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Sonntag, 23. Juli 2017

392 »Von Tunneln, verborgenen Schätzen und Legenden«

Teil  392 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein



Fotos 1- 3: Tunneleingänge
Schon auf der abendlichen Rückfahrt ins Hotel bedauerte ich, nicht zumindest in einen der diversen Schächte gekrabbelt und das Innere eine dieser Riesenpyramiden erkundet zu haben. Und je weiter ich mich von den Pyramiden an der Küste Perus entfernte, umso größer wurde mein Wunsch, zurückzukehren und bäuchlings in einen der Gänge zu kriechen. 

Rasch vergessen war, wie brüchig schon die Eingänge wirkten. Da waren Brocken von den Decken gefallen, uralte Lehmziegel lagen am Boden der schmalen und niedrigen Tunnels. Und blickte man hinein in den Tunnel, so sah man, dass es da so weiter ging. Ein allzu neugieriger Besucher musste damit rechnen, beim Erkunden des Gangs verletzt zu werden. Schon ein Blick in die Eingänge zeigte: Da bestand Einsturzgefahr. Gut, so denke ich heute, dass ich auf das Abenteuer verzichtet habe!

Mutiger war ohne Zweifel Ephraim George Squier. Squier, 1821 in Bethlehem (New York) geboren, 1888 in New York City verstorben,  war der Sohn eines methodistischen Predigers. Journalismus lag ihm im Blut. So startete er eine wenig Erfolg versprechende »Karriere« als Herausgeber diverser Zeitungen, wechselte dann in die Politik. Schließlich studierte Squier Ingenieurwissenschaften. Nicht zuletzt mit diesem Hintergrundwissen erkundete er mit Abenteuerlust und wissenschaftlicher Präzision die uralten indianischen Erdpyramiden in den Tälern des Ohio und des Mississippi. 1848 erregte er mit seinem Werk über »Ancient Monuments of the Mississippi Valley« Aufsehen.

Foto 4: E.G.Squier
Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentierte er die Existenz von erstaunlichen Bauten im Mississippi-Tal, die heute weitestgehend verschwunden sind. Die Erbauer von Erdpyramiden leisteten dort vor vielen Jahrhunderten Unglaubliches. Leider wurden ihre Meisterwerke, für die gigantische Mengen von Steinen und Erdreich transportiert und verarbeitet wurden, bewusst zerstört. Die »Einwanderer« benötigten immer mehr Flächen für die Landwirtschaft, da mussten Erdpyramiden weichen. Viele wurden abgetragen, neues Ackerland entstand.

Voreilig ist, wer auf die amerikanischen Siedler herabblicken zu können meint. In unseren Breiten wurden »Keltenschanzen« - immerhin oft zwei Jahrtausende alt – wie die Mounds in Amerika zerstört, eingeebnet und »zerpflügt«! Und das offenbar noch in jüngster Vergangenheit.

Kaum noch als der stolze Komplex zu erkennen, der die 2000jährige »Herlingsburg« auf dem Keuperberg beim Schiedersee in meiner lippischen Heimat einst war, ist die heute weitestgehend von Bäumen überwachsene Wallanlage . Heute muss man schon genau hinschauen, um Reste der einst mächtigen Wallanlage zu erkennen. Von uralten Grabanlagen sieht man im Dickicht nichts mehr. Einst gab es im Inneren des Komplexes Brunnen. Sie wurden längst zugeschüttet. Es ist traurig, dass die Spuren teilweise recht großer Kultanlagen, die es vor unserer eigenen Haustüre gab, im Verlauf der letzten Jahrhunderte zerstört und abgetragen wurden.

Fotos 5-8: Kaum noch zu erkennen...

Richtig sesshaft konnte oder wollte Squier wohl nicht werden. Er agierte aktiv in Politik und Diplomatie. führten Squier Mitte des 19. Jahrhunderts nach Zentral- und Südamerika. Oder war seine Sehnsucht nach fremden Ländern und deren Denkmälern der eigentliche Grund für den umtriebigen Squier in die Politik zu gehen? Wie dem auch sei: Anno1863 kam er  als »Kommissar der Unionsstaaten« nach Peru, wo er mit wachsender Begeisterung die ihn faszinierenden mysteriösen Monumente aus uralten Zeiten studierte. 1877 brachte er ein Werk über Peru heraus (1). Schon 1883 erschien die deutsche Übersetzung (1) »Peru - Reise- und Forschungs-Erlebnisse in dem Lande der Incas«.

Foto 9: Squire's Peru

115 Jahre später war ich, ohne es zu wissen, auf Squiers Spuren unterwegs. Schon Squier hatten die gigantischen Pyramiden aus Millionen von an der Sonne getrockneten Lehmziegeln fasziniert. Schon Squier hat sich von Einheimischen erzählen lassen, dass sich im Inneren der großen »Pyramide zu Moche« Räume befänden.

Noch heute, so behaupten Einheimische, wüssten Eingeweihte, wie man in das Innere der Pyramiden zu geheimen Räumen gelangt. Squier schrieb im 19. Jahrhundert (2): »Es sollen in dem Bauwerke Gänge und Kammern vorhanden sein, welche nur die Indianer kennen und unter Schuttmassen sorgfältig verborgen halten. Einer dieser Gänge, so geht die allgemeine Sage, steigt von den Bauwerken am Hügelabhange herab und erstreckt sich unter dem Boden bis in das innerste Heiligtum der Pyramide, in das Gewölbe mit dem Leichnam des mächtigen Fürsten von Chimú, und in welchem vielleicht der ›große Fisch‹ verborgen liegt.«

Foto 10: So sahen die Lambayeque-Pyramiden um 1850 aus

 Bei mehreren der Pyramiden in den Gefilden von Lambayeque sind mir, wie berichtet, sehr niedrige und schmale Stolleneingänge aufgefallen. Sie befanden sich alle jeweils am Fuße der Pyramiden, direkt am Boden. Einen solchen Stollen beschreibt auch Squier anno 1877 (3):

»Er war von Schatzgräbern angelegt worden, und die herausgeförderten Stoffe bildeten an der Mündung des Stollens einen förmlichen kleinen Hügel. Da wir Lichter bei uns hatten, so folgten wir dem Gange bis an sein Ende. Es roch übel darin, und er war schlüpfrig von den Exkrementen der Fledermäuse, die an uns vorbeischwirrten, als sie aufgescheucht wurden, und unsere Lichter ausstieszen, als wenn sie die erzürnten Wächter der Schätze der Chimú-Könige wären. Die Besichtigung zeigte uns nichts auszer den durchhin gehenden Schichten von Ziegeln, keine Spur von Kammern oder Gängen.« (4)

Ich will offen sein: Mich interessiert überhaupt nicht, wie man in der wissenschaftlichen Literatur diese oder jene Kultur nennt, die angeblich diese oder jene Pyramide hervorgebracht hat. Heute spricht man von »Sicán-Kultur«, früher hatte man sich auf »Lambayeque-Kultur« geeinigt. Klar ist lediglich, dass die Pyramidenbauer an der Küste Perus lange vor den Inka aktiv waren und erstaunliche Bauwerke schufen.

Ich will offen sein: Ich habe so meine Zweifel an den Datierungen der gewaltigen Pyramiden, denen man heute noch nur ein relativ geringes Alter zubilligt. So soll Betán Grande bei Chiclayo zwischen 900 n.Chr. und 1100 n.Chr. das religiöse Zentrum der »Lambayeque-Kultur« gewesen sein. »Lambayeque« leitet sich von einer mythologisch-legendären Gestalt ab, von »Ñaymlap«. Ñaymlap soll so etwas wie ein präinkaischer Heros gewesen sein, ein Held, ein Reichsgründer. Angeblich galt Ñaymlap einst als leibhaftiger und unsterblicher Gott. Als er dann aber doch das Zeitliche segnete, so wird überliefert, habe man ihn klammheimlich in seinem Palast beerdigt. Das tumbe Volk sollte auch weiterhin an die Unsterblichkeit Ñaymlap glauben. Bis heute ist das Grab Ñaymlaps nicht gefunden worden. Wird man es je entdecken? Vorsicht ist geboten! Mag sein, dass sich ein früher Herrscher mit dem Namen Ñaymlap schmückte. Mag sein, dass man eines Tages tatsächlich das Grab eines Ñaymlap in einer der Pyramiden findet. Oder präziser: Vielleicht stößt man eines Tages bei Ausgrabungen auf das Grab eines frühen Mächtigen, den die Archäologie dann zu Ñaymlap erklärt. Das Grab des Ñaymlap dürfte schwer zu identifizieren sein, da schriftliche Aufzeichnungen und Beschreibungen aus den mythischen Zeit dieses Herrschers fehlen.

