokodil gewesen sein.
    
Zurück zum Mythos: Der Sohn der Drachenfrau hat dann, zusammen mit einem Gehilfen und einem geheimen Zauberspruch, die Steinsäulen durch die Luft herbeifliegen lassen.
    
Unterirdische Tunnels, die Wasser in künstlich angelegte Seen auf ebenso künstlich erbauten Inseln  fließen ließen waren vom Komplex Nan Madol einfach nicht mehr wegzudenken. Viele von ihnen sind inzwischen eingestürzt. So mancher ist nur einfach vergessen worden, so mancher Eingang auch nur überwuchert. Andere Kanäle sind nach wie vor bekannt, zumindest wo ihre Ein- und Ausgänge auf den Inseln zu finden sind.
   
Foto 3: Monstermauern von Nan Madol.

Immer wieder heißt es, dass aus diesen sakralen Kanalisationen  verehrungswürdige Gottwesen auftauchten und Kontakt mit den Menschen aufnahmen. So war dies zum Beispiel auch auf der Insel Dau. Die himmlischen Götter aber, so heißt es immer wieder in den uralten Überlieferungen, die auch heute noch erzählt werden, kamen in fliegenden Boten zur Erde. Ein Beispiel:
    
»Die alte Überlieferung berichtet, dass da dereinst ein Kanu war, das vom Himmel her absegelte. Es kam nicht vom offenen Meer her, sondern vom hohen Himmel herab. An Bord waren drei Männer. Das fliegende Schiff kam nach Nan Madol. Es schwebte über die Insel dahin. Schließlich gelangte es in den Westen. Die Männer nahmen einen der Hohen Häuptlinge des westlichen Nan Madol an Bord. Sie flogen mit ihm weg. Niemand wusste, was sie besprachen. Aber als sie wieder zurückkamen, da wurde der Hohe Häuptling zum ersten König ernannt.«
    
So wenig wir sonst noch über das Aussehen dieser Wesen wissen, so sind folgende Fakten nicht zu bestreiten: Die steinzeitliche Anlage des Venedigs der Südsee entstand an der Stelle, die nicht von den Menschen, sondern von den Göttern auserwählt worden war. Die Götter, intelligente Meereslebewesen, kamen eindeutig vom Himmel herab auf die Erde und begegneten den Menschen als amphibische Kreaturen.

Es drängen sich Fragen auf! War der Komplex von Nan Madol immer schon eine Ansammlung von rund 100 künstlich geschaffenen Inseln? Oder waren die einzelnen Insel einst gar keine Inseln? Stieg der Meeresspiegel, so dass aus Straßen »Kanäle« wurden? Entstand das »Venedig der Südsee« erst als eine »Sintflut« den mythologischen Kontinent Mu versinken ließ?

Foto 4: Einst soll die Osterinsel sehr viel größer gewesen sein.

Wirklich südseehaft ist die Osterinsel  nicht. Sie entspricht ganz und gar nicht den gängigen Klischees. Sie verfügt – mit einer Ausnahme – über keinerlei Sandstrand. Ihre Küste ist über weite Strecken felsig und schroff. Auch sind Palmen auf dem Inselchen Mangelware. 3550 Kilometer Salzwasserwüste trennen es von der Küste Chiles, 4200 von Tahiti. Zu einem Weltwunder der archäologischen Art machen das Eiland gigantische Steinstatuen, wahrhaft riesenhafte Figuren, vereinzelt mehr als zwanzig Meter hoch. Der frühe Weltreisende und Forscherautor Ernst von Hesse-Wartegg war von den großen Kulturen unseres Globus fasziniert. Die Monumente, die unsere Vorfahren weltweit bereits vor Jahrtausenden errichteten, verblüfften den Weltenbummler. Nichts aber verblüffte ihn so, wie die Kolosse auf der Osterinsel. Von Hesse-Wartegg schrieb kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in seinem zweibändigen Werk »Die Wunder der Welt« Band 1, Stuttgart, Berlin, Leipzig o.J. S. 473 und 474, dass die schweigenden Riesen von „unbekannten Schöpfern“ gemeißelt wurden und »wahrscheinlich zu den ältesten Skulpturen der Menschheit« gezählt werden müssten.

Foto 5: Teile der Osterinsel ... im Meer versunken?

Nach den ältesten Mythen der Osterinsel gab es einst in grauer Vorzeit weit im Westen Südamerikas ein paradiesisches Eiland, »Maori Nui Nui«, zu Deutsch »Groß Maori«. König Taenen Arei regierte das Reich. Groß waren seine Sorgen. Stand doch die Existenz seines gesamten Volkes auf dem Spiel! »Maori Nui Nui« würde in den Fluten des Pazifiks versinken. Hatte sein Volk überhaupt eine Chance zu überleben?

