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Sonntag, 17. Oktober 2010

39 »In der ›Glimmerkammer‹«

Teil 39 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


 Dieser Beitrag enthält Fotos, die im Inneren der geheimnisvollen »Glimmerkammer« aufgenommen wurden. Diese Fotos sind eine echte Sensation. Die »Straße der Toten« ist mit ihren Pyramiden eine der bekanntesten archäologischen Stätten unseres Planeten. Die »Glimmerkammer« ist in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Fotos von der »Glimmerkammer« werden erstmals hier gezeigt. Der Blog »Ein Buch lesen!« bietet somit eine echte Weltpremiere!

Wo geht's zu den Pyramiden?
Foto: Ingeborg Diekmann

Hektisches Treiben herrscht auf der »Straße der Toten«. Busse spucken Touristen aus, die im Sauseschritt bis zur Mondpyramide eilen. Emsige Guides spulen das auswendig gelernte Wissen ab. Hastig steigen die abgehetzten Besucher wieder in ihre Busse, weiteren Attraktionen entgegen. Ob sie noch die Maria von Guadalupe besuchen? Oder geht’s zum Flughafen, um zur nächsten Station im nächsten Land zu entschwinden?

Viele Touristen nehmen sich etwas mehr Zeit. Sie besteigen sogar die beiden Pyramiden. In luftiger Höhe erfahren sie in Kurzform von ihren Führern, was in den Lehrbüchern über die »Straße der Toten« zu finden ist. Dass aber die gelehrten Wissenschaftler oftmals nur spekulieren und nur so tun, als seien alle Unklarheiten beseitigt, ahnen sie nicht.

Zahlreiche Grüppchen von Schülern beleben die »Straße der Toten«. Sie strahlen eine glückliche Heiterkeit aus. Mit Kassettenrekorder, Blöcken und Stiften bewaffnet befragen sie die Touristen. In jeder Gruppe der emsigen Schüler gibt es mindestens einen, der gut Englisch spricht.

Schulkinder interviewen Touristen
Foto: Ingeborg Diekmann


Immer wieder wird die Frage gestellt: »Was wissen Sie von den Pyramiden?« Ja... was? Millionen von Menschen marschieren die »Straße der Toten« entlang. Am eigentlichen Geheimnis gehen sie achtlos vorbei. Auf der rechten Seite, etwa einen Kilometer vor der »Sonnenpyramide«, ist ein kleines Blechschild angebracht. »Mica« steht darauf, zu Deutsch »Glimmer«. Im Verlauf verschiedener Reisen nach Mexiko habe ich immer wieder die »Straße der Toten« besucht. Immer wieder habe ich jeden greifbaren Führer oder Wächter nach der »Glimmerkammer« gefragt. Immer wieder bekam ich ein Achselzucken als »Antwort«. Ich kenne inzwischen den Weg ... bin ihn schon manches Mal gegangen ... Jedes Mal wurde ich von einem Zerberus männlichen oder weiblichen Geschlechts gestellt. Mir wurde mit deutlichen Gesten klar gemacht: »Du hast hier nichts zu suchen ...«

Der Eingang zur geheimnisvollen Glimmerkammer

Der Eingang zur »Glimmerkammer« ist weiträumig mit Stacheldraht gesichert. Ein dickes Bakschisch lässt auch dieses Hindernis bedeutungslos werden. Und ein noch üppigeres Bakschisch ermöglicht sogar... einen kurzen Besuch in der »Glimmerkammer« selbst. Leider wirkt der mysteriöse Raum wenig anziehend... dank moderner Restaurierungsmaßnahmen, die mehr zerstört als erhalten haben. Da wurde eine Betondecke eingezogen, die von Betonpfeilern gestützt wird. Die »Reparaturmaßnahmen« geschahen gewiss in bester Absicht. Offenbar drohten Decke und Wände einzustürzen. Sie mussten gesichert werden... keine Frage. Aber wäre das nicht auch etwas behutsamer möglich gewesen?

Es ist gefährlich, sich in diesem seltsamen Raum aufzuhalten, der eher einem Korridor gleicht... ohne erkennbaren Zweck. Oder verbergen Betonwände, was ungebetene Gäste nicht sehen sollen? Nichts weist heute mehr darauf hin, was einst in diesem Raum geschah.... Was aber ist dann so bedeutsam an der »Glimmerkammer«?