Foto 11: Weiteres Werk von E.G. Squier
Ñaymlap wurde erstmals im 16. Jahrhundert von Cabello de Balboa, einem verlässlichen Chronisten, erwähnt. Nach seit Generationen mündlich überlieferten Berichten tauchte Ñaymlap auf einem riesigen Floß »aus dem Norden« auf. Ich habe mir Legenden über den Heros Ñaymlap erzählen lassen, so wie dies schon Ephraim George Squier im späten 19. Jahrhundert tat. Squier vermeldet, was die stolzen Nachfahren der Pyramidenbauer von Lambayeque behauptet haben (5): »Sie seien zu einer sehr entlegenen Zeit auf einem ungeheuren Flosze von Norden her gekommen unter einem Häuptlinge groszer Geistesgaben und hohen Mutes. Mit Namen Ñaymlap, der viele Genossen und Beischläferinnen mitführte.«

Squier hörte altehrwürdige Legenden von einem riesigen Floß, mit dem Naymlap und Gefolge in der »San-Jose-Bucht« gelandet sein sollen. Andere Legenden, so wie sie mir erzählt wurden, vermelden freilich, dass unter Leitung von Ñaymlap eine wahre Floß-Armada eine neue Zivilisation in die Gefilde von Lambayeque brachte. Aus dieser »Urkultur« sollen die Mochica und Chimú hervorgegangen sein. Es folgten die Sican-Kultur, dann die mörderischen Spanier.

Im Herbst 2011 erhielt ich einen aufgeregt-euphorischen Anruf aus Peru. Der Archäologe Carlos Wester habe gerade den »Palast« von Ñaymlap entdeckt. Ich müsse mich umgehend auf die Reise nach Peru machen, wenn ich bei der Auffindung von Ñaymlaps Grab anwesend sein wolle. Unbeschreiblich kostbare Grabbeigaben aus Gold seien zu erwarten, und das in einer gewaltigen Menge. Man dürfe, ja müsse von Herrlichkeiten in Gold ausgehen, in einem Umfang und einer Kunstfertigkeit, wie man das noch nie gesehen habe. Man sei davon überzeugt, dass jeden Augenblick die Gebeine des mythologischen Herrschers ans Tageslicht kämen, ganz zu schweigen von den sterblichen Überresten unzähliger Menschenopfer, etwa von der Frau des Regenten und von seinen – wie Squier es moralisierend formulierte –  »Beischläferinnen«. Höchste Eile sei geboten. Bis heute kam es nicht zu der anno 2011 angeblich unmittelbar bevorstehenden sensationellen Entdeckung.

Fußnoten
1: Ephraim George Squier: »Peru - Incidents and Explorations in the Land of the Incas«, 1877. Mir liegt die Erstauflage der Übersetzung ins Deutsche vor: »Peru - Reise- und Forschungs-Erlebnisse in dem Lande der Incas«,  Leipzig 1883
Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen.
2: ebenda, Seite 160, Zeilen 11 bis 19 von unten
3: ebenda, Seite 160 ab der 7. Zeile von unten bis unten und Seite 161, Zeilen 1-4 von oben
4: Wer die Werke H.P. Lovecrafts kennt, wird erkennen, dass Squiers Schilderung einer Horrorstory von Lovecraft entnommen sein könnte!
5: Ephraim George Squier: »Peru - Incidents and Explorations in the Land of the Incas«, 1877. Mir liegt die Erstauflage der Übersetzung ins Deutsche vor: »Peru - Reise- und Forschungs-Erlebnisse in dem Lande der Incas«,  Leipzig 1883, Zitat Seite 204, Zeilen 4-7 von unten


Foto 12: Squier um 1870
Zu den Fotos
Fotos 1- 3: Tunneleingänge in die Pyramiden von Túcume und Co.
Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 4: E.G.Squier, etwa 1865. Historische Darstellung, gemeinfrei.
Fotos 5-8: Kaum noch zu erkennen, die Keltenschanze am Schiedersee.
Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Squire's Peru. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 10: So sahen die Lambayeque-Pyramiden um 1850 aus. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 11 Ein weiteres Werk von E.G. Squier. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 12: Squier um 1870. Zeitgenössische Darstellung, gemeinfrei. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

393 »Wo medizinmänner mit Teufeln sprachen«,
Teil  393 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 30.7.2017



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Sonntag, 10. Juli 2016

338 »Die Göttin auf dem Berg«

Teil 338 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Blick auf den Staffelberg

Meine ersten Erkundungen führten mich in jugendlichen Jahren zum Staffelberg bei Staffelstein. Als Kind hoffte ich, den einen oder den anderen »Querkeles«-Zwerg beobachten zu können. Aus der eher schmuddeligen und häufig von Besuchern verunreinigten Höhle hatten sich die kleinen Wesen wohl längst zurückgezogen. Meine Urgroßmutter hatte mir so manche Sage erzählt, von den Staffelberg-Zwergen, wie emsig sie einst den Menschen halfen und ihnen schwere Arbeiten abnahmen. In Sagen wird auch überliefert, dass die Querkele heilkundig waren und bei der Pflege von Kranken halfen.

Die Leibspeise der Querkele waren die fränkische Spezialität schlechthin, nämlich rohe Kartoffelklöße. Gelegentlich stibitzten sie den einen oder den anderen Kloß. Die klugen Hausfrauen gingen stillschweigend darüber hinweg. Eine geizige Frau indes versuchte, derlei harmlosen Mundraub zu unterbinden. Das kränkte die Querkele sehr und sie zogen sich aus den Behausungen der Menschen zurück. Ob sie sich noch am Staffelberg aufhielten? 

Als Bub durchstöberte ich manches Mal die bewaldeten Hänge des Staffelbergs. Ich kroch durch Gestrüpp, krabbelte manche Böschung hinauf. Ich bekam aber weder irgendwelche Spuren der kleinen Wesen, noch einen Querkele selbst zu sehen. Besonders intensiv erkundete ich die Westflanke des Staffelbergs, dem sich der Würzburger Weihbischof Söllner anno 1654 nur ehrfurchtsvoll zu nähern wagte. »Dieser Berg ist ein heiliger Berg. Ich bin nicht würdig, ihn mit Schuhen zu besteigen.«, soll der Kirchenmann einst gesagt haben.

Besonders interessant fand ich die Erkundung des Staffelbergs von Staffelstein aus. Von der Victor-von-Scheffel-Straße aus ging‘s am Friedhof vorbei, steil hinauf auf den Staffelberg. Leider fand ich kein einziges Querkele. Über die Reste der einstigen Wallanlage, von den Kelten vor rund zwei Jahrtausenden angelegt, kroch ich suchend umher. Eingänge zu Höhlen fand ich keine.

Foto 2: Der Eremit Valentin vom Staffelberg

Auf einer meiner jugendlichen Erkundungstouren begegnete mir ein freundlicher, bärtiger älterer Herr, der mit einer spitzen Metallstange im Boden stocherte. Der Mann hätte wohl Karl May als Vorbild für eine seiner Fantasiegestalten dienen können. Er trug eine Art Kutte, er ähnelte darin Valentin Mühe, der von 1913 bis 1925 als Eremit Valentin auf dem Staffelberg lebte. 1925 erkrankte er schwer und verließ den Staffelberg. Ausschlaggebend für seinen Entschluss, seine bescheidene Klause zu verlassen, mag auch die üble Verschmutzung des einst heiligen Bergs gewesen sein. Besonders an hohen kirchlichen Feiertagen wie Ostern strömten die Menschen in Scharen auf den Berg und Bruder Valentin verzweifelte, weil er seinen Berg nicht ausreichend schützen konnte. 1925 verliert sich jede Spur des frommen Mannes.

Der Mann mit der Kutte erklärte mir, dass er nach einem »Brunnenschacht der Kelten« suche. Er habe schon das »gesamte Plateau« überprüft, aber keinen Hinweis gefunden. Vielleicht habe man ja die Adelgundis-Kapelle über dem Brunnenschacht gebaut. Tatsächlich soll bereits um das Jahr 800 ein kleines Gotteshaus auf den Resten eines »heidnischen Kultbaus« errichtet worden sein. 1419 wird die »Adelgundiskapelle« erstmals urkundlich erwähnt. Ob es sich dabei um die Kapelle aus dem Jahr 800 handelte, bleibt unklar.

Foto 3: Befestigungsmauer Staffelberg.

