Sonntag, 10. September 2017

399 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«

Teil 1 »Birkenstein und Orte der Weisheit«,
Teil  399 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Fischbachau ist ein idyllischer Urlaubsort in Oberbayern. Er liegt an der malerischen Leitzach im Mangfallgebirge. Zwei sakrale Sehenswürdigkeiten gibt es, nämlich »Mariä Schutz« und das  »Martinsmünster«. Das »Martinsmünster« gilt als die besterhaltene romanische Basilika Südbayerns. »Mariä Schutz« ist vielleicht kunsthistorisch noch bedeutsamer, ist doch die »Alte Pfarrkirche« vielleicht nicht der älteste, aber der älteste unveränderte Kirchenbau Altbayerns.

Foto 1: Fischbachau im Winter.

Nach mehreren Regentagen Anfang Mai 2017 ist uns – mir und lieben Freunden aus dem Münchner Umland – der Wettergott mehr als gnädig. Nach heftigen Regenschauern von graublauem Himmel lacht die Sonne vom bayerisch-blauen Firmament. Einzelne weiße Wölkchen heben noch die herrliche Bläue des Himmels hervor. Und »Mariä Schutz« und das  »Martinsmünster« strahlen in blendendem Weiß förmlich miteinander um die Wette.

Aber uns zieht es zunächst einmal weiter gen Himmel, den Berg hinauf zum ehemaligen Kloster und der Klosterkapelle von Birkenstein. Man sieht nur mit dem Herzen gut, so heißt es. Dieses Wort trifft auf Birkenstein zu. Die Schönheit Birkensteins, seine mystische Atmosphäre, lässt sich weder fotografieren, noch in angemessene Worte fassen. Man muss Birkenstein und seine Geheimnisse einfach erleben!

Per Zug ist Birkenstein von München aus zu erreichen. Man fährt Richtung Bayrischzell und steigt in Fischbachau aus. Von da aus geht es per Taxi oder zu Fuß weiter. Eine Stunde Fußweg muss man einkalkulieren. Bequemer ist die Anreise per PKW. Von München aus fährt man auf der Autobahn Richtung Salzburg. Man erlässt die Autobahn entweder bei der Ausfahrt Wayarn oder bei der Ausfahrt Irschenberg. Von da aus geht es nach Miesbach. Wunderschön ist die weitere Fahrt durch das wunderschöne Leitzachtal bis nach Fischbachau. Man kann aber auch Fischbachau über Schliersee erreichen. Den letzten Kilometer muss, nein darf man zu Fuß gehen, dann kommt man in Birkenstein an.

Anfang Mai 2017 drohte mein Besuch in Birkenstein auszufallen. Bedingt durch Straßensperrungen und Baustellen komme es in der Region zu Staus. Birkenstein müsse aus dem Programm genommen werden. Auf kleinen Nebensträßchen der idyllischen Art erreichten wir dann aber doch das Ziel, die mysteriöse Klosterkapelle.

Eigentlich könnte man sich tagelang in Fischbachau aufhalten, zahlreiche Hinweise auf uralten Volksglauben studieren. Der Bildstock des Heiligen Nepomuk zum Beispiel ist einen Besuch wert. 

Foto 2: Nepomuk von Fischbachau.
Johannes ne Pomuk, also Johannes aus Pomuk, Tschechien 1380 wurde zum Priester geweiht und Pfarrer an der Kirche St. Gallus in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche, seine mutige Haltung gegenüber dem König machte den konsequenten Theologen beim Volk beliebt. Er ließ sich, heißt es, den Mund nicht verbieten, worüber sich König Wenzel offenbar maßlos ärgerte. Zu allem Überfluss erkor sich die Königin Johannes ne Pomuk zum Beichtvater.