In der Glimmerkammer ...
Zwei wuchtige Eisenplatten, mit mittelalterlich wirkenden Schlössern gesichert, verbergen das Geheimnis der »Glimmerkammer«. Ein Bakschisch lässt den richtigen Wächter den richtigen Schlüssel finden... und schon werden die beiden Metallklappen zurückgewuchtet.

Wenig Licht fällt in die Tiefe. Nach einiger Zeit erkennt man etwa einen halben Meter unter der Klappe Glimmer... Ich beuge mich nach unten... und hole vorsichtig einen Klumpen Glimmer ans Tageslicht. Der Wächter blickt diskret zur Seite. Ich beuge mich in die Öffnung, leuchte mit meiner Taschenlampe umher.... überhall glimmert es. Der Schein der Lampe wird reflektiert... Glimmer, so weit das Auge reicht. Welchen Zweck erfüllt der Glimmer? Woher stammt er?
Man kann Glimmer als Verzierung einsetzen, keine Frage. Aber warum hat man großflächig einen unterirdischen Raum von oben mit Glimmer abgedeckt? Etwa zehn Zentimeter dick ist die Glimmerschicht, stelle ich fest. Das Mauerwerk darunter – die Decke der »Glimmerkammer« – soll einen halben Meter stark sein. Glimmer, eingebettet zwischen zwei dicke Steinbecken, kann nicht als Schmuck gedient haben.... Man konnte die Glimmerschicht ja nicht sehen. Welchem Zweck diente sie dann?

Eine dicke Glimmerschicht isoliert
die unterirdische Kammer ...

Dreißig Meter lang ist die mit Glimmer abgedeckte Fläche. Ein kundiger Guide erklärt mir: »Die sorgsam ausgelegte Glimmerfläche liegt unter einer wuchtigen Steinmauer von mindestens einem halben Meter Dicke. Wie groß das Areal ist, das so isoliert wurde.. wissen wir nicht. Weitere Grabungen sind erforderlich...« Die erforderlichen Grabungen aber, sind alles andere als einfach. Man muss sich durch harten Stein arbeiten.

Glimmer hat wirklich erstaunliche Eigenschaften. Glimmer ist extrem hitzefest (bis zu 800 Grad!), extreme Temperaturschwankungen erträgt Glimmer mit Gelassenheit.. genauso wie die meisten Säuren! Glimmer ist hervorragend geeignet als elektrisches Isolationsmaterial.

Zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrtausends sehen wir die technischen Aspekte von Glimmer, zum Beispiel als Isolator. Welchen Schutz sollte die Glimmerschicht vor zwei (oder mehr) Jahrtausenden bieten? Wurde Glimmer vor zwei Jahrtausenden nicht als Schutz im technischen Sinne verstanden?

Glimmer, so weit das Auge reicht ...

Natürlich müssen auch und gerade im Bereich der »Straße der Toten« Grabungen, so versicherte mir immer wieder, erst noch genehmigt werden. Das aber geschieht im konkreten Fall aber offenbar nicht. Seltsam: Die schlauchartige »Glimmerkammer« ist sehr viel kleiner als die bisher bekannte Glimmerfläche. Oder anders ausgedrückt: Die Decke ist sehr viel größer als der Raum darunter!

Erich von Däniken schrieb in seinem Buch »Der Tag an dem die Götter kamen« (1): »Mir ist in dieser Glimmerstory die Geheimniskrämerei verdächtig. Eisenplatten. Vorhängeschlösser. Die meisten der Wächter haben keine blasse Ahnung...Man komme mir, bitte, nicht mit der fadenscheinigen Erklärung, man müsse diese Kostbarkeit vor den Touristen schützen! Dazu wären zwei Wächter im Schichtdienst ausreichend. In Chichén-Itzá dürfen Touristen im Gänsemarsch in das Innere der Pyramide kriechen, um den steinernen Jaguar zu bewundern. Man könnte – wenn gar so kostbar – schusssichere Panzerglasscheiben vor die Wände stellen. Oder sollen hier nur lästige Fragestellungen abgewimmelt werden?«

Welche Ausmaße die durch Glimmer isolierte Fläche hat, das vermag niemand zu sagen. Sollte es neben der bekannten »Glimmerkammer« weitere Räume geben, die noch unzugänglich sind? Seit Jahren gibt es konkrete Hinweise auf eine weitläufige »Unterwelt«... unter der »Straße der Toten«, die vor mindestens 1800 Jahren verschlossen wurde. Sie soll mit den Pyramiden in Verbindung stehen.