Sicher ist, dass es vor rund zwei Jahrtausenden auf dem Staffelberg das keltische Oppidum Menosgada gegeben hat, eine stark befestigte Anlage, geschützt durch ein komplexes System aus Wällen, die den gesamten Staffelberg umschlossen. Dank archäologischer Ausgrabungen konnte die Schutzmauer um das Plateau des Staffelbergs in einem kleinen Teilstück rekonstruiert werden, und das bis in kleinste Details! Vermutlich waren es keltische »Adlige«, die im 5. Und 6. Jahrhundert auf der Hochfläche – 350 Meter lang und 125 Meter breit – siedelten. Die imposante Schutzmauer war immerhin fünf Meter breit und drei Meter hoch. Paul und Sylvia Botheroyd merken in ihrem beachtenswerten Werk »Deutschland/ Auf den Spuren der Kelten« an (1): 

»Im Nordosten ließen sie die Mauer sogar doppelt anlegen. Die Häuser der Siedlung waren teilweise an die Mauer angebaut; der Herr hatte den Funden nach Töpfer und Schmiede in seinen Diensten stehen – Keramik, Bronzenadeln und – anhänger und einige sehr hübsche Fibeln, eine als Pferdchen gearbeitet, gehören dazu. Das Eingangstor zu dieser Burg dürfte an der Stelle gelegen haben, wo der moderne Weg das Plateau erreicht.«

Damit nicht genug! Weiter unten am Staffelberg wurde eine weitere Stadtmauer errichtet – 3000 Meter lang. Ein fast fünfzehn Meter breiter Erdwall wurde aufgeschüttet, riesige Mengen Holz wurden für eine sechs Meter hohe Bohlenwand benötigt. Bevor anrückende Feinde Wall und Holzbohlenwand angehen konnten, mussten sie erst einen zehn Meter breiten Graben überwinden. Übrigens war der Graben über weite Strecken nicht einfach nur ausgehoben, sondern in den Fels geschlagen worden. Der Arbeitsaufwand für das Oppidum auf dem Staffelberg war immens!

Darf man davon ausgehen, dass es innerhalb der Keltenstadt auch ein Heiligtum gegeben hat? Konkrete Hinweise oder gar definitive Spuren hat man freilich in der Keltenmetropole auf dem Staffelberg nicht gefunden. Wilfried Menghin weist in seinem empfehlenswerten Werk »Kelten, Römer und Germanen/ Archäologie und Geschichte in Deutschland« darauf hin (2), dass die mysteriösen Viereckschanzen, auch »Keltenschanzen« genannt, wie die Keltenstädte gleichen Einflüssen unterliegen. Er spricht von »religiös-architektonischem Einfluss«.

Foto 4: Oppidum Manching

Die Befestigungsanlagen der Kelten auf Bergen wie dem Staffelberg sind um einiges älter als die »Vierecksschanzen«. So sind keltische Befestigungsanlagen auf dem Staffelberg schon ab etwa 600 v.Chr. nachweisbar. Auch auf dem »flachen Land« schufen die Kelten Oppida. Das Oppidum von Manching (bei München, unweit von Ingolstadt gelegen) wurde einige Jahrhunderte vor den Schanzen gebaut und erreichte enorme Ausmaße für die damalige Zeit. In der zweiten Hälfte des 2. Vorchristlichen Jahrhunderts lebten bis zu 10.000 Menschen in der Anlage. Die mächtige Stadtbefestigung – eine »Monstermauer« mit einer Länge von über sieben Kilometern! Eine Rekonstruktion der zentralen Siedlungsfläche des Oppidums Manching im Keltenmuseum zu Manching lässt staunen, wie zivilisiert die Kelten schon gewesen sein müssen. Ihre Städte waren präzise geplant und wie auf dem Reißbrett gebaut. »Primitive« waren da nicht am Werk!

Foto 5: Das Heidetraenk Oppidum

Das »Heidetränk Oppidum«, bei Oberursel im Taunus gelegen, gilt als eine der wichtigsten Anlagen dieser Art von ganz Europa. Dieses bedeutsame Oppidum, etwas jünger als die wehrhaften Keltensiedlungen vom Staffelberg oder Manching, ist kaum von Keltenschanzen (etwa Herlingsburg!) zu unterscheiden.

Nach Erkundung mehrerer Oppida und Keltenschanzen komme ich zur Überzeugung, dass die mysteriösen »Schanzen« kleinere Abbildungen der älteren Keltenstädte (Oppida) sind. Umstritten ist, ob es sich bei den Keltenschanzen ausschließlich um landwirtschaftliche Höfe von Kelten oder ausschließlich um Tempelanlagen handelte. Vermutlich gibt es für geschätzte 20.000 bis 40.000 Keltenschanzen nicht eine einheitliche Erklärung. Bei manchen mag es sich um kleine befestigte Tempel, bei anderen um ebenfalls befestigte Höfe mit Wohngebäuden, Stallungen und Tempeln gehandelt haben. »Eingefriedete heilige Bezirke« weisen nach Ausgrabungen »tiefe Kultschächte«, »Opferfeuerstellen« und »hölzerne Umgangstempel« auf.

Foto 6: Der Staffelberg...

Der Mann mit Kutte, der mir an einem Steilhang des Staffelbergs begegnete, stocherte mit einer Metallstange im Boden herum. Warum er das tat? Ich fragte natürlich. Auf diese Weise wolle er, erklärte er mir geduldig, die verfüllte Öffnung eines »Opferschachts« finden. Vergeblich. Ob es je im Oppidum vom Staffelberg einen »Opferschacht« gegeben hat? Intensive Ausgrabungskampagnen wären erforderlich, doch es fehlt das nötige Geld!

Sollte die Überlieferung der Wahrheit entsprechen, wonach die Adelgundis-Kapelle auf den Resten eines heidnischen Tempels gebaut wurde? Das kleine Gotteshaus ist der Heiligen Adeldgundis geweiht. Die heilige Aldegundis soll tatsächlich gelebt haben (* um 630 in Coulsore, Frankreich; † 684, 695 oder 700). Sie gehört zu den Nothelferinnen und ist für Katholiken himmlische Anlaufstelle bei Krankheit und Todesgefahr. Ihr Gedenktag ist der 30. Januar. Am 1. Februar wird die Heilige Brigitte von Irland gefeiert. Zufall?

Foto 7: Heiligenhäuschen der Adelgundis

»Das Namensfest der hl. Adelgundis liegt in verdächtiger Nähe zum 1. Februar, dem Geburtstag der heiligen Brigitte von Irland, die damit das keltische Fest Imbolc, den Frühlingsanfang, christianisierte. Interessanterweise befindet sich die heilige Brigida unter den 16 Nothelfern, die in der Kapelle mitverehrt werden.«, lesen wir bei Paul und Sylvia Botheroyd (3).

Und jetzt wird es spannend. Weiter: »Die irische Brigid ist ursprünglich eine uralte, vermutlich schon vorkeltisch verehrte Feuer-, Sonnen- und Muttergöttin. Das sonnenüberflutete Bergplateau hoch über dem Maintal wäre an sich ein passender Ort für die Verehrung einer lichten Gottheit.«

Wer also hinauf auf das Plateau des Staffelbergs wandert, der tritt eine weite Reise in die Vergangenheit an: zu den Kelten und zur Göttin auf dem Berg, die schon lange vor den Kelten verehrt wurde.

Verblüffend ist die Ähnlichkeit zwischen der heidnischen Brigid und der christlichen Maria. Die heidnische Göttin gilt auch als die »Lichtjungfrau«, als »die vom Strahlenkranz Umgebene«. Brigid löst als Göttin des Frühlings die Mächte der winterlichen Kälte ab. Und Maria hat am 2. Februar auch einen ganz besonderen, christlichen Feiertag: »Mariä Lichtmess«. Nach mosaischem Gesetz darf ein neugeborener Knabe frühestens nach vierzig Tagen in den Tempel gebracht und vorgezeigt werden. Warum erst nach 40 Tagen? Weil nach dem Gesetz des Alten Testaments eine Frau nach der Geburt eines Buben 40 Tage als unrein galt (4). Durch die Geburt eines Mädchens allerdings wurde sie nach diesem Verständnis mehr beschmutzt, und galt doppelt so lang als »unrein«.

Das ist der biblische Ursprung des Fests von Mariae Lichtmess am 2. Februar, als Ersatz für das heidnische Frühlingsfest. Am 2. Februar beginnt nach dem uralten Bauernkalender das neue Jahr. Das erstarrte Leben erwacht wieder. Ist nicht das Ziel jeder Religion, die Angst vor dem Tod zu nehmen, vor der ewigen Kälte eines schwarzen Nichts?