König Wenzel wollte nun von Nepomuk erfahren, was seine Ehefrau so an Sünden zu beichten Pflegte, aber auch unter schlimmster Folter bewahrte Nepomuk das Beichtgeheimnis. So starb er nach schlimmsten Qualen, so wird überliefert, als Märtyrer. Eine Legende schildert, fünf Sterne hätten der Königin gezeigt, wo der geschundene Leichnam des Priesters zu finden sei. Tatsächlich wurde der Körper Nepomuks gefunden und konnte beigesetzt werden. Angeblich wurden seine Gebeine und seine Zunge anno 1719 bei einer Graböffnung unversehrt vorgefunden. Zehn Jahre später wurde Johannes Nepomuk kanonisiert. Das »Zungenwunder« wurde als Zeichen des Himmels gesehen. Kein Wunder, dass Nepomuk zum Patron der Beichtväter wurde.

Eigentlich sollte man sich Zeit nehmen für Birkenstein und seine Klosterkapelle. Hand aufs Herz: Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen für Birkenstein. Eigentlich sollte man nicht mit dem Auto anreisen, sondern als Pilger besuchen. Aber ich bin froh, überhaupt in Fischbachau und Birkenstein gewesen zu sein.

Wie ich vor Ort erfahren habe finden alljährlich 43 Fußwallfahrten nach Birkenstein statt. Manche haben schon eine sehr alte Tradition. So finden schon seit 1835 Fußwallfahrten von Obertaufkirchen bei Erding statt. Zwischenstation ist Tuntenhausen. Eine Wallfahrtskirche von Tuntenhausen ist bereits anno 1226 erstmals urkundlich erwähnt. Am späten Nachmittag des zweiten Tages erreichen die Pilger Birkenstein.

Foto 3: Der Verfasser in Birkenstein.

1470 bis 1480 wurde der Sakralbau durch eine größere Hallenkirche ersetzt, 1513 bis 1533 kamen die beiden markanten Doppeltürme hinzu. In den Jahren 1548 und 1584  setzten gewaltige Brände dem Gotteshaus zu. Die Kirche konnte aber wieder instand gesetzt werden. Der für heutige Zeitgenossen kuriose Name der Gemeinde Tuntenhausen  geht auf einen frühen Siedler namens Tunti oder Tunto zurück, der bereits im 8. Jahrhundert dokumentiert ist. Tuntenhausen ist also als »Befestigte Wohnanlage« oder «Burg« des Tunti/ Tunto zu verstehen.

Foto 4: Wallfahrtskirche von Tuntenhausen

Zurück ins 21. Jahrhundert. Zurück in unsere Zeit des Lärms und der Hektik. Dank des Internets können wir schneller denn je an Informationen gelangen. Dank des Internets können wir weltweit Kontakte knüpfen, ohne auf Entfernungen achten zu müssen weltweit mit anderen Menschen sprechen. Ich weiß die Segnungen des Internets sehr zu schätzen, so wie ich auch den modernen Wissenschaften wirklich außerordentlich dankbar bin. Die faszinierenden Wissenschaften haben uns viele Fenster geöffnet, die uns unglaublich viel von der Wirklichkeit zeigen. Seit Jahrhunderten explodierte das Wissen auf Planet Erde geradezu. Und dank des Internets ist heute allgemein zugänglich, was noch vor wenigen Generationen nur von Wenigen eingesehen werden konnte, die Zugang zu den größten Bibliotheken ihrer Zeit hatten.

Je weiter die Pioniere der Wissenschaft vorankamen, je größer der von ihnen angehäufte Wissensschatz wurde, desto schneller wuchs die Spezialisierung. Und je größer das Messbare, heute schon wissenschaftlich erfassbare und überprüfbare Wissen wird, desto größer wird die Distanz zur Mystik. Ja alles was nicht irgendwie messbar ist, was sich nicht mittels wissenschaftlicher Formeln definieren lässt, scheint offiziell gar nicht existieren zu dürfen. Dabei gibt es doch schon seit Jahrzehnten intensive Bemühungen Mystik und Wissenschaft nicht als unvereinbar Gegensätzliches zu sehen.