Fürsten- oder Herrschergräber werden vermutet... womöglich ausgestattet mit unvorstellbaren Schätzen und Kostbarkeiten. Hat die »Glimmerkammer« etwas mit unterirdischen Grüften zu tun, die seit rund zwei Jahrtausenden unentdeckt geblieben sind? Sollte die Glimmerschicht Schutz bieten... wovor auch immer?

Was befindet sich hinter dem Schuttberg?

An einer Seite der »Glimmerkammer« gab es einen massiven natürlichen (?) Einbruch von Gesteinsmassen. Die moderne Betondecke endet... an einer abschließenden Wand? Steht da – hinter den Brocken – wirklich eine gemauerte Wand? Endet hier wirklich der Raum? Oder setzt er sich hinter den Steinbrocken unterschiedlicher Größe fort? Wer (oder was) ließ das Geröll den Raum an einer Seite verschließen? Sollen neugierige Besucher daran gehindert werden, weiter vorzudringen?

Manches deutet auf eine bevorstehende Sensation hin: Ein vor mindestens 1800 Jahren verschlossener Gang soll geöffnet werden. Werden Herrscher aus uralten Zeiten mit kostbaren Grabbeigaben gefunden werden? Werden wir auch über Funde informiert werden, die nicht in das Geschichtsbild der Schulwissenschaften passen? Zweifel sind angebracht. Könnten die Funde doch beweisen, dass die Geschichte der Pyramidenbauer viel weiter in die Vergangenheit zurückreicht... als die Schulwissenschaft für statthaft hält!

Sollte der Name »Straße der Toten« doch kein Fantasieausdruck sein... sondern auf Gräber von Herrschern aus uralten Zeiten hinweisen?

»Was liegt hinter dem Geröll?














Fußnote
(1) Däniken, Erich von: »Der Tag an dem die Götter kamen. 11. August 3114 v. Chr«, München 1984, S. 255 u. 256

Copyright für alle Fotos: Walter-Jörg Langbein

»Die Pyramide und eine Schlange aus Licht«,
Teil 40 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 24.10.2010

Sonntag, 10. Oktober 2010

38 »Das Geheimnis der Glimmerkammer«

Teil 38 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Endlich habe ich die Gipfelplattform der Mondpyramide erreicht. Stufe für Stufe habe ich mich über die schier endlose Treppe an der Frontseite von Plattfom zu Plattform hochgekämpft. Die Luft ist dünn. Jeder Schritt fällt schwer – in 2200 Meter über Normalnull. Von der Millionenmetropole Mexico City scheint ein beißender Geruch herüber zu wehen. Das wäre kein Wunder angesichts der extremen Luftverschmutzung, die die Riesenstadt erzeugt.

Walter-Jörg Langbein auf der Mondpyramide
von Teotihuacan - Foto: Willi Dünnenberger
Endlich stehe ich auf der »plataforma adosaba«, auf der abschließenden Plattform, 65 Meter über der staubigen »Straße der Toten«. Ich bin außer Atem, setze mich erschöpft und schwitzend auf den harten Stein. Ich weiß:
1906 hat Leopoldo Batres das gewaltige Bauwerk freigelegt. Er hat sie förmlich ausgegraben, lag sie doch unter einem wenig ansehnlichen Hügel.