Foto 8: Der heilige Berg bei Staffelstein
Fußnoten

Foto 9
1) Botheroyd, Paul und Sylvia: »Deutschland/ Auf den Spuren der Kelten«, München 1989, Kapitel Staffelstein, S. 193-196, Zitat S. 194
2) Menghin, Wilfried: »Kelten, Römer und Germanen/ Archäologie und Geschichte in Deutschland«, Lizenzausgabe, Augsburg 1994, S. 127
3) Botheroyd, Paul und Sylvia: »Deutschland/ Auf den Spuren der Kelten«, München 1989, Kapitel Staffelstein, S. 193-196, Zitat S. 194
4) 3. Buch Mose Kapitel 12, Verse 2-4: »Sag zu den Israeliten: Wenn eine Frau niederkommt und einen Knaben gebiert, ist sie sieben Tage unrein, wie sie in der Zeit ihrer Regel unrein ist. Am achten Tag soll man die Vorhaut des Kindes beschneiden und dreiunddreißig Tage soll die Frau wegen ihrer Reinigungsblutung zu Hause bleiben. Sie darf nichts Geweihtes berühren und nicht zum Heiligtum kommen, bis die Zeit ihrer Reinigung vorüber ist.«
5) 3. Buch Mose Kapitel 12, Vers 5: »Wenn sie ein Mädchen gebiert, ist sie zwei Wochen unrein wie während ihrer Regel. Sechsundsechzig Tage soll sie wegen ihrer Reinigungsblutung zu Hause bleiben.«



10. Juli 2016: Während ich letzte Vorbereitungen für meine Reise nach Bad Segeberg am 13. Juli 2016 treffe , flattert mir eine hochaktuelle Meldung auf den Schreibtisch: Archäologen haben im Allgäu eine sensationelle Entdeckung gemacht! In Jengen, im Ostallgäu gelegen, wurden 4000 Jahre alte Gräber entdeckt. Bei Ausschachtungen für eine Tiefgarage  stieß man auf mehrere Skelette, Schmuck und Objekte aus Bronze. Unklar ist, wann mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Vorher müssen sorgsame archäologische Untersuchungen vorgenommen werden. Zuständig ist der aus Kaufbeuren stammenden Archäologe Marcus Simm.


 Zu den Fotos

Foto 1: Blick auf den Staffelberg. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Eremit Valentin in seiner Klause. Foto Archiv Langbein
Foto 3: Befestigungsmauer Staffelberg. Foto commons Janericloebe
Foto 4: Oppidum Manching. Foto wikimedia commons Mößbauer
Foto 5: Heidetraenk Oppidum. wikimedia commons Rabalotoff
Foto 6: Der Staffelberg... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Heiligenhäuschen der Adelgundis vom Staffelberg. Foto wikipedia commons Janericloebe.
Foto 8: Der heilige Berg bei Staffelstein. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Rätselhafte keltische Münze, etwa 2.-3. Jahrhundert vor Christus


339 »Karl May und die Pyramide«,
Teil 339 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 17.07.2016


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Sonntag, 3. Juli 2016

337 »Dreizehn Schanzen«

Teil 337 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein

(Text wurde am 12. Juli leicht ergänzt.)

Foto 1: Lageplan Großeichenhausen
Bad Saulgau, Landkreis Sigmaringen, Oberschwaben: Am Namen des am 1.1.2000 zum Kurort ernannten Städtchens scheiden sich die Geister. Die einen meinen: »Die Ortsbezeichnung Saulgau geht auf die Kelten zurück und lässt sich wohl mit ›Ort der Quellgöttin Sul‹ übersetzen.« Andere widersprechen da energisch. »Anno 819 wird Saulgau als ›Sulaga‹ in einer Urkunde erwähnt. ›Sulaga‹ bedeutet im Althochdeutschen ganz profan ›bei den Wälzlachen‹!«

Verweist nun der Name Saulgau auf eine Quellgöttin? Oder auf die einträgliche schwefelhaltige Thermalquelle, in der sich womöglich schon in graue Vorzeit Wildschweine, später schließlich Kelten und heute heilsuchende Kurgäste suhlen? Vielleicht errichteten die Kelten um 100 v.Chr. der Quellgöttin Sul ein Heiligtum, wo schwefelhaltiges Wasser aus der Erde sprudelte? Tatsächlich beherbergte der Himmel der Kelten zahlreiche Göttinnen, von Andraste, Schutzgöttin der Bären und des Krieges bis Sul, zuständig für Feuer und wärmende Heilquellen.

Die Diskussion um die Bedeutung des Ortsnamens Bad Saulgau verdeutlicht, wie unklar  die Bedeutung von Keltenschanzen ist. Welchem Zweck dienten sie? Wir wissen es nicht wirklich. Das liegt daran, dass Keltenschanzen bis heute so gut wie überhaupt nicht untersucht worden sind. In der Regel beschränkt sich die »Erforschung« einzelner, weniger der mysteriösen Anlagen auf eine mehr oder minder oberflächliche Beschreibung (1). Selbst wer die Schanzen angelegt hat, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Das wurde auf der »14. Niederbayerischen Archäologentagung« (21.-23. April 1995) von Deggendorf deutlich. Archäologische, definitive Beweise für die Kelten als Urheber gibt es nicht. Noch unklarer ist ihr Zweck!

Foto 2: Keltenschanze Großeichenhausen
Waren es Bauernhöfe mit Häusern und Brunnenschächten? Oder waren es doch Kultanlagen mit Tempelchen und Opferschächten? Waren es Viehpferche? Dienten sie als Weiden für Kühe, Pferde, Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen? Tatsächlich fanden sich im Bereich von »Keltenschanzen«, die gelegentlich auch den Römern oder den Schweden zugesprochen werden, Tierknochen. Was aber hat das zu bedeuten? Tierknochen können auf kultische Nutzung der Anlagen ebenso hinweisen wie auf landwirtschaftliche Viehhaltung. Oder traten auf Bauernhöfen vor Jahrtausenden dann und wann Viehseuchen auf? Befürchtete man eine Ausdehnung der Seuche durch Ansteckung und hat die befallenen Tiere getötet und die Kadaver in tiefen Löchern vergraben? Andere Interpreten halten die Schächte für ehemalige Brunnen, in die nach und nach Abfall, eben auch Tierknochen, geworfen wurden? Aber müssten dann nicht viel mehr Gebrauchsgegenstände wie Töpfereiwaren in solchen Schächten gefunden werden?

Foto 3: Keltenschanze Großeichenhausen

Nach wie vor wird die »Brunnen-Theorie vertreten (2), »obwohl offensichtlich in einer ganzen Reihe von Schächten niemals Wasser vorhanden war«. Es ist richtig: Brunnen wurden, zum Beispiel in Städten, immer wieder mit Abfall verfüllt. Allerdings hat man in den »Keltenschanzen« offenbar immer wieder wie zu 35 Meter tiefe Schächte ausgehoben, um sie umgehend wieder zuzuschütten. Warum? Brunnen können es dann nicht gewesen sein.

Wenn bei einigen wenigen intensiven Grabungen in tiefen Schächten Tierknochen entdeckt wurden, was hat das zu bedeuten? Klaus Schwarz hat sich um die Erfassung der Keltenschanzen in Bayern große Verdienste erworben. Sein »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen dokumentiert, wo es einst Schanzen gab, die längst zerstörten worden und verschwunden sind. Er zeigt weiter auf, wo noch spärliche Reste von derlei Anlagen und wo noch relativ gut erhaltene Schanzen zu finden sind (4). Und er beschreibt genau, was war und was ist (5). Klaus Schwarz war es, der umfangreiche Ausgrabung im Bereich der »Viereckschanze« von Holzhausen, im Münchner Umland, vorgenommen hat. Seiner Überzeugung nach war (6) die Anlage von sakraler Bedeutung. Im Geviert der Schanze befanden sich mindestens ein Tempel und drei Opferschächte, in denen die Knochen von Opfertieren und Kultobjekte gefunden wurden. Er hat keinen Zweifel: Keltenschanzen waren Heiligtümer.

Foto 4: Keltenschanze Großeichenhausen

Unklar ist auch, wie viele »Keltenschanzen« es einst gab. Bis anno 1995 hatte man mit Hilfe der Luftbildarchäologie innerhalb von fünfzehn Jahren 40.000 »Keltenschanzen« ausfindig gemacht, und das allein in Bayern. Bedenkt man diese ungeheuerliche Vielzahl von Anlagen, dann kann man erahnen, was es für gewaltige Anstrengungen bedurfte, sie alle zu bauen. Gigantische Mengen an Erdreich müssen bewegt worden sein, allein schon beim Aushub der Gräben und beim Auftürmen der Wälle. Immer wieder stellt sich die Frage: Wozu geschah das alles? Nach Abwägung einer Fülle von Informationen stellt Gernot L. Geise zutreffend fest (7): »Die Archäologie tappt bezüglich der Schanzen nach wie vor im tiefsten Dunkel, das hat sich bis heute nicht geändert.«

Sehr aufschlussreich ist eine Hinweistafel, die vom Landratsamt München aufgestellt wurde. Überschrift: »Viereckschanze zwischen Großeichenhausen und Gumpertsham«. Der Text: »Im Gegensatz zu den auf freiem Feld liegenden Keltenschanzen /zum Beispiel im Lanzenhaarer Feld bei Deisenhofen) wurde diese Viereckschanze (aus dem letzten Jahrhundert v. Chr. Geburt) später vom Wald überwachsen. Sie ist Teil einer Gruppe von dreizehn Schanzen im Gebiet östlich der Isar zwischen Oberhaching, Eichenhausen und Wolfratshausen.« Keinen Zweifel lässt der Informationstext über Sinn und Zweck der Anlage aufkommen. Wir lesen weiter: »Es handelt sich um einen rechteckigen Kultbezirk von 100 m Länge und 85 m Breite in einem leicht nach Nordosten geneigten Gelände, umgrenzt von einem steil geböschten, 4 m hohen Wall und umlaufenden Spitzgraben. Der Eingang der Schanze liegt in der Mitte der Ostseite. (E.Keller)«