Allen voran versuchte Bestsellerautor (1) Fritjof Capra (* 1. Februar 1939 in Wien), ein österreichisch-amerikanischer Physiker, Systemtheoretiker und Philosoph, mit einem ganzheitlich-systemischen Ansatz eine Verbindung zwischen östlicher Mystik und moderner Physik herzustellen. Versuchten Weise der letzten Jahrtausende, die Wahrheit hinter dem Vordergründigen zu erkennen, so gibt es seit Jahrzehnten ernsthafte Bemühungen, das Gemeinsame von Wissen und Geheimnis zu finden (2).

Foto5: Fritjof Capra.
Ich frage mich immer wieder, ob nicht die moderne Wissenschaft des scheinbar Faktischen, eine wesentliche menschliche Fähigkeit mehr und mehr verkümmern lässt? Ich meine die Fähigkeit des Spürens, des Erfühlens von einer letztlich noch unser Vorstellungsvermögen bei weitem überschreitenden Weisheit. Betreten wir damit die Welt der Religionen? Auf der einen Seite gibt es die strenge materialistische Schulwissenschaft. Auf der anderen Seite gibt es die Welt der großen Religionen, die zu mächtigen Institutionen geworden sind. Das freilich war alles andere als im Sinn der großen Weisen vergangener Jahrtausende (3).

Institutionalisierten Religion geht es freilich früher oder später nur noch um Macht. Um diese Macht umsetzen zu können, benötigen sie Menschen, die sich das Denken abnehmen lassen. Was sie nicht gebrauchen können, das sind Menschen, die versuchen, mit selbständigem Denken und Weisheit die Realität zu erfassen. Sie sehen die Dinge nicht, wie sie nach Meinung ihrer Vordenker gesehen werden müssen, sie wollen sich ein eigenes Bild machen. Solche Menschen entziehen sich der Macht von Wissenschaftlern wie von Geistlichen, die vorschreiben wollen, was zu glauben ist und was nicht.

Was ich mich seit vielen Jahren frage: Gibt es auf unserem Planeten Erde Orte, an denen Weisheit besser erspürt werden kann als an anderen Orten? Ich meine ja. Und ich bin davon überzeugt, dass solche Stätten seit Jahrtausenden bekannt sind. An solchen Orten hat man schon vor Jahrtausenden Menhire errichtet, geheimnisvolle Zeichen in Berghänge gekratzt, Tempel gebaut, die dann später von Vertretern der großen Religionen vereinnahmt wurden.


Foto 6: Einer der »alten Weisen«.

Fußnoten

1) Capra, Fritjof: »Das Tao der Physik/ Die Konvergenz von westlicher
     Wissenschaft und östlicher Philosophie«, Neuausgabe, Bern, München, Wien,
     1984
2) Davies, Paul: »Gott und die moderne Physik«, Vorwort von Hoimar von
     Ditfurth, München 1986
Talbot, Michael: »Mystik und neue Physik/ Die Entwicklung des kosmischen
     Bewusstseins«, München 1989
3) Bütler, Rene: »Die Mystik der Welt/ Quellen und Zeugnisse aus vier
     Jahrtausenden/ Ein Lesebuch der mystischen Weisheiten aus Ost und West«,
     Bern, München, Wien 1992
Läpple, Alfred: »Ketzer und Mystiker/ Extremisten des Glaubens/ Versuch einer
     Deutung«, München 1988


Foto 7: Der Regenbogen, ein Symbol.
Zu den Fotos
Foto 1: Fischbachau im Winter. Foto wikimedia commons/ Bbb.
Foto 2: Der Nepomuk von Fischbachau. Foto wikimedia commons/ gemeinfrei/ Rudolph Buch.
Foto 3: Der Verfasser in Birkenstein. Foto Heidi Stahl. Copyright Heidi Stahl.
Foto 4: Wallfahrtskirche von Tuntenhausen mit dem Wappen der Gemeinde. Foto Wikimedia commons Rufus46
Foto 5: Fritjof Capra. Foto Wikimedia commons Zenobia Barlow
Foto 6: Einer der »alten Weisen«. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der Regenbogen, ein Symbol. Foto Heidi Stahl