Als der spanische Eroberer Hernando Cortez am 8. November 1519 im Hochtal von Mexico City auftauchte, lag die einst so stolze Mondpyramide längst unter einem über viele Jahrhunderte hinweg von der Natur angehäuften Berg. Cortez zog achtlos am verborgenen Monument vorbei. Ihn und seine räuberische Bande von Plünderen zog es in die Metropole Tenochtitlan, auf mehreren Inseln im westlichen Teil des Texcoco-Sees gelegen. Selbst Hernando Cortez zollte der Riesenstadt, die zu ihren Glanzzeiten Hunderttausenden von Menschen eine Heimat bot, seine Bewunderung. Er berichtete Kaiser Karl V.: »Alle Straßen sind der Länge nach von Kanälen durchzogen, so dass zwischen ihnen eine Wasserverbindung besteht Über diese Kanäle, von denen einige sehr breit sind, führen Brücken.«

Bernal Diaz del Castillo: »Wir staunten und sagten, das gliche den Wundern, von denen im Amadis, dem berühmten Ritterroman, berichtet wird, denn diese riesigen Türme und Pyramiden und Gebäude im Wasser waren alle aus Stein gebaut. Einige unserer Soldaten fragten sich daher, ob das, was sie sahen, nicht ein Traumbild sei.

Hier hausten also die »barbarischen Azteken«, denen sich die »zivilisierten Europäer« so überlegen fühlten. Allerdings lebten sie weitaus kultivierter als die Christenheit im fernen Europa. Während der europäische Hofadel von Körperhygiene wenig hielt und üble Gerüche mit Parfüms übertünchte, vertrauten selbst die einfachen Bewohner von Tenochtitlan auf die reinigende Wirkung von Dampfbädern.



Rekonstruktion des Tempelbezirks von Tenochtitlan
GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Als anno 1600 Girodano Bruno in Rom grausam gefoltert und als »Ketzer« verbrannt wurde, blühte auf einem riesigen Areal (rund 1 000 Hektar groß) eine echte geradezu moderne Metropole. Selbst die kleinen, einstöckigen Häuser hatten alle einen geräumigen Innenhof, wo Gemüse und Blumen angebaut wurden. Elendsviertel wie in Europa waren unbekannt. Vier Hauptbezirke gab es: den »Ort der Blumenblüte«, den Tempelbezirk mit seinen fantastischen Monumenten, die »Region der Mücken« und die »Wohnstätte der Reiher«.

Die hochstehende Kultur, die erstaunliche Zivilisation der Azteken interessierte die goldgierigen Spanier überhaupt nicht. In einem blutigen Kampf eroberten sie dank ihrer überlegenen Waffen die einstige Metropole. Sie ermordeten die Bewohner in einem unbeschreiblichen Blutbad und plünderten die Stadt. Sie verwüsteten Tenochtitlan gründlich. Sie zerstörten eine Kultur. So erlosch eine Stadt, die jener der europäischen Hauptstädte überlegen war.

Ausgrabungen archäologischer Art sind heute so gut wie unmöglich. Die Millionenstadt Mexico-City beansprucht wie ein gieriger, ständig wachsender Krake die einst so bedeutsame Region. Gewaltige Slums überziehen wie ein Geschwür das Land, dessen Geschichte von echter Zivilisation zeugte. Das kann man von den marodierenden Eroberern nicht gerade behaupten.

Die Straße der Toten
von der Sonnenpyramide aus gesehen
Von der Sonnenpyramide aus blicke ich auf die »Straße der Toten«... Sie war einst die zentrale Achse, die durch die Stadt Teotihuacán führte. Vermutlich bestand erst der vier Kilometer lange und 45 Meter breite Sakralweg. Die Stadt Teotihuacán wurde später rechts und links davon errichtet. Die Azteken waren nicht die Bauherrn der monumentalen Gebäude. Sie fanden sie bereits vor, schrieben sie mythischen Göttern aus uralten Zeiten zu. Einst sollen sich hier – während der mythischen »Nachtzeit« Gottheiten versammelt und über die Menschen beraten haben.

In Teotihuacán dürften eins Hunderttausende gelebt haben: in einer am Reißbrett entwickelten Riesenmetropole, die sich einst über 20 (oder mehr!) Quadratkilometer erstreckte. Der Rio San Juan floss durch die Stadt, aber nicht in seinem natürlichen Bett. Er wurde kunstvoll kanalisiert und den Wünschen der Stadtarchitekten angepasst.