Foto 5: Lageplan der Keltenschanze

Stephan Gröschler schreibt auf seiner vorzüglichen Internetseite »Kraftvolle Orte« (8) : »Auch die Viereckschanze Großeichenhausen ist ein sehr charakteristische Schanze mit deutlichen Überhöhungen, relativ tiefen Gräben außen und einem breiten Tor. Die Nordecke ist sehr zugewachsen und schlecht zu erreichen, aber die entschädigt die restliche Schanze. In der Mitte steht ein Holzklotz, symbolisch für einen kleinen Altar, und die Ausstrahlung ist sehr positiv. Und gerade der Schnee hat diesen Eindruck verstärkt und aus dieser friedlich anmutenden und ruhigen Viereckschanze einen noch schöneren, kraftvollen Ort gemacht.«

Die »Viereckschanze Großeichenhausen« hat zwei »Schächte« aufzuweisen. Nach Geise »hat der erste einen Durchmesser von etwa drei Metern bei 17 Metern Tiefe … Der zweite Schacht hat einen Durchmesser von 2,50 Metern bei elf Metern Tiefe.«

Großeichenhausen ist wirklich einen Besuch wert. Die Viereckschanze erreichen Sie bequem zu Fuß. Fahren Sie von Neukolbing Richtung Gumpertsham und parken Sie am Ortsanfang. Ein Feldweg führt Sie in nördlicher Richtung in den Wald hinein, der Waldweg führt Sie ans Ziel. Linker Hand sehen Sie die Informationstafel und die Viereckschanze.

Wenn Sie ein paar Tage Zeit haben, sollten Sie unbedingt auch die Keltenschanze von Holzhausen besuchen. Ein Orientierungspunkt ist Gerblinghausen. In unmittelbarer Umgebung gibt es über zehn Keltenschanzen. Und wenn Sie eine günstig gelegene, gastliche Unterkunft suchen, empfehle ich Ihnen wärmstens den gemütlichen Ferienhof »Zum Dammerbauer« direkt in Holzhausen. Von hier aus erreichen sie zwei Keltenschanzen in wenigen Minuten! (9)

Zu den Fotos: Alle Fotos hat Hedi Stahl, Gerblinghausen, aufgenommen. Ich bedanke mich sehr herzlich für die Genehmigung, ihre Fotos in meinem Blog zu verwenden! DANKE! Copyright für alle Fotos: Heidi Stahl

Fußnoten

1) Siehe hierzu Walter Irlingers Aufsatz »Forschung zu den spätkeltischen
     Viereckschanzen« in »Schöne Heimat, Erbe und Auftrag«, Heft 3/ 1996, 
     Herausgeber ist der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e.V.
2) Geise, Gernot L.: »Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen«,  
    Hohenpeißenberg, 10. Auflage 2014, Seite 112
3) ebenda, Seite 113
4) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns – Pläne und  
     Karten«, München 1959
5) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns/
     Textband«, München 2007
6) »Die Ausgrabungen in der Viereckschanze 2 von Holzhausen/ Grabungsberichte
     vom Klaus Schwarz/ Zusammengestellt und kommentiert von Günther
     Wieland«, Rahden/ Westfalen 2005, S. 11
7) Geise, Gernot L.: »Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen«,  
    Hohenpeißenberg, 10. Auflage 2014, Seite 115
8) »KRAFTVOLLE ORTE Kraftvolle, mystische und geheimnisvolle Orte (in 
     Bayern)« www.kraftvolle-orte.de, siehe »Kelten- und Viereckschanzen  
     Viereckschanze Großeneichenhausen«
(9) Ferienhof »Zum Dammerbauer«, Dinghartinger Straße 3, 
     82064 Strasslach-Holzhausen

Literatur zum Themenkreis »Kelten«
Teil 3

Ritter, Thomas: Spuren ins Dunkel/ Erfahrungen an den Grenzen unseres
Foto 6: Kirchlein von Großeichenhausen

     Wissens, Schleusingen 2001
      (Kelten, Keltische Kontakte S. 94 fff.)
Röber, Dr. Ralph (Leitung der Redaktion): Die Welt der Kelten/ Zentren der  
     Macht Kostbarkeiten der Kunst, Ostfildern 2012
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Rosenheim,
     Chiemsee, Traunstein, Bad Reichenhall, Berchtesgaden/ Führer zu vor- und
     frühgeschichtlichen Denkmälern, 2. Auflage, Mainz 1971
     (Keltenschanzen: Siehe z.B. S. 248ff., 250 ff., 256f., 257 ff., S. 258-283)
Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Rosenheim,
     Chiemsee, Traunstein, Bad Reichenhall, Berchtesgaden/ Führer zu vor- und
     frühgeschichtlichen Denkmälern, 2. Auflage, Mainz 1971
Rohrecker, Georg: Druiden – Wilde Frauen – Andersweltfürsten/ Das keltische
     Erbe in Österreichs Sagen, Wien 2002
     (Sagen zur Verteuflung von Glaube und Lebenseinstellung der Kelten, S.
     165-195)
Rohrecker, Georg: Die Kelten Österreichs/ Auf den Spuren unseres versteckten
     Erbes, Wien 2003
Rohrecker, Georg: Heilige Orte der Kelten in Österreich/ Ein Handbuch, Wien 
     2005
Rohrecker, Georg: Kelten, Götter, Heilige/ Mythologie der Ostalpen, Wien
     2007
Rohrecker, Georg: Die Kelten/ Auf den Spuren unseres versteckten Erbes,
     Wien 2011
Schwarz, Klaus und Wieland, Günther: Die Ausgrabungen in der
     Viereckschanze 2 von Holzhausen, Rahden/ Westf. 2005
Schwarz, Klaus: Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns – Pläne und  
     Karten, München 1959
Schwarz, Klaus: Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband,  
     München 2007
Seabrook, Lochlainn: The book of Kelle/ An Introduction to Goddess-Worship
     and the Great Celtic Mother-Goddess Kelle, Franklin, 2. Auflage, 2010
     Seabrook, Lochlainn: Britannia Rules/ Goddess-Worship in Ancient Anglo-
     Celtic Society, 2. Auflage, Franklin 2010
Sharkey, John: Die Keltische Welt/ Religion und Gesellschaft, Frankfurt 1982 Shiels, Tony 'Doc': Monstrum/ A Wizard's Tale, London 1990
     (Kapitel 6, S.85-93, Celtic Connections)
Spence, Lewis: The Magic Arts in Celtic Britain, North Hollywood 1996
Verhart, Leo: Den Kelten auf der Spur/ Neue archäologische Entdeckungen
     zwischen Nordsee und Rhein, Mainz 2008
Wieland, Günther (Hrsg.): Keltische Viereckschanzen/ Einem Rätsel auf der
     Spur, Stuttgart 1999
Wood, Dr. Phil. Juliette: Die Lebenswelt der Kelten/ Alltag, Kunst und
     Mythen eines sagenhaften Volkes, Augsburg 1998, (Großformat!)

Zu den Fotos: Alle Fotos hat Hedi Stahl, Gerblinghausen, aufgenommen. Ich bedanke mich sehr herzlich für die Genehmigung, ihre Fotos in meinem Blog zu verwenden! DANKE! Copyright für alle Fotos: Heidi Stahl

338 »Die Göttin auf dem Berg«,
Teil 338 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 10.07.2016

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Sonntag, 26. Juni 2016

336 »Das verschwundene Schloss«

Teil 336 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Keltenschanze 2«, Holzhausen

Zugegeben: »Keltenschanze 2« von Holzhausen, Gemeinde Straßlach-Dingharting im Landkreis München, kann nicht mit. Monstermauern aufwarten. Zugegeben: Eine Weltsensation ist die über zwei Jahrtausende alte Keltenschanze nicht. Je intensiver ich mich aber mit Keltenschanzen beschäftige, desto mehr beeindruckt mich die »Keltenschanze 2« von Holzhausen. Sie ist nämlich sehr viel besser erhalten als ihre meisten »Kollegen«, die entweder – leider – so gut wie gar nicht mehr wahrnehmbar oder vollkommen verschwunden sind.


Foto 2

Vom Ferienhof »Zum Damerbauer« in Holzhausen, wo ich logierte, zur Schanze sind es nur einige wenige Minuten. Immer wieder habe ich das Relikt aus uralten Zeiten besucht, morgens, mittags, nachts. Und viele Stunden saß ich in meiner gemütlichen Ferienwohnung über Bergen von Unterlagen in Sachen Keltenschanzen. Folgen Sie mir bitte weiter auf weiteren Spurensuchen. Vielleicht finden Sie Geschmack und machen sich selbst auf die Suche?