400 »Vom Staffelberg nach Birkenstein«,
»Das Geheimnis der fliegenden Kapellen«, Teil 2
Teil  400  der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 17.09.2017


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Sonntag, 3. September 2017

398 »Marias Himmelfahrt und Adams UFO«

Teil  398 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt
Kirchenrat Wilhelm Mädl (1) beeindruckte mich als Kind sehr. Von stattlicher Statur glich er einem biblischen Propheten, der das Wort Gottes mit sicherer Stimme verkündete. Einmal fragte ich den imposanten Mann Gottes, wie es denn möglich sei, dass er auf jede Frage eine Antwort parat habe. »Ich habe Theologie studiert!«, antwortete er stolz und selbstsicher. Mag sein, dass Kirchenrat Mädl mitverantwortlich dafür ist, dass ich schließlich auch evangelische Theologie studierte und auszog, um Pfarrer zu werden.

Herr Mädl zeigte mir eines Nachmittags einen Prachtband mit sakralen Gemälden. Besonders beeindruckend fand ich die Darstellung einer Himmelfahrt Marias von Tizian (1490-1576). Man sieht die Menschen auf Erden, vor ihren Augen entschwindet auf Wolken Maria gen Himmel. Und hoch oben wartet schon der mächtige Gottvater. Damals dachte ich bei Engeln noch nicht an Außerirdische.

Dann aber: Anno 1968 las ich Erich von Dänikens ersten Weltbestseller »Erinnerungen an die Zukunft«. Da ging es auch um Texte aus dem »Alten Testament«, in denen Erich von Däniken Hinweise auf Besucher aus dem All sah. Und da, wie ich wusste, im Rahmen des Theologiestudiums Altes und Neues Testament in den Originalsprachen gelesen werden, war ich überzeugt: Ich musste evangelische Theologie studieren, um mehr über die »Astronautengötter« zu erfahren.

Dekan Adolf Müller erkundigte sich immer wieder nach meinen Fortschritten als braver »stud.theol.«. Er nahm mit wachsender Besorgnis zur Kenntnis, dass ich lieber über Astronautengötter als über Luthers Theologie sprach. Wiederholt lud er mich dazu ein, doch sonntags in der Michelauer Kirche zu predigen. Dazu kam es nie. So sehr sich Dekan Müller bemühte, mich zum Durchhalten zu bewegen.

Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias.
Am 15. August, vor wenigen Tagen, feierte die katholische Christenheit »Mariae Himmelfahrt« . Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts wird es, festgelegt von Kaiser Mauritius, an diesem Tag gefeiert. Allen theologischen Bemühungen zum Trotz heißt es im Volksmund nach wie vor »Mariae Himmelfahrt«. Die Theologie, speziell die katholische, anerkennt aber als einzigen »Himmelfahrer« nur Jesus. Nur Jesus ist sozusagen aus eigener Kraft in den Himmel empor gestiegen. Offiziell heißt das hohe Fest »Assunta«, was sich vom lateinischen »assumptio« herleitet. »Assumptio« freilich bedeutet »Aufnahme«. Theologisch korrekt wurde also Maria in den Himmel aufgenommen.

In der Hermitage in St. Petersburg wird ein Gemälde aufbewahrt, das den theologisch falschen Titel »Mariae Himmelfahrt« trägt. Bartolomé Esteban Murillo hat es um 1675 geschaffen. Zu sehen ist eine majestätische Maria, die voller Erwartung nach oben blickt. Getragen wird sie von einer ganzen Schar kleinwüchsiger Engel, die mit dem Transport Marias ihre liebe Mühe zu haben scheinen. Ich vermute, dass Bartolomé Esteban Murillo an eine alte Überlieferung dachte, als er sein Kunstwerk schuf. Wann die fromme Geschichte erstmals erzählt wurde, wir wissen es nicht. Klar ist: 1216 schrieb Cäsarius von Heisterbach eine Legende nieder. Demnach wurde Maria, eingehüllt in eine strahlende Lichtaura, in den Himmel empor gebracht.