Von der einst so stolzen Stadt ist so gut wie nichts übrig geblieben ... nur die »Straße der Toten«, flankiert von steinernen Plattformen und massiven Gebäuden. Fakt ist: Der Name »Straße der Toten« wurde von den Nachkommen der Azteken ersonnen, als Teotihuacán längst verschwunden war. Damals waren die Pyramiden und Gebäude rechts und links der Straße nur noch als »natürliche« Hügel zu erkennen. Auch die Namen »Sonnen-« und »Mondpyramide« stammen nicht von den Erbauern dieser rätselhaften Denkmäler. Wie sie einst hießen ... das ist unbekannt.

Erst im Verlauf der letzten 100 Jahre wurden die Überreste der »Straße der Toten« ausgegraben und vermessen. Hugh Harleston kam zu einem verblüffenden, kühn anmutenden Ergebnis.

Die Straße der Toten,
von der Mondpyramide aus gesehen
Seiner Überzeugung nach handelte es sich bei der Straße mit ihren Gebäuden und Pyramiden um ein erstaunlich exaktes Modell unseres Sonnensystems! Im »Teotihuacán-Modell« beträgt die Entfernung Sonne-Erde 96 Einheiten, Merkur hat einen Abstand von 36, Venus einen von 72 und Mars einen Abstand von 144 Einheiten! Doch damit nicht genug: Auch der Asteroidengürtel ist im Modell zu finden: als künstlich angelegter Kanal.

Planet Saturn soll einst auch durch ein Gebäude gekennzeichnet worden sein... im Modell. Es wurde dem Zufahrtsweg für Touristen geopfert und abgetragen. Mehr als erstaunlich ist, dass auch die Planeten Uranus, Neptun und Pluto den Erbauern von Teotihuacán bekannt gewesen sein müssen. Dabei wurden diese drei Sonnentrabanten erst in den Jahren 1781, 1846 und 1930 entdeckt!

Sollte also die »Straße der Toten« als »Straße der Sonne und ihrer Planeten« angelegt worden sein? War sie einst ein sakraler Weg, eine Art Pilgerweg einer vergessenen Religion der Astronomie? Martin Lehman schrieb in der Fachzeitschrift »Discover« (1): »Unsereins steht fassungslos vor den mathematischen Tatsachen, welche die Erbauer von Teotihuacán angewandt haben. Doch führt uns dieses Beispiel wieder vor Augen, wie wenig wir von unserer Vergangenheit wirklich wissen.«

Besonders mysteriös aber ist das Geheimnis der Glimmerkammer....

Die Straße der Toten...
Modell unseres Sonnensystems?
Angeblich war die »Sonnenpyramide« einer Muttergöttin geweiht. Sollte also die »Straße der Toten« ursprünglich von den Vertretern eines matriarchalischen Kults errichtet worden sein, zu Ehren einer ... der ... Muttergöttin? Wesentliches Kennzeichen von sakraler Verehrung der Urgöttin war die ewige Wiederkehr, war der ewige Kreislauf des Lebens. Im Mittelpunkt stand nicht der Gläubige als Individuum, der auf sein persönliches Weiterleben nach dem Tod hoffte. »Ewiges Leben« wurde nicht egozentrisch gesehen. Nicht der einzelne Mensch hatte ein ewiges Leben als Individuum. Unsterblich und ewig war das Leben selbst... wie die Natur.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter kehrten im ewigen Kreislauf des Lebens wieder. Auf den Frühling mit seinem Wachstum der Pflanzen folgten der Sommer (der die Ernte reifen lässt), der Herbst (also Vorbote des Todes) und der alles zum Erstarren bringende Winter. Der Winter aber war nicht das Ende. Nach der Wintersonnwende (im Christentum zum Geburtstag Jesu entfremdet) folgte wieder der Frühling, die Wiedergeburt der Pflanzen... des Lebens! (2)

Fußnoten
(1): Lehmann, Martin: »Teotihuacán, Zahlen und Fakten eines Rätsels«, »Discover«, 1994/2
(2): Langbein, Walter-Jörg: »Eine kurze Geschichte von Gott: Von der Vorzeit bis heute«, Berlin November 2007

»In der Glimmerkammer...«,
Teil 39 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 17.10.2010

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