Foto 3

»Die Flurnamen in der Gemeinde Schlangen machen ein alte Natur- und Kulturlandschaft sichtbar, die sich im Übergangsbereich von Teutoburger Wald, Senne und Paderborner Hochfläche über Jahrhunderte hinweg entwickelt hat«, so schreibt Annette Fischer in »Heimatland Lippe« (1). Und weiter: »Heute können die Flurnamen als Geschichtsquelle gelesen werden.«

Das gilt nicht nur für die Gemeinde Schlangen, sondern ganz allgemein. Bei meinen Recherchen in Sachen Keltenschanzen führten mich immer wieder Flurnamen auf die richtige Spur. Flurnamen mit »Burg« führen oft zu Jahrtausende alten Anlagen der Kelten. Einige Beispiele mögen genügen!

Foto 4

»Die Pfaffenburg im Großen Mühlholz« in meiner fränkischen Heimat findet sich im Landkreis Kitzingen, Unterfranken, unweit der Ortsmitte von Willanzheim. Laut Klaus Schwarz war der Wallkörper vor fünfzig Jahren (2) »nur noch an wenigen Stellen erhalten«. Vor einem halben Jahrhundert war kaum noch etwas von der einst stolzen Keltenschanze zu sehen, heute dürfte sie vollkommen verschwunden sein. Ein oberfränkischer Theologe und Heimatforscher, der anonym bleiben möchte im Gespräch mit dem Verfasser: »Die Bezeichnung ›Burg‹ deutet darauf hin, dass man die Keltenschanze für die Überbleibsel einer alten Burg hielt, die im Laufe der Zeit verschwunden war. Die Kombination mit der Bezeichnung ›Paffen‹ lässt auf eine ursprünglich sakral-religiöse Bedeutung der Anlage  schließen.«


Foto 5
»Der große Burggraben« lautet der Flurname, der in entsprechende Karten von Riedenheim, Landkreis Würzburg, eingetragen ist. Keltenschanzen waren von Wallanlagen umgeben. Wollten Angreifer so eine Keltenschanze erobern, mussten sie erst einen oftmals tiefen Graben überwinden, bevor sie sich überhaupt an den schützenden Wall heranwagen konnten. Und oben stand ja die Abwehr nicht gerade untätig herum! Von Keltenschanzen blieben manchmal die Wälle, manchmal die Gräben übrig. Besonders tiefe Gräben waren manchmal noch zu sehen, wenn von der übrigen Keltenschanze nichts mehr übrig war. Wieder glaubte man, dass eine Burg längst abgetragen worden, der große Burggraben übriggeblieben sei.

Die Gemeinde Bachern im Landkreis Friedberg (Schwaben) hat auch einen interessanten Flurnamen aufzuweisen: »Die alte Burg im Heilachwald«. Das Areal ist leicht zu finden, 1.000 Meter südwestlich der Kirche. Von der einstigen Keltenschanze indes ist wenig übrig geblieben.

Klarer sind Hinweise auf ehemaligen Keltenschanzen wie die Bezeichnung »Erdburg«. Dort gab es einst eine der ominösen Keltenschanzen, anno 1588 hieß sie »Erdburg«,1753 wurde sie offiziell »Bauernschantz« genannt (4).

Foto 6

Foto 7

Aussagekräftiger sind Flurnamen wie »Im Schanzfeld« (5), »Schwedenschanze« (6), »Römerschanze« (7) und »Das Viereck« (8). Keiner Interpretationen bedürfen Flurnamen wie »Die Schanze«, die – manchmal leicht variiert – häufig vorkommen (9).

Schanzen gab es wohl bundesweit sehr viele. Von den meisten sind nur kärgliche Reste zu finden. An manche erinnern nur von Generation zu Generation überlieferte Erzählungen. So berichtet der Keltenschanzenexperte schlechthin, Klaus Schwarz über die Maierhof-Schanze (10): »Die Schanze ist um 1880 abgetragen worden. Sie wäre heute ohne ältere Nachrichten nicht mehr auffindbar. Die Höhenflurkarte von 1885 läßt Orientierung und Größenverhältnisse noch erkennen.«

Vielen Schanzen, die rund zwei Jahrtausende überstanden hatten, ging es im 19. Jahrhudert an den Kragen, als immer größere Gebiete landwirtschaftlich erschlossen wurden. Keltenschanzen wurden abgetragen und in Ackerland verwandelt. So beklagt Karl Schwarz das traurige Los eines Keltenbaus im Bereich der Gemeinde Mainburg, Landkreis Kehlheim, Niederbayern (11): »Die Schanze ist durch Überpflügen fast bis zur Unkenntlichkeit verschleift. Sie wird jedoch in der topographischen Karte vom Jahre 1869 noch im Grundriß wiedergegeben.«

Und immer wieder sind es mündliche Überlieferungen, die man leider oft nur mitleidig belächelt. Ich machte vor Jahren auf einer Studienreise durch Deutschland – rein zufällig – in Marxheim, Landkreis Donau-Ries, im Schwabenländle gelegen, Rast. Eine von schwerer Arbeit gebeugte und stolze alte Bäuerin berichtete mir mit leuchtenden Augen, dass es einmal »ganz in der Nähe« ein herrliches Schloss gegeben habe (12):

Foto 8
»Es war ein prachtvoller, glanzvoller Bau, der den Neid vieler Menschen aus nah und fern auf sich zog. So mussten die edlen Herren des Schlosses, so friedlich und ohne Arg sie auch waren, auf der Hut vor bösen Feinden sein. Sie mussten sich also schützen, denn des einen Hab und Gut lockt den bösen anderen herbei. Das machte sie traurig. Hatten nicht ihre Altvorderen weniger besessen und doch glücklicher gelebt? Wussten sie doch, dass sie durch den erforderlichen Schutz auch von guten und lieben Menschen getrennt sein würden. Alle Bedenken halfen nichts. Wollten sie sich nicht leichtsinnig der Gefahr aussetzen, dann mussten sie handeln. So beratschlagten sie, wie denn ihr Schloss am besten zu verteidigen sei. Betrübt stellten sie fest, dass durch die Anlagen zum Schutze die Schönheit des Schlosses nicht mehr sichtbar sein würde.

Sie errichteten also um ihr herrliches Schloss herum einen tiefen, tiefen Wall. Und außerdem gruben sie rundherum einen tiefen, tiefen Graben. Die Untertanen der hohen Herrschaften halfen bereitwillig, das Werk zu vollenden. Waren doch die Herrschaften ob ihrer Güte, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit weithin beliebt. Als alles vollendet war, da feierten alle noch einmal im Schloss, die Herren, die edlen Damen, die fleißigen Bauern und braven Knechte.

Foto 9
Die Schutzanlage freilich ließ das Schloss zu einem noch begehrteren Ziel von Neidern und habgierigen Menschen werden, die nach dem Eigentum anderer trachten. Die sprachen, wer so ein Schloss auf diese Weise so gegen Angreifer rüstet, der muss viel Hab und Gut besitzen.

Die Anstrengungen aber haben alle nichts genützt. Mit List und Tücke ging ein neidiger Graf ans Werk. Er kam als Gast, wollte bis zum Morgen bleiben und öffnete nachts das Tor für seine Kumpane. Seine bösen Burschen strömten lachend hinein ins Schloss. Sie schlugen, mordeten und raubten. Das Schloss wurde geplündert, dann niedergebrannt. Bald schüttete man mit dem Erdreich des Walls den tiefen Graben zu. Die mächtigen Steine trug man davon.

Geblieben sind nur Erinnerungen an das Schloss von einst. Die Namen derer, die darin lebten und jener, die es erstürmten, brandschatzen, sie sind vergessen.«

Foto 10
Ein »Schloss« hat es im Raum der Gemeinde Marxheim, nie gegeben, von einem Gemetzel ganz zu schweigen, wohl aber eine Keltenschanze. Sie ist weitestgehend verschwunden. Vor  etwa 100 Jahren – also um 1916 –  sind angeblich noch Wälle zu erkennen gewesen. Wo? 1800 Meter nordöstlich der Ortsmitte. Der Flurname? »Das Viereck«.