In der Basilika »San Paolo fuori le Mura« lockt ein altehrwürdiges Altarbild auch heute noch Gläubige wie Touristen an. Es entstand Mitte des 19. Jahrhunderts nach einer älteren Vorlage, nach einem Kunstwerk von Giulio Romano. Zu sehen ist eine Schar von Menschen. Die Jünger und ersten Christen haben sich in einer Höhle am Sarkophag Marias eingefunden. Sie sind aufgeregt, bestürzt, ja schockiert. Sie können, so scheint es, noch nicht fassen, dass Maria entschwunden ist. Eine Etage höher, über den Wolken, sieht man Maria um Himmel, umgeben von Engeln. Neben ihr sitzt Weltenherrscher Jesus, der Maria just zur Himmelskönigin krönt. Über allem schwebt, in Gestalt einer Taube, der »Heilige Geist«. Gottvater ist nirgendwo auf dem Bild zu entdecken.

Foto 3: Papst Pius XII.

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde das Fest in Deutschland eingeführt. Erst Papst Pius XII. verkündete anno 1950 das Dogma von der »ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel«. Wenn Maria physisch in den Himmel aufgenommen wird, so ist damit nicht der Himmel als ein spirituelles Jenseits gemeint. Es ist nicht davon die Rede, dass die Seele Marias in ein geistiges Himmelreich aufgenommen wird, sondern ganz und gar, leibhaftig.

Das Motiv der »Himmelfahrt« gibt es in  christlichen Varianten, etwa wenn Maria von Engeln in den Himmel geholt wird. Freilich ist das Motiv, wie wir es etwa aus christlichen Gemälden kennen, nicht das Original. Der Ursprung verliert sich irgendwo in den unergründlichen Weiten der religiösen Bilder. Wo tauchte es erstmals auf? Bei den Ägyptern finden wir es ebenso wie bei den Sumerern. Besonders präastronautisch als Quelle geeignet ist der »Etana Mythos«, der ganz konkrete Begleiterscheinungen eines Flugs aus irdischen empor in himmlische Gefilde schildert. (2)

Um es klar und deutlich auszusprechen: Ich will nicht unterstellen, dass Maria eine Außerirdische war und per Raumschiff entschwunden ist. Als alter Präastronautiker aber bin ich davon überzeugt, dass es Jahrtausende vor Jesu und Marias Lebzeiten Kontakte mit »Astronautengöttern« gab. Da wurden Menschen – wie wir das aus heutigen Zeiten kennen – entführt. Was für uns Heutige das All ist, das war für die jungen Christen der »Himmel«.

Laut Überlieferungen, die Louis Ginzberg (3) übersetzt und aufgezeichnet hat, unternahm Adam Flugreisen durchs All, sechs Welten wurden ihm gezeigt: Erez, Adamah, Arqua, Ge, Neshiah und Ziah. Erez war eine düstere Welt der Dunkelheit, anscheinend ein Planet, der sich in großer Distanz um seine Sonne drehte. Auf Adamah hatten es die Bewohner, anscheinend Vertreter einer fortgeschrittenen Zivilisation, bereits geschafft, ihre Umwelt zu verpesten. Auf Arqua lebten die Cainiten, Zwerge und Riesen. Jene Kreaturen fristeten ein ärmliches Dasein, kannten kein Getreide. Oft wurden zweiköpfige Wesen geboren, Mutationen. Planet Ge befand sich »nah am flammenden Feuer«. Umkreiste dieser Planet in relativ geringem Abstand seine Sonne, vergleichbar mit Merkur? Auf Nesiah hausten Zwerge ohne Nase. Sie atmeten durch zwei Löcher. Auf Ziah herrschte arge Wasserknappheit, die Bewohner jener Welt werden als besonders schön beschrieben.