Schließlich übernahm Taenen Areis Sohn, Hotu Matua, die Regierungsgewalt. Er wwar der erste König. Voller Tatendrang rüstete er Expeditionen aus. Seine tüchtigsten Seefahrer sollten eine neue Heimat für das vom Untergang bedrohte Volk finden. Doch die Kundschafter kamen immer wieder zurück, ohne in den Weiten des Meeres neues Land gefunden zu haben.

Im letzten Augenblick gab es himmlische Hilfe. Gott Make Make stieg vom Himmel herab, ergriff den Priester Hau Maka und verschleppte ihn  durch die Lüfte zu einem fernen, unbekannten Eiland. Make Make erklärte dem verblüfften Priester genau, wie man von seiner alten Heimat, dem vom Untergang bedrohten Atlantis der Südsee, zur neuen Insel gelangen konnte. Make Make warnte eindringlich vor gefährlichen Felsenriffen und wies auf Vulkane hin. Er zeigte dem Geistlichen eine Kuriosität: »weiches Gestein«. Es dürfte sich um noch nicht ganz erstarrte Lava gehandelt haben.

Foto 6: Oder stieg der Meeresspiegel?

Schließlich wurde Hau Maka in die alte Heimat zurück gebracht. Sofort berichtete er seinem König von seinem Traum. Ein Traum musste der Flug mit dem Gott Make Make ja gewesen sein. Der König wählte sieben Seefahrer aus, die sofort zu einer Erkundungsfahrt aufbrachen. Tatsächlich fanden sie die neue Insel.  Nach dreißig Tagen strapaziöser Fahrt übers Meer. Nach weiteren vierzig Tagen waren die sieben Kundschafter wieder zu Hause. Der König befahl den Exodus. Die gesamte Bevölkerung von »Maori Nui Nui« siedelte um: vom Atlantis der Südsee auf die Osterinsel. Die neue Heimat wurde planmäßig erkundet und in Besitz genommen. Zu Ehren der sieben Kundschafter wurden sieben Statuen aufgestellt, die aufs Meer hinaus blicken. (Siehe Foto 1!)

Nach der mythischen Tradition der Südsee gab es einst ein großes Königreich in der Südsee. Uwoke, ein mächtiger Gott des Erdbebens berührte mit einem »Stab« das Land. Große Teile davon versanken. Übrig blieb, so wissen es die alten Überlieferungen, die Osterinsel. Weiter heißt es in Heyerdahls Aufzeichnungen, zitiert bei Krendeljow und Kondratow (2):

»Es erhoben sich Wellen, und das Land ward klein. Der Stab Uwokes zerbrach am Berg Puku-puhipuhi. Von nun an wurde es Te-Pito-o-te-Henua, der Nabel der Erde genannt.«  In einer anderen Überlieferung, ebenfalls in den Aufzeichnungen Thor Heyerdahls vor dem Vergessen bewahrt, heißt es: »Kuukuu sagte zu ihm:

›Früher war diese Erde groß.‹ Der Freund Tea Waka sagte: ›Diese Gegend nennt sich Ko-te-To-monga-o-Tea-Waka.‹ Ariki Hotu Matua fragte: ›Warum versank das Land?‹ ›Uwoke machte das; er versenkte das Land‹ antwortete Tea Waka. ›Von nun an wurde das Land Te-Pito-o-te-Henua genannt.« Te-Pito-o-te-Henua bedeutet »Nabel der Welt«.

Foto 7: Direkt vor der Küste der Osterinsel
warten die ältesten Rätsel auf Entdeckung.


Der Mythologie nach war die Osterinsel einst sehr viel größer als heute. Verantwortlich sei, so wird überliefert, Uwoke, eine Gottheit aus uralten Zeiten. Eine gewisse Erleichterung macht sich breit. Zumindest an dieser Katastrophe sind wir Dieselfahrer gänzlich unbeteiligt!

Fußnoten
1) von Hesse-Wartegg, Ernst von: »Die Wunder der Welt« Band 1, Stuttgart, Berlin, Leipzig o.J. S. 473 znd 474
2) Krendeljow/ Kondratow: »Die Geheimnisse der Osterinsel«, 2. Auflage, Moskau
und Leipzig 1990, S. 109

Zu den Fotos
Foto 1: Die sieben legendären Kundschafter. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Ruinen von Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Monstermauern von Nan Madol. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Einst soll die Osterinsel sehr viel größer gewesen sein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Teile der Osterinsel ... im Meer versunken? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Oder stieg der Meeresspiegel? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Direkt vor der Küste der Osterinsel warten die ältesten Rätsel auf Entdeckung. Foto Walter-Jörg Langbein

428 »Besuch bei einem monströsen Wesen aus Stein«,
Teil  428 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 01.04.2018



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