Fußnoten

1) Fischer, Annette: »Flurnamen der Gemeinde Schlangen«, erschienen in »Heimatland Lippe«, April 2016, Seite 16
2) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 96, Kapitel »Willanzheim«
3) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 106, Kapitel »Bachern«
4) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Kapitel »Bütthard, Schanze 2«, Seite 98
5) Gemeinde Arberg, Landkreis Ansbach, Mittelfranken. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 86, Kapitel »Eyburg«
6) Gemeinde Thalmässing, Landkreis Roth, Mittelfranken. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 92, Kapitel »Thalmässing«
7) Gemeinde Eurasburg, Landkreis Aicach-Friedberg, Schwaben. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 107, Kapitel »Eurasburger-Forst«
8) Gemeinde Marxheim, Landkreis Donau-Ries, Schwaben. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 104, Kapitel »Graisbach«
9) Gemeinde Egling, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, Oberbayern. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seiten 47 und 48, Kapitel »Endlhausen«
Gemeinde Rottenburg an der Laaber, Landkreis Landshut, Niederbayern. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 75, Kapitel »Schaltdorf«
10) Gemeinde Ruhstorf a. d. Rott, Landkreis Passau, Niederbayern. Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 56, Kapitel »Maierhof«. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht der heutigen Rechtschreibung angepasst.
11) Quelle: Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 65, Kapitel »Sandelzhausen«
12) Reisenotizen von Walter-Jörg Langbein, Datum nicht mehr feststellbar.

Zu den Fotos: Alle Fotos zeigen »Keltenschanze 2« von Holzhausen.
Alle Fotos: Walter-Jörg Langbein

Literatur zum Themenkreis »Kelten«
Teil 2

Krause, Arnulf: Von Göttern und Helden/ Die mythische Welt der Kelten
     Germanen und Wikinger, Stuttgart 2010
Lehner, Thomas (Hrsg.): Keltisches Bewusstsein/ Wissenschaft, Musik, Poesie,
     München 1985
Lengyel, Lancelot: Das geheime Wissen der Kelten/ enträtselt aus druidisch-
     keltischer Mystik und Symbolik, 3. Auflage, Freiburg i.Br. 1985
Machalett, Walter: Die Externsteine/ Das Zentrum des Keltentums, Maschen 
     1963 (kleines Heftchen)
Markale, Jean: Die keltische Frau – Mythos, Geschichte, soziale Stellung,
     München 1984
Markale, Jean: Die Druiden – Gesellschaft und Götter der Kelten, München
     o.J.
Menghin, Wilfried: Kelten, Römer und Germanen/ Archäologie und
     Geschichte in Deutschland, Augsburg 1980
Meyer, Jürgen: Die Kelten/ geheimnisvoll und mystisch, Reutlingen 2012
Monroe, Douglas: Merlyns Vermächtnis, Freiburg 1997
Monroe, Douglas: The Lost Books of Merlyn, St. Paul 2002
Pennick, Nigel: Die heiligen Landschaften der Kelten, Engerda 1998
Protter, Eric und Nancy: Celtic Folk and Fairy Tales, New York 1966
Reiser, Rudolf: Götter und Kaiser/ Antike Vorbilder Jesu, München 1975
     (keltische Vorbilder Jesu, siehe Register!)
Reiser, Rudolf: Die Kelten in Bayern und Österreich, Rosenheim 1992
Reiser, Rudolf: Bayern und Salzburg um Christi Geburt/ Die keltisch-römische
     Vergangenheit, München 2001
Resch-Rauter: Auf den Spuren der Druiden, Wien ohne Jahresangabe
     (besonders Keltischer Festtagskalender, S. 285-370)
Resch-Rauter, Inge: Unser Keltisches Erbe/ Flurnamen, Sagen, Märchen und 
     Brauchtum als Brücken in die Vergangenheit, Wien 2007
Resch-Rauter, Inge: Keltische Gegenwart/ Eine Spurensicherung/ Von
     Bergbau, Kampf und Himmelskunde, erhalten in Sagen, Brauchtum und
     Ortsnamen, Wien 2008

Zu den Fotos: Alle Fotos zeigen »Keltenschanze 2« von Holzhausen.
Alle Fotos: Walter-Jörg Langbein



337 »Dreizehn Schanzen«,
Teil 337 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 03.07.2016




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Sonntag, 19. Juni 2016

335 »Spurensuche«

Teil 335 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Karl der Große, Kilians-Kirche Lügde

Wir leben in Europa, das einst »christliches Abendland« genannt wurde. Und so sind die Wurzeln unserer Kultur christliche, auch wenn unsere Gesellschaft eine weitestgehend säkularisierte ist. »Väter« Europas sind Regenten wie Konstantin der Große (275-337 n.Chr.) und Karl der Große. Kaiser Konstantin machte die antike Stadt zu seiner Hauptresidenz. Die Hagia Sophia war, was manche lieber vergessen wollen, einst eine prachtvolle christliche Basilika. Nach der Eroberung durch osmanische Truppen wurde eine Moschee daraus. Der Krieger Faith Sultan Mehmet ließ den Kolossalbau wieder restaurieren und wandelte ihn in eine Moschee um. Karl der Große machte das Reich zu einem straff organisierten Imperium. Er war Militärstratege und hat sich auch Bildung und Kultur aufs Panier geschrieben. Mit einer starken christlichen Kirche versuchte er, das Bildungsniveau anzuheben.

Foto 2: Konstantin der Große

Im Laufe meiner Reisen durch Deutschland habe ich neben herrlichen alten Kirchen und Kapellen immer wieder auch beklagenswerte Zustände erlebt. Auch in abgelegenen Regionen gab es bemerkenswerte Kirchlein und Kapellen, die dringend renoviert werden müssten. Aber offenbar fehlt es da am Geld. Auf meinen Reisen durch Deutschland, speziell durch Bayern, stieß ich auf Spuren eines Erbes, dessen Wurzeln in vorchristliche Zeiten reichen. Es bedarf schon detektivischen Spürsinns, um sie zu entdecken.


Foto 3: Die Herlingsburg

Unweit meines Heimatdorfs Niese am »Köterberg«, der einst wohl »Götterberg« hieß, gibt es die Spuren der Herlingsburg. Wer ob dieses Namens mächtige Mauern einer Burgruine erwartet, wird freilich maßlos enttäuscht sein. Vom (künstlich angelegten) Schieder-Stausee führte mich der Weg weiter nach Glashütte. Von da an aus ging‘s per pedes bergan. Alten Quellen zufolge soll die Herlingsburg noch im späten 19. Jahrhundert auf einem kahlen Berg gethront haben. Landwirtschaftlich – im Sinne von Feldanbau – konnte der Berg nicht genutzt werden, aber angeblich sollen Rinder durch emsiges Trampeln jeden Baumwuchs verhindert haben. Die landwirtschaftliche Nutzung immer größerer Flächen führte deutschlandweit zur Zerstörung solcher Anlagen. Man nennt sie zutreffender »Keltenschanzen«.

Foto 4: So sieht eine typische Keltenschanze aus

Folgen Sie mir auf einer ganz besonderen Spurensuche, nach den Überbleibseln unseres keltischen Erbes! Vielleicht – und das erachte ich als wünschenswert – suchen und finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, in Ihrer Heimat auch derlei Keltenschanzen.

Im Nordbayrischen findet sich, 2200 Meter südwestlich von der Gemeinde Hainsbach, Landkreis Straubing-Bogen, im »Biburger Holz« so eine Spur. Der Name »Biburg-Gingkofen« lässt aufhorchen. Die »Burg« deutet auf eine Keltenschanze hin. Von »Schanze 2« ist freilich kaum etwas übrig geblieben. Der einst stolze Wall ist weitestgehend abgetragen, vom Schutzgraben ist kaum noch etwas zu sehen. Nach meinen Unterlagen ist er nur an manchen Stellen nur noch 80 Zentimeter tief.

Foto 5: Teil eines Walls ...
Was dürfen wir uns unter einer »Keltenschanze« vorstellen? Bei Wikipedia gibt es eine gute Definition: »Als Viereckschanze oder Keltenschanze bezeichnet man die vor allem in Süddeutschland anzutreffenden Reste eines quadratischen, manchmal auch rechteckigen Areals mit umlaufendem Wall und Graben. Ihre Deutung ist noch nicht abschließend geklärt. Durch neuere Untersuchungen ist jedoch gesichert, dass manche der Viereckschanzen dauerhaft bewohnte keltische Gutshöfe oder Mittelpunkt einer ländlichen Gemeinde waren. Andererseits ist nicht ausgeschlossen, dass die Kelten auch ihre Kultstätten mit viereckigen Einfriedungen umgaben. Für die meisten Viereckschanzen liegen keine oder nur spärliche Untersuchungen vor, so dass allgemeine Aussagen über ihren Zweck noch nicht möglich sind.«

Es ist schon mehr als bedauerlich, dass die meisten dieser Anlagen so gut wie nicht wissenschaftlich erforscht wurden. Noch beklagenswerter ist freilich, dass sich die meisten in einem kläglichen Zustand befinden oder vollkommen verschwunden sind. Waren es einst hunderte oder gar tausende?