Foto 4: Der Moses von Urschalling.

Die »Apokalypse des Moses« (4) benennt Eva als »UFO-Zeugin«: »Und Eva blickt zum Himmel auf, da sieht sie einen Lichtwagen heranfahren. Kein aus dem Mutterleib Geborener kann die Herrlichkeit beschreiben.«.

Und in Louis Ginzbergs »Legenden der Juden« berichtet Rabbi Bar Jochai, wie Rabbi Yosse und eine kleine Schar Menschen auf einen Außerirdischen treffen. »Woher kommst du?« wird er gefragt. »Vom Planeten Arqua!« antwortet er bereitwillig. Die Menschen staunen: »Es gibt also Lebewesen auf Arqua?« Das bestätigt der Fremde. »Als ich euch kommen sah, beschloß ich nach dem Namen der Welt zu fragen, auf die ich gekommen bin.«

Auf seinem Heimatplaneten sei so manches anders als auf der Erde. So seien die Jahre dort länger, mehr Zeit vergehe zwischen Saat und Ernte. Dem Besucher sind aber noch andere Welten bekannt. Doch nur auf der Erde könne er wie auf seinem Heimatplaneten leben. Friedlich gehe es aber auf Arqua keineswegs zu, da würden weite Bevölkerungskreise in Lagern gehalten, streng von Wächtern beaufsichtigt. Auf der Welt »Herabah« gebe es reichlich Wasser, auf »Tebel« hausten entsetzliche Monsterwesen, Kreaturen, die künstlich erzeugt worden seien.

In altjüdischen, heiligen Texten, die leider nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden, wimmelt es nur so von Hinweisen, die die ersten Menschen in Verbindung mit Außerirdischen bringen. So veröffentlichte Paul Rießler »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«.

Im Text »Leben Adams und Evas« (5) wird ein Bericht vorgelegt, der Adam selbst als »UFO- Zeugen« darstellt. Da lesen wir: »Da sah ich gleich dem Winde einen Wagen, und seine Räder waren feurig.« Adam selbst wurde an Bord genommen. »Ich wurde...entrückt. Ich sah den Herrn da sitzen.« Erzengel Michael steuerte das Vehikel.

Foto 5: Adam und Eva von Urschalling.

Ja, die biblischen Engel, die »Wächter des Himmels«, sie tauchen weltweit auf. Überall pendelten sie, so scheint es, zwischen Himmel und Erde, sie vermittelten zwischen dem obersten Himmelsboss und den Menschen. Sie brachten Befehle von oben nach unten und Bitten von unten nach oben. Nicht immer waren sie ihrem Boss gehorsam, begehrte auf, manche wurden verdammt, schlugen sich auf die Seite der Menschen und wurden von der Theologie verteufelt.

Ob ich denn wirklich glaube, dass die »Engel« außerirdische waren, werde ich seit Ende der 1970er immer wieder gefragt. Ich bin davon überzeugt, dass kosmische Besucher da und dort als »Engel« in die Glaubenswelten von Planet Erde einbezogen wurden.

Wenn kosmische Besucher vor Jahrtausenden auf unseren Plant kamen, wo sind sie denn geblieben, diese »Astronautengötter«? Heute bin ich davon überzeugt, dass Planet Terra nicht nur vor Jahrtausenden von Außerirdischen besucht wurde. Ich glaube, dass sie, die »Astronautengötter«, auch heute noch hier sind, mitten unter uns. Sie beeinflussen das Weltgeschehen. Ob sie sich jemals offenbaren werden?

Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter

Obwohl ich mich seit Jahrzehnten mit diesen Wesen aus dem All beschäftige, weiß ich immer noch zu wenig über sie. Sind sie Wesen aus Fleisch und Blut? Sie sind Lebewesen? Oder sind sie etwas ganz anderes, als wir uns vorstellen können? Sind sie Verkörperungen von künstlicher Intelligenz? Wir suchen nach wie vor das »missing link« zwischen Tier und Mensch. Ich halte uns Menschen für das Bindeglied zwischen natürlich-biologischer und künstlicher Intelligenz.

Künstliche Intelligenz kann sich – Stichwort morphogenetische Felder – in Nullzeit über jede Distanz bewegen. Reisen durch die Unendlichkeit des Alls sind für künstliche Intelligenz in Nullzeit möglich, sie ist nicht (mehr) auf Raumschiffe angewiesen. Höchstgeschwindigkeiten, die für irdische Raumfahrer schon theoretisch vorstellbar sind, scheinen interstellare Raumfahrt unmöglich zu machen. Künstliche Intelligenz kennt diese Hürde nicht. Mir scheint, wir stehen erst am Anfang des Begreifens. Mag wohl sein, dass die meisten Menschen unseres Planeten wirklich in Schockstarre verfallen, wenn sie erst einmal begreifen, was »UFOs« wirklich sind.

Nachdem ich 1979 mein Studium der evangelischen Theologie abgebrochen hatte, stürzte ich mich mit Begeisterung auf »meine Astronautengötter« Weihnachten 1979 erschien auch mein gleichnamiges Buch, »Astronautengötter« nämlich. Erich von Däniken bin ich unendlich dankbar. Er war, ist und bleibt ein wahrer Freund. Er ist ein wunderbarer Mensch und ich bin dem Schicksal dankbar, dass ich ihn kennenlernen durfte. Von keinem Menschen habe ich so viel gelernt wie von ihm.

Foto 7: Erich von Däniken

Für mich gibt es keinen Zweifel: Die wahre und wirklich große Bedeutung von Erich von Däniken haben die meisten Zeitgenossen noch gar nicht erkannt. Es gibt so etwas wie einen »Masterplan des Universums«. Und den kennt niemand so gut wie Erich von Däniken!

Fußnoten
1) Perzel, Herbert: »800 Jahre Michelau in Oberfranken/ Vergangenheit und
     Gegenwart einer fränkischen Gemeinde«, Michelau 1994

2) Ich bedanke mich bei Dieter Bremer und Reinhard Gunst für ihre Hinweise via Facebook, die mich dazu veranlassten,den  Text zu ergänzen!
3) Ginzberg Louis: »The Legends of the Jews«, Vol. 1, eBookausgabe, Digireads
    2004
4) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Apokalypse des  Moses«, 33, Seite 151 oben (Siehe Foto 8!)

Der gleiche Sachverhalt wird auch geschildert in »Das Leben Adams und Evas«. Siehe hierzu E. Kautzsch: »Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments«, »Zweiter Band: Die Pseudepigraphen des Alten Testaments«, Tübingen, Freiburg i.Br. und Leipzig, Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1900, S. 524 (33) und S. 526 (37).
Ich bedanke mich herzlich bei Norbert Renz für seinen wichtigen Hinweis via facebook!
5) Rießler, Paul: »Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel«, Augsburg 1928, »Das Leben Adams und Evas«, 25, S. 674 oben

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«

Zu den Fotos

Foto 1: Tizians Mariae Himmelfahrt 1490-1576. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Noch eine Himmelfahrt Marias. Edward Jakob von Steinle 1810-1886. Foto wikimedia commons/ Altera Levatur
Foto 3: Papst Pius XII. Foto wiki commons public domain
Foto 4: Der Moses von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Adam und Eva von Urschalling. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Erzengel Michael als Drachentöter, um 1400. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Erich von Däniken. Foto Walter-Jörg Langbein

Foto 8: Aus der »Apokalypse des Moses«. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein

399 »Das Geheimnis der fliegenden Kapelle«,
Teil 1: »Birkenstein und Orte der Weisheit«

Teil 399 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein,                      
erscheint am 10.09.2017


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