Folgen Sie mir bitte nach Oberbayern in den Landkreis Ebersberg, in die Gemeinde Forstinning. 400 Meter nordwestlich des Örtchens gab es einst eine Keltenschanze. Nach einer alten Flurkarte war sie anno 1855 noch vollständig erhalten. Im Jahr 1907 war nur noch ein Teil, nämlich die Osthälfte vorhanden. Und die wurde im Verlauf der letzten einhundert Jahre vollkommen zerstört. Wikipedia merkt an, dass die Keltenschanze (1) »allerdings durch landwirtschaftliche Bodenbearbeitung nahezu eingeebnet ist.« Und weiter: »Im Ortsteil Sempt wurde von einem Bauern ein bronzenes Widderfigürchen aus der Keltenzeit gefunden, welches in der prähistorischen Staatssammlung in München verwahrt wird.«

Foto 6: ... der Herlingsburg
Der Ortsteil von Forstinning, wo einst die Kelten wirkten, heißt heute »Aitersteinering«. Sollte das auf einen »alten Steinring« zurückgehen, der einst die keltische Anlage umgab? Eine Bushaltestelle gibt’s in der »Keltenstraße«. Ansonsten gibt s nur spärliche Erinnerungen an die Erbauer der Schanze. So gut wie nichts ist erhalten geblieben!

Ich gebe es zu: Wer in unseren Gefilden nach den Überbleibseln von Keltenschanzen suchen will, der benötigt häufig detektivischen Spürsinn und wird immer wieder enttäuscht sein, weil von den einstigen Anlagen und ihren Geheimnissen so gut wie nichts mehr zu finden, also auch nichts zu fotografieren ist!

Klaus Schwarz hat zwei fundamentale Werke zum Thema Keltenschanzen verfasst, die man mit Fug Recht als die vollständigsten Standardwerke bezeichnen darf. Bereits 1959 erschien sein (2) »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns – Pläne und Karten«. 2007 wurde der Textband zum voluminösen Atlas nachgereicht (3). Der Atlas hat derart gewaltige Ausmaße, dass man ihn nur auf einer stabilen Unterlage lesen sollte. Leider ist das wichtige Opus nicht mehr nachgedruckt worden und heute nur noch selten antiquarisch zu beziehen. Wer sich auf Spurensuche begeben und Keltenschanzen vor Ort erkunden möchte, ist mit Klaus Schwarz bestens beraten.

So hörte ich schon während meines Studiums in Erlangen in den späten 1970-ern von einer Keltenschanze in der Gemeinde Laufen. Ich hätte mir die Reise sparen können. Vor Ort erklärte man mir, man wisse ja gar nicht, ob es »Am Doppelloh-Feld« wirklich jemals eine Keltenschanze gegeben hat. Schwarz stellt fest (5): »Mutmaßliche Viereckschanze. Im Gelände sind keine Spuren einer Schanze erkennbar, auch liegen keine Nachrichten über ihre ehemalige Existenz vor.

Klarer sind die Verhältnisse in der Gemeinde Reisbach (6): Da ist auch nichts mehr zu sehen, man weiß aber, wo es einst etwas zu sehen gegeben hat! Klaus Schwarz berichtet (7): »Die Schanze ist vollständig verschleift, das Gelände wird nach mündlicher Mitteilung des Besitzers seit etwa 1880 überackert. Die Schanze läßt sich heute nur auf Grund dieser Nachricht  und mit Hilfe der ältesten Flurkarte von 1820 sowie der Geländesituation südlich des Weilers lokalisieren. Größe, regelmäßiger Grundriß und Orientierung, sprechen dafür, daß es sich um eine spätkeltische Viereckschanze gehandelt hat.«

Es ist traurig um unser keltisches Erbe bestellt!


Fußnoten

Foto 7: Das Standardwerk von Schwarz
1) Wikipedia-Artikel, Stichwort »Forstinning«
2) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns – Pläne und Karten«, München 1959
3) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007
4) Gemeinde Laufen, Landkreis Berchtesgadener Land, Oberbayern
5) Schwarz, Klaus: »Atlas der spätkeltischen Viereckschanzen Bayerns Textband«, München 2007, Seite 33, Artikel »20a Biburg«
6) ebenda, Seite 53, Artikel »46a Biberg«
7) ebenda, rechte Spalte, Rechtschreibung wurde unverändert übernommen und nicht nach den Regeln der Rechtschreibreform angepasst





 Zu den Fotos

Foto 8: Buchcover mit Keltensiedlung
Foto 1: Karl der Große, Kilians-Kirche Lügde, Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Konstantin der Große, Foto wiki commons/ UserJean-Pol Grandmont
Foto 3: Die Herlingsburg, Emil Zeiß 1863, Archiv Langbein
Foto 4: So sieht eine typische Keltenschanze aus. Foto Archiv Langbein
Foto 5: Teil eines Walls ... Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: ... der Herlingsburg. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Buchcover Schwarz. Sehr empfehlenswertes Werk! Siehe Literatur!
Foto 8: Buchcover Wieland. Sehr empfehlenswertes Werk! Siehe Literatur!
Foto 9: Von Bäumen »erobert« ...  Foto Walter-Jörg Langbein 
Foto 10: ... Wallanlage der Herlingsburg. Foto Walter-Jörg Langbein



Literatur zum Themenkreis »Kelten« 

Teil 1

Foto 9: Von Bäumen »erobert« ...
Anonymus: Die Kelten/ Europas Volk der Eisenzeit/ Untergegangene Kulturen,
     Amsterdam 1995            
Anonymus: Magische Welt der Kelten, Bindlach 2005
Badewannenmeditationen: Magische Welt der Kelten, Bindlach 2005
Barnes, Ian: Der große historische Atlas der Kelten, Wien 2009
Bernhardi, Anne: Die Kelten/ Verborgene Welt der Barden und Druiden,
     Hildesheim 2010
Bernstein, Martin: Kultstätten Römerlager und Urwege/ Archäologische
     Ausflüge von der Steinzeit bis zum Mittelalter in Oberbayern, München 1996
     (Keltenschanze von Holzhausen, S. 58-68)
Böckl, Manfred: Von Alraunhöhlen und Seelenvögeln/ Keltische Sagen aus
     Altbayern, Dachau 2007
Botheroyd, Sylvia und Paul: Lexikon der keltischen Mythologie, München
     1996
Botheroyd, Sylvia und Paul: Deutschland/ Auf den Spuren der Kelten,
     München 1989
Brunaux, Jean-Louis: Druiden/ Die Weisheit der Kelten, Stuttgart 2009
Concannon, Maureen: The Sacred Whore/ Sheela Goddess of the Celts,
     Neuauflage, Doughcloyne 2005
Cowan, Tom: Die Schamanen von Avalon/ Reisen in die Anderswelt der Kelten,
     München, 2. Auflage 1999
Dannheimer, Hermann und Gebhard, Rupert (Hrsg.): Das keltische
     Jahrtausend, Mainz 1993
Derungs, Kurt (Herausgeber): Keltische Frauen und Göttinnen/ Matriarchale
     Spuren bei Kelten, Pikten und Schotten, Bern 1995
Edel, Momo: Die Kelten/ Europas spirituelle Kindheit, Saarbrücken 2005
Geise, Gernot L.: Das keltische Nachrichtensystem, Peiting 2002
Geise, Gernot L.: Keltenschanzen und ihre verborgenen Funktionen,
     Hohenpeißenberg, 10. Auflage, 2014
Foto 10: ... Wallanlage der Herlingsburg

Göttner-Abendroth, Heide: Fee Morgane – Der Heilige Gral/ Die großen
     Göttinnenmythen des keltischen Raumes, Taunusstein 2005
Gschlössl, Roland: Im Schmelztiegel der Religionen/ Göttertausch bei Kelten,
     Römern und Germanen, Mainz 2006
Gunst, Reinhard: Der Himmel der Kelten, Göppingen 2014
Habiger-Tuczay, Christa: Magie und Magier im Mittelalter, München 1992
      (Magie der Kelten, S.165-175)
Haffner, Alfred (Hrsg.): Heiligtümer und Opferkulte der Kelten, Stuttgart 1995
Henze, Usch: Die Merowinger/ Eine historische und spirituelle Spurensuche,  
     Saarbrücken 2010 (siehe Kapitel Atlantisches Europa!)
Higgins, Godfrey: The Celtic Druids or An Attempt to shew, that the Druids
     were the priests of oriental colonies who emerged from India And were the
     introducers of the first or Cadmean system of letters and the builders of
     Stonehenge, of Carnac, and of other cyclopean works, in Asia and Europe,
     London 1829
Kaminski, Heinz: Die Götter des Landes Vestfalen/ Der Wormbacher Tierkreis
     –  Schlüssel zur Keltisch-Germanischen Kultstätte, Fredeburg 1988
Klein, Thomas F.: Wege zu den Kelten/ 100 Ausflüge in die Vergangenheit,
     Stuttgart 2004

336 »Das verschwundene Schloss«,
Teil 336 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 26.06.2016



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